Archive for Juni, 2018

Themenheft zu „Antiziganismus“

Juni 29th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Themenheft AntiziganismusNeues Themenheft zu „Antiziganismus“ – Zeitschrift „Bürger & Staat“ liegt bei Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg vor

Die neue Ausgabe der Zeitschrift „Bürger & Staat“ (PDF), die bei der Landes­zentrale für poli­ti­sche Bildung Ba­den-Württem­berg (LpB) jetzt vor­liegt, be­han­delt das Thema An­ti­ziganis­mus aus viel­fälti­ger Per­spek­tive. Was darun­ter genau zu ver­ste­hen ist, er­läu­tert eine erste Ab­hand­lung zu Begriff, Er­schei­nungs­formen und Funk­tio­nen dieser Form des Rassismus. Er­in­nert wird an die Ver­fol­gung von Sinti und Roma in der NS-Zeit am Bei­spiel Mannheims. Zwei Bei­träge ge­hen dann auf die Bürger­rechts­bewe­gung der Sinti und Roma nach 1945 ein: so­wohl in Ba­den-Württem­berg als auch in Deutschland. Die Bil­dungs­situa­tion dieser Be­völ­kerungs­grup­pe kommt zur Sprache; ein histori­scher Über­blick zum „Anti­ziganis­mus in der Foto­grafie“ lässt sich als Ver­such be­greifen, die Tiefen­schich­ten des Se­hens auf „Zigeuner“ frei­zu­le­gen, die seit Jahr­hun­der­ten von Stereo­typen über­la­gert sind und sich ein­ge­prägt haben. Schließ­lich wird bei­spiel­haft berich­tet: ein kri­ti­scher Blick rich­tet sich dabei auf arbeits­markt­poli­ti­sche Roma-Pro­jekte aus EU-För­der­program­men. Dem­gegen­über steht ein „Mut ma­chen­des Bei­spiel aus Dörfern im Osten der Slowakei, wo Roma-Grup­pen in der Mehr­heit sind“. Ein Autor fragt: „’Siche­re Her­kunfts­länder’ – auch für Roma?“. Wei­tere Ab­handlun­gen setzen sich mit anti­ziga­nis­ti­schen Er­mitt­lungs­an­sätzen bei Polizei- und Si­cher­heits­behör­den in Baden-Württemberg und der po­li­ti­schen Bil­dungs­arbeit zum The­men­bereich aus­einan­der, so über den Um­gang mit dem „Bild des Fremden“. Read the rest of this entry »

Betteln in Tirol: Begegnungstreffen

Juni 27th, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Bettellobby: "We are the city together"-Grafik: Cordula HeinsEin Kooperationsprojekt von Radio FREIRAD und Bettellobby Tirol: Be­geg­nungs- und Aus­tausch­tref­fen mit bet­teln­den Men­schen in Inns­bruck

Aussendung der Bettellobby Tirol:
Monatlich laden wir Menschen, die in Tirol bet­teln, zu einem Tref­fen ein. Wir spre­chen da­bei ge­zielt notreisende Men­schen (ins­be­son­de­re Frauen) an, die mit be­son­de­rer Aus­gren­zung, Anti­ziganis­mus und staat­li­cher Re­pres­sion kon­fron­tiert sind. In einem ge­schütz­ten Rah­men gibt es die Mög­lich­keit für Be­geg­nung, ge­mein­sa­mes Kochen und Aus­tausch bei Essen und Musik. Wir bie­ten aber auch einen Ort, an dem man sich aus­ru­hen und ein­fach da sein kann. Uns inter­es­siert, wie es Men­schen, die betteln, hier in Österreich und in ihren Her­kunfts­län­dern geht. Bei Be­darf in­for­mie­ren wir über recht­liche Rahmen­bedin­gun­gen und Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te in Tirol. Die Ge­sprä­che wer­den dolmetsch­unter­stützt. FREIRAD un­ter­stützt das Pro­jekt mit den 2.000 Euro Preis­geld aus dem durch die Stadt Innsbruck ver­lie­he­nen Preis der Viel­falt 2017.

