Archive for Juli, 2021

Potemkinsche Roma-Siedlung für Papstbesuch

Juli 31st, 2021  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Lunik IX (Foto: Lester Kovac)Slowakei: Roma-Siedlung „Luník IX“ soll für Papst­be­such im Sep­tem­ber ver­schö­nert wer­den

RTVS, 30.7.2021: Der angekündigte Papstbesuch vom 12. bis 15. Septem­ber in der Slowakei sorgt der­zeit für zahl­reiche Mel­dungen in kirch­li­chen, priva­ten wie auch öffent­lich-recht­li­chen Medien. [...] Zu den aktuel­len Vor­berei­tun­gen auf den Besuch von Papst Franziskus in der Slowa­kei ge­hören der­zeit Maß­nahmen für eine visuelle Ver­schö­nerung im Bereich der Wohn­sied­lung „Luník IX“ in Košice, die vor­rangig von Roma be­wohnt wird und die der Papst Agen­tur­mel­dun­gen zu­folge besuchen will. Hier­für sollen nun­mehr an der ge­planten pro­to­kol­lari­schen Weg­strecke kurz­fristig Grün­anlagen be­reinigt, Müll­ansamm­lungen be­seitigt, Straßen er­neuert und künst­lerisch an­mutende Wand­bilder an­ge­bracht werden.

(Text: RTVS)

Unterwegs zum Genozid: Gestern vor 82 Jahren

Juli 31st, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken

Gestern vor 82 Jahren. Von diesen rassis­ti­schen Zwangs­maß­nah­men war es nur mehr ein ganz klei­ner Schritt zum Holocaust. [Von Christian Cargnelli]

Aus: Steirische Grenzwacht. Wochenblatt für die Gerichtsbezirke Leibnitz, Radkersburg, Mureck, Wildon, Arnfels, 30.7.1939, Nr. 31, S. 2 [ANNO]:

Auf dem Weg zum Holocaust: "Lästige Nomaden", Steirische Grenzwacht, 30.7.1939

Anm. d. Red.: Schon 1938 waren 232 öster­rei­chi­sche Roma und Sinti in­haftiert und in Kon­zentra­tions­lager eingewiesen worden. Ein Jahr später ver­fügte das Reichs­kriminal­polizei­amt die Depor­ta­tion von wei­te­ren 3.000 arbeits­fähi­gen Män­nern und Frauen. Ab 1939 wur­den in Österreich eige­ne „Zigeuner­lager“ ein­ge­rich­tet (unter anderem 1940 in Lackenbach). Read the rest of this entry »

„Gedenk-Walk“ zum 2. August

Juli 30th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

„Instawalk am 2. August auf den Spuren der NS-Vernichtung: Volks­hilfe ruft am Roma-Ge­denk­tag zu ös­ter­reich­wei­tem „Ge­denk-Walk“ auf, um sich auf die Spu­ren von Ro­ma/Rom­nja und Sin­ti/Sin­tize zu ma­chen.

Gedenktafel im Barankapark in Wien (Foto: Romane Thana, Barbara Tiefenbacher)Rund 80 Jahre nach den NS-Verbrechen er­in­nern Gedenk­stätten und Orts­namen an die Ver­schleppung und Er­mordung von Ro­ma/Rom­nja und Sin­ti/Sin­tize in Österreich. Zum inter­nationa­len Gedenktag am 2. August ver­an­stal­tet die Volkshilfe einen Instawalk, um diesen Spuren nach­zu­gehen. Ganz Österreich ist ein­geladen, mit­zu­machen und in der eigenen Nach­bar­schaft Plätze zu finden, die an Ro­ma/Rom­nja und Sin­ti/Sin­tize er­innern, diese zu be­su­chen und Fotos unter dem Hash­tag #RomaGedenkwalk zu pos­ten.

„Wir dürfen dieses Kapitel der eigenen Geschichte nicht ver­ges­sen. In Öster­reich über­lebte von den über 10.000 Roma und Sinti nur jeder Zehnte die Ver­folgung während des Zwe­iten Welt­kriegs. Dieser Völker­mord darf nicht ver­drängt werden, nicht zu­letzt weil wir als Volks­gruppe auch heute noch Rassismus und Dis­kriminie­rung aus­gesetzt sind“, sagt Usnija Buligovic, die der Roma-Bil­dungs­ini­tia­tive „Thara“ der Volks­hilfe Öster­reich vor­steht.

