Facts & Figures (370)
Mai 31st, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
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Mai 31st, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung
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Mai 31st, 2021 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken
Dani Karavan, der neben vielen Kunstwerken weltweit auch das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas geschaffen hat, starb im Alter von 90 Jahren am 29. Mai in Tel Aviv. Dani Karavan hat sich noch bis vor wenigen Wochen persönlich für den Schutz des Denkmals in Berlin engagiert.
In den Gesprächen mit Dani Karavan wurde deutlich, dass für ihn, wie für den Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, das Denkmal, das neben dem Reichstagsgebäude in Berlin an den Holocaust erinnert, höchsten moralischen und politischen Stellenwert hat. Das Denkmal ist für Sinti und Roma in Deutschland und in Europa ein zentraler Ort des Gedenkens, und er ist gleichzeitig ein Ort der Erinnerung an die Verbrechen des Holocaust, dem über 500.000 Sinti und Roma zum Opfer fielen.
„Der Schutz und die Bewahrung des Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas hat für uns oberste Priorität. Wir haben hier unsere Verbundenheit aus unserer gemeinsamen Geschichte, unser gemeinsames Schicksal von Juden, Sinti und Roma zusammengebracht, als Künstler der eine, und als Bürgerrechtler und Politiker der andere. Der Ort, an dem sich das Denkmal mit dem Schwarzen Wasserbecken im Zentrum befindet, darf nicht in Frage gestellt werden, er muss im Sinne des Gedenkens, der Würde des Ortes und in der historischen Verantwortung geschützt werden.“, erklärten bereits im 10. Juli 2020 Dani Karavan und Romani Rose gemeinsam nach einem ausführlichen Gespräch.
Als Dani Karavan nach dem Beschluss der Bundesregierung 1992 vom Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, gebeten wurde, das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas zu gestalten, entwarf er dafür ein in die Stadtlandschaft eingebettetes Gesamtkunstwerk, mit dem schwarzen Wasserbecken im Zentrum. Read the rest of this entry »
Mai 30th, 2021 | Published in Facts & Figures
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Mai 28th, 2021 | Published in Dokumente & Berichte, Politik
Ein neuer Bericht der Stiftung Zukunft für Schweizer Fahrende zeigt, wie viele Halteplätze für die fahrenden Jenischen, Sinti und Roma in der Schweiz fehlen. Insgesamt gibt es heute 47 Plätze. Benötigt werden 80 bis 90 zusätzliche Plätze. Für die rechtlich geschützte fahrende Lebensweise sind Halteplätze unabdingbare Voraussetzung. Bund, Kantone und Gemeinden bleiben in der Pflicht.
Die als nationale Minderheiten anerkannten Jenischen und Sinti, aber auch die fahrenden Roma, sind von der fortdauernden Corona-Krise gebeutelt. Das Fahren ist für sie mit Corona noch schwieriger geworden, weil die Verdienstmöglichkeiten zeitweise eingebrochen sind. Seit Jahrzehnten fehlt es aber auch an Halteplätzen, um von Ort zu Ort in die Nähe ihrer Kundinnen und Kunden ziehen zu können.
In der Schweiz existieren 16 Standplätze für den Winteraufenthalt der Jenischen und Sinti. Für die Aufenthalte während der Reisezeit stehen 24 Durchgangsplätze zur Verfügung, acht davon allerdings nur provisorisch. Das ist bei weitem ungenügend: Wie der neue Bericht aufzeigt, fehlen für Schweizer Jenische und Sinti 20 bis 30 Stand- und 50 Durchgangsplätze. Ausländische fahrende Roma, hauptsächlich aus unseren Nachbarländern, bereisen die Schweiz in der Regel zwischen Februar und Ende Oktober. Heute gibt es für sie lediglich sieben Transitplätze, einige davon nur provisorisch. Zehn zusätzliche Plätze müssen gemäss dem neuen Bericht erstellt werden.
Aufgrund des bezifferten Platzmangels können die fahrenden Jenischen, Sinti und Roma ihre Lebensweise nur unter erschwerten Bedingungen ausüben. Die Platzsuche ist für sie aufwendig und teilweise gar unlösbar.
