Archive for August, 2021

Facts & Figures (389)

August 31st, 2021  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

Nach falschen Ge­rüch­ten über ein Ver­bre­chen nah­men mas­kier­te Po­li­zis­ten in Belarus am 16.5.2019 bei Raz­zi­en ca. 100 un­schul­di­ge Ro­ma fest.

(Quelle)

„Die Pandemie ist ein Brandbeschleuniger“

August 30th, 2021  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

DOSTA: Dokumentation 2019-2020Berlin: Amaro Foro veröffentlicht die Do­ku­men­ta­tion anti­zi­ga­nis­ti­scher Vor­fälle 2019 und 2020

→Zur Publikation (pdf)

2019 machte ein antiziganistischer Vorfall in Hameln bundes­weit Schlag­zeilen: Eine Frau, die sich bei einem Woh­nungs­unter­nehmen mehr­mals um eine Wohnung be­worben hatte, bekam ein Schreiben zu­ge­schickt, in dem stand: »Leich­ter Zigeuner-Ein­schlag. Bes­ser nichts an­bieten.« Das Schreiben war offen­bar für den inter­nen Ge­brauch be­stimmt und nur ver­sehent­lich ver­schickt worden. Damit war der Betrof­fenen auch klar, warum ihre Bewer­bungen seit Jahren erfolg­los waren – eine ein­deuti­ge anti­ziganis­tische Dis­kriminie­rung. Nach den Erkennt­nissen der Doku­men­ta­tions­stelle Anti­ziganis­mus (DOSTA) ist dieser Vorfall durchaus re­präsen­tativ für die Erfahrungen, die Men­schen mit tatsächlichem oder zu­geschrie­benem Roma-Hin­ter­grund auch heute noch in Deutschland ma­chen. DOSTA erfasst seit 2014 sys­tema­tisch anti­ziganis­ti­sche und dis­kriminie­rende Vorfälle, die sich in Berlin er­eignen. Über die Jahre wurden Hun­derte Vorfälle doku­men­tiert, es ist aber von einer deut­lich höhe­ren Dunkelziffer aus­zu­gehen.

„Menschen mit selbst- oder fremdzugeschriebe­nem Roma-Hin­ter­grund sind in Deutsch­land von viel­fältigen Aus­schlüssen und Stig­mati­sierun­gen be­troffen, auf struk­tureller und indi­vidueller Ebene. Auf diese ohnehin äußerst prekäre Situa­tion hat die Corona-Pan­de­mie wie ein Brand­be­schleu­niger ge­wirkt und zu öffent­lichen Diffamie­rungen ebenso wie existenz­be­droh­li­chen Lebens­lagen ge­führt“, er­klärt Georgi Ivanov, Vor­stands­mitglied von Amaro Foro.

In den Jahren 2019 und 2020 waren einige Themen beson­ders do­minant: In deutschen Behörden, be­sonders in Jobcentern, sind Men­schen mit selbst- oder fremd­zu­geschrie­be­nem Roma-Hin­tergrund einer syste­matischen und struk­turellen Krimi­nalisierung aus­gesetzt, die häufig zur rechts­widri­gen Ver­weige­rung von Leistungen führt. Read the rest of this entry »

Westbalkan: Zentralrat fordert Abschiebestopp

August 29th, 2021  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Sichere Herkunftsstaaten, Asyl und Abschiebungen (Foto: MiG)Zentralrat Deutscher Sinti und Roma: Un­mensch­lich­keit be­en­den – kei­ne Ab­schie­bung von ge­flüch­te­ten Roma in ihre Her­kunfts­staa­ten!

„Um Exem­pel zu sta­tu­ie­ren, wer­den Men­schen­leben ris­kiert bzw. so­gar der Ver­lust von Men­schen­leben in Kauf ge­nom­men.“

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma forderte den Innen­minister Niedersachsens, Boris Pistorius, in einem Brief dazu auf, ein in Celle ge­borenes, schwer­behindertes sechs­jähri­ges Kind, das im Juli 2021 mit seiner allein­ste­henden Mutter nach Serbien ab­gescho­ben worden ist, nach Deutschland zu­rück­zu­holen. In Serbien wird das Kind kaum die be­nötigte Betreu­ung und Be­handlung er­halten können. Gene­rell fordert der Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma einen Ab­schiebe­stopp für Roma aus den Westbalkan­staaten. Gleich­zeitig muss es ein ver­stärktes Engage­ment Deutsch­lands bei der Be­kämpfung des Anti­ziga­nis­mus in den Staaten des West­balkans geben.

