RTVS.sk: In der Romasiedlung Luník IX im ostslowakisschen Košice wurde am Wochenende das Projekt „Budujeme nádej“ (Bauen wir Hoffnung) offiziell gestartet. Dieses beinhaltet den Bau gemeinschaftlicher Einrichtungen und Wohnhäuser im Selbsthilfeverfahren. Als Erstes wird in Zusammenarbeit mit dem städtischen Sozialbetrieb ein Gemeinschaftshaus geschaffen, das allen am Projekt teilhabenden Familien dienen soll, später folgen Wohnhäuser für Familien. Der Bau erfolgt auf Basis eines Spar- und Mikrokreditprogramms, das die NGO ETP – Zentrum für nachhaltige Entwicklung (ETP Slovensko – Centrum pre udržateľný rozvoj) koordiniert. Durch die Errichtung der Gebäude in Selbsthilfe sollen die Bewohner auch Fertigkeiten erhalten, die ihnen später auf dem Arbeitsmarkt zugutekommen können. Über den Projektstart erfreut zeigte sich auch der Bürgermeister von Luník IX, Marcel Šaňa: „Bald beginnt der Bau eines Musterhauses, das den Bewohnern auch zeigen soll, dass das Projekt real ist, denn wir haben lange davon gesprochen. Der Weg war ziemlich steinig, weil wir bei null begonnen haben – am Anfang gab es nicht einmal Grundstücke dafür. Dann kam noch der lange Prozess einer urbanistischen Studie, weshalb viele unserer Bewohner bereits den Glauben ans Projekt verloren haben und kein großes Interesse vorhanden war.“
Errichtet in den 1970er Jahren, war Luník IX ursprünglich als Wohngebiet für Angehörige der Armee, der Polizei sowie der Roma-Bevölkerung vorgesehen. Nach 1989 und dem Wegzug vieler Einwohner wurde der Stadtteil zunehmend zu einem ethnischen Ghetto. Ursprünglich für etwa 2.000 Einwohner konzipiert, leben heute in Luník IX mehr als 6.000 Roma in teils verfallenen Plattenbauten. Read the rest of this entry »
Imke Rath und Riem Spielhaus:
Schulbücher und Antiziganismus
Zur Darstellung von Sinti und Roma in aktuellen deutschen Lehrplänen und Schulbüchern (=Eckert. Dossiers, vol. 3/2021), hrsg. vom Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, [Braunschweig] 2021. [CC BY 3.0]
Das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung hat im Auftrag der Unabhängigen Kommission Antiziganismus eine Expertise über die Darstellung von Sinti und Roma in deutschen Schulbüchern erstellt. Diese ist ab sofort online verfügbar.
Imke Rath und Riem Spielhaus analysieren in der Expertise Schulbücher aus den Fächern Geschichte, Politische Bildung und Erdkunde, die 2019 in weiterführendeb Schulen der 16 deutschen Bundesländer Teil der Lehrpläne waren. Die Wissenschaftlerinnen untersuchten die in den Lehrplänen vorgeschlagenen Themen sowie den Kontext, in dem Schulbücher Sinti*zze und Rom*nja erwähnen. Ein besonderes Augenmerk der qualitativen Schulbuchanalyse liegt auf dem Verhältnis zwischen passiven und aktiven Darstellungen von Sinti und Roma. Aber auch auf dominanten Mustern ihrer Darstellung, wie der Repräsentation als Gruppe von Außenseitern oder als passive Opfer ohne die Fähigkeit zu handeln oder sich gegen Verfolgung zu wehren. Untersucht wurde auch der Umgang mit abwertenden Begriffen in Schulbüchern, einschließlich solcher, die abwertende Bezeichnungen explizit thematisieren und als Ausdruck von Herrschafts- und Ausgrenzungspraktiken einordnen.
