Juni 29th, 2018 |
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Einrichtungen, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Neues Themenheft zu „Antiziganismus“ – Zeitschrift „Bürger & Staat“ liegt bei Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg vor
Die neue Ausgabe der Zeitschrift „Bürger & Staat“ (PDF), die bei der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (LpB) jetzt vorliegt, behandelt das Thema Antiziganismus aus vielfältiger Perspektive. Was darunter genau zu verstehen ist, erläutert eine erste Abhandlung zu Begriff, Erscheinungsformen und Funktionen dieser Form des Rassismus. Erinnert wird an die Verfolgung von Sinti und Roma in der NS-Zeit am Beispiel Mannheims. Zwei Beiträge gehen dann auf die Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma nach 1945 ein: sowohl in Baden-Württemberg als auch in Deutschland. Die Bildungssituation dieser Bevölkerungsgruppe kommt zur Sprache; ein historischer Überblick zum „Antiziganismus in der Fotografie“ lässt sich als Versuch begreifen, die Tiefenschichten des Sehens auf „Zigeuner“ freizulegen, die seit Jahrhunderten von Stereotypen überlagert sind und sich eingeprägt haben. Schließlich wird beispielhaft berichtet: ein kritischer Blick richtet sich dabei auf arbeitsmarktpolitische Roma-Projekte aus EU-Förderprogrammen. Demgegenüber steht ein „Mut machendes Beispiel aus Dörfern im Osten der Slowakei, wo Roma-Gruppen in der Mehrheit sind“. Ein Autor fragt: „’Sichere Herkunftsländer’ – auch für Roma?“. Weitere Abhandlungen setzen sich mit antiziganistischen Ermittlungsansätzen bei Polizei- und Sicherheitsbehörden in Baden-Württemberg und der politischen Bildungsarbeit zum Themenbereich auseinander, so über den Umgang mit dem „Bild des Fremden“. Read the rest of this entry »
Juni 27th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ein Kooperationsprojekt von Radio FREIRAD und Bettellobby Tirol: Begegnungs- und Austauschtreffen mit bettelnden Menschen in Innsbruck
Aussendung der Bettellobby Tirol:
Monatlich laden wir Menschen, die in Tirol betteln, zu einem Treffen ein. Wir sprechen dabei gezielt notreisende Menschen (insbesondere Frauen) an, die mit besonderer Ausgrenzung, Antiziganismus und staatlicher Repression konfrontiert sind. In einem geschützten Rahmen gibt es die Möglichkeit für Begegnung, gemeinsames Kochen und Austausch bei Essen und Musik. Wir bieten aber auch einen Ort, an dem man sich ausruhen und einfach da sein kann. Uns interessiert, wie es Menschen, die betteln, hier in Österreich und in ihren Herkunftsländern geht. Bei Bedarf informieren wir über rechtliche Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote in Tirol. Die Gespräche werden dolmetschunterstützt. FREIRAD unterstützt das Projekt mit den 2.000 Euro Preisgeld aus dem durch die Stadt Innsbruck verliehenen Preis der Vielfalt 2017.
Vortrag – Film – Diskussion:
„Aus den Augen, aus dem Sinn? Armut und Betteln im öffentlichen Raum“, Do., 28. Juni 2018, 19:00 Uhr, Waltherpark in St. Nikolaus, Innsbruck (bei Schlechtwetter im John Montagu, Höttingergasse 7). Referentinnen: Erika Dekitsch & Elisabeth Hussl (Bettellobby Tirol)
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Juni 25th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte
In der Nähe von Lwiw (Lemberg) in der Westukraine wurde am Samstagabend, 23. Juni, bei einem rechtsextremen Angriff auf ein Roma-Camp ein 24-jähriger Rom getötet (hier, hier und hier), vier weitere Campbewohner wurden verletzt. Laut Angaben der Polizei waren die vermummten Angreifer mit Baseballschlägern und Messern bewaffnet. Drei Personen, unter ihnen ein zehnjähriges Kind, wurden bei den Messerattacken verletzt und in Krankenhäuser gebracht. Eine 30-jährige Romni wurde verletzt, als sie ihr Kind vor den Angreifern schützen wollte. Für keinen der Verletzten besteht Lebensgefahr, zwei von ihnen konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Sieben Personen, großteils 16- und 17-Jährige aus der Gegend, wurden festgenommen. Der mutmaßliche Organisator des Angriffs, ein 20-jähriger Mann, wurde ebenfalls festgenommen. Der Bürgermeister von Lwiw sicherte den Roma in einer Stellungnahme Polizeischutz zu. Den Verhafteten droht laut Polizei eine Anklage wegen vorsätzlichen Mordes mit Gruppenorganisation.
