Dezember 12th, 2020 |
Published in
Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Falter Radio #436:
Das moderne Selbstbewusstsein von Sinti und Roma
Folge vom 12.12.2020
→Anhören (45 min)
Rund 12 Millionen Sinti und Roma leben in Europa. Seit vielen hundert Jahren sind die Volksgruppen hier zu Hause, und dennoch werde sie weiterhin oft an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Im Oktober hat die EU-Kommission einen neuen Zehnjahresplan zur Unterstützung der Roma und Sinti auf den Weg gebracht. Wo gibt es auf politischer Ebene noch Handlungsbedarf? Und welche Rolle spielt die Sprache und die Erinnerung an den Holocaust in der modernen Identität von Roma und Sinti?
Im „Falter Salon“, dem Podcast für Stadt und Kultur, kommen Mirjam Karoly vom österreichischen Volksgruppenbeirat der Roma, Schriftsteller Samuel Mago, Sängerin Dotschy Reinhardt und Antiziganismus-Forscher Frank Reuter im Gespräch mit Anna Goldenberg zu Wort. Diese Episode entstand in Zusammenarbeit mit dem Verein Voice of Diversity. Read the rest of this entry »
Dezember 12th, 2020 |
Published in
Medien & Presse, Radio, Podcast & TV
„Heimat Fremde Heimat“
ORF 2: So., 13. Dez. 2020, 13.30 Uhr
Marin Berlakovich präsentiert das ORF-Magazin mit folgenden Beiträgen:
Journalismus und Vielfalt
Journalistinnen und Journalisten mit schwarzer Hautfarbe, Roma, die über Roma berichten, europäische Fernsehsender, die Sendungen erschaffen, in denen Menschen jeder Herkunft und Religion aktuelle interkulturelle Fragen ausdiskutieren – das alles sind Phänomene, wenn Medienhäuser auf die zur Normalität gewordene gesellschaftliche Diversität reagieren. Der ORF-Moderator Stefan Lenglinger berichtet, warum auf ihm als Moderator mit schwarzer Hautfarbe eine große Verantwortung lastet. Florian Klenk vom Stadtmagazin „Falter“ fordert, dass die Medien in ihrer Besetzung wie auch in ihrer Berichterstattung die gesellschaftliche Diversität widerspiegeln sollen. Medienwissenschaftler Fritz Hausjell zeigt auf, warum Menschen aus den österreichischen Communities als Journalistinnen und Journalisten neue Perspektiven in die Berichterstattung einbringen können. Sabina Zwitter berichtet.
Read the rest of this entry »
Dezember 11th, 2020 |
Published in
Facts & Figures
Eine brit. Studie legt einen Zusammenhang vermehrter Suizide von Roma & Travellers mit stigmatisier. TV-Formaten über „Gypsies“ nahe.
(Quelle)
Dezember 10th, 2020 |
Published in
Internet & Blogothek, Kunst & Fotografie, Musik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Eröffnung: „Diaspora Europa“ zum Tag der Menschenrechte
→Live-Stream, 10.12.2020, 18:30–19:20 Uhr
Am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, lädt das European Roma Institute for Arts and Culture (ERIAC) zusammen mit der Volksbühne Berlin zur Eröffnung des Festivals „Diaspora Europa“ und zur Verleihung des Deutsch-Französischen Preises für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeiteein. Aus der Volksbühne werden die Eröffnungsreden und eine Preview auf das „Sinti_ze Jazz“-Konzert live übertragen.
Diaspora Europa:
Online am 10.12.2020 und 27.01.2021. Kuratiert von Shelly Kupferberg und Tímea Junghaus, in Kooperation mit dem European Roma Institute for Arts and Culture e. V. (ERIAC)
Allesamt haben sie eine Geschichte in Europa und sind Teil und Kultur dieses Kontinents. Doch gleichermaßen vereinen sie auch Ausgrenzung, Differenzerfahrungen, Verklärung und Diffamierung: „Diaspora Europa“ vereint unterschiedliche zeitgenössische Perspektiven von Romnja und Roma, Sintezze und Sinti und Jüdinnen und Juden auf das Hier und Jetzt.