Mai 27th, 2021 | Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung
Mai 26th, 2021 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Verdacht auf systematische Diskriminierung von Wohnungssuchenden (u. a. von Schwarzen oder Roma und Sinti) bei der städtischen Bremer Baugesellschaft Brebau. Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordert umfassende Aufklärung und Entschädigung der Betroffenen sowie eine Entschuldigung vom Bremer Bürgermeister Bovenschulte.
Mit Empörung hat der Zentralrat auf die massiven rassistischen Diskriminierungen auch von Sinti und Roma durch die Bremer Baugesellschaft Brebau reagiert: „Die von den Medien geschilderten Vorgänge bei der Bremer Wohnungsbaugesellschaft Brebau stellen eine massive Diskriminierung der betroffenen Menschen dar. Besonders schwer wiegt, dass es sich hier um eine städtische Einrichtung handelt und es sich offenkundig nicht um Einzelfälle, also das Fehlverhalten einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter handelt, sondern dass dahinter eine Systematik steckt. Darauf weisen die internen Anweisungen der Brebau an ihre Mitarbeiter und die Tatsache, dass es eigens für diese unrechtmäßige Erfassung eine programmierte Datenmaske gibt hin“, so der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose.
Laut Presseberichten diskriminiert die städtische Wohnungsbaugesellschaft Menschen offenbar systematisch bei der Wohnungssuche. Das geht aus internen schriftlichen Anweisungen hervor, die von einem Mitarbeitenden der Brebau der Presse zugespielt worden sind. Die Brebau lässt demnach von ihren Kundenberaterinnen und Kundenberatern Vermerke über Bewerber erstellen, mit denen die Hautfarbe, die sexuelle Orientierung, die Religionszugehörigkeit oder die vermeintliche Abstammung im Rahmen einer „Zielgruppendefinition“ durch eigens dafür entwickelte Kürzel erfasst und in einer elektronisch geführten Akte gespeichert werden. Hiervon sind auch Menschen betroffen, die von der Brebau den Sinti und Roma zugeordnet werden und für die die Brebau die Abkürzung „E40“ eingeführt hat. Read the rest of this entry »
Mai 25th, 2021 | Published in Ehrungen & Nachrufe
Der langjährige Mitarbeiter des ORF Burgenland, Erich Schneller, ist am Sonntag im Alter von 67 Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben. Er war Radiomacher, Redakteur im Bereich Information und leidenschaftlicher Gestalter von Fernseh-Sonderproduktionen. Über Jahrzehnte war Erich Schneller einer der wichtigsten Mitstreiter an der Seite der Volksgruppe der Roma im Burgenland.
Der gesamte ORF Burgenland, alle Kolleginnen und Kollegen, trauern um den langjährigen ORF-Burgenland-Mitarbeiter Erich Schneller. Erich Schneller ist in Großpetersdorf geboren und aufgewachsen, er maturierte 1973 am Gymnasium Oberschützen. Er begann in Wien Publizistik und Politikwissenschaften zu studieren und startete im Jahr 1979 seine Arbeit im Landesstudio Burgenland als freier Mitarbeiter. In der Jugend- und Familienredaktion war er unter anderem für die Magazinsendung „Burgenlandstunde“ verantwortlich. 1998 wurde er Sendungsverantwortlicher für die Fernseh-Talksendung „Treffpunkt Burgenland“. Im Fernsehen betreute Erich Schneller auch Sonderproduktionen. Er produzierte Sendungen für „Erlebnis Österreich“ und „Österreich Bild“. Als Redakteur war Erich Schneller universell – er berichtete von politischen und chronikalen Ereignissen ebenso wie über zeitgeschichtliche und sozialpolitische Themen.
„Er war ein hervorragender Journalist, der mit seiner Arbeit vor allem die burgenländischen Roma ins öffentliche Bewusstsein rückte. Er war immer sehr korrekt und aufrichtig in seiner Arbeit und er war ein großartiger Mensch, der für Generationen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die hier heute noch arbeiten, ein Lehrmeister und Vorbild bleiben wird“, so ORF-Landesdirektor Werner Herics.