Vortrag – Film – Diskussion:
„Aus den Augen, aus dem Sinn? Armut und Betteln im öf­fent­li­chen Raum“, Do., 28. Juni 2018, 19:00 Uhr, Walther­park in St. Ni­ko­laus, Inns­bruck (bei Schlecht­wet­ter im John Mon­tagu, Höt­tin­ger­gas­se 7). Re­fe­ren­tin­nen: Erika Dekitsch & Elisabeth Hussl (Bet­tel­lob­by Ti­rol)

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Ukraine: Ein Toter bei bereits 5. Pogrom

Juni 25th, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Das verwüstete Lager in Lwiw (Foto: Ukrainische Polizei) In der Nähe von Lwiw (Lemberg) in der Westukraine wurde am Samstagabend, 23. Juni, bei einem rechtsextremen Angriff auf ein Roma-Camp ein 24-jähriger Rom getötet (hierhier und hier), vier weitere Camp­bewoh­ner wur­den ver­letzt. Laut An­gaben der Polizei waren die ver­mumm­ten An­grei­fer mit Base­ball­schlä­gern und Messern be­waff­net. Drei Per­so­nen, unter ihnen ein zehn­jähri­ges Kind, wur­den bei den Messer­attacken ver­letzt und in Kranken­häuser ge­bracht. Eine 30-jäh­rige Romni wur­de ver­letzt, als sie ihr Kind vor den An­grei­fern schützen woll­te. Für keinen der Ver­letzten be­steht Lebens­gefahr, zwei von ihnen konn­ten das Kran­ken­haus bereits wieder ver­las­sen. Sieben Per­so­nen, groß­teils 16- und 17-Jäh­rige aus der Ge­gend, wur­den fest­genom­men. Der mut­maß­li­che Or­gani­sator des Angriffs, ein 20-jäh­ri­ger Mann, wurde eben­falls fest­ge­nom­men. Der Bürger­meis­ter von Lwiw sicher­te den Roma in einer Stellung­nah­me Polizei­schutz zu. Den Ver­hafte­ten droht laut Polizei eine An­klage wegen vor­sätz­li­chen Mordes mit Grup­pen­orga­ni­sa­tion.

Es ist dies seit Ende April 2018 bereits der 5. Pogrom gegen die Roma-Be­völ­ke­rung in der Ukraine (wir be­rich­te­ten hier, hier und hier):
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Bis zum Ende der Welt

Juni 23rd, 2018  |  Published in Film & Theater, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Bis zum Ende der Welt (Bild: ARD Degeto/George Pauly)Regie: Matthias Tiefenbacher, Buch: Thorsten Näter
Spielfilm, 88 Min., Deutschland 2014

➜Film ansehen, noch verfügbar bis 30.6.2018

Einst war Maria Nikolai (Christiane Hörbiger) eine ge­fei­erte Musi­kerin. Vor 20 Jah­ren kam sie mit ihrem in­zwi­schen ver­stor­be­nen Mann nach Hamburg. Doch ihr früher nach­bar­schaft­lich ge­präg­tes Viertel droht sich all­mäh­lich in einen sozialen Brenn­punkt zu ver­wan­deln: In ihrem Haus ist Maria in­zwi­schen fast die ein­zi­ge Deutsche. Vor al­lem die große Roma-Fa­milie im obe­ren Stock­werk be­obach­tet sie mit Miss­trauen und voller Vor­urteile – dass sie selbst einst als bet­tel­arme ost­euro­päi­sche Migran­tin nach Deutschland kam, ist für sie etwas an­de­res. Ihr Ver­such, den un­gelieb­ten Nachbarn die Polizei auf den Hals zu hetzen, schlägt fehl. Die Kripo­beam­tin Susanne kennt die Res­sen­ti­ments gegen Roma nur zu gut – ihre eigene Roma-Her­kunft hält sie aus Angst vor Dis­krimi­nie­rung ge­heim.