Die Expertise dokumentiert markante Darstellungen von Sinti und Roma in den Schulbüchern, um auf Potenziale zur diskriminierungssensiblen bzw. rassismuskritischen Repräsentation zu verweisen. Die Bestandsaufnahme diente der Unabhängigen Kommission Antiziganismus als Grundlage für Empfehlungen für die weitere Entwicklung von Lehrplänen und Schulbüchern, die im Juni 2021 dem Deutschen Bundestag in einem Bericht vorgelegt wurden. Read the rest of this entry »
Am 20. September verlieh der Verband Deutscher Sinti und Roma/Landesverband Baden-Württemberg seinen jährlich vergebenen Kultur- und Ehrenpreis der Sinti und Roma. Dieses Jahr wird die Verleihung verbunden mit dem 35-jährigen Jubiläum des VDSR-BW. Wir werfen einen filmischen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Verbands. Die Bürgerrechtsarbeit hat mit der Gründung des Verbands 1986 zu einem Wandel der politischen Kultur und zur Anerkennung von Vielfalt im Land beigetragen – und auch zu einem wachsenden Interesse an der Kultur und Geschichte von Menschen mit romanessprachigem Hintergrund.
Zilli Schmidt hat ihre Lebensgeschichte als Überlebende festgehalten und setzt sich dafür ein, dass die Erinnerungen weitergetragen werden und ein würdiges Gedenken stattfinden kann. 1988 sagte sie als Zeugin in einem Prozess gegen einen Blockführer von Auschwitz am Landgericht Siegen aus. Sie ist eine der wenigen Sinti, deren Schicksal den Weg vor ein Gericht gefunden hat. Erst im hohen Alter ergriff sie wieder öffentlich das Wort. 2021 erhielt sie für ihr Engagement den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
Wir konnten vor der Veranstaltung ein kurzes Gespräch mit der 97-Jährigen führen. →Anhören (1:34 min)
Roma sam
Radijo Burgenland: 20.9.2021 | (on demand)
Ande amari adiveseskeri sendung phukavas pedar o sentelinipe le gondolipeskere barestar Schtegate le ledschime taj murdarde Romnijenge taj Romenge maschkar o dujto themeskero haburi. O upro dromeskero keresto Berggasse/Hinterforst upre terdschardo gondolipeskero bar, upre lende taj upre lengere terdschijiptscha pal te gondolinel.
But manuscha ando 10to septemberi andi Berggasse/Hinterforst talalinde pumen, upro opfertscha adala bibastala cajtatar te gondolinel. Upre oda than, kaj dschi ando 1960te berscha i lek bareder Romengeri-sidlung Schtegatar terdscholahi – ando „Romano jarko“. Ande jek khetani mischa o raschaj Gerhard Harkam, o nevo raschaj la foroskera gemajndatar Schtega, Thorsten Craich taj o Romengero-selsorgeri Matthias Platzer o sentelinipe le gondolipeskere baristar kerde. O keripe le gondolipeskere baristar upro aundefinipe la Romengera-pastoralatar la diöcesejatar Tikni Martona taj le farajanistar Roma-Service pal dschal. Kerdo ulo o gondolipeskero bar le barengerostar Alexander Fikisz Schtegatar.
Jeke feder khetanipeske maschkar o Roma taj o avre
O anglebeschaschi le flogoskere grupnakere bajrotistar le Romendar, Emmerich Gärtner-Horvath citirinel andar i kenva „Amari Historija“ (Roma-Service), le Franz Schmaldienst andar Bocksdorf. I Manuela Horvath, schero la Romengera-pastoralatar la diöcesejatar Tikni Martona, o barikanipe le historijakere upre butschalinipestar jeke feder khetanipeske maschkar i flogoskeri grupn taj o avre, angle asdel. O thaneskero rot Leonhard Schneemann phenel, hot ando Burgenland meg buteder gondolipeskere thana le opferenge le NS-reschimistar iste kerde on, mint odoj, kaj lo pekamlo hi, iste pe la historijake terdschardo ol. Read the rest of this entry »
Als erstes eigenständiges Roma-Medium gilt das 1910 in Edirne (heute: Türkei) in arab. Schrift herausgegebene Wochenblatt Laço (Türkisch/Romani).
