IHRA-Arbeitsdefinition zu Antiziganismus

Oktober 14th, 2020  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

IHRAUnter dem Vorsitz Deutschlands verabschiede­te die Inter­natio­nale Allianz zur Holo­caust-Er­in­ne­rung (IHRA) am 8. Ok­to­ber 2020 eine Arbeits­defi­ni­tion für Anti­ziga­nis­mus als spezi­fi­sche Form des Rassis­mus, die sich seit Jahr­hun­der­ten gegen Sinti und Roma rich­tet. Die Arbeits­defi­nition be­nennt zahl­reiche konkre­te Beispiele, wie Anti­ziganismus in der Gesell­schaft auf­tritt und wie dieser iden­ti­fi­ziert werden kann. Die voll­stän­dige Ar­beits­definition ist auf Deutsch und Englisch on­line ver­fügbar und wird ak­tuell in weite­re Sprachen übersetzt.

→IHRA Arbeitsdefinition Antiziganismus (deutsche Version, PDF)
→IHRA Working Definition on Antigypsyism (English version, PDF)

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, hebt die Be­deutung dieser Arbeits­defi­ni­tion hervor: „Die Inter­natio­nale Allianz zur Holo­caust-Er­inne­rung er­zielt einen wich­tigen Meilen­stein für die Ächtung von Anti­ziganis­mus in Europa. Jetzt sind die natio­nalen Regierungen auf­ge­fordert, diese Arbeits­defini­tion des Anti­ziganismus of­fi­ziell an­zu­erken­nen. Die Arbeits­definition soll öffent­liche Institu­tionen, ins­be­son­de­re die Justiz, Polizei und das Bildungs­wesen, wie auch die Medien sen­sibili­sieren und zur Iden­tifi­ka­tion von Hassrede und Hass­verbrechen die­nen.“

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma würdigt die großen An­stren­gun­gen der Inter­nationa­len Allianz zur Holocaust-Er­innerung in den letzten Jahren, um An­erkennung, Forschung, Gedenken und Auf­klä­rung über den Holocaust an Sinti und Roma voran­zu­bringen.

„Die IHRA steht auch dafür, dass die internationale Gemein­schaft die Ver­antwor­tung für die Be­kämpfung der immer noch viru­lenten Gefahren, die urs­äch­lich für den Holocaust wa­ren, über­neh­men muss. Wir müs­sen heute eine sehr konkre­te und nach­drück­li­che Haltung gegen einen neuen Natio­na­lis­mus, gegen Anti­ziga­nis­mus, Antisemitismus und al­le For­men von Rassismus ein­nehmen. Das ist es, was wir vor dem Hinter­grund der Geschichte an die heu­tigen und zukünf­tigen Ge­nera­tionen wei­ter­geben müs­sen“, so Ro­mani Rose.

(Text: Zentralrat)

Comments are closed.