Archive for Oktober, 2021

Samuel Mago im Ö1-Gespräch

Oktober 31st, 2021  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV

Samuel Mago„Wir Roma sind nicht Bettler und Kri­mi­nel­le!“: Vik­to­ria Wald­häusl im Ge­spräch mit Samuel Mago, Schrift­stel­ler und Anti­zi­ga­nis­mus-Ak­ti­vist

Ö1, Im Gespräch, 28.10.2021 (→7 Tage online)

Samuel Mago ist stolz, Rom zu sein. Der 1996 in Budapest ge­bo­rene Schrift­steller mit jüdi­schen Wurzeln setz­te sich schon als Schüler in der Wiener Al­bert­gasse ge­gen anti­ziga­nis­ti­sche Klischees ein. An der Uni­ver­sität Wien, wo er „Trans­kul­tu­relle Kom­mu­ni­ka­tion“ stu­diert, war er Mit­be­grün­der der „Hoch­schü­ler*in­nen­schaft Öster­rei­chi­scher Roma und Romnja“. Samuel Magos Literatur ist nicht nur poe­tisch, son­dern auch politisch. Wenn er in seinen Texten posi­tive Gegen­bilder er­schafft und seine von starken Frauen ge­prägte Fa­milien­ge­schichte er­zählt, ist das immer gleicher­maßen Akti­vis­mus wie Ge­denk­arbeit. Viktoria Waldhäusl spricht mit Samuel Mago über des­sen Fami­lien­ge­schichte, über en­ga­gier­te Litera­tur und den Reich­tum der Roma.

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Dumm gefragt: Kriminelle Roma?

Oktober 29th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Dumm gefragt: „Neigen Sinti und Roma zur Kri­mi­na­lität?!“
WDR/1LIVE, Podcastfolge vom 4.3.2021, 54:02 Min.
Verfügbar bis 4.3.2022

Sinti und Roma werden oft als „fahrendes Volk“ be­zeich­net, und darin steckt schon das erste Vorurteil gegen sie. Den Sinti und Roma wird nach­ge­sagt, sie seien faul, kriminell, wür­den in Wohn­wagen und Zelten leben und viel zu viele Kinder be­kommen. Diese Klischees existie­ren schon seit Jahr­hun­der­ten, wes­halb Sinti und Roma immer wieder ver­folgt und dis­kri­mi­niert wurden.

Fritz Schaefer klärt mit Taisiya und Sejnur, was dran ist und wie Men­schen der Sinti und Roma heute mit Vor­ur­tei­len um­gehen.

(Text: WDR/1Live)

Facts & Figures (397)

Oktober 28th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung

Bis heute er­wäh­nen nicht alle deut­schen Schul­bü­cher, die den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus be­handeln, die NS-Ver­fol­gung von Ro­ma und Sin­ti.

(Quelle)

Novi Glas: Antiziganismus & Repräsentanz

Oktober 27th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV

Ein Podcast-Gespräch des bur­gen­land­kroa­ti­schen Me­di­ums „Novi Glas“ mit dem Roma-Ak­ti­vis­ten Mar­tin Hor­vath (Verein Hango Roma)

Martin HorvathAnfang 2021 wurde im deutschen WDR eine Sendung aus­gestrahlt, in der aus­schließ­lich mehr­heits­an­gehö­rige Promis über die Ver­wendung von Be­griffen wie „Zigeunersauce“ dis­kutier­ten. Die Sendung hat hohe Wellen in den sozia­len Medien ge­schlagen und auch Roma-An­gehörige in Österreich em­pört (wir be­rich­te­ten: hier, hier und hier). Martin Horvath (38) aus Siget in der Wart ist Grün­der und Vor­stands­mitglied des Vereins HANGO ROMA, einer der Schwer­punkte des Vereins ist Antizi­ganismus­arbeit. Das ganze Telefon­gespräch mit Horvath ist als Podcast nach­zu­hören und unter­halb in ge­kürzter Form zu lesen.

