Archive for Mai, 2021

Facts & Figures (370)

Mai 31st, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung

Der erste Roma-Kin­der­gar­ten Ru­mä­ni­ens wur­de im Ok­to­ber 1933 in Bu­ka­rest – als Re­sul­tat des dor­ti­gen Ro­ma­kon­gres­ses – of­fi­zi­ell er­öff­net.

(Quelle)

Israelischer Bildhauer Dani Karavan gestorben

Mai 31st, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken

Dani Karavan vor dem Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas (© Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)Dani Karavan, der neben vie­len Kunst­wer­ken welt­weit auch das Denk­mal für die im Natio­nal­so­zia­lis­mus er­mor­de­ten Sinti und Roma Europas ge­schaf­fen hat, starb im Al­ter von 90 Jah­ren am 29. Mai in Tel Aviv. Dani Ka­ra­van hat sich noch bis vor we­ni­gen Wo­chen per­sön­lich für den Schutz des Denk­mals in Berlin en­ga­giert.

In den Gesprächen mit Dani Karavan wurde deutlich, dass für ihn, wie für den Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma, das Denkmal, das neben dem Reichs­tags­gebäude in Berlin an den Holocaust erin­nert, höchs­ten morali­schen und politi­schen Stellen­wert hat. Das Denkmal ist für Sinti und Roma in Deutschland und in Eu­ro­pa ein zentra­ler Ort des Ge­denkens, und er ist gleich­zeitig ein Ort der Er­inne­rung an die Ver­bre­chen des Holo­caust, dem über 500.000 Sinti und Roma zum Opfer fielen.

„Der Schutz und die Bewahrung des Denkmals für die im Natio­nal­sozia­lis­mus ermor­deten Sinti und Roma Europas hat für uns oberste Prio­rität. Wir haben hier unsere Ver­bunden­heit aus unserer gemein­samen Geschichte, unser gemein­sames Schicksal von Juden, Sinti und Roma zu­sam­men­ge­bracht, als Künstler der eine, und als Bürger­recht­ler und Politiker der an­dere. Der Ort, an dem sich das Denkmal mit dem Schwar­zen Wasser­becken im Zentrum be­findet, darf nicht in Frage ge­stellt werden, er muss im Sinne des Geden­kens, der Würde des Ortes und in der histo­ri­schen Ver­ant­wortung ge­schützt werden.“, erklär­ten bereits im 10. Juli 2020 Dani Karavan und Romani Rose ge­mein­sam nach einem aus­führ­li­chen Gespräch.

Als Dani Karavan nach dem Beschluss der Bundesregierung 1992 vom Vor­sitzen­den des Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, ge­beten wurde, das Denkmal für die im National­sozialis­mus ermor­deten Sinti und Roma Euro­pas zu gestal­ten, entwarf er dafür ein in die Stadt­land­schaft ein­ge­bettetes Ge­samt­kunst­werk, mit dem schwar­zen Wasserbecken im Zentrum. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (369)

Mai 30th, 2021  |  Published in Facts & Figures

Unter den Bauarbeitern, die seit den 1960ern am Bau der 1974 ein­ge­weih­ten Pra­ger U-Bahn mit­wirk­ten, wa­ren zahl­rei­che Roma.

(Quelle)

Zu wenig Halteplätze in der Schweiz

Mai 28th, 2021  |  Published in Dokumente & Berichte, Politik

Neuer Bericht über Stellplätze für Schweizer FahrendeEin neuer Bericht der Stiftung Zu­kunft für Schwei­zer Fah­rende zeigt, wie viele Hal­te­plätze für die fah­ren­den Je­ni­schen, Sinti und Roma in der Schweiz feh­len. Ins­ge­samt gibt es heute 47 Plätze. Be­nö­tigt wer­den 80 bis 90 zu­sätz­li­che Plätze. Für die recht­lich ge­schützte fah­rende Lebens­weise sind Halte­plätze unabdingbare Voraus­set­zung. Bund, Kan­tone und Ge­mein­den blei­ben in der Pflicht.

