Dezember 29th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Verdrängte Perspektiven – ein Sinto auf Spurensuche
Ein Audiofeature in zwei Teilen von Isabel Andiel & Lisa Beulshausen
Begleitbroschüre zur Sendung (pdf)
Bis heute führen gesellschaftliche Ressentiments gegenüber Roma und Sinti zu Ausgrenzung und Diskriminierung. Eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit Antiromaismus und der Aufarbeitung des Völkermords an ihnen ist bisher nicht erfolgt. Mit unterschiedlichen Perspektiven und Erzählsträngen involviert das Audiofeature, klärt auf und regt an, neue Wege der Auseinandersetzung einzuschlagen.
Der Aspekt der Spurensuche nach der eigenen Vergangenheit im Nationalsozialismus wird unter anderem durch den Protagonisten Robert Richter beleuchtet. Er steht als Verbindungsglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Seine Großmutter Barbara Richterrova war u.a. im Konzentrationslager Lety inhaftiert und überlebte das KZ Auschwitz-Birkenau. Als Enkel hat sich Robert Richter stark mit seiner Familiengeschichte auseinandergesetzt und nachgeforscht. Eine erweiterte Perspektive auf die Verfolgung und Vernichtung von Roma und Sinti im Nationalsozialismus wird durch Erfahrungsberichte von weiteren Zeitzeugen/innen gegeben. Read the rest of this entry »
Dezember 26th, 2017 |
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Brauchtum & Tradition, Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Martin Horvath
Leise rieselt der Schnee
„Leise rieselt der Schnee“ ist eines der bekanntesten Winterlieder in deutscher Sprache. Es wurde vom evangelischen Pfarrer Eduard Ebel (1839–1905) 1895 in Graudenz (Westpreußen, heute Polen) geschrieben und unter dem Titel „Weihnachtsgruß“ in dessen Band „Gesammelte Gedichte“ veröffentlicht. Im Zuge des Projektes „Dschila le Romendar andar o Burgenland – Lieder der burgenländischen Roma“ wurde das Lied in einer Romanes-Version verfasst.
„Loke perel o dschiv“ jek le lek feder prindscharde dschevendeskere dschilendar andi nimtschki tschib hi. I dschili le masune raschajistar Eduard Ebel (1839–1905) 1895 ande Graudenz pisim uli taj telal o anav „Weihnachtsgruß“ ande leskeri kenva „Gesammelte Gedichte“ ar dim. Ando keripe le projektostar „Dschila le Romendar andar o Burgenland – Lieder der burgenländischen Roma“, i dschili ande jek Romanes-versijona ar dim uli.
(Jek keripe le Martin Horvathistar)
Dezember 25th, 2017 |
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Brauchtum & Tradition, Radio, Podcast & TV
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Kerstin Horvath; Interview: Marcel Horvath; Cutter: Josef Horvath
Boschitschon sa vasch i harmonija, o mirnipe taj butvar vasch o palikeripe pe te irinel. Palikeripe le barikane manuschenge, save amaro dschivipe asaj schukar keren. Boschitscha jek mulatintschago hi, jek palikeripe ar te vakerel. Taj te le na bare alavenca schaj kertscham, tikne kojenca amare kamle dschenenge schaj famitlinas, hot bastale sam, kaj len ande amaro dschivipe del.
Zu Weihnachten soll sich alles um Harmonie, Ruhe und vor allem Dankbarkeit drehen. Dankbarkeit für die einzigartigen Menschen, die unser Leben so lebenswert machen. Weihnachten ist ein Fest, ein Anlass, einfach mal Danke zu sagen. Auch wenn man es nicht groß mit Worten hat, kann man mit kleinen Aufmerksamkeiten seinen Liebsten vermitteln, dass man glücklich ist, sie in seinem Leben zu haben.
(Redakcijona: Kerstin Horvath; vakeripe: Marcel Horvath; tschinaschi: Josef Horvath)
Dezember 24th, 2017 |
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Allgemeines, Musik, Romani
O farajn Roma-Service
latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch 2018 kivaninel!
Der Verein Roma-Service wünscht Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2018!
1. Mirni rat, kedveschni rat!
Cile son, korkore atschon,
tschak o kamlo kedveschno poar.
Jaj bi schukar hi o tikno tschau,
ando mirno lo sol,
ando mirno lo sol.
