Facts & Figures (326)

November 19th, 2020  |  Published in Facts & Figures

In 51 % der kroatischen Roma-Haus­hal­te hat nicht je­de Per­son ein ei­ge­nes Bett. (UNDP 2011)

(Quelle)

ORF: Moša Šišic zu Gast bei „Stöckl“

November 18th, 2020  |  Published in Interview, Musik, Radio, Podcast & TV

Miša Šišic (Foto: www.mosa-sisic.at)Der Wiener Geiger Moša Šišic war in der ak­tu­el­len Aus­ga­be des ORF-Night­talks „Stöckl“ zu Gast bei Barbara Stöckl. Wei­te­re Gäste: die Ju­ris­tin und Ex-Po­li­ti­ke­rin Heide Schmidt, Ski­sprin­ge­rin Eva Pinkelnig und Ka­baret­tist Gunkl

→Nur noch kurz online verfügbar in der ORF-TVthek.

Moša Šišic (Website) entstammt einer serbischen Roma-Geiger­dy­nas­tie. Be­reits mit fünf Jahren er­lernte er von seinem Vater die ersten Takte auf der Geige, die bis heute seine gro­ße Liebe ge­blie­ben ist. Neben seinen inter­na­tio­na­len Erfolgen und Auf­tritten mit hei­mi­schen Größen wie Harri Stojka arbei­tet er auch in einem ganz boden­stän­di­gen Beruf: als Haus­meister be­treut er ein Haus in Wien-Ma­ria­hilf.

(Text: ORF)

Facts & Figures (325)

November 15th, 2020  |  Published in Facts & Figures

79 % der rumänischen Ro­ma-Haus­hal­te ver­fü­gen we­der über WC noch Bad oder Du­sche. (FRA 2016)

(Quelle)

O Rajko Đurić mulo

November 14th, 2020  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher

Rajko Đjurić (1947-2020) O ratschaskero schitiknojipe le alavendar

Me uscharv upro uferi la bara lenatar
Upro schitiknojipe le alavendar
Ando vojaschno than le egojismusistar
Upre tauchinel andar o paj
I vurclina andar o gendo trin
Prik o udud le tschonestar
O lek schukareder matscho karika cidel
O drom uso meripe mirinel
Trin ududane doriktscha le tschonestar
Ande mri jak
Trin fodri upre mro tschekat
Schitikno ol o alav
O drom uso meripe te dikel hi

Ando Burgenland-Romani o Josef Schmidt (dROMa) o prik be­scha­ri­pe kertscha.

Palo dugo pharo nasvalipe o Rajko Đurić ando 73ti bersch mulo. O Raj­ko Đurić an­do 3ti ok­to­be­ri 1947 ande Malo Orašje, Serbija, upro them alo taj ser­bitiko Ro­men­gero akti­vis­to, pisi­naschi taj po­li­tikeri sina.

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Facts & Figures (324)

November 13th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

In Nordmazedonien stieg der Anteil der mar­gi­na­li­sier­ten Ro­ma-Kin­der, die ge­trenn­te Schu­len be­su­chen, von 25 % (2011) auf 40 % (2017).

(Quelle/pdf)

Rajko Đjurić (1947–2020)

November 13th, 2020  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher

Rajko Đjurić (1947-2020)Die Morgendämmerung der Worte

Ich warte am Ufer des Flusses
Auf die Dämmerung der Worte
In der heiteren Landschaft der Selbstsucht
Taucht aus dem Wasser auf
Die Wurzel aus der Zahl drei
Um den Schein des Mondes
Kreist der schönste Fisch
Misst den Weg zum Tode
Drei Strahlen des Mondes
In meinem Auge
Drei Falten auf meiner Stirn
Es dämmert das Wort
Man sieht den Weg zum Tode.

Rajko Đjurić, geboren 1947, war einer der einflussreichs­ten Roma-In­tel­lek­tu­el­len. Đjurić war serbi­scher Rom und Lyriker, Pub­lizist, Wis­sen­schaft­ler und Roma-Ak­tivist, un­ter an­de­rem als Prä­sident der Inter­natio­nal Romani Union (IRU). Von 1991 bis 2002 lebte er im Exil in Berlin. Rajko Đjurić ver­starb am 2. No­vem­ber 2020 im Alter von 73 Jah­ren in Belgrad.

