Berlinale: „Csak a szél“ („Just The Wind“)

Februar 16th, 2012  |  Published in Film & Theater  |  2 Comments

Just the Wind (Foto: Berlinale-Programm)Heute feiert der Spielfilm „Csak a szél“ („Just The Wind“; Regie: Bence Fliegauf) als ungarischer Wettbewerbsbeitrag bei der Berlinale seine Weltpremiere. Über den Film, den die rechtsnationale Regierung in Ungarn ganz offensichtlich als willkommenes „Feigenblatt“ für ihre desaströse Roma- und Filmpolitik zu instrumentalisieren gedenkt, heißt es im Programm des Festivals:

Die Nachricht verbreitet sich in Windeseile: In einem ungarischen Dorf wurde eine Roma-Familie ermordet. Die Täter sind entkommen, niemand will eine Ahnung davon haben, wer das Verbrechen begangen hat. Eine andere Roma-Familie, die nahe dem Tatort lebt, sieht sich in ihrer latenten, mühsam verdrängten Angst bestätigt. Der Vater ist weit weg in Kanada; er möchte seine Frau, die Kinder und den Großvater nachholen, sobald es ihm möglich ist. Die Familie, von rassistischem Terror bedroht und von einer schweigenden Mehrheit im Stich gelassen, versucht den Tag nach der Tat zu überstehen. Und abends, als die Dunkelheit über das Dorf hereinbricht, rückt man im Bett noch enger zusammen als sonst. Doch die Hoffnung, dem Wahnsinn zu entkommen, erweist sich als trügerisch.

Ausgehend von einer realen Mordserie, der in Ungarn in wenig mehr als einem Jahr acht Menschen zum Opfer fielen, schildert Bence Fliegauf die Pogromstimmung, aus der Gewalt gegen Minderheiten entsteht. Die Kamera haftet sich eng an die Fersen der Figuren und macht ihre zunehmende Atemlosigkeit auch physisch erfahrbar.

Responses

  1. dROMa-Blog | Weblog zu Roma-Themen | Ein Film als Feigenblatt says:

    Februar 16th, 2012 at 14:39 (#)

    [...] „Csak a szél“ („Just The Wind“) wird heute in Berlin erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Noch hat den Film (Regie: Bence Fliegauf) aufgrund des strengen Berlinale-Reglements niemand [...]

  2. dROMa-Blog | Weblog zu Roma-Themen | Berlinale: „Revision“ von Philip Scheffner says:

    Februar 17th, 2012 at 11:11 (#)

    [...] ungarische Spielfilm „Csak a szél“ („Just The Wind“), (hier und hier) der nach seiner gestrigen Premiere als aussichtsreicher Kandidat für den Goldenen Bären [...]