Archive for November, 2017
November 30th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Interview, Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV
Radio RomaRespekt #22: Die Künstlerin Marika Schmiedt
„Wenn ich eine andere Herkunft gehabt hätte, würde ich vielleicht auch Blumen malen.“ (Marika Schmiedt)
Sendung vom 7.10.2017: Seit 1999 arbeitet Marika Schmiedt (Website, Youtube-Kanal, Soundcloud) künstlerisch zu Romafeindlichkeit. Sie arbeitet konzeptuell mit Film, Plakaten, historischen Recherchen – auch im öffentlichen Raum. Das tut sie mit Bezug auf John Heartfield, den Erfinder der politischen Fotomontage. Marika Schmiedts persönliches Erleben, das Erleben ihrer Mutter und die Suche nach der Geschichte ihrer Familie haben sie zu ihrer Arbeit motiviert. Sie öffnet sich, gibt viel von sich preis, zeigt Wunden. Mit diesen sehr persönlichen Erfahrungen beschreibt sie die kontinuierliche Gewalt einer Gesellschaft gegen ihre Minderheiten. Sie beschreibt das Trauma der Vernichtung im Nationalsozialismus als eine gesamtgesellschaftliche Wunde, in die sie mit ihren Arbeiten den Finger legt. Dafür erhält sie nicht nur AnerKennung, sondern meist starken Gegenwind. Die Musik dieser Sendung ist von Kritzkom „Swell Pattern“.
(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)
Siehe auch:
„Es ist immer der gleiche Mist“ 11.7.2017
Ausstellung: Sprache kommt vor der Tat, 29.4.2017
Warum die Wunde offen bleibt, 10.10.2016
dROMa 45 (2015): „Roma-Aktivismus“, 30.12.2015
Ausstellung „Was bleibt“ in Wien, 28.11.2015
Kirchstetten vereitelt Roma-Gedenkprojekt, 9.8.2015
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November 29th, 2017 |
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Interview, Literatur & Bücher, Religion, Romani
Anlässlich des Ad-limina-Besuchs der ungarischen Bischöfe bei Papst Franziskus sprach Kardinal Peter Erdö, Erzbischof von Ezstergom-Budapest, mit der katholischen Agentur CNA. Nicht nur das Kreuz des Internationalen Eucharistischen Kongresses, der 2020 in Budapest stattfinden wird, hat Papst Franziskus von den ungarischen Bischöfen erhalten, sondern auch ein Exemplar der Bibel auf Lovari-Romani, der laut Erdö von den Roma in der Region am meisten genutzten Sprache. Diese Übersetzung der Bibel geht einer Übersetzung liturgischer Texte ins Romani voraus.
Worüber haben Sie – die Bischöfe – beim Teffen gesprochen?
Über viele Dinge. Wir haben auch über die Roma gesprochen, die acht Prozent der Bevölkerung darstellen. Wir haben über ihre Kultur und ihre Sprache gesprochen und daraus ergab sich dann auch ein Gespräch über die Bedeutsamkeit der kleinen und großen Völker in Europa. Der Heilige Vater hat uns geantwortet, dass die Kulturen der Länder echte Werte sind. Europa ist, in christlicher Sicht, nicht ein graues oder gleichförmiges Europa, sondern ein Europa, das aus vielen Kulturen, Erfahrungen und Nationen zusammengesetzt ist, die untereinander versöhnt sind und gemeinsame Wurzeln haben – die zu einem sehr beträchtlichen Teil christliche Wurzeln sind.
Sie haben auch über die Möglichkeit einer Messe in der Sprache der Roma gesprochen?
Der Papst hat uns ermutigt, so eine Messe vorzubereiten. Die Roma in Ungarn sprechen verschiedene Sprachen. Obwohl die überwiegende Mehrheit Ungarisch versteht, haben doch viele mit unserer Sprache auch Schwierigkeiten. Im Allgemeinen ist die Sprache Lovari-Romani die in Zentraleuropa am meisten verbreitete Roma-Sprache. Sie hat viel mit Sanskrit zu tun. Wir haben die Herausforderung angenommen, die Übersetzung der gesamten Bibel in diese Sprache vorzubereiten – die katholische Kirche zusammen mit Intellektuellen der Roma. Diese Übersetzung wurde nach einer über zehnjährigen Arbeit fertiggestellt und dann von der Bischofskonferenz genehmigt. Ich habe diese Übersetzung der Bibel dem Heiligen Vater überreicht, der sie mit großer Freude entgegengenommen hat.
