Mai 31st, 2018 |
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Film & Theater, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte
Dokumentarfilm von Sabine Herpich & Diana Botescu
81 Min. / Deutschland 2014
Rumänisch/Deutsch mit deutschen (oder engl.) Untertiteln
➜Ansehen im Großformat auf Vimeo
Als sich ihre wirtschaftliche Situation verschlechterte, beschlossen Carmen und George Badea, aus Rumänien auszuwandern. Die Frage, in welchem Land ein besseres Leben möglich wäre, war für sie zunächst zweitrangig. Mehr zufällig fiel die Wahl auf Deutschland, gemeinsam mit ihrem Sohn Daniel fuhr das Ehepaar schließlich nach Berlin. Mangels Kontakten und deutschen Sprachkenntnissen verbrachten sie dort den ersten Winter in einer verlassenen Gartenlaube. Geld für Essen verdienten sie sich durch das Sammeln von Pfandflaschen.
Der Film begleitet die Familie neun Monate lang und erzählt von der Zeit, als das Leben auf der Straße zwar vorbei, aber ihre wirtschaftliche Situation noch nicht stabil war. In den Blick kommt dabei auch die Interaktion verschiedener Behörden mit der Familie.
Förderpreis Dokumentarfilm, dokKa Karlsruhe 2014
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Mai 30th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte

Pressemitteilung des Förderverein Roma e.V.:
Räumung der Brache auf dem Ferro-Gelände in der Frankfurter Gutleutstraße
Die Firma Ferro hat am Montag nach ergebnislosen Bemühungen, für die auf der Firmen-Brache lebenden Roma über das Frankfurter Sozialamt eine Unterkunft zu finden, das Gelände räumen lassen. Von den ca. 30 dort lebenden Personen waren etwa 15 anwesend. Sie sind mit einem enormen Polizeiaufgebot und in Kooperation mit dem Sozialamt vom Platz verwiesen worden. Ihnen droht zudem ein Strafverfahren wegen der Besetzung des unbenutzten Geländes. Bewohner der Brache ohne Arbeit haben eine einmalige Leistung in Höhe von 50 Euro und ein Rückreiseticket – das nur eine Romni in Anspruch nehmen möchte – erhalten. Für maximal eine Woche stellt die Behörde die Sammelunterkunft im Ostpark bereit. Die Prüfung auf Leistungsanspruch wird für die überwiegende Mehrheit negativ beschieden. Das heißt, nach acht Tagen sind sie wieder auf der Straße.
Das Sozialdezernat bleibt sich in der Ignoranz des Elends der Roma treu. Perspektivlosigkeit, Migration und Flucht aus Armut, Ausgrenzung, Rassismus, Pogrome und jegliche historische Verantwortung gegenüber ein Gruppe von Menschen, die seit Jahrhunderten diskriminiert und verfolgt wird, sind vollständig ausgebleudet. Die Strategie, ständig zu räumen (wir berichteten: hier und hier), Hilfe zu verweigern, anstatt eine soziale Perspektive aufzubauen, zeigt mehr denn je die Dominanz der Ordnungsmaxime, dass nicht sein kann, was nicht sein darf – eine Vorgehensweise, die wissentlich im Widerspruch zur Verfassung, zum Grundgesetz und zur UN-Menschenrechtskonvention steht.
