Verschwundene Roma-Siedlungen im Burgenland

Oktober 24th, 2020  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

„Einfach weg!“: Verschwundene Roma-Siedlungen im Burgenland. Eine Veranstaltung des Vereins GEDENKDIENST im Rahmen der Reihe „Geh Denken!“ im Republikanischen Club in Wien. Buchpräsentation und Vortrag von Gerhard Baumgartner, Historiker und wis­sen­schaft­li­cher Leiter des Doku­men­tations­archivs des öster­rei­chi­schen Widerstands (DÖW); Moderation: Sarah Knoll (Verein GEDENKDIENST).

Bis zu ihrer Zerstörung durch das NS-Regime bestan­den auf dem Gebiet des Burgen­lan­des etwa 120 Siedlungen von Roma und Romnja. Ihre histo­ri­schen Wurzeln reich­ten in zahl­rei­chen Fällen bis ins 18. Jahr­hundert zurück. Nur einige wenige dieser Sied­lun­gen sind heute noch existent. Im 2020 bei New Academic Press er­schie­ne­nen Buch von Gerhard Baumgartner und Herbert Brettl wurden zahl­reiche histo­rische Bild­doku­mente und archivari­sche Quellen zu­sam­men­getra­gen, um die Gründung und Existenz dieser Siedlungen, das Schick­sal ihrer Be­woh­nerIn­nen, die Ver­folgung und Zer­störung zwi­schen 1938 und 1945 sowie die Situa­tion in der Nachkriegszeit zu do­ku­men­tie­ren. Die Beschrei­bung der einzel­nen Roma­siedlun­gen spannt einen Bogen von den ersten historisch be­leg­baren Daten über die Verfolgung und Zerstörung wäh­rend der NS-Zeit bis zur Si­tua­tion der Überlebenden nach 1945. Die Doku­mentation ver­steht sich als Bei­trag zur burgen­ländi­schen Landesgeschichte, vor allem aber auch zur Lokalgeschichte der burgen­ländi­schen Gemeinden. Gleich­zeitig dokumen­tiert sie den öster­rei­chi­schen Teil der wenig bis gar nicht be­kannten Geschichte der mehr­heitlich sesshaf­ten Ro­ma-und-Romnja-Be­völ­ke­rung Mit­tel­europas.

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