Die Erstellung eines Messbuchs ist also der nächste Schritt?
Da es nun ja schon eine Terminologie für die gesamte Bibel gibt, ist die Übersetzung des Messbuches kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Wir haben eine Kommission eingerichtet und wir arbeiten daran. Wir sind dem Heiligen Vater dankbar für seine Ermutigung, diese Arbeit weiterzuführen.
(Quelle: CNA)
November 28th, 2017 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
„Aus der Praxis lernen – bundesweit gegen Antiziganismus!“ Unter diesem Motto veranstaltete das Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas am Mittwoch in Berlin die Konferenz „Every day is Romaday! Dialog mit Politik, Behörden und Bildungseinrichtungen in Deutschland“. Welche Strategien zur gleichberechtigten Teilhabe von Sinti und von Roma funktionieren und wo gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten? Anlässlich des fünften Jahrestags der Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas wurde bei der Fachkonferenz hierzu ein Fazit gezogen.
Etwa 250 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus der ganzen Bundesrepublik kamen in Berlin zusammen, um bestehende Kontroversen zu diskutieren und neue Kooperationen in den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung, Antidiskriminierung, Soziale Lage/Wohnsituation, Kultur, Bleiberecht, Migration und internationale Projekte zu verabreden.
Im Vorbereitungsprozess wurden zusammen mit den Kommunen und regionalen Roma- und Sinti-Organisationen vier Landesfachtage, 26 Symposien und etwa 40 Jugendworkshops im gesamten Bundesgebiet durchgeführt. Darüber hinaus haben die Bündnispartner und Bündnispartnerinnen gemeinsam mit den Aktiven aus den Bundesländern eine Abschlusserklärung mit Handlungsempfehlungen zur Überwindung des Antiziganismus und zur Förderung der Gleichstellung von Roma und Sinti in Deutschland entwickelt. Diese soll einer neu gebildeten Bundesregierung zum Start der Legislaturperiode mit auf den Weg gegeben werden. Das Bündnis für Solidarität mit den Sinti und Roma Europas und die Aktiven aus den Bundesländern fordern:
- die Bildung eines Expertenkreises „Antiziganismus“, Maßnahmen zur Überwindung des institutionellen Antiziganismus und die Anerkennung von Antiziganismus als Asylgrund,
- die Bereitstellung eines Fonds für die Qualifizierung und Beschäftigung von Roma und Sinti im Bildungsbereich,
- die Bereitstellung ausreichender Mittel für die Kommunen und die politische Unterstützung der Integration von Eingewanderten mit Romno-Hintergrund auf allen Ebenen.
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November 27th, 2017 |
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Hochschulschriften, Literatur & Bücher, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Danyal Maneka (2016): Die Anderen der Mozartstadt – Zur Rolle rassistischer Bedeutungskonstruktion im Salzburger Printmediendiskurs vor dem Beschluss des sektoralen Bettelverbots
Bachelorarbeit (Institut für Politikwissenschaft), Universität Wien, 44 S.
>>>Download (pdf)
[Die Berichterstattung] begann relativ abrupt Ende Februar 2015 und endete Anfang Juni 2015 ebenso plötzlich wieder, und zwar zeitgleich mit dem Beschluss eines sektoralen Bettelverbotes durch die Gemeinde. Die Intensität der Berichterstattung (in drei Monaten ca. 180 Beiträge in den zwei größten Zeitungen!), die Sequenz von medialer Aufmerksamkeit und Handeln der Politik und der plötzliche Abfall der Aufmerksamkeit nach dem Handeln lässt vermuten, dass es sich bei der Medienkampagne um eine Offensive gegen ArmutsmigrantInnen aus Südosteuropa (…) handelt.