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Dezember 23rd, 2017 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Adolf Gussak; Kamera: Josef Horvath; Cutter: Emmerich Gärtner-Horvath
Romengeri-dialogoskeri seletoskeri forma: „Buti le ternenca pal i ischkola“
Am Freitag, den 24. 11. 2017 fand die 20. Roma-Dialogplattform des Bundeskanzleramtes im Hause der Volksanwaltschaft Wien statt. Zur 20. Dialogplattform lud Frau Dr. Susanne Pfanner, Leiterin der Roma-Kontaktstelle, zum Thema „Außerschulische Jugendarbeit“ ein. Durch die EU-weite Roma-Strategie 2020 sind die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union aufgefordert, die aktive Einbindung der gesamten Roma-Zivilgesellschaft in die Umsetzung der nationalen Roma-Strategien zu fördern. Die österreichische nationale Roma-Kontaktstelle im Bundeskanzleramt hat zu diesem Zweck im Juni 2012 eine Roma-Dialogplattform geschaffen. Diese bringt regelmäßig Behördenvertreter/innen von Bund, Ländern, Städten und Gemeinden mit diversen Roma-Organisationen und Vertretern der Roma-Zivilgesellschaft sowie Experten und Expertinnen verschiedener Lebensbereiche zusammen. Ziel ist es, Raum für einen offenen Dialog zu schaffen, in dessen Mittelpunkt die Perspektive der Roma steht.
Paraschtuja, ando 24.11.2017 i 20ti Romengeri-dialogoskeri seletoskeri forma le bundeskancleriskere birovtschagostar ando kher le flogoskere fischgaroschengere birovtschagostar Betschi, tel likerdi uli. Usi 20to dialogoskeri seletoskeri forma i Susanne Pfanner, schero le Romengere-kontaktoskere thanistar, usi tema „buti le ternenca pal i ischkola“ akartscha. Read the rest of this entry »
Dezember 21st, 2017 |
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Brauchtum & Tradition, Einrichtungen, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Jennifer Papai; Kamera: Josef Horvath; Cutter: Adolf Gussak
Roma-Advent 2017
O farajn KARIKA, suboton, ando 2to decemberi 2017, o sako berschengero Romengero-advent ando kontaktoskero centrum Erbate telal o anav „khetan sorale sam taj khetan valaso te micinel kamaha“ tel likertscha. O mulatintschago le organisatorendar taj le birostar la foroskera gemajndatar Erba, Georg Rosner, pradim ulo. O barikanipe adale mulatintschagostar o arparujipe maschkar o Roma taj o gadsche hi. Le gadschen o schajipe sina, buteder pedar i kultura le Romendar te schunel. Tradicijoneli habe andar i Romengeri-kojnha taj tradicijoneli Romengeri-muschika la Stefan „Pisti“ Horvath bandatar taj la burgenlanditika bandatar „Romano Rath“ dija.
Der Verein Karika veranstaltete am Samstag, 2. Dezember 2017, den alljährlichen Roma-Advent im Kontaktzentrum in Oberwart unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark und gemeinsam wollen wir was bewegen“. Eröffnet wurde die Veranstaltung von den Organisatoren und vom Bürgermeister der Stadtgemeinde Oberwart, Herrn LAbg. Georg Rosner. Das Besondere dieser Veranstaltung ist der Austausch zwischen Roma und Nicht-Roma. Read the rest of this entry »
Dezember 20th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Beitrag von Kerstin Horvath, Jennifer Papai, Josef Horvath u. Julius Horvath
Tel utscharipe la gondolipeskera tablinatar ande Batschiba
Vor der röm.-katholischen Kirche in Jabing fand unter dem Motto „Einladung zur heilsamen Erinnerung“ am 17. November 2017 eine Gedenktafelenthüllung für Roma statt. Im Nationalsozialismus waren mindestens 93 Jabinger Roma deportiert oder ermordet worden. Dieser Menschen wurde im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes gedacht. Das soll eine heilsame Erinnerung für die Gemeinde sein.
Angli römischi katolischi khangeri Batschibate telal o anav „akaripe uso sastjardo palgondolipe“ ando 17to novemberi 2017, jek tel utscharipe jeka gondolipeskera tablinatar, sina. Ando nacijonalsocijalismus valami 93 batschibakere Roma ledschim taj murdarde ule. Upre adala manuscha ande jek ökumenischi mischa, gondolim ulo. Ada jek sastjardo palgondolipe la gemajndake te ol.