Viele Gemeinden und Städte haben begonnen, die Schick­sale der ver­folg­ten Familien zu doku­men­tieren und Gedenk­stätten zu er­rich­ten. Etwa in Lackenbach, Oberwart, Villach, Mauthausen, Salzburg oder Weiz. Doch es wird im­mer noch zu wenig aktive Er­in­nerungs­arbeit betrieben und die Beschä­digung von Denk­mälern ist immer wieder traurige Realität“, mahnt Erich Fenninger, Di­rek­tor der Volks­hilfe Ös­terreich.

Auch in Wien gibt es eine Reihe von Gedenkorten, welche die Volks­hilfe am 2. August mit einem Instawalk durch fünf Bezirke be­schreiten wird. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (383)

Juli 27th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

1926 ordnete das faschis­ti­sche Italien an, die im Land be­find­li­chen aus­län­di­schen „Zi­geu­ner“ zur Gren­ze zu brin­gen und aus­zu­weisen.

(Quelle)

Ausstellung: Der ignorierte Völkermord

Juli 26th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

2. August: Ausstellungseröffnung in Göttingen anlässlich des Roma-Holocaust-Gedenktags (Bild: RAN)Roma-Holocaust-Gedenktag am 2. August: Der igno­rier­te Völker­mord. Roma in der Ukraine 1941–1944

Ausstellung in Göttingen:
2. bis 30. Au­gust 2021 wäh­rend der Öff­nungs­zei­ten des Neu­en Rat­hau­ses. Im Foyer des Neu­en Rathauses, Hiro­shi­ma­platz 1-4, Göttingen

Am 2. August 1944 wurden alle Roma und Sinti ermordet, die bis dahin im Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau überlebt hat­ten. 4.300 Men­schen wurden in die Gas­kammern ge­schickt und damit das „Z-Fa­milien­lager“ „liquidiert“. Daher ge­denken Roma welt­weit am 2. August der von den Deut­schen und ihren Ver­bün­deten er­mor­deten Roma Europas.

In diesem Jahr jährt sich der Überfall auf die Sowjetunion zum 80. Mal. Der Ver­nichtungs­krieg ge­gen die Sowjet­union hat ca. 30 Millio­nen Men­schen das Leben ge­kostet, der über­wiegende Teil davon Zivi­list_in­nen. Mit dem Überfall begann auch die Ver­nichtung der sowjeti­schen Roma. Der Völker­mord gegen die Roma der Sowjetunion ist nach wie vor wenig erforscht und kaum bekannt.

Ab dem 2. August zeigt das Roma Center/Roma Anti­discri­mi­na­tion Network die Aus­stellung „Der ignorierte Völkermord. Roma in der Ukraine 1941–1944“. Die Ma­cher_innen der Aus­stellung sprechen be­wusst nicht von einem „ver­gessenen“, son­dern von einem ignorierten Völker­mord. Denn in den Familien der Über­lebenden war der Völkermord stets präsent, während die Mehr­heits­gesell­schaft ihn ignoriert habe. So­wohl in Deutschland als auch in der Ukraine.

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Facts & Figures (382)

Juli 22nd, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

20 Prozent der Ös­ter­rei­cher/in­nen hal­ten die Er­in­ne­rungs­kul­tur für die Opfer des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus für über­trie­ben.

(Quelle/pdf)

Gala für Roma Spirit Award 2020

Juli 21st, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Roma Spirit 2020Slowakei: Der Roma Spirit Award ehrt En­gage­ment für ein bes­se­res Zu­sam­men­leben. Jetzt wurde in Kežmarok der Gala­abend für die Preis­trä­ger 2020 nach­ge­holt

RTVS:  Seit zehn Jahren widmet sich „Roma Spirit“ der Unter­stützung jener, die zur Ver­besse­rung der Lebens­ver­hält­nisse der Roma in der Slowakei bei­tragen. Ziel ist es, eine Tradition der Wert­schätzung der Arbeit für die Roma-Ge­mein­schaft und eine Platt­form zur Prä­senta­tion positi­ver Beiträge zu schaf­fen. Or­ganisiert wird der „Roma Spirit“ von der Ver­eini­gung für Kultur, Bildung und Kom­muni­kation (ACEC). De­ren Direkto­rin Magdaléna Rothová: „Alle machen eine wun­der­bare Arbeit. Bei den Taten geht es nicht darum, wer ein Rom und wer keiner ist, son­dern wer bereit ist, anderen zu helfen. Wir sind sehr froh, dass wir uns durch diese Men­schen inspirie­ren und moti­vieren lassen können.“

Die Gewinner in sieben Kategorien des „Roma Spirit 2020“ haben ihre Preise während der zwei­ten Pandemie­welle er­halten – ohne Zu­schauer und feier­liche Zeremonie. Am letz­ten Freitag luden die Or­ga­nisa­toren alle 21 Fina­lis­tin­nen und Finalisten nach Kežma­rok ein. Im einzig­ar­tigen Am­biente der evan­geli­schen Holzkirche fand ein Galaabend statt, bei dem die feier­liche Würdigung der Per­sön­lich­keiten und ihrer Initia­tiven nach­geholt wurde.

