Archive for Juni, 2021

Facts & Figures (376)

Juni 30th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

In Portugal haben 69 % der Ro­ma ab 45 kei­nen Schul­ab­schluss. Ganz an­ders bei den Jun­gen (16 bis 24): da sind es nur et­wa 2 %.

(Quelle)

Grim­me On­line Award: „Gegen uns.“

Juni 30th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Rassismus & Menschenrechte

Grimme Online AwardVor einigen Tagen wurden die Preise des 21. Grim­me On­line Award ver­geben. Wir stel­len Ihnen ei­ni­ge der Preis­trä­ger (siehe: hier und hier) vor. Heute: die Web­do­ku­men­ta­tion „Gegen uns., aus­ge­zeich­net in der Ka­te­go­rie „Information“.

Gegen uns.„Gegen uns.“ ist ein Gemein­schafts­pro­jekt des Ver­bands der Be­ra­tungs­stellen für Betrof­fene rechter, rassis­ti­scher und anti­se­miti­scher Gewalt e. V. und der Opfer­bera­tung „Support“ der RAA Sachsen e. V. Re­dak­ti­on, Texte und Re­cher­che: Heike Kleffner, Robert Kusche, Julia Oelkers (Lei­tung und Kon­zept), Katharina Wüstefeld und Ceren Türkmen.

„Gegen uns.“ – Preis verliehen für Recherche und Re­daktion. Begründung der Jury:
Die Webdokumentation „Gegen uns.“ holt auf eindrucks­volle Weise die Lebens­ge­schich­ten von Opfern von Rassismus und rechts­extremis­ti­scher Gewalt aus der sta­tis­ti­schen Ano­nymität. Nicht nur um die Tat an sich geht es bei den tief­gehenden und des­halb heraus­ragen­den Recherchen; auch der gesell­schaft­liche Kontext und die Lang­zeit­wirkun­gen für Betrof­fene und ihr Umfeld werden mit multi­media­len Mitteln von allen Seiten be­leuchtet. Archiv­fotos und Doku­mente er­gänzen die er­schüt­tern­den Er­zählun­gen von einem Leben in latenter Gefahr und Be­drohung, von Er­niedri­gun­gen, Angriffen, Miss­hand­lungen und Mord. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (375)

Juni 29th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

87 % der Roma in Portugal wis­sen nicht, dass es Ge­set­ze ge­gen Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund der eth­ni­schen Zu­ge­hö­rig­keit gibt.

(Quelle)

Grimme Online Award: „190220“

Juni 28th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Grimme Online AwardVor einigen Tagen wurden die Preise des 21. Grim­me On­line Award ver­geben. Wir stel­len Ihnen ei­ni­ge der Preis­trä­ger (siehe hier und hier) vor. Heute: die Pod­cast-Rei­he „190220 – ein Jahr nach Hanau, aus­ge­zeich­net in der Ka­te­go­rie „Information“.

Hanau

Der rechtsterroristische Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 forderte neun Todesopfer, drei der Opfer gehörten der Minderheit der Sinti und Roma an: Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov und Vili-Viorel Păun, der sein Leben verlor, weil er versuchte, den Mörder zu stoppen. Die sechsteilige Podcast-Dokumentation „190220 – ein Jahr nach Hanau“ von Viola Funk, Alena Jabarine, Sham Jaff und Seyda Kurt wurde in der Kategorie „Information“ ausgezeichent.

„190220 – ein Jahr nach Hanau“ – Preis verliehen für Recherche und Re­daktion. Begründung der Jury:
Am 19. Februar 2020 ereignete sich in Hanau eines der größten rechtsextremen Attentate der Nachkriegszeit. Neun Menschen wurden ermordet: Ferhat Unvar, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtovic, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Said Nesar Hashemi und Fatih Saracoglu. Weil der Attentäter tot ist, wird es keinen strafrechtlichen Prozess geben – und so bleiben zentrale Fragen unbeantwortet. Eindringlich widmet sich der Podcast „190220 – Ein Jahr nach Hanau“ genau diesen Fragen und legt damit den Finger in eine klaffende Wunde dieser Gesellschaft: Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Hätte die Tat verhindert werden können? Und: Welche Verantwortung tragen die Sicherheitsbehörden? Herausragend sind die berührenden Gespräche, die die Journalistin Alena Jabarine mit Angehörigen und Überlebenden vor Ort führt, ohne je voyeuristisch zu werden. Read the rest of this entry »