Die als nationale Minderheiten anerkannten Jenischen und Sinti, aber auch die fahren­den Roma, sind von der fort­dauern­den Coro­na-Krise ge­beutelt. Das Fahren ist für sie mit Corona noch schwie­riger ge­worden, weil die Ver­dienst­mög­lich­keiten zeit­weise ein­ge­bro­chen sind. Seit Jahr­zehn­ten fehlt es aber auch an Halte­plätzen, um von Ort zu Ort in die Nähe ihrer Kun­din­nen und Kunden zie­hen zu können.

In der Schweiz existieren 16 Standplätze für den Winter­auf­enthalt der Jeni­schen und Sinti. Für die Auf­enthalte wäh­rend der Reisezeit ste­hen 24 Durchgangs­plätze zur Ver­fügung, acht davon aller­dings nur provisorisch. Das ist bei weitem un­genü­gend: Wie der neue Bericht auf­zeigt, fehlen für Schweizer Jeni­sche und Sinti 20 bis 30 Stand- und 50 Durch­gangs­plätze. Aus­ländi­sche fahrende Roma, haupt­säch­lich aus unseren Nachbar­ländern, bereisen die Schweiz in der Regel zwi­schen Februar und Ende Okto­ber. Heute gibt es für sie ledig­lich sieben Transitplätze, einige davon nur proviso­risch. Zehn zu­sätz­liche Plätze müssen ge­mäss dem neuen Bericht erstellt werden.

Aufgrund des bezifferten Platzmangels können die fahren­den Jeni­schen, Sinti und Roma ihre Lebens­weise nur unter er­schwer­ten Be­din­gungen aus­üben. Die Platz­suche ist für sie auf­wendig und teil­weise gar un­lösbar.

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Facts & Figures (368)

Mai 27th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Bei jedem 2. Roma-Kind in Bul­ga­ri­en (48,2%) feh­len zu Hause die fi­nan­ziel­len Mit­tel, um ihm be­nö­tig­te neue Klei­dung zu kau­fen.

(Quelle/pdf)

Bremen: keine Wohnungen für Roma?

Mai 26th, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Diskriminierung am WohnungsmarktVerdacht auf systematische Dis­kri­minie­rung von Woh­nungs­su­chen­den (u. a. von Schwar­zen oder Roma und Sinti) bei der städti­schen Bre­mer Bau­ge­sell­schaft Brebau. Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma for­dert um­fas­sen­de Auf­klä­rung und Ent­schä­di­gung der Be­trof­fe­nen sowie eine Ent­schul­di­gung vom Bremer Bür­ger­meis­ter Bo­ven­schulte.

Mit Empörung hat der Zentralrat auf die massiven rassisti­schen Dis­krimi­nier­ungen auch von Sinti und Roma durch die Bremer Bau­gesell­schaft Brebau re­agiert: „Die von den Medien ge­schil­derten Vor­gänge bei der Bremer Woh­nungs­bau­gesell­schaft Brebau stellen eine mas­sive Dis­krimi­nierung der betrof­fenen Men­schen dar. Beson­ders schwer wiegt, dass es sich hier um eine städtische Ein­rich­tung handelt und es sich offen­kundig nicht um Einzel­fälle, also das Fehl­ver­halten einzelner Mit­arbei­terin­nen und Mit­arbei­ter handelt, son­dern dass da­hinter eine Syste­matik steckt. Darauf weisen die inter­nen An­weisun­gen der Brebau an ihre Mit­arbeiter und die Tat­sache, dass es eigens für diese un­recht­mäßige Erfassung eine pro­gram­mierte Daten­maske gibt hin“, so der Vor­sitzen­de des Zentral­rats, Romani Rose.