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Lindy. The Return of Little Light (Trailer)

November 12th, 2020  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Dokumentarfilm von Ida Persson Lännerberg, SWE 2019
Eröffnungsfilm des Roma-Filmfestivals „Ake Dikhea?“

Am 19.11.2020, 18 Uhr, online zu sehen
(→zum Stream)

Lindy Larsson wuchs in einer klei­nen Papier­müh­len-Stadt in Süd­schweden auf. Er wurde nie als der akzep­tiert, der er ist. Er war im­mer anders. Als kleiner Junge war er dünn, mädchen­haft und ohne Freunde. Er floh in eine Fan­tasie­welt und wurde zu der von ihm ge­schaf­fe­nen Superhelden­figur – Little Light –, einem Jun­gen, der Licht aus­strah­len konn­te. Lindy und seine Familie sind Roma-Tra­vel­lers, eine Min­der­heit, die seit dem 16. Jahr­hun­dert in Schweden lebt. Noch heute wer­den Roma-Tra­vellers von der schwe­dischen Gesell­schaft diskri­mi­niert und erleben Miss­brauch und struk­tu­rel­len Rassismus.

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dROMa 59: „Literatur | Literatura“

November 9th, 2020  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)  |  4 Comments

Themenheft LITERATUR | Temakeri heftlina LITERATURA: dROMa 59 (2-3/2020) Sommer/Herbst | Linaj/Terno dschend 2020
Themenheft Literatur | Temakeri heftlina Literatura

Download (PDF) | Inhalt

Ausstellungen, Filme, Bücher – mit dem aktuel­len künst­le­ri­schen und lite­rari­schen Schaf­fen von Roma und Romnja ist schon seit ge­raumer Zeit kaum noch Schritt zu halten. Für diese Aus­gabe haben wir uns daher ent­schlos­sen, uns wieder ein­mal dem Bereich der Literatur zu­zu­wenden. Das so ent­standene Themen­heft ver­eint völlig unter­schied­liche litera­ri­sche Genres. Den Auftakt macht ein Stück zeit­genössi­scher Kurzprosa von Jovan Nikolić („Fuge für Notenblatt, Bier und Fahrrad“), das als melan­cho­lisches, bier­seliges Zeit­dokument die Corona-Ära über­dauern wird, von der es be­rich­tet. Roman Urbaner stellt Ihnen Katharina Graf-Janoskas familien­bio­gra­fischen Er­in­ne­rungs­bandKriegsROMAn“ vor. Ein wuch­tiger Comic­roman aus der Feder Davide Reviatis („Dreimal spucken“) er­zählt vom Er­wachsen­werden und der Roma­feind­lich­keit in der italieni­schen Provinz. Als Hom­mage an unseren lieben Freund Ludwig Horvath, der uns in unserer Arbeit über Jahre tat­kräftig unter­stützt hat und der am 18. Juni ver­storben ist, haben wir ein von ihm er­zähl­tes Roma-Märchen aus dem Burgenland hervor­gekramt. Und auf der Heft­rück­seite prä­sentieren wir Ih­nen noch ein Ge­dicht Raj­ko Đju­rićs (1947–2020), das längst seinen Platz im Kanon der Roma-Li­teratur ge­fun­den hat.

Artschijiptscha, filmtscha, kenvi – le ak­tu­jeli kinst­le­ri­schi taj lite­ra­ri­schi keri­peha Ro­men­dar taj Rom­ni­jendar, sajt du­geder cajt, buter joma te like­rel nan. Va­schoda adale ardi­peha, papal le litera­tura­kere thanes­ke aun amen lijam. I afka ari ali tema­keri heft­lina min­den­felitike litera­rischi falati khetan phan­del. O kes­dipe kerel jek falato adive­sakera harna pro­satar le Jovan Nikolićistar („Pha­rajipe la noten­gera patra­ke, schejros­ke taj kerekoske“), savo ojs melan­cho­lischi, schejros­kero cajtakero doku­mento i corona­keri-cajt prik dschivla, sa­vatar phukal. O Roman Urbaner la Kathari­na Graf-Ja­nos­kakeri fa­milijakeri bijogra­fischi palgon­do­lini­peskeri ken­vaKriegsROMAn“, angle terdscha­rel. Read the rest of this entry »

4. Roma-Filmfestival Ake Dikhea?

November 8th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Film & Theater, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen  |  1 Comment

LINDY. THE RETURN OF LITTLE LIGHT von Ida Persson Lännerberg (© Chinema Film Sweden AB)Das Berliner Roma-Filmfestival geht – online – in die vier­te Runde: Das Fes­ti­val zeigt 17 Filme, darun­ter Kurz­filme, Doku­men­tar- und Spiel­filme.