(…) Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich nicht mit der Praxis der Migration oder des Bettelns an sich (…). Thema ist ausschließlich die printmediale Repräsentation temporärer Armutsmigrationen (von RomNija) im Vorfeld des Beschlusses des sektoralen Bettelverbots. Genauer gesagt soll der Frage nachgegangen werden, ob Rassismus in der Salzburger Printmediendebatte über das Betteln und seine AkteurInnen in den drei Monaten vor dem Beschluss eine Rolle spielt, um Aufschluss darüber zu erhalten, inwieweit Ressentiments im konkreten Fall den repressiven Umgang mit ArmutsmigrantInnen legitimieren. Anders gesagt: Enthält die Art und Weise wie AutorInnen ArmutsmigrantInnen darstellen rassistische Elemente?
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November 26th, 2017 |
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Geschichte & Gedenken, Politik

Staat hat den Vertrag zum Ankauf der Schweinemast in Lety nun unterzeichnet. Jetzt liegt es an den Aktionären.
Der tschechische Staat hat den geplanten Vertrag zum Kauf der Schweinefarm am Ort des ehemaligen Roma-Konzentrationslagers Lety abgeschlossen. Für die öffentliche Hand unterzeichnete die Leiterin des Museums der Kultur der Roma, Jana Horváthová, das Dokument. Aufseiten des Betreibers der Schweinemast müssen am 4. Dezember noch die Aktionäre dem Verkauf zustimmen. In Lety soll eine Gedenkstätte für den Völkermord an den Roma entstehen. Zum Kaufpreis von 450 Millionen Kronen (17,7 Millionen Euro) wird der Staat noch weitere Mittel investieren müssen. Read the rest of this entry »
November 25th, 2017 |
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Politik
Erstmals wurde eine Romni zur Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments gewählt. Die konservative ungarische Politikerin Livia Járóka wurde in der Plenartagung am 15. November mit 290 Stimmen zur Nachfolgerin der ausgeschiedenen Abgeordneten Ildikó Gáll-Pelcz bestimmt. Die 1974 geborene und nahe der österreichischen Grenze in Sopron aufgewachsene Járóka war bereits von 2004 bis 2014 EU-Abgeordnete von Fidesz. Im September 2017 rückte sie als Ersatz für die Abgeordnete Gáll-Pelcz neuerlich ins Parlament nach.
Vor Járóka hatte es mit dem Sozialisten Juan de Dios Ramírez Heredia aus Spanien (1986–1994, 1999) nur einen einzigen Abgeordneten gegeben, der selbst der Minderheit der Roma angehört. Ihre liberale Kollegin Viktória Mohácsi, ebenfalls Romni aus Ungarn, schied nach den Wahlen 2009 aus dem EU-Parlament aus, 2012 stellte sie einen Asylantrag in Kanada. Seit 2014 sind im Europäischen Parlament zwei weitere Abgeordnete vertreten, die sich zu ihrer Roma-Herkunft bekennen: Soraya Post aus Schweden und Damian Drăghici aus Rumänien.
(dROMa)
November 24th, 2017 |
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Facts & Figures
Seit 2001 tragen drei Verkehrsflächen nahe der Alten Donau in Wien-Floridsdorf die offiziellen Bezeichnungen: Romaplatz, Sintiweg und Lovaraweg.
(Quelle)
November 23rd, 2017 |
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Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte
Der Kampf gegen Antiziganismus in Europa
Eine Veröffentlichung der Grünen im Europäischen Parlament
>>Download (pdf)
Antiziganismus ist eine spezifische Form des Rassismus, die sich gegen Angehörige der Roma-Minderheiten (und ähnlicher Gruppen) in ganz Europa richtet. Der Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung, denen viele Roma in ganz Europa ausgesetzt sind, kann daher nur wirksam entgegengetreten werden, wenn auch der tief verwurzelte Antiziganismus bekämpft wird. Die vorliegende Publikation soll einen Beitrag leisten im Kampf gegen Antiziganismus. Sie möchte informieren und ein Bewusstsein schaffen für die vielschichtige Diskriminierung denen europäische Roma aufgrund von Antiziganismus ausgesetzt sind. Anhand kurzer Aufsätze von grünen Abgeordneten, Roma-Aktivist/innen und Wissenschaftler/innen wird die EU-Politik bezüglich Roma und der Antiziganismus in Österreich, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Ungarn und Schweden analysiert.
