Archive for Februar, 2018

Facts & Figures (184)

Februar 28th, 2018  |  Published in Facts & Figures

Vor 20 Jahren starb He­le­na Bi­há­rio­vá (26) im tschech. Vrch­la­bí. Neo­na­zis war­fen die Rom­ni am 15.2.1998 in die Elbe, die vier­fa­che Mut­ter konn­te nicht schwim­men.

(Quelle)

Schweiz: Strafanzeige gegen Junge SVP

Februar 27th, 2018  |  Published in Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Dieses Bild wird eingeklagt  Die Junge SVP schürt Vorurteile gegen Roma und Sinti: Die lassen sich das nicht bieten. (Bild: SVP)Schweiz: Roma-Organisation reicht Straf­an­zei­ge we­gen Ver­letzung der Ras­sis­mus-Straf­norm ge­gen Jun­ge SVP des Kan­tons Bern ein

Der Verband Sinti und Roma Schweiz hat eine Straf­anzeige wegen Ver­letzung der Rassis­mus-Straf­norm gegen die Junge SVP des Kantons Bern ein­ge­reicht. Grund ist ein Facebook-Post im Rah­men der JSVP-Wahl­kam­pagne, der die Min­der­he­iten der Sinti und Roma auf pau­scha­lie­ren­de Weise herab­setzt. Die Gesell­schaft für be­drohte Völker (GfbV) un­ter­stützt die Strafanzeige.

Die Junge SVP Kanton Berns veröffentlichte am 21. Feb­ru­ar 2018 auf ihrer Face­book-Sei­te im Rah­men ihrer Wahl­kam­pagne für den Gross­rat einen Ein­trag, der als rassistisch zu wer­ten ist. Der Aufruf „JSVP-Kan­di­da­ten wäh­len – Transit­platz für Zigeuner ver­hin­dern!“ macht deut­lich, dass ein Transit­platz für fah­ren­de Sinti und Roma „schädlich“ sei. Gleich­zei­tig wird mit einer Il­lustra­tion sug­ge­riert, dass „Zigeuner“ pau­schal schmutzig sind, zu Kri­mi­na­lität neigen, ihre Fäkalien über­all hin­ter­las­sen und die öf­fent­li­che Ord­nung nach­hal­tig stören.

Diese Publikation verletzt aus Sicht des Verbandes Sinti und Roma Schweiz und der GfbV die Rassis­mus-Straf­norm Art. 261bis StGB Abs. 4, in dem eine Gruppe von Per­so­nen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Re­li­gion in einer gegen die Men­schen­würde ver­stossen­den Weise herab­setzt oder dis­krimi­niert wird. „Die Publika­tion der Jungen SVP Kanton Bern grün­det in der ras­sisti­schen An­nah­me, dass die Zu­ge­hörig­keit zu einer be­stimm­ten Minder­heit („Zigeuner“) mit Kri­mina­lität, feh­len­der Hygiene, feh­len­dem Umwelt­be­wusst­sein und mit dem Stö­ren der öf­fent­li­chen Ord­nung ver­bun­den ist. Auf diese Weise wird eine ganze Gruppe auf rassis­ti­sche Wei­se herab­ge­setzt“, sagt Stefan Heinichen, Vor­stands­mit­glied des Ver­ban­des Sinti und Roma Schweiz. „Dies ist in­ak­zep­tabel.“ Hinzu kommt, dass der besagte Begriff „Zigeuner“ für die Angehörigen der Sinti und Roma eine ver­letzen­de Fremd­be­zeich­nung dar­stellt.