Es ist dies seit Ende April 2018 bereits der 5. Pogrom gegen die Roma-Bevölkerung in der Ukraine (wir berichteten hier, hier und hier):
- In der Nacht zum 21. April 2018 überfielen Mitglieder der rechtsextremen Organisation „C14“ („S14“) ein Roma-Camp im Park Lysaja Gora bei Kiew (mehr hier und hier). Der Besitz der Menschen wurde zerstört und mehrere Zelte niedergebrannt. In einem Internet-Video ist zu sehen, wie maskierte Männer die Roma – unter ihnen viele Kinder – mit Steinen und Reizgas jagen. Die Polizei stritt den Vorfall zunächst ab und weigerte sich Ermittlungen aufzunehmen.
- In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 2018 brannten etwa 30 maskierte Männer die Unterkünfte einer Roma-Siedlung in der Region Lwiw (Lemberg) nieder und verprügelten die Bewohner (mehr hier und hier). Die Polizei ermittelte lediglich wegen „groben Unfugs“.
- Am 22. Mai 2018 überfielen 20 Neonazis mit Schusswaffen einen Roma-Tabor mit sieben Erwachsenen und rund 30 Kindern im westukrainischen Ternopil. Bei den Angreifern handelte es sich zum Teil um Jugendliche (mehr hier).
- Am 7. Juni 2018 überfielen rund zwei Dutzend Mitglieder der paramilitärischen „Nationalna Druzyna“, die von Veteranen der Azov-Miliz gebildet wurde, mit Sturmhauben, Äxten und Vorschlaghämmern ein Roma-Camp im Kiewer Holosiwskyi-Park. Der Pogrom wurde live auf Facebook übertragen, ohne dass die Polizei einschritt. Abermals sprach die Polizei nur von „grobem Unfug“ (mehr hier und hier).
(Roman Urbaner/dROMa)
Juni 23rd, 2018 |
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Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Regie: Matthias Tiefenbacher, Buch: Thorsten Näter
Spielfilm, 88 Min., Deutschland 2014
➜Film ansehen, noch verfügbar bis 30.6.2018
Einst war Maria Nikolai (Christiane Hörbiger) eine gefeierte Musikerin. Vor 20 Jahren kam sie mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann nach Hamburg. Doch ihr früher nachbarschaftlich geprägtes Viertel droht sich allmählich in einen sozialen Brennpunkt zu verwandeln: In ihrem Haus ist Maria inzwischen fast die einzige Deutsche. Vor allem die große Roma-Familie im oberen Stockwerk beobachtet sie mit Misstrauen und voller Vorurteile – dass sie selbst einst als bettelarme osteuropäische Migrantin nach Deutschland kam, ist für sie etwas anderes. Ihr Versuch, den ungeliebten Nachbarn die Polizei auf den Hals zu hetzen, schlägt fehl. Die Kripobeamtin Susanne kennt die Ressentiments gegen Roma nur zu gut – ihre eigene Roma-Herkunft hält sie aus Angst vor Diskriminierung geheim.
Als eine rassistische Jugendclique einen brutalen Überfall auf Marias Nachbarn verübt, gewährt sie dem 16-jährigen Rom Bero (Samy Abdel Fattah) und seinen jüngeren Geschwistern Zuflucht in ihrer Wohnung. Der bescheiden wirkende Junge war ihr schon vorher positiv aufgefallen. Nun merkt sie durch Zufall, dass er ein außerordentliches Musiktalent besitzt. Maria beschließt, Bero privaten Musikunterricht zu geben und ihn zum Vorspielen am Konservatorium anzumelden. Read the rest of this entry »
Juni 21st, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
ausgegrenzt – verfolgt – ermordet
Sinti und Roma in Lichtenberg 1933-1945
Eröffnung am 22. Juni 2018, 19 Uhr
Dem Völkermord der Nationalsozialisten fielen viele der in Lichtenberg lebende Sinti und Roma zum Opfer. Das Zwangslager in Marzahn – damals Ortsteil von Lichtenberg – war der Internierungsort hunderter in Berlin verhafteter Menschen. Unzählige von ihnen wurden in Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Einige wenige überlebten. Stellvertretend für viele Ungenannte werden einige Schicksale vorgestellt, die mit den historischen Vorgängen im ehemaligen Bezirk Lichtenberg verbunden sind.