Grimme Online Award: „Die beste Instanz“

Juni 27th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Grimme Online AwardVor zehn Tagen wurden in Köln, via Strea­ming und Zoom, die Preise des 21. Grim­me On­line Award ver­geben. Wir stel­len Ihnen ei­ni­ge der Preis­trä­ger vor (siehe: hier und hier). Den An­fang macht die Talk­runde „Die beste Instanz, aus­ge­zeich­net in der Ka­te­go­rie „Spezial“.

1.400 Vorschläge wurden in diesem Jahr einge­reicht – im letz­ten Preis­jahr waren es ca. 1.000 Ein­reichungen. Das zeigt: Qua­litativ hoch­wertige On­line-An­gebote sind rele­van­ter denn je, nicht nur im Bereich der Unter­haltung, son­dern auch zur Wissens­ver­mitt­lung. 28 Web­an­ge­bote wur­den schließ­lich von einer Fachjury für den Preis no­miniert.

Die beste Instanz (Screenshot, via Grimme Online Award 2021)In der Kategorie „Spezial“ durfte sich als erste Preis­trägerin Enissa Amani mit ihrer spon­tan auf­ge­setz­ten Talk­runde „Die beste Instanz“ freuen, die als direkte Re­aktion auf die Aus­strah­lung einer Sen­dung des WDR-For­mats „Die letz­te Instanz“ (wir be­rich­te­ten hier, hier und hier) pro­du­ziert wor­den war.

„Die beste Instanz“ – Preis verliehen für Idee, Kon­zept und Re­daktion. Begründung der Jury:
Inmitten der kontroversen Diskussion um die umstrittene WDR-Sen­dung „Die letzte Instanz“, in der sich eine rein weiß be­setzte Runde von pro­minen­ten Per­sonen unkundig und un­an­ge­bracht über Rassismus unter­hielt, re­agierte die Come­dienne Enissa Amani mit einer über­raschen­den Inter­vention und de­monstrierte, wie es anders – besser – gehen könnte: Eigen­ständig initi­ierte, mode­rierte und finan­zierte sie die Internet-Send­ung „Die beste Instanz“, in der fünf Ex­pert*in­nen fundiert, sachlich und infor­miert über Anti­semitismus und Rassismus im All­gemeinen und Dis­kriminierungen gegen Sinti*ze und Rom*nja im Spe­ziellen dis­kutierten. So fand ein inhalt­lich be­reichern­des, be­son­nenes, dialogi­sches Gespräch statt, bei dem die Teil­nehmen­den auf­einander ein­gingen, einan­der er­gänzten und von­einander lernten. Damit steht die Sendung nicht nur mit dem kom­petenten Inhalt, son­dern auch mit der Art des Gesprächs im Kontrast zu anderen prominen­ten Formaten, in denen über aktuelle po­litische Themen de­battiert wird. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (374)

Juni 26th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

2013 weigerte sich die franz. Ge­mein­de Ris-Orangis, 12 Ro­ma­kin­der in die Schule ein­zu­schrei­ben, und rich­te­te eine iso­lier­te Klasse in einem Sport­zentrum ein.