Als eine rassistische Jugendclique einen bruta­len Überfall auf Marias Nach­barn verübt, ge­währt sie dem 16-jährigen Rom Bero (Samy Abdel Fattah) und seinen jün­ge­ren Geschwis­tern Zu­flucht in ihrer Woh­nung. Der beschei­den wir­ken­de Junge war ihr schon vor­her posi­tiv auf­gefal­len. Nun merkt sie durch Zufall, dass er ein außer­ordent­li­ches Musik­talent besitzt. Maria be­schließt, Bero priva­ten Musik­unterricht zu geben und ihn zum Vor­spielen am Kon­serva­to­rium an­zu­melden. Read the rest of this entry »

Ausstellung in Berlin-Lichtenberg

Juni 21st, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

ausgegrenztausgegrenzt – verfolgt – ermordet
Sinti und Roma in Lichtenberg 1933-1945

Eröffnung am 22. Juni 2018, 19 Uhr

Dem Völkermord der Nationalsozialisten fielen viele der in Lich­ten­berg le­ben­de Sinti und Roma zum Opfer. Das Zwangs­lager in Marzahn – da­mals Orts­teil von Lichten­berg – war der In­ter­nie­rungs­ort hun­der­ter in Berlin ver­haf­te­ter Men­schen. Un­zäh­lige von ihnen wur­den in Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager de­por­tiert. Einige wenige über­lebten. Stell­ver­tre­tend für viele Un­genann­te wer­den eini­ge Schick­sale vor­ge­stellt, die mit den his­tori­schen Vor­gängen im ehe­mali­gen Be­zirk Lichtenberg ver­bun­den sind.

Zur Eröffnung sprechen:
Begrüßung: Michael Grunst, Bezirksbürgermeister
Grußwort: Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V.
Einführung: Barbara Danckwortt, Kuratorin
Musik: Martin Weiss, Janko Lauenberger

Diese Ausstellung stellt die Ergebnisse einer mehr­jähri­gen Re­cher­che nach Zeug­nis­sen des Um­gangs mit der Minder­heit der Sinti und Roma in Lichten­berg vor, die seit Jahr­hun­der­ten in Deutschland le­ben. Hier­zu hat­ten die Ver­ordne­ten des Be­zirkes dem Museum 2014 den Auf­trag er­teilt.

Neue Erkenntnisse zu Schick­salen internier­ter und polizei­li­chen Maß­nahmen aus­gesetz­ter Men­schen in Ver­folgungs­einrich­tungen auf dem ehe­mali­gen Lichten­berger Bezirks­gebiet, wie dem Arbeits­haus Rummelsburg und dem Zwangs­lager Marzahn, konn­ten in his­tori­schen Quel­len er­schlos­sen wer­den. Mit diesen Orten ver­bunden sind die vor­ge­stell­ten Bio­gra­fien von Sinti und Roma, die Opfer ras­sis­tisch be­grün­de­ter Ver­fol­gung wurden. Sie waren von Zwangs­arbeit, Ein­griffen in die per­sönli­che und körper­liche Un­ver­sehrt­heit durch rassen­biolo­gische Unter­suchun­gen und Sterili­sation sowie von der Depor­ta­tion in Kon­zentra­tions- und Ver­nichtungs­lager der National­sozia­listen be­trof­fen. In den er­schlos­senen Dokumen­ten fin­den sich auch Hin­weise auf das aktive Handeln von Ver­antwort­li­chen der Lichten­ber­ger Verwaltung. Sie waren Er­fül­lungs­gehil­fen von zentra­len Institu­tio­nen, wie der Ber­liner Polizei und der „Ras­sen­hy­gie­ni­schen For­schungs­stelle“, von de­nen die syste­ma­tische Aus­gren­zung und Ver­fol­gung aus­ging.

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Wittgenstein-Preis für Ursula Hemetek

Juni 20th, 2018  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik, Wissenschaft

Ursula Hemetek (Foto: mdw/Doris Pitter)Roma-Service gratuliert der Wie­ner Ethno­mu­si­ko­lo­gin Ursula Hemetek zur Aus­zeich­nung mit dem Witt­gen­stein-Preis, dem wich­­tigs­­ten und höchst­do­tier­ten Wis­­sen­schafts­­preis in Ös­ter­reich.

mdw: Für ihre herausragenden Leistungen im Bereich Minderheiten­forschung in der Ethno­musi­ko­lo­gie erhält die Pro­fes­sorin und Instituts­lei­te­rin an der Uni­ver­sität für Musik und dar­stel­lende Kunst Wien (mdw) Ursula Hemetek die re­nom­mier­te wis­sen­schaft­li­che Aus­zeich­nung. Mit ihr erhält auch der Infor­ma­tiker und Mathe­ma­tiker Herbert Edelsbrunner (IST) den Wis­sen­schafts­preis.