Laut Presseberichten diskriminiert die städtische Wohnungs­bau­gesell­schaft Men­schen offenbar syste­matisch bei der Wohnungs­suche. Das geht aus internen schrift­lichen An­weisungen hervor, die von einem Mit­arbei­tenden der Brebau der Presse zu­gespielt worden sind. Die Brebau lässt dem­nach von ihren Kunden­beraterinnen und Kunden­beratern Ver­merke über Bewerber er­stellen, mit denen die Hautfarbe, die sexuel­le Orien­tierung, die Religions­zu­gehö­rig­keit oder die ver­meint­liche Ab­stammung im Rah­men einer „Ziel­gruppen­defini­tion“ durch eigens dafür ent­wickel­te Kürzel erfasst und in einer elektronisch ge­führten Akte gespeichert werden. Hiervon sind auch Men­schen betroffen, die von der Brebau den Sinti und Roma zu­ge­ordnet wer­den und für die die Brebau die Abkür­zung „E40“ ein­ge­führt hat. Read the rest of this entry »

Erich Schneller verstorben

Mai 25th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Erich Schneller (Foto: ORF)Der langjährige Mitarbeiter des ORF Burgenland, Erich Schneller, ist am Sonn­tag im Alter von 67 Jah­ren nach lan­ger schwe­rer Krank­heit ge­stor­ben. Er war Radio­ma­cher, Re­dak­teur im Be­reich In­for­ma­tion und lei­den­schaft­li­cher Ge­stal­ter von Fern­seh-Son­der­pro­duk­tio­nen. Über Jahrzehnte war Erich Schnel­ler ei­ner der wich­tigs­ten Mit­strei­ter an der Seite der Volks­grup­pe der Roma im Bur­gen­land.

Der gesamte ORF Burgenland, alle Kolleginnen und Kollegen, trauern um den lang­jähri­gen ORF-Bur­gen­land-Mit­ar­bei­ter Erich Schnel­ler. Erich Schneller ist in Großpetersdorf ge­bo­ren und auf­ge­wachsen, er maturierte 1973 am Gym­nasi­um Oberschützen. Er be­gann in Wien Publizistik und Politik­wissen­schaf­ten zu studieren und star­tete im Jahr 1979 seine Arbeit im Landes­studio Bur­gen­land als freier Mit­arbeiter. In der Jugend- und Fa­milien­redak­tion war er unter ande­rem für die Magazin­sendung „Burgenland­stunde“ ver­ant­wortlich. 1998 wurde er Sen­dungs­ver­ant­wort­li­cher für die Fernseh-Talk­sen­dung „Treffpunkt Burgenland“. Im Fern­sehen betreu­te Erich Schneller auch Sonder­produktionen. Er pro­du­zierte Sendungen für „Erlebnis Öster­reich“ und „Österreich Bild“. Als Redak­teur war Erich Schneller uni­versell – er berich­tete von politi­schen und chroni­kalen Er­eig­nissen ebenso wie über zeit­geschicht­liche und sozial­politische Themen.

Er war ein hervorragender Journalist, der mit seiner Arbeit vor allem die burgen­ländi­schen Roma ins öffent­liche Bewusst­sein rückte. Er war im­mer sehr korrekt und auf­richtig in seiner Arbeit und er war ein groß­artiger Mensch, der für Gene­ra­tionen von Mit­arbei­terin­nen und Mit­arbeitern, die hier heute noch arbeiten, ein Lehr­meister und Vor­bild bleiben wird“, so ORF-Lan­des­direktor Werner Herics.

Engagement für die Volksgruppe der Roma

Ernsthaftigkeit, was Form und Inhalt betrifft, mach­ten Erich Schneller aus, ebenso wie sein aus­dau­ern­des En­gage­ment für die Volks­gruppe der Roma. In seinen Büchern ließ er die Men­schen selbst zu Wort kom­men. Erich Schnel­ler en­ga­gierte sich im Team der Roma-Volks­hoch­schule Bur­gen­land und schrieb dort auch für das Maga­zin „Roma Cajtung“. Read the rest of this entry »

„Ich habe meine Herkunft verschwiegen“

Mai 24th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radoslav GanevPodcast „heute wichtig“ #3: Radoslav Ganev kämpft gegen Sin­ti-und-Ro­ma-Kli­schees

→Anhören (26:33 min)

