Archive for Dezember, 2017

Verdrängte Perspektiven (Radiofeature)

Dezember 29th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Verdrängte Perspektiven – ein Sinto auf Spurensuche
Ein Audiofeature in zwei Teilen von Isabel Andiel & Lisa Beulshausen
Begleitbroschüre zur Sendung (pdf)


Bis heute führen gesellschaftliche Ressentiments gegen­über Roma und Sinti zu Aus­gren­zung und Dis­krimi­nie­rung. Eine tief­grei­fende Aus­einan­der­setzung mit Antiromaismus und der Auf­arbei­tung des Völkermords an ihnen ist bis­her nicht erfolgt. Mit unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven und Erzähl­strängen in­vol­viert das Audiofeature, klärt auf und regt an, neue Wege der Aus­einan­der­setzung ein­zu­schlagen.

Der Aspekt der Spurensuche nach der eigenen Vergangen­heit im National­sozia­lis­mus wird unter ande­rem durch den Prota­go­nis­ten Robert Richter be­leuch­tet. Er steht als Ver­bindungs­glied zwi­schen Ver­gangen­heit und Ge­gen­wart. Seine Großmutter Barbara Richterrova war u.a. im Kon­zentra­tions­lager Lety inhaf­tiert und über­lebte das KZ Auschwitz-Bir­kenau. Als Enkel hat sich Robert Richter stark mit seiner Familien­geschichte aus­einander­gesetzt und nach­geforscht. Eine er­wei­ter­te Perspek­tive auf die Ver­folgung und Ver­nichtung von Roma und Sinti im Natio­nal­sozialis­mus wird durch Erfahrungs­berichte von weite­ren Zeitzeugen/in­nen ge­geben. Read the rest of this entry »

Loke perel o dschiv

Dezember 26th, 2017  |  Published in Brauchtum & Tradition, Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Martin Horvath

Leise rieselt der Schnee

„Leise rieselt der Schnee“ ist eines der bekanntesten Winter­lie­der in deut­scher Sprache. Es wurde vom evan­ge­lischen Pfarrer Eduard Ebel (1839–1905) 1895 in Graudenz (West­preußen, heu­te Polen) ge­schrie­ben und unter dem Titel „Weihnachts­gruß“ in des­sen Band „Gesam­melte Gedichte“ ver­öffent­licht. Im Zuge des Pro­jektes „Dschila le Romen­dar an­dar o Burgenland – Lieder der bur­gen­ländi­schen Roma“ wurde das Lied in einer Romanes-Ver­sion ver­fasst.

„Loke perel o dschiv“ jek le lek feder prindscharde dsche­ven­des­kere dschilen­dar andi nimtschki tschib hi. I dschili le masune rascha­jistar Eduard Ebel (1839–1905) 1895 ande Graudenz pisim uli taj telal o anav „Weihnachts­gruß“ ande les­keri kenva „Gesam­melte Ge­dich­te“ ar dim. Ando keripe le pro­jek­tostar „Dschila le Ro­men­dar andar o Bur­genland – Lieder der bur­gen­län­di­schen Roma“, i dschili ande jek Ro­ma­nes-ver­sijo­na ar dim uli.

(Jek keripe le Martin Horvathistar)

Boschitscha | Weihnachten

Dezember 25th, 2017  |  Published in Brauchtum & Tradition, Radio, Podcast & TV

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Kerstin Horvath; Interview: Marcel Horvath; Cutter: Josef Horvath


Boschitschon sa vasch i harmonija, o mirnipe taj butvar vasch o pali­ke­ripe pe te irinel. Pali­keripe le bari­kane manu­schenge, save amaro dschi­vipe asaj schukar keren. Boschi­tscha jek mula­tin­tschago hi, jek pali­keripe ar te vake­rel. Taj te le na bare ala­venca schaj kertscham, tikne ko­jenca amare kamle dsche­nen­ge schaj famit­linas, hot bas­tale sam, kaj len ande amaro dschi­vipe del.