Das 2015 in Celle geborene Mädchen leidet unter einer schweren Hör­minderung mit ver­bun­dener Sprach­erwerbs­störung, einer Mikro­zephalie und einer Hüft­dysplasie. Das Landes­sozial­amt hatte des­wegen bei ihm einen Grad der Behin­de­rung von 90 Pro­zent fest­gestellt. Darüber hinaus war das Celler Jugendamt für das Mädchen seit meh­re­ren Jahren zur Unter­stützung der Mutter als Er­gän­zungs­pfle­gerin für den Bereich der Ge­sund­heits­fürsorge ein­gesetzt.  Die Mutter war in psychiatri­scher Behand­lung und ist Analphabetin und war daher auf Unter­stützung an­ge­wiesen. Nach ihrer Ab­schiebung nach Serbien ist es mehr als un­wahr­scheinlich, dass das Kind in Serbien die be­nötigte Betreu­ung und Behandlung er­halten wird, die es in Deutschland be­kom­men hat.

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Facts & Figures (388)

August 25th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte

80% der Romnja in Moldova ge­ben an, dass sie aus fi­nan­zi­el­ler Not kei­ne Ärz­te/Ärz­tin­nen auf­su­chen kön­nen.

(Quelle)

Medien: Wie Antiziganismus vermeiden?

August 24th, 2021  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Berichterstattung in den Medien: Wie Antiziganismus vermeiden? (Foto: Pezibear/Pixabay)Immer wieder kommt es vor, dass Berichte über Roma anti­zi­ga­nis­ti­sche Vor­urteile be­dien­en. Wie lässt sich das ver­mei­den? Der Me­dien­dienst In­tegra­tion in Deutschland hat dazu Fach­leu­te be­fragt.

Anfang des Jahres sorgte die WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ für einen Auf­schrei: Darin regten sich meh­rere Pro­minente darüber auf, dass man das „Z-Wort“ nicht mehr sagen dürfe. Betrof­fene waren nicht ein­geladen. Die Sendung ist nicht der ein­zige anti­ziganis­tische Vorfall in den Medien. Vor Kurzem stellte ein Bericht der Un­abhän­gi­gen Kommission Anti­ziganismus (UKA) fest, dass Medien immer wieder uralte anti­ziganis­tische Stereotype re­produz­ieren. [Quelle]

Der MEDIENDIENST hat mit Fachleuten darüber gespro­chen, wo­rauf Jour­nalist*in­nen achten können, wenn sie Anti­ziganis­mus ver­meiden wollen.

1. Nennung der Gruppenzugehörigkeit hinterfragen

Andrea Wierich von der Rom*nja-Selbstorganisation Amaro Foro e.V. leitet ein Modell­projekt, das Medien­schaf­fende zu Anti­ziganismus sensibili­sieren will. Sie beobach­tet, dass bei Berichten über Rom*nja die Gruppen­zu­gehörig­keit oft genannt wird. In einem Artikel über den Görlitzer Park in Berlin hieß es bei­spiels­weise, dort wür­den „Obdachlose und Rom*nja campieren“. Wierich sagt: „Diese Er­wähnung macht nur vor dem Hinter­grund des Klischees Sinn, dass Rom*nja ein Wander­volk seien. Die Idee ist weiter­hin in den Köpfen vieler Men­schen ver­ankert. Dabei haben über 90 Prozent der Rom*nja in Europa einen festen Wohnsitz.“ Um das Klischee nicht weiter zu reprodu­zieren, rät Wierich dazu, sich zu fragen: Macht der Satz auch Sinn, wenn man das Wort „Rom*nja“ mit einer ande­ren Gruppe er­setzt, beispielsweise „Hand­werker*in­nen“ oder „Englän­der*in­nen“? Gene­rell sollte man mit der Nennung der Gruppen­zu­gehörig­keit zu­rück­halten­der umgehen.

