Konferenz: Anti­ziga­nis­mus am West­balkan

Februar 16th, 2018  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Antiziganismus-Konferenz in Berlin 2018 (Foto: Zentralrat)Addressing Discrimination and Antigypsyism in the En­large­ment Region – Inter­natio­nale Kon­ferenz zu Anti­ziga­nis­mus in den West­balkan­staaten in Berlin

Zentralrat: Ächtung von Anti­ziga­nis­mus in den Staa­ten des West­li­chen Bal­kans und in der Türkei ist über­fällig

Eine internationale Konferenz am 13. und 14. Februar in Berlin thema­ti­sier­te erst­malig den zu­neh­men­den Anti­zi­ga­nis­mus und die Dis­kri­mi­nie­rung von Roma in den EU-Beitrittsstaaten. Über 70 Ver­tre­terin­nen und Ver­tre­ter der Fach­minis­terien und der Zivil­gesell­schaft aus den Län­dern des Westlichen Balkans und aus der Türkei dis­ku­tie­ren auf der Konferenz, die vom „Regional Cooperation Council“ in Zu­sam­men­arbeit mit dem Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma or­ga­ni­siert wird, die struk­tu­rel­len Aus­wir­kun­gen von Antiziganismus so­wie Ge­gen­strate­gien für die gleich­berech­tigte Teilhabe von Roma.

Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, sieht eine his­to­ri­sche Chance in der kürz­lich von der EU-Kom­mission in Aus­sicht ge­stell­ten, schnel­len EU-Beitritts­per­spek­tive der Westbalkan­länder. Rose for­dert gleich­zeitig, dass der Schutz der Minder­heiten- und Men­schen­rechte als wich­tige Grund­lage von Rechtsstaat und Demokratie ver­bes­sert wer­den muss: „Gera­de Roma in den Ländern des Westbalkans müs­sen end­lich als gleich­berech­tigte Bürger an­erkannt sein. Die poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen brau­chen end­lich ein Bewusst­sein dafür, dass Anti­ziganis­mus wie auch Antisemitismus ein gesamt­gesell­schaft­li­ches Problem dar­stellt, das unsere euro­päi­schen Werte – un­sere Prin­zi­pien von Demokratie und Rechts­staat­lich­keit – radikal in Frage stellt. Solan­ge die euro­päi­schen Staaten, in de­nen Roma seit Jahr­hun­der­ten ihre Heimat haben, den Anti­ziganismus als die Ursache für die desolate Lage nicht aus­drück­lich be­nen­nen, werden die An­stren­gun­gen der Re­gie­run­gen und der Euro­päi­schen Union für die so be­zeich­nete ‚Roma-In­tegration‘ keine Erfolge zei­gen“, so Romani Rose.

Der Zentralrat wendet sich seit Jahren vehement gegen die Abschiebe­politik der deutschen Bun­des­regierung und der Bundes­länder, ins­beson­dere gegen die Ein­stu­fung der West­balkan­länder als „sichere Herkunfts­staaten“, ein Kon­zept, das der Zentral­rat grund­sätz­lich ab­lehnt, da dies die mas­sive und ku­mu­la­tive Dis­krimi­nie­rung von Roma und damit die Flucht­ursache aus diesen Län­dern ig­noriert.

(Zentralrat)

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