Zu Weihnachten soll sich alles um Harmonie, Ruhe und vor al­lem Dank­bar­keit dre­hen. Dank­bar­keit für die einzig­arti­gen Men­schen, die unser Leben so lebens­wert machen. Weih­nachten ist ein Fest, ein An­lass, einfach mal Danke zu sagen. Auch wenn man es nicht groß mit Wor­ten hat, kann man mit kleinen Auf­merk­sam­keiten seinen Liebs­ten ver­mitteln, dass man glück­lich ist, sie in seinem Leben zu haben.

(Redakcijona: Kerstin Horvath; vakeripe: Marcel Horvath; tschinaschi: Josef Horvath)

Mirni rat, kedveschni rat!

Dezember 24th, 2017  |  Published in Allgemeines, Musik, Romani

O farajn Roma-Service
latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch 2018 kivaninel!

Der Verein Roma-Service wünscht Ihnen ein schö­nes Weihnachts­fest und ein gutes neues Jahr 2018!

1.  Mirni rat, kedveschni rat!
Cile son, korkore atschon,
tschak o kamlo kedveschno poar.
Jaj bi schukar hi o tikno tschau,
ando mirno lo sol,
ando mirno lo sol.

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Dialogplattform: Außerschulische Jugendarbeit

Dezember 23rd, 2017  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Adolf Gussak; Kamera: Josef Horvath; Cutter: Emmerich Gärtner-Horvath

Romengeri-dialogoskeri seletoskeri forma: „Buti le ternenca pal i ischkola“

Am Freitag, den 24. 11. 2017 fand die 20. Roma-Dialogplattform des Bun­des­kanz­ler­amtes im Hause der Volks­anwalt­schaft Wien statt. Zur 20. Dia­log­platt­form lud Frau Dr. Susanne Pfanner, Lei­terin der Roma-Kon­takt­stelle, zum Thema „Außer­schu­li­sche Jugend­arbeit“ ein. Durch die EU-weite Roma-Stra­tegie 2020 sind die Mit­glieds­staaten der Euro­päi­schen Union auf­ge­for­dert, die aktive Ein­bin­dung der gesam­ten Roma-Zivil­gesell­schaft in die Umsetzung der na­tio­na­len Roma-Stra­tegien zu för­dern. Die öster­rei­chi­sche nationale Roma-Kontaktstelle im Bun­des­kanz­ler­amt hat zu diesem Zweck im Juni 2012 eine Roma-Dia­log­platt­form geschaf­fen. Diese bringt regel­mäßig Behörden­vertre­ter/innen von Bund, Ländern, Städten und Ge­mein­den mit diver­sen Roma-Or­gani­sa­tio­nen und Ver­tretern der Roma-Zivil­gesell­schaft sowie Ex­perten und Exper­tin­nen ver­schie­de­ner Lebens­bereiche zu­sam­men. Ziel ist es, Raum für einen of­fe­nen Dialog zu schaf­fen, in dessen Mittel­punkt die Per­spek­tive der Roma steht.

Paraschtuja, ando 24.11.2017 i 20ti Romengeri-dialogoskeri sele­tos­keri forma le bun­des­kancle­ris­kere birov­tscha­gostar ando kher le flogos­kere fisch­garo­schen­gere birov­tscha­gostar Betschi, tel liker­di uli. Usi 20to dialogos­keri sele­tos­keri forma i Susanne Pfanner, schero le Ro­men­gere-kon­taktos­kere tha­nistar, usi tema „buti le ter­nenca pal i ischkola“ akar­tscha. Read the rest of this entry »

Khetanperipe ando Advent 2017

Dezember 21st, 2017  |  Published in Brauchtum & Tradition, Einrichtungen, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Jennifer Papai; Kamera: Josef Horvath; Cutter: Adolf Gussak

Roma-Advent 2017

O farajn KARIKA, suboton, ando 2to decem­beri 2017, o sako berschen­gero Ro­men­ge­ro-ad­vent ando kon­taktos­kero centrum Erbate telal o anav „khe­tan sorale sam taj khe­tan vala­so te mici­nel kamaha“ tel liker­tscha. O mula­tin­tschago le or­gani­sato­ren­dar taj le birostar la foros­kera ge­majn­datar Erba, Georg Rosner, pra­dim ulo. O barikanipe adale mula­­tintscha­gostar o arpa­ruji­pe masch­kar o Roma taj o gadsche hi. Le ga­dschen o schaj­ipe sina, bute­der pedar i kultura le Romen­dar te schunel. Tradi­cijo­neli habe andar i Romen­geri-kojn­ha taj tra­dicijo­neli Romen­geri-mu­schika la Stefan „Pisti“ Horvath ban­datar taj la bur­genlandi­tika banda­tar „Romano Rath“ dija.