Wiederholte Vertreibungen der Roma zielen auch auf ihre Bemühungen, sich jenseits öffentlicher Hilfe eine Existenz aufzubauen. Es geht letztlich nicht nur um das Signal, schnellstens aus Frankfurt zu verschwinden, sondern auch darum, selbst die minimalste Eigenversorgung restlos zu zerstören. Die Abwesenheit von Sozialpolitik, insbesondere gegenüber mittellosen Roma aus Osteuropa, treibt deren Verarmung auf die Spitze. Read the rest of this entry »
Mai 29th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte, Sport
Rassistische Parolen während der Feier des FC Energie Cottbus
Der FC Energie Cottbus feierte am Sonntag im Anschluss an ein Spiel den Aufstieg in die 3. Liga im heimischen „Stadion der Freundschaft“. Während der Aufstiegsfeier stimmte die Mannschaft die romafeindliche Parole „Trainer, du Zigeuner“ an. Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) veröffentlichte auf seiner Website eine Videoaufnahme des Vorfalls. Der Cottbuser Cheftrainer Claus-Dieter Wollitz rief in der Pressekonferenz seinerseits „Spieler, ihr Zigeuner“. Außerdem sollen im Stadion Tätowierungen mit NS-Symbolen offen gezeigt worden sein. Berichten zufolge haben Cottbus-Fans später auf dem Cottbuser Altmarkt mit Kapuzen im Stil des rassistischen Ku-Klux-Klan posiert. Der Staatsschutz der Polizei Brandenburg ermittelt.
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Mai 28th, 2018 |
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Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen
Das tschechische Kulturfestival „Khamoro“, seit vielen Jahren eine Institution in Prag, gilt als das weltweit größte Roma-Festival. Am Sonntag wurde der 20. Jahrgang mit einem Konzert auf der Moldauinsel Střelecký ostrov in Prag eröffent. Wie jedes Jahr stellt Musik – traditionelle Roma-Musik ebenso wie Gypsy-Jazz – einen wichtigen Bestandteil des Programms dar. Auf dem Programm des Festivals, das vom Verein „Slovo 21“ in Kooperation mit SP Saga organisiert wird, stehen aber auch Ausstellungen, Theateraufführungen, Roma-Literatur (Gavoro), eine Konferenz über die Stellung von Romnja (Roma-Frauen) im Prager Instituto Cervantes sowie eine Modeschau. Read the rest of this entry »
Mai 26th, 2018 |
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Einrichtungen, Frauenrechte, Jugend & Bildung
Empowerment für junge Romnja und Sintizze in Deutschland: Mädchen und Frauen engagieren sich selbstbewusst für ihre Interessen
Im März startete mit „Opre Romnja!“ ein neuer Schwerpunkt der Empowermentarbeit von Amaro Drom. Bisher sind junge Romnja und Sintizze in der Vereinsarbeit unterrepräsentiert. Mit „Opre Romnja!“ will Amaro Drom das ändern. Das Projekt wird durch das Deutsche Kinderhilfswerk finanziert und findet im Rahmen des Projektes „Dikhen amen! Seht uns!“ statt, das vom deutschen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert wird.
Das Hauptziel von „Opre Romnja!“ ist das selbstbewusste Engagement junger Romnja und Sintizze – nicht nur im Projekt „Dikhen amen!“ und im Verein Amaro Drom. Sondern auch darüber hinaus. Durch ein gestärktes Selbstbewusstsein nehmen die Mädchen und Frauen ihre Wünsche ernst und setzen sich beherzt dafür ein. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es zunächst einen Raum, in dem sich die jungen Romnja und Sintizze geschützt vor Rassismus und Sexismus austauschen können. Hierfür ist die Zusammenarbeit über einen längeren Zeitraum wichtig. Dies ermöglicht gegenseitiges Vertrauen und die erfolgreiche Umsetzung der Wünsche der Mädchen und jungen Frauen.
Gemeinsam mit erfahrenen Teamerinnen aus der Community unterstützt Éva Ádám, pädagogische Leitung im Projekt „Dikhen amen! Seht uns!“, die Mädchen in mehreren Treffen dabei, ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen, zu ergründen, wie sie diese in die Wirklichkeit umsetzen können, und dieses Wissen an andere junge Rom*nja und Sinti*zze weiterzugeben. Umgesetzt werden diese Ziele in mehrstufigen Projektveranstaltungen in mehreren Bundesländern. Dabei lernen die Mädchen und jungen Frauen andere Romnja und Sintizze kennen. Sie tauschen sich aus, formulieren eigene Wünsche und lernen ältere Romnja und Sintizze kennen, die bereits gesellschaftspolitisch aktiv sind. Read the rest of this entry »
Mai 25th, 2018 |
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Interview, Musik, Radio, Podcast & TV
Radio RomaRespekt #25: „Joscho Stephan, Jazzgitarrist und Djangologe“
Sendung vom Mai 2018: Joscho Stephan (Website) zählt zu den herausragenden Gitarristen des Gypsy-Swing, der in der Tradition von Django Reinhard spielt. Im Interview spricht er darüber, was es heute bedeutet, diese Musik zu spielen, wie er mit ihr umgeht und was sein persönlicher Hintergrund damit zu tun hat. Dazwischen hört Ihr einige Stücke von Joscho Stephan und seinen Kollegen, die sie im Jazzclub Tonne in Dresden gespielt haben.