→Kroatische Zusammenfassung einblenden

/Novi Glas: Wie ist es dir ergangen, als du von dieser Sendung im WDR er­fahren hast?
Martin Horvath: Es ist in den letzten Monaten nicht neu, dass gegen die Volks­gruppe der Roma gehetzt wird. Als Corona ang­efangen hat, in Ungarn, Rumänien, Slowakei hat man Schuldige gesucht und die Schuldigen waren die Roma. Die Sen­dung beweist, dass oft ein Thema ge­wählt wird, mit dem man Quoten erreicht: Die Diskus­sion – soll man das „Zigeunersauce“ nennen oder nicht? – ist aber ver­antwor­tungs­los. Das sind Personen in der Öffent­lichkeit, die man liebt, die Vorbilder sind. Wenn man so diskutiert, ist das nicht in Ordnung. Man kann über die Ver­wendung des Begriffs „Zigeuner“ eine Diskussion halten, aber dann muss man Ver­treter von diver­sen Roma-Or­ga­nisa­tionen einladen, damit man ge­meinsam darüber dis­ku­tieren kann.

NG: Wie stehst du zu diesem Begriff? Verwendest du ihn?
Der Begriff ist nicht in unserem Wortschatz, in Romanes gibt es das Wort „Zigeuner“ nicht einmal. Man ver­bindet es mit dem „ziehenden Gauner“, es ist ein negatives Wort, das uns auf­ge­drückt worden ist. Wir sind so bezeich­net worden. Es gibt Leute, die sich als „Zi­geuner“ be­zeichnen, aber das ist eine per­sönliche Ge­schichte. Das sind Einzelne, aber man kann keine ge­samte Gruppe als „Zigeuner“ be­zeichnen. Es ist jedem über­lassen, wie er sich be­zeich­net. Für mich per­sönlich ist das Wort abscheulich. Read the rest of this entry »

Jomakero rodipe ande Auschwitz-Birkenau

Oktober 26th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 25.10.2021 | 8.19 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

Johann Trattner: Spurensuche in Auschwitz-Birkenau

Johann Baranyai jomakero rodipe ande Auschwitz-Bir­kenau Betschiste de­schu­duj orenge o dschene, sar dschi­dov­tscha, Roma taj but­jaschtscha andar o nacijo­nal­fonds, save Auschwitz uso pra­dipe le blokistar de­schuefta akarde ule, pumen reste taj busiha upro drom pumen kerde. O cile dschene, save pumen upro drom Ausch­witzate kerde, jek bara dukaha ham te jek gondoha valaso te schunel taj valsao pedar i ajgeni familija te phukal so lenge adaj upre ada than kerdo ulo, jek aun­pasch­laripe sina. Na ar te gon­dolinel sina, so adaj sa upre ada than kerdo ulo taj soske? O pharo drom uso block deschutrin, kaj o art­schijipe ande Auschwitz le Ro­mendar hi, le Johann Baran­yaiske, sar lo agun butscho­lahi akan Trattner leskero fami­li­jakero anav hi, na loke sina. Kipi le Romendar, le fami­lijen­dar, muschi­ka­scherndar taj le tscha­vendar andar minden­felitike vilagi, kaj Roma anglo haburi dschiv­nahi ando block deschutrin butvar te dikel hi. So adaj le manu­schenca sa kerdo ulo taj saj idijo­logija adaj palal terdschini schoha te hajol ovla. Ando artschi­jipe ando block deschutrin te o anava le dsche­nendar, save ande Ausch­witz-Bir­kenau ledschim ule upre jek tab­lina hi. O Hansi, sar ov le Romen­dar ando Burgenland akar­do ol mindschart te rodel kes­dintscha le anevstar Baranyai. Upre jek kipo le artschi­ji­pestar o Johann Baranyai pra muam prin­dschartscha, savi ande Auschwitz Birkenau ledschim uli.