(Quelle)

Roma Lives Matter: Mahnwache in Wien

Juni 24th, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma Lives Matter: Szenen eines Todes, das im Netz verbreitete Handyvideo zeigt den Einsatz in Teplice (Foto: Romea.cz)Mahnwache in Wien gedenkt Opfer von Po­li­zei­ge­walt in Tsche­chien

Sonntag, 27.6.2021, 20:00 bis 22:00 Uhr
Platz der Menschenrechte, Mariahilfer Str. 1, 1060 Wien

Stanislav Tomáš starb am Samstag nach einem schockieren­den Fall von Polizei­gewalt in Teplice, Tschechien (wir berichteten): Ein Polizist hatte sechs Minuten lang mit dem Knie auf dessen Genick ge­drückt. Ein brei­tes Bündnis aus Or­gani­sa­tio­nen und Ak­ti­vist*in­nen lädt nun zur Mahn­wache gegen Polizei­gewalt am kom­men­den Sonn­tag am Platz der Men­schen­rechte in Wien ein. In die Öffent­lich­keit kam der Fall durch das Video einer Augen­zeugin, das den Über­griff in vol­ler Länge zeigt. Der Fall wird auf­grund ein­deutiger Paral­lelen bereits mit jenem von George Floyd ver­glichen. Auch dieses mal ist ein Mensch aus einer mar­gi­nali­sier­ten Gruppe be­trof­fen, denn Sta­nislav Tomáš war ein Rom.

Die folgenden Organisationen rufen gemein­sam zu dieser Mahn­wache auf, bei der des Opfers von Polizei­gewalt ge­dacht wird und ein Zei­chen gegen Rassismus ge­setzt werden soll: Black Voices Volksbegehren, Verein Zentrum Exil, Jüdische öster­rei­chi­sche Hoch­schüler:in­nen, Grüne und Alter­native Student_in­nen (GRAS), Verein Hango, Initiative Minder­heiten, KSV-LiLi Kom­mu­nisti­scher Stu-dent_in­nen­verband, Kultur­verein Öster­reichi­scher Roma, KZ-Verband Wien, Lova­ra-Roma Öster­reich, Newo Ziro, ÖH Uni Wien, Romano Centro, Romano Svato, Roma-Service, Volks­hilfe Öster­reich, Ver­band Sozialis­ti­scher Stu­dent*in­nen (VSStÖ), Voice of Diversity, Zentrum Exil … (es schlie­ßen sich lau­fend Or­gani­sa­tio­nen an).

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Rom stirbt bei Polizeieinsatz in Tschechien

Juni 23rd, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Roma Lives Matter: Szenen eines Todes, das im Netz verbreitete Handyvideo zeigt den Einsatz in Teplice (Foto: Romea.cz)Roma Lives Matter: Im tschechischen Teplice starb ein Rom, nach­dem meh­re­re Po­li­zis­ten mi­nu­ten­lang auf seinem Hals und Nacken ge­kniet wa­ren. Ein Vi­deo zeigt Sze­nen wie im Fall George Floyds in den USA.

Die Roma-Community ist schockiert. Menschen­rechts-NGOs for­dern lücken­lose Auf­klärung. Tsche­chiens stell­ver­tre­tende Grund­rechts­be­auf­trag­te (Om­buds­frau) Šimůnková hat eine Unter­su­chung der Poli­zei­gewalt an­ge­kün­digt. Polizei und Re­gie­rung hin­gegen wei­sen alle Vor­würfe zurück, lo­ben die Po­li­zis­ten und zeich­nen ein Ne­ga­tiv­bild des Opfers (vor­bestraft, Drogen, herz­krank). Pre­mier­mi­nis­ter Babiš dankt den Be­amten für den Ein­satz; sie hät­ten es nicht leicht ge­habt.

Stellungnahme des Zentralrats, 23.6.2020:

Als „menschenverachtendes Vorgehen, das in seiner Abscheulichkeit und Brutalität nicht zu fas­sen ist“, be­zeich­net Romani Rose, Vor­sitzen­der des Zentralrates Deut­scher Sinti und Roma, den Einsatz der tsche­chi­schen Polizei, der zum Tode eines jungen Rom führte. Und zieht Paral­le­len zum Tod des US-Ameri­ka­ners George Floyd. Rose fordert die lücken­lose Auf­klärung und harte Be­strafung der be­teilig­ten Polizisten. Außer­dem will er Ge­spräche mit dem tsche­chischen Bot­schafter in Berlin und dem deutschen Außen­minister Heiko Maaß führen. Darüber hinaus wird der Zentralrat direkt beim tsche­chi­schen Innen­minister Jan Hamáček inter­ve­nieren.

