Archive for Januar, 2018
Januar 30th, 2018 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
Die Theaterperformance »Rastplatz Marzahn«, eine auf Zeitzeugenerinnerungen basierende Rekonstruktion des Zwangslagers für Sinti und Roma in Marzahn-Hellersdorf, feierte im Oktober Premiere. Am Mittwoch wird das Stück im Rahmen des Jugendforums „denk!mal“ im Berliner Abgeordnetenhaus erstmals einem breiteren Publikum vorgestellt.
„Es hat furchtbar gestunken. Normalerweise hätten wir uns an einem solchen Ort nie aufgehalten, schon allein wegen unserer Gesetze nicht, die das verbieten. Wir wurden aber zwangsweise dort abgestellt.“ (Otto Rosenberg)
Heute ein unscheinbarer Ort zwischen Hochhäusern und S-Bahngeleisen in Marzahn-Hellersdorf. Von 1936 bis 1945 befand sich an dieser Stelle ein Sammellager für Sinti und Roma. Die Verschleppung und Festsetzung der Volksgruppe auf diesem Platz war der erste Schritt zu ihrer systematischen Verfolgung und Vernichtung. Für die mediale Theaterperformance hat sich das Ensemble aus jungen Menschen und Schauspieler*innen hier auf die Spurensuche nach der Geschichte des „Rastplatz Marzahn“ begeben. Read the rest of this entry »
Januar 28th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Journal-Panorama vom 23.1.2018
Gestaltung: Maria Harmer
Online abrufbar bis Di, 30.1.2018
Der NS-Vernichtungsmaschinerie sind eine halbe Million Roma zum Opfer gefallen. Doch der Genozid an ihnen wurde lange Zeit nicht wahrgenommen und wird auch heute noch oft verdrängt. In Österreich leben die meisten der verbliebenen Roma heute im Burgenland. Nur vereinzelt finden sich Gedenktafeln oder andere Mahnmale, die an die Ermordung der heimischen „Zigeuner“, wie Roma, Sinti, Lovara und andere früher genannt wurden, erinnern.
Eine Bestandsaufnahme anlässlich des Holocaust-Gedenktages am 27. Jänner.
(Text: Ö1 Programminfo)
Januar 28th, 2018 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Musik
Django – Ein Leben für die Musik
Spielfilm von Étienne Comar, Frankreich 2017, 115 Min.
Frankreich, 1943. Der begnadete Jazzgitarrist Django Reinhardt ist auf dem Gipfel seines Erfolges. Abend für Abend spielt er in ausverkauften Sälen und begeistert das Publikum mit seinem Gypsy-Swing, einer Musik voller Lebenslust und Witz, der sich auch die deutschen Besatzer nicht entziehen können. Während andere Sinti in ganz Europa verfolgt werden, kann sich Django aufgrund seiner Popularität in Sicherheit wiegen – bis ihn die Nationalsozialisten auf Tournee nach Deutschland schicken wollen. Django weigert sich. Seine Pariser Geliebte hilft ihm, mit seiner schwangeren Frau und seiner Mutter an der Schweizer Grenze unterzutauchen. Read the rest of this entry »
Januar 27th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ausstellungseröffnung: „Die NS-Verfolgung der Sinti und Roma in Berlin“
Datum: 29.01.2018, 18:00 bis 20:00 Uhr
Ort: DokuZ Sinti und Roma Berlin
Prinzenstraße 84.2, 10969 Berlin
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung am Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas lädt das Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma zur Eröffnung der Ausstellung des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg in seine Berliner Dependance. Die Ausstellung berichtet über die nationalsozialistische Verfolgung der Sinti und Roma in Berlin. Die Menschen selbst, Angehörige der kulturellen Minderheit der Sinti und Roma, stehen dabei im Mittelpunkt. Ihre Biographien und Berichte zeigen, wie ein Großteil ihrer Angehörigen durch den systematischen Ausschluss bis hin zur Ermordung vernichtet wurde und eine Gesellschaft, in der sie seit Jahrhunderten lebte, sich um einer weiteren Facette ihrer eigenen Vielfalt beraubte. Gleichwohl soll die Ausstellung nicht nur zeigen, was zerstört wurde, sondern auch davon zeugen, wie Sinti und Roma der Gewalt widerstanden und überlebten.