(Jek keripe la Kerstin Horvathatar, la Jennifer Papaijatar, le Josef Horvathistar taj le Julius Horvathistar)
Dezember 18th, 2017 |
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Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Antiziganismus auf der Tagesordnung der EU High Level Group zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und anderen Formen von Intoleranz
Die EU High Level Group zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und anderen Formen von Intoleranz, bei der Vertreter/innen der EU-Mitgliedstaaten und Vertreter/innen der Zivilgesellschaft zusammenkommen, legte bei ihrem 4. Treffen am 5. Dezember 2017 besonderes Augenmerk auf das Phänomen Antiziganismus.
Vera Jourova, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleichstellungsfragen, brachte in ihrer Eröffnungsrede ihre tiefe Besorgnis über die weitverbreitete soziale Akzeptanz von Antiziganismus zum Ausdruck. Als aktuelles Beispiel nannte sie einen Fall von Hassreden und Morddrohungen gegen einen tschechischen Roma-Sänger, Gypsy.cz, der vom nationalen Gericht mit nur 4 Euro Strafe geahndet wurde. Gerichtsurteile wie diese senden eine fatale Botschaft in die Gesellschaft, wenn es darum geht, Antiziganismus zu bekämpfen.
MdEP Soraya Post (S&D Fraktion) betonte die Notwendigkeit, die Hauptursache für Diskriminierung und Hass gegen Roma – den Antiziganismus – zu beseitigen, und rief alle Regierungen und Pflichtenträger/innen dazu auf, Verantwortung für ihre Bürger/innen zu übernehmen. Post warnte: „Europa steht erneut am Scheideweg. Extremistische Parteien geraten immer häufiger in Regierungsverantwortung, ausländerfeindliche Stimmen werden immer lauter und bisweilen von Regierungsmitgliedern toleriert.“
Jamen Gabriela Hrabanova, Direktorin des ERGO-Netzwerks, stellte in ihrem Beitrag das Referenzpapier Antiziganismus vor und wies darauf hin, dass es wichtig sei, sich bei der Bekämpfung von Antiziganismus auf die Mehrheitsgesellschaft zu konzentrieren: „Es muss unbedingt anerkannt werden, dass Antiziganismus keine Minderheitenangelegenheit ist.“ Read the rest of this entry »
Dezember 17th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Kerstin Horvath und Eva Horvath; Cutter: Marcel Horvath
Gondolipeskero mulatintschago le Romenge, Lackenbach 2017
Seit über dreißig Jahren findet in Lackenbach die Gedenkfeier für die von nationalsozialistischen Regime ermordeten Roma und Sinti statt. Auch dieses Jahr wurde vor dem Mahnmal der Opfer gedacht. | Buteder sar tranda berscha ande Lackenbach jek gondolipeskero mulatintschago le murdarde Romenge taj Sintijenge, telal o nacijonalsocijalistischi reschim, kerdo ol. Te ada bersch, upro opfertscha anglo gondolipeskero than, gondolim ulo.
(Jek keripe la Kerstin Horvathatar taj la Eva Horvathatar. Tschinaschi: Marcel Horvath.)
Siehe auch:
Radijo: Gedenkfeier in Lackenbach 2017 (1)
Dezember 16th, 2017 |
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Politik
Bayrische Landesregierung billigt Vertrag mit dem Landesverband Bayern der Deutschen Sinti und Roma
Der Ministerrat hat in der Kabinettssitzung am Dienstag den Vertrag zwischen dem Freistaat Bayern und dem Landesverband Bayern der Deutschen Sinti und Roma gebilligt. So soll die bestehende enge Zusammenarbeit zwivschen dem Freistaat und dem Landesverband im Hinblick auf Geschichtsbewusstsein sowie Aufklärung und Förderung der Toleranz gegenüber Minderheiten fortgesetzt und intensiviert werden. Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle: „Neben der Schoah, dem Völkermord an den Juden, ist der Massenmord an den Sinti und Roma das zweite große genozidale Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschland. Dieser Vertrag ist Ausdruck des Bewusstseins einer historisch-politischen Verantwortung, die in die Zukunft weist.“
In dem öffentlich-rechtlichen Vertrag wird außerdem die finanzielle Förderung durch den Freistaat festgeschrieben. Bislang sind die Zuweisungen haushaltsrechtlich freiwillige Leistungen. Der Vertrag wird nun dem Landtag zur Kenntnis gebracht, bevor ihn Ministerpräsident Horst Seehofer und der Vorstandsvorsitzende des Landesverbands Bayern der Deutschen Sinti und Roma Erich Schneeberger unterzeichnen. Read the rest of this entry »
Dezember 15th, 2017 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Heute vor 75 Jahren, am 16.12.1942, ordnete der sog. Auschwitzerlass Heinrich Himmlers die Massendeportation der Roma und Sinti nach Auschwitz-Birkenau an.