Zur Eröffnung sprechen:
Begrüßung: Michael Grunst, Bezirksbürgermeister
Grußwort: Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V.
Einführung: Barbara Danckwortt, Kuratorin
Musik: Martin Weiss, Janko Lauenberger
Diese Ausstellung stellt die Ergebnisse einer mehrjährigen Recherche nach Zeugnissen des Umgangs mit der Minderheit der Sinti und Roma in Lichtenberg vor, die seit Jahrhunderten in Deutschland leben. Hierzu hatten die Verordneten des Bezirkes dem Museum 2014 den Auftrag erteilt.
Neue Erkenntnisse zu Schicksalen internierter und polizeilichen Maßnahmen ausgesetzter Menschen in Verfolgungseinrichtungen auf dem ehemaligen Lichtenberger Bezirksgebiet, wie dem Arbeitshaus Rummelsburg und dem Zwangslager Marzahn, konnten in historischen Quellen erschlossen werden. Mit diesen Orten verbunden sind die vorgestellten Biografien von Sinti und Roma, die Opfer rassistisch begründeter Verfolgung wurden. Sie waren von Zwangsarbeit, Eingriffen in die persönliche und körperliche Unversehrtheit durch rassenbiologische Untersuchungen und Sterilisation sowie von der Deportation in Konzentrations- und Vernichtungslager der Nationalsozialisten betroffen. In den erschlossenen Dokumenten finden sich auch Hinweise auf das aktive Handeln von Verantwortlichen der Lichtenberger Verwaltung. Sie waren Erfüllungsgehilfen von zentralen Institutionen, wie der Berliner Polizei und der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“, von denen die systematische Ausgrenzung und Verfolgung ausging.
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Juni 20th, 2018 |
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Ehrungen & Nachrufe, Musik, Wissenschaft
Roma-Service gratuliert der Wiener Ethnomusikologin Ursula Hemetek zur Auszeichnung mit dem Wittgenstein-Preis, dem wichtigsten und höchstdotierten Wissenschaftspreis in Österreich.
mdw: Für ihre herausragenden Leistungen im Bereich Minderheitenforschung in der Ethnomusikologie erhält die Professorin und Institutsleiterin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) Ursula Hemetek die renommierte wissenschaftliche Auszeichnung. Mit ihr erhält auch der Informatiker und Mathematiker Herbert Edelsbrunner (IST) den Wissenschaftspreis.
Ursula Hemetek: „Ich finde es wunderbar, dass durch diesen Preis einerseits das Fach Ethnomusikologie Anerkennung findet, ebenso wie die Forschung zu Minderheiten in diesem Fach. Ich habe mich sehr früh in meiner Karriere dafür entschieden, mich mit der Musik von marginalisierten Gruppen zu beschäftigen, und es wurde daraus ein Lebensthema. Es ist ein gesellschaftspolitisch relevantes Thema, denn es geht um Menschen, die Diskriminierung erfahren, und die Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Musizierenden ist in der Ethnomusikologie durch die Methode der Feldforschung sehr eng. Die Forschung soll zur Schaffung einer gerechteren Gesellschaft mit den Mitteln der Musik beitragen.“
Die Forschungsschwerpunkte von Ursula Hemetek sind Musik von Minderheiten in Österreich, insbesondere Roma, burgenländische KroatInnen, MigrantInnen und Flüchtlinge. Applied ethnomusicology ist ein wesentlicher methodischer Ansatz.
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Juni 19th, 2018 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Italiens Innenminister Salvini von der Lega Nord, die seit Jahren mit scharfen rassistischen Kampagnen gegen Roma zu punkten versucht, hat angekündigt, die Roma-Population im Land in einer separaten Datenbank zu erfassen. Schon wieder.
