Archive for Dezember, 2017

Verdrängte Perspektiven (Radiofeature)

Dezember 29th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio & TV

Verdrängte Perspektiven – ein Sinto auf Spurensuche
Ein Audiofeature in zwei Teilen von Isabel Andiel & Lisa Beulshausen
Begleitbroschüre zur Sendung (pdf)


Bis heute führen gesellschaftliche Ressentiments gegen­über Roma und Sinti zu Aus­gren­zung und Dis­krimi­nie­rung. Eine tief­grei­fende Aus­einan­der­setzung mit Antiromaismus und der Auf­arbei­tung des Völkermords an ihnen ist bis­her nicht erfolgt. Mit unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven und Erzähl­strängen in­vol­viert das Audiofeature, klärt auf und regt an, neue Wege der Aus­einan­der­setzung ein­zu­schlagen.

Der Aspekt der Spurensuche nach der eigenen Vergangen­heit im National­sozia­lis­mus wird unter ande­rem durch den Prota­go­nis­ten Robert Richter be­leuch­tet. Er steht als Ver­bindungs­glied zwi­schen Ver­gangen­heit und Ge­gen­wart. Seine Großmutter Barbara Richterrova war u.a. im Kon­zentra­tions­lager Lety inhaf­tiert und über­lebte das KZ Auschwitz-Bir­kenau. Als Enkel hat sich Robert Richter stark mit seiner Familien­geschichte aus­einander­gesetzt und nach­geforscht. Eine er­wei­ter­te Perspek­tive auf die Ver­folgung und Ver­nichtung von Roma und Sinti im Natio­nal­sozialis­mus wird durch Erfahrungs­berichte von weite­ren Zeitzeugen/in­nen ge­geben. Read the rest of this entry »

Loke perel o dschiv

Dezember 26th, 2017  |  Published in Brauchtum & Tradition, Musik, Radijo Erba

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Martin Horvath

Leise rieselt der Schnee

„Leise rieselt der Schnee“ ist eines der bekanntesten Winter­lie­der in deut­scher Sprache. Es wurde vom evan­ge­lischen Pfarrer Eduard Ebel (1839–1905) 1895 in Graudenz (West­preußen, heu­te Polen) ge­schrie­ben und unter dem Titel „Weihnachts­gruß“ in des­sen Band „Gesam­melte Gedichte“ ver­öffent­licht. Im Zuge des Pro­jektes „Dschila le Romen­dar an­dar o Burgenland – Lieder der bur­gen­ländi­schen Roma“ wurde das Lied in einer Romanes-Ver­sion ver­fasst.

„Loke perel o dschiv“ jek le lek feder prindscharde dsche­ven­des­kere dschilen­dar andi nimtschki tschib hi. I dschili le masune rascha­jistar Eduard Ebel (1839–1905) 1895 ande Graudenz pisim uli taj telal o anav „Weihnachts­gruß“ ande les­keri kenva „Gesam­melte Ge­dich­te“ ar dim. Ando keripe le pro­jek­tostar „Dschila le Ro­men­dar andar o Bur­genland – Lieder der bur­gen­län­di­schen Roma“, i dschili ande jek Ro­ma­nes-ver­sijo­na ar dim uli.

(Jek keripe le Martin Horvathistar)

Boschitscha | Weihnachten

Dezember 25th, 2017  |  Published in Brauchtum & Tradition, Radio & TV

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Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Kerstin Horvath; Interview: Marcel Horvath; Cutter: Josef Horvath


Boschitschon sa vasch i harmonija, o mirnipe taj butvar vasch o pali­ke­ripe pe te irinel. Pali­keripe le bari­kane manu­schenge, save amaro dschi­vipe asaj schukar keren. Boschi­tscha jek mula­tin­tschago hi, jek pali­keripe ar te vake­rel. Taj te le na bare ala­venca schaj kertscham, tikne ko­jenca amare kamle dsche­nen­ge schaj famit­linas, hot bas­tale sam, kaj len ande amaro dschi­vipe del.