(Text: Zentalrat)
November 22nd, 2017 |
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Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte
Zum zweiten Mal wird dieses Jahr in Deutschland der Amadeu-Antonio-Preis für kreatives Engagement für Menschenrechte – gegen Rassismus und Diskriminierung verliehen. Von der Amadeu-Antonio-Stiftung und der Stadt Eberswalde vergeben, würdigt der Preis kreatives künstlerisches Engagement für Menschenrechte. Zugleich erinnern wir mit dem Preis an den gewaltsamen Tod von Amadeu Antonio vor 27 Jahren und an die vielen weivteren Opfer rassistischer Gewalt seither. Insgesamt drei Preise werden am 28. November 2017 vergeben. Aus 60 Einreichungen der verschiedensten Genres wählte die unabhängige Jury nun die sieben Nominierten. Unter diesen das Theaterprojekt „Schluchten – Neue Nachbarn“ (entstanden in Kooperation von Nyx e.V. und dem Regionalverband deutscher Sinti und Roma Augsburg). Das Webmagazin Belltower.News stellt das nominierte Projekt vor:
„Es gehört bestimmt mehr Mut dazu, einem Fremden zu vertrauen, als seine Andersartigkeit abzulehnen.“ In Dorothea Schroeders Theaterprojekt „Schluchten – Neue Nachbarn“ geht es um Vorurteile und Vorbehalte gegen Sinti und Roma. In den Jahren 2015 und 2016 wurde es von Nyx e.V. in Zusammenarbeit mit dem Regionalverband deutscher Sinti und Roma Augsburg umgesetzt. Schauspieler, Sinti und Roma erzählten authentische Geschichten bei ihren Führungen durch das Augsburger Fischerholz. Alexander Adler, selbst Sinto, war einer von ihnen. Mit ihm sprach Fiona Katharina Flieder.
Wie ist das Projekt entstanden?
Alexander Adler: Ich vermute, dass anfangs das Ziel von Dorothea Schroeder war, einen Einblick in die vermeintlich abgeschottete Welt der Sinti und Roma zu gewähren. Ehemalige Wohnorte, Campingplätze sollten gezeigt, auf Missstände hingewiesen werden. Es sollte beleuchtet werden, woher das Misstrauen auf beiden Seiten kommt und wo die größten Defizite sind. Eine Tragödie, für die beide Seiten nichts können. Nach und nach zeigte sich jedoch anscheinend, dass es so einfach nicht ist. Das Projekt entwickelte sich weiter. Read the rest of this entry »
November 20th, 2017 |
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Politik, Recht & Gericht
Albanien hat die Volksgruppe der Roma als „Nationale Minderheit“ offiziell anerkannt. Das diesbezügliche Gesetz (Nr. 96/2017, „Schutz der Nationalen Minderheiten in der Republik Albanien“) wurde bereits Mitte Oktober im albanischen Parlament verabschiedet. Damit hat die Volksgruppe in Zukunft Anspruch auf besonderen staatlichen Schutz, der deutlich über den Rechtsstatus als bloße „ethno-linguistische Minderheit“, als die Albaniens Roma bislang galten, hinausgeht. Mit dem neuen Gesetz haben Roma das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Leben und auf Erhaltung ihrer kulturellen Identität. Sie haben auch das Recht auf Bildung in der Minderheitensprache. Diskriminierung aus kulturellen, ethnischen oder sprachlichen Gründen ist verboten. Nach Inkrafttreten des Gesetzes werden die Roma, gemeinsam mit acht weiteren Minderheiten (Griechen, Mazedonier, Aromunen, Ägypter, Montenegriner, Serben und Bulgaren), im staatlichen Minderheitengremium, dem „Komittee für Nationale Minderheiten“, vertreten sein.
