Podcast: Selbstbewusstsein von Sinti und Roma

Dezember 12th, 2020  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Falter RadioFalter Radio #436:
Das moderne Selbstbewusstsein von Sinti und Roma

Folge vom 12.12.2020

→Anhören (45 min)

Rund 12 Millionen Sinti und Roma leben in Europa. Seit vielen hun­dert Jahren sind die Volks­gruppen hier zu Hause, und den­noch werde sie weiter­hin oft an den Rand der Gesell­schaft ge­drängt. Im Okto­ber hat die EU-Kom­mission einen neuen Zehn­jahres­plan zur Unter­stützung der Roma und Sinti auf den Weg ge­bracht. Wo gibt es auf politi­scher Ebene noch Hand­lungs­bedarf? Und wel­che Rolle spielt die Sprache und die Erinnerung an den Holocaust in der mo­der­nen Iden­tität von Roma und Sinti?

Im „Falter Salon“, dem Podcast für Stadt und Kultur, kommen Mirjam Karoly vom österreichischen Volks­gruppen­beirat der Roma, Schrift­steller Samuel Mago, Sängerin Dotschy Reinhardt und Anti­ziganis­mus-For­scher Frank Reuter im Ge­spräch mit Anna Goldenberg zu Wort. Diese Episode ent­stand in Zusam­men­arbeit mit dem Verein Voice of Diversity. Read the rest of this entry »

ORF: „Journalismus und Vielfalt“

Dezember 12th, 2020  |  Published in Medien & Presse, Radio, Podcast & TV

Moderator Marin Berlakovich mit Kollegin Silvana Meixner (Foto: ORF)„Heimat Fremde Heimat“
ORF 2: So., 13. Dez. 2020, 13.30 Uhr

Marin Berlakovich präsentiert das ORF-Magazin mit fol­gen­den Bei­trägen:

Journalismus und Vielfalt
Journalistinnen und Journalisten mit schwarzer Haut­farbe, Roma, die über Roma berichten, euro­päi­sche Fernseh­sender, die Sen­dungen er­schaffen, in denen Men­schen jeder Herkunft und Religion ak­tuelle inter­kulturelle Fragen aus­disku­tieren – das alles sind Phä­no­mene, wenn Medien­häuser auf die zur Normalität ge­wor­dene gesell­schaft­liche Diversität re­agie­ren. Der ORF-Mo­dera­tor Stefan Lenglinger be­richtet, warum auf ihm als Mo­dera­tor mit schwarzer Hautfarbe eine gro­ße Ver­ant­wor­tung lastet. Florian Klenk vom Stadt­magazin „Falter“ for­dert, dass die Medien in ihrer Be­setzung wie auch in ihrer Bericht­erstat­tung die ge­sell­schaft­li­che Diversität wider­spiegeln sollen. Medien­wissen­schaft­ler Fritz Hausjell zeigt auf, warum Men­schen aus den öster­rei­chi­schen Com­muni­ties als Jour­na­listin­nen und Journalisten neue Per­spek­tiven in die Bericht­erstattung ein­brin­gen kön­nen. Sabina Zwitter be­richtet.

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Facts & Figures (332)

Dezember 11th, 2020  |  Published in Facts & Figures

Eine brit. Studie legt einen Zu­sam­men­hang ver­mehr­ter Sui­zi­de von Ro­ma & Tra­vel­lers mit stig­ma­ti­sier. TV-For­ma­ten über „Gyp­sies“ nahe.