„Was wir fordern! Minderheitenbewegungen in Österreich“
Eröffnung am 23.9.2021, 19 Uhr, Stadtbibliothek
Ausstellung: 24.9. bis 16.12.2021 in der Stadtbibliothek Innsbruck, Amraser Straße 2 [→zum Rahmenprogramm]
Im Mittelpunkt der Wanderausstellung „Was wir fordern! Minderheitenbewegungen in Österreich“ stehen Geschichte und zentrale Forderungen unterschiedlicher Minderheiten in Österreich. Autor*innen aus den verschiedenen minoritären Gruppen – zumeist Aktivist*innen – werfen einen fokussierten Blick auf ihre Geschichte und präsentieren ihre wesentlichen minderheitenpolitischen Forderungen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Unterschiedliche aktivistische wie auch juristische oder parlamentarische Formen des Protests erweisen sich als untrennbar mit der Geschichte minderheitenpolitischer Forderungen verbunden. Die Ausstellung macht sichtbar, welche Anstrengungen, welche Ausdauer und welche Allianzen notwendig waren, um gegen Diskriminierung und für gleiche Rechte einzutreten.
Die historischen Kämpfe für zweisprachige Ortstafeln und Schulen in Kärnten und im Burgenland, die Anerkennung von Roma und Sinti als österreichische Volksgruppe sind ebenso Beispiele für Strategien und politische Kämpfe wie die Abschaffung des § 209 StGB (der Homosexualität kriminalisierte) oder die Verabschiedung der UN-Behindertenrechtskonvention.
Die Initiative Minderheiten initiiert diese Ausstellung, um die Vielfalt minoritärer Bewegungen und die gesamtgesellschaftliche Bedeutung ihrer Forderungen sichtbar zu machen.
Die Ausstellung ist von 24. September – 16. Dezember 2021 zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek im Raum für Stadtentwicklung im 1. Stock zu sehen. Informationen zur Ausstellung und dem Rahmenprogramm sind auf der Webseite der Initiative Minderheiten zu finden. Read the rest of this entry »
Roma sam
Radio Burgenland: 20.9.2021 | (on demand)
In unserer heutigen Sendung berichten wir von der Segnung des Gedenksteines in Stegersbach (Südburgenland) für die deportierten und ermordeten Romnja und Roma während des Zweiten Weltkrieges. Das an der Kreuzung Berggasse/Hinterforst aufgestellte Denkmal soll an sie und ihr Schicksal erinnern.
Zahlreicheiche Menschen fanden sich am 10. September in der Berggasse/Hinterforst ein, um an die Opfer dieser grausamen Zeit zu gedenken. An jenem Ort, wo bis in die 1960er Jahre die größte Stegersbacher Roma-Siedlung stand – im so genannten „Zigeunergraben“. In einer ökumenischen Feier nahmen Pfarrer Gerhard Harkam, der neue Pfarrer der Marktgemeinde Stegersbach Thorsten Craich sowie der Roma-Seelsorger Matthias Platzer die Segnung des Gedenksteines vor. Die Errichtung des Gedenksteines geht auf eine Anregung der Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt und des Vereins Roma-Service zurück. Angefertigt wurde das Denkmal vom Stegersbacher Steinmetz Alexander Fikisz.
Für ein besseres Miteinander
Der Vorsitzende des Volksgruppenbeirates der Roma, Emmerich Gärtner-Horvath, zitiert aus dem Buch „Amari Historija“ (hrsg. vom Verein Roma-Service) den Bocksdorfer Zeitzeugen Franz Schmaldienst. Manuela Horvath, Leiterin der Romapastoral der Diözese Eisenstadt, unterstreicht die Wichtigkeit der Aufarbeitung der Geschichte für ein besseres Miteinander der Volksgruppe und der Mehrheitsbevölkerung. Landesrat Leonhard Schneemann betont, dass im Burgenland noch mehrere Gedenkstätten für die Opfer des NS-Regimes folgen sollen, denn dort, wo es nötig ist, soll man sich der Geschichte stellen.
