In Prag entsteht neues Roma-Zentrum

Oktober 13th, 2020  |  Published in Einrichtungen

Entwurfsansicht des geplanten Roma-Zentrums in Prag (Bild: rommuz.cz)In Prag entsteht ein Zentrum für Ro­ma und Sin­ti. Es soll als Mu­se­um, aber auch als Kultur- und Be­geg­nungs­stät­te die­nen.

Das neue Zentrum soll seinen Besuchern die Roma-Ge­schichte er­zählen. Gleich­zeitig will es aber auch die gegen­wär­tige Stel­lung der Minder­heit und ihr Zu­sam­men­leben mit der Mehr­heits­ge­sell­schaft the­ma­tisie­ren. Es ist eine Zweig­stelle des Museums für Roma-Kultur, das sei­nen Sitz in Brno/Brünn hat. Jana Horváthová lei­tet das Haus: „Die Er­rich­tung des Zentrums geht auf den Wunsch der Holo­caust-Über­le­ben­den und ihrer Nach­kommen zu­rück. Sie hät­ten gern, dass eine Begeg­nungs- und Bil­dungs­stätte in Prag ent­steht. Also an einem Ort, an dem die Ein­heimi­schen zu­sam­men­treffen und auch viele Touristen aus dem In- und Ausland an­kommen.“

Die Idee stammt von Čeněk Růžička. Er ist der Vorsitzende des Aus­schus­ses für die Ent­schädi­gung der Opfer des Roma-Holo­causts: „Wir brau­chen solche Institu­tio­nen, die un­se­re schö­ne Tradition und die Ro­ma-Kul­tur prä­sen­tie­ren. Sie hat uns Jahr­hun­derte lang ge­holfen, in den Gesell­schaf­ten zu leben, die uns nicht positiv ge­neigt waren.“

Es wird sich um das erste Roma-Zentrum dieser Art in der Haupt­stadt han­deln. In einer Villa im Prager Stadtteil Dejvice ent­ste­hen ein Saal für 50 Besucher, ein Café und eine Galerie. Es solle eine Platt­form für die zeit­ge­nös­si­sche Kunst, Musik, Literatur, Theater und Film­vorstel­lun­gen sein und Pro­gram­me für Schulen an­bieten, sagt die Leiterin des Zentrums, Olga Vlčková.

Die Baukosten belaufen sich auf 45 Millionen Kronen (1,7 Mil­lio­nen Euro). Das Pro­jekt wird aus den nor­wegi­schen Fonds gefördert. Der Bot­schaf­ter Norwegens in Prag, Robert Kvile, sag­te an­lässlich der Prä­sentation der Pläne: „Wir wis­sen gut, dass die Roma-Min­der­heit sich mit gewis­sen Heraus­forderun­gen aus­einan­der­setzen muss. Auch in Norwegen lebt eine Roma-Min­der­heit, ob­wohl sie viel kleiner ist als die in Tschechien. Es freut uns zu­dem, dass dieses Pro­jekt im ‚Wergelon centr‘ einen Part­ner in Norwegen hat.“

Die Eröffnung des Zentrums für Roma und Sinti ist für den 1. März 2023 an­ge­setzt. Zur glei­chen Zeit wird auch mit der Eröffnung der Gedenk­stätte für die Opfer des Roma-Ho­lo­causts am Ort des ehe­ma­li­gen Kon­zentra­tions­lagers im süd­böhmischen Lety ge­rechnet (wir be­rich­te­ten).

(Text: M. Kachlí­ko­vá und E. Še­le­po­vá/Ra­dio Pra­ha)

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