Facts & Figures (376)
Juni 30th, 2021 | Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung
(Quelle)
Juni 30th, 2021 | Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung
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Juni 30th, 2021 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Rassismus & Menschenrechte
Vor einigen Tagen wurden die Preise des 21. Grimme Online Award vergeben. Wir stellen Ihnen einige der Preisträger (siehe: hier und hier) vor. Heute: die Webdokumentation „Gegen uns.“, ausgezeichnet in der Kategorie „Information“.
„Gegen uns.“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e. V. und der Opferberatung „Support“ der RAA Sachsen e. V. Redaktion, Texte und Recherche: Heike Kleffner, Robert Kusche, Julia Oelkers (Leitung und Konzept), Katharina Wüstefeld und Ceren Türkmen.
„Gegen uns.“ – Preis verliehen für Recherche und Redaktion. Begründung der Jury:
Die Webdokumentation „Gegen uns.“ holt auf eindrucksvolle Weise die Lebensgeschichten von Opfern von Rassismus und rechtsextremistischer Gewalt aus der statistischen Anonymität. Nicht nur um die Tat an sich geht es bei den tiefgehenden und deshalb herausragenden Recherchen; auch der gesellschaftliche Kontext und die Langzeitwirkungen für Betroffene und ihr Umfeld werden mit multimedialen Mitteln von allen Seiten beleuchtet. Archivfotos und Dokumente ergänzen die erschütternden Erzählungen von einem Leben in latenter Gefahr und Bedrohung, von Erniedrigungen, Angriffen, Misshandlungen und Mord. Read the rest of this entry »
Juni 29th, 2021 | Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
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Juni 28th, 2021 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Vor einigen Tagen wurden die Preise des 21. Grimme Online Award vergeben. Wir stellen Ihnen einige der Preisträger (siehe hier und hier) vor. Heute: die Podcast-Reihe „190220 – ein Jahr nach Hanau“, ausgezeichnet in der Kategorie „Information“.

Der rechtsterroristische Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 forderte neun Todesopfer, drei der Opfer gehörten der Minderheit der Sinti und Roma an: Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov und Vili-Viorel Păun, der sein Leben verlor, weil er versuchte, den Mörder zu stoppen. Die sechsteilige Podcast-Dokumentation „190220 – ein Jahr nach Hanau“ von Viola Funk, Alena Jabarine, Sham Jaff und Seyda Kurt wurde in der Kategorie „Information“ ausgezeichent.
„190220 – ein Jahr nach Hanau“ – Preis verliehen für Recherche und Redaktion. Begründung der Jury:
Am 19. Februar 2020 ereignete sich in Hanau eines der größten rechtsextremen Attentate der Nachkriegszeit. Neun Menschen wurden ermordet: Ferhat Unvar, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtovic, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Said Nesar Hashemi und Fatih Saracoglu. Weil der Attentäter tot ist, wird es keinen strafrechtlichen Prozess geben – und so bleiben zentrale Fragen unbeantwortet. Eindringlich widmet sich der Podcast „190220 – Ein Jahr nach Hanau“ genau diesen Fragen und legt damit den Finger in eine klaffende Wunde dieser Gesellschaft: Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Hätte die Tat verhindert werden können? Und: Welche Verantwortung tragen die Sicherheitsbehörden? Herausragend sind die berührenden Gespräche, die die Journalistin Alena Jabarine mit Angehörigen und Überlebenden vor Ort führt, ohne je voyeuristisch zu werden. Read the rest of this entry »
Juni 27th, 2021 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Vor zehn Tagen wurden in Köln, via Streaming und Zoom, die Preise des 21. Grimme Online Award vergeben. Wir stellen Ihnen einige der Preisträger vor (siehe: hier und hier). Den Anfang macht die Talkrunde „Die beste Instanz“, ausgezeichnet in der Kategorie „Spezial“.
1.400 Vorschläge wurden in diesem Jahr eingereicht – im letzten Preisjahr waren es ca. 1.000 Einreichungen. Das zeigt: Qualitativ hochwertige Online-Angebote sind relevanter denn je, nicht nur im Bereich der Unterhaltung, sondern auch zur Wissensvermittlung. 28 Webangebote wurden schließlich von einer Fachjury für den Preis nominiert.