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Januar 26th, 2018 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
„Rechtsstaat ad absurdum geführt“ – Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kritisiert Untätigkeit der Staatsanwaltschaft gegenüber rassistischer Wahlwerbung
Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt stellte aktuell ein Strafverfahren gegen die NPD wegen Volksverhetzung ein. Diese Einstellung begründete sie damit, dass die Person, die die NPD-Wahlplakate mit dem Text „Geld für die Oma, statt für Sinti und Roma“ aufgehängt hat, nicht ermittelt werden könne. Dafür, dass diese Plakate in Ingolstadt auf Veranlassung der NPD aufgehängt wurden, gebe es keine Anhaltspunkte. Es sei festzustellen, dass aufgrund der durchgeführten Ermittlungen nicht die NPD, sondern eine Person, die diese alten Plakate noch in Besitz hatte, die Plakate in Ingolstadt aufgehängt habe und die Person nicht ermittelt werden könne.
Hierzu erklärte der Zentralratsvorsitzende Romani Rose: „Angehörige unserer Minderheit werden seit 2013 in verschiedenen Wahlkämpfen mit eben diesen volksverhetzenden Plakaten aus der Rechtsgemeinschaft ausgegrenzt. Deswegen forderten wir die Stadt Ingolstadt dazu auf, die Plakate abhängen zu lassen. Die Stadt weigerte sich, da ihrer Rechtsansicht zufolge eine Volksverhetzung nicht vorliege und die rassistische Parole von der Meinungsfreiheit gedeckt sei. Die Stadt hatte positive Kenntnis von den Plakaten. Wären diese ordnungswidrig aufgehängt worden und nicht der NPD zuzuordnen, hätte die Stadt die Abhängung veranlasst. Durch die Form der Ermittlungsarbeit und die Begründung, wie sie von der Staatsanwaltschaft Ingolstadt gewählt wurde, wird unser Rechtsstaat ad absurdum geführt. Read the rest of this entry »
Januar 25th, 2018 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Amnesty International kritisiert die Aufnahme eines neuen Wegweisungsgrunds «gegen unerlaubtes Campieren» im Polizeigesetz des Kantons Bern (mehr hier). Die „Lex Fahrende“ bietet keine Lösung für das Problem der fehlenden Stand- und Durchgangsplätze und droht den Antiziganismus zu fördern.
Amnesty International Schweiz, 24.1.2018: In den letzten Jahren kam es zu Schließungen zahlreicher Stand- und Durchgangsplätze in der Schweiz. Diese wurden mehrheitlich nicht ersetzt. Mit der Besetzung der Kleinen Allmend in Bern im April 2014 (mehr hier und hier) durch VertreterInnen der Bewegung Schweizer Reisender kam dieser Problematik endlich auch die notwendige politische Bedeutung zu und es konnten zwischenzeitlich einige Provisorien geschaffen werden. Von diesen können aber vor allem Schweizer Fahrende profitieren und sie stehen ausländischen Fahrenden oft nicht zur Verfügung.
«Die Situation ist sowohl für die Schweizer Fahrenden und noch viel mehr für die ausländischen Fahrenden prekär und für die Betroffenen mehr als unbefriedigend», sagt Denise Graf, Juristin bei Amnesty International Schweiz.
Problem auf die lange Bank geschoben
Es sind zwar Bemühungen im Gang, in der kantonalen Raumplanung definitive Stand- und Durchgangsplätze zu schaffen, doch die Resultate dieser Bemühungen lassen auf sich warten. Bislang gibt es keine offiziellen Plätze im Kanton Bern für ausländische Fahrende. Sie sehen sich deshalb dazu gezwungen, sich auf privaten Grundstücken niederzulassen. Dies führt bei der Bevölkerung oft zu Ablehnung und Ressentiments gegenüber Roma, Sinti und Jenischen.
