Berlinale-Star vor Abschiebung
Januar 26th, 2014 | Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte
Vor einem Jahr war er der gefeierte Star der Berlinale; das Festival zeichnete Nazif Mujić als besten Darsteller mit dem Silbernen Bären aus. Heute droht dem bosnischen Rom und seiner Familie die Abschiebung aus Deutschland.
Gegenüber der Presse erklärte Mujić, er sei bereit, seinen Silbernen Bären zurückzugeben, wenn er dafür in Deutschland bleiben und arbeiten dürfe. Die Festivalleitung will den Schauspieler unterstützen und die Abschiebung doch noch abwenden. „Sein Schicksal ist uns wichtig, und im Rahmen unserer Möglichkeiten wollen wir ihn natürlich unterstützen“, erklärte die Sprecherin der Berlinale. Das Festival-Team habe erst vor einigen Tagen von Mujićs Schicksal erfahren: „Wir haben ihn sofort getroffen und mit ihm gesprochen und ihm versichert, dass wir seine rechtlichen Möglichkeiten prüfen werden.“ Als Erstes habe man ihm einen Anwalt besogt.
Mujić spielt in Danis Tanovićs dokumentarischem Spielfilm „Eine Episode aus dem Leben eines Metallsammlers“ (in Berlin ausgezeichnet mit dem „Großen Preis der Jury“) sich selbst. Der Film schildert das Leben und die Nöte seiner Familie, die er in Bosnien-Herzegowina mit dem Sammeln von Altmetallen über Wasser hält.
Vor rund zwei Monaten ist Mujić nach Deutschland zurückgekehrt und lebt derzeit in einem Flüchtlingslager am Stadtrand von Berlin. Schon nach vier Wochen wurde sein Asylantrag als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt: Eine humanitäre Notsituation sei nicht gegeben und die Armut seiner Familie stelle keinen Asylgrund dar. „Die individuelle wie systematische Diskriminierung und Gewalt gegen Roma auf dem gesamten Balkan fällt bei den deutschen Behörden nicht ins Gewicht“, kommentiert der Tagesspiegel die deutsche Asylpraxis. Das Berliner Blatt berichtete ausführlich über dieses tragische Berlinale-Nachspiel und Mujićs enttäuschte Hoffnungen:
Die Hauptrolle in einem Film, die Auszeichnung mit dem Silbernen Bären, beides ist für ihn die Verheißung auf ein besseres Leben. Mujić teilt das Schicksal von anderen Menschen, die plötzlich für kurze Zeit berühmt waren und anschließend in ihr altes Leben zurückkehren, mit großen Erwartungen. Sie warten oft lange darauf, dass mit dem Ruhm auch der Wohlstand kommt. Und oft werden sie enttäuscht. (…) Als Mujić von der Berlinale zurückkehrt in sein baufälliges, zugiges Haus, wartet er also, hoffnungsvoll. Auf Filmrollen, auf Arbeit, auf einen Geldregen. Er wartet monatelang. Es kommen ein paar Jobangebote, aber keines hat das Potential, sein Leben zu ändern. Irgendwann im November beschließt er, nicht mehr länger zu warten und die Verheißung einzufordern. Und zwar dort, wo er sie am lautesten vernommen hatte. In Berlin. (…)
„Wenn es den Film und alles, was danach kam, nicht gäbe, dann hätte ich nie etwas anderes gesehen und nie die Hoffnung auf ein besseres Leben gehabt“, erklärt Mujić. Dann wäre er jetzt in seinem Dorf, würde Eisen sammeln und frieren, wie immer. Aber das kann er jetzt nicht mehr, denn die anderen Schrottsammler glauben, er ist ein Star, er ist reich, er soll ihnen den kargen Lohn nicht wegnehmen. (…)
Eine Weile arbeitete Nazif Mujić in der Nachbarstadt als Müllmann. (…) Später erzählt er auch noch, dass die Menschen, deren Müll er einsammelte, ihn hänselten. Der große Schauspieler, ein Müllmann, das fanden sie zum Lachen! (…) „Sie haben mich wie einen Tanzbären an der Leine herumgeführt.“ Seine Nachbarn und die Verwandten denken immer noch, er sei reich. (…) Natürlich haben sie zusammen mehr als 3000 Euro bekommen für die Arbeit im Film, für die Festivalbesuche, viel Geld war das. Doch es war auch schnell wieder weg. Für das baufällige Haus, die Verwandten, die Kinder, das Krankenhaus, die Tabletten.