O Erich Finsches, dschido ando porintschago le Jo­hann Baran­yaiha phukal pedar pri terdschi­vi­pes­keri historija. O barakn, kaj o dschene iste sov­nahi, vaj upri khulali kaj iste dscha­nahi sikan saj sako­di­ves­kero bibastalo dschivipe le manu­schen odoj sina. Read the rest of this entry »

Romabiz unterstützt Unternehmer

Oktober 24th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 22.10.2021 | 6.11 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

Ziel des Projektes ROMABIZ ist die Steigerung der Innova­tions- und Wett­bewerbs­fähig­keit von kleinen und mitt­leren Unter­nehmen (KMU) von Roma und Sinti durch Stär­kung ihrer Manage­ment- und unter­nehme­ri­schen Kom­pe­ten­zen. Es wird derzeit eine Er­hebung durch persön­li­che Be­fragung zur unter­neh­meri­schen Situa­tion von Roma- und Sinti-Un­ter­neh­men in der bur­gen­län­disch-un­gari­schen Grenzregion durch­geführt, um vor­herr­schende Charak­te­ristika und Bedürfnisse punktgenau aufzugreifen. Die Unternehmen werden an­schlie­ßend im Rahmen von Einzel­beratungen sowie bei Bedarf durch Mentoring von ge­schulten Be­raterIn­nen unter­stützt. Daneben wer­den Gruppen­coachings zur Ent­wicklung besonders wett­bewerbs­wirks­amer Kom­petenzen und Strategien an­geboten. „Treffen am Runden Tisch und Exkursio­nen zum Kennen­lernen von Best-Prac­tice-Bei­spie­len fördern die Inten­si­vie­rung des Er­fahrungs­aus­tausches und die Vernetzung“, ist BFI-Pro­jekt­manager Christoph Greiner über­zeugt. Es wird zudem eine inno­vative, internet­basierte und mit mobilen An­wen­dungen aus­ge­stattete Unter­nehmens­platt­form auf­gebaut, wo Roma-Un­ter­neh­merInnen die Mög­lich­keit haben, ihre Unter­nehmen zu prä­sen­tieren und nützliche Infor­ma­tionen zu platzieren. Read the rest of this entry »

Update: Neue Entwicklung im Fall in Singen

Oktober 23rd, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Streifenwagen (Bild von Cornell Frühauf/Coernl auf Pixabay)Deutschland: „Kind in Handschellen abgeführt“ – Arbeit des Lan­des­ver­bands der Sinti und Roma (VDSR-BW) zeigt Wir­kung

Die Staatsanwaltschaft Konstanz soll diese Woche Strafbefehl gegen zwei der vier Be­amten aus­ge­stellt haben, die am 6. Febru­ar 2021 ein elf­jähriges Kind in Singen (Ba­­den-Württem­­berg) in Hand­schellen ab­geführt und auf die Polizei­wache ge­bracht hatten (wir berich­te­ten hier und hier). Gegen zwei wei­tere tat­ver­dächtige Beamten soll das Verfahren gegen Auf­lagen ein­gestellt worden sein. Die Vor­würfe gegen das Kind haben sich als voll­kom­men haltlos er­wiesen.

Daniel Strauß, Vorstandsvorsitzender des VDSR-BW: „Alle vier Beamten haben dem­nach rechts­widrig ge­handelt. Der Landes­verband be­grüßt, dass die Staats­anwalt­schaft dies fest­gestellt hat. Der Vorfall hat großes öffent­liches Interesse und Em­pörung aus­gelöst. Wir wün­schen uns und erwar­ten auch, dass es zu einer öffent­li­chen Verhandlung kommt.“

Die zwei Beamten, die einen Strafbefehl erhalten haben sollen, haben der Staats­anwalt­schaft zufolge Einspruch ein­gelegt. Eine öffent­liche Haupt­ver­hand­lung ist daher nicht aus­ge­schlossen. Die Staats­anwaltschaft soll bisher nicht von einer rassis­ti­schen bzw. anti­ziganis­ti­schen Motivation aus­gehen. Daniel Strauß, Vor­stands­vorsitzen­der: „Die mehr­fache Ver­wendung des antiziganistischen ‚Z.‘-Be­griffs ist belegt. Die Tat­moti­va­tion muss beim Namen ge­nannt werden.

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Facts & Figures (396)

Oktober 21st, 2021  |  Published in Facts & Figures

Bei der rumän. Volks­zäh­lung 2011 de­kla­rier­ten sich 621.573 Per­so­nen selbst als Ro­ma; eine Ex­per­ten­er­he­bung vor Ort er­gab das Dop­pel­te: 1,2 Mio. (So­cio­Ro­Map).

