Archive for Oktober, 2017

GfbV-Bericht: „Fahrende Roma in der Schweiz“

Oktober 31st, 2017  |  Published in Dokumente & Berichte, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Fahrende in der SchweizGesellschaft für bedrohte Völker Schweiz (Hg): Fahrende Roma in der Schweiz. Bedürfnisse, Herausforderungen und Perspektiven, Bericht v. Okt. 2017, 88 S.

>>Download: „Fahrende Roma in der Schweiz“ (PDF)

Im Rahmen des Projektes «Fahrende Roma in der Schweiz » hat die Gesell­schaft für be­droh­te Völker (GfbV) in Zu­sam­men­arbeit mit dem Verband Sinti und Roma Schweiz einen Bericht er­ar­bei­tet, der Auf­schluss über die Lage und Be­dürf­nisse der fah­ren­den Roma gibt sowie die Per­spek­tive der Polizei re­flek­tiert. Darüber hinaus will der Ende Ok­to­ber 2017 ver­öffent­lich­te Bericht einen Ein­blick in die Ge­schichte, Kultur und so­zia­le Or­gani­sa­tion der Roma ver­schaf­fen und setzt sich mit ihrer recht­li­chen Situa­tion in der Schweiz aus­einan­der. Schließ­lich for­mu­liert die GfbV kon­krete Empfeh­lun­gen zur Ver­bes­se­rung der gegen­wär­ti­gen Si­tu­ation.

Rechtlicher Schutz und Platzsituation

Aus rechtlicher Perspektive haben nicht nur Schweizer, son­dern auch aus­län­dische fahrende Min­der­hei­ten An­spruch auf ein Halte­recht in der Schweiz – dies unter ande­rem auf­grund des Dis­krimi­nie­rungs­ver­botes und des Min­der­heiten­schutzes. Im neuen Bericht der GfbV wer­den daher detail­liert die völker- und ver­fassungs­recht­li­chen Grund­lagen be­schrie­ben, unter de­ren Schutz die fahrenden Roma in der Schweiz ste­hen. Sind diese im Besitz einer Reise­gewerbe­bewil­li­gung, so ist ihnen die Erwerbs­tätigkeit in der Schweiz er­laubt. Die meisten Roma, welche die Schweiz durch­reisen, stam­men aus west­euro­päi­schen Ländern und ar­beiten jeweils meh­rere Monate in der Schweiz. Gemäß Frei­zügig­keits­abkom­men zwi­schen der EU und der Schweiz sollen sie bei Einreise, Ausreise und Arbeit gleich­berech­tigt gegen­über Schwei­zerin­nen und Schwei­zern sein. Die Dis­krimi­nie­rung von fahren­den Roma auf Schweizer Halte­plätzen zeigt je­doch auf, dass in der Reali­tät das Gegenteil der Fall ist: In den letzten Jahren hat sich die Situa­tion für die fahren­den Roma bezüg­lich Transit- und Durch­gangs­plätzen stark ver­schlechtert.

Viele Kantone haben begonnen, ihre Plätze nach «Schweizer Fahrende» und «auslän­dische Fahrenden» auf­zu­teilen. Laut Stand­bericht 2015 des Gut­achtens «Fahrende und Raumplanung» sind mehr als die Hälfte der be­ste­hen­den Durch­gangs­plätze für «aus­län­di­sche Fah­rende» nicht mehr ge­öffnet. Read the rest of this entry »

RomaRespekt #17: Rukeli Trollmann

Oktober 30th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Sport

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #17: Die Geschichte von Rukeli Trollmann und was danach geschah, Kontinuitäten

Sendung vom 20.5.2017: Der Boxer und Sinto Rukeli Trollmann boxt sich in den 20er Jah­ren nach oben. Die Nazis zer­stö­ren seine Kar­rie­re und er­mor­den ihn im KZ Neuen­gamme. Sei­ne Nach­fah­ren hal­ten das Gedenken an ihn wach und en­ga­gie­ren sich ge­gen Rassismus. Wolfgang Trollmann und Alfonso Ramo-Farina Dieckmann er­zäh­len von da­mals und heute.

