Archive for Mai, 2018

Online ansehen: Zuwandern (2014)

Mai 31st, 2018  |  Published in Film & Theater, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte

Dokumentarfilm von Sabine Herpich & Diana Botescu
81 Min. / Deutschland 2014
Rumänisch/Deutsch mit deutschen (oder engl.) Unter­titeln

➜Ansehen im Großformat auf Vimeo

Als sich ihre wirtschaftliche Situation ver­schlech­terte, be­schlos­sen Carmen und George Badea, aus Rumänien aus­zu­wan­dern. Die Frage, in wel­chem Land ein bes­seres Leben mög­lich wäre, war für sie zu­nächst zweit­rangig. Mehr zufällig fiel die Wahl auf Deutschland, ge­mein­sam mit ihrem Sohn Daniel fuhr das Ehe­paar schließ­lich nach Berlin. Man­gels Kon­takten und deutschen Sprach­kennt­nis­sen ver­brach­ten sie dort den ers­ten Winter in einer ver­las­se­nen Garten­laube. Geld für Essen ver­dien­ten sie sich durch das Sam­meln von Pfand­flaschen.

Der Film begleitet die Familie neun Monate lang und er­zählt von der Zeit, als das Leben auf der Straße zwar vor­bei, aber ihre wirt­schaft­li­che Situa­tion noch nicht stabil war. In den Blick kommt dabei auch die Inter­ak­tion ver­schie­de­ner Behör­den mit der Familie.

Förderpreis Dokumentarfilm, dokKa Karlsruhe 2014

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Wieder Räumung in Frankfurt a. M.

Mai 30th, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Vorwürfe nach Lager-Abriss im Frankfurter Gutleutviertel (Foto: Hessenschau)

Pressemitteilung des Förderverein Roma e.V.:

Räumung der Brache auf dem Ferro-Gelände in der Frankfurter Gutleutstraße

Die Firma Ferro hat am Montag nach ergeb­nis­losen Be­mühun­gen, für die auf der Firmen-Bra­che le­ben­den Roma über das Frank­fur­ter Sozialamt eine Unter­kunft zu fin­den, das Gelän­de räumen las­sen. Von den ca. 30 dort lebenden Per­so­nen waren etwa 15 an­we­send. Sie sind mit einem enor­men Polizei­auf­gebot und in Ko­opera­tion mit dem Sozialamt vom Platz ver­wie­sen wor­den. Ihnen droht zudem ein Straf­ver­fah­ren wegen der Be­setzung des un­benutz­ten Ge­län­des. Be­wohner der Brache ohne Arbeit haben eine ein­mali­ge Leis­tung in Höhe von 50 Euro und ein Rück­reise­ticket – das nur eine Romni in An­spruch neh­men möch­te – er­halten. Für ma­xi­mal eine Woche stellt die Be­hörde die Sam­mel­unter­kunft im Ostpark be­reit. Die Prüfung auf Leis­tungs­an­spruch wird für die über­wie­gende Mehr­heit nega­tiv beschie­den. Das heißt, nach acht Ta­gen sind sie wieder auf der Straße.

Das Sozialdezernat bleibt sich in der Ig­no­ranz des Elends der Roma treu. Per­spek­tiv­losig­keit, Migration und Flucht aus Armut, Aus­gren­zung, Rassismus, Pogro­me und jeg­li­che histori­sche Ver­ant­wor­tung gegen­über ein Gruppe von Men­schen, die seit Jahr­hun­der­ten dis­krimi­niert und ver­folgt wird, sind voll­stän­dig aus­ge­bleu­det. Die Strategie, ständig zu räumen (wir berichteten: hier und hier), Hilfe zu ver­wei­gern, an­statt eine soziale Per­spek­tive auf­zu­bauen, zeigt mehr denn je die Domi­nanz der Ordnungs­maxime, dass nicht sein kann, was nicht sein darf – eine Vor­gehens­weise, die wis­sent­lich im Wider­spruch zur Ver­fas­sung, zum Grund­gesetz und zur UN-Men­schen­rechts­kon­ven­tion steht.