Read the rest of this entry »
Dezember 10th, 2020 |
Published in
Einrichtungen
Die Pandemie stellt das Grazer VinziNest vor besondere Herausforderungen. Neben dem Einhalten strenger Hygiene-Maßnahmen muss mit dem steigenden emotionalen Druck der Bewohner umgegangen werden.
Markus Lösel/www.annenpost.at:
Stephan Steinwidder ist Mitbegründer des Kältetelefons in Graz, einer Initiative, durch die Anrufer/innen bei Beobachtung von frierenden Obdachlosen Leben retten können. Seit über einem Jahr leitet er auch das VinziNest in der Kernstockgasse 14 und ist somit Nachfolger des legendären August „Gustl“ Eisner. Dieser hatte die Notschlafstelle im Jahr 1992 gemeinsam mit Pfarrer Wolfgang Pucher von der Vinzenzgemeinschaft gegründet. In der Notschlafstelle kümmern sich sein Team und er um männliche Migranten, die von Armut betroffen sind und keinen Platz zum Schlafen haben. „In unsere Einrichtung kommen Männer aus rund 26 Nationen. Die meisten von ihnen sind Roma aus der Slowakei oder Rumänien. Unser jüngster Bewohner ist 18 Jahre alt, unser ältester 85“, sagt Steinwidder. Anders als sonst hat die Einrichtung aktuell für ihre Klienten rund um die Uhr geöffnet. Denn Menschen ohne fixe Bleibe haben es in Zeiten mit Ausgangsbeschränkungen natürlich besonders schwer.
Corona-Konzept funktioniert
„Bitte Abstand halten und Hände desinfizieren“, steht auf einigen Schildern im Eingangsbereich des VinziNests geschrieben. Neben der deutschen Version ist dieser Hinweis auch in unzähligen anderen Sprachen zu lesen. Read the rest of this entry »
Dezember 8th, 2020 |
Published in
Film & Theater, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Radmila Mladenova et al. (Hrsg.): Antigypsyism and Film / Antiziganismus und Film, Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2020.
Der von Radmila Mladenova, Tobias von Borcke, Pavel Brunssen, Markus End und Anja Reuss herausgegebene Band „Antigypsyism and Film / Antiziganismus und Film“ ist im Buchhandel erschienen und auch online als pdf erhältlich und kann als html-Version gelesen werden: →zum Buch
Der Band dokumentiert die internationale Fachtagung, die der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Kooperation mit der Gesellschaft für Antiziganismusforschung vor der Berlinale im Februar 2018 in Berlin durchgeführt hatte (wir berichteten). Unmittelbarer Anlass war die Ausstrahlung des Films „Nellys Abenteuer“, den der Zentralrat als massiv antiziganistisch kritisiert hatte, der aber gleichwohl von KIKA und SWR gesendet wurde (mehr hier und hier).
Zum Tagungsband: Antiziganismus ist für das europäische Auge so normal, dass kaum jemand auf die Idee gekommen ist zu fragen, warum ‚Zigeuner‘ im Film immer, metaphorisch oder nicht so metaphorisch, als ,schwarz‘ dargestellt werden sollten. Zigeunerfeindlichkeit ist für die Leinwand so selbstverständlich, dass Filmemacher nicht zögern, ihre Wahl mit dramaturgischen Argumenten zu rechtfertigen. Read the rest of this entry »
Dezember 7th, 2020 |
Published in
Jugend & Bildung, Romani
Dajakeri tschib te ojs siklipeskeri tschib: O projekto „Translanguaging Classroom“
Muttersprache auch als Lernsprache: das Projekt „Translanguaging Classrooms“
Bislang war Romani im Unterricht verpönt. „Translanguaging Classroom“, ein Projekt im ostungarischen Tiszavasvári, setzt nun aber in einem segregativen Schulumfeld bei der Muttersprache der Kinder an. Um Diskriminierung entgegenzuwirken, sollen die Kinder aus ihrem gesamten sprachlichen Repertoire schöpfen können: Romani wird in den Schul- und Lernalltag integriert. Dazu müssen Kinder, Eltern und Lehrkräfte radikal umdenken. „Translanguaging Classroom“ ermöglicht so eine offenere Schulatmosphäre und Erfolgserlebnisse. In Klassen, wo diese sprachpädagogische Haltung bereits umgesetzt wird, werden schnell Verbesserungen sichtbar: Die Schüler sind motivierter, agieren sozial kompetenter, ihr Sprachvermögen wird besser. Kinder werden aktiviert, die bisher in der Schule verstummen, weil sie mit Ungarisch nicht zurechtkamen. Sie waren gewöhnt, dass ihre Muttersprache außerhalb ihrer Familien unerwünscht ist. Die Aufwertung ihrer zu Hause gesprochenen Sprache stärkt nun Selbstwert, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Akzeptanz. Das Projekt wurde vor zwei Jahren in Wien mit dem Preis „SozialMarie“ der „Unruhe Privatstiftung“ ausgezeichnet.