In der Kategorie „Persönlichkeit“ ging der Preis post­hum an Vlado Oračko aus Veľká Lomnica, der vor einem Jahr bei einem Auto­unfall ums Leben kam. Er hat sich über viele Jahre als Aktivist in der dortigen Roma­siedlung „Nový Dvor“ en­gagiert. Den Preis nahm seine Frau Sabina ent­gegen: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (381)

Juli 18th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Unter den Kleinkindern (0-3), die in tsche­chi­schen Pfle­ge­ein­rich­tun­gen auf­wach­sen, be­fin­den sich über­wie­gend Ro­ma-Kin­der (53%).

(Quelle)

„100 Jahre Burgenland und seine Volksgruppen“

Juli 17th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Service (und dROMa) in der Ausstellung "100 Jahre Burgenland und seine Volksgruppen" (Foto: ORF) Zum 100-jährigen Bestehen des Burgenlandes ha­ben die drei Volks­grup­pen des Bur­gen­lan­des ge­mein­sam die Wan­der­aus­stel­lung „100 Jahre Bur­gen­land und sei­ne Volks­grup­pen“ ge­staltet – der ers­te Stand­ort war die KUGA in Groß­waras­dorf (Be­zirk Ober­pul­len­dorf).

Auf insgesamt 30 Roll-ups werden die Bräuche, Sprachen und Besonder­heiten der drei Volks­gruppen des Burgen­landes vor­gestellt. Dabei handelt es sich um eine Ko­operation zwischen dem Kroati­schen und Ungari­schen Kultur­verein sowie dem Roma-Service. Dass alle drei Volks­gruppen hier zu­sammen­arbeiten, hat einen Grund: „Die Viel­fältig­keit nach außen wollen wir gemein­sam tragen – gemein­sam sieht man das besser. Es ist auch ein Zeichen dafür, dass wir solidarisch unter­einan­der sind, dass wir einan­der helfen, die Kroaten, die Roma und die Ungarn, dass wir für­einander da sind“, so Stanko Horvath, Ob­mann des Kroati­schen Kultur­vereins „HKD“.

Kulturelle und sprachliche Vielfalt aufzeigen

Die Ausstellung soll die kulturelle und sprachliche Vielfalt des Burgenlandes und das Zu­sam­men­leben der Volks­gruppen mit der Mehr­heits­bevöl­kerung auf­zeigen. „Wir ver­suchten in den letzten 100 Jahren auch diese Integration und diese Assimi­lierung zu leben“, so Ludwig Frauer, Ob­mann des Ungari­schen Kul­tur­vereins „BUKV“.

Vorteil von Mehrsprachigkeit hervorheben

Aber auch die Problematik, dass der Anteil der Volks­gruppen­an­gehö­ri­gen sinkt, wird the­matisiert. Der zwei­sprachige Unterricht soll hier ent­gegen­wirken – das alleine wird aber nicht aus­reichen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (380)

Juli 13th, 2021  |  Published in Facts & Figures

3 von 4 Roma in Bulgarien (74,5%) ge­ben an, kei­ne Mit­tel für un­vor­her­ge­se­he­ne Aus­ga­ben (Krank­heit, Re­pa­ra­tu­ren usw.) zu ha­ben.

(Quelle/pdf)

„Desaströse und irreparable Schäden“

Juli 9th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview

Mahnmal in BerlinTagesspiegel: Noa Karavan, Tochter des Bild­hau­ers Dani Karavan, fürch­tet um Ber­li­ner Mahn­mal für die Sin­ti und Roma