Italien 2008
Denn schon vor zehn Jahren plante Berlusconis Innenminister Roberto Maroni (Lega Nord) eine Registrierung aller Roma – samt Erfassung der Fingerabdrücke der Kinder. Internationale Proteste konnten den Plan damals – zumindest weitgehend – vereiteln. Nach Protesten u.a. von Europaparlament und OSZE erklärte die italienische Regierung Mitte Juli 2008, die Erfassung mit Fingerabdrücken einzustellen. Sogenannte Sonderkommissare in Roma, Mailand und Neapel führten dennoch eine – nunmehr fotografische – Erfassung der Roma durch. Die italienische Justiz erklärte diese systematische ethnische Registrierung (ebenfalls in den Camps lebende Nicht-Roma wurden nicht erfasst) schließlich 2013 für rechtswidrig.
Schweden und Frankreich
Ethnische Roma-Datenbanken wie in Italien gab es in den letzten Jahren allerdings in mehreren Ländern: in Schweden, wo bis 2013 ca. 4.000 – vorwiegend unbescholtene – Roma (auch Minderjährige) in einer geheimen Polizeikartei erfasst wurden; und in Frankreich, wo die Polizei bis Ende 2007 eine geheime Roma-Abstammungskartei samt DNA-Proben führte. In beiden Fällen handelte es sich um illegal angelegte und heimlich geführte Datenbanken der Polizei. Bei Salvinis Plänen in Italien hingegen geht es um die offizielle und offene Erfassung einer Ethnie, um Verfolgungsmaßnahmen vorzubereiten. Wenn Europa hier nicht einschreitet, wo dann?
„Zigeunerkartothek“
Für viele Roma werden bei solchen polizeilichen Maßnahmen Erinnerungen an frühere Registrierungen wach: So wurden etwa die burgenländischen Roma in den späten 1920er und in den 1930er Jahren – von den österreichischen Behörden und noch vor dem „Anschluss“ 1938 – systematisch erfasst. Read the rest of this entry »
Juni 19th, 2018 |
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Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Italiens neuer Innenminister Salvini von der Lega Nord will Roma zählen lassen
Radio Dreyeckland | Focus Europa, 19.6.2018
Ganz nach dem Geschmack seiner rechtsradikalen Partei hat der italienische Innenminister Matteo Salvini angekündigt, eine Zählung der im Land lebenden Sinti und Roma durchführen lassen zu wollen. Salvini erklärte, er wolle wissen, „wer, wie und wie viele sie sind“. Eine Zählung ermögliche zudem die Ausweisung sich illegal im Land befindlicher Ausländer. Diejenigen mit italienischem Pass müsse man, so Salvini weiter, „unglücklicherweise behalten“.
Salvini behauptete nach vehementer Kritik in der Presse zudem, es gehe ja gar nicht um Diskriminierung einzelner Angehöriger der Roma-Minderheit. Stattdessen griff er auf das Stereotyp der stehlenden Roma zurück und behauptete, er wolle sich um die Kinder kümmern, die von ihren Familien zum Klauen gezwungen würden. Ob die Ankündigung nicht vor allem die Stimmung gegen die Minderheit anheizen will, ohne überhaupt durchsetzbar zu sein, ist offen. (Anm. d. dROMa-Red.: Bereits 2008 scheiterte ein solcher Vorstoß an internationalen Protesten.) Read the rest of this entry »
Juni 18th, 2018 |
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Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
dérive – Radio für Stadtforschung
Erstausstrahlung. 5.7.2016 auf Radio Orange 94.0
MP3, 320 kbps | 61,80 MB (CC NC-ND)
Roma werden in Europa seit Jahrhunderten ausgegrenzt, diskriminiert und stigmatisiert, in unserem Alltag spielt diese beschämende Tatsache trotzdem kaum eine Rolle. Auch für die Stadtforschung genießt das Thema keineswegs Priorität – ganz im Gegenteil. Die Stadtplanerin und -forscherin Anna Kokalanova hat für die Sommerausgabe 2016 von dérive – Zeitschrift für Stadtforschung einen Schwerpunkt zum Thema »Urbane Lebenswelten von Roma« zusammengestellt. Im Gespräch mit Radio dérive spricht Kokalanova über die changierenden Bilder von Roma von unerwünschten Bürgern zweiter Klasse, die verfolgt und ausgegrenzt werden, zu exotischen Fremden, von deren Musik man fasziniert ist und deren Lebensfreude man bewundert. Aktuelles Thema ihrer Forschung sind Ankommensräume von Roma in Städten wie Berlin und somit die Frage des Zugangs zu Wohnraum – und auch hier wieder Segregation und Vertreibung. Ein immer wiederkehrender Aspekt ist die Nichtanerkennung von Rechten als Staats- und EU-Bürger.