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Frankfurt markiert Pässe von Bettlerinnen

Februar 22nd, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Abgestempelt (Foto: passportes.com)Ordnungsamt Frankfurt am Main stempelt rechts­wid­ri­gen und dis­kri­mi­nie­ren­den Ver­merk in Pass von Roma aus Rumänien

Der Sozialberatung des Förderverein Roma liegt der Pass einer Romni aus Rumänien vor, in den ein Mit­arbei­ter des Ordnungs­amts Frank­furt den Ver­merk „Beim aggres­si­ven Betteln an­getrof­fen“ mit Datum und Unter­schrift ge­stem­pelt hat. Die Passinhaberin berichtet, ein Schild mit Bitte um eine Spende hätte zum Ver­merk und zur Über­prüfung der Papiere auf der Wache ge­führt. Die Situa­tion ist von der Frau und ihrer Freun­din, die eben­falls einen Ver­merk in den Pass er­hielt, als be­droh­lich und ängsti­gend erlebt wor­den. Auf eine Über­setzung wurde sei­tens des Ordnungs­amtes nicht ge­achtet. Beide Frauen kommen aus der rumänischen Stadt Gheorgheni/ Gyergyószentmiklós, Roma le­ben dort in ärm­li­chen Hüt­ten ohne jeg­liche Ver­sor­gung, sind vom Regel­schul­besuch aus­geschlos­sen und kon­fron­tiert mit neo­nazis­ti­schen Pogromen (wir berichteten: dROMa 49/2017),

Der beschriebene Eintrag entbehrt nach Auffassung des Förderverein Roma jeder Rechts­grund­lage und führt zur Un­gültig­keit des Pass­dokuments, das Eigen­tum des rumä­ni­schen Staates ist. Das Vor­gehen zeigt in skanda­lö­ser Weise die Spitze von Aus­gren­zung und Stigma­ti­sie­rung. Die Pass­inha­be­rin wird un­ge­achtet der Ent­wer­tung bei jeder Über­prüfung durch den Stempel de­nun­ziert, jeder Grenz­über­tritt wird zum Spieß­ruten­lauf. Der eben­so un­mensch­li­che wie un­recht­mäßige Ver­waltungs­akt er­innert zu­dem an rassis­ti­sche Ver­merke in Pass­doku­men­ten von Roma und Sinti, deren Inten­tion allein in der Herab­wür­di­gung, Ver­fol­gung und De­müti­gung der Be­trof­fe­nen lag.

Nach der Räumung der Brache im Frankfurter Gutleutviertel und dem Camp an der ehe­ma­li­gen Euro­päi­schen Zentral­bank, nach dem Ver­trei­ben von Roma-Frau­en in der Gutleut­straße und den ak­tuel­len Bar­ver­war­nun­gen stellt der Sicht­vermerk im Pass eine wei­te­re Es­ka­la­tions­stufe dar, deren Ziel die Ver­treibung von ob­dach­lo­sen Roma-Migran­tInnen aus der Stadt Frankfurt ist. Read the rest of this entry »

Facts & Figuren (183)

Februar 21st, 2018  |  Published in Facts & Figures

Travellers und Roma sind die am stärks­ten ab­ge­lehn­ten Min­­der­hei­ten in Nord­ir­land. Zwei Drit­tel ge­ben jedoch an, ih­nen po­si­tiv ge­gen­über­zu­ste­hen.

(Quelle/pdf)

Nazif Mujić gestorben

Februar 19th, 2018  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater

Preisträger der Berlinale 2013 (Foto: Berlinale)Nazif Mujić, Preisträger der Berlinale 2013, ist am Sonn­tag in sei­nem nord­bos­ni­schen Hei­mat­ort im Al­ter von 48 Jah­ren ge­stor­ben.

Mit seiner Familie spielte Mujić in dem semi­doku­men­ta­ri­schen Film „Aus dem Leben eines Schrott­samm­lers“ („Epi­zo­da u životu berača željeza“) eine Epi­sode aus seinem Leben und wurde dafür mit dem Silbernen Bären als Bes­ter Dar­steller aus­ge­zeich­net. Noch im selben Jahr suchte der bos­ni­sche Rom, unter­stützt von der Berlinale-Lei­tung, in Deutsch­land um Asyl an. 2014 wurde der An­trag je­doch ab­ge­wie­sen. Nazif Mujić war bereits seit län­ge­rem krank und lebte in Armut. Erst kürz­lich ver­kaufte er aus Geld­man­gel seinen Silbernen Bären.

(dROMa)

Siehe auch:
SWR2: Nazif und der silberne Bär, 13.2.2018
„Berlinale-star“ i rupuni medva biknel, 26.1.2017
Berlinale-Star vor Abschiebung, 26.1.2014
Berlinale: Das Leben der vier Mujićs, 15.2.2013

RespectWords: Verfehlte Ansätze?