Wiederholte Vertreibungen der Roma zielen auch auf ihre Be­mü­hun­gen, sich jen­seits öffent­li­cher Hilfe eine Exis­tenz auf­zu­bauen. Es geht letzt­lich nicht nur um das Signal, schnells­tens aus Frankfurt zu ver­schwin­den, son­dern auch darum, selbst die mini­mals­te Eigen­ver­sor­gung rest­los zu zer­stören. Die Abwesenheit von Sozialpolitik, ins­beson­dere gegen­über mittel­lo­sen Roma aus Osteuropa, treibt de­ren Ver­armung auf die Spitze. Read the rest of this entry »

Deutschland: Romafeindlichkeit im Fußball

Mai 29th, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Sport

Antiziganismus im Fußballstadion: Cottbus-Fans 2018 (Foto: Screenshot, Jüdisches Forum)Rassistische Parolen während der Feier des FC Ener­gie Cottbus

Der FC Energie Cottbus feierte am Sonntag im An­schluss an ein Spiel den Auf­stieg in die 3. Liga im heimi­schen „Stadion der Freund­schaft“. Wäh­rend der Auf­stiegs­feier stimmte die Mannschaft die roma­feind­li­che Parole „Trainer, du Zigeuner“ an. Das Jüdische Forum für Demo­kratie und gegen Anti­semitis­mus (JFDA) ver­öf­fent­lich­te auf seiner Website eine Video­auf­nahme des Vor­falls. Der Cott­buser Chef­trai­ner Claus-Dieter Wollitz rief in der Presse­kon­fe­renz seiner­seits „Spieler, ihr Zigeuner“. Außer­dem sol­len im Stadion Tätowierungen mit NS-Sym­bo­len offen ge­zeigt wor­den sein. Berich­ten zu­folge haben Cottbus-Fans später auf dem Cottbuser Altmarkt mit Kapuzen im Stil des ras­sis­ti­schen Ku-Klux-Klan po­siert. Der Staatsschutz der Polizei Brandenburg ermittelt.

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20 Jahre Festival Khamoro in Prag

Mai 28th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen

World Roma Festival "Khamoro", 2015 (Foto: Khamoro)Das tschechische Kulturfestival „Khamoro“, seit vie­len Jah­ren eine Insti­tu­tion in Prag, gilt als das weltweit größ­te Roma-Fes­ti­val. Am Sonn­tag wurde der 20. Jahr­gang mit einem Konzert auf der Moldau­insel Střelecký ostrov in Prag er­öffent. Wie jedes Jahr stellt Musik – tra­di­tio­nelle Roma-Musik eben­so wie Gypsy-Jazz – einen wich­ti­gen Bestand­teil des Pro­gramms dar. Auf dem Programm des Festi­vals, das vom Verein „Slovo 21“ in Koope­ra­tion mit SP Saga or­gani­siert wird, stehen aber auch Aus­stel­lun­gen, Theater­auf­füh­run­gen, Ro­ma-Lite­ratur (Ga­voro), eine Kon­ferenz über die Stel­lung von Romnja (Ro­ma-Frauen) im Prager Insti­tu­to Cer­van­tes so­wie eine Mode­schau. Read the rest of this entry »

Empower­ment­ mit „Opre Romnja!“

Mai 26th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Jugend & Bildung

Opre Romnja- Treffen junger Roma-Frauen in Düsseldorf_03-2018_c_amaro_drom_webEmpowerment für junge Romnja und Sin­tiz­ze in Deutschland: Mäd­chen und Frauen en­ga­gie­ren sich selbst­be­wusst für ihre In­ter­essen

Im März startete mit „Opre Romnja!“ ein neuer Schwer­punkt der Empower­ment­arbeit von Amaro Drom. Bis­her sind junge Romnja und Sintizze in der Vereins­arbeit unter­re­prä­sen­tiert. Mit „Opre Romnja!“ will Amaro Drom das ändern. Das Projekt wird durch das Deut­sche Kinder­hilfswerk finan­ziert und findet im Rahmen des Pro­jek­tes „Dikhen amen! Seht uns!“ statt, das vom deut­schen Bundes­ministe­rium für Familie, Senio­ren, Frauen und Jugend im Rah­men des Bundes­pro­gramms „De­mo­kra­tie le­ben!“ ge­för­dert wird.