Etwa 200 Romnja und Roma lebten vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten in Stegersbach. Nur wenige Roma kehrten zurück. Read the rest of this entry »
O kedveschno dad Franziskus ando triti di leskera Slovakija-roasatar, kedenake paloplane jek Romengeri-sidlung ando foro Košice kher rodija.
O termin tipischi la Franziskusakera agendake hi – jek talalinipe manuschenca, save avrak i khetanipeskeri rik dschin. Kaj o schero la katolischi khangerijatar akan aja Romengeri-sidlung kher rodija, te but politikertschen le thanestar daratscha. Ada te jek cajchn la slovakitika birovtschagoskera khangerijake hi, phentscha o aguno parlamentoskero presidento taj simbolakeri figura la katolischi Slovakijatar, František Mikloško.
Anglo ladipe ande Luník IX, kamla o Franziskus ande Prešov use jek mischa use te ol. Oja palo bicantinischi ritus tel likerdi te ol, upre savo pumen but katolischi ostitike khangertscha likeren. O Franziskus pre mischi mindig ando römischi ritus mulatintel. Kiratiske meg jek talalinipe ternenca ando lobdakero khelipeskero schtadijon le farajnistar FC VSS Košice del. Terne manuschen o 84 berschengero phuro argentinijakero mindig ande pre moliniptscha ande phandel.
Andi lakere igen bibastale dschivipeskere situacijendar prindschardi seletoskeri bauninipeskeri sidlung Luník IX maschkar 5.000 taj 6.000 manuscha la Romengera-flogoskera grupnatar dschin.
Sa., 25. Sept. 2021, ab 19.00 Uhr
Offenes Haus Oberwart (OHO)
Lisztgasse 12, Oberwart
Im Rahmen der „Kultur & Kunst-Werkstatt – HANGO ROMA“ findet unter dem Motto „Amari kultura taj tradicija – Unsere Kultur & Tradition“ das Fest der Roma – Mulantintschago le Romendar mit dem Schwerpunkt Roma-Musikstile aus dem Burgenland statt.
Die kulturelle Vielfalt der Roma wird mit dieser Veranstaltung den Besuchern nähergebracht. Den Veranstaltern ist es wichtig, dass Tradition und Kultur gepflegt, erhalten sowie in der Öffentlichkeit erlebbar gemacht werden.
„Romano Rath“ — Die Oberwarter Roma-Band „Romano Rath“ („Roma-Blut“) schöpft aus der vollen Bandbreite der Roma-Musik, die von vielfältigen Einflüssen und Musiktraditionen geprägt ist. Neben traditionellen Liedern in Roman finden sich auch deutschsprachige und kroatische Lieder im Repertoire der Gruppe.
„Bela Horvath Ensemble“ — Das ungarische Roma-Ensemble spielt noch den alten, traditionellen Roma-Musik-Stil mit der traditionellen Instrumentalmusik in der Besetzung mit Geige, Bratsche, Klarinette, Zymbal und Kontrabass, den es früher im Burgenland gegeben hat. Die musikalische Ausrichtung orientiert sich vor allem an der „ungarischen Roma-Musik“.
„Leon Berger Band“ —30 Jahre Roma-Bewegung führte wieder zu einer Aufbruchsstimmung bei den Burgenland-Roma. Die vier Roma Leon Berger (Klarinetvte/Bandleader), Josef Schmidt (Schlagzeug/Gesang), Markus Sarközi (Keyboard/Gesang) und Martin Horvath (Bass/Gesang) gründeten daher im Jahr 2019 die „LEON BERGER BAND“. Read the rest of this entry »
Apostolische Reise von Papst Franziskus in die Slowakei: Begegnung mit der Roma-Gemeinschaft in Luník IX (Košice), 14. September 2021 (mehr hier)
Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!