In der Kategorie „Spezial“ durfte sich als erste Preisträgerin Enissa Amani mit ihrer spontan aufgesetzten Talkrunde „Die beste Instanz“ freuen, die als direkte Reaktion auf die Ausstrahlung einer Sendung des WDR-Formats „Die letzte Instanz“ (wir berichteten hier, hier und hier) produziert worden war.
„Die beste Instanz“ – Preis verliehen für Idee, Konzept und Redaktion. Begründung der Jury:
Inmitten der kontroversen Diskussion um die umstrittene WDR-Sendung „Die letzte Instanz“, in der sich eine rein weiß besetzte Runde von prominenten Personen unkundig und unangebracht über Rassismus unterhielt, reagierte die Comedienne Enissa Amani mit einer überraschenden Intervention und demonstrierte, wie es anders – besser – gehen könnte: Eigenständig initiierte, moderierte und finanzierte sie die Internet-Sendung „Die beste Instanz“, in der fünf Expert*innen fundiert, sachlich und informiert über Antisemitismus und Rassismus im Allgemeinen und Diskriminierungen gegen Sinti*ze und Rom*nja im Speziellen diskutierten. So fand ein inhaltlich bereicherndes, besonnenes, dialogisches Gespräch statt, bei dem die Teilnehmenden aufeinander eingingen, einander ergänzten und voneinander lernten. Damit steht die Sendung nicht nur mit dem kompetenten Inhalt, sondern auch mit der Art des Gesprächs im Kontrast zu anderen prominenten Formaten, in denen über aktuelle politische Themen debattiert wird. Read the rest of this entry »
Juni 26th, 2021 | Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung
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Juni 24th, 2021 | Published in Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Mahnwache in Wien gedenkt Opfer von Polizeigewalt in Tschechien
Sonntag, 27.6.2021, 20:00 bis 22:00 Uhr
Platz der Menschenrechte, Mariahilfer Str. 1, 1060 Wien
Stanislav Tomáš starb am Samstag nach einem schockierenden Fall von Polizeigewalt in Teplice, Tschechien (wir berichteten): Ein Polizist hatte sechs Minuten lang mit dem Knie auf dessen Genick gedrückt. Ein breites Bündnis aus Organisationen und Aktivist*innen lädt nun zur Mahnwache gegen Polizeigewalt am kommenden Sonntag am Platz der Menschenrechte in Wien ein. In die Öffentlichkeit kam der Fall durch das Video einer Augenzeugin, das den Übergriff in voller Länge zeigt. Der Fall wird aufgrund eindeutiger Parallelen bereits mit jenem von George Floyd verglichen. Auch dieses mal ist ein Mensch aus einer marginalisierten Gruppe betroffen, denn Stanislav Tomáš war ein Rom.
Die folgenden Organisationen rufen gemeinsam zu dieser Mahnwache auf, bei der des Opfers von Polizeigewalt gedacht wird und ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt werden soll: Black Voices Volksbegehren, Verein Zentrum Exil, Jüdische österreichische Hochschüler:innen, Grüne und Alternative Student_innen (GRAS), Verein Hango, Initiative Minderheiten, KSV-LiLi Kommunistischer Stu-dent_innenverband, Kulturverein Österreichischer Roma, KZ-Verband Wien, Lovara-Roma Österreich, Newo Ziro, ÖH Uni Wien, Romano Centro, Romano Svato, Roma-Service, Volkshilfe Österreich, Verband Sozialistischer Student*innen (VSStÖ), Voice of Diversity, Zentrum Exil … (es schließen sich laufend Organisationen an).
Juni 23rd, 2021 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Roma Lives Matter: Im tschechischen Teplice starb ein Rom, nachdem mehrere Polizisten minutenlang auf seinem Hals und Nacken gekniet waren. Ein Video zeigt Szenen wie im Fall George Floyds in den USA.