Engagement für die Volksgruppe der Roma
Ernsthaftigkeit, was Form und Inhalt betrifft, machten Erich Schneller aus, ebenso wie sein ausdauerndes Engagement für die Volksgruppe der Roma. In seinen Büchern ließ er die Menschen selbst zu Wort kommen. Erich Schneller engagierte sich im Team der Roma-Volkshochschule Burgenland und schrieb dort auch für das Magazin „Roma Cajtung“. Read the rest of this entry »
Mai 24th, 2021 | Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Podcast „heute wichtig“ #3: Radoslav Ganev kämpft gegen Sinti-und-Roma-Klischees
Radoslav Ganev, selbst Rom, erzählt im neuen „Stern“-Podcast „heute wichtig“, wie er seit seiner Kindheit gegen Klischees ankämpfte. Der 34-jährige Politologe und Konfliktmanager hat in München die Initiative „RomAnity“ gegründet und setzt sich so für die Rechte der Sinti und Roma ein. Rom zu sein, „das bringt dir Probleme“, sagt Ganev im Podcast-Gespräch mit Moderator Michel Abdollahi. Seine Identität habe er deshalb sogar lange Zeit verheimlicht. Read the rest of this entry »
Mai 21st, 2021 | Published in Einrichtungen, Facts & Figures, Medien & Presse, Religion
Mai 20th, 2021 | Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Die deutsche Bundesregierung hat gestern den von Bundesinnenminister Seehofer vorgelegten Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus zur Kenntnis genommen. Der Bericht wird nun dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat zur weiteren Behandlung und Beratung übermittelt.
Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD für die aktuelle 19. Legislaturperiode wurde vereinbart, ein Expertengremium zum Thema „Antiziganismus“ einzusetzen. Die Bundesregierung hat in ihrer Kabinettssitzung am Mittwoch den von Bundesinnenminister Seehofer vorgelegten Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus im Kabinett zur Kenntnis genommen. Dieses Gremium, die Unabhängige Kommission Antiziganismus (mehr hier), hatte sich nach vorangegangenen fachlichen Konsultationen mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma am 27. März 2019 im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat zusammengeschlossen. Die Expertinnen und Experten haben nach zweijähriger Arbeit ihren Bericht mit zahlreichen Forderungen und Empfehlungen abgeschlossen. Dabei hat der Expertenkreis unabhängig und selbständig seine Arbeitsagenda festgelegt und abgearbeitet.
Grundlage für weitere gesellschaftspolitische Diskussionen
Der Bericht beinhaltet Ausführungen zu antiziganistischen Erscheinungsformen und qualitativen sowie quantitativen empirischen Gegebenheiten in Deutschland, auch und gerade aus Perspektive der Sinti und Roma. Read the rest of this entry »
Mai 17th, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
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Mai 16th, 2021 | Published in Geschichte & Gedenken
Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erinnert an den Widerstand von Sinti und Roma im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau vor 77 Jahren, am 16. Mai 1944
An diesem Tag sollte der Lagerabschnitt B IIe, das sogenannte „Zigeunerlager“, in dem tausende von Sinti und Roma inhaftiert waren, aufgelöst und sämtliche Häftlinge in den Gaskammern ermordet werden.
„An diesem Tag jedoch leisteten die dort inhaftierten Menschen Widerstand gegen die Aktion der SS. Dieser Widerstand gegen die Vernichtung ist in der Geschichte von Auschwitz wie in der Geschichte der NS-Verbrechen und des Widerstands bislang nicht hinreichend gewürdigt worden, obwohl eine Vielzahl von Zeitzeugenaussagen vorliegen, die diesen Widerstand dokumentieren und die eindeutig diesen verzweifelten Akt des Widerstands in Auschwitz-Birkenau, im Zentrum des Holocaust, belegen“, so Romani Rose.