Playlist #17:
Duo Z: Hätt ich doch Flügel / Kind im Ghetto / Lustig wär’ das Zigeunerleben

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

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RomaRespekt #16: Die Kuratorin Tímea Junghaus

Oktober 29th, 2017  |  Published in Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #16: Das Wissen dekolonisieren – die Kuratorin Tímea Junghaus

Sendung vom 6.4.2017: Die Kunstausstellung „(Re-)Con­cep­tuali­zing Roma Resistance“ wur­de von der un­ga­ri­schen Kunst­his­to­ri­kerin Tímea Junghaus kura­tiert. Sie war im April 2016 im Fest­spiel­haus Hellerau zu sehen und wurde eigens für diese Insti­tu­tion pro­du­ziert. Tímea Junghaus gibt in dieser Aus­gabe des Radio RomaRespekt Ein­blicke in ihre Arbeit als euro­päi­sche Kuratorin in einem rassis­mus­kri­ti­schen Kon­text. Für sie als Romni ist das Aus­stellen von Roma-Kunst eine Stra­te­gie, um die An­lie­gen und po­li­ti­schen Po­si­tio­nen der Roma be­kannt zu machen. Sie möchte Zu­gänge zur Wissens­pro­duk­tion der Roma schaf­fen und ver­meint­li­ches Wissen über Roma de­kolo­ni­sie­ren, d.h. des­sen Gültig­keit über­prüfen und Kor­rek­tu­ren vor­neh­men. Die Spr­achen dieser Sen­dung sind Eng­lisch und Deutsch, d.h. die Ant­worten von Tímea Jung­haus sind komplett in Englisch hör­bar.

[Foto: Der Künstler Damian Le Bas (li.) bei der Er­öff­nung seiner Aus­stel­lung zum Roma Day 2016 in der Galerie Kai Dikhas in Berlin (die Dame auf dem Bild re. ist nicht Tímea Junghaus).]

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

Berlin: „Abseits im eigenen Land“

Oktober 28th, 2017  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Sport, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma im Sport„Abseits im eigenen Land“ – Sinti- und Roma-Sportler

Eine Ausstellung von Andrzej Bojarski

Zu sehen vom 1. Nov. bis 20. Dez. 2017 im DokuZ Sinti und Roma Berlin. Öff­­nungs­­zei­­­ten: Mo. und Mi. von 9.30 Uhr bis 16.00 Uhr so­­­wie auf An­­­fra­­ge (berlin@sintiundroma.de)

Eröffnung mit Podiumsdiskussion am 30.10.2017:
Thema „Diskriminierung und Sport“
19:00 Uhr, DokuZ, Prinzenstraße 84.2

Rassismus im Sport – ein wichtiges und sehr akt­uel­les Thema: Ob im Stadion, im Verein oder in der Be­richt­erstat­tung, Ras­sis­mus und Anti­ziganis­mus zei­gen sich im­mer wieder und in unter­schied­li­chen Dimen­sio­nen: Die Aus­gren­zung reicht von der Ver­ba­li­sie­rung weit ver­brei­te­ter Vor­urteile, über neo­nazis­tische Hetz­paro­len (z.B. „Zick Zack Zi­geu­ner­pack“) bis hin zu ge­walt­täti­gen Über­griffen. In der Sportgeschichte gibt es zahlreiche Fälle von Dis­krimi­nie­rung und Aus­schluss – be­son­ders be­troffen sind Min­der­heiten­ange­hö­rige. Drei „ver­ges­sene Helden“ des Sports – Oswald Marschall, Walter Laubinger und Sergio Peter – werden in der Aus­stel­lung „Abseits im eigenen Land“ präsentiert.

Die Ausstellung wird mit einem Podiums­gespräch zum The­ma „Dis­kri­mi­nie­rung und Sport“ er­öffnet. Es diskutieren:

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Zentralrat erneuert Kritik an Kinderfilm

Oktober 27th, 2017  |  Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Screenshot aus Nellys AbenteuerZentralrat Deutscher Sinti und Roma erneuert Vorwurf des Antiziganismus gegen den Film „Nellys Abenteuer“. SWR zeigt sich uneinsichtig gegen berechtigte Kritik

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erneuert seine Kritik ge­gen den Kinderfilm „Nellys Abenteuer“ (wir be­rich­te­ten), den der SWR jetzt vor­ge­zo­gen aus­strahlen will. Der Zentral­rat hatte am 14. Sep­tem­ber 2017 ein Fach­gespräch in Berlin ver­anstaltet, an dem Ver­treter der Film­industrie, der Film­förde­rung sowie Wis­sen­schaft­ler und Jour­na­lis­ten teil­ge­nom­men hatten. Ver­tre­ter des SWR so­wie die Autoren und Be­tei­lig­ten der Film­pro­duk­tion wa­ren der Ein­ladung nicht ge­folgt. Auf der Grundlage des vom Zentralrat in Auftrag ge­ge­be­nen Gut­achtens von Pavel Brunßen, Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Berlin, teil­ten die Teil­nehmer der Gesprächs­runde im Wesent­li­chen die Vor­würfe des Zentral­rates. Der Film gebe An­lass, so­wohl in den Gre­mien der staat­li­chen Film­för­de­rung als auch bei­den Film­schaf­fen­den selbst über die Ethik des Filme­machens über Sinti und Roma nach­zu­denken. Dass die Re­pro­duk­tion von anti­ziga­nis­ti­schen Stereo­typen, wie sie in Nellys Abenteuer er­folgt, auch noch mit nahe­zu einer Mil­lion Euro Steuer­gelder fi­nan­ziert wurde und jetzt auch noch im öffent­lich-recht­li­chen Fernsehen, wie­derum fi­nan­ziert aus öf­fent­li­chen Geldern, ge­sen­det werden soll, sei kaum nach­voll­zieh­bar, re­sümier­te Romani Rose für den Zentralrat.