Solange die Berner Behörden ihre Aufgaben nicht gemacht haben, können sie nicht polizeilich gegen die ausländischen Fahrenden vorgehen, die sich auf privaten Grundstücken niederlassen. Bei einer polizeilichen Wegweisung muss die Polizei den Fahrenden die Adresse eines offiziellen Ortes geben können, wo sie Durchgangsplätze finden können. Read the rest of this entry »
Januar 23rd, 2018 |
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Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
Raoul-Wallenberg-patijaripe: Europitiko rot patijarel o centro le Romane tschatschipenge (ERRC) ande Budapest
O centro sa kerel, kaj le lek bareder tschulipeske andi Europa feder te dschal, phenel o generalsekretari la thansekera organisacijonatar, Thorbjørn Jagland uso prik dipe le patjaripestaer ande Straßburg. I organisacija pe but soralipeha la flogoskera grupnake le Romenge ande bescharel. Lengere butschaschtscha – but lendar Roma hi – sikade, hot o kejmpinipe gejng i diskriminacija taj rasismus barikane schaj kerdo ol, phenel o Jagland use. Ov le direktoriske le centrumistar Ðorđe Jovanović o 10.000 Euro prik dija. I 1996 kerdi organisacija pomoschinel but Romenge te le aun sesim ule gejng diskriminacija vaj rasistischi motivirti schtraufinipeskere keriptscha. Read the rest of this entry »
Januar 22nd, 2018 |
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Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Eva Horvath. Foto: Jennifer Papai. Schnitt: Jennifer Papai und Eva Horvath
Grenzenlose Armut
Uso alav tschoripe but upro dschene, saven hibo peder o schero nan vaj upre vilagi, save dur amendar bejg hi, gondolinen. Kaj le tschoripe but avre formtscha hi taj kaj manuschen del, save buti keren, ham tschore hi, butvar pobisterdo ol. Pomoschaschkiji taj pomoschaschtscha andar o „Team Österreich“, habeskere koji khetan keden, save le botendar, le pekarendar, le selelnipekere gadschendar taj producentendar, oni potschintschago, prik dim on.
Beim Wort Armut denken viele an Obdachlose oder an ferne Länder. Dass Armut viele andere Formen hat und es Menschen gibt, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen und trotzdem arm sind, wird ganz vergessen. Freiwillige Helferinnen und Helfer des „Team Österreich“ sammeln Lebensmittel, die von Supermärkten, lokalen Lebensmittelgeschäften, Bäckern, Gemüsebauern und Produzenten kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
(Redakcijona: Eva Horvath; kipo: Jennifer Papai; tschinaschi: Jennifer Papai taj Eva Horvath)
Januar 20th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Udo Engbring-Romang:
»Mit einer Rückkehr ist nicht mehr zu rechnen …«
Die Verfolgung der Sinti und Roma in Mannheim
Quellen und Darstellungen zur Mannheimer Stadtgeschichte, Bd. 11
Jan Thorbecke Verlag: Ostfildern 2017
Hardcover, 160 S., ISBN: 978-3-7995-0960-2
Wie überall in Deutschland wurden im März 1943 Sinti und Roma aus Mannheim von den nationalsozialistischen Machthabern in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Ziel war wie bei den Juden die Beseitigung der als »außereuropäische Fremdrasse« bezeichneten Menschen. Die Diskriminierung und Verfolgung begann aber nicht erst in der Zeit des Nationalsozialismus; schon früher wurden sie ausgegrenzt und waren bereits in der Weimarer Zeit staatlichen Repressionen ausgesetzt. Read the rest of this entry »
Januar 19th, 2018 |
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Einrichtungen, Interview, Politik, Radio, Podcast & TV
Roma sam
Radijo Burgenland: 8.1.2018 | (on demand)
Flogoskero grupnengero bajrot: Gärtner-Horvath terdscharel pe papal uso völinipe le anglebeschtostar
Ada bersch, ando feberi vaj merc, o flogoskero grupnengero bajrot papal nevo konstiturim ol. O anglebeschto Emmerich Gärtner-Horvath papal te kanidirinel kamla. Ov adi kherodaschi use i adivesakeri sendung Roma sam hi.
Le paldikipeske o Emmerich Gärtner-Horvath la butjaha le Romane organisacijendar loschando pe sikal. Poar barikane projektscha sar ando mediji barikane prik bescharde ule taj o upre terdschavipe le gondolipeskere tablinendar latsche rejalisirim ol. Te o Emmerich Gärtner-Horvath o schajipe uschtidija i funkcijona ando bajrot papal pantsch berscha te kerel, leske i lek barikaneder buti hi, o konstruktivi dijalog la neva regirungaha te kerel, phenel lo. „Te i medijakeri buti andi flogoskeri grupn andi redakcija leske meg mindig barikano hi“, phenel o anglebeschto Emmerich Gärtner-Horvath.