(Quelle)

Eröffnung des Festivals „Diaspora Europa“

Dezember 10th, 2020  |  Published in Internet & Blogothek, Kunst & Fotografie, Musik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Diaspora Europa 2020Eröffnung: „Diaspora Europa“ zum Tag der Menschenrechte
Live-Stream, 10.12.2020, 18:30–19:20 Uhr

Am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Men­schen­rechte, lädt das Euro­pean Roma Insti­tute for Arts and Culture (ERIAC) zusam­men mit der Volksbühne Berlin zur Er­öff­nung des Festi­vals „Diaspora Europa“ und zur Ver­leihung des Deutsch-Fran­zö­sischen Preises für Menschen­rechte und Rechts­staat­lich­keiteein. Aus der Volks­bühne wer­den die Er­öff­nungs­reden und eine Pre­view auf das „Sin­ti_ze Jazz“-Kon­zert live über­tragen.

Diaspora Europa:
Online am 10.12.2020 und 27.01.2021. Kuratiert von Shelly Kupferberg und Tímea Junghaus, in Ko­opera­tion mit dem Euro­pean Roma Ins­titute for Arts and Cul­ture e. V. (ERIAC)

Allesamt haben sie eine Geschichte in Europa und sind Teil und Kultur dieses Kon­ti­nents. Doch glei­cher­maßen vereinen sie auch Aus­grenzung, Dif­ferenz­erfah­rungen, Ver­klärung und Dif­famie­rung: „Dias­po­ra Europa“ ver­eint unter­schied­liche zeit­genös­si­sche Per­spek­tiven von Romnja und Roma, Sin­tezze und Sinti und Jüdin­nen und Juden auf das Hier und Jetzt.

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Zu Hause bleiben, wo man nicht zu Hause ist

Dezember 10th, 2020  |  Published in Einrichtungen

Coronazeiten im Grazer ViniNest (Foto: Markus Lösel)Die Pandemie stellt das Grazer VinziNest vor be­son­de­re Heraus­for­de­run­gen. Ne­ben dem Ein­hal­ten stren­ger Hygie­ne-Maß­nah­men muss mit dem stei­gen­den emo­tio­na­len Druck der Be­wo­hner um­ge­gan­gen wer­den.

Markus Lösel/www.annenpost.at:
Stephan Steinwidder ist Mit­begrün­der des Kälte­telefons in Graz, einer Initia­tive, durch die An­ru­fer/in­nen bei Be­obach­tung von frieren­den Obdachlosen Le­ben ret­ten kön­nen. Seit über einem Jahr lei­tet er auch das VinziNest in der Kern­stock­gasse 14 und ist somit Nach­folger des legen­dä­ren August „Gustl“ Eisner. Dieser hatte die Not­schlaf­stelle im Jahr 1992 ge­mein­sam mit Pfar­rer Wolfgang Pucher von der Vinzenz­gemein­schaft ge­grün­det. In der Notschlafstelle küm­mern sich sein Team und er um männ­li­che Migranten, die von Armut be­trof­fen sind und kei­nen Platz zum Schlafen ha­ben. „In unse­re Ein­richtung kom­men Män­ner aus rund 26 Nationen. Die meis­ten von ihnen sind Roma aus der Slowakei oder Rumänien. Unser jüngs­ter Be­woh­ner ist 18 Jahre alt, unser ältes­ter 85“, sagt Stein­widder. Anders als sonst hat die Ein­richtung aktuell für ihre Klienten rund um die Uhr ge­öffnet. Denn Men­schen ohne fixe Bleibe haben es in Zeiten mit Aus­gangs­be­schrän­kungen natür­lich be­sonders schwer.

Corona-Konzept funktioniert
„Bitte Abstand halten und Hände desinfizieren“, steht auf eini­gen Schildern im Ein­gangs­bereich des VinziNests ge­schrieben. Neben der deutschen Version ist dieser Hinweis auch in unzähligen ande­ren Sprachen zu lesen. Read the rest of this entry »

Tagungsband „Antiziganismus und Film“

Dezember 8th, 2020  |  Published in Film & Theater, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Antigypsyism and FilmRadmila Mladenova et al. (Hrsg.): Antigypsyism and Film / Antiziganismus und Film, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2020.