Laut Medienberichten soll es sich um eine Prügelei zwi­schen zwei Männern ge­handelt haben, als die Polizei am Tatort antraf. Wäh­rend der eine flüchtete, lag der andere verletzt auf der Straße, als er von den Poli­zisten an­gespro­chen wurde. Laut Polizei habe er äußerst aggres­siv reagiert.

Nur weil ein Zeugenvideo im Netz ver­öffent­licht wurde, kam der Vorfall in Teplice, einer Klein­stadt nahe der deutschen Grenze, an die Öffent­lich­keit. Darauf ist zu sehen, ähn­lich wie im Fall Floyd, dass zeit­weise drei Polizis­ten auf dem jungen Mann knieten. Einer von ihnen insgesamt sechs Minuten auf dem Nacken und dem Hals des am Boden Liegen­den. Auch als der Fest­gehaltene nach vier Minuten keinen Ton mehr von sich gibt, fährt der Polizist mit seiner „Inter­vention“ auf dem mittler­weile regungs­losen Mann fort. Er ver­starb laut Angaben der Polizei noch wäh­rend des Rettungs­ein­satzes.

Innenminister Jan Hamáček stellte sich kurze Zeit später hinter die betei­lig­ten Polizisten. Sie hätten seine „volle Unter­stützung“, Read the rest of this entry »

„Bibi Sara Kali“ im Stream

Juni 21st, 2021  |  Published in Film & Theater

Bibi Sara KaliDer Verein Romano Svato zeigt sein Stück „Bibi Sara Kali“, entstan­den in Ko­ope­ra­tion mit Werk-X-Pe­ters­platz, bis 20. Juli 2021 on­line als Thea­ter­film. Kon­zept & künst­le­ri­sche Lei­tung: Simonida Seli­mo­vić; Regie: Nina Kusturica

Romano Svato über das Stück:

Bibi Sara Kali“ entstand nach einer Idee von Simonida Selimović. Aus per­sön­lichen Erfah­run­gen, dem Ge­dächtnis der jahr­hun­derte­langen Geschichte der Rom*nja und ak­tuel­len Vor­fällen haben der Wiener Autor Ibrahim Amir und das Ensemble eine Tragi­komödie ent­wickelt, die in der Bibi Sara Kali eine Göttin des Wider­stands und Über­lebens findet.

Bibi Sara Kali ist die mächtige Patronin der Roma, Be­schüt­zerin, Weg­begleite­rin, Rom*nja Wonderwoman. Ihr Kult wird von Roma welt­weit in regiona­len Abwand­lungen ze­lebriert. Auf dem Balkan ist ihr der Bibijako Djive, der „Tag der Tante“, ge­widmet. Ein letztes Mal wollte Jelena den Bibijako Djive be­gehen und stieg deshalb in den Bus von Wien-Erd­berg nach Boljevac, ihre Heimat­stadt in Serbien. Dort feierte sie – und dort starb sie tags darauf.

Ihr Tod gibt den Töchtern Snežana, Melisa und Tanja viele Fragezeichen auf: Seit der Migration nach Wien vor dreißig Jahren, welche die beiden älte­ren Schwes­tern als kleine Kinder mit­erlebt haben, gab es kaum noch Kontakt zur Familie in Serbien; und auch, dass die Mutter auf­ge­brochen war, um den Bibijako Djive zu feiern, ist ver­wunder­lich, schließ­lich hatte sie in Wien ihre Identität als Romni geheim ge­halten und ihre Töchter ohne Tra­ditio­nen er­zogen. Die drei Schwestern, einan­der seit Jahren ent­fremdet, und Snežanas Ehe­mann Taiye machen sich auf den Weg nach Boljevac, um die Mutter zu be­erdigen.