Der Verein Karika veranstaltete am Samstag, 2. Dezem­ber 2017, den all­jähr­li­chen Roma-Advent im Kon­takt­zentrum in Oberwart unter dem Motto „Ge­mein­sam sind wir stark und gemein­sam wollen wir was be­we­gen“. Er­öffnet wurde die Ver­anstal­tung von den Or­gani­sa­toren und vom Bürger­meister der Stadt­gemein­de Oberwart, Herrn LAbg. Georg Rosner. Das Be­son­dere die­ser Ver­anstal­tung ist der Aus­tausch zwi­schen Roma und Nicht-Roma. Read the rest of this entry »

Radijo: Gedenktafelenthüllung in Jabing

Dezember 20th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Beitrag von Kerstin Horvath, Jennifer Papai, Josef Horvath u. Julius Horvath

Tel utscharipe la gondolipeskera tablinatar ande Batschiba

Vor der röm.-katholischen Kirche in Jabing fand unter dem Motto „Ein­la­dung zur heil­samen Erin­ne­rung“ am 17. No­vem­ber 2017 eine Gedenk­tafel­ent­hül­lung für Roma statt. Im National­sozia­lis­mus waren min­des­tens 93 Jabinger Roma depor­tiert oder er­mor­det wor­den. Dieser Men­schen wurde im Rah­men eines öku­me­ni­schen Gottes­diens­tes ge­dacht. Das soll eine heil­sa­me Erinne­rung für die Ge­meinde sein.

Angli römischi katolischi khangeri Batschibate telal o anav „aka­ripe uso sast­jardo palgondolipe“ ando 17to no­vem­beri 2017, jek tel utscha­ripe jeka gon­do­li­pes­kera tabli­natar, sina. Ando nacijo­nalso­cija­lis­mus vala­mi 93 batschi­ba­kere Roma ledschim taj mur­dar­de ule. Upre adala manu­scha ande jek öku­me­ni­schi mischa, gon­dolim ulo. Ada jek sast­jardo pal­gon­do­lipe la ge­majn­dake te ol.

(Jek keripe la Kerstin Horvathatar, la Jennifer Papaijatar, le Josef Horvathistar taj le Julius Horvathistar)

EU-Gremium tagt zu Romafeindlichkeit

Dezember 18th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

EU High Level Group (Foto: Antiziganismus auf der Tagesordnung der EU High Level Group zur Be­kämpfung von Rassis­mus, Frem­den­feind­lich­keit und an­deren For­men von Into­le­ranz

Die EU High Level Group zur Bekämpfung von Rassis­mus, Fremden­feind­lich­keit und an­deren Formen von Intoleranz, bei der Ver­tre­ter/innen der EU-Mit­glied­staaten und Ver­tre­ter/innen der Zivil­gesell­schaft zu­sammen­kom­men, legte bei ihrem 4. Tref­fen am 5. De­zem­ber 2017 be­son­deres Augen­merk auf das Phä­no­men Anti­ziga­nis­mus.

Vera Jourova, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleich­stel­lungs­fragen, brachte in ihrer Eröff­nungs­rede ihre tiefe Be­sorg­nis über die weit­verbrei­tete sozia­le Akzep­tanz von Antiziganismus zum Aus­druck. Als ak­tuel­les Beispiel nannte sie einen Fall von Hass­reden und Mord­dro­hun­gen gegen einen tsche­chi­schen Roma-Sänger, Gypsy.cz, der vom na­tio­na­len Gericht mit nur 4 Euro Strafe ge­ahndet wurde. Gerichts­urteile wie diese sen­den eine fatale Bot­schaft in die Gesell­schaft, wenn es darum geht, Anti­zigani­smus zu bekämpfen.

