Ausstellungskatalog „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit“
Oktober 8th, 2017 | Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma (Hg.): 45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma/45 years of civil rights work of German Sinti and Roma, Katalog zur Ausstellung, Heidelberg 2017, 92 S.
Der Katalog kann online heruntergeladen oder aber über das Büro des Zentralrats bestellt werden.
Bereits in den 1950er Jahren versuchte eine Gruppe deutscher Sinti, die Hauptverantwortlichen des Völkermordes an Sinti und Roma in Europa vor Gericht zu bringen – leider erfolglos. Es gab im Nachkriegsdeutschland keine einzige gesellschaftliche oder politische Institution, die Sinti und Roma nach dem Holocaust unterstützt hätte. Heute, im Jahr 2017, ist der Völkermord anerkannt. In Berlin steht das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas direkt neben Reichstag und Brandenburger Tor. Sinti und Roma sind als nationale Minderheit anerkannt.
Jeder einzelne Erfolg der Bürgerrechtsarbeit musste gegen massive Widerstände in Politik, Verwaltung und Gesellschaft in zum Teil jahrzehntelanger Auseinandersetzung durchgesetzt werden. Ohne die Unterstützung vieler einzelner Persönlichkeiten, ohne die Unterstützung von zivilgesellschaftlichen Organisationen und insbesondere der Medien wäre der Erfolg der Bürgerrechtsarbeit nicht möglich gewesen.
Unsere Ausstellung ist deshalb all den Sinti und Roma gewidmet, die sich nach dem Ende des NS-Regimes in Deutschland und in Europa für die Rechte unserer Minderheit eingesetzt haben und ebenso all den Freunden und Unterstützern, ohne die unsere Bürgerrechtsarbeit nicht die Anerkennung gefunden hätte, die heute erreicht worden ist. Diese Ausstellung ist ebenso den jungen Menschen gewidmet, die diesen Weg, der noch lange nicht abgeschlossen ist, weiter gehen werden.
(Aus dem Vorwort von Romani Rose)
Idee und Realisation: Behar Heinemann, Daniela Gress, Jonathan Mack, Andre Raatzsch, Jara Kehl, Ruhan Karakul | Layout: Stefanie Eifler
Die Ausstellung und der Katalog wurden unterstützt von den Open Society Foundations, der Freudenberg Stiftung, der Bundeszentrale für politische Bildung, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.