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Facts & Figures (373)

Juni 17th, 2021  |  Published in Facts & Figures

In Italien existie­ren in 68 Ge­mein­den 119 of­fi­zi­el­le, ins­ti­tu­tio­na­li­sier­te Ro­ma-Ba­ra­cken­sied­lun­gen mit ins­ges. fast 13.000 Be­woh­nern.

(Quelle)

Roma-Strategie: Evaluierungsprojekt läuft an

Juni 16th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Politik, Wissenschaft

Evaluierungsprojekt Sensiro angekaufenSENSIRO – Studie zur Evaluierung der nationalen Stra­te­gie zur In­klu­si­on der Rom*nja in Ös­ter­reich

Sensiro ist ein Projekt, das die nationa­le Stra­te­gie zur Er­hö­hung der sozia­len Inklu­sion der Rom*nja, die 2011 ver­ab­schie­det wur­de, und deren Fort­set­zung vor kur­zem be­schlos­sen wurde, un­abhän­gig evaluiert. Ziel der Evaluie­rung ist es, heraus­zu­finden, ob und in­wie­fern die vom Bundes­kanzler­amt defi­nierten Wir­kungs­ziele er­reicht wurden.

Österreich hat sich zur Umsetzung der Strategie verpflich­tet. Die Strategie zur Erhöhung der Inklusion be­steht aus ver­schieden­artigen Maß­nahmen in den Bereichen Bildung, Arbeits­markt, Be­kämpfung von Antiziganismus, Empower­ment von Rom­nja sowie der Rom*nja-Ju­gend, Stärkung der zivil­gesell­schaft­lichen Struktu­ren der Rom*nja und Par­tizi­pation.

Ziel der Studie ist es, herauszufinden, welche Folgen die Maß­nahmen, die seit 2011 zur Stärkung und Er­mäch­ti­gung der Roma und Romnja in Österreich ge­setzt wurden, hatten. Die Studie wird vom Institut für Soziologie der Uni­ver­sität Wien in Zu­sammen­arbeit mit den Ziel­gruppen durch­geführt. Ihre Erfah­rungen und Sicht­weisen, die im Rahmen der Studie er­hoben werden, bilden die Grund­lage für eine Bewertung und Weiter­ent­wicklung der Strategie.

Das Projekt besteht unter anderem aus einer um­fassenden Befragung wesent­licher Akteur*innen (aus der Zivil­gesellschaft) und Ver­antwort­licher und mit der Um­setzung der Strategie Be­trauter. Außer­dem ist eine groß­flä­chi­ge Fragebogen­erhe­bung mit An­gehöri­gen der Zielgruppen in ganz Österreich ge­plant. Es gibt unter­schiedliche Möglich­kei­ten, beim Pro­jekt mit­zu­wirken: einer­seits durch das Führen oder Geben von Interviews für die Frage­bogen­erhe­bung, an­derer­seits durch das Be­suchen von Workshops und Ver­anstal­tun­gen und in Ver­bindung damit das Ein­bringen von An­regun­gen und Feedback, damit eine kon­tinuier­liche Diskussion und Weiter­ent­wicklung des Pro­jektes ge­währ­leistet werden kann.

Bei Interesse an einer Mitwirkung können Sie hier klicken!

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Facts & Figures (372)

Juni 14th, 2021  |  Published in Facts & Figures

Am 14.6.1985 starben zwei fran­zös. Roma in Ci­boure/Süd­frankr. bei ei­nem An­schlag der Tod­es­schwad­ro­nen der span. Re­gie­rung (GAL) auf eine Bar.

