Eröffnung des Festivals „Diaspora Europa“
Dezember 10th, 2020 | Published in Internet & Blogothek, Kunst & Fotografie, Musik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Eröffnung: „Diaspora Europa“ zum Tag der Menschenrechte
→Live-Stream, 10.12.2020, 18:30–19:20 Uhr
Am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, lädt das European Roma Institute for Arts and Culture (ERIAC) zusammen mit der Volksbühne Berlin zur Eröffnung des Festivals „Diaspora Europa“ und zur Verleihung des Deutsch-Französischen Preises für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeiteein. Aus der Volksbühne werden die Eröffnungsreden und eine Preview auf das „Sinti_ze Jazz“-Konzert live übertragen.
Diaspora Europa:
Online am 10.12.2020 und 27.01.2021. Kuratiert von Shelly Kupferberg und Tímea Junghaus, in Kooperation mit dem European Roma Institute for Arts and Culture e. V. (ERIAC)
Allesamt haben sie eine Geschichte in Europa und sind Teil und Kultur dieses Kontinents. Doch gleichermaßen vereinen sie auch Ausgrenzung, Differenzerfahrungen, Verklärung und Diffamierung: „Diaspora Europa“ vereint unterschiedliche zeitgenössische Perspektiven von Romnja und Roma, Sintezze und Sinti und Jüdinnen und Juden auf das Hier und Jetzt.
Ursprünglich zum 8. und 9. Maigeplant, sollte Diaspora Europa – gemeinsam mit dem Projekt „Die Ermittlung 2020“ nach Peter Weiss über den Auschwitz-Prozess in Frankfurt/Main – zu einer künstlerischen Auseinandersetzung anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung vom deutschen Nationalsozialismus und des Europa-Tages einladen. Wir sehen mit Erschrecken, wie schnell sich in einem krisenhaften Jahr wie 2020 alte, auch bereits totgeglaubte Vorurteile wie ein Gespenst in gesellschaftliche Diskurse mischen.
„Diaspora Europa“ legt den Fokus darauf, die Communities selbst dazu Stellung nehmen zu lassen, eigene Sichtweisen und Narrative in Bezug auf Europa und seine Geschichte zu präsentieren. Dafür haben die Journalistin Shelly Kupferberg und die Leiterin des European Roma Institute for Arts and Culture (ERIAC) Tímea Junghaus Künstler/innen unterschiedlichster Genres eingeladen, um ihre Arbeiten zu zeigen. Erinnerungserzählungen, Identitäten, Verortungen, Befragungen und Visionen zum Zusammenleben in Europa werden kaleidoskopartig in Form von Performances, Gesprächen und Musik präsentiert, zur Diskussion gestellt und letztlich zelebriert. Hier soll es darum gehen, Schnittmengen gemeinsamer Erfahrungen zu artikulieren und – rund um den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember sowie den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar – mit gemeinsamer Stimme in Vielfalt in einen Dialog mit dem Publikum zu treten.
Programm der Eröffung:
- Preview „Sinti_ze Jazz“: Jermaine Landsberger am Klavier
- Begrüßung und Einführung durch die Veranstalter/innen: Klaus Dörr, Direktor, Volksbühne Berlin, Shelly Kupferberg, Ko-Kuratorin, Journalistin und Moderatorin, Timea Junghaus, ERIAC
- Eröffnungsrede zur Einführung der deutschen Präsidentschaft des Europarates von Michael Roth, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt
- Rede von Snežana Samardžić-Marković, Generaldirektorin für Demokratie beim Europarat
- Preview „Sinti_ze Jazz“: Jermaine Landsberger am Klavier
- Verleihung des Deutsch-Französischen Preises für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit
- Rede von Dr. Bärbel Kofler, Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt
- Rede von Anne-Marie Descôtes, französische Botschafterin in Deutschland [tbc]
- Dankesrede des/der Preisträgers/Preisträgerin
- Preview „Sinti_ze Jazz“: Riah Knight
- Aufgenommen an diesem Tag auf der Bühne der Volksbühne:
- Rosenberg Trio, Sandro Roy & Jermaine Landsberger Trio feat. Giovanni Weiss, Lauenberger Quartett feat. Tayo.
„Sinti_ze Jazz“ ist eine kuratierte Auswahl der „Besten“ des Sinti-Jazz. Sie bringt die führenden Musiker/innen zusammen, die zeitgenössische und traditionelle Klänge aus verschiedenen Roma/Sinti-Gemeinschaften vermischen. Das in Berlin ansässige Jazzquartett von Janko Lauenberger interpretiert Stücke von Django Reinhardt und Stephane Grappelli im Geiste der 1930er Jahre. Das „Sandro Roy Quintett“ mit Jermaine Landsberger und Giovanni Weiss spielt eine einzigartige Kombination aus Klassik und Jazz mit traditionellen Gipsy-Klängen. Das weltberühmte „Rosenberg Trio“ kommt aus den Niederlanden. Inspiriert von Django Reinhardt erweitern sie ihr Oeuvre um Klassik, Pop und Bossa Nova im Gipsy-Swing-Stil. Auch die jungen und virtuosen Frauenstimmen der Berliner Roma-Jazzszene, die in Großbritannien geborene Riah Knight und die deutsch-nigerianische Afro-Sintezza Tayo Awosusi-Onutor, gehören zum Abendprogramm.
Das gesamte Konzert von „Sinti_ze Jazz“ wird am 27.01.2021 – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – auf der Website der Volksbühne übertragen und auf den ERIAC-Social-Media-Kanälen geteilt.
Mit freundlicher Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung. Die Roma-Komponenten des „Diaspora Europa Festivals“ werden vom European Roma Institute for Arts and Culture im Rahmen des Deutschen Vorsitzes im Ministerkomitee des Europarates kuratiert.
(Text: Diaspora Europa)