Hinzu kommt laut Wierich, dass „Rom*nja“ und „Sinti*zze“ Selbstbezeichnungen sind: „Eigentlich müssten Jour­nalist*in­nen Betrof­fene fragen, ob sie sich über­haupt als Rom*nja identifi­zieren. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (387)

August 23rd, 2021  |  Published in Facts & Figures, Frauenrechte, Jugend & Bildung

In den Roma-Sied­lun­gen in Montenegro wer­den 27% der Ju­gend­li­chen aus den ärms­ten Fa­mi­li­en ver­hei­ra­tet, be­vor sie 15 sind.

(Quelle/pdf)

Michael Teichmann über „KAMBUKE“ in Graz

August 22nd, 2021  |  Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
16.8.2021 | (on demand)

Michael Teichmann (Foto: M. Pfandl)

In der Sendung ist der Ethnologe Michael Teichmann von der Caritas Graz zu Gast. Als Leiter des Pro­jek­tes „KAMBUKE | kamaha buti te kerel“, zu Deutsch „Wir wollen ar­beiten“, erzählt er über die ver­schie­de­nen Ar­beits­berei­che für und mit Roma.

Projekt „ROMEXA“
Knapp 500 Roma aus Osteuropa, meist aus der Slo­wa­kei, Ru­mä­nien, Bul­ga­rien oder Un­garn, wer­den der­zeit von der Ca­ri­tas Graz in meh­re­ren Pro­jek­ten betreut. Eines davon ist das Pro­jekt „ROMEXA“, das haupt­säch­lich zur Ba­sis­ver­sor­gung von Roma und Romnja dient, die von pre­kären ökono­mischen und so­zia­len Si­tu­a­tio­nen aus ihren Hei­mat­län­dern nach Öster­reich migrie­ren.

Projekt „Chavore“ | Kinder“
Die Kinder der migrierten Familien haben die Möglichkeit am Projekt „Chavore“, zu Deutsch „Kinder“, teil­zu­nehmen und sich dadurch schneller ein­zu­leben. Aktuell werden 40 Kinder in diesem Projekt in Graz be­treut, Teich­mann unter­streicht die Bedeut­sam­keit dieser Maß­nahme für die Inklusion der Fa­milien.

Kindheit ohne „Stereotype“
Michael Teichmann, geboren 1973, wuchs in Oberdrauburg, einer kleinen Ge­meinde in Oberkärnten, auf. Dort be­suchte er die Pflicht­schule und an­schlie­ßend das Gymnasium Lienz. Der heu­tige Ethno­loge erzählt, dass es in seinem Eltern­haus keiner­lei Stereo­type oder typi­sche Vor­urteile gegen­über ande­ren Völkern gab. 1992 begann Michael Teichmann an der Uni Graz zu stu­dieren. Dort lernte er den Sprach­wissen­schaft­ler Dieter Halwachs kennen, der für die Kodi­fizierung und Didakti­sierung des Burgenland-Ro­mani ver­antwort­lich zeichnet. Read the rest of this entry »

Teichmann la Caritasatar Gereci use „KAMBUKE“

August 21st, 2021  |  Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
16.8.2021 | (on demand)

Michael Teichmann (Foto: M. Pfandl)Andi adiveseskeri sendung o etnologo taj visen­schoftleri upro than la flo­goskera kun­dejatar Michael Teichmann la Cari­tasatar Gereci te schu­nel hi. Ojs schero le pro­jek­tostar KAMBUKE | KAmaha BUti te KErel“ andi nimtschki tschib – „Wir wollen arbeiten“, phu­kal ov peder o min­den­feliti­ke butja­kere thana le Romen­ge taj le Ro­menca.

Projekto „ROMEXA“
Bojd 500 Roma andar i ostitiki Europa, butvar andar i Slovakija, i Rumenija, i Bulgarija vaj andar o Ungriko akan la Cari­tasatar Gereci ande buteder pro­jekti vodim on. Jek le pro­jekten­dar hi o pro­jekto „ROMEXA“, savo le basisake­re fa­sor­gini­peske le Romen­dar taj Romni­jendar dijaninel, save le bi­bastale virtschoft­lichi taj socijali situaci­jendar andar pumare hajma­takere vila­gendar andi Austrija migri­rinen.