Vom 19. bis zum 23. November 2020 laufen in der vier­ten Festi­val-Edi­tion 17 Filme, darun­ter Kurzfilme, Doku­men­tar- und Spielfilme. AKE DIKHEA? findet dabei das ers­te Mal online statt. Wie wich­tig die An­passung an die aktuel­len Bedin­gungen ist, be­tont auch der Schirm­herr des Festivals, Dr. Klaus Lederer, Bürger­meis­ter von Berlin und Se­nator für Kultur und Europa:

Gerade in Krisen­zeiten braucht unsere Gesell­schaft Zusammenhalt, das Aufeinanderzugehen, Sich-ge­gen­seitig-Zu­hören. Und es ist es­sen­tiell, dass gerade Er­fah­run­gen von Roma, LGBTIQ-Men­schen und an­deren oft an­gefein­de­ten Men­schen sicht­bar wer­den. Das AKE DIKHEA?-Film­fes­tival bietet dazu seit vier Jah­ren eine groß­artige Platt­form.

Dr. Klaus Lederer über AKE DIKHEA?

Intersektionalität, Feminismus und Rechte von LGBTIQ+

Der thematische Fokus der diesjährigen Festivalausgabe liegt auf Inter­sek­tiona­lität. Men­schen werden oft nicht nur wegen einer, sondern meh­rerer Identitäts­merk­male be­nachteiligt und damit auch mehr­fach diskri­miniert. Dem­ent­spre­chend ist es ein Anliegen von AKE DIKHEA?, Solida­rität zu zeigen und zu üben – quer durch margi­nali­sierte Gruppen.

Eröffnet wird das Festival mit dem Kurzfilm TRAVELLER PRIDE von Lisa Smith und der inter­natio­na­len Premiere des Dokumentar­films LINDY. THE RETURN OF LITTLE LIGHT (Do, 19.11., 18.00 Uhr). Regisseu­rin Ida Persson Lännerberg be­gleitet darin den Sänger und Schauspieler Lindy Larsson bei der Suche nach seiner eigenen Identität als einem in Südschweden auf­gewach­se­nen Roma-Traveller. Dabei wird auch auf seine Arbeit als queerer Per­formance­künstler ein­gegan­gen sowie die damit ver­bun­dene Aus­einander­setzung mit dem Zu­sam­men­hang von Authen­ti­zität, Wahrheit und Zeugen­schaft. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (323)

November 4th, 2020  |  Published in Facts & Figures

Sean Connery ent­stamm­te vä­ter­li­cher­seits einer Fa­mi­lie aus der Min­der­heit der Irish Tra­vel­lers („Tin­kers“).

(Quelle/Video)

Buch über NS-Geschichte von Gols

Oktober 31st, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

Roma aus Gols (Foto: ORF)In seinem Buch „NICHT SYSTEMKONFORM. Men­schen und Schicksale 1938–1945“ (mehr hier) ar­beitet der Hobby­historiker und Golser Fritz Radlspäck die Ge­schichte seiner bur­gen­ländi­schen Heimat­gemeinde Gols wäh­rend des Na­tional­sozialis­mus auf und er­in­nert an die Opfer­gruppen.

Schon früh wurde das Interesse von Fritz Radlspäck am National­sozialismus ge­weckt: Die Spuren­suche be­gann mit der Aus­einan­derset­zung mit der eige­nen Familien- und Orts­geschichte. Ge­rade in seiner Heimat­gemeinde gab es viele Opfer: Juden, Roma, Eutha­na­sie-Opfer, Wider­stands­kämpfer, poli­tisch Verfolgte und Deserteure. Die jah­re­lan­gen Recherchen und das Sam­meln von Quellen mün­deten letz­tlich in einem Buch.

Elf Romafamilien wurden deportiert

Vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten leb­ten elf Roma-Fa­milien in Gols. Sie alle wur­den deportiert und in ver­schie­dene Kon­zentra­tions­lager ver­schleppt – keine von ih­nen kehrte nach dem Krieg nach Gols zu­rück.