MdEP Soraya Post (S&D Fraktion) betonte die Notwendig­keit, die Haupt­ursache für Dis­krimi­nie­rung und Hass gegen Roma – den Anti­ziganismus – zu be­seitigen, und rief alle Regie­rungen und Pflich­ten­trä­ger/innen dazu auf, Ver­ant­wor­tung für ihre Bür­ger/innen zu über­nehmen. Post warnte: „Europa steht erneut am Scheide­weg. Extre­mis­tische Parteien geraten immer häu­figer in Regie­rungs­ver­ant­wor­tung, aus­länder­feind­li­che Stim­men werden immer lauter und bis­weilen von Regie­rungs­mit­gliedern toleriert.“

Jamen Gabriela Hrabanova, Direktorin des ERGO-Netzwerks, stellte in ihrem Beitrag das Referenz­papier Antiziganismus vor und wies darauf hin, dass es wich­tig sei, sich bei der Be­kämpfung von An­ti­ziga­nis­mus auf die Mehr­heits­gesell­schaft zu kon­zentrie­ren: „Es muss un­bedingt an­erkannt werden, dass Anti­ziganis­mus keine Min­der­heiten­ange­le­gen­heit ist.“ Read the rest of this entry »

Radijo: Gedenkfeier in Lackenbach (2)

Dezember 17th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Kerstin Horvath und Eva Horvath; Cutter: Marcel Horvath

Gondolipeskero mulatintschago le Romenge, Lackenbach 2017

Seit über dreißig Jahren findet in Lackenbach die Gedenk­feier für die von natio­nal­­sozia­­lis­­ti­­schen Re­gime er­mor­de­ten Roma und Sinti statt. Auch dieses Jahr wurde vor dem Mahnmal der Opfer ge­dacht. | Buteder sar tranda berscha ande Lackenbach jek gon­do­li­pes­kero mula­tin­tscha­go le mur­darde Romen­ge taj Sinti­jenge, telal o nacijo­nal­socija­lis­ti­schi re­schim, kerdo ol. Te ada bersch, upro opfer­tscha anglo gon­doli­pes­kero than, gon­dolim ulo.

(Jek keripe la Kerstin Horvathatar taj la Eva Horvathatar. Tschi­na­schi: Marcel Horvath.)

Siehe auch:
Radijo: Gedenkfeier in Lackenbach 2017 (1)

Bayern bekommt Vertrag mit Sinti und Roma

Dezember 16th, 2017  |  Published in Politik

Bayern: Kabinett beschließt Vertrag mit Sinti und Roma (Foto: www.bayern.de)Bayrische Landesregierung billigt Vertrag mit dem Landesverband Bayern der Deutschen Sinti und Roma

Der Ministerrat hat in der Kabinettssitzung am Diens­tag den Ver­trag zwi­schen dem Freistaat Bayern und dem Lan­des­ver­band Bayern der Deut­schen Sinti und Roma ge­bil­ligt. So soll die be­ste­hende enge Zu­sam­men­arbeit zwivschen dem Frei­staat und dem Landes­verband im Hin­blick auf Geschichts­bewusst­sein so­wie Auf­klä­rung und För­de­rung der Tole­ranz gegen­über Minder­heiten fort­gesetzt und inten­si­viert wer­den. Kultus­minis­ter Dr. Ludwig Spaenle: „Neben der Schoah, dem Völkermord an den Juden, ist der Massen­mord an den Sinti und Roma das zwei­te gro­ße geno­zi­da­le Ver­bre­chen des national­sozia­lis­ti­schen Deutsch­land. Die­ser Ver­trag ist Aus­druck des Bewusst­seins einer histo­risch-po­liti­schen Ver­ant­wor­tung, die in die Zu­kunft weist.“

In dem öffentlich-rechtlichen Vertrag wird außer­dem die finan­zielle För­de­rung durch den Frei­staat fest­ge­schrie­ben. Bis­lang sind die Zu­wei­sun­gen haus­halts­recht­lich frei­wil­li­ge Leis­tun­gen. Der Vertrag wird nun dem Landtag zur Kennt­nis ge­bracht, be­vor ihn Minister­prä­si­dent Horst Seehofer und der Vor­stands­vor­sit­zende des Landes­ver­bands Bayern der Deut­schen Sinti und Ro­ma Erich Schneeberger un­ter­zeich­nen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (179)

Dezember 15th, 2017  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Heute vor 75 Jah­ren, am 16.12.1942, ord­nete der sog. Ausch­witz­er­lass Hein­rich Himm­lers die Mas­sen­de­por­ta­tion der Ro­ma und Sin­ti nach Ausch­witz-Bir­ke­nau an.