(Quelle)

Tour der Vielfalt – Tour le mindenfelitikostar

Oktober 19th, 2021  |  Published in Musik, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 19.10.2021 | 8.51 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

Das Jubiläum „100 Jahre Burgenland“, dies­mal aus Sicht der Volks­gruppen, mo­deriert von Christoph Krutzler, zieht sich durch das Konzert am 16. Ok­to­ber im OHO in Oberwart wie ein ro­ter Faden und endet im ge­mein­sa­men Lied „Hand in Hand“. Die Be­deu­tung der sprach­lichen und kultu­rellen Vielfalt des Bur­gen­landes soll mit einem Konzert, bei dem alle Volks­gruppen ver­tre­ten sind, unter­stri­chen wer­den. Musik von: BRUJI, Max Schabl, Ferry Janoska, Leon Berger, Melinda Stoika, Martin Horvath, Josef Sari – Mu­si­kerIn­nen aller Volks­grup­pen des Bur­gen­landes.

(Beitrag und Text: TV Erba)

VHS Roma: Antiziganismus-Workshop in Wien

Oktober 18th, 2021  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Kurs der VHS RomaAntiziganismus erkennen – benennen – ent­ge­gen­wir­ken! Anti­cig­anis­mus esbe te lel – te aka­rel – gejng pe te terdscha­rel! Dream Road – Fort­bildung zu päda­go­gi­schen Metho­den gegen Anti­ziga­nismus

Die Roma-Volkshochschule Burgenland bietet Ihnen eine Work­shop­reihe bzw. Aus­bildung für Trainer/in­nen an, in der Sie bestens darauf vor­bereitet werden, in Schulen und Er­wach­senen­bildung zum Thema „Theorie und Praxis gegen Dis­krimi­nierung und Anti­ziganis­mus“ zu ar­beiten.

Sa., 23.10.2021, 09:30 – 15:30 Uhr
Ort: VHS Erlaa, Putzendoplerg. 4, 1230 Wien
Kursleitung: Melinda Tamás MA
Teilnehmer/innen: 6 bis 15 (kostenlos)
→Zur Anmeldung (Kurs-Nr.: 21DROM02)

Zielgruppe: Workshop für Trainierende, Pädagogin­nen und Pä­da­go­gen, Jugend­leiterin­nen und Jugend­leiter, Mul­tipli­kator/in­nen und an­dere In­teres­sierte

Methodik: Wissensvermittlung, Theorie Input, Kleingruppen- und Groß­gruppen­übungen, sozio­metri­sche (Auf­stel­lungs-)Übun­gen, im Falle von Prä­senz­unter­richt: Rollen­spiele

Das Training zielt auf die Auseinandersetzung mit den unterschied­li­chen Aus­prägungen des Anti­ziganismus ab und stellt Methoden für die schulische und außer­schulische Sensibili­sierungs- und Bildungs­arbeit vor. Neben Infor­ma­tionen zum historischen und aktuel­len Antiziganismus in Europa, ins­beson­dere in Österreich, sowie zur Struktur und Funktions­weise anti­ziga­nis­tischer Vorurteils­struk­turen, werden päda­gogische Kon­zepte und Methoden vor­ge­stellt und erprobt. Schwer­punkt des Trainings ist das prak­tische Erproben und Er­fahren der Übungen. Read the rest of this entry »

Minderheiten: Europarat ermahnt Tschechien

Oktober 17th, 2021  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Bild: Kunstausstellung mit Tomáš Rafas Roma-Adaptierungen der tschechischen Flagge, 2013 (Foto: Romea-cz) Europarat fordert Tschechien zur Be­kämp­fung von Ste­reo­typen auf

Tschechien muss bei der Bekämpfung von Stereotypen, Vor­urteilen und feind­seligen Äußerun­gen gegen­über Minder­heiten seine An­stren­gungen ver­stär­ken. Dies steht in dem Bericht des Be­ratungs­aus­schusses zum Rahmen­über­ein­kommen zum Schutz nationa­ler Minderheiten des Europa­rates, der letzte Woche ver­öffent­licht wurde. Die Regie­rung in Prag wird zudem auf­ge­fordert, Frauen der Roma-Min­der­heit zu ent­schädigen, die in den Jahren zwi­schen 1966 und 2012 Opfer von Zwangs­sterilisie­run­gen wurden.