Während dieses Fachgesprächs wurde von den Teilneh­mern bis in die Details der Kamera­füh­rung hinein auf­ge­zeigt, wie die anti­ziga­nis­ti­schen Bilder um­ge­setzt wur­den: z.B. dokumen­ta­ri­sche Kamera / Hand­kamera, wenn Roma ge­zeigt werden, ver­sus Spielfilm­kamera / Stativ­kamera, wenn Nelly oder ihre Fa­milie auf­treten. Gera­de die Be­haup­tung der Filme­macher, es sei doch ein Spielfilm, der künst­le­ri­sche Frei­heit rekla­mie­ren könne, wird durch den gleich­zei­ti­gen An­spruch auf doku­men­ta­ri­sche Authen­ti­zität kon­ter­ka­riert. Wäh­rend die Figur der Nelly durchaus eine Ent­wick­lung durch­läuft, blei­ben die Roma-Fi­gu­ren sta­tisch, auch am Ende des Films blei­ben sie als Kri­mi­nel­le stehen.

Nellys Abenteuer stigmatisiert Roma als Kriminelle und Diebe. Im „Päda­go­gi­schen Begleit­mate­rial“ für Schulen wer­den die beiden wich­tigsten Roma-Fi­gu­ren, Roxana und Tibi, je­weils als kri­mi­nell vor­ge­stellt : „Roxana ist 15 Jahre alt … Sie verdient ihr Geld mit ihrem Bru­der durch Taschen­dieb­stahl. … In einem Jahr soll sie ver­hei­ra­tet wer­den – mit dem Sohn von Hokus.“ Read the rest of this entry »

Rudolf-Sarközi-Hof Betschiste

Oktober 26th, 2017  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Wien hat nun seinen Rudolf-Sarközi-Hof (Foto: KV Roma)Gemajndakero bauninipeskero akari­pe pa­lo Ru­dolf Sarközi

O kherengero bauninipeskero rot Michael Ludwig, o be­cir­kis­kero ang­le ter­tschar­do Adolf Tiller taj i ge­majn­da­keri rot­kija Barbara Novak het­vi­nate o ana­ves­kero dipe le ge­majn­da­kere bau­ni­ni­pestar andi Spring­siedel­gasse 32 ande Döbling an­do „Ru­dolf-Sar­közi-Hof“ ang­le line. Ande ada khe­res­ke­ro bau­ni­ni­pe o Sar­közi 52 ber­scha dur atsch­lahi.

O Rudolf Sarközi pe le aun prindscharipeske le Romenge taj Sintijenge ojs austritiki flo­gos­keri grupn ande beschar­tscha. Ov o erschti Rom sina, savo poli­tisch ande jek birov­tschago völim ulo. „Le Rudolf Sarköziskero dschi­vipe le ande bescha­ri­peske gejng o ar grani­ca­li­nipe, intole­ranc, taj rasis­mus sina. O histo­rischi upre butscha­li­nipe le geno­ci­distar upro euro­pi­tike Roma taj Sinti leske jek igen vodschi­kano aun­pasch­la­ripe sina“, phenel o Michael Ludwig. Buto nipo les­kera fami­ljiatar, telen­de leskeri bur­gen­lan­ditiki baba taj les­kero papu, ando loger­tscha mur­darde ule. Ando bersch 1993 jeke ala­veha o aun­prindscha­ripe ando par­la­ment le Romen­dar taj Sinti­jendar ojs austri­tiki flo­gos­keri grupn les­kere bare ande bescha­ri­peske schaj use pisim ol. Ov phur­takero keraschi la tole­ran­cake sina, phe­nel o Ludwig.

„Mindig loschanipe sina, le profesori Rudolf Sarköziha khe­tan te butscha­linel. Sar andi funk­ci­jona ojs becir­kis­kero rot, sar te ojs schero le kultu­ra­kere faraj­nistar, schaj but pro­jektscha khe­tan prik beshar­tscham. Les­kero manu­scha­nipe taj pomo­schago na tschajk an­de Döbling sina, upro cilo them lo prin­dschardo sina taj leske but pali­ke­ripe taj aun­prin­dscha­ripe antscha“, phe­nel o be­cirkis­kero angle ter­dscha­schi Adolf Tiller.