Die Roma-Community ist schockiert. Menschenrechts-NGOs fordern lückenlose Aufklärung. Tschechiens stellvertretende Grundrechtsbeauftragte (Ombudsfrau) Šimůnková hat eine Untersuchung der Polizeigewalt angekündigt. Polizei und Regierung hingegen weisen alle Vorwürfe zurück, loben die Polizisten und zeichnen ein Negativbild des Opfers (vorbestraft, Drogen, herzkrank). Premierminister Babiš dankt den Beamten für den Einsatz; sie hätten es nicht leicht gehabt.
Stellungnahme des Zentralrats, 23.6.2020:
Als „menschenverachtendes Vorgehen, das in seiner Abscheulichkeit und Brutalität nicht zu fassen ist“, bezeichnet Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, den Einsatz der tschechischen Polizei, der zum Tode eines jungen Rom führte. Und zieht Parallelen zum Tod des US-Amerikaners George Floyd. Rose fordert die lückenlose Aufklärung und harte Bestrafung der beteiligten Polizisten. Außerdem will er Gespräche mit dem tschechischen Botschafter in Berlin und dem deutschen Außenminister Heiko Maaß führen. Darüber hinaus wird der Zentralrat direkt beim tschechischen Innenminister Jan Hamáček intervenieren.
Laut Medienberichten soll es sich um eine Prügelei zwischen zwei Männern gehandelt haben, als die Polizei am Tatort antraf. Während der eine flüchtete, lag der andere verletzt auf der Straße, als er von den Polizisten angesprochen wurde. Laut Polizei habe er äußerst aggressiv reagiert.
Nur weil ein Zeugenvideo im Netz veröffentlicht wurde, kam der Vorfall in Teplice, einer Kleinstadt nahe der deutschen Grenze, an die Öffentlichkeit. Darauf ist zu sehen, ähnlich wie im Fall Floyd, dass zeitweise drei Polizisten auf dem jungen Mann knieten. Einer von ihnen insgesamt sechs Minuten auf dem Nacken und dem Hals des am Boden Liegenden. Auch als der Festgehaltene nach vier Minuten keinen Ton mehr von sich gibt, fährt der Polizist mit seiner „Intervention“ auf dem mittlerweile regungslosen Mann fort. Er verstarb laut Angaben der Polizei noch während des Rettungseinsatzes.
Innenminister Jan Hamáček stellte sich kurze Zeit später hinter die beteiligten Polizisten. Sie hätten seine „volle Unterstützung“, Read the rest of this entry »
Juni 21st, 2021 | Published in Film & Theater
Der Verein Romano Svato zeigt sein Stück „Bibi Sara Kali“, entstanden in Kooperation mit Werk-X-Petersplatz, bis 20. Juli 2021 online als Theaterfilm. Konzept & künstlerische Leitung: Simonida Selimović; Regie: Nina Kusturica
Romano Svato über das Stück:
„Bibi Sara Kali“ entstand nach einer Idee von Simonida Selimović. Aus persönlichen Erfahrungen, dem Gedächtnis der jahrhundertelangen Geschichte der Rom*nja und aktuellen Vorfällen haben der Wiener Autor Ibrahim Amir und das Ensemble eine Tragikomödie entwickelt, die in der Bibi Sara Kali eine Göttin des Widerstands und Überlebens findet.
Bibi Sara Kali ist die mächtige Patronin der Roma, Beschützerin, Wegbegleiterin, Rom*nja Wonderwoman. Ihr Kult wird von Roma weltweit in regionalen Abwandlungen zelebriert. Auf dem Balkan ist ihr der Bibijako Djive, der „Tag der Tante“, gewidmet. Ein letztes Mal wollte Jelena den Bibijako Djive begehen und stieg deshalb in den Bus von Wien-Erdberg nach Boljevac, ihre Heimatstadt in Serbien. Dort feierte sie – und dort starb sie tags darauf.
Ihr Tod gibt den Töchtern Snežana, Melisa und Tanja viele Fragezeichen auf: Seit der Migration nach Wien vor dreißig Jahren, welche die beiden älteren Schwestern als kleine Kinder miterlebt haben, gab es kaum noch Kontakt zur Familie in Serbien; und auch, dass die Mutter aufgebrochen war, um den Bibijako Djive zu feiern, ist verwunderlich, schließlich hatte sie in Wien ihre Identität als Romni geheim gehalten und ihre Töchter ohne Traditionen erzogen. Die drei Schwestern, einander seit Jahren entfremdet, und Snežanas Ehemann Taiye machen sich auf den Weg nach Boljevac, um die Mutter zu beerdigen.