Februar 18th, 2018  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Sendereihe RespectWordsEs ist Roma wie Nicht-Roma verboten, in Parks zu über­nach­ten: Ver­feh­len An­sätze ge­gen ethnische Diskriminierung das Problem des Antiziganismus?

Radio Dreyeckland | 12.2.2018
Sendereihe RespectWords | 30:00 Min.

➔Anhören (mp3)

Das Stereotyp der „Sintiundroma“ ist homo­gen. „Fremd, faul und frei“, fasst Wulf D. Hund es zu­sam­men. Die Men­schen, die von diesem Stereo­typ um­fasst werden, sind so viel­fältig wie alle ande­ren. Und doch – der Anti­ziganis­mus wirkt auch prak­tisch und sorgt im Stile einer „self-ful­filling prophecy“ dafür, dass Roma und Romnja in vie­len Ländern durch­aus über­pro­portio­nal häufig und hart von gesell­schaft­li­chem Aus­schluss, auch im sozio­öko­nomi­schen Bereich, be­trof­fen sind. Die EU ant­wortet darauf mit Integra­tions- und Anti­diskri­minie­rungs­ansätzen. Doch diese ver­fehlen nicht selten ihr Ziel oder tra­gen sogar dazu bei, dass Aus­schluss und Re­pres­sion gegen Roma und Romnja umso ele­ganter fort­gesetzt wer­den können. Viel­mehr gilt es zu ver­stehen, was Anti­ziganis­mus mit der moder­nen Gesell­schafts­ord­nung zu tun hat, so mit pro­testan­ti­scher Arbeits­ethik und der kapita­lis­ti­schen Ver­wer­tungs­logik. Dann wird auch klar, dass eine Ab­gren­zung von Armut als ver­meint­lich nega­tiver Eigen­schaft Teil des Problems ist, nicht der Lö­sung. Diese The­matik wird in dieser Sendung v.a. an­hand der Bei­spiele der Krimi­nali­sie­rung des Bettelns in Deutschland und der Räu­mun­gen in­for­mel­ler Camps in Frankreich be­leuch­tet.

(Programminfo rdl.de)

Hinweis: Gratisfilm „Desert Inspiration“

Februar 16th, 2018  |  Published in Film & Theater, Internet & Blogothek, Musik

Flimmit-Gratisfilm der WocheDokumentarfilm von Robert Krieg & Monika Nolte
57 Min., D 2015 (DVD erschienen bei W-Film)

Der Dokumentarfilm (mehr hier) ist derzeit noch auf dem öster­rei­chi­schen Streaming­portal Flimmit.at als Gratisfilm der Woche zu sehen. Kosten­lose An­mel­dung genügt. Auf der Website von Lulo Reinhardt, dem Pro­ta­go­nis­ten des Films, heißt es über „Desert Inspi­ra­tion“:

An einem faszinierenden Ort, in einem schönen, ganz aus Lehm erbau­ten Tighremt bei Agdz, einer kleinen Oasen­stadt im Süd­os­ten Marokkos, hat sich seit 2007 ein un­gewöhn­li­ches Musikfest entvwickelt . Unter dem Motto „Trefft Euch!“ spie­len an zwei Tagen Musiker aus Europa mit Ver­tre­tern der Musik der Berber zu­sam­men. Der Höhe­punkt ist die Fusion der aus Europa mit­ge­brach­ten Musik mit dem Rhythmus der Awash-In­ter­preten, die in ihren Gesängen und Tänzen die ur­sprüng­liche Einheit des Men­schen mit der Natur und dem Kos­mos be­schwö­ren.