Das Hauptziel von „Opre Romnja!“ ist das selbst­bewuss­te Engagement jun­ger Romnja und Sintizze – nicht nur im Pro­jekt „Dikhen amen!“ und im Verein Amaro Drom. Son­dern auch darüber hinaus. Durch ein ge­stärk­tes Selbst­bewusst­sein neh­men die Mädchen und Frauen ihre Wün­sche ernst und setzen sich be­herzt da­für ein. Um dieses Ziel zu er­rei­chen, braucht es zu­nächst einen Raum, in dem sich die jun­gen Romnja und Sintizze geschützt vor Rassis­mus und Sexismus aus­tau­schen kön­nen. Hierfür ist die Zu­sam­men­arbeit über einen län­ge­ren Zeit­raum wich­tig. Dies er­mög­licht gegen­sei­tiges Ver­trauen und die erfolg­reiche Um­setzung der Wün­sche der Mäd­chen und jun­gen Frauen.

Gemeinsam mit erfahrenen Teamerinnen aus der Com­mu­nity unter­stützt Éva Ádám, pädago­gi­sche Leitung im Pro­jekt „Dikhen amen! Seht uns!“, die Mäd­chen in mehre­ren Tref­fen dabei, ihre eige­nen Be­dürf­nisse und Wünsche zu er­kennen, zu er­grün­den, wie sie diese in die Wirk­lich­keit um­setzen kön­nen, und dieses Wissen an ande­re junge Rom*nja und Sin­ti*zze wei­ter­zu­geben. Umgesetzt werden diese Ziele in mehrstufigen Projekt­ver­anstal­tun­gen in meh­re­ren Bundes­ländern. Dabei lernen die Mädchen und jun­gen Frauen an­de­re Romnja und Sintizze ken­nen. Sie tau­schen sich aus, for­mu­lie­ren eigene Wün­sche und ler­nen älte­re Romnja und Sin­tiz­ze ken­nen, die be­reits gesell­schafts­poli­tisch aktiv sind. Read the rest of this entry »

RomaRespekt #25: Joscho Stephan

Mai 25th, 2018  |  Published in Interview, Musik, Radio, Podcast & TV

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #25:Joscho Stephan, Jazzgitarrist und Django­loge

Sendung vom Mai 2018: Joscho Stephan (Website) zählt zu den heraus­ragen­den Gitar­ris­ten des Gypsy-Swing, der in der Tradi­tion von Django Reinhard spielt. Im Inter­view spricht er darüber, was es heute be­deu­tet, diese Musik zu spie­len, wie er mit ihr um­geht und was sein per­sön­li­cher Hinter­grund damit zu tun hat. Da­zwi­schen hört Ihr eini­ge Stücke von Joscho Stephan und sei­nen Kol­le­gen, die sie im Jazzclub Tonne in Dresden ge­spielt haben.

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

Facts & Figures (190)

Mai 24th, 2018  |  Published in Facts & Figures

27% der Roma in der EU le­ben in Haus­hal­ten, in de­nen je­mand zu­mind. ein­mal im letz­ten Mo­nat hung­rig zu Bett ge­hen muss­te.

(Quelle)

Experi­ment: Feindseligkeit ist ansteckend

Mai 22nd, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Max-Planck-GesellschaftFeindseligkeit gegenüber Minderheiten kann anstecken: Wenn im eigenen Umfeld andere ethnische Gruppen angefeindet werden, finden sich leicht Nachahmer

Max-Planck-GesellschaftEthnische Konflikte eskalieren oft überras­chend schnell. Wel­chen Ein­fluss das Umfeld darauf hat, dass sich Men­schen plötz­lich feind­selig ver­halten, haben Forscher kürz­lich mit­hilfe von Experi­men­ten unter­sucht. Dabei stellten sie fest, dass An­feindun­gen ge­gen­über ande­ren ethni­schen Grup­pen deut­lich mehr Nach­ah­mer finden als Anfeindungen ge­gen Mit­glie­der der eige­nen sozia­len Gruppe.

Ob in Bosnien, Liberia oder Ruanda – immer wieder brechen plötz­lich gewalt­tätige Konflikte zwi­schen Volks­gruppen aus, die lange fried­lich zusam­men­gelebt ha­ben. Bisher gibt es keine be­friedi­gende wis­senschaft­li­che Erklärung, warum Aggres­sio­nen eine sol­che Dynamik ent­fal­ten kön­nen. Jana Cahlíková vom Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffent­li­che Finan­zen hat nun gemein­sam mit Kol­le­gen aus Tschechien und der Slowakei ein neu­arti­ges Experi­ment ent­wickelt, um zu tes­ten, wie das sozia­le Umfeld feind­seli­ges Ver­halten ge­genü­ber einer ande­ren ethni­schen Grup­pe be­ein­flusst. Die Ergeb­nisse der Studie wur­den im April 2018 im Fach­jour­nal Procee­dings of the National Academy of Sciences (PNAS) pub­li­ziert.