Projekto „Chavore | Kinder“
Le tschaven le migririme familijendar o schajipe hi uso projekto „Chavore“ andi nimtschki tschib „Kinder“ use te ol taj afka sikeder pe te integri­rinel. Ando mo­mento 40 tschave ande ada pro­jekto Gereciste vodim on, o Teichmann o bari­kanipe adale keri­pestar la integra­cijake le fami­li­jendar angle asdel.

Tschavengeri cajt oni sterejotiptscha
O Michael Teichmann ando bersch 1973 upro them alo. Upre bartschi­no ov ande Oberdrauburg, jek tikni ge­majn­de ande Oberkärnten. Odoj andi flogos­keri ischkola gelo taj paloda ando gimnasijum Lienz. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (386)

August 18th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Britische Zeitun­gen (2014-2016) stel­len Ro­ma/Tra­vel­lers mehr als 4-­mal so häu­fig als Be­dro­hung dar­ als als Op­fer von Ras­sis­mus.

(Quelle)

Gerd Müller(†): Der Weltmeister und die Sinti

August 16th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Sport

Weltmeister Gerd Müller nach dem Finalsieg gegen die Niederlande, 7.7.1974 (CC, Foto: Nationaal Archief Fotocollectie Anefo via Wikimedia)Die deutsche Fußball-Legende Gerd Müller ist tot. Der 1945 ge­bo­re­ne FC-Ba­yern-Star ver­starb am Sonn­tag m Al­ter von 75 Jah­ren in Mün­chen.

Mit dem deutschen Nationalteam wurde Müller 1972 Europameister, 1974 machte sein ent­schei­den­der Treffer im Fina­le Deutschland zum Welt­meis­ter. In 62 Län­der­spielen er­zielte er 68 Tore, bis heute ist er der dritt­erfolg­reichs­te WM-Tor­schütze aller Zeiten. Mit sei­nem Stamm­klub FC Bayern Mün­chen war Gerd Müller vier­facher Meister, vier­facher Cup­sieger, vier­facher Europa­cup-Sie­ger. Sieben­mal war er Tor­schützen­könig der Bun­des­liga. Seine Tor­bilanz von 365 Tref­fern in 427 Bun­desliga­spie­len ist un­über­troffen. An­fang der 1980er Jahre be­ende­te er schließ­lich seine Profi­lauf­bahn.

Was in den zahllosen Nachrufen in den Zeitungen heute nicht zu lesen sein wird: Mit den Sinti und Roma war die Sport­legende zeit­lebens eng ver­bunden – so eng, dass er vielen Sinti bei­nahe als einer von ihnen galt. „Wir trauern um unse­ren Bomber Gerd Müller. Eine Legende mit einem Herzen eines Sinto“, so etwa Marcella Reinhardt vom Regio­nal­verband Deutscher Sinti und Roma in Schwaben. Unsere Kolleg/in­nen vom Roma-Verein Roma­nity“ in Mün­chen sind den von Gerd Müller selbst gern ge­schürten Ge­rüchten über seine Herkunft vor einigen Monaten einmal nach­ge­gan­gen:

Ist er’s? Ist er’s nicht? – Der „Bomber der Nation“ ein Sinto?

Eigentlich sollte es nur die Biografie eines sei­ner Fußball­idole werden. Sein Buch über Gerd Müller ent­wickelte sich aber zu einem span­nen­den Krimi über Fußball, Geld, Politik und die Geschichte des Re­kord­meis­ters Bayern München. Hans Woller, Historiker, wid­met in seinem pe­nibel und für Ball­spiel-Ver­hält­nisse sehr wissen­schaftlich recher­chier­ten Werk einige Seiten der Herkunft des wohl besten Tor­schützen der deutschen Fuß­ball­geschichte.