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RomaRespekt #15: De La Negra

Oktober 25th, 2017  |  Published in Jugend & Bildung, Musik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #15: De La Negra – Romano-Hip-Hop in Tschechien

Sendung vom 4.3.2017: Die tschechische Romano-Hip-Hop-Band De La Negra war im April 2016 zu Gast im Fest­spiel­haus Hellerau in Dresden. Neben einem Kon­zert war die Band zu einem Interview durch Dresd­ner Jugend­liche ein­ge­la­den. Sie stell­ten ihnen Fragen, hinter­fragten ihr Bild von den Roma, be­schäf­tig­ten sich inten­siv mit Anti­romais­mus. Dazu gibt es Hin­ter­grund­infor­ma­tio­nen zur Band. Außer­dem hört Ihr eini­ge Tracks von dem Konzert, das De la Negra dort ge­ge­ben haben. (Bandfoto: ecoleusti.wordpress.com)

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

Antiziganismus und Polizei

Oktober 24th, 2017  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Antiziganismus und PolizeiarbeitMarkus End: Antiziganistische Ermittlungsansätze in Polizei- und Sicher­heits­behörden

Kurzexpertise im Auftrag des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Hei­del­berg, Okto­ber 2017 (48 S.)

Download: “Antiziganismus und Polizei” (PDF, 725 KB)

Antiziganismus gehört zu den am weites­ten ver­brei­te­ten und gesell­schaft­lich am tiefsten ver­anker­ten For­men rassisti­scher Vorurteile in Deutschland. Sinti und Roma sind in be­son­de­rem Maße dem Risiko von Dis­kri­mi­nie­run­gen aus­ge­setzt. Be­son­dere Proble­me be­ste­hen im Be­reich der Polizei­ar­beit. „Racial Profiling“ durch Po­li­zei­beamte/in­nen ge­hört zu den am häu­figsten wie­der­keh­ren­den Dis­krimi­nie­rungs­er­fah­run­gen für An­ge­höri­ge der Minder­heit. Der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma hat zu diesem Thema eine Studie mit dem Titel „Anti­ziganis­mus in der Polizei –Formen eth­ni­scher Kate­go­ri­sie­rung von Sinti und Roma durch Polizei und an­de­re Exe­kutiv­be­hör­den des Bun­des und der Länder“ in Auf­trag ge­ge­ben. Gemein­sam mit der Anti­diskri­mi­nie­rungs­stelle des Bundes hat der Zentral­rat am 17. Ok­to­ber 2017 in Berlin die Er­geb­nis­se der von Dr. Markus End er­stell­ten Expertise der Öf­fent­lich­keit vor­ge­stellt und über Lö­sungs­stra­te­gien dis­ku­tiert.

(Text: Zentralrat)

Romafrauen – Kampf gegen Klischees

Oktober 23rd, 2017  |  Published in Frauenrechte, Kunst & Fotografie, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV

Heimat Fremde Heimat „Heimat Fremde Heimat“
ORF2, Sendung vom 22.10..2017
Ansehen: ORF-TVthek (09:50 min.)


Lakis Jordanopoulos präsentiert das ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ am Sonn­tag, dem 22. Ok­to­ber 2017, um 13.30 Uhr in ORF. Weitere Beiträge: Zertifikats­kurs für Lehr­kräfte mit Flucht­hin­ter­grund und Wiens Tibet-Res­tau­rant „Songtsen Gampo“ fei­ert 20-Jahr-Ju­bi­läum.

Romnja-Verein Vivaro in Wien (Foto: http://vivaro.at)Romafrauen – Kampf gegen Klischees

Frauen aus den Reihen der Roma und Jenischen lehnen sich ak­tuell gegen Klischees und Ste­reo­typen auf. Schon lange ent­spräche das Bild von der im Wohn­wagen herum­zie­hen­den, hausie­ren­den und wahr­sagen­den Roma­frau nicht mehr der Rea­li­tät. Dieser Wandel ihrer Lebens­situa­tion wird je­doch von der Mehr­heits­bevöl­ke­rung meis­tens nicht wahr­ge­nom­men. Des­halb ent­schlos­sen sich der Verein Vivaro und die jenische Schrift­stel­le­rin Simone Schönett, die heu­tige Realität mit ent­spre­chen­den Bildern und Er­zäh­lun­gen ab­zu­bilden.

Ein Bericht von Sabina Zwitter.