dérive 64 Urbane Lebenswelten von Roma, Juli 2016
Musik: Azis, Churulike | Šaban Bajramović, Djelem, djelem
Redaktion: Elke Rauth, Christoph Laimer | Signation: Bernhard Gal
(Text und Sendung: cba.fro.at)
Heftübersicht, dérive 46 (Schwerpunkt):
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Juni 16th, 2018 |
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Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen
»Die Gemeinschaft der europäischen Völker zerbrach, als – und weil – sie den Ausschluss und die Verfolgung seines schwächsten Mitglieds zuließ.«
(Hannah Arendt)
Sa. 16. Juni & So. 17. Juni 2018, 20 Uhr
„Roma Armee“ im Volkstheater, Wien
Zu sehen ist die Produktion des Berliner „Gorki Theaters“ im Rahmen des Roma-Kulturfestivals „E Bistarde | Vergiss mein nicht“.
Juni 15th, 2018 |
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Musik, Radio, Podcast & TV
Roma-Jazz und was daraus wurde
Eigenklang – Die Sendung des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie
Gestaltung: Gregor A. Groemmer, Nikolaus Fennes
MP3, 320 kbps, 123,02 MB (CC BY-ND)
Erstausstrahlung: 26. April 2010 | Orange 94.0
Die Wurzeln des Jazz Manouche sind vielfältig. Und so muss gerade bei jenen Manouche-Gitarristen, die nach Django Reinhardt tätig wurden, erheblich differenziert werden, weil sie sich von einander in Stil und Farbe unterscheiden. Die neue Eigenklang-Sendung stellt diesen in den 30er Jahren durch Django Reinhardt weltberühmt gemachten Stil des Jazz in den Mittelpunkt, in dem die Gitarre erstmals in der Geschichte des europäischen Kontinents eine so prominente Rolle spielt. Die typischsten Vertreter des Jazz Manouche kommen aus Frankreich und Belgien. Read the rest of this entry »
Juni 13th, 2018 |
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Internet & Blogothek
Mit ihrer Website «Schweizer Fahrende in Geschichte und Gegenwart» möchte die Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende die Kenntnisse über die Schweizer Fahrenden verbessern, die oft Vorurteilen begegnen und deren Lebensweise nach wie vor bedroht ist.
Den Kern der dreisprachigen Website bilden Themenbeiträge zur Geschichte und zum Leben der Fahrenden. Bilder, Film- und Tondokumente veranschaulichen und ergänzen die von Expertinnen und Experten verfassten Texte. Erläuterungen zu Begriffen wie Zigeuner, Fahrende, Roma, Sinti und Jenische gevben Aufschluss zu Selbst- und Fremdbezeichnungen in der Geschichte und Gegenwart.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Website sind Informationen für die Fahrenden, Behörden und Schulen. Sie sollen das Verständnis für die Bedürfnisse der Fahrenden förvdern und den Kontakt erleichtern. Es werden Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien angegeben und rechtliche Grundlagen zum Downloaden geboten. Themenbezogene Links ergänzen die Materialien. Vorgestellt werden auch die Organisationen der Fahrenden und ihre Angebote.
Hinweise auf Veranstaltungen, Medienberichte und Publikationen werden laufend aktualisiert. Statements von Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft zeigen die Bedeutung der nationalen Minderheit auf und bekräftigen die Wichtigkeit ihrer Anliegen.
Für alle, die sich vertieft mit den Fahrenden und ihrer Geschichte beschäftigen möchten, gibt es eine kommentierte Auswahl an Literatur, Medien und Links. Für Fragen steht eine Kontaktadresse zur Verfügung.
www.stiftung-fahrende.ch/geschichte-gegenwart
www.fondation-gensduvoyage.ch/autrefois-nosjours
www.fondazione-nomadi.ch/passato-presente
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Juni 12th, 2018 |
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Einrichtungen, Politik
Bayerischer Landtag stimmt Staatsvertrag zwischen dem Freistaat Bayern und dem Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Bayern zu. Einstimmig.