Zu Weihnachten soll sich alles um Harmonie, Ruhe und vor al­lem Dank­bar­keit dre­hen. Dank­bar­keit für die einzig­arti­gen Men­schen, die unser Leben so lebens­wert machen. Weih­nachten ist ein Fest, ein An­lass, einfach mal Danke zu sagen. Auch wenn man es nicht groß mit Wor­ten hat, kann man mit kleinen Auf­merk­sam­keiten seinen Liebs­ten ver­mitteln, dass man glück­lich ist, sie in seinem Leben zu haben.

(Redakcijona: Kerstin Horvath; vakeripe: Marcel Horvath; tschinaschi: Josef Horvath)

Mirni rat, kedveschni rat!

Dezember 24th, 2017  |  Published in Allgemeines, Musik, Romani

O farajn Roma-Service
latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch 2018 kivaninel!

Der Verein Roma-Service wünscht Ihnen ein schö­nes Weihnachts­fest und ein gutes neues Jahr 2018!

1.  Mirni rat, kedveschni rat!
Cile son, korkore atschon,
tschak o kamlo kedveschno poar.
Jaj bi schukar hi o tikno tschau,
ando mirno lo sol,
ando mirno lo sol.

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Dialogplattform: Außerschulische Jugendarbeit

Dezember 23rd, 2017  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo Erba

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Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Adolf Gussak; Kamera: Josef Horvath; Cutter: Emmerich Gärtner-Horvath

Romengeri-dialogoskeri seletoskeri forma: „Buti le ternenca pal i ischkola“

Am Freitag, den 24. 11. 2017 fand die 20. Roma-Dialogplattform des Bun­des­kanz­ler­amtes im Hause der Volks­anwalt­schaft Wien statt. Zur 20. Dia­log­platt­form lud Frau Dr. Susanne Pfanner, Lei­terin der Roma-Kon­takt­stelle, zum Thema „Außer­schu­li­sche Jugend­arbeit“ ein. Durch die EU-weite Roma-Stra­tegie 2020 sind die Mit­glieds­staaten der Euro­päi­schen Union auf­ge­for­dert, die aktive Ein­bin­dung der gesam­ten Roma-Zivil­gesell­schaft in die Umsetzung der na­tio­na­len Roma-Stra­tegien zu för­dern. Die öster­rei­chi­sche nationale Roma-Kontaktstelle im Bun­des­kanz­ler­amt hat zu diesem Zweck im Juni 2012 eine Roma-Dia­log­platt­form geschaf­fen. Diese bringt regel­mäßig Behörden­vertre­ter/innen von Bund, Ländern, Städten und Ge­mein­den mit diver­sen Roma-Or­gani­sa­tio­nen und Ver­tretern der Roma-Zivil­gesell­schaft sowie Ex­perten und Exper­tin­nen ver­schie­de­ner Lebens­bereiche zu­sam­men. Ziel ist es, Raum für einen of­fe­nen Dialog zu schaf­fen, in dessen Mittel­punkt die Per­spek­tive der Roma steht.

Paraschtuja, ando 24.11.2017 i 20ti Romengeri-dialogoskeri sele­tos­keri forma le bun­des­kancle­ris­kere birov­tscha­gostar ando kher le flogos­kere fisch­garo­schen­gere birov­tscha­gostar Betschi, tel liker­di uli. Usi 20to dialogos­keri sele­tos­keri forma i Susanne Pfanner, schero le Ro­men­gere-kon­taktos­kere tha­nistar, usi tema „buti le ter­nenca pal i ischkola“ akar­tscha. Read the rest of this entry »

Khetanperipe ando Advent 2017

Dezember 21st, 2017  |  Published in Brauchtum & Tradition, Einrichtungen, Radijo Erba, Veranstaltungen & Ausstellungen

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Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Redaktion: Jennifer Papai; Kamera: Josef Horvath; Cutter: Adolf Gussak

Roma-Advent 2017

O farajn KARIKA, suboton, ando 2to decem­beri 2017, o sako berschen­gero Ro­men­ge­ro-ad­vent ando kon­taktos­kero centrum Erbate telal o anav „khe­tan sorale sam taj khe­tan vala­so te mici­nel kamaha“ tel liker­tscha. O mula­tin­tschago le or­gani­sato­ren­dar taj le birostar la foros­kera ge­majn­datar Erba, Georg Rosner, pra­dim ulo. O barikanipe adale mula­­tintscha­gostar o arpa­ruji­pe masch­kar o Roma taj o gadsche hi. Le ga­dschen o schaj­ipe sina, bute­der pedar i kultura le Romen­dar te schunel. Tradi­cijo­neli habe andar i Romen­geri-kojn­ha taj tra­dicijo­neli Romen­geri-mu­schika la Stefan „Pisti“ Horvath ban­datar taj la bur­genlandi­tika banda­tar „Romano Rath“ dija.