Der Beratungsausschuss würdigte gleichzeitig Fort­schritte bei der Be­kämpfung der Dis­kriminie­rung in Tschechien, vor allem im Bil­dungs- und Medien­be­reich. Der bereits fünfte Bericht dieser Art er­wähnt außer­dem positiv den Abriss des Schweine­zucht­betrie­bes auf dem Ge­lände des ehe­mali­gen Kon­zentra­tions­lagers für Sinti und Roma in Lety.

In Tschechien käme es dennoch immer wieder zu Anfeindungen von Roma, mus­limischen Ein­wan­derern oder auch Deutschen, und dies vor allem in den sozialen Netz­werken, heißt es im Bericht weiter. Read the rest of this entry »

„Selbstbestimmt – junge Rom*nja und Sinti*ze“

Oktober 15th, 2021  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Obwohl Rom*nja und Sinti*ze bereits seit dem 15. Jahrhundert in Österreich leben, wird ihre Geschichte noch immer nicht als Teil der öster­reichi­schen Ge­schichte be­trach­tet. Damit ver­härten sich die Vor­urteile und Rassismen, die sich über die Jahr­hun­derte in der Mehr­heits­gesell­schaft ein­genistet haben. Wäh­rend die ältere Gene­ration der Rom*nja und Sin­ti*ze ihre kultu­relle Her­kunft oft geheim ge­halten hat, um sich vor An­fein­dun­gen, Dis­krimi­nie­rungen und Gewalt zu schützen, tritt die junge Gene­ration selbst­sicher auf.

Wir als Community müssen unsere Ressourcen darauf kon­zentrie­ren, Men­schen zu em­powern. Jung bis alt müssen em­porwert werden. Wir haben lange genug darum ge­beten, einen Platz am Tisch der Do­mi­nanz­ge­sell­schaft zu be­kom­men. Wir müs­sen an­fangen, unse­ren eige­nen Tisch zu bauen.
Roxanna-Lorraine Witt

In diesem Feature lassen wir sieben Rom*nja und Sinti*ze aus Österreich und Deutschland über ihren Ak­ti­vis­mus und neue Narrative sprechen. Dazu gehören die beiden Grün­derin­nen  des Opre Heroes Collectives und Men­schen­rechts­trai­nerin­nen, Ioana und Irina Spataru, die bur­genlän­di­sche Jour­nalis­tin und Autorin Katharina Graf Janoska, Aktivis­tin und Grün­derin des Romblogs Gilda Horvarth, Sinti-Ak­ti­vis­tin und Exe­cu­tive Direc­tor von Save Space Roxan­na-Lorraine Witt und die beiden Grün­der des Rymecast-Podcasts Sejnur Memisi und Nino Novakovic. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (395)

Oktober 14th, 2021  |  Published in Brauchtum & Tradition, Facts & Figures, Religion

Der von Roma am Balkan ge­fei­er­te Ge­orgs­tag (Heder­lezi/Džur­džev­dan) wird von den Roma in Ost­thra­ki­en (Tür­kei) als Kakava be­gan­gen.

(Quelle)

Podcast: Elisabeth Tauber über Anthropologie

Oktober 13th, 2021  |  Published in Radio, Podcast & TV, Wissenschaft

Elisabeth Tauber (Foto: Freie Universität Bozen)Südtirol: Dreiteilige Vorlesungsreihe zur so­zi­a­len Anthro­po­lo­gie und die For­schun­gen zu Sinti und Roma von Eli­sa­beth Tauber

RadioUni: Podcast-Reihe von Rai Südtirol und der Freien Uni­ver­si­tät Bozen

→Teil 1, Einführung, 27.3.2021 (mp3, 22:36 min)
→Teil 2, Sendung vom 3.4.2021 (mp3, 20.:41 min)

→Teil 3, Sendung vom 10.4.2021 (mp3, 20:17 min)

„Sinti und Roma sind seit Jahrhunderten ein Teil Europas und damit ein Teil von uns“, schreibt die Anthro­pologin Elisabeth Tauber in einer dieser Minder­heit ge­widme­ten ge­bun­de­nen Aus­gabe der Arunda/Lö­wen­zahn. Und weiter: „Viele Sinti und Roma haben keinen Wert darauf gelegt, Monu­mente und Doku­mente, das heißt für alle sicht­bare und zugäng­liche Erinnerung zu hin­ter­lassen. Sie haben sich in diese Welt ein­gefügt, ohne sich ihr auf­zu­drängen. Nun liegt es an uns, ihre Präsenz mit der not­wendi­gen Acht­samkeit der Spuren­suche aus­zu­loten.“