(dROMa)
November 19th, 2017 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
Graz wird Standort eines neuen UNESCO-Zentrums für Menschenrechte. Das haben die 192 Mitgliedsländer der UNESCO-Vollversammlung in Paris vergangene Woche einstimmmig beschlossen. Nach Buenos Aires wird es laut Pressemitteilung der Stadt Graz das weltweit zweite Zentrum dieser Art sein und den Fokus auf Südosteuropa und Afrika richten. (Weniger spektakulär klingt allerdings die Meldung der österreichischen UNESCO-Kommission.)
Im Schreiben der scheidenden UNESCO-Generalsekretärin Irina Bokowa an die Stadt Graz heißt es:
Graz nennt sich mit Fug und Recht eine UNESCO-Stadt, und zwar aufgrund ihres Einsatzes bei verschiedenen wichtigen Verpflichtungen der Organisation – insbesondere ihre außerordentlich wertvolle Unterstützung der Maßnahmen der UNESCO zugunsten der urbanen Inklusion. Ihre Führungsrolle war einer der Grundsteine für den Vorschlag der Republik Österreich, in Graz ein internationales Zentrum zur Förderung der Menschenrechte auf lokaler und regionaler Ebene zu gründen, das unter der Schirmherrschaft der UNESCO steht.
(dROMa)
November 17th, 2017 |
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Musik, Politik, Radio, Podcast & TV
Radio RomaRespekt #21: Romeo Franz und die Hildegard-Lagrenne-Stiftung
Sendung vom 6.9.2017: Romeo Franz ist Musiker und Politiker. Als Musiker hat er die Musik des Mahnmals für die ermordeten Sinti und Roma in Berlin komponiert, als Politiker setzt er sich für die Belange der Minderheit ein. In der Sendung spricht er darüber, mit welchen politischen Instrumenten die Landesverbände der Sinti und/oder Roma Verbindlichkeit von ihren jeweiligen Landesregierungen erreichen können. Als Geschäftsführer der Hildegard-Lagrenne-Stiftung sorgt er sich um die Förderung von Bildungsverläufen von jungen Angehörigen der Minderheit. Kathrin Bastet hat während der Herbstschule gegen Antiromaismus 2015 mit Romeo Franz gesprochen.
Die Musik stammt vom Romeo Franz Ensemble: Happy Swing For You, Late Night
(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)
Siehe auch:
Romeo Franz – Sinti-Aktivist und Politiker, 8.11.2014
November 15th, 2017 |
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Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Romani
Radio RomaRespekt #20: Bildung von Romakindern und Ausbildung von Lehrer/innen für Romanes
Sendung vom 5.8.2017: Hristo Kyuchukov ist Wissenschaftler – Psycholinguist, Sprachwissenschaftler für Romanes und außerdem Erziehungswissenschaftler mit Spezialisierung auf die Erziehung von Romakindern. Kyuchukov hat in diesen Feldern mehrfach promoviert und er hat sich habilitiert. Er hat als Gastprofessor an verschiedenen Universitäten gewirkt. Anfang der 1990er Jahre hat er in Bulgarien Konzepte entwickelt für die universitäre Ausbildung von Lehrer/innen im Fach Romanes. Später hat er diese Forschung an der Universität von Veliko Tarnovo in entsprechende Ausbildungsprogramme umgesetzt. Es hat also Lehrer/innen ausgebildet, die Romanes und Geschichte der Roma unterrichten. Hristo Kyuchukov ist Kosmopolit und kennt die Situation von Roma und Romakindern in ganz Europa – einmal, weil er sie beforscht hat, und außerdem, weil er selbst aus Bulgarien stammt und zur dortigen Minderheit der türkisch sprechenden Roma gehört.
Die Musik für diese Sendung wurde von Martin Lubenov produziert. Er stammt wie Hristo Kyuchukov aus Bulgarien und ist Kosmopolit. Martin Lubenov lebt in Wien und ist als Musiker international tätig.