Der von Radmila Mladenova, Tobias von Borcke, Pavel Brunssen, Markus End und Anja Reuss heraus­ge­ge­be­ne Band „Antigypsyism and Film / Anti­ziga­nis­mus und Film“ ist im Buch­handel er­schie­nen und auch on­line als pdf er­hältlich und kann als html-Ver­si­on ge­lesen wer­den: →zum Buch

Der Band dokumentiert die internationale Fachtagung, die der Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma in Ko­opera­tion mit der Gesell­schaft für Anti­ziga­nis­mus­forschung vor der Berlinale im Febru­ar 2018 in Berlin durch­ge­führt hatte (wir berichteten). Un­mittel­barer Anlass war die Aus­strah­lung des Films „Nellys Abenteuer“, den der Zentral­rat als mas­siv anti­ziga­nis­tisch kriti­siert hatte, der aber gleich­wohl von KIKA und SWR ge­sendet wurde (mehr hier und hier).

Zum Tagungsband: Antiziganismus ist für das europäische Auge so nor­mal, dass kaum jemand auf die Idee ge­kom­men ist zu fragen, warum ‚Zigeu­ner‘ im Film immer, meta­pho­risch oder nicht so me­ta­pho­risch, als ,schwarz‘ dar­gestellt wer­den sollten. Zigeuner­feind­lich­keit ist für die Leinwand so selbst­ver­ständ­lich, dass Filme­macher nicht zögern, ihre Wahl mit drama­tur­gischen Ar­gu­men­ten zu recht­fer­tigen. Read the rest of this entry »

Ungriko: „Translanguaging Classrooms“

Dezember 7th, 2020  |  Published in Jugend & Bildung, Romani

Das eigene Sprachvermögen der Kinder als Dreh- und Angelpunkt des Erfolgs – das Projekt „Translanguaging Classroom“ in Ungarn (Foto: translangedu.hu)Dajakeri tschib te ojs siklipeskeri tschib: O pro­jek­to „Trans­lan­gua­ging Class­room“

Muttersprache auch als Lernsprache: das Pro­jekt „Trans­lan­gua­ging Class­rooms“

Bislang war Romani im Unterricht verpönt. „Trans­lan­guaging Class­room“, ein Pro­jekt im ost­ungari­schen Tiszavasvári, setzt nun aber in einem segrega­tiven Schul­umfeld bei der Mutter­sprache der Kinder an. Um Dis­krimi­nierung ent­gegen­zu­wirken, sollen die Kinder aus ihrem ge­samten sprachli­chen Repertoire schöpfen kön­nen: Romani wird in den Schul- und Lern­alltag in­tegriert. Dazu müs­sen Kinder, Eltern und Lehr­kräfte radikal um­denken. „Trans­languaging Class­room“ er­mög­licht so eine offenere Schul­atmos­phäre und Erfolgs­erleb­nisse. In Klassen, wo diese sprach­pädagogi­sche Haltung bereits um­gesetzt wird, werden schnell Ver­bes­serungen sicht­bar: Die Schüler sind moti­vierter, agieren sozial kom­petenter, ihr Sprach­vermögen wird besser. Kinder wer­den akti­viert, die bisher in der Schule ver­stummen, weil sie mit Ungarisch nicht zurecht­kamen. Sie waren ge­wöhnt, dass ihre Mutter­sprache außer­halb ihrer Familien un­erwünscht ist. Die Auf­wertung ihrer zu Hause ge­spro­chenen Sprache stärkt nun Selbst­wert, Selbst­bestimmung und gesell­schaft­liche Ak­zeptanz. Das Projekt wurde vor zwei Jahren in Wien mit dem Preis „SozialMarie“ der „Unruhe Privat­stiftung“ aus­gezeichnet.