Radoslav Ganev, selbst Rom, erzählt im neuen „Stern“-Podcast „heute wichtig“, wie er seit seiner Kind­heit ge­gen Kli­schees an­kämpfte. Der 34-jäh­rige Polito­loge und Konflikt­ma­na­ger hat in München die Initia­tive „RomAnity“ ge­gründet und setzt sich so für die Rechte der Sinti und Roma ein. Rom zu sein, „das bringt dir Proble­me“, sagt Ganev im Pod­cast-Ge­spräch mit Mo­de­rator Michel Abdollahi. Seine Iden­tität habe er des­halb sogar lan­ge Zeit ver­heim­licht. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (367)

Mai 21st, 2021  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures, Medien & Presse, Religion

1957 wurde das evan­gel. Schwei­zer Mis­si­ons­blatt „Der Zi­geu­ner­freund“ (heu­te: „SZM-News-MTS“) zum Or­gan der „In­ter­nat. Zi­geu­ner­mis­si­on“.

(Quelle/pdf)

Deutscher Antiziganismusbericht vorgelegt

Mai 20th, 2021  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Konstituierung der Expertenkommission Antiziganismus, Berlin  27.3.2019 (Foto:© BMI/Bero via Zentralrat)Die deutsche Bundesregierung hat ges­tern den von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Seehofer vor­ge­leg­ten Bericht der Un­ab­hän­gi­gen Kom­mis­sion Anti­zi­ga­nis­mus zur Kennt­nis ge­nom­men. Der Be­richt wird nun dem Deut­schen Bundes­tag und dem Bun­des­rat zur weite­ren Be­hand­lung und Be­ra­tung über­mittelt.

Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD für die aktu­elle 19. Legis­latur­periode wurde ver­einbart, ein Exper­ten­gremium zum Thema „Anti­ziganis­mus“ ein­zu­setzen. Die Bundes­regie­rung hat in ihrer Kabinetts­sitzung am Mitt­woch den von Bundesinnenminister Seehofer vorgelegten Bericht der Un­abhän­gigen Kom­mission Anti­ziganis­mus im Kabinett zur Kenntnis ge­nommen. Dieses Gremium, die Un­abhän­gige Kom­mission Anti­ziganis­mus (mehr hier), hatte sich nach voran­gegan­genen fach­lichen Konsul­ta­tio­nen mit dem Zentralrat Deut­scher Sinti und Roma am 27. März 2019 im Bundes­ministe­rium des Innern, für Bau und Heimat zu­sam­men­geschlos­sen. Die Exper­tinnen und Experten haben nach zwei­jähriger Arbeit ihren Bericht mit zahl­reichen Forderungen und Empfeh­lungen ab­geschlos­sen. Dabei hat der Experten­kreis un­abhängig und selbstän­dig seine Arbeits­agenda fest­gelegt und ab­gearbeitet.

Grundlage für weitere gesellschaftspolitische Diskus­sio­nen

Der Bericht beinhaltet Ausführungen zu antiziganistischen Erschei­nungs­formen und qua­lita­tiven sowie quan­tita­tiven empiri­schen Ge­geben­heiten in Deutschland, auch und gerade aus Perspektive der Sinti und Roma. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (366)

Mai 17th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Seit 2016 erinnert in Babyn Jar bei Kiew in der Uk­rai­ne ein na­tio­na­les Mahn­mal auch an die ab Sept. 1941 dort er­mor­de­ten Ro­ma.

(Quelle)

16. Mai: „Romani Resistance Day“

Mai 16th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken

16. Mai: Romani Resistance DayZentralrat Deutscher Sinti und Roma erin­nert an den Wi­der­stand von Sinti und Roma im Ver­nich­tungs­lager Auschwitz-Bir­ke­nau vor 77 Jah­ren, am 16. Mai 1944

An diesem Tag sollte der Lagerabschnitt B IIe, das so­ge­nann­te „Zigeunerlager“, in dem tausen­de von Sinti und Roma inhaf­tiert waren, aufgelöst und sämt­li­che Häft­lin­ge in den Gas­kammern er­mordet werden.