(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)
Siehe auch:
RomaRespekt #2: Wissenschaft gegen Antiromaismus, 1.9.2017
„Elternbrief“: Hristo Kyuchukov im Gespräch, 8.10.2014
November 14th, 2017 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Zuflucht für Schutzlose — Die Grazer Notschlafstelle für Armutsmigranten begeht ihr erstes viertel Jahrhundert und zeigt, dass Armut nach wie vor präsent ist
Die, die keiner wollte. Papst Franziskus hat einen „Welttag der Armen“ eingeführt, der dieses Jahr am 19. Novemher 2017 erstmals stattfindet. Die VinziWerke nehmen dies zum Anlass, um auf das Jubiläum ihrer Notschlafstelle VinziNest aufmerksam zu machen: 25 Jahre intensiver Einsatz für die Unterbringung von Armutsmigranten, die in Graz niemand wollte.
Als 1992 während des Balkankrieges hunderte ausländische Männer am Grazer Hauptbahnhof strandeten und niemand ihnen helfen wollte, setzte sich ein Mann dafür ein, dass auch sie ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen bekamen: Pfarrer Wolfgang Pucher. Ein Zeltdorf wurde errichtet und ermöglichte die Unterbringung dieser Männer über den Sommer. Im November darauf wurde in einer ehemaligen Strickerei in der Kernstockgasse 14, 8020 Graz, die Notschlafstelle VinziNest eröffnet.
Hardfacts:
Das VinziNest versteht sich als Notschlafstelle für männliche Ausländer und ist eine reine Nachtschlafstelle mit einer Kapazität von 80 Plätzen. Das VinziNest ist täglich von 18 bis 7 Uhr geöffnet, Einlass ist von 16 bis 22 Uhr. 80 Menschen erhalten pro Tag eine warme Mahlzeit und haben die Möglichkeit, dort ihre Wäsche waschen zu lassen. Zusätzlich erfolgt wöchentlich eine medizinische Versorgung durch die rollende Marienambulanz, einmal im Monat eine Rechtsberatung sowie ein Deutsch- bzw. Alphabetisierungskurs durch das Projekt ZORROM der Caritas. Read the rest of this entry »
November 12th, 2017 |
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Musik, Politik, Radio, Podcast & TV
„Heimat Fremde Heimat“
ORF2, Sendung vom 12.11.2017
Ansehen: ORF-TVthek
Lakis Jordanopoulos präsentiert das ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ am Sonntag, dem 12. November 2017, um 13.30 Uhr in ORF2. Weiterer Beitrag: Gebärdensprache hilft aus der Isolation.
Mehr Schutz für Europas autochthone Minderheiten
„Minority Safepack“ lautet der Name einer EU-weiten Initiative, die von der Föderalistischen Union der europäischen Volksgruppen (FUEN) auf die Beine gestellt wurde und mehr Schutz für die autochthonen Minderheiten in der Union bringen soll. Die EU-Kommission wollte die Initiative zunächst gar nicht anerkennen. Erst ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes verpflichtete sie dazu. Nun wirbt die Föderalistische Union der europäischen Volksgruppen aktiv um breite Unterstützung. Denn für ihr geplantes Volksbegehren (unterschreiben) müssen bis April 2018 innerhalb der EU eine Million Unterschriften gesammelt werden. Ende Oktober wurde „Minority Safepack“ in Wien vorgestellt. Ajda Sticker war dabei.
Harri Stojka wird 60
Harri Stojka gehört zu den berühmtesten Gitarristen in Österreich. Sein guter Ruf als Jazz- und Gipsy-Swing-Virtuose eilt ihm bis über die Landesgrenzen hinweg voraus. Mit seinem unnachahmlichen Gitarrenstil hat er die heimische Musikszene mitgeprägt. Das Musikergenie engagiert sich aber auch für die hiesige Roma-Community. Read the rest of this entry »
November 10th, 2017 |
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Sport
Marlon Reinhardt, der bereits sechs deutsche Meistertitel im Kickboxen hält, hat kürzlich den Weltmeistertitel im Kickboxen bis 90kg gewonnen. Zum ersten Mal wurde der Koblenzer 2011 bei der „Champions Fight Night“-Gala im Cruisergewicht in Koblenz Deutscher Meister. Bereits als Fünfjähriger begann der Spross der bekannten Koblenzer Musiker-Familie Reinhardt mit dem Box-Training.