Dschijakana Romani ando sikajipe tabu sina. „Trans­lan­gua­ging Class­rooms“, jek pro­jek­to ando ostiti­ko ung­riko Tiszavasvári, akan ham ande jek segre­ga­tivi isch­ko­lakero than usi daja­keri tschib le tscha­vendar aun be­scha­rel. La diskri­mi­na­cijake gejng te vir­kinel, o tschave andar pu­ma­ro cilo tschib­tscha­kero progra­mo te lel schaj dscha­nen: Romani ando isch­kola­kero- taj sikli­peskero di integri­rim ol. Vascho­da iste akan o tschave, o daja taj dada taj o mesch­tertscha avrijal gon­dolinen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (331)

Dezember 6th, 2020  |  Published in Facts & Figures

Die serbische Stadt mit dem laut Volks­zäh­lung größ­ten Roma­an­teil (19,5%) ist Kostolac nahe der rumän. Gren­ze.

(Quelle/pdf)

Recensijona: Trijalvar te tschungarel

Dezember 5th, 2020  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, dROMa (Magazin)

I Romengeri-tschaj Loretta: „Taj lakero dikipe. Oj aun tut dikel, ham oni interesi. Afka, sar te oj nischta buter na uscharel. Tutar na taj te avren­dar na. Tschak o fojimo nak taj sar oj poarvar pre va mi­cinlahi, lakero tscha­tschi­kano phu­ripe phu­kavnahi. Jek phuri tschaj, afka oj viri­kinlahi.“ Andi kipengeri kenva Jek kipengeri kenva andar i Italija

O Davide Reviati adala komikakera kenvaha bojd jek bari­kano cajch­nimo taj phu­kado fala­to adale ko­jastar scho­fin­tschaha. Ham ov o pal­gondo­li­nip­tscha upre jek itali­tiko ter­nipe la his­to­ri­jaha le Romen­dar khe­tan gom­bo­sintscha. Jeka tema­ke, savake o phu­kaji­pe na bar­tschim hi.

Jek kenva pherdi hischenca hi, uduane sundikipes­kere kojen­ca, bibas­tale phu­venca. Andi Graphic Novel le italitike cajch­ne­ristar Davide Reviati, savi akan te ando nimtsch­ko prik­bescha­ripe angle paschlol, o reja­lismus taj o bibas­tale sudi­kipes­kere sek­venca khetan fojinen. Taj na mindig nan dschan­do, kaj o jek kise­tinel taj o kija kes­dinel.

Andi bojd 600 riktschengeri sorali kenva, o Reviati mindschart duj histo­riji phukal: Ada hi upri jek rik jek o auto­bijo­grafi­schi inspi­rirti phu­kajipe jeke upre bartscho­jipes­tar andi nordi­tiki itali­tiki pro­vinca, valakada ando 1960te vaj 1970te berscha, ande jek tikno gav, kaj o tschave upro mesuji pumen khe­len taj o terne pumari cajt le dschi­niha taj le tschojn­tenca mule tscha­lan. Ando masch­ka­rutno punkto terdschon o but­jakere isch­kolasch­tscha Guido, Grisù taj Katango, save pu­mare dschi­vipeha na tscha­tschikan valaso te kes­dinel dschanen. Ando si­kajipe tschak igen tschule aun te dikel pumen muken, on mere­scheder telal usi len kifinen, duach o gaves­kere diskos ciden vaj billard ando mo­jakero khelen.

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Facts & Figures (330)

Dezember 4th, 2020  |  Published in Facts & Figures

1933 dis­ku­tierte eine in­ter­natio­na­le Kon­fe­renz von Ro­ma-Ak­ti­vis­ten in Bu­ka­rest u.a. die Grün­dung ei­ner eige­nen Uni­ver­si­tät.

(Quelle)

Lösung in Berlin: Denkmal wird untertunnelt

Dezember 3rd, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sieht gute Grund­lage für wei­te­re Pla­nung der S 21 in Berlin

In der aktuellen Großen Runde am 25. November 2020, zu der Bau­sena­to­rin Regine Günther Ver­tre­ter des Deut­schen Bundes­tages, des Berliner Senats, der Bahn und des Zentral­rates Deut­scher Sinti und Roma ein­geladen hatte, stellte die Bahn eine neu be­rech­ne­te Variante für die Trassen­führung der ge­plan­ten S 21 vor.