Ich danke euch für den herzlichen Empfang und für eure lieben Worte. Ján hat daran erinnert, was der heilige Papst Paul VI. einmal zu euch gesagt hat: »Ihr steht in der Kirche nicht am Rand … Ihr seid im Herzen der Kirche« (Homilie, 26. September 1965). Niemand darf sich in der Kirche fehl am Platz oder beiseitegeschoben fühlen. Das ist nicht nur eine Redensart, sondern ein Merkmal von Kirche-Sein. Denn Kirche-Sein bedeutet als von Gott Zusammengerufene zu leben, sich als Stammspieler im Leben zu fühlen und zur gleichen Mannschaft zu gehören. Ja, denn Gott möchte uns so haben, jeder verschieden, aber alle um ihn vereint. Der Herr sieht uns im Miteinander. Alle.
Und er sieht uns als Söhne und Töchter: er hat den Blick eines Vaters, den Blick der Vorliebe für jedes seiner Kinder. Wenn ich diesen Blick auf mir annehme, lerne ich auch die anderen richtig zu sehen: ich entdecke, dass neben mir weitere Kinder Gottes stehen, die ich als Geschwister anerkennen kann. Das ist die Kirche, eine Familie von Brüdern und Schwestern mit dem gleichen Vater, der uns Jesus als Bruder gegeben hat, damit wir verstehen, wie sehr er die Geschwisterlichkeit liebt. Und er möchte, dass die ganze Menschheit eine weltweite Familie wird. Ihr hegt eine große Liebe für die Familie, und ihr schaut von dieser Erfahrung her auf die Kirche. Ja, die Kirche ist ein Haus, sie ist euer Haus. Read the rest of this entry »
Papst Franziskus hat bei seiner Slowakei-Reise eine Roma-Siedlung besucht und die Diskriminierung der Minderheit verurteilt. Das Welthaus der Diözese Graz-Seckau, das die Roma vor Ort unterstützt, sieht darin ein Zeichen der Hoffnung.
Papst Franziskus hat am 14. September am Stadtrand von Košice eine der größten Roma-Siedlungen in Europa besucht (mehr hier). Am Platz vor dem Salesianerzentrum in der Plattenbausiedlung Luník IX war die Stimmung den ganzen Nachmittag über fröhlich und begeisternd. Mit einem bunten Programm aus Liedern, Gebeten und Gesprächen mit Roma und Nicht-Roma wurde der Papst herzlichst empfangen. „Ihr seid nicht am Rande, ihr gehört zur Kirche, zum Team“, war einer der einleitenden Gedanken von Franziskus. Bei seiner Ansprache war zu spüren, dass der Papst die Probleme der Armut aus nächster Nähe kennt: „Menschen in Ghettos abzuschieben, löst keine Probleme. Abgeschlossenheit führt zur Wut – der Weg führt über Dialog und Integration.“ Im Alltag führten Beistand, Unterstützung und konkretes Tun zur Veränderung – „nicht schnell, aber mit der Zeit“. Integration ist für Franziskus „ein vitaler Prozess“. Seine wichtigste Botschaft, an die ganze Gesellschaft gerichtet, lautete: „Ihr seid allzu oft mit Vorurteilen und unbarmherzigen Verurteilungen konfrontiert, mit Diskriminierung und beleidigenden Worten und Gesten. Dadurch sind wir alle ärmer geworden. Ärmer in Menschlichkeit.“
Der Besuch des Papstes in Lunik IX sei mehr als symbolisch, meint Agnes Truger vom Welthaus der Diözese Graz-Seckau: „Massenarbeitslosigkeit, Müll, Autowracks und zerbrochene Scheiben, verkohlte Hauswände: Dieser Ort steht stellvertretend für alle Orte der Ausgrenzung, der bitteren Armut und des Versagens der Sozialpolitik eines Landes.“ Roma-Siedlungen wie diese gäbe es in Europa viele. Der Papstbesuch käme zum richtigen Zeitpunkt, ist Truger überzeugt: Read the rest of this entry »
La Vera Lackovákero jomakero rodipe „Sar me partisankija ujom“
Ande lakero erschti dugo film i slovakitiki Romni Vera Lacková jeka kora flatsckake ando nacijonali historijakero kipo use pe irinel: uso viderschtaund le Romendar ando dujto themeskero haburi.