(Quelle/pdf)

3. Antiziganismusbericht präsentiert

Dezember 14th, 2017  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte

Antiziganismusbericht 2017 Romano Centro (Hg.):
Antiziganismus in Österreich
Falldokumentation 2015–2017
Informationen für Betroffene und ZeugInnen
Wien, Dez. 2017, 32 S.

➔Download (pdf)

Der Verein Romano Centro präsentierte heute den drit­ten Bericht zu Anti­ziga­nis­mus in Österreich. Er ent­hält 55 anti­ziga­nis­ti­sche Vor­fälle aus den Berei­chen Medien, Politik, Zu­gang zu Gütern und Dienst­leis­tun­gen, Polizei, öffent­li­cher Raum, Arbeits­welt und Bildung. Sie rei­chen von Belei­di­gun­gen bis zu gewalt­täti­gen Über­griffen.

„Antiziganismus ist ein weit verbreitetes Problem. In den letzten Jahren sehen wir europa­weit ein Zu­neh­men rassis­ti­scher Rhetorik von Politi­kern, die damit ihre Popu­la­rität beim Wahl­volk er­hö­hen und gleich­zei­tig Anti­ziga­nis­mus ver­brei­ten und legi­ti­mie­ren“, sagt Mirjam Karoly von Romano Centro, und er­läu­tert weiter: „Wir be­grüßen, dass die Republik Öster­reich die Be­kämpfung von An­ti­ziga­nis­mus als Schwer­punkt in die Roma-Stra­tegie auf­ge­nom­men hat und wol­len mit dem vor­liegen­den Bericht die Öffent­lich­keit sensi­bi­li­sie­ren und den Betrof­fe­nen Mög­lich­kei­ten auf­zei­gen, sich gegen Ras­sis­mus zu wehren.“

Antiziganistische Diskurse in Medien und Politik

Die Berichterstattung über Roma hat in den letzten beiden Jahren ab­ge­nom­men, da­durch gibt es auch weni­ger Berichte, die Vor­urteile ver­breiten. „Dies dürfte vor allem auf die Fokus­sie­rung der Bericht­erstat­tung auf Flücht­linge zurück­zu­füh­ren sein“, er­läu­tert Ferdinand Koller, Re­dak­teur des Berichts. „Trotz­dem kommt es vor allem in den Boulevard­medien häufig zu anti­ziga­nis­ti­schen Dar­stel­lun­gen beim Thema Betteln: Armuts­betrof­fene Fa­mi­lien werden pau­schal als ‚orga­ni­sierte Banden‘ be­zeich­net und in die Nähe der Krimi­na­lität gerückt. Poli­ti­kerIn­nen auf Landes- und Gemeinde­ebene ver­wenden die­selben anti­ziganis­ti­schen Bilder um Ver­trei­bungs­maß­nahmen und unter­las­sene Unter­stüt­zung zu legi­ti­mie­ren“, er­klärt Koller.

In Linz wurden im Februar und März 2016 Brandanschläge auf die Zelte von mehr als 50 obdach­losen Per­so­nen, darun­ter auch viele Kinder, ver­übt. Read the rest of this entry »

„Viele versuchen, ihre Herkunft zu verschleiern“

Dezember 13th, 2017  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Tatjana Logwinjuk von Terne Roma (Foto: VolynNews.com)Ukrainische Roma werden von Behörden und Medien diskri­mi­niert – als Folge schot­ten sich Ge­mein­schaf­ten im­mer stär­ker ab. Frank Brendel (jW) sprach mit Tatjana Logwinjuk, der Lei­te­rin der Orga­ni­sa­tion »Terne Roma« (Junge Roma) in Lutsk, Ukraine.