Die SS brach die Vernichtungsaktion am 16. Mai 1944 wegen des Widerstands der Sinti und Roma ab; wohl auch, um zu verhindern, dass der Widerstand auf andere Lagerabschnitte übergreifen konnte. In der Folge deportierte die SS die arbeitsfähigen und widerstandsfähigen jungen Männer und Frauen mit ihren Familien in andere Konzentrationslager. Viele von ihnen waren kampferfahrene ehemalige Soldaten, die oftmals direkt von der Front nach Auschwitz-Birkenau verbracht wurden. In der Nacht vom 2. zum 3. August 1944 wurden dann die letzten 4.300 im Lagerabschnitt BII e noch lebenden Menschen in den Gaskammern ermordet, die meisten waren Frauen, Kinder, Alte und Kranke. Dieser Tag ist heute der internationale Gedenktag an die Opfer des Holocaust an den Sinti und Roma Europas.
Eine Vielzahl von Zeugenaussagen, die den Aufstand vom 16. Mai 1944 dokumentieren, brachte der Prozess am Landgericht in Siegen gegen den SS-Rottenführer in Auschwitz Ernst August König hervor. Read the rest of this entry »
Mai 12th, 2021 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Mai 11th, 2021 | Published in Internet & Blogothek
Eine kleine, erfreuliche Durchsage in eigener Sache: Gestern hat unser Twitter-Account @dROMaBlog die Twitter-Schallmauer von 10.000 Followern (Abonnenten) durchbrochen. Das ist, das anzumerken sei uns in aller Bescheidenheit gestattet, nicht nichts. Der mehrsprachige, unentgeltlich betriebene Social-Media-Kanal ist Newsticker und (kommentierte) Presseschau, Informationsdrehscheibe, Anlaufstelle und Vernetzungsplattform (etwa hier und hier) in einem. Und all das offenbar nicht vergebens: Denn nach fast 12 Jahren und rund 12.700 Kurznachrichten ist @dROMaBlog heute der weltweit zweitgrößte Twitter-Account, der sich vorwiegend oder ausschließlich mit Roma-Themen befasst – überflügelt einzig vom größten spanischen Gitano-Verband FSG.
Palikerav und danke an alle Follower!
Opre Roma!
Mai 11th, 2021 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Eine Roma-Familie aus Northeim in Südniedersachsen soll abgeschoben werden. Der erste Versuch durch die Polizei scheiterte, weil eine Flugzeugbesatzung sich quer stellte.
[Siehe auch: Deutschland: Asyl und Abschiebungen von Roma 2020]
Olaf Weiss/HNA.de: Familie Toska steht vor einer ungewissen Zukunft. Das Schicksal der Roma-Familie, die seit 20 Jahren in Northeim lebt, ist ein Beispiel dafür, wie wenig die generellen Regeln des Asylrechts Einzelfällen gerecht werden können.
Das eingeschlagene Fenster der Terrassentür und die kaputte Eingangstür sind noch Wochen später ein Zeichen dafür, mit welcher Konsequenz Mitte März die Behörden versucht haben, die Mutter Selma und ihre vier minderjährigen Kinder im Alter von 8 bis 17 Jahren in den Kosovo abzuschieben.
Gescheiterte Abschiebung: Polizei brachte Familie aus Northeim zum Flughafen – Flugbesatzung weigerte sich
Die Polizei hatte sich nachts gewaltsam Zutritt verschafft, die Mutter und ihre Kinder in einen Kleinbus verfrachtet und zum Flughafen Düsseldorf gebracht. Dort endete der Abschiebeversuch, weil die Besatzung des Flugzeugs, die die Familie in den Kosovo bringen sollte, sich angesichts des Zustands der Mutter weigerte, die Familie mitzunehmen. Sie befürchtete, so berichten deutsche Unterstützer der Familie, dass die psychisch vollkommen neben sich stehende Frau auf dem Flug einen Zusammenbruch erleiden könnte.