Ando kisetinipe le augustistar 1944 slovakitike partisantscha gejng o NS-beschaschtscha taj o faschistischi marijonetengero reschim pumen terdscharde. O slovakitiko nacijonakero upre terdschojipe paloda uso keripeskero mitos le khetanipestar palo hauburi ulo – o falato, savo te Roma khelnahi, ham pedar deschberschengere na phukade: Le viderschtaundiskere dschenenge andar o tschulipe ando nacijonali historijakero kipo nana than. Kolektivi palgondolipe butschol mindig te jek selektivi pobisteripe. Mindig te na akarde del, savengero gondolipe asaj dur andar o pradipe ari dschumim ol, dschimeg o lejcti palgondolipe tschak pal use tschapinde vudara, andi briga lengere familijendar, bajder dschil.
O papuskero dad
Adale historischi koripeha na kamla pe i slovakitiki filmiskeri keraschkija Vera Lacková tel te lakel taj probalinel, i historija le Romengere-partisanendar, sar oj le phenel: „pal ando khetanipe“ te hulinel. Ande lakero dokumentacijakero film „Sar me partisankija ujom“/„Wie ich Partisanin wurde“ (→Trailer) phukal oj pedar o terdschijipe lakere ajgeni papuskere dadestar, Ján Lacko, savo pe 1944 ojs Rom le upre terdschojipeske aun phandla taj pra cila familija use jek hosinipeskeri akcijona le nimtschke beschaschendar naschatscha. Read the rest of this entry »
Antiziganismus und Antisemitismus online – Forschungsergebnisse des Projekts Re-ACT (Remember and Act!)
Hass, Gewalt und Ausgrenzung: Beide Gruppen, jüdische Menschen und Roma, werden als eine „Bedrohung“ in und für die Gesellschaft wahrgenommen. Seit dem Mittelalter bis heute sind Roma und Juden traditionelle Sündenböcke. Diese und andere Erkenntnisse präsentieren die analytischen und vergleichenden Studien, die im Rahmen des internationalen Projekts Remember and ACT! (Re-ACT) erstellt wurden, welches sich auf die Ervforschung „alter“ Hasskonzepte in ihren modernen Formen konzentriert.
Das Projekt wird von der Organisation ROMEA zusammen mit dem Internationalen Netzwerk gegen Cyber-Hass (INACH), der französischen NGO LICRA und dem österreichischen Forschungsunternehmen SYNYO durchgeführt.
Die von INACH für Kontinentaleuropa erstellte Analyse von hasserfüllten Online-Posts hat gezeigt, dass starke Verbindungen zwischen aktuellen Hassreden im Internet und den Praktiken, welche üblich für Nazi-Propaganda waren, bestehen. Ziel der im Rahmen des Re-ACT-Projekts erstellten Studien ist es, die Mechanismen zu beleuchten, mit denen alte Stereotypen, Halbwahrheiten und Mythen über Juden und Roma wiederverwertet werden. Die Studien zielen darauf ab, die Prinzipien zu erläutern, die dem Wiederaufleben dieser tief verwurzelten antijüdischen oder Anti-Roma-Einstellungen zugrunde liegen, und zu zeigen, wie diese neuen Formen derselben sich wiederholenden fremdenfeindlichen Ideen online in modernen Formen existieren, insbesondere in den sozialen Medien.
Antiziganismus
Nach den Erkenntnissen der im Projekt tätigen Analysten ist es offensichtlich, dass Antiziganismus online auf dem Vormarsch ist. „Der Trend ist eine kontinuierliche Normalisierung von Hassreden gegen Roma. Solche Reden werden heute nicht nur von Mitgliedern ultra-rechter Gruppen verbreitet, sondern auch von ‘normalen’ Menschen oder Mainstream-Parteien“, sagen Selma Muhič Dizdarevič und Jitka Votavová, die Autorinnen der Studie über Antiziganismus.