(Quelle/pdf)
Dezember 14th, 2017 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte
Romano Centro (Hg.):
Antiziganismus in Österreich
Falldokumentation 2015–2017
Informationen für Betroffene und ZeugInnen
Wien, Dez. 2017, 32 S.
➔Download (pdf)
Der Verein Romano Centro präsentierte heute den dritten Bericht zu Antiziganismus in Österreich. Er enthält 55 antiziganistische Vorfälle aus den Bereichen Medien, Politik, Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, Polizei, öffentlicher Raum, Arbeitswelt und Bildung. Sie reichen von Beleidigungen bis zu gewalttätigen Übergriffen.
„Antiziganismus ist ein weit verbreitetes Problem. In den letzten Jahren sehen wir europaweit ein Zunehmen rassistischer Rhetorik von Politikern, die damit ihre Popularität beim Wahlvolk erhöhen und gleichzeitig Antiziganismus verbreiten und legitimieren“, sagt Mirjam Karoly von Romano Centro, und erläutert weiter: „Wir begrüßen, dass die Republik Österreich die Bekämpfung von Antiziganismus als Schwerpunkt in die Roma-Strategie aufgenommen hat und wollen mit dem vorliegenden Bericht die Öffentlichkeit sensibilisieren und den Betroffenen Möglichkeiten aufzeigen, sich gegen Rassismus zu wehren.“
Antiziganistische Diskurse in Medien und Politik
Die Berichterstattung über Roma hat in den letzten beiden Jahren abgenommen, dadurch gibt es auch weniger Berichte, die Vorurteile verbreiten. „Dies dürfte vor allem auf die Fokussierung der Berichterstattung auf Flüchtlinge zurückzuführen sein“, erläutert Ferdinand Koller, Redakteur des Berichts. „Trotzdem kommt es vor allem in den Boulevardmedien häufig zu antiziganistischen Darstellungen beim Thema Betteln: Armutsbetroffene Familien werden pauschal als ‚organisierte Banden‘ bezeichnet und in die Nähe der Kriminalität gerückt. PolitikerInnen auf Landes- und Gemeindeebene verwenden dieselben antiziganistischen Bilder um Vertreibungsmaßnahmen und unterlassene Unterstützung zu legitimieren“, erklärt Koller.
In Linz wurden im Februar und März 2016 Brandanschläge auf die Zelte von mehr als 50 obdachlosen Personen, darunter auch viele Kinder, verübt. Read the rest of this entry »
Dezember 13th, 2017 |
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Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Ukrainische Roma werden von Behörden und Medien diskriminiert – als Folge schotten sich Gemeinschaften immer stärker ab. Frank Brendel (jW) sprach mit Tatjana Logwinjuk, der Leiterin der Organisation »Terne Roma« (Junge Roma) in Lutsk, Ukraine.
Auch in der Ukraine gibt es eine Schulpflicht, die für alle gilt. Trotzdem gibt es unter Roma in dem Land etliche Analphabeten. Wie kann es dazu kommen?
Als die Ukraine unabhängig wurde, stieg der Anteil der Analphabeten rapide. Bei den 30-jährigen Roma liegt er bei rund 60 Prozent. Die Kinder gehen zur Schule, sitzen aber auf den hintersten Bänken und lernen kaum etwas. Die Lehrer machen meistens die Eltern dafür verantwortlich. Aber wie sollen die ihren Kindern helfen, die Schule zu bewältigen, wenn sie selbst nicht lesen und schreiben können?
Als meine Tochter eingeschult werden sollte, wollte keine Lehrerin sie in der Klasse haben, bis meine ukrainischen Bekannten dafür bürgten, dass man dieses Kind nehmen könne. Aber was soll einer machen, der keine solchen Bekannten hat? Und wenn ein Kind aus ärmlichen Verhältnissen stammt und nicht so sauber ist wie andere, dann heißt es häufig, es soll lieber zu Hause bleiben.
Wie steuern Sie dagegen?
Vor ein paar Jahren gründeten wir eine Versuchsklasse speziell für Roma-Kinder. Das ging nach hinten los: Andere Kinder sprachen von der »Affenklasse«. Das Minderwertigkeitsgefühl der Roma-Kinder wurde noch verstärkt. Dann haben wir Klassen als Vorbereitung für den Schuleintritt gegründet. Aber auf der allgemeinbildenden Schule kapseln sich die Kinder weiterhin ein. Uns fehlt ein Programm zur Ausbildung von demokratisch gesinnten Lehrkräften, die sich von Stereotypen über Roma frei machen.