An diesem Ort, dem Tor zur grenzenlosen Wüste, wird die Relati­vität und End­lich­keit mensch­li­cher Exis­tenz beson­ders spürbar. In der Oase begeg­nen sich drei Men­schen, denen die Her­kunft aus einer noma­di­schen Kultur gemein­sam ist: Der Sinto Lulo Reinhardt, der Berber Cherif El Hamri und die ju­gend­li­che Berberin Fati Ait el Caid. Lulo ver­bindet seine von Sinti Swing, Rumba, Blues und Flamenco inspi­rier­ten Kom­posi­tio­nen mit den hypno­tischen und repe­te­tivven Klängen der Berber-Musik, die in Cherif El Hamri einen ihrer über­zeu­gends­ten Ver­treter ge­fun­den hat. Fati über­setzt für die beiden, wo die univer­sale Sprache der Musik zur Ver­ständi­gung nicht aus­reicht. Read the rest of this entry »

Konferenz: Anti­ziga­nis­mus am West­balkan

Februar 16th, 2018  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Antiziganismus-Konferenz in Berlin 2018 (Foto: Zentralrat)Addressing Discrimination and Antigypsyism in the En­large­ment Region – Inter­natio­nale Kon­ferenz zu Anti­ziga­nis­mus in den West­balkan­staaten in Berlin

Zentralrat: Ächtung von Anti­ziga­nis­mus in den Staa­ten des West­li­chen Bal­kans und in der Türkei ist über­fällig

Eine internationale Konferenz am 13. und 14. Februar in Berlin thema­ti­sier­te erst­malig den zu­neh­men­den Anti­zi­ga­nis­mus und die Dis­kri­mi­nie­rung von Roma in den EU-Beitrittsstaaten. Über 70 Ver­tre­terin­nen und Ver­tre­ter der Fach­minis­terien und der Zivil­gesell­schaft aus den Län­dern des Westlichen Balkans und aus der Türkei dis­ku­tie­ren auf der Konferenz, die vom „Regional Cooperation Council“ in Zu­sam­men­arbeit mit dem Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma or­ga­ni­siert wird, die struk­tu­rel­len Aus­wir­kun­gen von Antiziganismus so­wie Ge­gen­strate­gien für die gleich­berech­tigte Teilhabe von Roma.

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, sieht eine his­to­ri­sche Chance in der kürz­lich von der EU-Kom­mission in Aus­sicht ge­stell­ten, schnel­len EU-Beitritts­per­spek­tive der Westbalkan­länder. Rose for­dert gleich­zeitig, dass der Schutz der Minder­heiten- und Men­schen­rechte als wich­tige Grund­lage von Rechtsstaat und Demokratie ver­bes­sert wer­den muss: „Gera­de Roma in den Ländern des Westbalkans müs­sen end­lich als gleich­berech­tigte Bürger an­erkannt sein. Read the rest of this entry »

Ö1 Radiokolleg: Karl Ratzer

Februar 14th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Musik, Radio, Podcast & TV

"The Slaves", li.: Karl Ratzer (Foto: karlratzer.com)Ö1 Radiokolleg, 12.2.2018
Lexikon der österreichischen Popmusik
Karl Ratzer

➔Anhören (7 Tage Ö1)

2017 hat das Radiokolleg eine Lang­zeit-Se­rie zur Geschichte der öster­rei­chi­schen Popmusikk ge­star­tet. Von „Ambros bis Qualtinger“ von „Danzer bis Wanda“ wird das Le­ben und Werk ein­zel­ner Musi­ker/innen und Bands doku­men­tiert, ihre Be­deu­tung für die österrei­chi­sche Musik­land­schaft reflek­tiert und ihr Bei­trag zu einer kri­ti­schen Gegen­kultur ge­würdigt.

Der Wiener Blues- und Jazzmusiker Karl Ratzer kommt aus ein­fa­chen Ver­hält­nis­sen mit Roma-Hin­ter­grund und musste sich seine mu­si­ka­li­sche Kar­riere hart er­arbei­ten. Schon im Alter von 14 Jah­ren legte er als Lead-Gitarrist der Rhythm-’n‘-Blues-Combo The Slaves eine erste Talent­probe ab. Wenig spä­ter wurde er unter dem Büh­nen­namen Charles Ryder zur Licht­gestalt des hei­mi­schen Psyche­de­lic Under­ground. C-Department und Gipsy Love wa­ren wei­tere Band­pro­jekte, die pro­gres­si­ven Zeit­geist ins ver­schla­fe­ne Wien brach­ten und in jenen Jahren ge­rade­zu Syno­ny­me für pop­musi­ka­li­sche In­no­va­tion waren.