(Text: ORF Programmankündigung)

RomaRespekt #14: Journey/Drom

Oktober 22nd, 2017  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV

Radio RomarespektRadio RomaRespekt #14: Journey/Drom – Das Theater ist der Raum, den man sich nimmt

Sendung vom 7.1.2017: Das Stück „Journey/Drom“ (wir berichteten) funk­tio­niert wie eine Fern­seh­show, die unter An­we­sen­heit des Pub­li­kums auf­ge­zeich­net wird. Es ent­hält Mixed-media-Elemente und ist in Eng­lisch. Es wurde kol­labo­rativ von allen Be­teilig­ten pro­du­ziert, die aus unter­schied­li­chen Län­dern kom­men.
Wie in jeder Fern­seh­show gibt es auch in Journey/Drom eine Show­masterin. Auf die­ser Ebene führt die Show­mas­terin Brina Stinehelfer in­sze­nier­te Inter­views mit den Schau­spie­ler/innen, die den Um­gang von Jour­nalis­ten/innen mit Roma und Romnja in den Medien ka­ri­kie­ren.
Wei­tere Ele­mente der Show sind die True Stories – Schau­spiel­szenen, in denen die Schau­spie­ler/in­nen Akte einer fort­lau­fen­den Ge­schich­te spie­len. Es geht um die Flucht einer Roma-Fa­mi­lie aus Serbien nach Deutsch­land, um die Abschiebung des Vaters, um seine An­kunft in Ser­bi­en, um Über­lebens­stra­te­gien von Mut­ter und Kind in Deutschland und um die Rück­kehr des Vaters nach Deutsch­land. Es han­delt sich dabei um Ge­schich­ten, die unter­schied­li­chen realen Per­so­nen tat­säch­lich so pas­siert sind. Diese wer­den im Stück zu einer strin­gen­ten Ge­schichte ver­knüpft.
 Die Musik in der Sen­dung stammt von der ungaris­chen Band M&M, die auch in Jour­ney/Drom live spielt, mit Aus­nah­me des „Pregnancy Rap“, der ist von Kristof Horvat und Mihaela Dragan.

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

Siehe auch:
Berlin: The Journey / Drom, 16.10.2016

Facts & Figures (175)

Oktober 21st, 2017  |  Published in Facts & Figures

Ca. 50.000 Roma flüch­te­ten wäh­rend und nach dem Ko­so­vo-Kon­flikt nach Ser­bien, nur die Häl­fte wur­de als „dis­placed per­sons“ re­gis­triert.

(Quelle)

RomaRespekt #13: Roma in Tschechien

Oktober 20th, 2017  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio RomaRespekt: TschechienRadio RomaRespekt #13: zur Situation der Roma und Romnja in Tschechien

Sendung vom 3.12.2016: In dieser Sendung hört Ihr meh­re­re Bei­träge, die im April und Mai 2014 ent­stan­den sind. Sie beschrei­ben die Situa­tion der Roma und Romnja in Tsche­chien in­ner­halb etwa der letz­ten 15 Jahre. Diese Situa­tion hat sich seit 2014 leider nicht we­sent­lich ge­än­dert. Ihr hört einiges zur Dis­kri­minie­rung der Roma in Tsche­chien: Alltags­diskrimi­nierung, struk­turel­le Dis­kri­mi­nie­rung und institu­tio­nel­len Ras­sis­mus, zur Dis­kriminie­rung spe­ziell im Bildungs­system, zur me­dia­len Bericht­erstat­tung über Roma und Romnja in Tschechien, zu den Aktivi­tä­ten rechts­radi­kaler Mobs und wie sie den Rassismus der Mehr­heits­tsche­chen/in­nen gegen­über Roma be­feuern, zur schwie­ri­gen Wohn­situation und zur Dis­krimi­nie­rung auf dem Arbeits­markt. Aber es gibt auch ein Inter­view zum Roma-Ak­tivis­mus und zur Eman­zi­pa­tion der tschechi­schen Roma und Romnja.

Playlist #13:
Syndrom Snopp: Klasik, Apokalypsa

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

RomaRespekt #12: Giuvlipen

Oktober 18th, 2017  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Radio, Podcast & TV

Radio Romarespekt: Giuvlipen – feministisches Roma-Theater aus RumänienRadio RomaRespekt #12: Giuvlipen – fe­mi­nis­ti­sches Ro­ma-Thea­ter aus Bu­ka­rest

Sendung vom 4.11.2016: Die feministische Theatergruppe Giuvlipen aus Bukarest hin­ter­fragt ras­sis­ti­sche, anti­roma­is­ti­sche Stereo­type. Ihre Stücke er­zäh­len aber be­son­ders von Er­fah­run­gen mit Sexismus – egal, ob diese von Roma kom­men oder aus der Mehr­heits­ge­sell­schaft. Mit ihren Stücken ge­hen sie in die Roma-Com­mu­ni­ties und regen Dis­kus­sio­nen an. Gleich­zeitig rich­ten sich ihre Stücke an Nicht-Roma/-Romnja, die mehr über Roma und Romnja wis­sen wol­len. Giuv­li­pen pro­du­zie­ren Roma-Kultur ohne Kultu­ra­lis­mus.