Werden Roma auch in anderen Bereichen schlechter behandelt?
Wir werden ständig damit konfrontiert. Da gibt es zum Beispiel in den Krankenhäusern separate Krankenzimmer. Nur wenige wehren sich dagegen, aus Angst, nicht aufgenommen zu werden. Read the rest of this entry »
Dezember 11th, 2017 |
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Ehrungen & Nachrufe, Kunst & Fotografie
Völlig unerwartet und viel zu früh verstarb der britische Künstler Damian Le Bas am Morgen des 9. Dezember 2017 in seinem Haus in Worthing. Der künstlerische Partner und Ehemann von Delaine Le Bas war eine der treibenden Persönlichkeiten der Bewegung der Künstler/innen der Minderheit der Sinti und Roma in Europa.
Bekannt wurde er mit seinen einzigartigen Collagen und Bearbeitungen von Landkarten, mit denen er sich mit klarem politischen Profil für die Gleichberechtigung der Minderheit und ein kulturell freies und vor allem grenzenloses Europa einsetzte.
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Dezember 10th, 2017 |
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Politik
EU-Bürgerinitiative:
Minority SafePack – eine Million Unterschriften für die Vielfalt Europas
➔ Unterschreiben
Wichtigste Ziele:
Wir fordern die EU auf, eine Reihe von Rechtsakten zu verabschieden, um den Schutz für Angehörige nationaler und sprachlicher Minderheiten zu verbessern sowie die kulturelle und sprachliche Vielfalt in der Union zu stärken. Diese umfassen politische Maßnahmen in den Bereichen Regional- und Minderheitensprachen, Bildung und Kultur, Regionalpolitik, Partizipation, Gleichheit, audiovisuelle Mediendienste und andere mediale Inhalte sowie regionale (staatliche) Förderungen.
Das Ziel der Bürgerinitiative ist also dass die Europäische Union sich in Zukunft stärker mit Minderheitenthemen befassen soll. Die Minority SafePack Initiative wurde von einem hochrangigen Bürgerausschuss im Sommer 2013 eingereicht. Nach einer ablehnenden Entscheidung seitens der Kommission und nach einem langen Rechtsstreit beim EU-Gericht in Luxemburg hat der Bürgerausschuss in Februar 2017 gewonnen. Nach einem Dialog zwischen dem Bürgerausschuss und der EU-Kommission wurde die Minority SafePack Initiative Anfang April 2017 registriert. Hierbei wurden von den elf eingereichten Vorschlägen von der Kommission neun als innerhalb ihrer Kompetenzen liegend eingestuft. Für diese Vorschläge werden nun die Unterschriften gesammelt. Bei mehr als einer Million Unterschriften ist die EU-Kommission verpflichtet, sich mit dem Thema zu befassen. Read the rest of this entry »
Dezember 9th, 2017 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Aus der Reihe „Respect Words“: Wie umgehen mit Hassrede in den Medien? – Antiziganismus als Phänomen der Mehrheitsgesellschaft
Radio Dreyeckland, 5.5.2017
➔Anhören (mp3): 58:40 min
Beim Seminar „Wie umgehen mit Hassrede in den Medien?“ spricht Markus End über Antiziganismus in den deutschen Medien. Er analysiert dafür einen Beitrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg im Magazin Klartext vom 27. April 2016. Vor dem Hintergrund antiziganistischer Kontinuitäten seit dem Völkermord im Nationalsozialismus erläutert Markus End die stereotypen und diskriminierenden Berichte über (vermeintliche) Sinti und Roma, wie sie alltäglich in den Medien auftauchen.