Kada o Rudolf Sarközi mulo, i funkcijona jek bersch schutschi atschini. O Emmerich Gärtner-Horvath andar Roma-Service o anglebeschipe le flogoskere grupnengere bajrotistar le Romendar ando merc 2017 prik lija.
(volksgruppen.orf.at)
Januar 18th, 2018 |
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Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
Europäisches Zentrum für Rechte der Roma (ERRC) erhält Raoul-Wallenberg-Preis für Kampf gegen Rassismus und Menschenrechtsverletzungen
Das Europäische Zentrum für die Rechte der Roma mit Sitz in Budapest erhielt gestern den Raoul-Wallenberg-Preis des Europarates für seinen Kampf gegen Diskriminierung, Anti-Roma-Rassismus und Verletzungen der Rechte der Roma. Das Zentrum wendet innovative rechtliche Maßnahmen und evidenzbasierte Forschung an und erarbeitet einschlägige Strategien. Thorbjørn Jagland, Generalsekretär des Europarates, erklärte bei der Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten Preises an den Direktor des ERRC, Ðorđe Jovanović: „Es ist bedauerlich, dass Personen und Gruppen auf unserem Kontinent weiterhin Menschenrechtsverletzungen und schlechter Behandlungen ausgesetzt sind. Umso erfreulicher ist es daher, dass Auszeichnungen wie diese die Aufmerksamkeit auf Probleme lenken, die sonst vielleicht unbeachtet geblieben wären – und jene Personen würdigen, die außergewöhnliche Anstrengungen unternehmen, um sie zu bekämpfen. Ich freue mich mitteilen zu dürfen, dass der Preis in diesem Jahr an eine Organisation geht, die Hindernisse beseitigt, mit denen die Roma, die größte europäische Minderheit, konfrontiert sind. Eine Organisation, deren Energie, Hartnäckigkeit und Glaube an den Rechtsstaat dafür sorgen, dass die Rechte der Roma anerkannt werden. Eine Organisation, deren Mut und Entschlossenvheit eine Inspiration für junge Roma sind und die ihnen eine Zukunft voller Hoffnung aufzeigt.“ Die gemeinnützige Organisation, deren Leitung und Mitarbeiter mehrheitlich Roma sind, ist unermüdlich und effizient in ihrem Kampf gegen Anti-Roma-Rassismus und Menschenrechtsverletzungen in zahlreichen Ländern, ergänzte der Generalsekretär.
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Januar 17th, 2018 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Musik
O nacis ando Pariser koncertakero kher loschane use pumen micinen, na dur niko buter upro padi beschel. Le svingistar la gitaratar niko naschtig pe tschil. Mirno o Reinhardt le dschenen use peste cidel taj jeke tikne asajipeha ov pal pe cidel upral i bühne. Paraschtun o „Django – Ein Leben für die Musik“ ando kino te dikel hi.
Ada leskero drama hi, le barikane gitarististar taj bandleaderistar, savo ojs pijonir le europitike jazzistar prindschardo hi. O film le francitike Etienne Comaristar phral i 67. Berlinale ando feberi. O „Django“ khelel pe andi ande limi Francija 1943 taj phutschel pe palo falikeripe le Sinti muschikastostar Reinhardt uso naci, save leske ando Paris nischta na kerde. Le avre Sinti taj Romen ham tradnahi taj murdarnahi. Avre alavenca: Schaj jek kinstleri kompromistscha le bengeha ande dschal, te leskeri kunst vaschoda schaj atschel? O Reinhardt (Reda Kateb) phenel upro phutschajipe ande jek leskere vakeripendar pra piranjaha Louise (Cécile de France): „Me muschikaschi som. Me muschika kerav, ada lek feder dschanav. Ko mre use schunaschtscha hi, nan mro problemo.“
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Januar 16th, 2018 |
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Einrichtungen, Interview, Politik, Radio, Podcast & TV
Roma sam
Radio Burgenland: 8.1.2018 | (on demand)
Volksgruppenbeirat: Gärtner-Horvath stellt sich nochmals zur Wahl als Vorsitzender
volksgruppen.orf.at: Heuer, im Februar oder März, wird der Volksgruppenbeirat für Roma neu konstituiert. Dessen Vorsitzender Emmerich Gärtner-Horvath will nochmals kandidieren. Er ist zu Gast in der aktuellen Ausgabe von Roma sam.