Auch die „taz“ hat mit Mujić gesprochen. Im Folgenden einige Auszüge:
„Ich bin 42 Jahre alt, glaub mir, es ist mir nicht leicht gefallen, mein Land zu verlassen. Aber in Bosnien habe ich nicht einmal genug Geld für ein bisschen Mehl.“ Er will seine Familie ernähren, die Frau Senada und die drei Kinder, die siebenjährige Sandra, die sechsjährige Schemsa und den kleinen Danis. Der Anderthalbjährige trägt den Namen des Mannes, der Nazif zu seinem Erfolg verholfen hat und den er in aller Öffentlichkeit seinen besten Freund nannte. Ein Jahr später sieht das alles ganz anders aus. Nazif fühlt sich als Opfer einer Verschwörung. Danis Tanovic habe ihn bestohlen, sagt er, Tanovic und die Regierung von Bosnien und Herzegowina. Wie genau sie ihn betrogen haben sollen? Er kann es nicht sagen. Immerhin, für den Dreh haben er und seine Frau eine kleine Gage erhalten, sagt Nazif. 50 Euro pro Drehtag, macht zusammen 500 pro Person. Danis Tanovic sagt der taz, der Film sei eine Mikro-Budget-Produktion gewesen mit einem Etat von 17.000 Euro. Die Produzentin habe einen Kredit aufnehmen müssen, den sie noch abzahlt. Einige aus der Crew hätten ganz auf Gagen verzichtet, so auch er selbst. Tanovic beteuert: Er habe Nazif immer mit Liebe und Respekt behandelt und wünschte, er könne mehr helfen.
Ein Preisgeld für die Bären gibt es nicht (…). Nazif Mujic ist nichts geblieben. (…). Heute lassen ihn die anderen Metallsammler nicht mehr mitarbeiten. Wozu auch?, fragen sie. Er hat doch als bester Schauspieler ein Vermögen gemacht. Das Gerede schmerzt ihn – und entzieht ihm seine Lebensgrundlage. Der Bär ist für ihn zum Problem geworden. Nazif Mujic ist prominent
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. Die Ärzte und Krankenschwestern erkennen ihn wieder, auch sie denken, er sei reich, erzählt Nazif. „(…) Sie haben jetzt viel Geld und können zahlen, was wir haben wollen.“ So reden sie. Mujic bekommt Angst. Was passiert, wenn eines seiner Kinder krank wird, aber nicht behandelt werden kann, weil er kein Geld hat? (…) Der Traum ist geplatzt. Die Leute, die ihn gefeiert haben, ächten ihn jetzt, mobben seine Kinder und schließen ihn von seinem Broterwerb aus. Nazif Mujic sieht keine Zukunft mehr in seinem alten Leben.“
Und auch die Süddeutsche Zeitung hat den Fall aufgegriffen:
In seinem Dorf in Bosnien (…) gehen alle davon aus, dass er nun reich ist. Als sie sehen, dass er wieder Schrott sammelt, die Straße reinigt, versucht, sich mit den dreckigsten, schwersten Arbeiten über Wasser zu halten, lachen sie ihn aus. Fotografieren ihn, stellen Videos auf Youtube. „Seht her, da ist er, der beste Schauspieler des Jahres!“ (…) Er sagt, er erhebt keine Vorwürfe gegen Danis Tanović, und dann blickt er direkt in die Kamera: „Ich möchte nur, dass er weiß, dass es mir noch viel schlechter geht als vor dem Film.“ (…)
Der Programm-Manager der Berlinale unterstützt die Initiative Pro-Asyl. Und er weiß, wie sehr Roma in Bosnien unter Ausgrenzung und Armut leiden. Doch die Berlinale könne nicht einfach, wie es einige fordern, einen Hausmeister-Job für Mujić schaffen. Die Berlinale beschäftigt keine Hausmeister, sie ist eine Kulturveranstaltung, mit öffentlichem Geld finanziert. Sie kann sich nicht über einen abgelehnten Asylantrag hinwegsetzen. (…) Der Programmdirektor ärgert sich, dass alle auf die Berlinale zeigen, dass er sich fragen lassen muss, ob man nicht hätte wissen müssen, wie diese Geschichte ausgeht. (…)
(R.U./dROMa)