Im Alter von 22 Jahren verschlug es ihn in die USA, wo er in einer inter­natio­nal ver­netz­ten Jazz-Szene all­mäh­lich Fuß fas­sen konnte und mit et­lichen Welt­stars des Genres ar­bei­tete. Read the rest of this entry »

SWR2: Nazif und der silberne Bär

Februar 13th, 2018  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Familie Mujic (Foto: swr.de)SWR2 Feature: Nazif und der silberne Bär – Vom kurzen Ruhm eines Rom

Einstündige Sendefassung der gleich­na­mi­gen Podcast-Se­rie von Zoran Solomun

Sendung vom 14.2.2018, 22:03 Uhr | Die Serie „Nazif und der sil­ber­ne Bär“ kön­nen Sie auch in der ARD Audio­thek App oder als Podcast hö­ren.

Nazif Mujić ist ein Rom aus Ostbosnien, der von Altmetall lebt, das er sam­melt und wei­ter­ver­kauft. Im Winter 2011 er­war­ten er und seine Frau Senada ihr drit­tes Kind. Als es plötz­lich im Mutter­leib stirbt, än­dert sich ihre Leben dra­ma­tisch. Sie haben weder eine Kranken­ver­si­che­rung noch ge­nü­gend Bargeld, um die nöti­ge Operation zu be­zah­len. Mit einem ille­galen Trick ge­lingt es erst im letz­ten Moment, ihr Leben zu retten.

Der be­rühmte bosnische Filmregisseur und Oscar-Ge­win­ner Danis Tanović er­fährt von ihrer Ge­schichte und ver­filmt sie mit Nazif und Senada, die sich selbst spie­len, in den Haupt­rollen. Der halb­dokumen­ta­ri­sche Film wird zu einem Rie­sen­erfolg: Auf der Berlinale 2013 er­hält Tanović den Großen Preis der Jury und Nazif Mujić den Silber­nen Bären als bes­ter Dar­steller. Nazif und Senada hof­fen, dass sich ihr Leben nun zum Bes­se­ren wen­den wird.

(SWR2 Programminfo)

Italien: Schüsse und Feuer in Roma-Camp

Februar 12th, 2018  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Brand in Brescia (Screenshot: Corriere della Sera)Heute Nacht zwischen zwei und drei Uhr wurden die Be­woh­ner des Roma-Wohn­lagers in der Via Orzinuovi am Stadt­rand von Brescia in Nord­italien durch eini­ge laute Schüsse aus dem Schlaf ge­rissen. Auf diese Weise ge­weckt, be­merk­ten die Roma (der Corriere spricht von Sinti), dass es im Camp brann­te. Die Hinter­gründe sind noch völlig un­klar, die Carabinieri er­mit­teln. Der­zeit werden die Auf­zeich­nun­gen der Video­kameras, die die Stadt am Camp­eingang platziert hatte, ge­sichtet. Fest steht, dass vier Autos im Camp aus­brann­ten. Da sich diese laut ersten Presse­meldungen in eini­gem Ab­stand von­einan­der be­fan­den, er­scheint ein zu­fäl­li­ger Brand aus­geschlos­sen. Read the rest of this entry »

Roma-Holocaust in Ukraine und Moldau

Februar 12th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Vortrag und Ausstellung über den NS-Genozid an den Roma in der Ukraine und Moldau15. Februar 2018, Berlin:

Ausstellung und Vortrag: NS-Genozid an den Roma in der Ukraine und Moldau

Zu Gast beim Janusz-Korczak-Haus Berlin sind Iryna Radchenko and Maryna Strilchuk, zwei Wissen­schaft­lerin­nen aus dem Ukraini­schen Institut für Holo­caust-Stu­dien „Tkuma“ (Dnipro, Ukraine), die an die­sem Abend ihre Aus­stel­lung „Die Tragödie der Roma: Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart“ prä­sen­tie­ren. Die Aus­stel­lung ist ein Er­geb­nis des wis­sen­schaft­li­chen Pro­jek­tes zur Er­for­schung des NS-Ge­no­zids an den Roma auf dem Ter­ri­to­rium der Ukraine und der Re­publik Moldau. Das Pro­jekt wurde von „Tkuma“ mit Un­ter­stüt­zung der „Inter­na­tio­nal Holo­caust Re­membrance Alliance“ durch­ge­führt.