Juni 17th, 2021 | Published in Facts & Figures
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Juni 16th, 2021 | Published in Einrichtungen, Politik, Wissenschaft
SENSIRO – Studie zur Evaluierung der nationalen Strategie zur Inklusion der Rom*nja in Österreich
Sensiro ist ein Projekt, das die nationale Strategie zur Erhöhung der sozialen Inklusion der Rom*nja, die 2011 verabschiedet wurde, und deren Fortsetzung vor kurzem beschlossen wurde, unabhängig evaluiert. Ziel der Evaluierung ist es, herauszufinden, ob und inwiefern die vom Bundeskanzleramt definierten Wirkungsziele erreicht wurden.
Österreich hat sich zur Umsetzung der Strategie verpflichtet. Die Strategie zur Erhöhung der Inklusion besteht aus verschiedenartigen Maßnahmen in den Bereichen Bildung, Arbeitsmarkt, Bekämpfung von Antiziganismus, Empowerment von Romnja sowie der Rom*nja-Jugend, Stärkung der zivilgesellschaftlichen Strukturen der Rom*nja und Partizipation.
Ziel der Studie ist es, herauszufinden, welche Folgen die Maßnahmen, die seit 2011 zur Stärkung und Ermächtigung der Roma und Romnja in Österreich gesetzt wurden, hatten. Die Studie wird vom Institut für Soziologie der Universität Wien in Zusammenarbeit mit den Zielgruppen durchgeführt. Ihre Erfahrungen und Sichtweisen, die im Rahmen der Studie erhoben werden, bilden die Grundlage für eine Bewertung und Weiterentwicklung der Strategie.
Das Projekt besteht unter anderem aus einer umfassenden Befragung wesentlicher Akteur*innen (aus der Zivilgesellschaft) und Verantwortlicher und mit der Umsetzung der Strategie Betrauter. Außerdem ist eine großflächige Fragebogenerhebung mit Angehörigen der Zielgruppen in ganz Österreich geplant. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, beim Projekt mitzuwirken: einerseits durch das Führen oder Geben von Interviews für die Fragebogenerhebung, andererseits durch das Besuchen von Workshops und Veranstaltungen und in Verbindung damit das Einbringen von Anregungen und Feedback, damit eine kontinuierliche Diskussion und Weiterentwicklung des Projektes gewährleistet werden kann.
Bei Interesse an einer Mitwirkung können Sie hier klicken!
Juni 14th, 2021 | Published in Facts & Figures
Juni 14th, 2021 | Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV
„Heimat Fremde Heimat“
ORF 2: So., 13. Juni 2021
→Online in der ORF-TVthek
Ajda Sticker präsentiert das ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ unter anderem mit folgendem Beitrag:
Verein „Newo Ziro“ für Anliegen von Sinti und Sintizze
Seelsorgerin Natalie Weinrich hat 2019 den Kulturverein „Newo Ziro“ – auf Deutsch „Neue Zeit“ – gegründet, um auf Herausforderungen, denen sich Sinti und Sintizze aktuell stellen müssen, aufmerksam zu machen. Darüber hinaus soll aber auch die Sinti-Kultur wieder mehr in die Öffentlichkeit gerückt werden. Nach wie vor ist die Volksgruppe mit fehlender Anerkennung, Vorurteilen und Rassismus konfrontiert. Neben der Sozialarbeit soll mit Projekten und Veranstaltungen nicht zuletzt zum Erhalt der Sinti-Kultur und -Sprache beigetragen werden. Ein Beitrag von Adriana Jurić.