Also wurde Familie Toska unverrichteter Dinge wieder zurück nach Northeim gebracht. Wegen ihrer psychisch schlechten Verfassung musste die Mutter einige Tage zur Beobachtung in der Psychiatrie verbringen. Read the rest of this entry »
Mai 10th, 2021 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Die nackten Fakten: Asyl und Abschiebungen von Roma im Jahr 2020
Bei der Entscheidung [Deutschlands], die sechs Westbalkanstaaten in den Jahren 2014 und 2015 zu sicheren Herkunftsländern zu erklären, wurde die menschenrechtliche Situation der Roma dort ignoriert. War die Bleiberechtssituation von Roma aus diesen Ländern bereits zuvor nicht allzu gut, so bedeutet die Einstufung, dass ihre Asylanträge nun so gut wie immer abgelehnt werden. Zusätzlich führte sie zu einer weiteren Stigmatisierung von Roma als „Wirtschaftsflüchtlinge“.
Bei den so genannten Westbalkanstaaten handelt es sich um Albanien und die post-jugoslawischen Länder Serbien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Nordmazedonien sowie Kosovo. 2020 lag die Gesamtschutzquote (Flüchtlingsschutz nach §3 I AsylG oder Abschiebungsverbot) bei 0,1% (Serbien, Nordmazedonien) und 2,1% (Kosovo). Für die drei weiteren Staaten liegen die Quoten zwischen diesen Zahlen.
Mehr als die Hälfte der Asylanträge, die von Menschen aus diesen Ländern 2020 gestellt wurden, waren Folgeanträge und stammen somit von Menschen, für die das nicht der erste Antrag war. Bei allen postjugoslawischen Staaten sowie beim Kosovo sind selbst nach offiziellen Zahlen die meisten Antragsteller/innen Roma. Die Dunkelziffer dürfte höher liegen, da viele Menschen aus Angst vor Diskriminierung nicht angeben, Roma zu sein. 2020 gab es beispielsweise 1.292 Asylanträge von Personen aus Serbien, davon gaben 1.036 an, Roma zu sein. Nur einer dieser 1.292 Anträge führte zu einem Schutzstatus nach §3 I Asylgesetz. Die anderen wurden entweder als unbegründet oder offensichtlich unbegründet abgelehnt oder anderweitig erledigt.
Die Fraktion Die Linke hat in einer Kleinen Anfrage den Bundestag gefragt, wie viele Abschiebungen es 2020 gab. Insgesamt waren es 10.800 Abschiebungen, darunter Menschen mit folgenden Staatsangehörigkeiten:
Albanien: 1.006 Personen (davon 234 Minderjährige)
Serbien: 754 Personen (davon 227 Minderjährige)
Nordmazedonien: 427 Personen (davon 149 Minderjährige)
Kosovo: 317 Personen (davon 62 Minderjährige)
Bosnien und Herzegowina: 173 Personen (davon 45 Minderjährige)
Montenegro: 110 Personen (davon 44 Minderjährige)
Mai 6th, 2021 | Published in Facts & Figures
Mai 3rd, 2021 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken
Die deutsche Dokumentarfilmerin und Autorin Nina Gladitz ist tot. Sie verstarb am 26. April im Alter von 75 Jahren in ihrem Geburtsort Schwäbisch Gmünd. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung. Gladitz ist es zu verdanken, dass 1982 einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, dass Leni Riefenstahl internierte Sinti und Roma aus dem NS-Zwangslager Maxglan als Komparsen benutzte (mehr hier).
Später wurden die zum Filmeinsatz gezwungenen Sinti und Roma nach Auschwitz deportiert, nur wenige überlebten. Gladitz hatte in der für den WDR produzierten TV-Dokumentation „Zeit des Schweigens und der Dunkelheit“ über die Umstände der Entstehung des Riefenstahl-Films „Tiefland“ berichtet. Leni Riefenstahl wollte daraufhin die Streichung mehrerer Passagen gerichtlich erzwingen. Gladitz bekam jedoch in fast allen Punkten Recht. Dennoch nahm ihre weitere Karriere durch den Gerichtsstreit erheblichen Schaden, nach eigenen Angaben erhielt die Dokumentarfilmerin vom WDR keine weiteren Aufträge mehr. Zudem darf der Film nach Angaben von Gladitz’ damaligem Anwalt nicht mehr gezeigt werden. Read the rest of this entry »