(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)
Mai 24th, 2018 |
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Facts & Figures
27% der Roma in der EU leben in Haushalten, in denen jemand zumind. einmal im letzten Monat hungrig zu Bett gehen musste.
(Quelle)
Mai 22nd, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Feindseligkeit gegenüber Minderheiten kann anstecken: Wenn im eigenen Umfeld andere ethnische Gruppen angefeindet werden, finden sich leicht Nachahmer
Max-Planck-Gesellschaft: Ethnische Konflikte eskalieren oft überraschend schnell. Welchen Einfluss das Umfeld darauf hat, dass sich Menschen plötzlich feindselig verhalten, haben Forscher kürzlich mithilfe von Experimenten untersucht. Dabei stellten sie fest, dass Anfeindungen gegenüber anderen ethnischen Gruppen deutlich mehr Nachahmer finden als Anfeindungen gegen Mitglieder der eigenen sozialen Gruppe.
Ob in Bosnien, Liberia oder Ruanda – immer wieder brechen plötzlich gewalttätige Konflikte zwischen Volksgruppen aus, die lange friedlich zusammengelebt haben. Bisher gibt es keine befriedigende wissenschaftliche Erklärung, warum Aggressionen eine solche Dynamik entfalten können. Jana Cahlíková vom Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen hat nun gemeinsam mit Kollegen aus Tschechien und der Slowakei ein neuartiges Experiment entwickelt, um zu testen, wie das soziale Umfeld feindseliges Verhalten gegenüber einer anderen ethnischen Gruppe beeinflusst. Die Ergebnisse der Studie wurden im April 2018 im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) publiziert.
Untersucht wurden Jugendliche aus Schulen in der östlichen Slowakei und ihr Verhalten gegenüber Angehörigen der Roma – eine Minderheit, gegen die es latente Vorurteile gibt und in den letzten Jahren auch zunehmend Aggressionen. Das Besondere an dem Test war, dass die Teilnehmer innerhalb ihres sozialen Umfelds agieren konnten.
Mitspieler dürfen Boshaftigkeit ausleben
Um diskriminierendes Verhalten zu untersuchen, ließen die Forscher die Jugendlichen ein so genanntes „Joy of Destruction game“ spielen: ein Spiel, in dem die Teilnehmer – wenn sie wollen – ihre Boshaftigkeit ausleben können. Zwei Spieler erhalten jeweils zwei Euro und sollen gleichzeitig entscheiden, ob sie 20 Cent ausgeben, um den Betrag des jeweils anderen um einen Euro zu verringern, oder das Geld einfach nur behalten möchten. Die Spieler bleiben dabei anonym, und spielen jeweils nur einmal gegeneinander.
Anhand einer Liste mit typischen Namen informierten die Forscher die Teilnehmer darüber, ob das Gegenüber ein Angehöriger der slowakischen Mehrheitsbevölkerung oder der Roma-Minderheit war. Read the rest of this entry »
Mai 20th, 2018 |
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Einrichtungen, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Die Ausstellung ROMA-FRÜHLING: KUNST ALS WIDERSTAND wird am 22. Mai 2018 um 18 Uhr im Europäischen Roma-Institut für Kunst und Kultur ERIAC (Reinhardtstr. 41-43, Berlin) eröffnet. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen!