Untersucht wurden Jugendliche aus Schulen in der östli­chen Slowakei und ihr Ver­halten gegen­über An­gehö­ri­gen der Roma – eine Minderheit, gegen die es latente Vorurteile gibt und in den letz­ten Jahren auch zu­neh­mend Aggres­sio­nen. Das Beson­dere an dem Test war, dass die Teil­neh­mer in­ner­halb ihres sozialen Um­felds agie­ren konnten.

Mitspieler dürfen Boshaftigkeit ausleben

Um diskriminierendes Verhalten zu untersuchen, lie­ßen die Forscher die Jugend­lichen ein so ge­nann­tes „Joy of Destruc­tion game“ spie­len: ein Spiel, in dem die Tei­lnehmer – wenn sie wollen – ihre Bos­haftig­keit aus­leben kön­nen. Zwei Spieler er­halten je­weils zwei Euro und sollen gleich­zeitig ent­schei­den, ob sie 20 Cent aus­geben, um den Betrag des je­weils ande­ren um einen Euro zu ver­rin­gern, oder das Geld ein­fach nur be­halten möch­ten. Die Spieler bleiben dabei anonym, und spie­len je­weils nur ein­mal gegen­einan­der.

Anhand einer Liste mit typi­schen Namen informier­ten die Forscher die Teil­nehmer darüber, ob das Gegen­über ein An­gehö­ri­ger der slowaki­schen Mehr­heits­bevöl­ke­rung oder der Roma-Min­der­heit war. Read the rest of this entry »

Ausstellung „Roma-Frühling“ in Berlin

Mai 20th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellung: kaelmaen_vaerady_la_famiglia_2015Die Ausstellung ROMA-FRÜHLING: KUNST ALS WI­DER­STAND wird am 22. Mai 2018 um 18 Uhr im Euro­päi­schen Ro­ma-Ins­ti­tut für Kunst und Kultur ERIAC (Rein­hardt­str. 41-43, Berlin) er­öff­net. Alle In­teres­sen­ten sind herz­lich ein­ge­la­den!

Zu se­hen bis zum 2. Au­gust 2018.

Die Ausstellung ROMA-FRÜHLING: KUNST ALS WIDERSTAND prä­sen­tiert eine Aus­wahl visio­nä­rer Roma-Künst­lerin­nen und -Künst­ler aus ganz Europa. Sie alle zei­gen sich von einer Gegen­wart inspi­riert, in der Roma-Kunst, -Wis­sen­schaft und poli­ti­scher Akti­vis­mus zu­neh­mend inter­agie­ren, sich gegen­seitig be­ein­flus­sen und ver­stär­ken. Und ihre Kunst zeugt von der er­wach­ten Vita­li­tät einer Ge­mein­schaft, die eine stig­ma­ti­sier­te Identität für sich rekla­miert und sie sich qua kulturel­ler Af­fir­ma­tion wieder an­eignet.

Wie der Völkerfrühling von 1848 oder der Arabi­sche Früh­ling (2011) er­wächst auch der Roma-Früh­ling aus der Unter­drückung heraus. In den Fa­mi­lien und Ge­mein­schaf­ten der Roma ent­springt eine Welle fried­li­chen Wider­stands – als Protest gegen die jahr­hun­derte­langen Dis­kri­mi­nie­run­gen und Miss­handlun­gen. Der Roma-Früh­ling mani­fes­tiert sich hierbei als Wie­der­aneig­nung der Öf­fent­lich­keit, ihrer Räume und Diskurse – vor al­lem aber des Politi­schen. Ein Pro­zess, in der die Rand­gruppen ihre Stim­me er­he­ben und eine An­erken­nung ihrer Roma-Zu­ge­hörig­keit und Iden­ti­tät for­dern.

Künstler/innen: Krzysztof Gil, Gabi Jimenez, Sead Kazanxhiu, Delaine Le Bas, Damian Le Bas, Malgorzata Mirga-Tas, Emilia Rigova, Marina Rosselle, Ceija Stojka, Kálmán Várady

Organisiert mit Unterstützung der Galerie Kai Dikhas.