Rückblickend zeigt sich Gärtner-Horvath mit der Arbeit der Romaorganisationen zufrieden. Einige wichtige Projekte im Bereich Medien wurden erfolgreich umgesetzt und die Aufstellung der Gedenktafeln im entsprechenden aufklärerischen Rahmen realisiert. Falls Emmerich Gärtner-Horvath die Möglichkeit genießen würde, die Funktion als Vorsitzender im Beirat für weitere fünf Jahre auszuüben, sei die wichtigste Aufgabe für die nächste Legislaturperiode, einen konstruktiven Dialog mit der neuen Regierung herzustellen, meint er. Read the rest of this entry »
Januar 14th, 2018 |
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Brauchtum & Tradition, Religion
In der Nacht zum 14. Jänner feiern Roma am Balkan das nach dem heiligen Vasili benannte Fest Vasilica. 2014 berichtete Antje Stiebitz für Deutschlandfunk Kultur über das religionsübergreifende Neujahrsfest der Balkan-Roma und seine Hintergründe:
(…) Warum Vasilica gerade mit dem Neujahrstag der orthodoxen Christen zusammenfällt, erklärt Bosiljka Schedlich vom Südost-Europa-Kultur e.V.: „Roma haben überall, wo sie gelebt haben, die Religion der Mehrheitsbevölkerung angenommen. Um nicht besonders aufzufallen und nicht verfolgt zu werden, um akzeptiert zu werden. So war das auch in Serbien, und bis zum 15. Jahrhundert, bis zur Ankunft der Osmanen, waren sie orthodox. Viele Roma sind dann wie die Serben zum Islam übergetreten. Aber dieses Fest feierten sie weiter.“
Ob christlich-orthodox oder muslimisch – alle Balkan-Roma feiern Vasilica. Denn der Mythos um Vasilica reicht bis in die Zeit zurück, in der die Roma aus Indien nach Europa wanderten. Damals räumten die Roma dem heiligen Vasili und der Gans einen wichtigen Platz ein. Die Erzählung beschreibt, wie böse Krieger die Roma vertrieben. Auf der Flucht kamen sie zu einem großen Wasser. Vermutet man ihre Wanderroute von Nordindien, über Pakistan, in den Iran, könnte es sich bei dem „großen“ Wasser um den Arabischen Golf handeln. Da sie das Wasser nicht überwinden konnten, baten sie Gott um Hilfe, erzählt Bosiljka Schedlich: „Der Gott (…) öffnete einen Weg im Wasser und sie liefen los. Und sie kamen bis in die Mitte des Wassers. Da fragte der Gott den Anführer der Roma, den König Phiraon, der inzwischen etwas überheblich geworden war, und auf die Frage Gottes, wer ihnen nun hilft, sagte der Phiraon: Ich, das ist meine Macht! Der Gott bestrafte dann alle Roma und ließ das Wasser wieder zurückkehren.“
Der heilige Vasili sah die Not der Roma (…). Da legte er bei Gott ein gutes Wort für sie ein. Erfolgreich, denn Gott schickte den Roma Gänse, die sie auf ihre Flügel nahmen und über das Wasser flogen. Auf diese Weise wurden der heilige Vasili zum Vermittler zwischen der alten und der neuen Religion der Roma. Read the rest of this entry »
Januar 13th, 2018 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Eva Horvath und Adolf Gussak. Kamera: Josef Horvath. Schnitt: Emmerich Gärtner-Horvath
Gondolipeskeri tablina le Romenge Bujschochate
Seit dem 17. Jahrhundert sind Angehörige der Volksgruppe der Roma auf dem Gebiet des heutigen Österreich beheimatet. Bevor die Nationalsozialisten die Herrschaft an sich rissen, lebten ca. 300 Roma in Buchschachen (Bezirk Oberwart). Mit der ersten großen Deportation im Sommer 1939 begann ihre Vernichtung. Anlässlich der Dorfplatzerneuerung in Buchschachen, wurde am 1.11.2016 eine Gedenktafel für alle Gefallenen und insbesondere für die Angehörigen der Volksgruppe der Roma enthüllt.