Tagesspiegel, 6.7.2021: Die Tochter des Bildhauers Dani Karavan sieht das Berliner Mahn­mal ihres Vaters für die Sinti und Roma durch den Bau einer neu­en S-Bahn-Li­nie in exis­ten­ziel­ler Gefahr. Anders­lautende Dar­stel­lun­gen der Deutschen Bahn und der politi­schen Ver­ant­wort­li­chen seien „einfach falsch“, sagte Noa Kara­van nach einem Besuch und Gesprä­chen in Berlin dem in Berlin er­schei­nen­den Tages­spiegel. „Mir wurde bei mei­nem Besuch immer wieder erklärt, dass die Eingriffe ins Denkmal ‚minimal‘ und ‚tem­porär‘ seien, um das Denk­mal ‚maxi­mal‘ zu schützen. Aber das ist leider un­möglich.“ Noa Kara­van-Cohen ar­beitete bis zum Tod ihres Vaters (wir berichteten) im Mai 20 Jahre lang eng mit ihm zu­sammen und be­treut auch weiter­hin sein Werk. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (379)

Juli 8th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Rund die Hälfte der et­wa 20.000 in der Uk­rai­ni­schen Sow­jet­re­publik le­ben­den Roma wur­den 1941 bis 1944 er­mor­det.

(Quelle)

Maro Ziro: Kinderkongress der Sinti und Roma

Juli 6th, 2021  |  Published in Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen

KinderkongressFür Kinder und Jugendliche (9 bis 14 Jahre)
Am 9. Juli 2021, 14:00–18:00 Uhr

Am 9. Juli 2021 wird zum ersten Mal eine (digitale) Kinderkonferenz für Sinti und Roma in Deutschland statt­finden, wozu der Doku­men­ta­tions­- und Kulturzentrum Deu­tscher Sinti und Roma herz­lich ein­lädt. Als Pilot­pro­jekt des Bil­dungs­referats hat das Doku­men­tations­zentrum zu­sam­men mit Ko­opera­tions­part­nern ein Konzept für die Kinder aus­ge­arbeitet, bei dem die Stär­kung der Kinder und Jugend­lichen, also das „Empowerment“ im Vorder­grund steht: Quali­fizierte Sinti und Roma aus Bildung und Erziehung ma­chen alters­ge­rech­te Workshops mit und für Kinder.

Die Themen der Kinder (beispielsweise: „Was wollt ihr später mal werden?“; „Wie sind eure Er­fahrungen in der Schule, was könnte besser ge­macht werden?“; „Was würdet ihr gerne in Deutschland ändern, wenn ihr könn­tet?“; „Wie wich­tig ist Social Media für euch und wie findet ihr digitales Lernen?“) wer­den mit künst­leri­schen Mitteln und ästheti­schen Hand­lungs­formen auf­gegriffen (das kann ein kurzes Handy­video, Foto, gemaltes Bild oder auch ein selbst ver­fasster Text sein) und von den Kindern selbst er­arbeitet. Die Kinder können sich zwei Work­shop-Grup­pen an­schlie­ßen, in denen gemalt, gebastelt, ge­schrie­ben und mit den Kindern geredet wird. In diesem Prozess wer­den kreative Fähig­keiten aktiviert, die demo­kra­ti­sche Bildung wird ge­fördert, das Selbst­bewusstsein und die Sprach­kompetenz der Kinder ge­stärkt – damit sie sich im schulischen Alltag be­haup­ten und zu­recht­finden können.

Die Veranstaltung findet über Zoom statt. Die Veranstalter bitten die Eltern oder Er­zie­hungs­be­rech­tig­ten um eine An­meldung per E-Mail an bildung@sintiundroma.de: Read the rest of this entry »

Bremen untersucht Rassismus bei Wohnungsvergabe

Juli 5th, 2021  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Diskriminierung am WohnungsmarktDiskriminierung von Wohnungs­su­chen­den bei der städti­schen Bremer Bau­gesell­schaft Brebau: Stadt setzte Son­der­er­mitt­ler ein und Control­ling-Aus­schuss ar­be­itet die Vor­würfe auf

Heute legt der externe Er­mitt­ler seine Unter­su­chungs­er­geb­nisse dem Auf­sichts­rat vor (mehr hier).

In einem Schreiben informierte der Finanzsenator der Freien Hanse­stadt Bremen und Auf­sichts­rats­vor­sitzen­der der Wohnungs­bau­gesell­schaft Brebau, Dietmar Strehl, den Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma darüber, dass der Bre­bau-Auf­sichts­rat die auch gegen Sinti und Roma ge­rich­teten rassisti­schen Prak­tiken bei der Bremer Woh­nungs­bau­gesell­schaft Brebau schnell und lücken­los auf­klären will. Dafür wurde auf einer außer­ordent­lichen Auf­sichts­rats­sich­tung am 21. Mai 2021 einen Sonderermittler eingesetzt. Auch der Controlling Ausschuss der Bremischen Bürgerschaft hat sich der Auf­arbei­tung der Vorwürfe an­ge­nom­men. Die dis­krimi­nieren­de Kenn­zeich­nung von Wohnungs­suchen­den sei so­fort ge­stoppt worden und die beiden Ge­schäfts­führer der Brebau wur­den bis zum Ab­schluss der Unter­su­chun­gen von ihrer Tätig­keit frei­gestellt.