Gerd Müller erblickte in Nördlingen kurz nach Kriegsende das Licht der Welt und stammt aus einer ein­fachen Arbeiter­familie. Er wächst in ärm­lichs­ten Ver­hält­nissen auf und ist kein großer Fan der Schule, statt­dessen kickt er lieber mit Freunden auf den heimischen Bolz­plätzen. Darunter Freunde, die der Minder­heit der Sinti und Roma an­gehören und nach dem Krieg in seiner Heimat­stadt an­gesiedelt wurden. „Dazu zählte die weit ver­zweigte Familie Reinhardt, die ganz in der Nähe des Miets­hauses der Müllers ein An­wesen er­worben hatte. […] Es dauerte nicht lange, bis Müller im Hause der Reinhardts ein und aus ging. Er kannte keine Be­rüh­rungs­ängste, wurde wie ein Familien­mitglied be­handelt.“ Read the rest of this entry »

„Gezielte Diffamierung“: Kritik an TV-Bericht

August 15th, 2021  |  Published in Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Amaro Foro Deutschland„Diskriminierendes Handeln der Verwaltung wird den Leid­tra­gen­den an­ge­las­tet“

Am 4.8.2021 wurde in der RBB-Abendschau ein Beitrag aus­ge­strahlt, der die ge­samte Band­brei­te anti­ziga­nis­ti­scher Ste­reo­type re­pro­du­ziert und als ge­zielte Dif­fa­mie­rung schutz­su­chen­der Men­schen mit dem Ziel der Ab­schre­ckung zu wer­ten ist.

Stellungnahme von Amaro Foro, Berlin:

Es geht in diesem Beitrag um Asylsuchende aus der Republik Moldau, die an­geb­lich in großer Zahl nach Berlin ein­reisen, um hier je­weils Tausende von Euro zu be­kommen; es wird deut­lich sug­geriert, dass dieses Geld dann für Drogen und Partys aus­ge­geben würde, die Men­schen also nicht wirklich schutz­bedürf­tig seien. Dahin­ter würden an­geb­lich „krimi­nelle or­gani­sier­te Schleuser“ stecken.

Dazu nehmen wir wie folgt Stellung:

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Facts & Figures (385)

August 11th, 2021  |  Published in Facts & Figures

1734 setzte der Land­graf von Hes­sen 6 Reichs­taler für je­den ge­fan­ge­nen und die Hälf­te für je­den ge­tö­te­ten „Zi­geu­ner“ aus.

(Quelle)

Bedrohtes Kulturgut: Roma-Musik in Ungarn

August 10th, 2021  |  Published in Musik, Radio, Podcast & TV

Seit Jahrzehnten kämpfen Roma-Musiker in Ungarn um ihre Exis­tenz. Die Corona-Pan­de­mie hat ihre Situa­tion noch­mals dra­matisch ver­schlech­tert. Ein unga­ri­sches Kultur­gut droht zu ver­schwin­den. Ein Video­bei­trag von Agnes Szabo und Felix Schlagwein auf dw.com.

Facts & Figures (384)

August 7th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Medien & Presse

1965 begründete die schwe­di­sche Ro­ma-Or­ga­ni­sa­ti­on Zigenarsamfundet die Ro­ma-Zeit­schrift Amé Beschás (spä­ter: Zigenaren).

(Quelle)

Bundesvereinigung in Deutschland gegründet

August 5th, 2021  |  Published in Einrichtungen

Die Vorsitzende des neuen Verbands: Esther Reinhardt-Bendel (Foto: Verband Deutscher Sinti und Roma e. V. - Landesverband Schleswig-Holstein)Sinti und Roma in Deutschland ver­ei­ni­gen ihre Kom­pe­ten­zen in neuer Bundes-Or­ga­ni­sa­tion

Am 2. August 2021 haben sich etablierte Vereine und Or­gani­sa­tio­nen der Sinti und Roma aus ganz Deutschland zu­sam­men­ge­schlos­sen, um den zu­künf­tigen Auf­gaben als Bundes­vereinigung der Sinti und Roma e.V. i. G. (BVSR) struk­tu­riert und trans­pa­rent zu be­gegnen.

Die Gründungsversammlung fand im Paul-Löbe-Haus in Berlin statt. Sitz der BVSR ist Berlin. Auch die Ge­schäfts­stelle wird in Kürze in der Haupt­stadt, in der Nähe der Bundes­allee er­öffnet. Weitere Selbst­organi­sa­tionen haben be­reits ihre Aufnahme be­antragt und sind will­kom­men. In der BVSR vereinen erst­mals etablierte Vereine ihre Kom­peten­zen in den Be­rei­chen Empower­ment, Wirtschaft, Recht, Medien, Familie, Bildung, Geschichte, Forschung, Gedenken und Min­der­heiten­inter­es­sen zu einer neuen Bundes­vertretung.

