Terror gegen Roma? Wieder Brand in Plauen
Februar 9th, 2018 | Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Nach dem Brandanschlag auf ein Roma-Wohnhaus in Plauen (Sachsen) brannte nun auch das Ersatzquartier. Diesmal starben zwei Menschen. Vor drei Wochen sahen einige der Roma, wie sich Verdächtige im Haus zu schaffen machten – die Polizei wollte ihnen nicht glauben.
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Am Morgen des 5. Februar starben in Plauen zwei Personen beim Brand eines Wohhhauses. Ein Mann und eine Frau, deutsche Staatsangehörige. Vier weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Betroffen war die Dachgeschosswohnung eines Mehrfamilienhauses in der Dürerstraße. Die Menschen in den darunterliegenden Wohnungen konnten sich retten. In dem Haus in der Dürerstraße waren sechs deutsche Staatsangehörige gemeldet und 30 Personen mit anderen Staatsangehörigkeiten. Zum Zeitpunkt des Brandes hielten sich nach Aussagen eines Ersthelfers womöglich noch mehr Leute in dem Haus auf. Viele der Bewohner/innen waren erst seit kurzem in das Haus gezogen. Und zwar deshalb, weil ihr voriges Wohnhaus, wenige Straßen weiter in der Trockentalstraße, kurz zuvor, am 29. Dezember 2017, ebenfalls durch einen Brand unbewohnbar geworden war. Schon zuvor hatte es dort laut dem Verein Romano Sumnal Brände gegeben. In der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember wurden von den mindestens 40 Bewohner/innen 19 verletzt, darunter acht Kinder. Mit schweren Brandverletzungen wurden eine schwangere 29-jährige Frau und ihr zweijähriger Sohn sowie ein fünfjähriges Kind und eine 39-jährige Frau in eine Spezialklinik eingeliefert. Bei den Bewohner/innen handelte es sich vor allem um Roma aus der Slowakei und aus Rumänien.
Während des Brandes halfen einige Anwohner und Passanten. Zwei jugendliche Helfer berichteten jedoch, dass sie gefragt wurden, warum sie helfen – man solle die Leute doch verbrennen lassen. Ein Anwohner habe „Sieg Heil“ gerufen. Feuerwehrleute sollen bei den Rettungsarbeiten angegriffen worden sein. Einen rassistischen Hintergrund schloss die Polizei jedoch bald aus. Verdächtigt wurde zunächst ein ehemaliger Bewohner des Hauses, der mit dem Vermieter Streit gehabt haben soll. Mangels Beweisen wurde er aber wieder freigelassen. Nach dem Umzug in die Dürerstraße hatten die ehemaligen Bewohner/innen der Trockentalstr. 86 Angst vor weiteren Anschlägen. Mitte Januar überraschten Hausbewohner/innen im Keller drei Männer, die mit einer weißen Flasche hantierten und nach ihrer Entdeckung wegliefen. Read the rest of this entry »