Auch in der Ukraine gibt es eine Schulpflicht, die für alle gilt. Trotz­dem gibt es unter Roma in dem Land etli­che Analpha­be­ten. Wie kann es dazu kom­men?

Als die Ukraine unabhängig wurde, stieg der Anteil der Analpha­beten rapide. Bei den 30-jäh­rigen Roma liegt er bei rund 60 Pro­zent. Die Kinder gehen zur Schule, sitzen aber auf den hin­ters­ten Bänken und lernen kaum etwas. Die Lehrer ma­chen meis­tens die Eltern dafür ver­ant­wort­lich. Aber wie sollen die ihren Kindern hel­fen, die Schule zu bewäl­ti­gen, wenn sie selbst nicht lesen und schrei­ben können?
Als meine Tochter eingeschult werden sollte, wollte keine Leh­re­rin sie in der Klasse ha­ben, bis meine ukrai­ni­schen Bekann­ten dafür bürg­ten, dass man dieses Kind neh­men könne. Aber was soll einer machen, der keine sol­chen Be­kann­ten hat? Und wenn ein Kind aus ärm­li­chen Ver­hält­nis­sen stammt und nicht so sauber ist wie an­dere, dann heißt es häufig, es soll lie­ber zu Hause bleiben.

Wie steuern Sie dagegen?

Vor ein paar Jahren gründeten wir eine Versuchsklasse spe­ziell für Roma-Kinder. Das ging nach hin­ten los: Andere Kinder spra­chen von der »Affen­klasse«. Das Min­der­wertig­keits­gefühl der Roma-Kin­der wurde noch ver­stärkt. Dann haben wir Klassen als Vor­berei­tung für den Schul­eintritt ge­grün­det. Aber auf der all­gemein­bilden­den Schule kapseln sich die Kinder weiter­hin ein. Uns fehlt ein Programm zur Aus­bil­dung von demo­kra­tisch gesinn­ten Lehr­kräften, die sich von Stereo­typen über Roma frei machen.

Werden Roma auch in anderen Bereichen schlech­ter be­han­delt?

Wir werden ständig damit konfrontiert. Da gibt es zum Bei­spiel in den Kranken­häu­sern separate Kranken­zimmer. Nur weni­ge wehren sich da­ge­gen, aus Angst, nicht auf­ge­nom­men zu werden. Read the rest of this entry »

Damian Le Bas (1963–2017)

Dezember 11th, 2017  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Kunst & Fotografie

Damian Le Bas (Foto: www.jawdikh.pl)Völlig unerwartet und viel zu früh verstarb der briti­sche Künstler Damian Le Bas am Mor­gen des 9. Dezember 2017 in sei­nem Haus in Worthing. Der künst­le­ri­sche Partner und Ehe­mann von Delaine Le Bas war eine der trei­ben­den Per­sön­lich­kei­ten der Bewe­gung der Künst­ler/in­nen der Minder­heit der Sinti und Roma in Europa.

Bekannt wurde er mit seinen einzigartigen Collagen und Be­arbei­tun­gen von Landkarten, mit denen er sich mit klarem politi­schen Profil für die Gleich­berech­ti­gung der Minder­heit und ein kulturell freies und vor allem grenzen­loses Europa ein­setzte.

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Eine Million Unterschriften für Vielfalt

Dezember 10th, 2017  |  Published in Politik

Minority Safepack InitiativeEU-Bürgerinitiative:
Minority SafePack – eine Million Unterschriften für die Vielfalt Europas

➔ Unterschreiben

Wichtigste Ziele:
Wir fordern die EU auf, eine Reihe von Rechtsakten zu ver­ab­schie­den, um den Schutz für An­ge­hö­rige natio­naler und sprach­li­cher Minder­heiten zu ver­bes­sern sowie die kul­tu­relle und sprach­liche Vielfalt in der Union zu stärken. Diese umfas­sen politi­sche Maß­nah­men in den Berei­chen Regio­nal- und Min­der­heiten­sprachen, Bildung und Kultur, Re­gio­nal­politik, Par­ti­zi­pa­tion, Gleichheit, audio­visuelle Medien­dienste und an­dere mediale In­halte sowie regionale (staat­liche) För­de­run­gen.