Zu sehen bis zum 2. August 2018.
Die Ausstellung ROMA-FRÜHLING: KUNST ALS WIDERSTAND präsentiert eine Auswahl visionärer Roma-Künstlerinnen und -Künstler aus ganz Europa. Sie alle zeigen sich von einer Gegenwart inspiriert, in der Roma-Kunst, -Wissenschaft und politischer Aktivismus zunehmend interagieren, sich gegenseitig beeinflussen und verstärken. Und ihre Kunst zeugt von der erwachten Vitalität einer Gemeinschaft, die eine stigmatisierte Identität für sich reklamiert und sie sich qua kultureller Affirmation wieder aneignet.
Wie der Völkerfrühling von 1848 oder der Arabische Frühling (2011) erwächst auch der Roma-Frühling aus der Unterdrückung heraus. In den Familien und Gemeinschaften der Roma entspringt eine Welle friedlichen Widerstands – als Protest gegen die jahrhundertelangen Diskriminierungen und Misshandlungen. Der Roma-Frühling manifestiert sich hierbei als Wiederaneignung der Öffentlichkeit, ihrer Räume und Diskurse – vor allem aber des Politischen. Ein Prozess, in der die Randgruppen ihre Stimme erheben und eine Anerkennung ihrer Roma-Zugehörigkeit und Identität fordern.
Künstler/innen: Krzysztof Gil, Gabi Jimenez, Sead Kazanxhiu, Delaine Le Bas, Damian Le Bas, Malgorzata Mirga-Tas, Emilia Rigova, Marina Rosselle, Ceija Stojka, Kálmán Várady
Organisiert mit Unterstützung der Galerie Kai Dikhas.
(minderheitensekretariat.de)
Mai 18th, 2018 |
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Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Radio RomaRespekt #24: Ulli Gladik und ihr Film „Natasha“
Sendung vom April 2018: In Dresden beschloss der Stadtrat kürzlich ein Bettelverbot für Kinder. Die vorangegangene Debatte war massiv geprägt von antiromaistischen Stereotypen. Gegen dieses Verbot in Dresden hat die Dresdner Bettellobby (wir berichteten) gekämpft, die sich nach dem Vorbild der Bettellobby in Wien gegründet hat. Und die Filmemacherin Ulli Gladik hat wiederum die Wiener Bettellobby mitbegründet. Sie wurde nach Dresden eingeladen, um ihren Film zu zeigen und um über ihr Engagement zu sprechen.
Ihr hört ein Interview mit Ulli Gladik, Filmemacherin und Aktivistin aus Wien. Es geht um die Wiener Bettellobby und um die Entstehungsumstände des Films „Natasha“.
(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)
Mai 17th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Wöchentliche Polizei-Großeinsätze gegen bettelnde Menschen in Wien
Bettellobby Wien: Seit Kurzem gibt es wöchentlich Großeinsätze gegen BettlerInnen in Wien. Diese Einsätze richten sich gegen alle Bedürftigen, die auf der Straße versuchen, ein paar Euro zu verdienen. Die Bezeichnung „Bettlerbanden“ dient dazu, diese grundrechtlich sehr fragwürdige Vorgehensweise zu rechtfertigen. Die Einsatzteams der Polizei bestehen aus zwei sog. SchnellrichterInnen und zwei PolizeibeamtInnen. In der Regel spricht niemand die Sprache der BettlerInnen. Es ist daher nicht möglich, die Betroffenen zu befragen.
Die meisten Strafen werden wegen gewerbsmäßiger Bettelei verhängt: Niemand weiß genau, was das eigentlich heißen soll. Derzeit werden nach dem Tatbestand jene bestraft, denen die Polizei unterstellt, dass sie nicht arbeiten wollen. Dies entspricht jedoch nicht der Realität: Bettelnde Menschen würden sehr gerne Arbeit annehmen anstatt zu betteln, viele tun dies auch.