Ein Schicksal ist dem Autor besonders in Erinnerung geblie­ben: Die Ge­schichte des Golser Roms Michael Stojka, die stell­ver­tre­tend für so viele in jener Zeit steht. „Kurz nach­dem ein Kon­zentra­tions­lager ge­räumt wer­den musste, weil die Alliierten be­reits im An­rücken waren, sind sie noch einmal mit einem Zug de­portiert worden. Es hat den An­schein, dass dieser Herr Stojka dann auch ein Opfer wurde, vom so­ge­nann­ten Mas­sa­ker von Gardelegen (Anm.: in Sach­sen-An­halt, mehr hier). Da wur­den (u.a.) Roma in eine Scheune ge­sperrt und bei lebendi­gem Leib von der SA, der Hitler­jugend und der Schutzstaffel ver­brannt. Also das ist etwas, das mich ganz extrem mit­ge­nom­men hat“, so Radlspäck.

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Facts & Figures (322)

Oktober 26th, 2020  |  Published in Facts & Figures

In Irland und Nordirland ge­hen 11% al­ler To­des­fäl­le in der Min­der­heit der „Travel­lers“ auf Sui­zid zu­rück (AITHS 2012).

(Quelle/pdf)

Verschwundene Roma-Siedlungen im Burgenland

Oktober 24th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

„Einfach weg!“: Verschwundene Roma-Siedlungen im Burgenland. Eine Veranstaltung des Vereins GEDENKDIENST im Rahmen der Reihe „Geh Denken!“ im Republikanischen Club in Wien. Buchpräsentation und Vortrag von Gerhard Baumgartner, Historiker und wis­sen­schaft­li­cher Leiter des Doku­men­tations­archivs des öster­rei­chi­schen Widerstands (DÖW); Moderation: Sarah Knoll (Verein GEDENKDIENST).

Bis zu ihrer Zerstörung durch das NS-Regime bestan­den auf dem Gebiet des Burgen­lan­des etwa 120 Siedlungen von Roma und Romnja. Ihre histo­ri­schen Wurzeln reich­ten in zahl­rei­chen Fällen bis ins 18. Jahr­hundert zurück. Nur einige wenige dieser Sied­lun­gen sind heute noch existent. Im 2020 bei New Academic Press er­schie­ne­nen Buch von Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl wurden zahl­reiche histo­rische Bild­doku­mente und archivari­sche Quellen zu­sam­men­getra­gen, um die Gründung und Existenz dieser Siedlungen, das Schick­sal ihrer Be­woh­nerIn­nen, die Ver­folgung und Zer­störung zwi­schen 1938 und 1945 sowie die Situa­tion in der Nachkriegszeit zu do­ku­men­tie­ren. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (321)

Oktober 23rd, 2020  |  Published in Facts & Figures

Der finnische Beirat für Roma-An­ge­le­gen­hei­ten (Roma­nia­si­ain neuvot­te­lu­kunt), der dem So­zi­al­mi­nis­te­ri­um zu­ge­ord­net ist, be­steht seit 1956.

(Quelle)

„Die Roma-Gang“ („Shakira“)

Oktober 21st, 2020  |  Published in Film & Theater

ShakiraKurzfilm, Frankreich 2019, 25 Min.
Buch & Regie: Noémie Merlant
Mit Gimi-Nicolae Covaci, Catalina Danca
→Zum Streaming auf ARTE

„Shakira ist eine junge Roma-Frau. Sie will un­be­dingt einer Gang bei­tre­ten und Geld ver­dienen, da­mit ihre Fa­mi­lie sich die Miete leis­ten kann und nicht wieder zu­rück auf die Stra­ße muss.“
(Pro­gramm­info ARTE)

Ein empfehlenswerter, schöner, respektvoller kleiner Film aus Frankreich. Schade nur, dass auch diese Ge­schich­te sich dem Thema Roma und Migration im Kon­text von Kri­mi­na­li­tät nähert – und das sogar unter einem gänz­lich an­deren deut­schen Titel, der den Fokus von der Pro­ta­go­nis­tin Shakira (Catalina Danca) weg­be­wegt, um statt­dessen lie­ber das stereo­type Bild der „Zigeuner­kriminalität“ aufzurufen.