Der 25-jährige Sinto, der ein Meisterzertifikat für Kickboxer besitzt, hat mittlerweile ein eigenes Sportstudio in Koblenz eröffnet, wo er sein Wissen an junge Sportler weitergibt. Der frischgebackene Weltmeister, der nach seinem Fachabitur eine Ausbildung als Bürokaufmann abgeschlossen hat, engagiert sich darüber hinaus mit seinem Verein „Django Reinhardt Music Friends e.V.“ im Bereich der musikalischen Förderung von Kindern. Er selbst lernte – ebenfalls im Alter von fünf Jahren – Gitarre zu spielen und wirkte lange Zeit im bekannten Ensemble seines Vaters mit, dem Django Reinhardt Orchestra.
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November 10th, 2017 |
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Einrichtungen, Radio, Podcast & TV
Radio RomaRespekt #19: Nach Lety mit Romatrial
Sendung vom 1.7.2017: Hamze Bytyci aus Berlin gehört zum Verein Romatrial e.V., über dessen Aktivitäten er in dieser Ausgabe des Radio RomaRespekt Auskunft gibt: es entstand der Film “Jozka”, es wird ein Filmfestival vom 9.-12. November geben, es gibt das medienpädagogisch eingesetzte Adolf-Reichwein-Mobil, das Radio Corel. Und dann geht es um den International Roma Day und einen Rahmenvertrag, den die Communities der Roma und der Sinti in Berlin mit ihrer Landesregierung aushandeln. Über diese interessanten Dinge sprechen wir an einem sehr speziellen Ort bzw. Datum – am 13. Mai in Lety in Tschechien. Auch im Jahr 2017 steht dort immer noch die Schweinemastanlage auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers. Von dem endlos scheinenden Kampf gegen diese Unwürdigkeit ist unser Gespräch beeinflusst.
Die Musik dieser Sendung kommt von der noch sehr jungen Band Gypsy Cikle Čave aus Krupka, die mit nach Lety gereist ist, und von dem Berliner Rapper Drob Dynamic. (Foto: Antje Meichsner, Gypsy Cikle Čave in Lety)
(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)
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November 9th, 2017 |
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Ehrungen & Nachrufe, Radio, Podcast & TV
Alexandra Wachter mit „Prälat-Leopold-Ungar-JournalistInnen-Anerkennungspreis“ ausgezeichnet
Für die Dokumentation „Jenische in Österreich – Fremd im eigenen Land“ begab sich „PULS 4“-Journalistin Alexandra Wachter zwei Jahre lang auf Spurensuche der „vergessenen“ Volksgruppe und sprach mit Betroffenen, Zeitzeugen und Experten. Am Mittwoch wurde sie für die Dokumentation mit dem „Prälat-Leopold-Ungar-JournalistInnen-Anerkennungspreis“ in der Kategorie TV ausgezeichnet.
Alexandra Wachter: „Ich bin dankbar und demütig, dass dieses Thema, das bisher so wenig Beachtung gefunden hat, durch den Anerkennungspreis in den Mittelpunkt rückt. Denn was den Mitgliedern dieser Volksgruppe widerfahren ist, widerspricht jeglicher Auffassung von Gerechtigkeit. Eben dorthin müssen wir als JournalistInnen blicken. Wir müssen auf Missstände hinweisen und für Menschenrechte und Gleichstellung eintreten. Das ist der Grund, warum der Beruf der Journalistin für mich eine Berufung ist.“
Begründung der Jury: In der 20-minütige Dokumentation zeigt Alexandra Wachter einen blinden Fleck in der österreichischen Geschichte und auch in der Medienberichterstattung: das Schicksal der Jenischen, die seit Jahrhunderten diskriminiert und bei uns bis heute nicht als Volksgruppe anerkannt sind.