„Fake News, Hoaxes und Manipulationen werden als Instrumente zur Verbreitung von Hass eingesetzt. Auch der Trend zu sogenanntem humorvollem Rassismus nimmt zu und schafft einen Cocktail aus Ironie, Spott und Erniedrigung, der vor allem für junge Menschen attraktiv ist“, so die Autoren. Read the rest of this entry »
Im September vor 83 Jahren: „Burgenland bekämpft Zigeunerplage“. Dehumanisierung, Zwangsarbeit, Berufs- und Schulverbot. Von dieser rassistischen Hetze war es nur mehr ein kleiner Schritt zum Völkermord. [Via Christian Cargnelli]
Aus: Neueste Zeitung. Das Innsbrucker Abendblatt, 5.9.1938, Nr. 200, S. 4. [ANNO]
Vera Lackovás Spurensuche „Wie ich Partisanin wurde“
In ihrem Langfilmdebüt wendet sich die slowakische Romni Vera Lacková einem blinden Fleck im nationalen Geschichtsbild zu: dem Widerstand der Roma im Zweiten Weltkrieg.
Ende August 1944 erhoben sich slowakische Partisanen gegen die NS-Besatzer und das faschistische Marionettenregime. Der Slowakische Nationalaufstand wurde später zum Gründungsmythos der Nachkriegsgesellschaft – den Anteil, den auch Roma dabei spielten, hat man jedoch über Jahrzehnte totgeschwiegen: Für Widerstandshelden aus der Minderheit war im nationalen Geschichtsbild kein Platz. Kollektives Erinnern bedeutet schließlich immer auch selektives Vergessen. Denn immer gibt es auch Verschwiegene, deren Andenken so lange aus der Öffentlichkeit gedrängt wird, bis die letzte Erinnerung an sie nur noch hinter verschlossenen Türen, in der Trauer ihrer Familien, weiterlebt.
Urgroßvater
Mit diesen historischen Blindstellen will sich die slowakische Filmemacherin Vera Lacková nicht abfinden und versucht, die Geschichte der Roma-Partisanen, wie sie es formuliert: „zurück in die Gesellschaft“ zu holen. In ihrem Dokumentarfilm „Wie ich Partisanin wurde“ (→Trailer) erzählt sie in erster Linie vom Schicksal ihres eigenen Urgroßvaters, Ján Lacko, der sich 1944 als Rom dem bewaffneten Aufstand anschloss und seine gesamte Familie bei einer Vergeltungsaktion der deutschen Besatzer verlor. Read the rest of this entry »
How I Became a Partisan / Ako som sa stala partizánkou Dokumentarfilm von Vera Lacková, SK/CZ 2020, 85 Min.
Eine ausführliche Besprechung des sehenswerten Films (und was er mit aktuellen Entwicklungen innerhalb der internationalen Bürgerrechtsbewegung der Roma zu tun hat) finden Sie in der neuen Ausgabe unseres Magazins dROMa.
Sandra liebt Fußball und und verehrt Ronaldinho, Marian spielt Filmszenen von Jean-Claude Van Damme nach und will Zugbegleiter werden. Alena und René hoffen, dass ihr Baby gesund geboren wird und die Geschwister Roman, Kristián und Karmen träumen von einer richtigen Toilette mit Spülung. Die jungen Protagonist*innen des Films leben mit ihren Träumen und Hoffnungen in Roma-Siedlungen am Rande der Gesellschaft, und sie haben eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind gehörlos. Der warmherzige Film kombiniert dokumentarische und inszenierte Szenen aus ihrem Alltag, in denen unschuldige Kinderspiele einen scharfen Kontrast zu einer trostlosen Umgebung bilden.
(Neiße Filmfestival)
»Pavol Pekarčík has made what is so far the warmest Slovak docu-fiction drama about the Roma population, one of the staples of the country’s modern cinema.«
(Vladan Petković in Cineuropa)
Pavol Pekarčík in einem Interview mit Cineuropa, 2019:
Cineuropa: Your protagonists come from a marginalised group of an already marginalised group. Why did you decide to portray them, specifically? Read the rest of this entry »