Der 15-köpfige Vorstand besteht gleich­berech­tigt aus Frauen und Männern. Als Vor­sitzende wurde Esther Reinhardt-Bendel (RomnoKher gGmbH/Ini­tia­tive Sinti-Roma-Pride) ge­wählt. Stell­ver­tre­tende Vor­sitzen­de ist Kelly Laubinger (Cinti Union Schles­wig-Holstein e. V.). Als Ge­neral­sekre­tär wurde Romeo Franz (MdEP) be­auftragt.

Zu den wichtigen Zielen der Bundesvereinigung gehören: Read the rest of this entry »

dROMa 62: „Bilder | Kipi“

August 3rd, 2021  |  Published in Film & Theater, Kunst & Fotografie, dROMa (Magazin)

droma_62 Themenheft „Bilder“ | Temakeri heftlina „Kipi“

Download (PDF) | Inhalt

Fremdbilder, Selbstbilder, Gegenbilder – die Macht der Bilder kon­figu­riert unser Denken. Die Bei­träge dieses Heftes setzen sich dies­mal daher mit unter­schied­li­chen Kate­gorien von Bildern aus­einan­der. Den Anfang macht das Kino: Roman Urbaner stellt den Dokumentar­film „Wie ich Partisanin wurde“ der in Wien le­ben­den slowaki­schen Romni Vera Lacková vor, der so­eben beim goEast-Festival seine Welt­premiere fei­erte – eine familien­bio­gra­fi­sche Recherche, die ver­sucht, Ge­schichts­bilder zurecht­zu­rücken. Aus Budapest be­richtet János Róbert Orsós von der Odys­see der Kunst­sammlung des Roma-Par­la­ments, die nach Jahren in Keller­depots nun wieder zu­gäng­lich ist. Das Di­gita­li­sie­rungs­pro­jekt DigiRom und die heißen Eisen im Umgang mit rassisti­schen Bild­beständen be­han­deln zwei Artikel von Vera Tönsfeldt vom Rom e. V. in Köln. Valentine Auer skiz­ziert die Ausstellung „Manuš heißt Mensch“, die der­zeit in der Kunsthalle Wien zu sehen ist und die sich mit der tsche­chi­schen Siedlung Chanov und dem Ringen um neue Roma-Bilder be­fasst. Und zum Ab­schluss haben wir für Sie ein Prosa­gedicht des spa­ni­schen Autors Helios F. Garcés übersetzt.

Avre kipi, ajgeni kipi, gejng kipi – i sor le kipen­dar amaro gon­dolipe khetan phandel. O pisi­niptscha adala heft­linatar akan vaschoda le mindenfelitike kategorijenca le kipendar donde pe be­scharel. O kesdipe kerel o kino: O Roman Urbaner o doku­men­ta­cija­kero film „Sar me partisankija ujom“ la slova­kitika Romnjatar Vera Lacková, savi Betschiste dschil, angle terdscha­rel taj savo akan uso goEast-fes­tivalo pri themes­keri pre­mijera mulatinel – jek fami­jakeri bijo­grafischi rescher­scha, savi pro­balinel, histori­jakere kipi ando tschatscho udud te terdscharel. Andar Budapest phu­kal o János Róbert Orsós la odi­sejatar le kunstakere khetan kedipestar le Romen­ge­re-par­la­men­tostar, savo pal berscha ande komo­rakere depotscha akan papal aun dikle schaj on. Read the rest of this entry »

Virtuelle Gedenkveranstaltung zum 2. August

August 2nd, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Veranstaltungen & Ausstellungen

Virtuelle Gedenlveranstaltung 2021 (Bild: Zentralrat)Virtuelles Gedenken zum Euro­pä­i­schen Holo­caust-Ge­denk­tag für Sin­ti und Ro­ma am 2. Au­gust: 2.8.2021, 12:00 – 13:30 Uhr

Am 2. August erinnern wir an die letzten 4.300 Sinti und Roma, die im Kon­zentra­tions- und Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau vor 77 Jahren – trotz ihres er­bitterten Wider­stands – von der SS er­mordet wurden. Erst vor sechs Jahren wurde der 2. August vom Euro­päischen Par­lament als Euro­päischer Holo­caust-Ge­denk­tag für Sinti und Roma an­er­kannt.