Ursula Hemetek: „Ich finde es wunderbar, dass durch diesen Preis einer­seits das Fach Ethno­musiko­logie An­er­ken­nung fin­det, eben­so wie die For­schung zu Min­der­hei­ten in diesem Fach. Ich habe mich sehr früh in meiner Karriere dafür ent­schie­den, mich mit der Musik von mar­gina­li­sier­ten Gruppen zu be­schäf­ti­gen, und es wurde daraus ein Lebens­thema. Es ist ein gesell­schafts­poli­tisch re­le­van­tes Thema, denn es geht um Men­schen, die Dis­kriminie­rung er­fah­ren, und die Zusam­men­arbeit zwi­schen For­schen­den und Musi­zie­ren­den ist in der Ethno­musikologie durch die Metho­de der Feldforschung sehr eng. Die For­schung soll zur Schaf­fung einer ge­rech­te­ren Gesell­schaft mit den Mit­teln der Musik bei­tragen.“

Die Forschungsschwerpunkte von Ursula Hemetek sind Musik von Minderheiten in Österreich, ins­beson­dere Roma, bur­gen­ländi­sche KroatInnen, MigrantIn­nen und Flücht­linge. Applied ethno­musicology ist ein we­sent­li­cher metho­di­scher Ansatz.

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Anmerkungen zu Italiens Roma-Register

Juni 19th, 2018  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Roma-Camps dem Erdboden gleichmachen! Eines von vielen Wahlkampffotos, auf denen Salvini auf einem Caterpillar posiert (Foto: TuttoOggi)Italiens Innenminister Salvini von der Lega Nord, die seit Jahren mit scharfen rassistischen Kampagnen gegen Roma zu punkten versucht, hat angekündigt, die Roma-Population im Land in einer separaten Datenbank zu erfassen. Schon wieder.

Italien 2008
Denn schon vor zehn Jahren plante Berlusconis Innenminister Roberto Maroni (Lega Nord) eine Registrierung aller Roma – samt Erfassung der Fingerabdrücke der Kin­der. Internationale Proteste konnten den Plan damals – zumindest weitgehend – vereiteln. Nach Protesten u.a. von Europaparlament und OSZE erklärte die italienische Regierung Mitte Juli 2008, die Erfassung mit Fingerabdrücken einzustellen. Sogenannte Sonderkommissare in Roma, Mailand und Neapel führten dennoch eine – nunmehr fotografische – Erfassung der Roma durch. Die italienische Justiz erklärte diese systematische ethnische Registrierung (ebenfalls in den Camps lebende Nicht-Roma wurden nicht erfasst) schließlich 2013 für rechtswidrig.

Schweden und Frankreich
Ethnische Roma-Datenbanken wie in Italien gab es in den letzten Jahren allerdings in mehreren Ländern: in Schweden, wo bis 2013 ca. 4.000 – vorwiegend unbescholtene – Roma (auch Minderjährige) in einer geheimen Polizeikartei erfasst wurden; und in Frankreich, wo die Polizei bis Ende 2007 eine geheime Roma-Abstammungskartei samt DNA-Proben führte. In beiden Fällen handelte es sich um illegal angelegte und heimlich geführte Datenbanken der Polizei. Bei Salvinis Plänen in Italien hingegen geht es um die offizielle und offene Erfassung einer Ethnie, um Verfolgungsmaßnahmen vorzubereiten. Wenn Europa hier nicht einschreitet, wo dann?