→Interview mit Noémie Merlant, Regisseurin von „Shakira“ (5 min)

(dROMa)

Veranstaltungsreihe „Geh Denken!“

Oktober 20th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft  |  1 Comment

Gedenkdienst„Geh Denken!“ in Wien: Roma/Romnja und Sinti/Sin­ti­ze – Ge­schich­te und Ge­gen­wart

Die Nationale Roma-Kontaktstelle macht in einer Aus­sen­dung auf eine Ver­an­stal­tungs­reihe des Vereins Gedenk­dienst auf­merk­sam. Im aktuel­len Semes­ter 2020/21 be­schäf­tigt sich die Reihe Geh Denken! – in Ko­operation mit dem Mauthausen-Ko­mi­tee Österreich – mit his­tori­schen und gegen­wärtigen Formen von Aus­grenzung und Ver­folgung von Sinti/Sin­tize und Ro­ma/Romnja. In der Pro­gramm­an­kün­digung heißt es:

Roma/Romnja und Sinti/Sintize leben seit Jahr­hun­der­ten in Europa, doch min­destens ge­nauso lange sind sie Dis­kri­minie­rung und Verfolgung aus­ge­setzt. Auch in Öster­reich sind Ressen­timents gegen diese Be­völkerungs­gruppe in Teilen der Gesell­schaft weit ver­brei­tet. Eine kritische Aus­einander­setzung mit den vor­handenen Vor­urteilen und des­sen Folgen kommt häufig zu kurz. In diesem Semes­ter be­schäftigt sich die Ver­anstaltungsreihe Geh Denken! deshalb mit histori­schen und aktuel­len Formen von Aus­gren­zung und Ver­folgung von Sinti/Sin­tize und Ro­ma/Romnja. Read the rest of this entry »

ESF-Projekt: Roma unter Generalverdacht

Oktober 19th, 2020  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Immer wieder Generalverdacht: Die bulgarische Polizei riegelte im Frühjahr ganze Roma-Viertel ab - obwohl damals keinerlei COVID-19-Fälle bekannt waren [Foto: Screenshot, TV Kanal 3 via Euractiv],Stigmatisierung von Roma: Ein offener Brief hinterfragt ESF-Pro­jekt zur Fort­bil­dung für Poli­zei in Bul­ga­rien

Die „Citizens for Democracy and Rule of Law Coalition“ ha­ben einen offe­nen Brief an die Kom­mission der Euro­päischen Union ge­schrie­ben. Bulgarien hat Geld aus dem Euro­päi­schen Sozialfonds (ESF) für ein vier­jäh­riges Projekt er­halten, durch das 480 Polizei­beamt/in­nen ge­schult wurden. Das Schu­lungs­pro­gramm nennt sich: „Früh­erken­nung von An­zeichen einer Ra­dika­lisie­rung mit Schwer­punkt Roma-Com­mu­nity (Psycho­logi­sche und ethno-kon­fes­sio­nelle Aspekte der Radi­kali­sierungs­prozesse unter den Roma-Com­muni­ties)“. Die Fort­bildung wurde beim Institut für Psycho­logie des Innen­minis­te­rium mit einem Budget von um­ge­rechnet etwas 1,7 Millio­nen Euro durch­geführt.

Der ESF soll „zur Bekämpfung von Diskriminierung aus Gründen des Ge­schlechts, der Rasse, der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Welt­anschau­ung bei­tragen … Der ESF sollte keine Maß­nah­men unter­stüt­zen, die zur Segregation oder zur sozia­len Aus­gren­zung bei­tragen“. Der offene Brief fordert die EU-Kom­mission auf, zu unter­suchen, ob die bulgari­schen Be­hörden gegen diese Grund­sätze ver­stoßen haben, als sie Gelder des ESF für Akti­vitäten ver­wendet haben, die auf die Iden­tifizie­rung und Ver­hinde­rung einer an­geb­lichen „Radi­kalisie­rung“ einer gan­zen ethnischen Com­munity, der Roma, ab­zielen.

Was mit „Radikalisierung“ genau gemeint ist, bleibt unklar. Die Ver­fasser/in­nen des offe­nen Briefes for­dern die EU-Kom­mission daher auf, das heraus­zu­finden. Auch nennt die Projekt­beschrei­bung kei­ne Gründe für die An­nahme, dass die Roma-Com­munity in Bulgarien für eine Radi­kali­sierung an­fällig sei. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (320)

Oktober 15th, 2020  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

1942 wurden 352 Ro­ma/Sin­ti im SS-Sam­mel­la­ger Dos­sin in Me­che­len in Belgien in­ter­niert. Von dort gin­gen die De­por­ta­tio­nen nach Auschwitz ab.