Sajt o 17to schelberschengero, dschene la flogoskera grupnatar le Romendar upo than la adiveseskera Austrijatar, kher hi. Angloda o nacijonalsocijalistscha o rajipe ande line, valami 300 Roma Bujschochate dschivnahi. Le erschti ledschipeha ando linaj 1939 lengero murdaripe kesdintscha. Read the rest of this entry »
Januar 12th, 2018 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Jennifer Papai, Schnitt: Josef Horvath
O schajipe upre jek sikadipe
Seit 1990 besteht in Oberwart das Lernbetreuungsprojekt und wurde vom Verein Roma durchgeführt. 2017 übernahm der Verein Roma-Service durch das Ausscheiden des Vereins Roma das Lernbetreuungsprojekt. Durchschnittlich nehmen 30 Kinder an der Außerschulischen Lernbetreuung teil. Die Schüler erhalten täglich Förderunterricht und Unterstützung bei den Hausaufgaben. Lerndefizite werden gezielt aufgeholt, und vor Schularbeiten und Tests wird gesondert in der Gruppen- und Einzelbetreuung gefördert. Die Lernbetreuung gibt vielen Roma-Kindern die Chance auf eine gute Bildung, um im späteren Leben in der Arbeitswelt Fuß fassen zu können.
Sajt 1990 Erbate o siklipeskero projekto del taj le farajnistar Roma kerdo ulo. 2017 o farajn Roma-Service ada siklipeskero projekto prik lija, mint o farajn Roma use tschapintscha. Valami 30 tschave uso siklipe an. O ischkolaschtscha sako di pomoschago use pumare butj uschtiden. Siklipeskere deficitscha upre butschalim on, angle ischkolakere butja ande grupn vaj sakone tschave korkore, siklim ol. Read the rest of this entry »
Januar 10th, 2018 |
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Rassismus & Menschenrechte
In den späten Abendstunden des 29. Dezember wurde in Plauen (Sachsen) ein Brandanschlag auf ein Haus verübt, in dem vorwiegend Roma-Familien aus der Slowakei und Rumänien wohnen. Augenzeugen berichten von rassistischen Kommentaren und „Sieg-Heil“-Rufen von Anwohnern. Die Feuerwehr soll beim Einsatz attackiert worden sein.
Das Feuer, das im Keller gelegt wurde, zerstörte das fünfstöckige Wohnhaus, in dem sich 40 Personen aufhielten, so stark, dass es in der nächsten Zeit nicht bewohnbar ist. 19 Bewohner wurden bei dem Anschlag verletzt, darunter auch acht Kinder. Zwei Frauen (29 bzw. 39) und zwei Kinder (2 bzw. 8 Jahre) schwebten vorübergehend sogar in Lebensgefahr. Dies berichtet das Onlinemagazin Belltower.news. Trotz der Schwere des Vorfalls „wurde der Fall bisher nicht überregional beachtet“.
Der mutmaßliche Täter, ein 25-jähriger Deutscher, wurde kurz nach der Tat festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft schweigt der Mann bisher zur Tat. Bis Oktober 2017 soll er selbst in dem Haus gewohnt haben, sei dann aber die Miete schuldig geblieben und schließlich ausgezogen. Noch unklar ist, ob daher ein Streit mit dem Vermieter hinter der Tat stehen könnte. „Gegen ihn wird wegen versuchten Mordes in mehreren Fällen, schwerer Brandstiftung und schwerer Körperverletzung ermittelt“, heißt es auf Belltower.news.