„Zigeunerkartothek“
Für viele Roma werden bei solchen polizeilichen Maßnahmen Erinnerungen an frühere Registrierungen wach: So wurden etwa die burgenländischen Roma in den späten 1920er und in den 1930er Jahren – von den österreichischen Behörden und noch vor dem „Anschluss“ 1938 – systematisch erfasst.  Read the rest of this entry »

Italien will Roma registrieren

Juni 19th, 2018  |  Published in Politik, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Roma-Camp in Rom (Foto: Ö1)Italiens neuer Innenminister Salvini von der Lega Nord will Roma zählen lassen

Radio Dreyeckland | Focus Europa, 19.6.2018

Ganz nach dem Geschmack seiner rechtsradikalen Partei hat der italie­ni­sche Innen­minis­ter Matteo Salvini an­ge­kün­digt, eine Zählung der im Land leben­den Sinti und Roma durch­führen las­sen zu wol­len. Salvini er­klärte, er wolle wis­sen, „wer, wie und wie viele sie sind“. Eine Zäh­lung er­mög­liche zudem die Ausweisung sich ille­gal im Land be­find­li­cher Aus­länder. Die­jeni­gen mit italieni­schem Pass müsse man, so Salvini wei­ter, „unglück­licher­weise be­halten“.

Salvini behauptete nach vehementer Kritik in der Presse zu­dem, es gehe ja gar nicht um Dis­krimi­nie­rung einzel­ner An­gehöri­ger der Roma-Min­der­heit. Statt­dessen griff er auf das Stereotyp der steh­len­den Roma zurück und be­haup­tete, er wolle sich um die Kinder kümmern, die von ihren Familien zum Klauen ge­zwun­gen würden. Ob die An­kün­di­gung nicht vor allem die Stim­mung gegen die Minder­heit an­heizen will, ohne über­haupt durch­setz­bar zu sein, ist offen. (Anm. d. dROMa-Red.: Bereits 2008 scheiterte ein solcher Vorstoß an internationalen Protesten.) Read the rest of this entry »

Urbane Lebenswelten von Roma (2016)

Juni 18th, 2018  |  Published in Politik, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte


dérive – Radio für Stadtforschung
Erstausstrahlung. 5.7.2016 auf Radio Orange 94.0
MP3, 320 kbps | 61,80 MB (CC NC-ND)

Roma werden in Europa seit Jahrhunder­ten aus­ge­grenzt, dis­krimi­niert und stigma­tisiert, in unse­rem Alltag spielt diese be­schä­mende Tat­sache trotz­dem kaum eine Rolle. Auch für die Stadt­for­schung ge­nießt das Thema kei­nes­wegs Prio­ri­tät – ganz im Gegen­teil. Die Stadtplanerin und -for­sche­rin Anna Kokalanova hat für die Som­mer­aus­gabe 2016 von dérive – Zeit­schrift für Stadtforschung ei­nen Schwer­punkt zum The­ma »Urbane Lebens­welten von Roma« zu­sam­men­ge­stellt. Im Gespräch mit Radio dérive spricht Kokalanova über die chan­gie­ren­den Bilder von Roma von un­er­wünsch­ten Bür­gern zwei­ter Klasse, die ver­folgt und aus­gegrenzt wer­den, zu exoti­schen Fremden, von de­ren Musik man fas­zi­niert ist und de­ren Lebens­freude man be­wun­dert. Ak­tuel­les Thema ihrer For­schung sind An­kom­mens­räume von Roma in Städten wie Berlin und so­mit die Frage des Zu­gangs zu Wohnraum – und auch hier wie­der Segregation und Ver­trei­bung. Ein im­mer wieder­keh­ren­der Aspekt ist die Nicht­anerken­nung von Rechten als Staats- und EU-Bürger.

dérive 64 Urbane Lebenswelten von Roma, Juli 2016

Musik: Azis, Churulike | Šaban Bajramović, Djelem, djelem
Redaktion: Elke Rauth, Christoph Laimer | Signation: Bernhard Gal

(Text und Sendung: cba.fro.at)

Heftübersicht, dérive 46 (Schwerpunkt):

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Heute & morgen: „Roma Armee“ in Wien

Juni 16th, 2018  |  Published in Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen

»Die Gemeinschaft der europäischen Völker zer­brach, als – und weil – sie den Aus­schluss und die Ver­fol­gung seines schwächs­ten Mit­glieds zu­ließ.« (Hannah Arendt)

Sa. 16. Juni & So. 17. Juni 2018, 20 Uhr
„Roma Armee“ im Volkstheater, Wien

Zu sehen ist die Produktion des Berliner „Gorki Theaters“ im Rahmen des Roma-Kultur­festivals „E Bistarde | Vergiss mein nicht“.