Weitere Beiträge: Read the rest of this entry »
Juni 12th, 2021 | Published in Facts & Figures
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Juni 10th, 2021 | Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Razzia in Siedlung in Ostslowakei 2013: Nach der Verurteilung der Slowakei durch den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof wurden nun mehrere Roma in Košice freigesprochen
Das Kreisgericht Košice hat am Mittwoch (9.6.) drei weitere Roma freigesprochen, die wegen Falschaussage gegen Polizisten angeklagt waren. Das Urteil ist rechtskräftig. Zwei andere Roma wurden bereits im Mai freigesprochen. Angeklagt bleibt noch eine Person. Bei einer umstrittenen Aktion am 19. Juni 2013 in der ostslowakischen Stadt Moldava nad Bodvou waren mehr als 60 Polizisten im Einsatz. Die Roma sagten aus, sie seien ohne Grund und brutal geschlagen worden. Laut der Inspektion des Innenministeriums, die den Einsatz untersuchte, habe die Polizei in Übereinstimmung mit dem Gesetz gehandelt. Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage gegen die Roma. Nach einer Stellungnahme der Generalstaatsanwaltschaft und einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (siehe: Polizeigewalt gegen Roma: Slowakei verurteilt) ließ die Staatsanwaltschaft die Anklage von fünf Roma im März fallen.
(Text: RTVS, 10.6.2021)
Juni 9th, 2021 | Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV
Präsentation der ORF-TVthek-Videoarchive „100 Jahre Burgenland“ und „Volksgruppen in Österreich“
Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Burgenland“ wurden die beiden „ORF-TVthek goes school“-Videoarchive zur Geschichte des Burgenlandes und zu Österreichs Volksgruppen umfassend ausgebaut und erweitert. Insgesamt mehr als 50 neue Videos bereichern das auf der ORF-TVthek in der Rubrik „History“ gezeichnete, multimediale Bild des Bundeslandes und der österreichischen Volksgruppen um zahlreiche neue Facetten.
Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“
Das 2019 gelaunchte Videoarchiv „Volksgruppen in Österreich“ wurde um 23 neue auf jetzt insgesamt 130 Videobeiträge erweitert, die sich der Kroatischen (27 Beiträge, davon 6 neu), Slowakischen (15 Beiträge, davon 3 neu), Slowenischen (30 Beiträge, davon 3 neu), Tschechischen (15 Beiträge, davon 3 neu) und Ungarischen (17 Beiträge, davon 5 neu) Volksgruppe sowie der Volksgruppe der Roma (24 Beiträge, davon 3 neu) widmen.
Mit dem neuen Videomaterial werden weitere wichtige Aspekte von Geschichte und Kultur der Volksgruppen in Österreich beleuchtet. Das Videoarchiv bietet zum Beispiel ab sofort einen Beitrag über das burgenlandkroatische Online-Wörterbuch, informiert über die neue Gedenkstätte zur Erinnerung an die während des Nationalsozialismus ermordeten Roma und Sinti in Pinkafeld und Oberpullendorf oder erinnert an Dana Hermannová, die 1968 im noch freien slowakischen Fernsehen über den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts berichtete. Das 10-jährige Jubiläum des ORF-Magazins „České Ozvěny“ im Jahr 2019 steht ebenso im Mittelpunkt eines neu ins Archiv hinzugefügten Beitrags wie das langsame Verschwinden des Slowenischen in Kärnten oder der traditionsreiche Ball der Ungarn in Oberpullendorf. (Die genaue Liste mit allen Beiträgen ist online in der ORF-TVthek auf der Startseite des Videoarchivs in der Rubrik „History“ zu finden.) Read the rest of this entry »
Juni 5th, 2021 | Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ausstellung in der Kunsthalle Wien
Bis 5. 9. 2021, Museumsquartier, 1070 Wien
Download (pdf): →Ausstellungsguide
Das Averklub Collective ist eine lose organisierte Gruppe ohne feste Struktur. Seinen Kern bilden mehrere Bewohner*innen von Chanov, das als die größte Rom*nja-Siedlung in der Tschechischen Republik gilt. Das Kollektiv wächst und schrumpft nach eigenem Ermessen und passt sich durch verschiedene Konstellationen von Künstler*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen den Besonderheiten und Erfordernissen aktueller Projekte an.