Elisabeth Tauber ist Kulturanthropologin. Sie lehrt und forscht an der Fakultät für Bildungs­wis­sen­schaf­ten der Freien Universität Bozen. In ihrer ersten von drei Radio­vor­lesungen führt sie uns in die Wissen­schaft der Anthro­po­logie ein und lehrt uns, die ver­schie­denen spezi­fi­schen Disziplinen inner­halb dieser zu unter­schei­den. Elisa­beth Tauber spricht in ihrer zwei­ten Radio­vorlesung über die anthro­polo­gische For­schung zu Sinti und Roma. Heute ist diese Forschung eine etablier­te Disziplin, aber lange Zeit spielten theo­re­tische Arbeiten zu Sinti und Roma keine Rolle in der Anthropologie. Die For­scherin hat für ihre eige­nen anthro­po­lo­gi­schen Studien zu Sinti und Roma im italieni­schen Staats­archiv und im Süd­tiro­ler Landesarchiv ge­forscht und ist auf wert­volles Material der öster­rei­chisch-un­gari­schen Gendarmerie ge­stoßen: Read the rest of this entry »

Nevo gondlipeskero artschijipe Auschwitzate

Oktober 12th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 8.10.2021 | 7.13 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

O pal gondolipe le opferendar schoha pobis­terdo tromdo te ol, ada iste amaro upre dipe hi, phentscha o bun­da­kero presi­dento Alexander Van der Bellen uso pra­dipe le neve austri­tike thanes­kere artschi­ji­pestar ando aguno logeri taj akan o musejum Auschwitz-Bir­kenau. O akaripe le angle­besch­tostar le kura­to­ri­jumistar le naci­jo­nal­fondsis­tar, naci­jonal­pre­siden­tostar Wolfgang Sobota sina. Politi­ker­tscha taj reste dschene pu­maro alav odoj asdine. O artschi­jipe ando block de­schuofto ande Auschwitz-Bir­kenau le khe­ro­da­schen­ge akan prado hi odoj schaj sako pedar i bibas­tali khetan his­torija la Austrijar, save le cilen pre­ginel valaso siklim schaj ol, kaj asaj bibas­tali historija scho­ha buter te al.

Eröffnung der neuen österreichischen Länder­aus­stel­lung in Auschwitz

Die Erinnerung an die Opfer zu bewahren sei „unser Wille und unse­re Ver­pflich­tung“. Das sagte Bun­des­prä­si­dent Alexander Van der Bellen am Montag, den 6.10.2021, zur Er­öffnung der neuen öster­rei­chi­schen Länder­aus­stellung im ehemaligen NS-Kon­zentra­tions­lager und nun­meh­ri­gen Museum Auschwitz-Bir­kenau. Die Gedenk­feier fand auf Ein­ladung des Vor­sitzen­den des Kurato­riums des National­fonds, Natio­nal­rats­präsident Wolfgang Sobotka, und des Direk­tors des Staat­lichen Museums Auschwitz-Bir­kenau, Piotr M. A. Cywinski, statt. Read the rest of this entry »

LACKA – Ladislava Gažiová

Oktober 10th, 2021  |  Published in Film & Theater, Interview, Kunst & Fotografie, Rassismus & Menschenrechte

Dokumentarfilm von Jakub Jurásek
CZ 2019 | 20:32 Min. | artycok.tv/CC

Porträt der aus der Slowakei stammen­den Prager Künst­le­rin, Kura­torin und Akti­vis­tin mit Roma-Hin­ter­grund Ladislava Gažiová.

GAW: Diskriminierung melden!

Oktober 8th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

"Gemeinsam gegen Rassismus" (Broschüre der GAW im BKA)Die österreichische Gleich­be­hand­lungs­­an­walt­schaft (GAW, Infos und Kontakt →hier) wen­det sich mit fol­gen­der Aus­sendung an Roma-Or­ga­ni­sa­tio­nen und bit­tet um Mit­hilfe und Ver­brei­tung:

Antiziganismus bekämpfen, Diskriminierung melden!

