RespectWords: Verfehlte Ansätze?
Februar 18th, 2018 | Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Es ist Roma wie Nicht-Roma verboten, in Parks zu übernachten: Verfehlen Ansätze gegen ethnische Diskriminierung das Problem des Antiziganismus?
Radio Dreyeckland | 12.2.2018
Sendereihe RespectWords | 30:00 Min.
Das Stereotyp der „Sintiundroma“ ist homogen. „Fremd, faul und frei“, fasst Wulf D. Hund es zusammen. Die Menschen, die von diesem Stereotyp umfasst werden, sind so vielfältig wie alle anderen. Und doch – der Antiziganismus wirkt auch praktisch und sorgt im Stile einer „self-fulfilling prophecy“ dafür, dass Roma und Romnja in vielen Ländern durchaus überproportional häufig und hart von gesellschaftlichem Ausschluss, auch im sozioökonomischen Bereich, betroffen sind. Die EU antwortet darauf mit Integrations- und Antidiskriminierungsansätzen. Doch diese verfehlen nicht selten ihr Ziel oder tragen sogar dazu bei, dass Ausschluss und Repression gegen Roma und Romnja umso eleganter fortgesetzt werden können. Vielmehr gilt es zu verstehen, was Antiziganismus mit der modernen Gesellschaftsordnung zu tun hat, so mit protestantischer Arbeitsethik und der kapitalistischen Verwertungslogik. Dann wird auch klar, dass eine Abgrenzung von Armut als vermeintlich negativer Eigenschaft Teil des Problems ist, nicht der Lösung. Diese Thematik wird in dieser Sendung v.a. anhand der Beispiele der Kriminalisierung des Bettelns in Deutschland und der Räumungen informeller Camps in Frankreich beleuchtet.
(Programminfo rdl.de)