Programm: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (182)

Februar 11th, 2018  |  Published in Facts & Figures

82% der Bevölke­rung von Prag sind ge­gen­über Roma ne­ga­tiv ein­ge­stellt, mehr noch als in ganz Tsche­chi­en (76%). (ÚSTR, 2018)

(Quelle)

Tschechien: Verharmlosung von Roma-Genozid

Februar 10th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

Tschechien: Parlamentsvizepräsident Tomio Okamura relativiert den Roma-Holocaust (Foto: Romez.cz)Okamura unter Druck wegen Äußerungen zu KZ Lety

Der Chef der Partei „Freiheit und direkte Demokratie“ hat die men­schen­ver­ach­ten­den Zu­stände im Roma-Kon­zentra­tions­lager Lety wäh­rend des Kriegs herun­ter­ge­spielt. Nun drän­gen Ab­ge­ord­nete da­rauf, Tomio Okamura als stell­ver­tre­ten­den Par­la­ments­vor­sitzen­den ab­zu­wählen.

➔Anhören (mp3)

Radio Praha, Till Janker: Äußerungen von Politikern der Partei „Freiheit und direk­te Demo­kra­tie“ (SPD) haben zu einem Auf­schrei ge­führt. Al­len voran geht es um Aus­sagen des Vor­sit­zen­den Tomio Okamura. Dieser be­haup­tete, dass das Roma-KZ im süd­böh­mi­schen Lety nicht mit Stachel­draht um­geben ge­wesen wäre und sich die In­sassen dort frei hät­ten be­we­gen können. Doch damit wider­sprach er ein­deutig den Fakten.

In Lety be­stand ab 1939 zu­nächst ein so­genann­tes Arbeitslager, das die Re­gierung im Pro­tek­torat vor allem für Roma ein­ge­rich­tet hatte. Dann über­nah­men die Deutschen die Aufsicht und spra­chen von einem „Zigeunerlager“. Mehr als 300 Men­schen star­ben dort an den Fol­gen von Unter­er­näh­rung, kör­per­li­cher Schwerst­arbeit und Seuchen. Die an­de­ren wur­den in die Ver­nichtungs­lager de­por­tiert und dort um­ge­bracht. Die tsche­chi­sche Re­gie­rung möch­te in Lety nun eine Gedenk­stätte ein­richten und hat des­wegen eine Schweine­farm am Ort des Lagers auf­ge­kauft.

Ähnliche Aussagen wie Okamura hatte im vergangenen Jahr schon sein Partei­kol­lege Miloslav Rozner ge­trof­fen. Er nann­te Lety ein „nicht exis­ten­tes Pseudo-Kon­zentra­tions­lager“. Die Roma-Organisation Konexe hält all diese Thesen für eine Leug­nung des Völker­mords. Read the rest of this entry »

Terror gegen Roma? Wieder Brand in Plauen

Februar 9th, 2018  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Nach dem Brandanschlag auf ein Roma-Wohnhaus in Plauen (Sachsen) brannte nun auch das Ersatz­quartier. Dies­­mal star­­ben zwei Men­schen. Vor drei Wochen sahen einige der Roma, wie sich Ver­däch­tige im Haus zu schaf­fen mach­ten – die Polizei wollte ihnen nicht glauben.

Deutschland: Wieder brannte das Haus der Roma-Familien in Plauen (Foto: Romano Sumnal)Radio Dreyeckland: Antiziganismus in Motiv und Umgang mit der Tat?