Der Bayerische Landtag stimmte am Mittwoch dem am 20. Februar 2018 zwischen dem Freistaat Bayern und dem Bayerischen Landesverband Deutscher Sinti und Roma unterzeichneten Staatsvertrag einstimmig zu. Der damalige Ministerpräsident Horst Seehofer hatte den Vertrag gemeinsam mit dem Vorsitzenvden des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma, Erich Schneeberger, unterzeichnet. Nach der nun erfolgten Zustimmung durch den Bayerischen Landtag tritt der Vertrag zum 1. Juli 2018 in Kraft.
Mit der Zustimmung zum Staatsvertrag wird ein wesentlicher Schritt zur Umsetzung des Europäischen Rahmenübereinkommens zum Schutz nationaler Minderheiten vollzogen. Wie im Vertrag festgestellt wird, soll „die bestehende enge Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat und dem Landesverband fortgesetzt und intensiviert werden.“ Freistaat und Landesverband arbeiten weiterhin gemeinsam an dem Ziel, der Diskriminierung von Angehörigen der Minderheit auf allen Gebieten des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens effizient und effektiv entgegenzuwirken.“ Dabei unterstützen Freistaat und Landesverband Initiativen auf den Gebieten von Bildung, Kultur und Wissenschaft, die dem Schutz und dem Erhalt der kulturellen Identität der hier als nationale Minderheit lebenden Sinti und Roma dienen und dem Antiziganismus entgegenwirken.“ Read the rest of this entry »
Juni 10th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Roma-Festival in Wien: 14. bis 17. Juni 2018
Anlässlich des 80. Jahrestages des Anschlusses Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 und zum Gedenken an die Opfer veranstaltet Romano Svato ein Festival in Wien. Orte, an denen das Festival stattfindet: Roma-Wiese, 1210 Wien | Ringelseeplatz, 1210 Wien | Volkstheater, Wien | Öffentlicher Raum
Programm:
Donnerstag, 14. Juni 2018
Ort: Romawiese | Romaplatz
14.00 | Eröffnung mit Reden von Simonida und Sandra Selimovic | Gerhard Jordan (Die Grünen Floridsdorf) | Georg Papai (Bezirksvorsteher) | Willi Horvath (Nachfahre von KZ-Überlebenden) | Samuel Mago (Romano Centro)
15:30 | Ausstellungseröffnung von Delaine Le Bas und Alfred Ullrich | Ort: Romawiese
16.00 | Konzert Pilerovi
17.30 | Diskussion | Panel mit Isidora Randjelovic | Anna Mirga | Ethel Brooks | Miriam Karoly
19.00 | Lesung | „E Baxt Romani“ von Samuel Mago mit musikalischer Begleitung
20.30 | Konzert | Diknu Schneeberger
Freitag, 15. Juni 2018
Ort: Romawiese | 1210 Wien
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Juni 8th, 2018 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
1498 betrat Kolumbus auf seiner 3. Reise erstmals Amerikas Festland. In seiner Begleitung: 4 Roma – Macías u. Antón de Egipto mit ihren Frauen María u. Catalina.
(Quelle (pdf))
Juni 8th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Tschechien: Polizei ermittelt wegen rassistischer Aufschriften in Gedenkstätte Lety
Radio Praha, 7.6.2018: Unbekannte Täter hatten rund um die Gedenkstätte des Roma-KZ im südböhmischen Lety Tafeln mit Hetzbotschaften aufgestellt. Darauf wird die Regierung für den Kauf des Geländes (wir berichteten) kritisiert und die Volksgruppe der Roma rassistisch beschimpft. Die Polizei ermittelt deshalb wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. In Lety bestand zunächst ein Arbeitslager. Die deutschen Besatzer machten daraus dann ein KZ. Zwischen 1940 und 1943 starben dort 327 tschechische Roma, über 500 weitere wurden nach Auschwitz verschleppt. Read the rest of this entry »
Juni 7th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte
In der Kleinstadt Amfissa in der Region Mittelgriechenland (Großgemeinde Delfi) wurde am Montagabend vor einer Roma-Siedlung ein Mädchen namens Yannoula getötet. Die junge Romni wurde tödlich am Kopf getroffen. Ein ca. 35-jähriger Mann erlitt eine Schussverletzung am Bein und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Laut Medienberichten handelt es sich bei dem Mann um den Vater der 13-jährigen. Der mutmaßliche Täter soll ein 34-jähriger Fleischhauer aus dem benachbarten Dorf Viniani sein, dessen Geschäft in Amfissa liegt. Der Mann ist flüchtig und soll sich laut Polizei im umliegenden Gebirge versteckt halten.