„An diesem Tag jedoch leisteten die dort inhaftierten Menschen Wider­stand gegen die Aktion der SS. Dieser Widerstand gegen die Ver­nichtung ist in der Ge­schichte von Auschwitz wie in der Ge­schichte der NS-Ver­brechen und des Widerstands bis­lang nicht hin­reichend ge­würdigt worden, ob­wohl eine Viel­zahl von Zeit­zeugen­aus­sagen vor­liegen, die diesen Widerstand doku­men­tieren und die ein­deutig diesen ver­zweifelten Akt des Wider­stands in Auschwitz-Bir­kenau, im Zentrum des Holocaust, be­le­gen“, so Romani Rose.

Die SS brach die Vernichtungsaktion am 16. Mai 1944 wegen des Wider­stands der Sinti und Roma ab; wohl auch, um zu ver­hindern, dass der Widerstand auf andere Lager­abschnitte über­greifen konnte. In der Folge depor­tierte die SS die arbeits­fähigen und wider­stands­fähi­gen jungen Männer und Frauen mit ihren Familien in andere Konzentra­tions­lager. Viele von ihnen waren kampf­erfahrene ehe­malige Soldaten, die oftmals direkt von der Front nach Auschwitz-Birkenau ver­bracht wurden. In der Nacht vom 2. zum 3. August 1944 wurden dann die letzten 4.300 im Lager­abschnitt BII e noch leben­den Menschen in den Gaskammern er­mordet, die meisten waren Frauen, Kinder, Alte und Kranke. Dieser Tag ist heute der inter­natio­nale Gedenktag an die Opfer des Holo­caust an den Sinti und Roma Europas.

Eine Vielzahl von Zeugenaussagen, die den Aufstand vom 16. Mai 1944 dokumen­tie­ren, brachte der Prozess am Land­gericht in Siegen gegen den SS-Rot­ten­führer in Auschwitz Ernst August König hervor. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (365)

Mai 12th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

6 % der Österreicher hal­ten den Satz „In den Be­rich­ten über Kon­zent­rat­ions­la­ger (…) wird vie­les über­trie­ben dar­ge­stellt“ für sehr/eher zu­tref­fend.

(Quelle/pdf)

Nicht nichts: 10.000 Follower

Mai 11th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek

Schallmauer auf TwitterEine kleine, erfreuliche Durch­sage in eige­­ner Sache: Ges­­tern hat un­ser Twit­ter-Ac­­count @dROMaBlog die Twit­­ter-Schall­­mauer von 10.000 Fol­­lowern (Abon­nen­­ten) durch­­bro­chen. Das ist, das an­zu­merken sei uns in aller Be­schei­den­heit ge­stat­tet, nicht nichts. Der mehr­spra­chi­ge, un­ent­gelt­lich betriebene Social-Me­dia-Ka­nal ist Newsticker und (kommentierte) Presseschau, In­for­ma­tions­dreh­scheibe, Anlaufstelle und Vernetzungsplattform (etwa hier und hier) in einem. Und all das offenbar nicht vergebens: Denn nach fast 12 Jah­ren und rund 12.700 Kurz­nach­rich­ten ist @dROMaBlog heute der weltweit zweitgrößte Twitter-Account, der sich vor­wiegend oder aus­schließ­lich mit Roma-The­men be­fasst – über­flügelt ein­zig vom größten spa­nischen Gita­no-Ver­band FSG.

Palikerav und danke an alle Follower!

Opre Roma!

Flugzeugcrew verweigert Abschiebung

Mai 11th, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Abschiebeversuch scheiterte an Flugzeugcrew (Foto: Hans Braxmeier auf Pixabay)Deutschland: Eine Roma-Familie aus Nort­heim in Süd­nieder­sach­sen soll ab­ge­scho­ben wer­den. Der ers­­te Ver­such durch die Po­li­zei schei­ter­te, weil eine Flug­zeug­be­sat­zung sich quer stellte.

[Siehe auch: Deutschland: Asyl und Abschiebungen von Roma 2020]

Olaf Weiss/HNA.de: Familie Toska steht vor einer ungewis­sen Zukunft. Das Schick­sal der Roma-Fa­milie, die seit 20 Jahren in Northeim lebt, ist ein Bei­spiel dafür, wie wenig die ge­nerel­len Regeln des Asyl­rechts Einzel­fällen ge­recht wer­den können.

