Silberner Bär für Roma-Western „Aferim!“

Februar 16th, 2015  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken  |  1 Comment

Regiepreis für Aferim in Berlin (Foto: Silviu Ghetie)„Um zu verstehen, was mit den Roma in Rumänien geschieht, muss man zurückschauen.“ (Radu Jude)

Osteuropa, 1835. Zwei Reiter in steiniger Land­schaft, mit­ten in der Walachei. Es sind der Gendarm Costan­din und sein Sohn. Gemein­sam su­chen sie ei­nen „Zigeuner­sklaven“, der sei­nem Bojaren ent­laufen ist und sogar eine Affäre mit des­sen Frau gehabt haben soll. Wäh­rend der unerschüt­ter­liche Costan­din noch jede Situa­tion mit mun­te­ren Weis­hei­ten kommen­tiert, blickt der Junge eher nach­denk­lich auf die Welt. Auf ihrer Odyssee begeg­nen sie Men­schen unter­schied­licher Natio­na­li­tät und ver­schie­de­nen Glaubens: Türken und Russen, Christen und Juden, Rumänen und Ungarn. Auf allen Seiten gibt es Vor­ur­teile gegen­über den ande­ren, sie wer­den von Gene­ra­tion zu Gene­ra­tion weiter­gege­ben. Auch als der „Sklave“ Carfin gefun­den wird, ist das Aben­teu­er noch längst nicht zu Ende …

Eine auf historischen Dokumen­ten und Liedern beru­hen­de Parabel über das spät­feudale Europa, seine Macht­ver­hält­nisse und Hierarchien, das Selbst- und Fremdbild der Völker, den Umgang mit Minder­heiten und die Konflik­te, die daraus erwach­sen. Ein Balkan­western in Schwarz-Weiß, der die Kako­pho­nie der Zeit leben­dig werden lässt und den thema­ti­schen Bogen bis in un­se­re Gegen­wart schlägt.

(Text: Berlinale 2015)

Spielfilm, ROM / BG / CZ, 2015, 108 min
Regie: Radu Jude

Der Film wurde, gemeinsam mit der polnischen Pro­duk­tion „Body“, mit dem Silbernen Bären für die beste Regie aus­ge­zeich­net. Einige Kriti­ken fin­den Sie hier: Tagesspiegel, rbbWelt, Perlentaucher, Deutschlandradio, The European, FestivalblogReuters, Le Monde

Responses

  1. dROMa-Blog | Weblog zu Roma-Themen | „Aferim!“ (Trailer) says:

    Februar 16th, 2015 at 19:48 (#)

    [...] Mehr hier. [...]