(Quelle)

„Newo Ziro“ in „Heimat Fremde Heimat“

Juni 14th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV

Heimat fremde Heimat„Heimat Fremde Heimat“
ORF 2: So.,
13. Juni 2021
→Online in der ORF-TVthek

Ajda Sticker präsentiert das ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ un­ter an­de­rem mit fol­gen­dem Bei­trag:

Verein „Newo Ziro“ für Anliegen von Sinti und Sin­tizze
Seelsorgerin Natalie Weinrich hat 2019 den Kultur­verein „Newo Ziro“ – auf Deutsch „Neue Zeit“ – ge­grün­det, um auf Heraus­for­de­run­gen, denen sich Sinti und Sintiz­ze ak­tuell stel­len müs­sen, auf­merk­sam zu machen. Darüber hinaus soll aber auch die Sinti-Kultur wie­der mehr in die Öffent­lich­keit ge­rückt werden. Nach wie vor ist die Volks­gruppe mit fehlen­der An­erken­nung, Vor­urteilen und Rassismus kon­fron­tiert. Neben der Sozial­arbeit soll mit Pro­jekten und Ver­ansta­ltun­gen nicht zuletzt zum Erhalt der Sinti-Kultur und -Sprache bei­getra­gen werden. Ein Bei­trag von Adriana Jurić.

Weitere Beiträge: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (371)

Juni 12th, 2021  |  Published in Facts & Figures

Von Jänner 2017 bis März 2021 do­ku­men­tier­te das ERRC in Italien 187 be­hörd­li­che Zwangs­räu­mun­gen in­for­mel­ler Ro­ma-Sied­lun­gen.

(Quelle)

Polizeigewalt in Slowakei: Roma freigesprochen

Juni 10th, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Razzia in Siedlung in Ostslowakei 2013: Nach der Ver­ur­tei­lung der Slowa­kei durch den Euro­päi­schen Men­schen­rechts­ge­richts­hof wur­den nun mehrere Roma in Košice frei­ge­spro­chen

Das Kreisgericht Košice hat am Mittwoch (9.6.) drei weite­re Roma frei­gespro­chen, die wegen Falsch­aussage ge­gen Polizisten an­geklagt waren. Das Urteil ist rechts­kräftig. Zwei ande­re Roma wurden bereits im Mai frei­ge­sprochen. An­geklagt bleibt noch eine Person. Bei einer um­strit­tenen Aktion am 19. Juni 2013 in der ost­slowa­ki­schen Stadt Moldava nad Bodvou waren mehr als 60 Polizis­ten im Einsatz. Die Roma sagten aus, sie seien ohne Grund und brutal ge­schlagen worden. Laut der Inspek­tion des Innen­ministe­riums, die den Einsatz unter­suchte, habe die Polizei in Über­ein­stim­mung mit dem Gesetz ge­handelt. Die Staats­anwaltschaft er­hob darauf­hin Anklage gegen die Roma. Nach einer Stellung­nahme der General­staats­anwalt­schaft und einem Urteil des Europäi­schen Ge­richts­hofs für Men­schen­rechte (siehe: Polizei­gewalt gegen Roma: Slowakei ver­urteilt) ließ die Staats­anwalt­schaft die Anklage von fünf Roma im März fallen.

(Text: RTVS, 10.6.2021)

ORF präsentiert Online-Videoarchive

Juni 9th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV

Erweiterte Videoarchive der ORF-TVThekPräsentation der ORF-TV­thek-Vi­deo­ar­chi­ve „100 Jah­re Bur­gen­land“ und „Volks­grup­pen in Ös­ter­reich“

Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Burgenland“ wur­den die bei­den „ORF-TV­thek goes school“-Vi­deo­ar­chive zur Ge­schichte des Burgen­landes und zu Ös­ter­reichs Volks­gruppen um­fassend aus­gebaut und er­weitert. Ins­gesamt mehr als 50 neue Videos be­rei­chern das auf der ORF-TV­thek in der Rubrik „History“ ge­zeich­nete, multi­mediale Bild des Bundes­landes und der öster­reichi­schen Volks­gruppen um zahl­rei­che neue Facetten.

Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“

Das 2019 gelaunchte Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“ wurde um 23 neue auf jetzt ins­ge­samt 130 Video­beiträge er­weitert, die sich der Kroatischen (27 Bei­träge, davon 6 neu), Slowakischen (15 Bei­träge, davon 3 neu), Slowenischen (30 Bei­träge, davon 3 neu), Tschechischen (15 Bei­träge, davon 3 neu) und Ungarischen (17 Bei­trä­ge, davon 5 neu) Volks­gruppe sowie der Volks­grup­pe der Roma (24 Bei­träge, da­von 3 neu) wid­men.