Mit der Ausstellung Manuš heißt Mensch präsentiert die Kunsthalle Wien die jüngsten Recherchen und künstlerischen Arbeiten der Gruppe, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Generationen von Bewohner*innen der Chanov-Siedlung entstanden sind. Der Titel verweist auf das gleichnamige, 1986 erschienene Buch des kommunistischen Politikers und tschechoslowakischen Rom Vincent Danihel, das sich mit der Politik der Integration der Rom*nja in der sozialistischen Tschechoslowakei befasst. Durch die Verwendung desselben Titels für die Ausstellung möchte das Averklub Collective die Aufmerksamkeit auf das lenken, was Menschen vereint, statt auf das, was sie trennt: „Wir möchten zeigen, dass es über die Vielfalt der Kulturen, Gender, Nationen usw. hinaus und jenseits davon noch eine andere Ebene der Zugehörigkeit gibt, die ausnahmslos allen zugänglich ist.“
Die Ausstellung untersucht Erfolge und Misserfolge politischer Strategien, die auf die Emanzipation der Rom*nja abzielen, während des Sozialismus im Allgemeinen, aber auch konkreter anhand der spezifischen Geschichte der Siedlung in Chanov – und umreißt so mögliche Modelle der Gleichberechtigung, die universell und transnational sind und über eine Identitätspolitik hinausgehen. Read the rest of this entry »
Juni 3rd, 2021 | Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus fordert grundlegenden Perspektivwechsel in der Gesellschaft, eine „Wahrheitskommission“ über das Unrecht der Vergangenheit und Antiziganismus-Beauftragte in den Ländern. Tagung am 4./5. Juni.
Antiziganismus stellt ein massives gesamtgesellschaftliches Problem in Deutschland dar. So lautet das Resümee des Berichts der Unabhängigen Kommission Antiziganismus, der vom Deutschen Bundestag in Auftrag gegeben wurde. Die zentralen Inhalte des Kommissionsberichts werden am 4. und 5. Juni 2021 bei einer Online-Veranstaltung präsentiert. Der Bericht stützt sich auf 15 aktuelle, von der Kommission initiierte Studien. Sie greifen besonders die Perspektiven der Betroffenen auf. Hierfür wurden breite empirische Erhebungen durchgeführt.
Antiziganistischer Rassismus ist eine „allumfassende Alltagserfahrung für Sinti_ze und Rom_nja“, so die Kommission. Der Bericht konstatiert ein „Versagen deutscher Politik, deutscher Gesetzgebungen und deren Rechtsanwendung“. Untersucht wurde Antiziganismus beispielsweise in kommunaler Verwaltung, Schulbüchern und Polizei. Mehrere empirische Studien weisen hier institutionellen Antiziganismus nach.
Die Kommission fordert eine umfassende Strategie gegen Antiziganismus. „Wir brauchen einen grundlegenden Perspektivwechsel in der deutschen Gesellschaft, der die strukturellen Ursachen des Problems in den Blick nimmt.“ Entscheidend sei in diesem Kontext auch eine „Politik der nachholenden Gerechtigkeit“, „die das seit 1945 begangene Unrecht gegenüber Überlebenden und deren Nachkommen ausgleicht“. Zudem fordert die Kommission, „effektive und nachhaltige Partizipationsstrukturen für die Communitys der Sinti_ze und Rom_nja auf allen Ebenen zu schaffen“. Diese müssten verbindlich und auf Dauer angelegt sein. Die Unabhängige Kommission Antiziganismus empfiehlt Bund und Ländern, Beauftragte gegen Antiziganismus zu berufen und eine ständige Bund-Länder-Kommission zu schaffen, um die Arbeit gegen Antiziganismus auf höchster Ebene politisch zu verankern.
Eine weitere Forderung der Kommission lautet: „Die zahlreichen Defizite bei der ‚Wiedergutmachung‘ des Unrechts gegenüber Sinti_ze und Rom_nja müssen umgehend kompensiert und den Überlebenden ein Leben in Würde ermöglicht werden.“ Darüber hinaus solle ein umfassender Prozess der Aufarbeitung der sogenannten Zweiten Verfolgung nach 1945 durch eine von Perspektiven von Sinti_ze und Rom_nja geprägte Wahrheitskommission eingeleitet werden. Read the rest of this entry »