„Der Schutz und die Bewahrung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermor­de­ten Sinti und Roma Europas hatte für den Zentra­lrat stets oberste Priorität. Dieser Ort ist ein Ort des Ge­denkens für die An­ge­hörigen unse­rer Minder­heit, aber er ist gleich­zeitig auch ein Ort, an dem die Bundes­re­publik Deutschland ihre Ver­antwor­tung für die Völker­mord­ver­brechen der Nazis, für den Holo­caust an den Sinti und Roma aus­drückt. Deshalb ist die neue Va­riante, die das Denkmal weitest­gehend un­berührt lässt, eine gute Grund­lage für die weite­ren Ge­sprä­che“, so Romani Rose in einem ers­ten Resümee. Der Zentralrat dankt ausdrücklich den vielen Men­schen und Institu­tio­nen, die sich öffent­lich und gegen­über Politik und Bahn für den Schutz des Denkmals ein­gesetzt haben. „Dies zeigt uns, dass das Denkmal als wich­tiger Teil unserer ge­mein­samen deutschen Geschichte wahr­ge­nom­men wird. Wir sind fester Teil unserer Gesell­schaft. Wir müssen des­halb ebenso Ver­ant­wortung in unserer Gesell­schaft über­nehmen. Berlin braucht die S21 und ich bin sehr froh, dass die Deutsche Bahn mit der jetzt vor­ge­legten Variante 12h eine Perspek­tive aufgezeigt hat, die glei­cher­maßen den maxi­malen Schutz des Denkmals mit einer reali­sier­baren Trassen­führung ver­bindet“, so Rose weiter.

Die neue Variante sieht vor, dass mit der gleichen Technik, mit der zuvor die Spree zwischen Haupt­bahnhof und Reichstag unter­quert wird, auch das Ge­lände des Denkmals für die im Natio­nal­sozialis­mus er­mor­de­ten Sinti und Roma Europas mit einem Tunnel unter­quert wird. Read the rest of this entry »

3sat-Mediathek: Brüder der Nacht

Dezember 1st, 2020  |  Published in Film & Theater

Brüder der Nacht (Filmstill)Dokumentarfilm, AT 2016, 88 min
Buch & Regie: Patric Chiha

In der 3sat-Mediathek verfügbar bis 10.12.2020
Abrufbar ab 22 Uhr: →www.3sat.de

Die Roma-Männer sind aus Bulgarien nach Wien ge­kom­men, um dort die Frei­heit zu suchen. Letzt­endlich aber ver­kaufen sie ihre Körper, weil sie ihr Geld nicht durch Betteln oder kaum rentable Jobs wie das Aus­tragen von Zeitungen ver­dienen wollen. In der bul­gari­schen Heimat heiraten Männer wie sie schon mit 16 Jahren und werden Familien­väter. Doch die Armut der Ver­wandt­schaft treibt sie ins Ausland, wo sie ihre finan­zielle Situation ver­bessern wollen. In Wien gehen sie zwi­schen­zeit­lichen der Prostitution nach, lassen sich von ihren Kunden für ihre Dienste be­zahlen und tren­nen strickt das Beruf­li­che vom Privaten.