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November 8th, 2017 |
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Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Adolf Gussak, Kerstin Horvath, Josef Horvath, Jennifer Papai, Julius Horvath, Eva Horvath, Katharina Karaman und Denise Horvath
Romengero-kirati „Amen phukavas – Wir erzählen“ 2017
Ando bersch 2017 o Romengero-kirati „Amen phukavas“ telal o moto „24 berscha muschika gejng diskriminacija“ terdscholahi. O farajn Karika la burgenlanditika Roma-bandakve „Romano Rath“ ada kirati vidmintscha. „Romano Rath“ imar 24 berscha pra muschikaha la flogoskera grupn le Romendar fatretinel taj but use ledschija, hot i diskriminacija gejng i flogoskeri grupn tschuleder uli. O aunprindscharipe le Romendar ojs ajgeni flogoskeri grupn ando bersch 1993 use jek kesdipeskero hango uso Burgenland-Roma vodintscha. Use te kerintscha, o upre lipe la tschibtschatar Romanes ojs dschilavipeskeri tschib. Ande oja cajt schov terne Roman Tenu Erbatar, Erbatar taj Boslinatar khetan gele taj i banda „Romano Rath“ kerde. O muschikaschtscha phende, hot on Romengeri-muschika keren taj igen but uso entviklinipe jeka ajgeni mulatintschagoskera kulturatar use ledschine.
Heuer im Jahr 2017 stand der Roma-Abend „Amen phukavas“ unter dem Motto „24 Jahre Musik gegen Vorurteile“. Der Verein Karika widmete der burgenländischen Roma-Band „Romano Rath“ diesen Abend. „Romano Rath“ vertritt schon seit 24 Jahren durch ihre Musik die Volksgruppe der Roma und konnte dadurch auch erheblich die Vorurteile gegenüber der Volksgruppe senken. Die Anerkennung der Roma als eigene Volksgruppe im Jahr 1993 führte zu einer Aufbruchsstimmung bei den Burgenland-Roma. Dazu gehört auch die Wiederentdeckung des Romanes als Liedersprache. Damals haben sich sechs junge Roma aus Unterwart, Oberwart und Kleinbachselten zusammengetan und gründeten die Band „Romano Rath – Roma-Blut“. Read the rest of this entry »
November 6th, 2017 |
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Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Rassismus & Menschenrechte
Radijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Katharina Karaman
Alexander „Billy“ Nardai phukal
Alexander „Billy“ Nardai wurde am 4. Oktober 1950 in Eisenstadt geboren. „Billy“, so wie ihn seine Freunde nennen, erzählt über seine Kindheit, seine Eltern und das Leben in der Roma-Siedlung. Gemeinsam mit seinen Eltern, der Romni Gisela Nardai und dem Nicht-Rom Heinrich Müller, sowie mit seiner Schwester Gisela wuchs der heute 67-jährige Rom in der zweiten Oberwarter Roma-Siedlung, wo aktuell das Krankenhaus steht, in ärmlichen Verhältnissen auf. Heftige Diskriminierung bekam „Billy“ in seiner Schulzeit zu spüren. Diese negativen Erlebnisse prägten ihn auch noch in seiner Jugendzeit. Nach Beendigung seiner Schulzeit wollte Alexander Nardai Fleischhauer werden, jedoch gab es für ihn nie die Möglichkeit, eine Lehre zu beginnen. So ging „Billy“, wie viele andere Roma auch, nach Wien und arbeitete bis zu seiner Pensionierung bei der Fa. Teerag-Asdag (jetzt Fa. PORR) am Straßenbau. Durch Fleiß und Einsatz sowie durch Weiterbildung schaffte Alexander Nardai es in die Position eines Poliers. Stets war er bemüht, ein Vorbild für seine Mitarbeiter zu sein.
Alexander „Billy“ Nardai ando 4to oktoberi 1950 Tikni Martonate upro them alo. „Billy“, afka sar le leskere pajtaschtscha akaren, pedar pro tschavoripe, pedar pri daj taj pedar pro dad taj pedar o dschivipe andi Romengeri sidlung, phukal. Khetan pra dajaha taj pre dadeha, la Romnaha Gisela Nardai taj le gadschoha Heinrich Müller taj pra phenjaha Gisela, o adiveseskero 67 berschengero Rom, andi 2ti Erbakeri Romengeri sidlung, kaj akan i schpita terdschol, tschorikan upre bartschino. Read the rest of this entry »