Ukraine: Erneuter Angriff auf Roma

Mai 16th, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Pogrom in Lemberg (Foto: liveuamap .com)In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 2018 brannten etwa 30 maskierte Männer die Häuser einer Roma-Siedlung in Lwiw (Lemberg), Ukraine, nieder.

Nach den pogromartigen Übergriffen gegen Roma, die am 21. April nahe Kiew von ukraini­schen Extre­mis­ten ver­übt wur­den (wir berich­teten), kam es nun erneut zu gewalt­tätigen Aus­schrei­tun­gen ge­gen Roma-Fa­milien in der Nähe von Lem­berg. Am 9. Mai zün­deten ver­mummte Männer das Hab und Gut einer Siedlung von etwa 30 Roma an und ver­prügelten die Be­woh­ner (mehr hier). Die Polizei er­mit­telt le­dig­lich wegen »gro­ben Unfugs«, ohne die Frem­den­feind­lich­keit der Tat zu be­rück­sich­ti­gen. »Zurzeit ist niemand mehr in der Siedlung. Die meisten sind nach dem Pogrom mitten in der Nacht ge­flo­hen, an­dere wurden ins Kran­ken­haus ge­bracht«, sagt Michael Kenio, Spre­cher der lokalen Ver­tre­tung der Men­schen­rechts­orga­ni­sa­tion Kharkiv Human Rights Protection Group (KHRPG).

Dieser erneute Gewalt­akt in Lemberg of­fen­bart eine roma­feindliche Ten­denz, die uns tief be­stürzt. Wir rufen die zu­stän­di­gen ukrai­ni­schen Organe dazu auf, jede Art von Intole­ranz und Antiziganismus aufs Schärfste zu ver­urtei­len, den Betrof­fenen Gerech­tigkeit zuteil­werden zu lassen und sie zu schützen. Die Re­gie­rung in Kiew for­dern wir auf, solche barba­rischen Über­griffe nicht zu dulden und alles in ihrer Macht Ste­hende zu tun, dass sich Roma in der Ukraine sicher füh­len können.

(Aussendung der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin)

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