Papst-Treffen: Bibel auf Romani überreicht

November 29th, 2017  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Religion, Romani

Kardinal Erdö überreicht Papst Franziskus eine Ausgabe der Heiligen Schrift in der Sprache Lovari-Romani. (Foto: CNA/Osservatore Romano)Anlässlich des Ad-limina-Besuchs der un­ga­ri­schen Bischöfe bei Papst Franziskus sprach Kardinal Peter Erdö, Erz­bischof von Ezstergom-Bu­dapest, mit der katho­li­schen Agen­tur CNA. Nicht nur das Kreuz des Inter­na­tio­na­len Eucha­ris­ti­schen Kon­gres­ses, der 2020 in Budapest statt­fin­den wird, hat Papst Fran­zis­kus von den un­gari­schen Bischö­fen er­hal­ten, son­dern auch ein Exemplar der Bibel auf Lovari-Romani, der laut Erdö von den Roma in der Region am meis­ten ge­nutz­ten Sprache. Diese Über­setzung der Bibel geht einer Über­set­zung litur­gi­scher Texte ins Ro­mani voraus.

Worüber haben Sie – die Bischöfe – beim Teffen gesprochen?
Über viele Dinge. Wir haben auch über die Roma gespro­chen, die acht Pro­zent der Bevöl­ke­rung dar­stellen. Wir haben über ihre Kultur und ihre Sprache ge­spro­chen und daraus ergab sich dann auch ein Gespräch über die Be­deut­sam­keit der klei­nen und gro­ßen Völker in Europa. Der Heilige Vater hat uns ge­ant­wor­tet, dass die Kulturen der Län­der echte Werte sind. Europa ist, in christ­li­cher Sicht, nicht ein graues oder gleich­för­mi­ges Europa, son­dern ein Europa, das aus vielen Kulturen, Er­fah­run­gen und Nati­onen zu­sam­men­gesetzt ist, die unter­einan­der ver­söhnt sind und ge­mein­same Wur­zeln haben – die zu einem sehr beträcht­li­chen Teil christ­liche Wurzeln sind.

Sie haben auch über die Möglichkeit einer Messe in der Sprache der Roma ge­spro­chen?
Der Papst hat uns ermutigt, so eine Messe vorzubereiten. Die Roma in Ungarn spre­chen ver­schie­dene Sprachen. Ob­wohl die über­wie­gende Mehr­heit Ungarisch ver­steht, haben doch viele mit unserer Sprache auch Schwie­rig­keiten. Im All­gemei­nen ist die Spra­che Lovari-Romani die in Zentral­europa am meis­ten ver­brei­tete Roma-Sprache. Sie hat viel mit Sanskrit zu tun. Wir haben die Heraus­for­de­rung an­ge­nom­men, die Über­setzung der gesamten Bibel in diese Sprache vor­zu­berei­ten – die katholi­sche Kirche zu­sammen mit Intel­lek­tuel­len der Roma. Diese Über­setzung wurde nach einer über zehn­jähri­gen Arbeit fertig­gestellt und dann von der Bischofs­kon­fe­renz ge­neh­migt. Ich habe diese Übersetzung der Bibel dem Heili­gen Vater über­reicht, der sie mit großer Freude ent­gegen­ge­nom­men hat.

Die Erstellung eines Messbuchs ist also der nächste Schritt?
Da es nun ja schon eine Terminologie für die gesamte Bibel gibt, ist die Über­setzung des Messbuches kein Ding der Un­mög­lich­keit mehr. Wir haben eine Kom­mis­sion ein­ge­rich­tet und wir arbeiten daran. Wir sind dem Heiligen Vater dank­bar für seine Er­mu­ti­gung, diese Arbeit wei­ter­zuführen.

(Quelle: CNA)

Leave a Response