Der Verein Karika veranstaltete am Samstag, 2. Dezem­ber 2017, den all­jähr­li­chen Roma-Advent im Kon­takt­zentrum in Oberwart unter dem Motto „Ge­mein­sam sind wir stark und gemein­sam wollen wir was be­we­gen“. Er­öffnet wurde die Ver­anstal­tung von den Or­gani­sa­toren und vom Bürger­meister der Stadt­gemein­de Oberwart, Herrn LAbg. Georg Rosner. Das Be­son­dere die­ser Ver­anstal­tung ist der Aus­tausch zwi­schen Roma und Nicht-Roma. Read the rest of this entry »

Radijo: Gedenktafelenthüllung in Jabing

Dezember 20th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo Erba

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Beitrag von Kerstin Horvath, Jennifer Papai, Josef Horvath u. Julius Horvath

Tel utscharipe la gondolipeskera tablinatar ande Batschiba

Vor der röm.-katholischen Kirche in Jabing fand unter dem Motto „Ein­la­dung zur heil­samen Erin­ne­rung“ am 17. No­vem­ber 2017 eine Gedenk­tafel­ent­hül­lung für Roma statt. Im National­sozia­lis­mus waren min­des­tens 93 Jabinger Roma depor­tiert oder er­mor­det wor­den. Dieser Men­schen wurde im Rah­men eines öku­me­ni­schen Gottes­diens­tes ge­dacht. Das soll eine heil­sa­me Erinne­rung für die Ge­meinde sein.

Angli römischi katolischi khangeri Batschibate telal o anav „aka­ripe uso sast­jardo palgondolipe“ ando 17to no­vem­beri 2017, jek tel utscha­ripe jeka gon­do­li­pes­kera tabli­natar, sina. Ando nacijo­nalso­cija­lis­mus vala­mi 93 batschi­ba­kere Roma ledschim taj mur­dar­de ule. Upre adala manu­scha ande jek öku­me­ni­schi mischa, gon­dolim ulo. Ada jek sast­jardo pal­gon­do­lipe la ge­majn­dake te ol.

(Jek keripe la Kerstin Horvathatar, la Jennifer Papaijatar, le Josef Horvathistar taj le Julius Horvathistar)

EU-Gremium tagt zu Romafeindlichkeit

Dezember 18th, 2017  |  Published in Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

EU High Level Group (Foto: Antiziganismus auf der Tagesordnung der EU High Level Group zur Be­kämpfung von Rassis­mus, Frem­den­feind­lich­keit und an­deren For­men von Into­le­ranz

Die EU High Level Group zur Bekämpfung von Rassis­mus, Fremden­feind­lich­keit und an­deren Formen von Intoleranz, bei der Ver­tre­ter/innen der EU-Mit­glied­staaten und Ver­tre­ter/innen der Zivil­gesell­schaft zu­sammen­kom­men, legte bei ihrem 4. Tref­fen am 5. De­zem­ber 2017 be­son­deres Augen­merk auf das Phä­no­men Anti­ziga­nis­mus.

Vera Jourova, EU-Kommissarin für Justiz, Verbraucher und Gleich­stel­lungs­fragen, brachte in ihrer Eröff­nungs­rede ihre tiefe Be­sorg­nis über die weit­verbrei­tete sozia­le Akzep­tanz von Antiziganismus zum Aus­druck. Als ak­tuel­les Beispiel nannte sie einen Fall von Hass­reden und Mord­dro­hun­gen gegen einen tsche­chi­schen Roma-Sänger, Gypsy.cz, der vom na­tio­na­len Gericht mit nur 4 Euro Strafe ge­ahndet wurde. Gerichts­urteile wie diese sen­den eine fatale Bot­schaft in die Gesell­schaft, wenn es darum geht, Anti­zigani­smus zu bekämpfen.