(minderheitensekretariat.de)

RomaRespekt #24: Ulli Gladik & Natasha

Mai 18th, 2018  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #24: Ulli Gladik und ihr Film „Natasha

Sendung vom April 2018: In Dresden beschloss der Stadt­rat kürz­lich ein Bettel­verbot für Kinder. Die voran­gegan­gene De­bat­te war mas­siv geprägt von anti­romais­ti­schen Stereo­typen. Gegen die­ses Verbot in Dresden hat die Dresd­ner Bettellobby (wir berichteten) ge­kämpft, die sich nach dem Vor­bild der Bettellobby in Wien ge­grün­det hat. Und die Filme­ma­che­rin Ulli Gladik hat wie­derum die Wiener Bettellobby mit­begrün­det. Sie wur­de nach Dresden ein­ge­laden, um ihren Film zu zei­gen und um über ihr Engage­ment zu spre­chen.

Ihr hört ein Interview mit Ulli Gladik, Filme­mache­rin und Aktivis­tin aus Wien. Es geht um die Wiener Bettel­lobby und um die Ent­ste­hungs­um­stände des Films „Natasha“.

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

Polizeiaktionen gegen Bettler in Wien

Mai 17th, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Schlagzeile auf ORF.at (Screenshot via Bettellobby Wien)Wöchentliche Polizei-Groß­ein­sät­ze ge­gen bet­teln­de Men­schen in Wien

Bettellobby Wien: Seit Kurzem gibt es wö­chent­lich Groß­ein­sätze gegen Bett­lerIn­nen in Wien. Diese Ein­sätze rich­ten sich gegen alle Be­dürf­ti­gen, die auf der Straße ver­suchen, ein paar Euro zu ver­die­nen. Die Be­zeich­nung „Bettler­banden“ dient dazu, diese grund­recht­lich sehr frag­wür­di­ge Vor­gehens­weise zu recht­fer­ti­­gen. Die Einsatzteams der Polizei beste­hen aus zwei sog. Schnell­rich­terIn­nen und zwei Polizei­beam­tIn­nen. In der Re­gel spricht nie­mand die Sprache der Bett­lerIn­nen. Es ist daher nicht mög­lich, die Be­trof­fe­nen zu be­fra­gen.

Die meisten Strafen werden wegen gewerbs­mäßi­ger Bettelei ver­hängt: Nie­mand weiß genau, was das eigent­lich hei­ßen soll. Der­zeit wer­den nach dem Tat­be­stand jene be­straft, de­nen die Polizei unter­stellt, dass sie nicht ar­bei­ten wol­len. Dies ent­spricht je­doch nicht der Rea­li­tät: Bet­telnde Men­schen wür­den sehr gerne Arbeit an­neh­men an­statt zu betteln, vie­le tun dies auch.

Rechtshilfetreffen der BettelLobby Wien:
Aktuelle Termine: 21.5 2018 und 18.6.2018

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Ukraine: Erneuter Angriff auf Roma

Mai 16th, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Pogrom in Lemberg (Foto: liveuamap .com)In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 2018 brannten etwa 30 maskierte Männer die Häuser einer Roma-Siedlung in Lwiw (Lemberg), Ukraine, nieder.

Nach den pogromartigen Übergriffen gegen Roma, die am 21. April nahe Kiew von ukraini­schen Extre­mis­ten ver­übt wur­den (wir berich­teten), kam es nun erneut zu gewalt­tätigen Aus­schrei­tun­gen ge­gen Roma-Fa­milien in der Nähe von Lem­berg. Am 9. Mai zün­deten ver­mummte Männer das Hab und Gut einer Siedlung von etwa 30 Roma an und ver­prügelten die Be­woh­ner (mehr hier). Die Polizei er­mit­telt le­dig­lich wegen »gro­ben Unfugs«, ohne die Frem­den­feind­lich­keit der Tat zu be­rück­sich­ti­gen. »Zurzeit ist niemand mehr in der Siedlung. Die meisten sind nach dem Pogrom mitten in der Nacht ge­flo­hen, an­dere wurden ins Kran­ken­haus ge­bracht«, sagt Michael Kenio, Spre­cher der lokalen Ver­tre­tung der Men­schen­rechts­orga­ni­sa­tion Kharkiv Human Rights Protection Group (KHRPG).

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Wohnung, Buchklub, Wiener Kuchl

Mai 15th, 2018  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher

Buchklub Palikerav (Foto: v via SozialMarie)Im ORF-RadioKulturhaus in Wien wurden die dies­jähri­gen Ge­win­ner der „Sozial­Marie“ be­kannt ge­ge­ben. 15 sozial in­no­va­tive Pro­jekte wur­den mit dem be­reits zum 14. Mal ver­gebe­nen Preis aus­ge­zeich­net. Organi­siert wird der Preis von der Unruhe Pri­vat­stif­tung.