Playlist:
Ion din Dorobanți: Bambina / Fata de pe plaia / Regina tristetii
Bogdan Artistu: Sunt femeie libere

(Sendung & Text: Weiterdenken: RadioRespekt, CC BY-NC-ND 3.0)

Roma-Fimfestival „Ake dikhea?“

Oktober 16th, 2017  |  Published in Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen

"Ake dikhea?" Filmfestival in BerlinVom 19. bis zum 22. Oktober 2017 findet das erste Roma-Film­festi­val AKE DIKHEA? in Berlin statt. Die Festi­val­filme fokus­sieren sich auf das Leben von Roma in Europa – und setzen sich dabei kri­tisch mit der euro­päi­schen Gesell­schaft aus­einan­der.

Der Name ist Programm: Das Festival stellt die Frage „Ake dikhea?“ – über­setzt: „Na, siehst Du?“ Dabei wird gegen die Blind­heit gegen­über der viel­fälti­gen, komple­xen Rea­lität an­ge­kämpft, die den weit ver­breite­ten, stereo­typen Vor­stel­lun­gen über Roma und Sinti nicht ent­spricht. Die Schirm­herr­schaft der ers­ten Edition über­nimmt Dr. Klaus Lederer, Senator für Europa und Kultur des Landes Berlin.

AKE DIKHEA? hebt Filme hervor, die antiziganistische Klischees kri­tisch reflek­tie­ren und be­wusst de­konstru­ie­ren. Die in ers­ter Reihe von Men­schen handeln, und erst in zwei­ter Reihe von Roma. Damit setzt das Festival Maß­stä­be. (Dr. Klaus Lederer)

Das Filmfestival, welches anlässlich des fünften Jahrestages der Ein­wei­hung des Denk­mals für die im National­sozia­lis­mus ermor­de­ten Sinti und Ro­ma Deutschlands statt­findet, stellt an die aus­gewähl­ten Filme drei An­spr­üche: Authen­ti­zität, Indivi­dua­lität und gesell­schaft­li­che Re­le­vanz. Hamze Bytyci, künst­leri­scher Leiter des Festivals, be­tont, dass sich in der Film­land­schaft endlich eine neue, authen­tische Bilder­sprache durch­setzen müsse. Aus diesem Grund wurden Vor­schläge für Festival­filme von Roma aus ganz Europa an­ge­nom­men, auch die Festival­jury wurde mehr­heit­lich mit Roma-Filme­ma­cher/in­nen be­setzt.

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Radijo Erba: Boza der Fotokünstler

Oktober 14th, 2017  |  Published in Interview, Kunst & Fotografie, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Marcel Horvath

Boza o kiposinaschiskero kinstleri

Julius ,,Boza“ Horvath erzählt von seiner Lauf­bahn als Foto­künst­ler. Er ist ein Roma-Ak­ti­vist und foto­gra­fiert bei ver­schie­de­nen Ver­anstal­tun­gen, wobei er auch Aus­stel­lun­gen in Zu­sam­men­arbeit mit Vereinen macht. Julius hatte schon als Ju­gend­li­cher sehr großes In­teres­se, das Foto­grafie­ren zu er­ler­nen. Doch die ärm­li­chen Ver­hält­nis­se ließen sei­nen Wunsch nicht sofort in Er­fül­lung ge­hen. Seine ers­te Kamera konn­te sich „Boza“ erst mit zehn Jahren kau­fen und seit­dem ist er seinem Hobby treu ge­blieben.

Julius ,,Boza“ Hor­vath phu­kal pe­dar pri buti ojs kipo­si­na­schis­kero kinst­leri. Ov Ro­men­ge­ro-ak­tivisto hi taj use min­den­feliti­ke mu­la­tin­tscha­ge kipi kerel, taj andi khe­tani buti le faraj­nen­ca te artschi­jip­tscha. Le Julius imar ojs ter­no tschau baro in­tere­si si­na, o kipo­si­nipe te siklol. Ham i tschori dschi­vi­pes­keri situa­cija na mukla les­kero ki­va­nipe tscha­tscho te ol. Read the rest of this entry »

La Chana (Trailer)

Oktober 13th, 2017  |  Published in Film & Theater, Musik

Mein Leben: ein Tanz (La Chana)
Dokumentarfilm von Lucija Stojevic, Spanien 2016, 83 Min.
Österreichischer Kinostart: 6. Okt. 2017

