Schweden diskriminiert Armutsmigranten

November 23rd, 2018  |  Published in Politik, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

Amnesty kritisiert Schwedens Umgang mit osteuropäischen Armutsmigranten (Foto: Romea)Amnesty International kritisiert Diskriminierung gegen obdachlose europäische Zuwanderer in Schweden

Radio Dreyeckland/Focus Europa, 23.11.2018

Schwedische Behörden verweigern obdachlosen Zu­wan­de­rern/in­nen aus ande­ren EU-Staa­ten ab­sicht­lich den Zu­gang zu grund­legen­der Ver­sor­gung. Das kritisiert die Men­schen­rechts­organi­sa­tion Am­nes­ty Inter­natio­nal heute in einem neuen Be­richt. Unter den schät­zungs­wei­se rund 5.000 Be­trof­fenen seien vor allem An­gehörige der Roma-Min­derheit. Der Bericht stützt sich auf Inter­views mit Be­trof­fe­nen, die alle­samt Rumänen und mehr­heit­lich Roma sind. Amnesty Inter­natio­nal kriti­siert be­son­ders die Be­lästi­gung und Diskri­mi­nie­rung obdach­loser Zu­wan­derer durch die schwe­dische Polizei. Es gebe weiterhin anti­ziganis­ti­sche Vorurtei­le und Rassismus.

In vielen Städten fehle es obdachlosen Men­schen an Unter­künften, Wasser, Sanitär­anlagen und Ge­sund­heits­ver­sor­gung. Das habe schwer­wie­gende Folgen für ihre Gesund­heit und ihr Leben. Ohne Unter­kunft und da­mit ohne feste Adresse seien Men­schen fak­tisch vom Zugang zu Arbeit aus­ge­schlos­sen und zum Betteln ge­zwungen. Beson­ders mit den fal­lenden Tem­peratu­ren im Winter werde das Leben in Zelten, Autos oder vorüber­gehen­den Sied­lungen am Stadt­rand zu einem Kampf ums Über­leben.

Die schwedischen Behörden wür­den Men­schen in Stich lassen, die le­dig­lich von ihrem Recht auf Frei­zü­gig­keit in der EU Ge­brauch ge­macht haben, in der Hoff­nung auf ein bes­seres Leben, so Amnesty.

(Text: Radio Dreyeckland)

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