Das Ziel der Bürgerinitiative ist also dass die Euro­päi­sche Union sich in Zu­kunft stärker mit Minder­heiten­themen be­fas­sen soll. Die Minority SafePack Initiative wurde von einem hoch­rangigen Bürger­aus­schuss im Som­mer 2013 ein­gereicht. Nach einer ab­leh­nen­den Ent­scheidung sei­tens der Kom­mission und nach einem langen Rechts­streit beim EU-Gericht in Luxemburg hat der Bürger­aus­schuss in Februar 2017 ge­won­nen. Nach einem Dia­log zwi­schen dem Bürger­ausschuss und der EU-Kommission wurde die Minority SafePack Initiative An­fang April 2017 re­gistriert. Hier­bei wurden von den elf ein­gereich­ten Vor­schlä­gen von der Kommission neun als in­ner­halb ihrer Kom­peten­zen lie­gend ein­ge­stuft. Für diese Vor­schläge wer­den nun die Unter­schriften ge­sam­melt. Bei mehr als einer Mil­lion Unter­schrif­ten ist die EU-Kom­mission ver­pflichtet, sich mit dem Thema zu be­fas­sen. Read the rest of this entry »

Respect Words: Hassrede in den Medien

Dezember 9th, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

RespectWordAus der Reihe „Respect Words“: Wie umgehen mit Hassrede in den Medien? – Antiziganismus als Phä­no­men der Mehr­heits­ge­sell­schaft

Radio Dreyeckland, 5.5.2017
➔Anhören (mp3): 58:40 min

Beim Seminar „Wie umgehen mit Hassrede in den Medien?“ spricht Markus End über Anti­ziga­nis­mus in den deutschen Medien. Er analy­siert dafür einen Bei­trag des Rund­funks Berlin-Bran­den­burg im Magazin Klartext vom 27. April 2016. Vor dem Hinter­grund anti­ziga­nis­ti­scher Kon­tinui­tä­ten seit dem Völker­mord im Na­tio­nal­sozia­lis­mus er­läu­tert Markus End die stereo­typen und dis­krimi­nie­ren­den Berichte über (ver­meint­li­che) Sinti und Roma, wie sie all­täg­lich in den Medien auf­tauchen.

Weitere Informationen zum Projekt Respect Words, das sich mit Hate Speech in den Medien be­schäf­tigt, un­ter www.respectwords.org

(Text: www.rdl.de)

Radijo: Gedenkfeier in Lackenbach 2017

Dezember 8th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Eva Horvath, Josef Horvath, Kerstin Horvath und Marcel Horvath

Gondolipeskero mulatintschago le Romenge taj Sintijenge ande Lackenbach 2017

Am 18.11.2017 fand in Lackenbach die alljährliche Ge­denk­feier vor dem Mahnmal für Roma und Sinti statt. Die Schüler aus dem Gym­na­sium Ober­pullen­dorf, Klas­se 7a, darun­ter Cara Thaler und Jakob Grössing, prä­sen­tier­ten anhand von Bildern die Ge­schichte der Roma im „Zigeuner­anhal­te­lager“. Sarah Gärtner-Horvath, Elias Gärtner-Horvath, Adolf Gussak und Michael Sztubics von der Lern­betreu­ung des Vereines Roma-Service lasen aus den Zeit­zeugen­be­rich­ten „Mri Historija“ vor. Hannah Lessing vom National­fonds der Republik Österreich für Opfer des Natio­nal­so­zia­lis­mus, Bürger­meis­ter Christian Weninger, Ing. Rudolf Stroma, 2. Land­tags­prä­si­dent, Christian Illedits, 1. Land­tags­prä­si­dent, Christian Klippl, Obmann des Kultur­verei­nes öster­rei­chi­scher Roma, und Landes­haupt­mann Hans Niessl spra­chen für die ver­stor­be­nen Roma und Sinti ein paar Worte. Nach der Kranz­nieder­legung gab es ein klei­nes Buffet im Ge­meinds­saal.