Mit dem neuen Videomaterial werden weitere wichtige Aspekte von Geschichte und Kultur der Volks­grup­pen in Öster­reich be­leuch­tet. Das Video­archiv bie­tet zum Bei­spiel ab sofort einen Beitrag über das bur­genland­kroatische On­line-Wörter­buch, in­formiert über die neue Gedenkstätte zur Er­in­ne­rung an die wäh­rend des National­sozialismus er­mor­deten Roma und Sinti in Pinkafeld und Oberpullendorf oder er­in­nert an Dana Hermannová, die 1968 im noch freien slowa­kischen Fern­sehen über den Ein­marsch der Trup­pen des War­schauer Pakts be­richtete. Das 10-jäh­ri­ge Ju­biläum des ORF-Ma­ga­zins „České Ozvěny“ im Jahr 2019 steht ebenso im Mittel­punkt eines neu ins Archiv hinzu­gefügten Beitrags wie das langs­ame Ver­schwin­den des Slowenischen in Kärnten oder der tra­di­tions­reiche Ball der Ungarn in Ober­pullen­dorf. (Die genaue Liste mit allen Bei­trägen ist on­line in der ORF-TVthek auf der Start­seite des Video­archivs in der Rubrik „History“ zu finden.) Read the rest of this entry »

Averklub Collective: Manuš heißt Mensch

Juni 5th, 2021  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Kunst aus Tschechien: Ausstellung in der Kunsthalle Wien (Titelblatt der Begleitbroschüre zur Ausstellung, 2021))Ausstellung in der Kunsthalle Wien
Bis 5. 9. 2021,
Museumsquartier, 1070 Wien
Download (pdf): →Ausstellungsguide

Das Averklub Collective ist eine lose organisierte Gruppe ohne feste Struktur. Seinen Kern bilden meh­rere Be­woh­ner*in­nen von Chanov, das als die größ­te Rom*nja-Sied­lung in der Tschechischen Republik gilt. Das Kollek­tiv wächst und schrumpft nach eige­nem Er­messen und passt sich durch ver­schie­dene Kon­stel­latio­nen von Künstler*in­nen, Theo­retiker*in­nen und Aktivist*in­nen den Be­sonder­heiten und Er­forder­nissen aktuel­ler Pro­jekte an.

Mit der Ausstellung Manuš heißt Mensch präsentiert die Kunsthalle Wien die jüngs­ten Recherchen und künst­leri­schen Arbeiten der Gruppe, die in Zu­sam­men­arbeit mit ver­schie­denen Ge­nera­tio­nen von Be­wohner*innen der Chanov-Siedlung ent­standen sind. Der Titel ver­weist auf das gleich­namige, 1986 er­schie­nene Buch des kommunis­ti­schen Poli­tikers und tsche­cho­slo­wa­ki­schen Rom Vincent Danihel, das sich mit der Politik der Integra­tion der Rom*nja in der sozialis­ti­schen Tschecho­slowakei be­fasst. Durch die Ver­wendung des­selben Titels für die Aus­stel­lung möchte das Aver­klub Collec­tive die Auf­merk­sam­keit auf das lenken, was Men­schen vereint, statt auf das, was sie trennt: „Wir möch­ten zeigen, dass es über die Viel­falt der Kulturen, Gender, Nationen usw. hinaus und jen­seits davon noch eine andere Ebe­ne der Zu­gehörig­keit gibt, die aus­nahms­los allen zu­gänglich ist.“

Die Ausstellung untersucht Erfolge und Misserfolge politischer Strategien, die auf die Emanzi­pation der Rom*nja ab­zielen, wäh­rend des Sozialis­mus im All­gemei­nen, aber auch konkre­ter anhand der spezifi­schen Geschich­te der Siedlung in Chanov – und um­reißt so mög­liche Modelle der Gleich­berech­ti­gung, die univer­sell und trans­national sind und über eine Iden­titäts­politik hinaus­gehen. Read the rest of this entry »