Der Film zeigt, wie sich die jungen Männer dem fragilen Rollenspiel des Nachtlebens hin­geben und in einem zärt­lichen, eitlen, manch­mal aggres­siven Zusammen­halt arran­gieren. „Der Film sollte eine Hommage an diese jungen Burschen sein. Ich wollte, dass sie Helden sind. Ich wollte einen Film, der glänzt. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (329)

November 30th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Nur 1% der Roma-Schü­ler/in­nen in Por­tu­gal und 2% in Grie­chen­land er­rei­chen mind. ei­nen Mit­tel­schul­ab­schluss. (FRA 2011)

(Quelle/pdf)

Analyse: der Angriff in Erbach-Dellmensingen

November 29th, 2020  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft

Romafeindlicher Angriff in Erbach-Dellmensingen (Alb-Donau-Kreis in Baden-Württemberg)Der antiziganistische Angriff in Erbach-Dell­men­sin­gen – Ana­lyse in der neu­en Leip­zi­ger Auto­ri­ta­ris­mus-Studie

Chana Dischereit: Antiziganismus im Ländle: Ein Bericht aus dem laufenden Prozess am Landgericht Ulm, in: Oliver Decker/Elmar Brähler (Hg.): Autoritäre Dynamiken: Alte Ressentiments – neue Radikalität. Leipziger Autoritarismus Studie 2020, Gießen 2020, S. 353–378.

Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landes­verband Ba­den-Württem­berg (VDSR-BW) hat an der ge­rade er­schie­ne­nen „Leipziger Auto­rita­ris­mus-Studie 2020“ (→pdf-Download) mit­ge­wirkt. Teil der Studie ist eine um­fang­reiche Analyse des anti­ziganis­ti­schen An­schlags in Er­bach-Dell­men­sin­gen in der Nähe von Ulm. Der Pro­zess vor dem Land­gericht Ulm ist Ende Sep­tem­ber 2020 zu Ende ge­gangen. Die fünf An­ge­klagten wur­den in 45 Fällen zu ge­mein­samer schwerer Nötigung nach dem Jugend­strafgesetz ver­ur­teilt. Der Staatsanwalt hat­te eine Ver­urteilung wegen ver­suchten Mordes ge­fordert. Es war eines der ers­ten Straf­verfahren in Deutschland über­haupt wegen Vertreibung. Die Analy­se der VDSR-BW-Mit­arbeiterin Chana Dischereit zeigt den all­täg­lichen Anti­ziganismus in der Mitte der Gesell­schaft auf. Diese Ein­stellung kann in Gewalt um­schlagen. In Erbach-Dell­mensin­gen fühlten sich junge Men­schen da­durch zu ihrer Tat legitimiert.

Die „Leipziger Autoritarismus-Studie 2020“ unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Decker und Prof. Dr. Elmar Brähler vom Kom­petenz­zentrum für Rechts­extre­mis­mus- und Demo­kratie­forschung der Uni­ver­sität Leipzig nimmt die Ver­breitung von gruppen­bezogener Menschen­feind­lich­keit in der deut­schen Gesell­schaft in den Blick. Dazu gehört auch Anti­ziganismus, der gegen Sinti und Roma ge­rich­tete Rassismus.

Die Zahlen zum Antiziganismus entsprechen dem all­gemei­nen Trend der Studie – leich­ter Rück­gang bei weiter­hin hohem Niveau anti­ziganistischer und anderer men­schen­feind­licher Ein­stel­lungen. 52,9% der Be­fragten sind der Ansicht, dass Sinti und Roma zu Kriminalität nei­gen wür­den. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (328)

November 28th, 2020  |  Published in Facts & Figures

46 % der erwachsenen Ro­ma in Ru­mä­ni­en sind nicht kran­ken­ver­si­chert. (FRA 2016)

(Quelle)

Bleib stark – Gitta Martl zu Gast im RomnoKher

November 27th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen

Literarischer Abend mit Rosa Gitta Martl: In der Lesung ih­res Buches „Bleib stark“ be­rich­tet die ös­ter­rei­chi­sche Sintezza und Men­schen­rechts­ak­ti­vis­tin über die Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, die Ver­nich­tung von Men­schen der Min­der­heit durch die Nazis, aber auch po­si­ti­ve Schrit­te eines mu­ti­gen Lebens als Mit­glied der Min­der­heit in neu­en Zeiten.