Ando 18to novemberi 2017 ande Lackenbach o sako ber­schen­gero gon­doli­pes­kero mulatintschago anglo gondolipeskero than le Romenge taj Sintijenge sina. O ischkolaschtscha le gim­na­si­jumistar Uprutni Pulja, klas 7a, telal len­dar i Cara Thaler taj o Jakob Grössinger, ki­pen­ca i historija le Romen­dar ando „Zigeu­neren­gero logeri“ pre­sen­tirin­de. I Sarah Gärtner-Horvath, o Elias Gärtner-Horvath, o Adolf Gussak taj o Michael Sztubics an­dar o sik­li­pes­kero pro­jekto le faraj­nistar Roma-Service, andar o prik dschiv­den­gere phu­kajip­tscha „Mri Historija“ ang­le gen­de. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (178)

Dezember 7th, 2017  |  Published in Facts & Figures

1910 forderte eine un­gar. Kon­fe­renz zur „Zi­geu­ner­fra­ge“ in Csongrád, Ro­ma mit Num­mern zu brand­mar­ken („stempeln“) und ih­nen Pfer­de und Wä­gen ab­zu­neh­men.

(Quelle)

Naschigejipe ando naphandlo them (2)

Dezember 6th, 2017  |  Published in Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Jek keripe la Kerstin Horvathatar taj la Eva Horvathatar. Tschinaschi: Marcel Horvath

Flucht in die Freiheit (Teil 2)

Ando dujto falato la reportaschatar „na­schi­geji­pe an­do naphandlo them“ phu­kal o Leon Berger pre na­schi­geji­pestar andar i Eks-Ju­gos­lavija taj sar le ov terdschiv­tscha. O ande oja cajt 20 ber­schen­gero serbi­tiko Rom, vasch o bibas­tale tra­diptscha le bal­kanis­kere konflik­tistar, pra famili­jaha pro vilago, pal peste iste mukla. O Leon Berger andi Austri­ja jek nevo dschi­vipe upre peske bau­nintscha taj adaj pro baro ka­mipe taj pri nevi haj­mat lakla.

In zweiten Teil unserer Reportage „Flucht in die Freiheit“ erzählt Leon Berger von seiner Flucht aus Ex-Ju­gos­la­wien und wie er es er­lebte. Der da­mals 20-jäh­rige serbi­sche Rom musste durch die Um­stände des Balkan­konflikts mit sei­ner Familie sein Heimat­land ver­las­sen. Leon Berger baute sich in Österreich ein neues Le­ben auf und fand hier seine Liebe und sei­ne neue Heimat.

(Ein Beitrag von Kerstin Horvath und Eva Horvath. Cut­ter: Marcel Horvath)

Naschigejipe ando naphandlo them (1)

Dezember 5th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Adolf Gussak und Marcel Horvath

Flucht in die Freiheit (Teil 1)

Vasch i aktujeli Sirija krisa, but manuscha pumaro vilago, pal pumende iste mukle. Tschule lendar, andi Austrija harna cajtake jek atschipe lakle. Poar lendar te andi Europa tel pumen mukna taj jek dschi­vipe ando mirnipe dschiv­na. Te ada, o raj Holdosi taj i dschuvli Meszeros, save pu­maro na­schi­gejipe ando bersch 1956 kerde, mint ando Ungriko jek re­volu­cijona sina, kam­nahi. Adala duj phu­kan pe­dar o minden­feli­tike terdschi­jiptscha use len­gero naschi­gejipe an­do naphandlo them. Valami 200.000 manu­scha, ande oja cajt pumaro vilago, pal pu­mende iste mukle.

Durch die aktuelle Syrienkrise muss­ten sehr viele Men­schen ihr Land ver­lassen. Einige davvon fan­den in Österreich eine vorüber­ge­hen­de Bleibe. Manche kön­nen viel­leicht auch in Europa Fuß fas­sen und ein dauer­haf­tes Leben in Frieden füh­ren. Das Gleiche wollvten auch Herr Holdosi und Frau Meszeros, die ihre Flucht im Jahr 1956 an­traten, da in Ungarn eine Re­volu­tion statt­fand. Die beiden berich­ten über unter­schied­li­che Erleb­nisse bei ihrer Flucht in die Freiheit. Read the rest of this entry »