Personen mit Rom:nja-Hintergrund in verschiedensten Situationen mit Rassismus und Anti­ziganis­mus kon­fron­tiert. Dies ist ein tief­wur­zel­ndes gesamt­gesell­schaft­li­ches Problem. In der Beratung be­richten uns Betrof­fene, dass sie aus Geschäften weg­geschickt wer­den sowie von rassisti­schen Be­schimpfun­gen im Rahmen ihres Arbeits­alltags. Die Gleich­be­hand­lungs­anwalt­schaft bietet hier Unter­stützung!

  • Wir erklären Betroffenen, was sie tun kön­nen.
  • Wir informieren sie über ihre Rechte und helfen ihnen, diese durch­zu­setzen.
  • Wir dokumentieren Diskriminierung und berich­ten an den Nationalrat.

Nur wenige Betroffene wenden sich mit Diskriminierungs­proble­men jedoch an die Gleich­behand­lungs­anwaltschaft. Einer­seits fehlt das Vertrauen, an­de­rer­seits das Wissen über be­ste­hen­de Rechtschutz­mög­lich­keiten.

Wir möchten diese Barrieren überwinden und ersuchen Sie dabei um Ihre Unter­stüt­zung.

Fest der Roma | Mulatintschago le Romendar

Oktober 7th, 2021  |  Published in Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 1.10.2021 | 8.31 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

Für unseren heutigen Beitrag war das TV-Erba-Team im Offenen Haus Oberwart (OHO), beim „Mulatin­tschago le Romen­dar“. Die Ver­anstal­tung war ur­sprüngvlich für den Welt­romatag am 8. April geplant, musste aber aufgrund der Corona­krise und der damit ver­bun­denen Maßnahmen ver­scho­ben werden. Unter dem Motto „Amari kultura taj tradicija“ („Unsere Kultur und Tradition“) lud der Verein Hango Roma zum Fest mit dem Schwer­punkt Roma-Mu­sik­stile aus dem Burgenland. „Romano Rath“, das „Bela Horvath Ensemble“ und die „Leon Berger Band“ un­ter­hielten die Gäste ab­wechselnd mit ihrer viel­fäl­tigen Musik. Ver­köstigt wurden die Besucher mit tra­ditio­nel­len Speisen aus der Roma-Küche. Dem Ver­anstalter war es wichtig, dass die Kultur der Volks­gruppe der Roma nach langer Zeit der Coro­na-Pan­demie und Lock­down wieder in der Öf­fent­lich­keit erlebbar ist.

Adi TV Erba uso mulatintschago le Romendar ando Pra­dimo Kher Erba sina. Le Romen taj le gadschen bari voja sina, kaj akan papal schaj Romani muschika min­den­fe­litike grupnen­dar schaj schunde, sar la Romana banda­tar „Romano Rath“, „Leon Berger Band“ taj andar o Ungriko „Bela Horvath Banda“. O Pradimo Kher Erba jek than hi, kaj o Roma taj o gadsche, sar use ada mula­tin­tschago le Romen­dar, savo o farajn HANGO orga­nisi­rintscha, pumen schaj resen. Read the rest of this entry »

Drei neue Mitgliedsverbände im Zentralrat

Oktober 6th, 2021  |  Published in Einrichtungen

Neue Mitglieder im Zentralrat Deutscher Sinti und Roma Deutschland: Drei neue Mitgliedsverbände im Zentralrat Deutscher Sinti und Roma: Expertise in den Bereichen Bildung und Zuwanderung wird gestärkt