(Quelle)

IHRA-Arbeitsdefinition zu Antiziganismus

Oktober 14th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

IHRAUnter dem Vorsitz Deutschlands verabschiede­te die Inter­natio­nale Allianz zur Holo­caust-Er­in­ne­rung (IHRA) am 8. Ok­to­ber 2020 eine Arbeits­defi­ni­tion für Anti­ziga­nis­mus als spezi­fi­sche Form des Rassis­mus, die sich seit Jahr­hun­der­ten gegen Sinti und Roma rich­tet. Die Arbeits­defi­nition be­nennt zahl­reiche konkre­te Beispiele, wie Anti­ziganismus in der Gesell­schaft auf­tritt und wie dieser iden­ti­fi­ziert werden kann. Die voll­stän­dige Ar­beits­definition ist auf Deutsch und Englisch on­line ver­fügbar und wird ak­tuell in weite­re Sprachen übersetzt.

→IHRA Arbeitsdefinition Antiziganismus (deutsche Version, PDF)
→IHRA Working Definition on Antigypsyism (English version, PDF)

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, hebt die Be­deutung dieser Arbeits­defi­ni­tion hervor: „Die Inter­natio­nale Allianz zur Holo­caust-Er­inne­rung er­zielt einen wich­tigen Meilen­stein für die Ächtung von Anti­ziganis­mus in Europa. Jetzt sind die natio­nalen Regierungen auf­ge­fordert, diese Arbeits­defini­tion des Anti­ziganismus of­fi­ziell an­zu­erken­nen. Die Arbeits­definition soll öffent­liche Institu­tionen, ins­be­son­de­re die Justiz, Polizei und das Bildungs­wesen, wie auch die Medien sen­sibili­sieren und zur Iden­tifi­ka­tion von Hassrede und Hass­verbrechen die­nen.“

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In Prag entsteht neues Roma-Zentrum

Oktober 13th, 2020  |  Published in Einrichtungen

Entwurfsansicht des geplanten Roma-Zentrums in Prag (Bild: rommuz.cz)In Prag entsteht ein Zentrum für Ro­ma und Sin­ti. Es soll als Mu­se­um, aber auch als Kultur- und Be­geg­nungs­stät­te die­nen.

Das neue Zentrum soll seinen Besuchern die Roma-Ge­schichte er­zählen. Gleich­zeitig will es aber auch die gegen­wär­tige Stel­lung der Minder­heit und ihr Zu­sam­men­leben mit der Mehr­heits­ge­sell­schaft the­ma­tisie­ren. Es ist eine Zweig­stelle des Museums für Roma-Kultur, das sei­nen Sitz in Brno/Brünn hat. Jana Horváthová lei­tet das Haus: „Die Er­rich­tung des Zentrums geht auf den Wunsch der Holo­caust-Über­le­ben­den und ihrer Nach­kommen zu­rück. Sie hät­ten gern, dass eine Begeg­nungs- und Bil­dungs­stätte in Prag ent­steht. Also an einem Ort, an dem die Ein­heimi­schen zu­sam­men­treffen und auch viele Touristen aus dem In- und Ausland an­kommen.“

Die Idee stammt von Čeněk Růžička. Er ist der Vorsitzende des Aus­schus­ses für die Ent­schädi­gung der Opfer des Roma-Holo­causts: „Wir brau­chen solche Institu­tio­nen, die un­se­re schö­ne Tradition und die Ro­ma-Kul­tur prä­sen­tie­ren. Sie hat uns Jahr­hun­derte lang ge­holfen, in den Gesell­schaf­ten zu leben, die uns nicht positiv ge­neigt waren.“

Es wird sich um das erste Roma-Zentrum dieser Art in der Haupt­stadt han­deln. In einer Villa im Prager Stadtteil Dejvice ent­ste­hen ein Saal für 50 Besucher, ein Café und eine Galerie. Es solle eine Platt­form für die zeit­ge­nös­si­sche Kunst, Musik, Literatur, Theater und Film­vorstel­lun­gen sein und Pro­gram­me für Schulen an­bieten, sagt die Leiterin des Zentrums, Olga Vlčková.

Die Baukosten belaufen sich auf 45 Millionen Kronen (1,7 Mil­lio­nen Euro). Das Pro­jekt wird aus den nor­wegi­schen Fonds gefördert. Read the rest of this entry »