Sie malt mit Worten. Sie verdichtet die Fülle des Lebens auf weni­gen Seiten. Sie bringt mit einer Gedicht­zeile, einem Bild die Ver­gessenen wieder zum Leben. Sie erzählt in epi­scher Länge von den Grau­sam­keiten und den glück­li­chen Momen­ten, von Mördern und Helfern, von der Familie und ihren Feinden, von der Freude und der Trauer. Sie schreibt so exis­ten­ziell und auto­bio­graphisch, dass man ihre in­nersten Ge­danken und Gefühle zu spüren glaubt. Ihre Erzähl­kunst gibt zu­gleich Genera­tionen von Sinti eine Stimme, die Österreich lieben und seit Jahr­hun­der­ten dort leben. Ihre Sprache ist so intim und zart und doch von gewal­tiger Energie. Und sie liest so wunder­bar, geprägt vom Tonfall ihrer Linzer Heimat, aus ihrem Werk, mit einer Inten­sität und Ruhe, die keine Zu­hörerin und keinen Zu­hörer nicht er­griffen sein lassen. Nicht für eine Se­kunde lässt die Auf­merk­sam­keit des Publikums nach.

Die Covid-19-Pandemie hat dafür gesorgt, dass die Lesung von Gitta Martl am 4. Novem­ber in das „virtuelle Kultur­haus“ RomnoKher ver­legt wer­den musste. Das dop­pelte Format – Livestream auf dem Youtube-Ka­nal, Video­kon­ferenz für an­gemel­dete Teil­nehmer mit der Mög­lich­keit, am Ende ins Gespräch mit der Autorin zu kom­men – hat sich dabei be­währt. Read the rest of this entry »

Recherche-Stipendium in Deutschland

November 26th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Ran an die Tasten: Recherche-Stipendien für Roma-Themen (Foto: D. Friesenecker/Pixabay)Das Deutsche Institut für Menschenrechte schreibt sechs Re­cher­che-Sti­pen­dien zum Thema „Sin­ti_zze und Rom_nja in Deutschland“ aus. Das Ins­titut will damit anregen, das Thema aus men­schen­recht­licher Perspek­tive zu be­arbei­ten.

Die Be­werbung von Sin­ti/Sin­tizze und Ro­ma/Romnja wird be­son­ders be­grüßt. Die Bewer­bungs­frist läuft bis zum 21. De­z. 2020.

Wir geben im Folgenden die Aus­schrei­bung in Aus­zü­gen wieder:

Ziel des Recherche-Stipendiums ist es, rassismus­kritisches Schreiben im Jour­nalis­mus zu fördern und eine be­sondere Sensibilität ge­gen­über Sin­ti_zze- und Rom_nja-be­zo­ge­nen Themen zu schaf­fen, da diese bis­lang häufig fehler­haft oder dis­krimi­nie­rend dar­ge­stellt wer­den. Das Stipendium er­mög­licht den Jour­nalist_innen eine fun­dierte und men­schen­rechtlich quali­fizierte Bericht­erstattung.

Das Recherche-Stipendium des Deutschen Instituts für Menschenrechte richtet sich an alle (Nach­wuchs-)Jour­na­list_in­nen, die zum Thema Sint_iz­ze und Rom_nja in Deutschland ar­beiten möch­ten. Das Pro­jekt wird durch die Stiftung EVZ gefördert und ist Teil einer um­fassenden Ko­ope­ration mit RomaniPhen. Prämiert werden heraus­ragende Re­cher­che­konzepte für jour­nalis­tische Bei­träge. Ein Betrag in der Höhe von 1.500 Euro soll es den Sti­pen­diat_innen er­mög­lichen, frei von Akquise- und Geld­druck zu recher­chieren. Der Betrag wird nach Fertig­stellung des Beitrags aus­gezahlt. Die Ver­öffent­li­chung kann gedruckt, online (gerne auch als Video­format) oder im Hörfunk er­folgen.