Der mit 15.000 Euro dotierte erste Preis ging an ein Obdach­losen-Pro­jekt in Tschechien: Housing First for Families in Brno: Fünf­zig ob­dach­lo­se Fa­mi­lien wird eine Stadt­wohnung er­mög­licht. Die Fami­lien wer­den dabei be­glei­tet und be­treut, ein neues Leben zu be­gin­nen. „Die Strate­gie scheint auf­zu­gehen. Über 90 Pro­zent der Fami­lien leben nach einem Jahr weiter­hin gemein­sam in ihrer eige­nen Wohnung, Kin­der kehren aus der Fremd­unter­brin­gung in ihre Familie zu­rück, arbeits­lose Fami­lien­mit­glie­der finden einen Job, die Kinder gehen regel­mä­ßi­ger in die Schule, die finan­zielle Lage und die ge­samte fami­liäre Situa­tion stabi­li­sie­ren sich“, er­klä­ren die Organi­sa­to­ren der Sozial­Marie.

Den zweiten Preis in der Höhe von 10.000 Euro ver­gab die Jury an das slowa­ki­sche Pro­jekt Book Club PAĽIKERAV: Bei diesem „Buchklub“ er­hal­ten junge Roma in Košice Bücher, die ihnen von den Auto­rin­nen und Auto­ren über­ge­ben werden. Die Roma er­stel­len Video-Buch­rezen­sio­nen, die dann im Internet prä­sen­tiert werden. In­zwi­schen werden drei neue Video­rezen­sio­nen pro Woche ver­öffent­licht. Darüber hinaus gibt es Dis­kus­sions­runden und Buch­präsen­ta­tio­nen. Read the rest of this entry »

Million aus Norwegen für Lety

Mai 13th, 2018  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken

Schweinefarm auf dem KZ-Gelände von Lety (Foto: Romeo.cz)

Norwegen wird den Bau der Gedenkstätte in Lety finan­ziell unter­stützen

Die norwegische Botschafterin in Tschechien, Ellen Sletner, hat bestä­tigt, dass Nor­we­gen den Bau einer Roma-Holocaust-Ge­denk­stät­te in Lety bei Písek (Süd­böhmen) mit einer Sum­me von einer Million Euro un­ter­stüt­zen will. Dies teilte die Spre­che­rin des Museums für Roma-Kul­tur, Kristina Kohoutová, mit. Die Gedenk­stätte wird am Ort er­rich­tet, wo sich wäh­rend der Nazi-Be­satzung ein Roma-KZ be­fand. In den 1970er Jah­ren wurde am selben Ort ein Schweine­mast­betrieb er­baut. Der Staat kaufte die Schweine­mast auf. Die Leite­rin des Muse­ums für Roma-Kul­tur, Jana Horváthová, er­klär­te, die leer ste­hen­den Ge­bäude wer­den bis zum Jahres­ende ab­geris­sen. Im Gemeinde­amt in Lety hat das Museum in­zwi­schen ein Info­zentrum er­öff­net, in dem an den Genozid an den tsche­chi­schen Roma er­in­nert wird.

(Radio Prag)

Facts & Figures (189)

Mai 11th, 2018  |  Published in Facts & Figures

Nur 7% der Spanier ge­ben an, sie wür­den sich mit Gi­ta­nos (Ro­ma) als Ar­beits­kol­le­gen „un­wohl“ füh­len. In Tsche­chi­en: 52%.

(Quelle)

Presseaussendung zu Pogrom in Ukraine

Mai 9th, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Kiew: Pogrom gegen Roma (Videostill: censor.net.ua)Die Stiftung Denkmal für die ermor­de­ten Juden Eu­ro­pas und der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma ver­urtei­len den anti­ziganis­ti­schen Pogrom in der Ukraine und for­dern Si­cher­heit für die dor­tige Roma-Min­der­heit

Die Stiftung Denkmal für die ermorde­ten Juden Europas und der Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma for­dern die ukrainische Regie­rung auf, um­ge­hend die rassisti­schen, gewalt­samen Über­griffe auf Roma mit al­len Mitteln des Rechts­staates auf­zu­klären und zu ahn­den sowie die Sicher­heit der ukrai­ni­schen Roma-Min­der­heit zu ge­währ­leis­ten.