Die Bewohner sind momentan in Notunterkünften untergebracht. Sie „werden über Spenden, Kleiderkammern und die Plauener Tafel mit dem Nötigsten versorgt. Viele flohen barfuß und leicht bekleidet aus dem brennenden Haus. Für die größeren Familien wird nun dringend Wohnraum gesucht.“
Über die Szenen vor dem brennenden Gebäude schreibt Belltower.news:
Augenzeugen berichten von rassistischen Kommentaren und „Sieg Heil“-Rufen von Anwohner_innen. Außerdem sollen Feuerwehrleute beim Einsatz attackiert worden sein. (…) Alarmierend für die Situation im Stadtteil ist ein Bericht in der „Freien Presse“ über zwei 18 und 19 Jahre alte Schüler, die auf dem Rückweg vom Kino an dem brennenden Haus vorbeikamen und spontan Hilfe leisteten (…). Die Schüler berichten u.a., im zweiten Stock hätten Männer Kinder an den Handgelenken aus den Fenstern gehalten. Read the rest of this entry »
Januar 10th, 2018 |
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Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Fachgespräch (21.2.) und Konferenz (22./23.2.) zu „Antiziganismus und Film“ in Berlin
Das Thema „Antiziganismus und Film“ ist hochaktuell und eine tiefergehende Auseinandersetzung und Debatte dazu steht bislang aus. In den letzten Monaten gab es größere öffentliche Aufmerksamkeit und kritische Debatten zu gleich drei aktuellen Kinoproduktionen. Zum einen die inhaltliche Ausrichtung des Kinder- und Jugendfilms „Nellys Abenteuer“ (hier und hier) wie auch seine Produktionsbedingungen, die auf Einladung des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma bei einem Fachgespräch in Berlin kontrovers diskutiert wurden. Zum anderen der französische Film „À bras ouverts“ („Hereinspaziert“), der bereits Anfang des Jahres in Frankreich eine Debatte über Rassismus im Kino auslöste und nun auch in Deutschland und Österreich stark kritisiert wird. Auch die Besetzung einer männlichen Hauptrolle in der geplanten Verfilmung von Mikey Walshs Memoiren „Gypsy Boy“ mit Benedict Cumberbatch hat in Großbritannien eine Diskussion über „Whitewashing“ im Kino angefacht.
Bereits seit Jahren ist das Thema „Roma“ und damit in vielfältiger Weise auch das Thema „Antiziganismus“ in der Filmbranche präsent. Filme wie „Epizoda u životu berača željeza“ („Aus dem Leben eines Schrottsammlers“), „Csak a szél“ („Just the wind“) oder „Aferim!“ erlangten Preise auf den großen Filmfestspielen. Aufwendige Kinoproduktionen wie „Sherlock Holmes: A Game of Shadows“ („Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“) oder „Chocolat“ („Chocolat – Ein kleiner Biss genügt“) bemühen antiziganistische Stereotype und verschiedenste Fernsehproduktionen der letzten Jahre und Jahrzehnte setzen sich gewollt oder ungewollt mit diesem Themenfeld auseinander. Erinnert sei nur an die kontroversen Diskussionen zu den Tatort-Folgen „Armer Nanosh“ (1989) und „Brandmal“ (2008). Filme, die explizit aus einer Romani-Perspektive produziert und erzählt werden, schaffen es hingegen selten über den Status des ‚Nischenfilms’ hinaus.
Vorläufiges Programm Read the rest of this entry »
Januar 9th, 2018 |
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Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
2017/2018
TSCHIBTSCHA: Präsentation der Teilnehmer/innen
TSCHIBTSCHA, zu Deutsch „Sprachen“, ist der Titel des Medienprojekts des Vereins Karika in Kooperation mit dem Verein Roma-Service und der ORF-Volksgruppenredaktion. Im Lehrgang „Teil 1: Roma-Empowerment“ werden acht Volksgruppenangehörige der Roma im Bereich Medien als Multiplikatoren ausgebildet.
TSCHIBTSCHA, nimtschkon „Sprachen“, o anav le medijakere projektostar le farajnistar KARIKA andi khetani buti le farajniha Roma-Service taj la ORF-flogoskere grupnakera redakcijonaha hi. Ando siklipeskero „falati 1: Roma-Empowerment“ ofto dschene la flogoskera grupnatar le Romendar, ando than mediji ojs multiplikatortscha ar siklim on.
(Text: Radio Erba/Erba TV))
Januar 7th, 2018 |
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Facts & Figures
Die älteste bekannte Erwähnung von Roma (Sinti) in Deutschland (1407 in Hildesheim) bezeichnete diese als „tateren“ (Tartaren).
(Quelle)