„Geschwister“ (2016)

Februar 1st, 2019  |  Published in Film & Theater, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Fernsehfilm von Markus Mörth, D/A 2016, 105 Min.
ZDF/Das kleine Fernsehspiel, ARTE, ORF

Der künstlerisch hochbegabte 16-jährige Mikhail (Abdulkadir Tuncer) und sei­ne zwei Jah­re älte­re Schwes­ter Bebe (Ada Condeescu) le­ben in einem Waisen­haus auf dem Land in Moldawien. Die bei­den haben eine sehr enge Be­zie­hung. Sie hel­fen und schützen sich gegen­seitig, doch als Roma sind sie in ihrer Heimat auf Dauer nicht sicher. Auf ihrer gefähr­li­chen und illega­len Flucht über Rumänien und Serbien wer­den die beiden zu Ge­jagten, sie ge­ra­ten in die Hände mafiö­ser Schlepper­banden, Men­schen­händler und Bordell­betrei­ber. Die Sicher­heit, die ih­nen Deutschland als Ziel­land ihrer Flucht an­fangs zu bieten scheint, wird schnell brü­chig – zu viel ist auf der Reise pas­siert, zu lang ist der Arm derer, denen sie ent­kommen sind und die sich nun an den Flücht­lin­gen rächen wol­len. Neben dem Versuch, Arbeit zu finden, neue Be­ziehun­gen zu knüpfen, die Sprache und mehr über die Kultur zu ler­nen, kämpfen die beiden mit trauma­ti­schen Er­fah­run­gen, krimi­nel­len Ver­strickun­gen und der Schwierig­keit, Ver­trauen in die Chance auf eine bes­sere Zu­kunft zu fassen.

Markus Mörth erhielt 2001 den Steirischen Film-und Video­preis und den Regie-För­der­preis Starter der Stadt München. Für seinen Ab­schluss­film „Allerseelen“ wur­de er 2004 mit dem First Steps Award aus­ge­zeich­net. 2008 gab es den Carl-Mayer-Dreh­buch­preis, 2010 den Prälat-Ungar-An­erken­nungs­preis für Jour­nalis­mus und 2011 den Carl-Mayer-För­der­preis. Das Drehbuch „Ge­schwis­ter“ ent­stand nach Mörths gleich­nami­gem Roman, er­schie­nen 2012.

(Text: programminfo ARD)

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