Am 25. September 2021 bestätigte in Berlin die Mitglieder­ver­samm­lung des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma die Auf­nahme von drei neuen Verbänden. Die neuen Mit­glieder im Dachverband sind der Landes­rat der Roma und Sinti Ber­lin-Bran­den­burg e.V., der Ver­band Romano Sumnal e.V. in Sachsen sowie der Stu­die­ren­den­verband der Sinti und Roma in Deutschland. Die Mit­glieder­ver­samm­lung be­stä­tigte damit die auf der Vor­stands­sitzung am 18. Mai 2021 vor­läufig be­schlos­sene Aufnahme der drei neuen Verbände. „Mit der Auf­nahme von drei neuen Ver­bänden hat der Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma wich­tige Mit­streiter ge­wonnen, die sich für die bürger­recht­liche und politische Interes­sen­vertre­tung der Sinti und Roma in Deutsch­land ein­setzen. Ins­beson­dere die Bildungsarbeit wird durch die neuen Mit­glieder ge­stärkt. Mit dem Landes­rat Deutscher Sinti und Roma Berlin-Bran­den­burg e.V. hat der Zentralrat einen starken Partner in der Bundes­haupt­stadt, so Zentral­rats­vor­sitzen­der Romani Rose.

Der Studierendenverband der Sinti und Roma in Deutschland wurde im Dezem­ber 2020 zur Unter­stützung und Ver­netzung junger Sinti und Roma in Studium und Beruf ge­gründet. Daneben möchte der Verband die Sicht­barkeit der Minder­heit fördern, Chancen­gleich­heit her­stellen und so aktiv die Gesell­schaft mit­gestalten.

Der Landesrat der Roma und Sinti Berlin-Brandenburg e.V. ist eine Minder­­ei­ten-Selbst­or­ga­ni­sa­tion mit Sitz in Berlin, die sich seit Jahren in Ko­opera­tion mit der Berliner Landes­zentrale für Politische Bildung de­mo­kra­tie­stär­kend für die Berliner Sinti und Roma auf Landes­ebene en­gagiert.

Der sächsische Verein Romano Sumnal e.V. wurde im April 2016 in Leipzig ge­gründet und ist die zentrale An­lauf­stelle für An­ge­hörige der Minder­heit in Sachsen, die Unter­stützung, Beratung und Hilfe be­nötigen. Read the rest of this entry »

Amen sam 100: Jubilejumakero artschijipe prado

Oktober 5th, 2021  |  Published in Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 20.9.2021 | 5.08 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

100 Jahre Burgenland – Ausstellung in Stadt Schlaining

O jubilijumakero artschijipe usi historija, kultura taj tradicija le Burgen­landistar upri dis Schlaining bare mula­tin­tscha­goha prado ulo. O artschi­jipe schaj akan khero­dim ol. Uso erschti di valami 1000 khero­dasch­tscha pu­maro schajipe nucinde. I 750-ber­schen­geri phuri smi­roma­ja­keri dis Schlaining bare neve schu­ka­ripeha pe sikal. Oj neve re­novirim uli taj neve dikipe le artschi­jipeske usch­tidija. „Amen sam 100. Bur­gen­land his­torija pisinel“ le khero­dasch­ki­jenge taj kherodaschenge akan prado hi. Ando artsch­ijipe upre 1.300 kvad­rad­meter­tscha valami 850 objek­tscha sikade on, save sim­bolisch la histori­jake taj ent­vikli­ni­peske le Bur­gen­landis­tar terdschon. „I kunst hi, usi tema o latscho objekto te lakel. Odola objek­tscha, save i histori­ja phukan. Na valaso, save andar o katalog ari lim ol, odola objek­tscha, pedar save manuscha taj phu­kajipe terdschol“, phenel o Oliver Rathkolb, historikeri taj kurator le artschijipestar. O jubi­lejumis­kero artschijipe upri dis Schlaining ke­denatar dschi kurkeske 9.00 orenge dschi 18.00 orenge upri dis Schlaining kherodim schaj ol. O artschi­jipe jek basis taj mogo le 2023 pradime „Kher la burgen­landitika histo­rijatar“ te ol.

Wir sind 100. Burgenland schreibt Geschichte“ ist das zentra­le Motto der Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung, die auf der neu re­novier­ten Friedens­burg in Schlaining seit dem 15. Au­gust 2021 zu se­hen ist. Die Schau be­leuch­tet in multi­media­ler Weise die Geschichte des Bur­gen­landes und ist so mit allen Sinnen er­lebbar. Mit 850 Objekten von über 120 Leih­geberin­nen und Leih­gebern in 160 Vitrinen sowie 30 Medien­statio­nen wird die burgen­län­dische Geschichte an­schau­lich erzählt.

(Beitrag und Text: TV Erba)