Rechtshilfetreffen der BettelLobby Wien:
Aktuelle Termine: 21.5 2018 und 18.6.2018
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Mai 16th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte
In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 2018 brannten etwa 30 maskierte Männer die Häuser einer Roma-Siedlung in Lwiw (Lemberg), Ukraine, nieder.
Nach den pogromartigen Übergriffen gegen Roma, die am 21. April nahe Kiew von ukrainischen Extremisten verübt wurden (wir berichteten), kam es nun erneut zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Roma-Familien in der Nähe von Lemberg. Am 9. Mai zündeten vermummte Männer das Hab und Gut einer Siedlung von etwa 30 Roma an und verprügelten die Bewohner (mehr hier). Die Polizei ermittelt lediglich wegen »groben Unfugs«, ohne die Fremdenfeindlichkeit der Tat zu berücksichtigen. »Zurzeit ist niemand mehr in der Siedlung. Die meisten sind nach dem Pogrom mitten in der Nacht geflohen, andere wurden ins Krankenhaus gebracht«, sagt Michael Kenio, Sprecher der lokalen Vertretung der Menschenrechtsorganisation Kharkiv Human Rights Protection Group (KHRPG).
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Mai 15th, 2018 |
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Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher
Im ORF-RadioKulturhaus in Wien wurden die diesjährigen Gewinner der „SozialMarie“ bekannt gegeben. 15 sozial innovative Projekte wurden mit dem bereits zum 14. Mal vergebenen Preis ausgezeichnet. Organisiert wird der Preis von der Unruhe Privatstiftung.
Der mit 15.000 Euro dotierte erste Preis ging an ein Obdachlosen-Projekt in Tschechien: Housing First for Families in Brno: Fünfzig obdachlose Familien wird eine Stadtwohnung ermöglicht. Die Familien werden dabei begleitet und betreut, ein neues Leben zu beginnen. „Die Strategie scheint aufzugehen. Über 90 Prozent der Familien leben nach einem Jahr weiterhin gemeinsam in ihrer eigenen Wohnung, Kinder kehren aus der Fremdunterbringung in ihre Familie zurück, arbeitslose Familienmitglieder finden einen Job, die Kinder gehen regelmäßiger in die Schule, die finanzielle Lage und die gesamte familiäre Situation stabilisieren sich“, erklären die Organisatoren der SozialMarie.
Den zweiten Preis in der Höhe von 10.000 Euro vergab die Jury an das slowakische Projekt Book Club PAĽIKERAV: Bei diesem „Buchklub“ erhalten junge Roma in Košice Bücher, die ihnen von den Autorinnen und Autoren übergeben werden. Die Roma erstellen Video-Buchrezensionen, die dann im Internet präsentiert werden. Inzwischen werden drei neue Videorezensionen pro Woche veröffentlicht. Darüber hinaus gibt es Diskussionsrunden und Buchpräsentationen. Read the rest of this entry »
Mai 13th, 2018 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken

Norwegen wird den Bau der Gedenkstätte in Lety finanziell unterstützen
Die norwegische Botschafterin in Tschechien, Ellen Sletner, hat bestätigt, dass Norwegen den Bau einer Roma-Holocaust-Gedenkstätte in Lety bei Písek (Südböhmen) mit einer Summe von einer Million Euro unterstützen will. Dies teilte die Sprecherin des Museums für Roma-Kultur, Kristina Kohoutová, mit. Die Gedenkstätte wird am Ort errichtet, wo sich während der Nazi-Besatzung ein Roma-KZ befand. In den 1970er Jahren wurde am selben Ort ein Schweinemastbetrieb erbaut. Der Staat kaufte die Schweinemast auf. Die Leiterin des Museums für Roma-Kultur, Jana Horváthová, erklärte, die leer stehenden Gebäude werden bis zum Jahresende abgerissen. Im Gemeindeamt in Lety hat das Museum inzwischen ein Infozentrum eröffnet, in dem an den Genozid an den tschechischen Roma erinnert wird.