Deutschland: Bericht fordert Perspektivwechsel

Juni 3rd, 2021  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Konstituierung der Expertenkommission Antiziganismus, Berlin  27.3.2019 (Foto:© BMI/Bero via Zentralrat)Bericht der Un­ab­hän­gi­gen Kom­mis­si­on Anti­zi­ga­nis­mus for­dert grund­le­gen­den Perspek­tiv­wech­sel in der Ge­sell­schaft, eine „Wahr­heits­kom­mis­sion“ über das Un­recht der Ver­gan­gen­heit und An­ti­zi­ga­nis­mus-Be­auf­trag­te in den Län­dern. Tagung am 4./5. Juni.

Antiziganismus stellt ein massives gesamt­gesell­schaft­li­ches Problem in Deutsch­land dar. So lautet das Re­sümee des Berichts der Un­abhän­gigen Kom­mission Anti­ziganis­mus, der vom Deutschen Bundestag in Auf­trag ge­geben wurde. Die zentra­len Inhalte des Kommis­sions­berichts wer­den am 4. und 5. Juni 2021 bei einer Online-Ver­anstal­tung prä­sentiert. Der Bericht stützt sich auf 15 aktuel­le, von der Kom­mis­sion initi­ierte Studien. Sie greifen beson­ders die Perspek­tiven der Be­trof­fenen auf. Hierfür wurden breite empiri­sche Er­hebun­gen durch­geführt.

Antiziganistischer Rassismus ist eine „all­um­fassende Alltags­erfah­rung für Sin­ti_ze und Rom_nja“, so die Kom­mission. Der Bericht kons­ta­tiert ein „Versagen deut­scher Politik, deut­scher Gesetz­gebun­gen und deren Rechts­anwendung“. Unter­sucht wurde Anti­ziganis­mus bei­spiels­weise in kom­muna­ler Ver­wal­tung, Schul­büchern und Polizei. Meh­rere empi­rische Studien weisen hier insti­tu­tio­nel­len Anti­ziganis­mus nach.

Die Kommission fordert eine umfassende Strategie gegen Anti­ziganis­mus. „Wir brauchen einen grund­le­genden Perspek­tiv­wechsel in der deutschen Ge­sell­schaft, der die struk­turel­len Ursachen des Problems in den Blick nimmt.“ Ent­schei­dend sei in diesem Kontext auch eine „Politik der nach­ho­len­den Gerech­tig­keit“, „die das seit 1945 be­gan­gene Unrecht gegen­über Über­lebenden und deren Nach­kommen aus­gleicht“. Zudem for­dert die Kom­mis­sion, „effek­tive und nach­haltige Par­tizipa­tions­struktu­ren für die Com­munitys der Sin­ti_ze und Rom_nja auf allen Ebenen zu schaffen“. Diese müss­ten ver­bind­lich und auf Dauer an­gelegt sein. Die Unabhängige Kommission Antiziganismus empfiehlt Bund und Ländern, Be­auf­trag­te gegen Anti­ziganis­mus zu be­rufen und eine stän­dige Bund-Län­der-Kom­mis­si­on zu schaffen, um die Arbeit ge­gen Antiziganismus auf höchs­ter Ebene politisch zu ver­ankern.

Eine weitere Forderung der Kommission lautet: „Die zahl­reichen Defizite bei der ‚Wieder­gut­machung‘ des Unrechts gegen­über Sinti_ze und Rom_nja müssen um­gehend kom­pen­siert und den Über­lebenden ein Leben in Würde er­mög­licht wer­den.“ Darüber hinaus solle ein um­fas­sender Prozess der Auf­arbeitung der so­ge­nann­ten Zweiten Ver­folgung nach 1945 durch eine von Perspek­tiven von Sinti_ze und Rom_nja geprägte Wahrheits­kommission eingeleitet werden. Read the rest of this entry »