Musik, Leidenschaft, Tanz – das ist Flamenco. Die Kastagnetten, der un­ver­wech­sel­bare Beat, der Hüft­schwung: „La Chana“ alias Antonia Santiago Amador in­kor­po­riert all das, sie IST Flamenco. In den 1960er- und 1970er-Jah­ren war La Chana der Star des Flamenco, der Ruf eilte ihr bis nach Holly­wood voraus. Doch dann, auf dem Höhe­punkt ihrer Karriere, ver­schwand sie plötz­lich von der Bühne. Was war ge­sche­hen? Über Archiv­material und die mit­rei­ßen­den Er­zäh­lun­gen der Tänzerin, die zum Dreh­zeit­punkt Ende 60 war, re­konstru­iert LA CHANA ein Leben mit Höhen und Tie­fen – und gibt, zu­aller­erst, einer un­glaub­lich charis­ma­ti­schen Frau die Bühne, die sie ver­dient. Ihre Füße sind heute noch die schnell­sten auf dem Pa­kett – „La Chana“ lässt die Lein­wand vibrier­ren. (Julia Teichmann)

(Text: Dokfest München)

Ein Interview mit ihrer Tochter, der Romanautorin Núria L. de Santiago, finden Sie in der Herbstausgabe 2016 unseres Magazins dROMa.

Radijo Erba: Tanzen verbindet

Oktober 12th, 2017  |  Published in Film & Theater, Interview, Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Jennifer Papai

Khelipe khetan phandel

Erika Horvath, 61-jährige Romni aus Unterwart, er­zählt im Inter­view, wie sie zum Tanzen und Schau­spie­lern ge­kom­men ist. An­gefan­gen hat alles im Offenen Haus Oberwart (OHO). Schon immer be­wun­derte sie die all­jähr­lich statt­fin­den­den Tanz­tage, die von der be­kann­ten Choreo­grafin Liz King ver­anstal­tet werden. Eines Tages nahm Erika ihren gan­zen Mut zusam­men und mel­dete sich für die Tanztage an. Dort prä­sen­tier­te sie, ge­mein­sam mit anderen Roma-Tän­zer/innen, in einer eigens dafür zu­sam­men­gestell­ten Show die Kultur der Roma.

Erika Horvath, 61 berschengeri Romni Tenuerbatar, phu­kal ando vake­ripe, sar oj uso khe­lipe taj uso schau­schpil ali. Sa ando Pradimo Kher Erba (OHO) kes­dintscha. Lake imar min­dig o sako ber­sches­kere kheli­pes­kere divesa teci­nahai, save la prin­dscharda ko­re­jograf­ki­jatar Liz King, kerde on. Read the rest of this entry »

Gemeindebau nach Rudolf Sarközi benannt

Oktober 11th, 2017  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Wien hat nun seinen Rudolf-Sarközi-Hof (Foto: KV Roma)Wien: Die städtische Wohnhausanlage Spring­sie­del­gasse 32 trägt nun den Na­men des Grün­ders des Kul­tur­vereins ös­ter­rei­chi­scher Roma

Rudolf Sarközi setzte sich federführend für die An­er­ken­nung der Roma und Sinti als öster­reichi­sche Volks­gruppen ein. Er war der erste Rom, der in Öster­reich in ein politi­sches Amt gewählt wurde. Zwi­schen 2001 und 2010 war er Bezirks­rat in Wien-Döb­ling, wo er seit Jahr­zehnten wohnte. Wohnbau­stadt­rat Michael Ludwig, Bezirks­vor­ste­her Adolf Tiller und Ge­meinde­rätin Barbara Novak nah­men am Mon­tag die Namens­gebung des Ge­meinde­Baus Spring­siedel­gasse 32 in Döbling in „Rudolf-Sarközi-Hof“ vor. In dieser Wohn­haus­anlage leb­te Sarközi 52 Jah­re lang.

Der Rudolf-Sarközi-Hof

Die in Hanglage von 1952 bis 1954 errichtete Siedlung um­fasst 15 Baublöcke mit ins­ge­samt 19 Stiegen auf die sich 181 Wohnun­gen ver­tei­len. Zwi­schen den Blöcken liegt eine groß­zügige Grün­raum­fläche mit Durch­gangs­möglich­keiten zu den einzel­nen Stiegen. Geplant wurde die An­lage von den Architek­ten Heinrich Vana (1889–1967) und Norbert Schlesinger (1908–1980).

Rudolf Sarközi

Rudolf Sarközi wurde am 11. November 1944 im Konzentrationslager Lackenbach ge­bo­ren und wuchs im süd­li­chen Burgenland auf. Als Rom dis­kri­mi­niert, blieb ihm ein Lehr­platz ver­wehrt, wes­wegen er als Hilfs­arbeiter tätig war. 1964 wurde Wien sein Lebens- und Arbeits­mit­tel­punkt, wo er 1980 als Kraft­fahrer in den Dienst der Stadt Wien trat. Sarközi en­ga­gierte sich schon früh für die An­erken­nung seiner Volks­gruppe. 1991 grün­dete er den Kultur­verein öster­rei­chi­scher Roma, dem er als Ob­mann vor­stand. Er war außer­dem feder­führend an der Vor­berei­tung des National­rats­beschlus­ses be­teiligt, der die Roma und Sinti als öster­rei­chi­sche Volks­gruppe an­erkann­te. Read the rest of this entry »

