Antiziganismus-Resolution des Bundestags
März 24th, 2019 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte
Historische Debatte „Antiziganismus bekämpfen“ im Deutschen Bundestag (Video): Expertenkommission Antiziganismus wird konstituiert, Bundestag beschließt Resolution gegen Antiziganismus – eine parteipolitische Groteske der CDU/CSU vereitelt gemeinsamen Antrag aller Fraktionen außer der AfD.
Zentralrat, 23.3.2019: Vor der kommenden Konstituierung der Unabhängigen Expertenkommission Antiziganismus am 27. März 2019 im Bundesministerium des Innern befasste sich der Deutsche Bundestag in seiner Debatte am 22. März mit dem zunehmend massiven Antiziganismus in Deutschland und in Europa. Studien des Bundes oder wie zuletzt Umfragen der Universität Leipzig (wir berichteten) zeigen, dass die Ablehnung von Sinti und Roma in der Bevölkerung extrem hoch ist. Hier sei es Aufgabe insbesondere der Politik, für den notwendigen Zusammenhalt in einer demokratischen Gesellschaft gerade auch durch den Schutz von Minderheiten zu sorgen, erklärte Romani Rose vor der Debatte.
In einer ersten Reaktion bezeichnete der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, die Tatsache, dass sich der Deutsche Bundestag endlich mit dem Thema Antiziganismus befasst, als wichtigen Schritt für die Minderheit und ebenso für die demokratische Verfasstheit unserer Gesellschaft: „Es gibt in Deutschland und in Europa einen zunehmend gewaltbereiten Antiziganismus, der sich vordergründig gegen die Minderheit richtet, der aber im Kern auf unsere demokratischen Werte zielt. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn es einen gemeinsamen Entschließungsantrag aller demokratischen Parteien im Deutschen Bundestag gegeben hätte, der die Verpflichtung des Deutschen Bundestages zum Schutz und zur Förderung der Minderheit der Sinti und Roma klar zum Ausdruck gebracht hätte“, so Rose. Die Bekämpfung des Antiziganismus sei zu wichtig, als dass parteipolitischen Überlegungen die Entschließungen des Bundestages abschwächen dürften, so Rose.
Alle Redner der demokratischen Parteien waren sich einig darin, dass die Bekämpfung des Antiziganismus eine Verpflichtung des Deutschen Bundestages sein müsse. Fünf Fraktionen, alle außer der AfD, hatten im Vorfeld an dem Entschließungsantrag „Antiziganismus bekämpfen“ mitgewirkt. Redner aller demokratischen Fraktionen bedauerten, dass obwohl es keine inhaltlichen Differenzen gab, es dennoch zu keinem gemeinsamen Antrag kam.


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