Insgesamt werden sechs Stipendien vergeben, über deren Ver­gabe eine un­ab­hängi­ge Medien-Jury ent­scheidet. Die Jury be­steht aus: Read the rest of this entry »

Abschlussgala des Festivals „Ake Dikhea?“

November 24th, 2020  |  Published in Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen

Gestern ist das – erstmals online ausge­tra­gene – Roma-Film­festival „Ake Dikhea?“ (wir berichteten) mit einer live ge­stream­ten Ab­schluss­gala zu Ende ge­gangen, bei der die dies­jäh­ri­gen Preis­träger­filme be­kannt ge­ge­ben wur­den.

Sar sakova bersh, akale bersheski komisia – Katalin Barsony, Paul Dandos, Rebecca Heiler thay Lisa Smith – ka alosaren Mayshukar Filmi thay Maysuhkar Harno Filmi e festi­va­lesko. Artis­ti­kuno thay tekni­kuno kuali­teti khel­ela rola abokar kobar o socia­luno thay poli­tikuno im­pakti e filmen­go. Vash maybut, e publika puqlola vash o gndipe: E Publikaki Poqin popale ka aju­karel vash olake vija­yutne pe festi­valeski shtarto edicia! Festiva­lesko Artis­ti­kuno Direk­to­ri Hamze Bytyçi ka phiravel poqin­yengi cere­monia, koya ka sikavgyol live kotar Berlin club SO36. Gilavni, hra­marni thay aktora Riah Knight, gilavno, per­former thay aktori Lindy Larsson thay muzi­kantya Janko Lauenberger, Daniel Weltlinger thay Daniel Khan ka ama­li­nen o ovipe e muzika.

Wie jedes Jahr bestimmt auch die diesjährige Festivaljury – Katalin Barsony, Paul Dandos, Rebecca Heiler und Lisa Smith – den „Besten Film“ sowie „Besten Kurzfilm“ des Fes­ti­vals. Künst­lerische und hand­werk­liche Qualität spie­len dabei eben­so eine Rolle wie die gesell­schaft­li­che und politi­sche Wir­kung der Filme. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (327)

November 22nd, 2020  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

1983 or­ga­ni­sier­te der Euro­pa­rat erst­mals ein Fort­bildung­sse­mi­nar für Lehr­per­so­nen, die mit Ro­ma­kin­dern ar­bei­ten.

(Quelle)

Online-Veranstaltung mit Autor Meti Kamberi

November 21st, 2020  |  Published in Literatur & Bücher

Veranstaltung mit Meti Kamberi, Autor von "Grad Bola" Am 21. November 2020 um 19 Uhr ver­an­stal­tet Romska Antidiskriminaciona Mreža, die serbi­sche Schwes­ter­or­ga­ni­sa­tion des Roma Anti­discrimination Network (RAN) in Deutsch­land, ein On­line-Event mit dem jungen Roma-Schrift­steller Meti Kamberi. Meti Kam­beri (Website) hat seinen ers­ten Roman ver­öf­fent­licht: Grad Bola (Stadt der Schmerzen).

→Zur Online-Veranstaltung

Als kleines Kind überlebten Meti und sein Bruder durch Betteln auf den Straßen von Niš (Serbien). Sozial­ar­bei­ter brach­ten ihn mit vier Jah­ren in einer Pflege­familie und schließ­lich in einem Heim unter. Er führte ein Leben am Ab­grund, kämpfte, über­lebte. Im Heim be­gann er an seinem auto­biografischen Roman Grad Bola zu ar­beiten. Als er voll­jährig wurde, musste er das Heim ver­lassen. Während er tags­über zehn Stunden auf dem Bau arbeitete, hat er nachts an seinem Roman ge­arbeitet. Schließ­lich hat er ihn mit nur 19 Jahren ver­öffentlicht.

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