Dschijakana Romani ando sikajipe tabu sina. „Translanguaging Classrooms“, jek projekto ando ostitiko ungriko Tiszavasvári, akan ham ande jek segregativi ischkolakero than usi dajakeri tschib le tschavendar aun bescharel. La diskriminacijake gejng te virkinel, o tschave andar pumaro cilo tschibtschakero programo te lel schaj dschanen: Romani ando ischkolakero- taj siklipeskero di integririm ol. Vaschoda iste akan o tschave, o daja taj dada taj o meschtertscha avrijal gondolinen. Read the rest of this entry »
Dezember 6th, 2020 |
Published in
Facts & Figures
Die serbische Stadt mit dem laut Volkszählung größten Romaanteil (19,5%) ist Kostolac nahe der rumän. Grenze.
(Quelle/pdf)
Dezember 5th, 2020 |
Published in
Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, dROMa (Magazin)
Jek kipengeri kenva andar i Italija
O Davide Reviati adala komikakera kenvaha bojd jek barikano cajchnimo taj phukado falato adale kojastar schofintschaha. Ham ov o palgondoliniptscha upre jek italitiko ternipe la historijaha le Romendar khetan gombosintscha. Jeka temake, savake o phukajipe na bartschim hi.
Jek kenva pherdi hischenca hi, uduane sundikipeskere kojenca, bibastale phuvenca. Andi Graphic Novel le italitike cajchneristar Davide Reviati, savi akan te ando nimtschko prikbescharipe angle paschlol, o rejalismus taj o bibastale sudikipeskere sekvenca khetan fojinen. Taj na mindig nan dschando, kaj o jek kisetinel taj o kija kesdinel.
Andi bojd 600 riktschengeri sorali kenva, o Reviati mindschart duj historiji phukal: Ada hi upri jek rik jek o autobijografischi inspirirti phukajipe jeke upre bartschojipestar andi norditiki italitiki provinca, valakada ando 1960te vaj 1970te berscha, ande jek tikno gav, kaj o tschave upro mesuji pumen khelen taj o terne pumari cajt le dschiniha taj le tschojntenca mule tschalan. Ando maschkarutno punkto terdschon o butjakere ischkolaschtscha Guido, Grisù taj Katango, save pumare dschivipeha na tschatschikan valaso te kesdinel dschanen. Ando sikajipe tschak igen tschule aun te dikel pumen muken, on merescheder telal usi len kifinen, duach o gaveskere diskos ciden vaj billard ando mojakero khelen.
Read the rest of this entry »
Dezember 4th, 2020 |
Published in
Facts & Figures
1933 diskutierte eine internationale Konferenz von Roma-Aktivisten in Bukarest u.a. die Gründung einer eigenen Universität.
(Quelle)
Dezember 3rd, 2020 |
Published in
Geschichte & Gedenken
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sieht gute Grundlage für weitere Planung der S 21 in Berlin
In der aktuellen Großen Runde am 25. November 2020, zu der Bausenatorin Regine Günther Vertreter des Deutschen Bundestages, des Berliner Senats, der Bahn und des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma eingeladen hatte, stellte die Bahn eine neu berechnete Variante für die Trassenführung der geplanten S 21 vor.