(Radio Prag)
Mai 11th, 2018 |
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Facts & Figures
Nur 7% der Spanier geben an, sie würden sich mit Gitanos (Roma) als Arbeitskollegen „unwohl“ fühlen. In Tschechien: 52%.
(Quelle)
Mai 9th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte
Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma verurteilen den antiziganistischen Pogrom in der Ukraine und fordern Sicherheit für die dortige Roma-Minderheit
Die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordern die ukrainische Regierung auf, umgehend die rassistischen, gewaltsamen Übergriffe auf Roma mit allen Mitteln des Rechtsstaates aufzuklären und zu ahnden sowie die Sicherheit der ukrainischen Roma-Minderheit zu gewährleisten.
Am 21. April 2018 verübten Neonazis nahe der ukrainischen Hauptstadt gewaltsame, pogromartige Übergriffe gegen Roma, die seit Jahrhunderten Bürger dieses Staates sind (wir berichteten). Die Neonazis vertrieben 15 Familien mit ihren Kindern und bewarfen sie mit Steinen. Der Besitz der Menschen wurde verbrannt (Video). Die Leitung der lokalen Polizei stritt den Vorfall zunächst ab, obwohl die in der Ukraine bekannte rechtsextreme Gruppe »S14« im Internet mit ihrer menschenverachtenden Tat prahlte. Dass die Polizei sich jetzt doch entschloss, den Angriff gegen die Minderheit zu untersuchen, unterstreicht den Ernst der Lage.
Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, erinnert in diesem Zusammenhang: »In der Ukraine wurden zehntausende Roma während der nationalsozialistischen Besatzung der Sowjetunion im Holocaust ermordet. Read the rest of this entry »
Mai 7th, 2018 |
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Dokumente & Berichte, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

„Roma werden in Berlin massiv diskriminiert“
Amaro Foro e.V. präsentiert Dokumentation antiziganistisch motivierter Vorfälle 2017
Das Dokumentationsprojekt von Amaro Foro hat 2017 252 antiziganistische und diskriminierende Vorfälle in Berlin erfasst. Darunter sind 167 gemeldete Vorfälle und 51 diskriminierende Medienberichte, außerdem 34 Beiträge aus sozialen Medien. Die Facebook-Auftritte sämtlicher Berliner AfD- und NPD-Verbände wurden erstmals systematisch und umfassend ausgewertet. Darüber hinaus wurden über 1000 Äußerungen in Kommentarspalten unter Medienberichten ausgewertet, von denen etwa 80 Prozent als rassistisch und sozialchauvinistisch einzustufen sind. Bei den gemeldeten Vorfällen ergibt sich im Vergleich zum Vorjahr (146) ein Anstieg von etwa 14 Prozent.
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Mai 5th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV
Er hat als einziger aus seiner engeren Familie die Verfolgung durch die Nationalsozialisten überlebt: Heute setzt Zoni Weisz seine ganze Energie daran, an die Ermordung der Sinti und Roma zu erinnern und die Traditionen seines Volkes bekannter zu machen.
Deutschlandfunk | Im Gespräch | 4.5.2018
Moderation: Britta Bürger
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Für das größte Blumengesteck der Welt wurde er mit einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde belohnt. Zoni Weisz machte als Florist eine glanzvolle Karriere und versorgte vier Generationen der niederländischen Königsfamilie mit Blumenschmuck – von der Tischdekoration über die aufwendig floral gestaltete Hochzeit bis hin zur Inaugurationsfeier. Die Blumen hätten sein Leben sehr bereichert, sagt der 81-Jährige. Seit er in Rente ist, setzt sich Zoni Weisz dafür ein, die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma während des Nationalsozialismus ins Bewusstsein zu rufen. Read the rest of this entry »
Mai 2nd, 2018 |
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Facts & Figures, Jugend & Bildung
Der Anteil von Romaschülern, die separate Klassen besuchen, in denen alle Kinder Roma sind, wächst: von EU-weit 10% (2011) auf 15% (2016).
(Quelle)