➔Sendung anhören (mp3)

Am Morgen des 5. Februar starben in Plauen zwei Per­so­nen beim Brand eines Wohh­hauses. Ein Mann und eine Frau, deutsche Staats­ange­hö­rige. Vier weitere Perso­nen wur­den teils schwer ver­letzt. Be­trof­fen war die Dach­geschoss­wohnung ei­nes Mehr­fami­lien­hauses in der Dürer­straße. Die Men­schen in den darunter­lie­gen­den Wohnun­gen konn­ten sich ret­ten. In dem Haus in der Dürer­straße waren sechs deut­sche Staats­an­gehö­rige ge­meldet und 30 Per­so­nen mit ande­ren Staats­an­gehörig­keiten. Zum Zeit­punkt des Brandes hiel­ten sich nach Aus­sagen eines Erst­helfers wo­mög­lich noch mehr Leute in dem Haus auf. Viele der Bewoh­ner/innen waren erst seit kur­zem in das Haus ge­zogen. Und zwar des­halb, weil ihr vori­ges Wohn­haus, weni­ge Stra­ßen weiter in der Trockental­straße, kurz zuvor, am 29. De­zem­ber 2017, eben­falls durch einen Brand un­be­wohn­bar gewor­den war. Schon zuvor hatte es dort laut dem Verein Romano Sumnal Brände ge­ge­ben. In der Nacht vom 29. auf den 30. De­zem­ber wur­den von den min­des­tens 40 Be­woh­ner/innen 19 ver­letzt, darunter acht Kinder. Mit schwe­ren Brand­verletzungen wur­den eine schwan­gere 29-jäh­rige Frau und ihr zwei­jähriger Sohn sowie ein fünf­jäh­ri­ges Kind und eine 39-jäh­ri­ge Frau in eine Spezial­klinik ein­ge­lie­fert. Bei den Be­woh­ner/innen han­delte es sich vor allem um Roma aus der Slowakei und aus Rumänien.

Wäh­rend des Brandes hal­fen eini­ge An­woh­ner und Passan­ten. Zwei jugend­li­che Helfer be­rich­te­ten je­doch, dass sie gefragt wurden, warum sie hel­fen – man solle die Leute doch ver­bren­nen las­sen. Ein An­woh­ner habe „Sieg Heil“ ge­rufen. Feuer­wehr­leute sollen bei den Rettungs­arbeiten an­gegrif­fen wor­den sein. Einen rassisti­schen Hinter­grund schloss die Polizei jedoch bald aus. Ver­dächtigt wurde zu­nächst ein ehe­ma­li­ger Bewohner des Hauses, der mit dem Ver­mie­ter Streit ge­habt ha­ben soll. Man­gels Beweisen wurde er aber wieder frei­gelas­sen. Nach dem Um­zug in die Dürerstraße hatten die ehe­mali­gen Be­woh­ner/innen der Trocken­tal­str. 86 Angst vor weite­ren Anschlägen. Mit­te Ja­nuar über­rasch­ten Haus­bewoh­ner/innen im Keller drei Männer, die mit einer weißen Flasche han­tier­ten und nach ihrer Ent­deckung weg­lie­fen. Read the rest of this entry »

„Vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig“

Februar 7th, 2018  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Unku (Erna Lauenburger) wurde in Auschwitz ermordet. Ein biografischer Kinderroman aus dem Jahr 1931, der in der DDR neu aufgelegt wurde, machte sie berühmt. Hanns Weltzel hat sie als Jugendliche porträtiert. (Bild: University of Liverpool Library)Bremen: Ausstellung über die Verfolgung von Sinti und Roma im Natio­nal­sozia­lis­mus am Bei­spiel foto­grafisch do­ku­men­tier­ter Fa­mi­lien­ge­schich­ten aus Mit­tel­deutschland

Zentralbibliothek Bremen, Wall-Saal
15.02.2018 – 14.03.2018 (Eintritt frei)

Im Archiv der Universität Liverpool fand die dort leh­ren­de His­to­ri­ke­rin Eve Rosenhaft ca. 200 Fotografien, die das Leben der Sinti und Roma in den 1930er Jah­ren in Dessau-Roßlau do­ku­men­tie­ren. Sie gehen auf den damals in Roßlau le­ben­den Foto­jour­nalis­ten Hanns Weltzel zu­rück. Weltzel hatte ab 1931 inten­sive Kon­takte zu den Fa­mi­lien, die auf ihren Handels­wegen nach Des­sau-Roß­lau ka­men. Die Fotos und er­hal­ten ge­blie­be­nen Briefe zeu­gen von einer freund­schaft­li­chen und von gegen­seiti­gem Ver­trauen und Respekt ge­präg­ten Atmos­phäre. Darin liegt die Be­sonder­heit dieses Foto­bestan­des, ins­beson­dere wenn man sie mit Pro­pa­ganda­fotos im National­sozialismus ver­gleicht.