Auch in diesem Jahr ist eine virtuelle Gedenkveranstaltung für die 500.000 ermor­deten Sinti und Roma im NS-be­setzten Europa Mittel­punkt des Gedenk­ver­anstal­tung am 2. August 2021. Die zwei­sprachige (DE/EN) Ver­anstal­tung wird über die Website https://www.roma-sinti-holocaust-memorial-day.eu/ zu­sammen mit einem breiten Infor­ma­tions­ange­bot (DE/EN/PL/Ro­ma­nes) zum Thema ver­fügbar sein. Durch das virtu­elle Ge­denken wird darüber hinaus eine hohe Sicht­barkeit der lokalen Gedenk­ver­anstal­tun­gen in ganz Europa er­möglicht. Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, hebt die Be­deu­tung des Ge­den­kens her­vor:

Auschwitz ist das Gewissen, das an uns alle appelliert, unsere Stimme gegen den heute wieder um sich grei­fenden, mör­deri­schen Rassismus mit seinen zahl­reichen Toten zu er­heben. Es muss uns mit großer Sorge er­füllen, wenn wir auf den der­zei­tigen Zustand der Europäi­schen Union blicken. Read the rest of this entry »

Grüne für zentrales Roma-Mahnmal in Wien

August 1st, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Politik

Roma-Gedenken: Österreichs wichtigster Gedenkort liegt nicht zentral und allgemein sichtbar in der Hauptstadt, sondern in der Peripherie - die Gedenkstätte Lackenbach im Mittelburgenland (Foto: E. Gärtner-Horvath)Internationaler Tag des Gedenkens an den Ge­no­zid an den Ro­ma und Sin­ti am 2. Au­gust: Voglau­er und Blim­lin­ger (Grüne) for­dern zentra­les Mahn­mal für die er­mor­de­ten Ro­ma und Sin­ti in Wien

Während des Holocaust wurden rund 500.000 Roma und Sinti [...] er­mordet, darun­ter rund 10.000 aus Österreich. Roma und Sinti wurden in der Zeit des Natio­nal­sozia­lis­mus als „Zigeuner“ bzw. als „Asoziale“ ver­folgt und sys­tema­tisch er­mordet. Vor 1938 lebten rund 11.000 bis 12.000 Roma und Sinti in Öster­reich, die meis­ten da­von im Burgenland. „Bis heute gibt es in Öster­reich kein zentra­les Mahnmal für Roma und Sinti, wie es das für andere Opfer­grup­pen be­reits gibt. Es ist drin­gend not­wendig, hier end­lich tätig zu wer­den und in Wien ein Mahn­mal zu er­richten, um ein gesamt­öster­rei­chi­sches Ge­denken zu er­mög­lichen. Ge­mein­sam mit Ver­tre­ter*in­nen der Volks­gruppe werden wir hier in den nächs­ten Mo­naten auf die Suche nach einem ge­eig­ne­ten und vor al­lem auch würdigen Platz gehen“, sagt die Volks­gruppen­spreche­rin der Grünen, Olga Voglauer.

Roma und Sinti, aber auch Jenische, waren in Öster­reich bereits vor 1938 mas­siver Dis­krimi­nierung aus­ge­setzt. Die öster­rei­chi­schen Behörden er­fassten auf rassis­tischer Basis Roma und Sinti in einer Kartei, der so ge­nannten „Zigeuner­kartei“, die dann die Grund­lage der Ver­folgung und der Ver­nichtung der Roma und Sinti war. Um den „Porajmos“, was „Ver­schlin­gung“ oder „Zer­störung“ auf Romani be­deutet, stärker ins Be­wusst­sein der Bevöl­ke­rung zu rücken, sind Auf­klärung, aber auch Zeichen im öf­fent­li­chen Raum not­wendig. Read the rest of this entry »