Weitere Informationen zum Projekt Respect Words, das sich mit Hate Speech in den Medien beschäftigt, unter www.respectwords.org
(Text: www.rdl.de)
Dezember 8th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Eva Horvath, Josef Horvath, Kerstin Horvath und Marcel Horvath
Gondolipeskero mulatintschago le Romenge taj Sintijenge ande Lackenbach 2017
Am 18.11.2017 fand in Lackenbach die alljährliche Gedenkfeier vor dem Mahnmal für Roma und Sinti statt. Die Schüler aus dem Gymnasium Oberpullendorf, Klasse 7a, darunter Cara Thaler und Jakob Grössing, präsentierten anhand von Bildern die Geschichte der Roma im „Zigeuneranhaltelager“. Sarah Gärtner-Horvath, Elias Gärtner-Horvath, Adolf Gussak und Michael Sztubics von der Lernbetreuung des Vereines Roma-Service lasen aus den Zeitzeugenberichten „Mri Historija“ vor. Hannah Lessing vom Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, Bürgermeister Christian Weninger, Ing. Rudolf Stroma, 2. Landtagspräsident, Christian Illedits, 1. Landtagspräsident, Christian Klippl, Obmann des Kulturvereines österreichischer Roma, und Landeshauptmann Hans Niessl sprachen für die verstorbenen Roma und Sinti ein paar Worte. Nach der Kranzniederlegung gab es ein kleines Buffet im Gemeindssaal.
Ando 18to novemberi 2017 ande Lackenbach o sako berschengero gondolipeskero mulatintschago anglo gondolipeskero than le Romenge taj Sintijenge sina. O ischkolaschtscha le gimnasijumistar Uprutni Pulja, klas 7a, telal lendar i Cara Thaler taj o Jakob Grössinger, kipenca i historija le Romendar ando „Zigeunerengero logeri“ presentirinde. I Sarah Gärtner-Horvath, o Elias Gärtner-Horvath, o Adolf Gussak taj o Michael Sztubics andar o siklipeskero projekto le farajnistar Roma-Service, andar o prik dschivdengere phukajiptscha „Mri Historija“ angle gende. Read the rest of this entry »
Dezember 7th, 2017 |
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Facts & Figures
1910 forderte eine ungar. Konferenz zur „Zigeunerfrage“ in Csongrád, Roma mit Nummern zu brandmarken („stempeln“) und ihnen Pferde und Wägen abzunehmen.
(Quelle)
Dezember 6th, 2017 |
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Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Jek keripe la Kerstin Horvathatar taj la Eva Horvathatar. Tschinaschi: Marcel Horvath
Flucht in die Freiheit (Teil 2)
Ando dujto falato la reportaschatar „naschigejipe ando naphandlo them“ phukal o Leon Berger pre naschigejipestar andar i Eks-Jugoslavija taj sar le ov terdschivtscha. O ande oja cajt 20 berschengero serbitiko Rom, vasch o bibastale tradiptscha le balkaniskere konfliktistar, pra familijaha pro vilago, pal peste iste mukla. O Leon Berger andi Austrija jek nevo dschivipe upre peske baunintscha taj adaj pro baro kamipe taj pri nevi hajmat lakla.
In zweiten Teil unserer Reportage „Flucht in die Freiheit“ erzählt Leon Berger von seiner Flucht aus Ex-Jugoslawien und wie er es erlebte. Der damals 20-jährige serbische Rom musste durch die Umstände des Balkankonflikts mit seiner Familie sein Heimatland verlassen. Leon Berger baute sich in Österreich ein neues Leben auf und fand hier seine Liebe und seine neue Heimat.
(Ein Beitrag von Kerstin Horvath und Eva Horvath. Cutter: Marcel Horvath)
Dezember 5th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Adolf Gussak und Marcel Horvath
Flucht in die Freiheit (Teil 1)
Vasch i aktujeli Sirija krisa, but manuscha pumaro vilago, pal pumende iste mukle. Tschule lendar, andi Austrija harna cajtake jek atschipe lakle. Poar lendar te andi Europa tel pumen mukna taj jek dschivipe ando mirnipe dschivna. Te ada, o raj Holdosi taj i dschuvli Meszeros, save pumaro naschigejipe ando bersch 1956 kerde, mint ando Ungriko jek revolucijona sina, kamnahi. Adala duj phukan pedar o mindenfelitike terdschijiptscha use lengero naschigejipe ando naphandlo them. Valami 200.000 manuscha, ande oja cajt pumaro vilago, pal pumende iste mukle.
Durch die aktuelle Syrienkrise mussten sehr viele Menschen ihr Land verlassen. Einige davvon fanden in Österreich eine vorübergehende Bleibe. Manche können vielleicht auch in Europa Fuß fassen und ein dauerhaftes Leben in Frieden führen. Das Gleiche wollvten auch Herr Holdosi und Frau Meszeros, die ihre Flucht im Jahr 1956 antraten, da in Ungarn eine Revolution stattfand. Die beiden berichten über unterschiedliche Erlebnisse bei ihrer Flucht in die Freiheit. Read the rest of this entry »