Am 21. April 2018 verübten Neonazis nahe der ukraini­schen Haupt­stadt gewalt­sa­me, pogrom­artige Übergriffe ge­gen Roma, die seit Jahr­hun­der­ten Bürger die­ses Staates sind (wir berichteten). Die Neonazis ver­trie­ben 15 Fa­mi­lien mit ihren Kindern und be­war­fen sie mit Steinen. Der Be­sitz der Men­schen wurde ver­brannt (Video). Die Leitung der lokalen Polizei stritt den Vor­fall zu­nächst ab, ob­wohl die in der Ukraine be­kann­te rechts­extreme Grup­pe »S14« im Internet mit ihrer men­schen­ver­achten­den Tat prahl­te. Dass die Polizei sich jetzt doch ent­schloss, den An­griff gegen die Min­der­heit zu unter­suchen, un­ter­streicht den Ernst der Lage.

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, er­in­nert in diesem Zu­sam­men­hang: »In der Ukraine wur­den zehn­tau­sende Roma wäh­rend der national­sozia­lis­ti­schen Be­satzung der Sow­jet­union im Holocaust er­mor­det. Read the rest of this entry »

Antiziganismus in Berlin: Jahresbericht 2017

Mai 7th, 2018  |  Published in Dokumente & Berichte, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Amaro Foro Deutschland

„Roma werden in Berlin massiv diskriminiert“

Amaro Foro e.V. prä­sen­tiert Doku­men­ta­tion anti­ziganis­tisch moti­vier­ter Vor­fälle 2017

Das Dokumentationsprojekt von Amaro Foro hat 2017 252 anti­ziganis­ti­sche und dis­krimi­nie­ren­de Vorfälle in Berlin er­fasst. Darun­ter sind 167 gemel­de­te Vorfälle und 51 dis­krimi­nie­ren­de Medien­berichte, außer­dem 34 Bei­träge aus sozia­len Medien. Die Facebook-Auf­tritte sämt­li­cher Berliner AfD- und NPD-Ver­bände wur­den erst­mals syste­ma­tisch und um­fas­send aus­ge­wer­tet. Darüber hinaus wur­den über 1000 Äußerun­gen in Kom­men­tar­spalten unter Medien­berich­ten aus­gewertet, von de­nen etwa 80 Pro­zent als ras­sis­tisch und sozial­chau­vinis­tisch ein­zu­stufen sind. Bei den ge­melde­ten Vor­fäl­len er­gibt sich im Ver­gleich zum Vor­jahr (146) ein An­stieg von etwa 14 Pro­zent.

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„Vom vergessenen Holocaust erzählen“

Mai 5th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Zoni Weisz, geb. 1937, als Kind (Foto: rromani-resistance.comEr hat als einziger aus seiner engeren Familie die Ver­fol­gung durch die National­sozia­lis­ten über­lebt: Heute setzt Zoni Weisz seine ganze Ener­gie daran, an die Ermor­dung der Sinti und Roma zu er­innern und die Tra­di­tio­nen seines Volkes be­kann­ter zu machen.

Deutschlandfunk | Im Gespräch | 4.5.2018
Moderation: Britta Bürger
➜Beitrag anhören

Für das größte Blumengesteck der Welt wurde er mit einem Ein­trag ins Guin­ness-Buch der Re­korde be­lohnt. Zoni Weisz mach­te als Florist eine glanz­volle Karriere und ver­sorgte vier Gene­ra­tio­nen der nie­der­ländi­schen Königs­familie mit Blu­men­schmuck – von der Tisch­deko­ra­tion über die auf­wendig floral ge­stal­tete Hoch­zeit bis hin zur In­augu­ra­tions­feier. Die Blumen hät­ten sein Leben sehr be­rei­chert, sagt der 81-Jäh­rige. Seit er in Rente ist, setzt sich Zoni Weisz dafür ein, die Ver­fol­gung und Er­mor­dung von Sinti und Roma wäh­rend des National­sozialis­mus ins Be­wusst­sein zu rufen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (188)

Mai 2nd, 2018  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Der Anteil von Roma­schü­lern, die se­pa­ra­te Klas­sen be­su­chen, in de­nen al­le Kin­der Ro­ma sind, wächst: von EU-weit 10% (2011) auf 15% (2016).

(Quelle)