„Der Schutz und die Bewahrung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas hatte für den Zentralrat stets oberste Priorität. Dieser Ort ist ein Ort des Gedenkens für die Angehörigen unserer Minderheit, aber er ist gleichzeitig auch ein Ort, an dem die Bundesrepublik Deutschland ihre Verantwortung für die Völkermordverbrechen der Nazis, für den Holocaust an den Sinti und Roma ausdrückt. Deshalb ist die neue Variante, die das Denkmal weitestgehend unberührt lässt, eine gute Grundlage für die weiteren Gespräche“, so Romani Rose in einem ersten Resümee. Der Zentralrat dankt ausdrücklich den vielen Menschen und Institutionen, die sich öffentlich und gegenüber Politik und Bahn für den Schutz des Denkmals eingesetzt haben. „Dies zeigt uns, dass das Denkmal als wichtiger Teil unserer gemeinsamen deutschen Geschichte wahrgenommen wird. Wir sind fester Teil unserer Gesellschaft. Wir müssen deshalb ebenso Verantwortung in unserer Gesellschaft übernehmen. Berlin braucht die S21 und ich bin sehr froh, dass die Deutsche Bahn mit der jetzt vorgelegten Variante 12h eine Perspektive aufgezeigt hat, die gleichermaßen den maximalen Schutz des Denkmals mit einer realisierbaren Trassenführung verbindet“, so Rose weiter.
Die neue Variante sieht vor, dass mit der gleichen Technik, mit der zuvor die Spree zwischen Hauptbahnhof und Reichstag unterquert wird, auch das Gelände des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas mit einem Tunnel unterquert wird. Read the rest of this entry »
Dezember 1st, 2020 |
Published in
Film & Theater
Dokumentarfilm, AT 2016, 88 min
Buch & Regie: Patric Chiha
In der 3sat-Mediathek verfügbar bis 10.12.2020
Abrufbar ab 22 Uhr: →www.3sat.de
Die Roma-Männer sind aus Bulgarien nach Wien gekommen, um dort die Freiheit zu suchen. Letztendlich aber verkaufen sie ihre Körper, weil sie ihr Geld nicht durch Betteln oder kaum rentable Jobs wie das Austragen von Zeitungen verdienen wollen. In der bulgarischen Heimat heiraten Männer wie sie schon mit 16 Jahren und werden Familienväter. Doch die Armut der Verwandtschaft treibt sie ins Ausland, wo sie ihre finanzielle Situation verbessern wollen. In Wien gehen sie zwischenzeitlichen der Prostitution nach, lassen sich von ihren Kunden für ihre Dienste bezahlen und trennen strickt das Berufliche vom Privaten.
Der Film zeigt, wie sich die jungen Männer dem fragilen Rollenspiel des Nachtlebens hingeben und in einem zärtlichen, eitlen, manchmal aggressiven Zusammenhalt arrangieren. „Der Film sollte eine Hommage an diese jungen Burschen sein. Ich wollte, dass sie Helden sind. Ich wollte einen Film, der glänzt. Read the rest of this entry »
November 30th, 2020 |
Published in
Facts & Figures, Jugend & Bildung
Nur 1% der Roma-Schüler/innen in Portugal und 2% in Griechenland erreichen mind. einen Mittelschulabschluss. (FRA 2011)
(Quelle/pdf)
November 29th, 2020 |
Published in
Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Wissenschaft
Der antiziganistische Angriff in Erbach-Dellmensingen – Analyse in der neuen Leipziger Autoritarismus-Studie
Chana Dischereit: Antiziganismus im Ländle: Ein Bericht aus dem laufenden Prozess am Landgericht Ulm, in: Oliver Decker/Elmar Brähler (Hg.): Autoritäre Dynamiken: Alte Ressentiments – neue Radikalität. Leipziger Autoritarismus Studie 2020, Gießen 2020, S. 353–378.
Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg (VDSR-BW) hat an der gerade erschienenen „Leipziger Autoritarismus-Studie 2020“ (→pdf-Download) mitgewirkt. Teil der Studie ist eine umfangreiche Analyse des antiziganistischen Anschlags in Erbach-Dellmensingen in der Nähe von Ulm. Der Prozess vor dem Landgericht Ulm ist Ende September 2020 zu Ende gegangen. Die fünf Angeklagten wurden in 45 Fällen zu gemeinsamer schwerer Nötigung nach dem Jugendstrafgesetz verurteilt. Der Staatsanwalt hatte eine Verurteilung wegen versuchten Mordes gefordert. Es war eines der ersten Strafverfahren in Deutschland überhaupt wegen Vertreibung. Die Analyse der VDSR-BW-Mitarbeiterin Chana Dischereit zeigt den alltäglichen Antiziganismus in der Mitte der Gesellschaft auf. Diese Einstellung kann in Gewalt umschlagen. In Erbach-Dellmensingen fühlten sich junge Menschen dadurch zu ihrer Tat legitimiert.