Das Leben von Erich „Coco“ Berger

Oktober 10th, 2017  |  Published in Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba
Medienworkshop von Roma-Service & Karika
Ein Beitrag von Josef Horvath

O dschivipe le Erich „Coco“ Bergeristar

Erich Berger, ein aus Kleinbachselten (Bez. Oberwart) stammen­der 64-jähriger Rom, gibt Ein­blick in seine bewegte Lebens­ge­schich­te. Erich „Coco“ Berger hatte, trotz Armut und dem steti­gen Kampf mit Vor­urteilen, eine schö­ne Kind­heit. Mit seinen acht Ge­schwis­tern wuchs er wohl­behü­tet in der Um­ge­bung seiner Fa­milie auf. Ob­wohl er kurz nach dem Krieg auf die Welt kam und in jun­gen Jahren stets Dis­krimi­nie­rung aus­gesetzt war, hat „Coco“ nie der Mut ver­las­sen. Er ging seinen Weg! Eines Tages fand er seine große Liebe Susanne. Sie schenk­te ihm einen präch­tigen, gesun­den Sohn. Mehr als drei Jahr­zehnte lebten sie glück­lich als Familie zu­sam­men. Vor vor Jahren ver­lor „Coco“ seine große Liebe. Seit­dem meis­tern Erich und sein Sohn das Leben alleine.

Erich Berger, jek 64 berschengero Rom Tikni Boslinatar, and di­kipe ande pri mi­cindi dschi­vi­pes­keri his­torija del. Kekaj o Erich „Coco“ Berger tscho­ripe taj dis­krimi­na­ci­ja terdschiv­tscha, le schukar tscha­vo­ripe sina. Pre ofto phen­jenca taj phra­lenca, ande jek latschi fa­milija upre bartschi­no. O „Coco“ ande nisaj cajt na na­schat­scha pro vodschi­ka­nipe, kekaj ov na dur pal o ha­buri upro them alo taj ando ter­nipe, mindig la dis­krimi­naci­jake ar be­schardo sina. Ov pro drom gelo! Jeke dive­seske pro baro ka­mipe, la Susanne, lakla. Read the rest of this entry »

Ausstellungskatalog „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit“

Oktober 8th, 2017  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Cover des AusstellungskatalogsZentralrat Deutscher Sinti und Roma (Hg.): 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma/45 years of civil rights work of German Sinti and Roma, Katalog zur Ausstellung, Heidelberg 2017, 92 S.

Der Katalog kann online heruntergeladen oder aber über das Büro des Zentralrats bestellt werden.

Bereits in den 1950er Jahren versuchte eine Gruppe deutscher Sinti, die Haupt­ver­ant­wort­li­chen des Völker­mor­des an Sinti und Roma in Euro­pa vor Gericht zu brin­gen – lei­der erfolg­los. Es gab im Nach­kriegs­deutschland kei­ne ein­zige ge­sell­schaft­li­che oder poli­tische Insti­tu­tion, die Sinti und Roma nach dem Holocaust unter­stützt hätte. Heute, im Jahr 2017, ist der Völkermord an­er­kannt. In Berlin steht das Denkmal für die im Na­tio­nal­sozia­lis­mus er­mor­de­ten Sinti und Roma Europas di­rekt neben Reichstag und Bran­den­bur­ger Tor. Sinti und Roma sind als natio­na­le Minderheit an­er­kannt.

Jeder einzelne Erfolg der Bürgerrechtsarbeit musste ge­gen mas­sive Wider­stände in Politik, Ver­waltung und Gesell­schaft in zum Teil jahr­zehnte­langer Aus­einan­der­setzung durch­ge­setzt wer­den. Ohne die Unter­stützung vieler ein­zel­ner Per­sön­lich­kei­ten, ohne die Unter­stützung von zivil­gesell­schaft­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen und ins­beson­dere der Medien wäre der Erfolg der Bür­ger­rechts­arbeit nicht mög­lich ge­wesen.

Unsere Ausstellung ist deshalb all den Sinti und Roma ge­widmet, die sich nach dem Ende des NS-Re­gi­mes in Deutschland und in Europa für die Rechte un­se­rer Minder­heit ein­ge­setzt haben und eben­so all den Freunden und Un­ter­stüt­zern, ohne die unse­re Bür­ger­rechts­arbeit nicht die An­erken­nung ge­fun­den hätte, die heute er­reicht wor­den ist. Diese Aus­stel­lung ist ebenso den jungen Menschen ge­widmet, die diesen Weg, der noch lan­ge nicht ab­ge­schlos­sen ist, wei­ter ge­hen wer­den.

(Aus dem Vorwort von Romani Rose)

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