Die Beschriftungen der Fotos geben nur bedingt Aus­künfte, um wen es sich auf den ein­zel­nen Fotos han­delt. Die nament­liche Iden­ti­fi­zie­rung ist je­doch die Grund­voraus­setzung, um die Ver­fol­gungs­wege der Men­schen und ihrer Fami­lien zu er­for­schen. Dieser Auf­gabe wid­met sich Profes­sor Eve Rosenhaft ge­mein­sam mit Jana Müller vom Alter­nativen Jugend­zentrum e.V. Dessau in en­ger Ko­opera­tion. Nach von­einander un­ab­hän­gi­gen Forschungen und Durch­führung von Jugend­pro­jekten führ­ten sie vor drei Jahren ihre Forschungs­ergeb­nisse zu­sam­men und be­gannen ziel­gerichtet für eine Aus­stel­lung zur Erin­ne­rung an die mittel­deutschen Sinti und Roma Fotografien in Au­gen­schein zu nehmen und in Archiven nach wei­ter­füh­ren­den Hin­weisen zu suchen. Read the rest of this entry »

Radio: Antiziganismus in den deutschen Medien

Februar 5th, 2018  |  Published in Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Sendereihe RespectWords„Es kommen nicht nur Roma, es kommen auch Akademiker“ – Anti­ziga­nis­mus in den deut­schen Medien

Radio Dreyeckland | 29.1.2018
Sendereihe RespectWords | 30:00 Min.

➔Anhören (mp3)

Über kaum eine Gruppe wird so negativ, klischee­beladen und schlicht falsch be­rich­tet wie über Sinti und Roma. Wäh­rend be­son­ders reiße­ri­sche Schlagzeilen oder Titel­bilder durch­aus für Em­pö­rung sorgen kön­nen, liegt das eigent­li­che Problem viel tiefer – auch vor­geb­lich differen­zierte Bericht­erstattung be­zieht sich oft auf anti­ziga­nis­ti­sche Stereotype und re­pro­du­ziert diese. In der fol­gen­den Sendung wird da­nach ge­fragt, was Anti­ziganis­mus eigent­lich ist, wel­che Rolle er in der deutschen Medien­land­schaft spielt und wie mit dem Problem um­ge­gan­gen wer­den kann.

(Programminfo rdl.de)

Facts & Figures (181)

Februar 3rd, 2018  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

62% der Slo­wa­ken möch­ten kei­ne Ro­ma als Nach­barn (Mos­lems: 54%; Ho­mo­se­xu­el­le: 37%).

(Quelle)

Deconstructing/Reconstructing the ”Gypsy“

Februar 1st, 2018  |  Published in Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV

Damian Le Bas (Foto: www.jawdikh.pl)Zum Tode des Künstlers Damian Le Bas:
Handtellergeschichten – Deconstructing/Re­con­struc­ting the ”Gypsy“

Deutschlandfunk – Feature von Manuel Gogos
50:13 min | 31.01.2018 , Whg. v. 16.09.2017
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Der Künstler Damian Le Bas bestückte 2007 auf der Venedig-Bien­nale den ers­ten Roma-Pavillon mit seinem Gipsy-Dada. Im De­zem­ber ist er im Alter von nur 54 Jah­ren un­er­war­tet ge­stor­ben. We­nige Mona­te zuvor hat unser Autor Manuel Gogos Le Bas und seine Frau in Worthing/Sussex be­sucht. Ge­mein­sam streifte er mit dem Künstler­ehepaar über Floh­märk­te, durch Plat­ten­läden und die Land­schaft Süd­englands. Eine Hom­mage an eine be­son­dere Kunstform und ein Paar, das mit seinen eige­nen krea­ti­ven Selbst­entwürfen ein Zei­chen gegen über­kom­me­ne Stereo­type setzte.

(www.deutschlandfunkkultur.de)