Die „Leipziger Autoritarismus-Studie 2020“ unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Decker und Prof. Dr. Elmar Brähler vom Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig nimmt die Verbreitung von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in der deutschen Gesellschaft in den Blick. Dazu gehört auch Antiziganismus, der gegen Sinti und Roma gerichtete Rassismus.
Die Zahlen zum Antiziganismus entsprechen dem allgemeinen Trend der Studie – leichter Rückgang bei weiterhin hohem Niveau antiziganistischer und anderer menschenfeindlicher Einstellungen. 52,9% der Befragten sind der Ansicht, dass Sinti und Roma zu Kriminalität neigen würden. Read the rest of this entry »
November 28th, 2020 |
Published in
Facts & Figures
46 % der erwachsenen Roma in Rumänien sind nicht krankenversichert. (FRA 2016)
(Quelle)
November 27th, 2020 |
Published in
Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen
Literarischer Abend mit Rosa Gitta Martl: In der Lesung ihres Buches „Bleib stark“ berichtet die österreichische Sintezza und Menschenrechtsaktivistin über die Zeit des Nationalsozialismus, die Vernichtung von Menschen der Minderheit durch die Nazis, aber auch positive Schritte eines mutigen Lebens als Mitglied der Minderheit in neuen Zeiten.
Sie malt mit Worten. Sie verdichtet die Fülle des Lebens auf wenigen Seiten. Sie bringt mit einer Gedichtzeile, einem Bild die Vergessenen wieder zum Leben. Sie erzählt in epischer Länge von den Grausamkeiten und den glücklichen Momenten, von Mördern und Helfern, von der Familie und ihren Feinden, von der Freude und der Trauer. Sie schreibt so existenziell und autobiographisch, dass man ihre innersten Gedanken und Gefühle zu spüren glaubt. Ihre Erzählkunst gibt zugleich Generationen von Sinti eine Stimme, die Österreich lieben und seit Jahrhunderten dort leben. Ihre Sprache ist so intim und zart und doch von gewaltiger Energie. Und sie liest so wunderbar, geprägt vom Tonfall ihrer Linzer Heimat, aus ihrem Werk, mit einer Intensität und Ruhe, die keine Zuhörerin und keinen Zuhörer nicht ergriffen sein lassen. Nicht für eine Sekunde lässt die Aufmerksamkeit des Publikums nach.
Die Covid-19-Pandemie hat dafür gesorgt, dass die Lesung von Gitta Martl am 4. November in das „virtuelle Kulturhaus“ RomnoKher verlegt werden musste. Das doppelte Format – Livestream auf dem Youtube-Kanal, Videokonferenz für angemeldete Teilnehmer mit der Möglichkeit, am Ende ins Gespräch mit der Autorin zu kommen – hat sich dabei bewährt. Read the rest of this entry »
November 26th, 2020 |
Published in
Einrichtungen, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
Das Deutsche Institut für Menschenrechte schreibt sechs Recherche-Stipendien zum Thema „Sinti_zze und Rom_nja in Deutschland“ aus. Das Institut will damit anregen, das Thema aus menschenrechtlicher Perspektive zu bearbeiten.
Die Bewerbung von Sinti/Sintizze und Roma/Romnja wird besonders begrüßt. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 21. Dez. 2020.
Wir geben im Folgenden die Ausschreibung in Auszügen wieder:
Ziel des Recherche-Stipendiums ist es, rassismuskritisches Schreiben im Journalismus zu fördern und eine besondere Sensibilität gegenüber Sinti_zze- und Rom_nja-bezogenen Themen zu schaffen, da diese bislang häufig fehlerhaft oder diskriminierend dargestellt werden. Das Stipendium ermöglicht den Journalist_innen eine fundierte und menschenrechtlich qualifizierte Berichterstattung.
