Recherche-Stipendium in Deutschland
November 26th, 2020 | Published in Einrichtungen, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
Das Deutsche Institut für Menschenrechte schreibt sechs Recherche-Stipendien zum Thema „Sinti_zze und Rom_nja in Deutschland“ aus. Das Institut will damit anregen, das Thema aus menschenrechtlicher Perspektive zu bearbeiten.
Die Bewerbung von Sinti/Sintizze und Roma/Romnja wird besonders begrüßt. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 21. Dez. 2020.
Wir geben im Folgenden die Ausschreibung in Auszügen wieder:
Ziel des Recherche-Stipendiums ist es, rassismuskritisches Schreiben im Journalismus zu fördern und eine besondere Sensibilität gegenüber Sinti_zze- und Rom_nja-bezogenen Themen zu schaffen, da diese bislang häufig fehlerhaft oder diskriminierend dargestellt werden. Das Stipendium ermöglicht den Journalist_innen eine fundierte und menschenrechtlich qualifizierte Berichterstattung.
Das Recherche-Stipendium des Deutschen Instituts für Menschenrechte richtet sich an alle (Nachwuchs-)Journalist_innen, die zum Thema Sint_izze und Rom_nja in Deutschland arbeiten möchten. Das Projekt wird durch die Stiftung EVZ gefördert und ist Teil einer umfassenden Kooperation mit RomaniPhen. Prämiert werden herausragende Recherchekonzepte für journalistische Beiträge. Ein Betrag in der Höhe von 1.500 Euro soll es den Stipendiat_innen ermöglichen, frei von Akquise- und Gelddruck zu recherchieren. Der Betrag wird nach Fertigstellung des Beitrags ausgezahlt. Die Veröffentlichung kann gedruckt, online (gerne auch als Videoformat) oder im Hörfunk erfolgen.
Insgesamt werden sechs Stipendien vergeben, über deren Vergabe eine unabhängige Medien-Jury entscheidet. Die Jury besteht aus:
- Gilda Horvath, Lovara Roma
- Prof. Dr. Elizabeta Jonuz, Universität zu Köln, Hochschule Hannover
- Mohamed Amjahid, freier Autor
- Sabine Seifert, taz
- Friederike Sittler, Deutschlandfunk Kultur
- Roxie Thiele-Dogan, IniRromnja
Um die Stipendien können sich Journalist_innen aus den Bereichen Print, Online und Hörfunk bewerben, die zum Thema Sint_izze und Rom_nja recherchieren und arbeiten wollen. Angesprochen sind Journalist_innen, die in Deutschland leben und arbeiten sowie in deutschsprachigen Medien publizieren. Bewerben können sich nur natürliche Personen (keine Firmen, Redaktionen, Medien usw.).
Die Teilnahme an einem zweitägigen Seminar zum Thema des Recherche-Stipendiums in Berlin ist ausdrücklich erwünscht. Dieses Seminar soll die Stipendiat_innen thematisch und menschenrechtlich sensibilisieren und ihnen Hilfestellungen im rassismuskritischen Schreiben geben. Zudem bietet das Treffen Vernetzungsmöglichkeiten und Raum, sich über die jeweiligen Rechercheprojekte auszutauschen. Die Kosten für Anreise und Übernachtung werden übernommen. Das Seminar findet an einem Wochenende im Februar statt. Sollte aufgrund der Corona-Pandemie eine Präsenzveranstaltung nicht möglich sein, so wird das Seminar digital stattfinden.
Nach der Ankündigung und dem Bewerbungsstart haben die Interessent_innen zehn Wochen Zeit, um ihr Recherchekonzept einzureichen. Die Jury wählt spätestens sechs Wochen nach Fristende die Stipendiat_innen aus. Im Anschluss an das Vorbereitungsseminar haben die Stipendiat_innen vier Monate Zeit, um ihren fertigen Beitrag einzureichen.
Das Deutsche Institut für Menschenrechte ist die unabhängige Nationale Menschenrechtsinstitution Deutschlands. Es ist gemäß den Pariser Prinzipien der Vereinten Nationen akkreditiert (A-Status). Zu den Aufgaben des Instituts gehören Politikberatung, Menschenrechtsbildung, Information und Dokumentation, anwendungsorientierte Forschung zu menschenrechtlichen Themen sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen. Es wird vom Deutschen Bundestag finanziert. Das Institut ist zudem mit dem Monitoring der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und der UN-Kinderrechtskonvention betraut worden und hat hierfür entsprechende Monitoring-Stellen eingerichtet.
(Text: Ausschreibung des Deutschen Instituts für Menschenrechte)