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Facts & Figures (378)

Juli 4th, 2021  |  Published in Facts & Figures

Allein im Stadtgebiet von Rom gibt es 15 of­fi­zi­el­le und über 300 in­for­mel­le klei­ne­re Ro­ma-Ba­racken­sied­lun­gen.

(Quelle)

Offener Brief: Gerechtigkeit für Stanislav Tomáš

Juli 3rd, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Roma Lives Matter: Szenen eines Todes, das im Netz verbreitete Handyvideo zeigt den Einsatz in Teplice (Foto: Romea.cz)Zusammen mit 200 Organi­sa­tio­nen for­dert Roma-Service Ge­rech­tig­keit für Stanislav Tomáš: Offener Brief (29.6.2021)

[Übersetzt aus dem Englischen von Amaro Foro]

President of the European Council,
Mr Charles Michel,
President Ursula von der Leyen,
President David Maria Sassoli
Ambassador Iztok Jarc,
Vice-President Věra Jourová,
Commissioner Didier Reynders,
Commissioner Helena Dalli,
President of the Committee on Civil Liberties,
Justiceand Home Affairs,
Juan Fernando Lopez Aguilar,
ARDI Co-Presidents and Vice-Presidents

Das European Roma Grassroots Organisations (ERGO) Network möchte gemein­sam mit ande­ren Roma- und Pro-Roma- und Anti­rassis­mus-Or­gani­sa­tio­nen der Zivil­gesell­schaft und Einzel­perso­nen weltweit der Familie und den An­gehöri­gen von Stanislav Tomáš unser auf­richti­ges Beileid aus­sprechen und hofft, dass der Ge­rechtig­keit schnell Genüge getan wird.

Wir fordern daher eine un­ab­hängige, gründ­liche und objektive Unter­su­chung des Todes von Stanis­lav Tomáš, einem Ro­ma-Mann aus Teplice in der Tsche­chi­schen Re­publik, der kurz darauf starb, nach­dem zwei Polizei­beamte sich auf ihn gekniet und ex­zessive und un­nötige Gewalt an­ge­wendet hatten, um ihn auf dem heißen Pflaster zu fixieren, selbst nach­dem er mit Hand­schellen ge­fesselt war (mehr hier und hier). Wir sind zutiefst beunruhigt über die Aufnahmen, die Stanis­lavs letzte Mo­mente seines Lebens zeigen, als die Polizei ver­suchte, ihn mit über­mäßiger Gewalt fest­zu­nehmen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (377)

Juli 2nd, 2021  |  Published in Facts & Figures

Bei der Volkszählung 2021 wurde in England und Wales erstmals „Roma“ als eigene eth­nische Kategorie eingeführt.

(Quelle)

Ausschreitungen gegen Roma in Südpolen

Juli 1st, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Ausschreitungen gegen Roma imn Polen (Foto: via Korso)Von unserem Kollegen Kapturak, Ost­europa-His­to­ri­ker und Rechts­extre­mis­mus-Ex­perte, er­reicht uns via Twitter die Mel­dung von Aus­schrei­tun­gen ge­gen Roma in Polen:

Am Sonntag kam es im südpolnischen Mielec zu roma­feind­li­chen Aus­schrei­tungen. Ein mit Stöcken be­waff­neter Mob be­gab sich zu einer von Rom*nja bewohn­ten Gegend und for­derte die Heraus­gabe eines an einer frühe­ren Aus­einan­der­setzung be­teilig­ten Teenagers. (Anm.: Medien­be­rich­ten zu­folge gab es über 100 Be­teiligte)
Die Polizei konnte die Gruppen trennen. Die Auf­rührerin, die den Mob anführte, wurde wegen Aufruf zum Hass auf­grund von Natio­na­li­tät fest­genommen. Hinter­grund ist ein Streit zwi­schen Jugend­lichen. In der Folge waren roma­feind­liche Parolen an Haus­wänden in der Stadt auf­ge­taucht.

Bereits 2017 berichtete Kapturak als Gastautor in dROMa über rassistische Proteste ge­gen Roma in Polen (siehe hier).