Das Recherche-Stipendium des Deutschen Instituts für Menschenrechte richtet sich an alle (Nachwuchs-)Journalist_innen, die zum Thema Sint_izze und Rom_nja in Deutschland arbeiten möchten. Das Projekt wird durch die Stiftung EVZ gefördert und ist Teil einer umfassenden Kooperation mit RomaniPhen. Prämiert werden herausragende Recherchekonzepte für journalistische Beiträge. Ein Betrag in der Höhe von 1.500 Euro soll es den Stipendiat_innen ermöglichen, frei von Akquise- und Gelddruck zu recherchieren. Der Betrag wird nach Fertigstellung des Beitrags ausgezahlt. Die Veröffentlichung kann gedruckt, online (gerne auch als Videoformat) oder im Hörfunk erfolgen.
Insgesamt werden sechs Stipendien vergeben, über deren Vergabe eine unabhängige Medien-Jury entscheidet. Die Jury besteht aus: Read the rest of this entry »
November 24th, 2020 |
Published in
Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen
Gestern ist das – erstmals online ausgetragene – Roma-Filmfestival „Ake Dikhea?“ (wir berichteten) mit einer live gestreamten Abschlussgala zu Ende gegangen, bei der die diesjährigen Preisträgerfilme bekannt gegeben wurden.
Sar sakova bersh, akale bersheski komisia – Katalin Barsony, Paul Dandos, Rebecca Heiler thay Lisa Smith – ka alosaren Mayshukar Filmi thay Maysuhkar Harno Filmi e festivalesko. Artistikuno thay teknikuno kualiteti khelela rola abokar kobar o socialuno thay politikuno impakti e filmengo. Vash maybut, e publika puqlola vash o gndipe: E Publikaki Poqin popale ka ajukarel vash olake vijayutne pe festivaleski shtarto edicia! Festivalesko Artistikuno Direktori Hamze Bytyçi ka phiravel poqinyengi ceremonia, koya ka sikavgyol live kotar Berlin club SO36. Gilavni, hramarni thay aktora Riah Knight, gilavno, performer thay aktori Lindy Larsson thay muzikantya Janko Lauenberger, Daniel Weltlinger thay Daniel Khan ka amalinen o ovipe e muzika.
Wie jedes Jahr bestimmt auch die diesjährige Festivaljury – Katalin Barsony, Paul Dandos, Rebecca Heiler und Lisa Smith – den „Besten Film“ sowie „Besten Kurzfilm“ des Festivals. Künstlerische und handwerkliche Qualität spielen dabei ebenso eine Rolle wie die gesellschaftliche und politische Wirkung der Filme. Read the rest of this entry »
November 22nd, 2020 |
Published in
Facts & Figures, Jugend & Bildung
1983 organisierte der Europarat erstmals ein Fortbildungsseminar für Lehrpersonen, die mit Romakindern arbeiten.
(Quelle)
November 21st, 2020 |
Published in
Literatur & Bücher
Am 21. November 2020 um 19 Uhr veranstaltet Romska Antidiskriminaciona Mreža, die serbische Schwesterorganisation des Roma Antidiscrimination Network (RAN) in Deutschland, ein Online-Event mit dem jungen Roma-Schriftsteller Meti Kamberi. Meti Kamberi (Website) hat seinen ersten Roman veröffentlicht: Grad Bola (Stadt der Schmerzen).
→Zur Online-Veranstaltung
Als kleines Kind überlebten Meti und sein Bruder durch Betteln auf den Straßen von Niš (Serbien). Sozialarbeiter brachten ihn mit vier Jahren in einer Pflegefamilie und schließlich in einem Heim unter. Er führte ein Leben am Abgrund, kämpfte, überlebte. Im Heim begann er an seinem autobiografischen Roman Grad Bola zu arbeiten. Als er volljährig wurde, musste er das Heim verlassen. Während er tagsüber zehn Stunden auf dem Bau arbeitete, hat er nachts an seinem Roman gearbeitet. Schließlich hat er ihn mit nur 19 Jahren veröffentlicht.
Read the rest of this entry »