Berlin: The Journey / Drom

Oktober 16th, 2016  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Welturaufführung in Berlin: "The Journey-Drom" (Foto: The Journey)Premiere (in englischer Sprache):
Do., 27. Oktober 2016 | 20:00 Uhr,
ehem. Stummfilmkino Delphi

Weitere Vorstellungen:
Fr., 28.10. | 20:30 Uhr, Gorki Theater Studio Я
Sa., 29.10. | 20:00 Uhr, ehem. Stummfilmkino Delphi
Anschließend Gastspiele in Budapest und Novi Sad

THE JOURNEY / DROM ist ein kollaboratives The­a­ter­projekt von Roma- und Nicht-Roma-Künstlern und -Orga­ni­sa­tio­nen, wel­ches eine künstle­rische Platt­form bietet, um die Ge­schich­ten von Roma, wel­che aus dem Norden Serbiens über Ungarn nach Deutschland ge­kom­men sind, zu er­zäh­len. Vor wel­chen Um­ständen sind sie ge­flohen? Mit wel­chen Schwie­rig­keiten hat­ten sie auf ihrer Reise zu kämpfen? Was waren ihre Träume – und was ist daraus ge­wor­den? Für Roma aus dem Westbalkan ist die Strecke zwi­schen Novi Sad, Budapest und Berlin oft der ein­zige Weg, um nach Deutschland zu ge­langen und Asyl zu be­antra­gen. Hof­fend auf ein bes­seres Leben, neh­men viele die über 1.050 km in über­füll­ten und un­siche­ren Fahr­zeugen – oder sogar zu Fuß – auf sich, um einen Neu­an­fang im Un­be­kann­ten zu wagen, wäh­rend sie ihre Heimat und fa­miliä­ren Wur­zeln hin­ter sich lassen.

Der Prozess
Durch Aufenthalte der Künstler in den drei Städten werden wahre Ge­schich­ten von Roma ge­sam­melt, welche diese Reise unter­nom­men ha­ben. Sie dienen als Grund­lage für die Ent­wick­lung einer Bühnen­pro­duk­tion sowie der Publi­ka­tion einer Fotonovelle. Das multi­kul­tu­rel­le Ensemble von Künst­lern aus Deutsch­land, Serbien und Ungarn wid­met sich der Poetik und Politik des „Unter­wegs­seins“ („ando drom“). Es be­leuch­tet, was Roma-Identität und -Kultur heute aus­macht – ein­schließ­lich des an­dauern­den Kampfes und der Aus­einander­setzung mit Vor­urtei­len und Rassis­mus, wel­chen Roma in jedem so­zia­len, poli­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Kontext in ganz Europa aus­ge­setzt sind.
Das Projekt wurde von Per Aspera (Berlin) initiiert und wird in Zu­sam­men­arbeit mit RomaTrial (Berlin), Kulturanova (Novi Sad) und Pro Progressione (Budapest) ent­wickelt und durch­ge­führt.

Das Ziel
Mit dem Projekt setzten wir uns für eine bessere Repräsentation und Wahr­neh­mung für Euro­pas größte Minder­heit ein. Durch einen inter­kul­tu­rel­len Aus­tausch und das Erzählen von Ge­schich­ten, wel­che selten ge­hört werden, wol­len wir zu einem bes­se­ren gegen­sei­ti­gen Ver­ständnis, einer Ver­bes­se­rung des An­se­hens von Roma in Öf­fent­lich­keit und Politik und einem fried­li­che­ren Zu­sam­men­leben in multi­kultu­rel­len Gemein­schaften bei­tra­gen. Weiter­hin ent­steht durch das Projekt ein Netzwerk von Roma- und Nicht-Roma-Künst­lern, wel­ches die Mög­lich­keit zu­künf­tiger Zu­sam­men­arbeit er­öffnet.

Das Ergebnis
Das künstlerische Resultat wird alle Erwartungen, wie eine Roma-Ver­anstal­tun­gen aus­zu­se­hen hat, zer­stören – vol­ler Humor, einem Hauch von Chaos und ein­schla­gen­den Momen­ten, die spü­ren las­sen, was es heißt, heute Roma in Euro­pa zu sein.
Eine erste Work-in-Progress-Performance zum Inter­natio­na­len Tag der Roma am 8. April 2016 im Studio Я des Gorki Thea­ters er­freu­te sich über­wäl­ti­gen­der Reso­nanz mit über 110 Gästen in einem Saal mit 75 Plätzen und be­geis­ter­ter Kri­tik der Ber­li­ner Künstler­ge­mein­schaft sowie nam­haf­ter poli­tisch und aktivis­tisch en­ga­gier­ter Roma.

Von und mit: Hamze Bytyci, Mihaela Drăgan, Kristóf Horváth, Branislav Mitrović, Brina Stinehelfer

Gefördert im Rahmen von Szenenwechsel, einem Programm der Robert Bosch Stiftung und des Inter­natio­na­len Theater­insti­tuts (ITI), sowie durch die Allianz Kul­tur­stiftung und die Freuden­berg Stif­tung. Mit Unter­stützung vom Collegium Hun­gari­cum Berlin und der Unga­ri­schen Bot­schaft. Co-pro­du­ziert von GORKI Theater Studio Я.

(Text: journey-drom.com)

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