MdEP Soraya Post (S&D Fraktion) betonte die Notwendig­keit, die Haupt­ursache für Dis­krimi­nie­rung und Hass gegen Roma – den Anti­ziganismus – zu be­seitigen, und rief alle Regie­rungen und Pflich­ten­trä­ger/innen dazu auf, Ver­ant­wor­tung für ihre Bür­ger/innen zu über­nehmen. Post warnte: „Europa steht erneut am Scheide­weg. Extre­mis­tische Parteien geraten immer häu­figer in Regie­rungs­ver­ant­wor­tung, aus­länder­feind­li­che Stim­men werden immer lauter und bis­weilen von Regie­rungs­mit­gliedern toleriert.“

Jamen Gabriela Hrabanova, Direktorin des ERGO-Netzwerks, stellte in ihrem Beitrag das Referenz­papier Antiziganismus vor und wies darauf hin, dass es wich­tig sei, sich bei der Be­kämpfung von An­ti­ziga­nis­mus auf die Mehr­heits­gesell­schaft zu kon­zentrie­ren: „Es muss un­bedingt an­erkannt werden, dass Anti­ziganis­mus keine Min­der­heiten­ange­le­gen­heit ist.“ Read the rest of this entry »

Radijo: Gedenkfeier in Lackenbach (2)

Dezember 17th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo Erba

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Kerstin Horvath und Eva Horvath; Cutter: Marcel Horvath

Gondolipeskero mulatintschago le Romenge, Lackenbach 2017

Seit über dreißig Jahren findet in Lackenbach die Gedenk­feier für die von natio­nal­­sozia­­lis­­ti­­schen Re­gime er­mor­de­ten Roma und Sinti statt. Auch dieses Jahr wurde vor dem Mahnmal der Opfer ge­dacht. | Buteder sar tranda berscha ande Lackenbach jek gon­do­li­pes­kero mula­tin­tscha­go le mur­darde Romen­ge taj Sinti­jenge, telal o nacijo­nal­socija­lis­ti­schi re­schim, kerdo ol. Te ada bersch, upro opfer­tscha anglo gon­doli­pes­kero than, gon­dolim ulo.

(Jek keripe la Kerstin Horvathatar taj la Eva Horvathatar. Tschi­na­schi: Marcel Horvath.)

Siehe auch:
Radijo: Gedenkfeier in Lackenbach 2017 (1)

Bayern bekommt Vertrag mit Sinti und Roma

Dezember 16th, 2017  |  Published in Politik

Bayern: Kabinett beschließt Vertrag mit Sinti und Roma (Foto: www.bayern.de)Bayrische Landesregierung billigt Vertrag mit dem Landesverband Bayern der Deutschen Sinti und Roma

Der Ministerrat hat in der Kabinettssitzung am Diens­tag den Ver­trag zwi­schen dem Freistaat Bayern und dem Lan­des­ver­band Bayern der Deut­schen Sinti und Roma ge­bil­ligt. So soll die be­ste­hende enge Zu­sam­men­arbeit zwivschen dem Frei­staat und dem Landes­verband im Hin­blick auf Geschichts­bewusst­sein so­wie Auf­klä­rung und För­de­rung der Tole­ranz gegen­über Minder­heiten fort­gesetzt und inten­si­viert wer­den. Kultus­minis­ter Dr. Ludwig Spaenle: „Neben der Schoah, dem Völkermord an den Juden, ist der Massen­mord an den Sinti und Roma das zwei­te gro­ße geno­zi­da­le Ver­bre­chen des national­sozia­lis­ti­schen Deutsch­land. Die­ser Ver­trag ist Aus­druck des Bewusst­seins einer histo­risch-po­liti­schen Ver­ant­wor­tung, die in die Zu­kunft weist.“

In dem öffentlich-rechtlichen Vertrag wird außer­dem die finan­zielle För­de­rung durch den Frei­staat fest­ge­schrie­ben. Bis­lang sind die Zu­wei­sun­gen haus­halts­recht­lich frei­wil­li­ge Leis­tun­gen. Der Vertrag wird nun dem Landtag zur Kennt­nis ge­bracht, be­vor ihn Minister­prä­si­dent Horst Seehofer und der Vor­stands­vor­sit­zende des Landes­ver­bands Bayern der Deut­schen Sinti und Ro­ma Erich Schneeberger un­ter­zeich­nen. Read the rest of this entry »