Ausstellung: Der ignorierte Völkermord

Juli 26th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

2. August: Ausstellungseröffnung in Göttingen anlässlich des Roma-Holocaust-Gedenktags (Bild: RAN)Roma-Holocaust-Gedenktag am 2. August: Der igno­rier­te Völker­mord. Roma in der Ukraine 1941–1944

Ausstellung in Göttingen:
2. bis 30. Au­gust 2021 wäh­rend der Öff­nungs­zei­ten des Neu­en Rat­hau­ses. Im Foyer des Neu­en Rathauses, Hiro­shi­ma­platz 1-4, Göttingen

Am 2. August 1944 wurden alle Roma und Sinti ermordet, die bis dahin im Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­kenau überlebt hat­ten. 4.300 Men­schen wurden in die Gas­kammern ge­schickt und damit das „Z-Fa­milien­lager“ „liquidiert“. Daher ge­denken Roma welt­weit am 2. August der von den Deut­schen und ihren Ver­bün­deten er­mor­deten Roma Europas.

In diesem Jahr jährt sich der Überfall auf die Sowjetunion zum 80. Mal. Der Ver­nichtungs­krieg ge­gen die Sowjet­union hat ca. 30 Millio­nen Men­schen das Leben ge­kostet, der über­wiegende Teil davon Zivi­list_in­nen. Mit dem Überfall begann auch die Ver­nichtung der sowjeti­schen Roma. Der Völker­mord gegen die Roma der Sowjetunion ist nach wie vor wenig erforscht und kaum bekannt.

Ab dem 2. August zeigt das Roma Center/Roma Anti­discri­mi­na­tion Network die Aus­stellung „Der ignorierte Völkermord. Roma in der Ukraine 1941–1944“. Die Ma­cher_innen der Aus­stellung sprechen be­wusst nicht von einem „ver­gessenen“, son­dern von einem ignorierten Völker­mord. Denn in den Familien der Über­lebenden war der Völkermord stets präsent, während die Mehr­heits­gesell­schaft ihn ignoriert habe. So­wohl in Deutschland als auch in der Ukraine.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Hinter­gründen und der Durch­führung des Völker­mords an den ukrainischen Roma. Das Herz­stück der Ausstellung bilden die Erzählungen der Über­leben­den des Porajmos in der Ukraine. Inter­views mit den Zeit­zeug_innen kann man per QR-Code im Original an­hören.

(Text: RAN)

Comments are closed.