Nach seiner Flucht haben Roma aus der Siedlung den Laden und den Wagen des mutmaßlichen Täters demoliert. Eine Gruppe von Roma versammelte sich spontan zu einer Demonstration im Zentrum der 8.000 Einwohner zählenden Stadt. Die Kundgebung verlief friedlich und ohne Zwischenfälle. Die Lage in der Stadt ist jedoch sehr angespannt. Nach dem Begräbnis am Mittwoch blockierten Roma eine Straße mit brennenden Autoreifen, um Gerechtigkeit zu fordern. Um eine weitere Eskalation zu verhindern, wurden Polizeikräfte aus der Umgebung nach Amfissa beordert.
Der Hintergrund des Vorfalls konnte bislang nicht geklärt werden, in den griechischen Medien kursieren widersprüchliche Gerüchte. Read the rest of this entry »
Juni 6th, 2018 |
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Einrichtungen, Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Der „Roma-Butschu“ („Roma-Kirtag“) 2018 steht unter dem Motto „25 Jahre Anerkennung der Roma als Volksgruppe“. | O „Roma-Butschu“ telal o anav „25 berscha aunprindscharipe le Romendar ojs flogoskeri gupn“ terdschol.

Der traditionelle Roma-Butschu in Bachselten findet am 16. Juni 2018 auf der Festwiese Schuh in Großbachselten (Angerstraße 11) statt. Beginn ist um 20:00 Uhr. Musikalisch wird die Veranstaltung von der südburgenländischen Roma-Band Romano Rath begleitet. Weitere Highlights dieser Kulturveranstaltung sind die kroatische Band Bruji und die bekannte Romagruppe aus Ungarn Kalyi Jag (schwarzes Feuer) sowie die ungarische Volkstanzgruppe Siget. 1993 wurden die Roma als sechste Volksgruppe in Österreich anerkannt. 25 Jahre Volksgruppenarbeit stehen bei dieser Veranstaltung im Vordergrund.
O tradicijoneli Roma-Butschu andi Boslina ando 16to juni 2018 upri Festwiese Schuh (Angerstraße 11) andi Bari Boslina, tel likerdo ol. Kesdim ol 20:00 orenge. I muschika uso mulatintschago kerel i sudburgenlanditiki Romani banda Romano Rath. Bare highlights hi i horvacki banda Bruji taj i prindschardi Romani banda andar o Ungriko Kalyi Jag taj i flogoskeri khelipeskeri ungriki grupn Sigeta. 1993 o Roma ojs schofti flogoskeri grupn andi Austrija aunpridschardi uli. 25 berscha flogoskeri grupnengeri buti terdschon use ada mulatintschago upro anglutno than.
(Veranstalter: Verein Roma-Service)
Juni 5th, 2018 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Musik
Dokumentarfilm von Tamás Almási (mehr hier)
85 Min. / Ungarn 2015
Anti ist ein 18-jähriger Rom, der es liebt, die Gitarre zu spielen. Er steht vor der Chance, dem Leben in einem heruntergekommenen Roma-Slum in einem entlegenen Winkel Ungarns zu entkommen, und reist zu Snétbergers Musikschule in Felsőörs am Balaton (Snétberger Music Talent Center), wo er aufgrund seines Talents – gemeinsam mit sechzig anderen Roma-Jugendlichen – ausgewählt wurde: die Chance auf ein besseres Leben.
Juni 4th, 2018 |
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Facts & Figures
1674 erteilte Graf Batthyány einer Romagruppe unter dem Woiwoden Marton Sarközi das Recht zur Ansiedlung auf seinen Besitzungen im Südburgenland.
(Quelle (pdf))