Das eingeschlagene Fenster der Terrassentür und die kaputte Ein­gangs­tür sind noch Wochen später ein Zeichen dafür, mit welcher Kon­se­quenz Mitte März die Behörden ver­sucht haben, die Mutter Selma und ihre vier minder­jähri­gen Kinder im Alter von 8 bis 17 Jahren in den Kosovo ab­zu­schieben.

Gescheiterte Abschiebung: Polizei brachte Familie aus Northeim zum Flug­ha­fen – Flug­be­sat­zung wei­gerte sich

Die Polizei hatte sich nachts gewaltsam Zutritt verschafft, die Mutter und ihre Kinder in einen Kleinbus ver­frachtet und zum Flug­hafen Düsseldorf ge­bracht. Dort endete der Ab­schiebe­versuch, weil die Be­satzung des Flug­zeugs, die die Familie in den Kosovo brin­gen sollte, sich an­gesichts des Zu­stands der Mutter wei­gerte, die Familie mit­zu­nehmen. Sie be­fürchtete, so berichten deutsche Unter­stützer der Familie, dass die psychisch voll­kom­men neben sich ste­hende Frau auf dem Flug einen Zu­sam­men­bruch er­leiden könnte.

Also wurde Familie Toska unverrichteter Dinge wieder zurück nach Northeim ge­bracht. Wegen ihrer psy­chisch schlech­ten Ver­fassung musste die Mutter einige Tage zur Be­obach­tung in der Psychiatrie ver­bringen. Read the rest of this entry »

Deutschland: Asyl und Abschiebungen von Roma

Mai 10th, 2021  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Deutschland: Sichere Herkunftsstaaten, Asyl und Abschiebungen (Foto: MiG)Die nackten Fakten: Asyl und Abschiebungen von Roma im Jahr 2020

Bei der Entscheidung [Deutschlands], die sechs Westbalkan­staaten in den Jah­ren 2014 und 2015 zu siche­ren Her­kunfts­ländern zu er­klären, wurde die men­schen­rechtli­che Situa­tion der Roma dort ignoriert. War die Bleiberechts­situa­tion von Roma aus diesen Län­dern bereits zuvor nicht allzu gut, so be­deutet die Ein­stufung, dass ihre Asyl­anträge nun so gut wie immer ab­gelehnt werden. Zu­sätzlich führte sie zu einer weite­ren Stigmati­sie­rung von Roma als „Wirt­schafts­flüchtlinge“.

Bei den so genannten Westbalkanstaaten handelt es sich um Albanien und die post-ju­go­slawi­schen Länder Serbien, Montenegro, Bosnien-Her­ze­gowina und Nord­mazedonien so­wie Ko­sovo. 2020 lag die Gesamt­schutz­quote (Flücht­lings­schutz nach §3 I AsylG oder Ab­schie­bungs­verbot) bei 0,1% (Serbien, Nord­maze­donien) und 2,1% (Kosovo). Für die drei wei­teren Staaten liegen die Quoten zwi­schen diesen Zahlen.

Mehr als die Hälfte der Asylanträge, die von Menschen aus diesen Län­dern 2020 ge­stellt wurden, waren Folge­anträge und stam­men somit von Men­schen, für die das nicht der erste Antrag war. Bei allen postjugoslawischen Staaten sowie beim Kosovo sind selbst nach offiziel­len Zahlen die meis­ten Antrag­steller/in­nen Roma. Die Dunkel­ziffer dürf­te höher liegen, da viele Menschen aus Angst vor Dis­kriminie­rung nicht an­geben, Roma zu sein. 2020 gab es bei­spiels­weise 1.292 Asyl­anträge von Per­sonen aus Serbien, davon gaben 1.036 an, Roma zu sein. Nur einer dieser 1.292 Anträge führte zu einem Schutz­status nach §3 I Asylgesetz. Die an­deren wurden ent­weder als un­begründet oder offen­sicht­lich un­begrün­det abgelehnt oder ander­weitig erledigt.

Die Fraktion Die Linke hat in einer Kleinen Anfrage den Bundestag gefragt, wie viele Ab­schiebun­gen es 2020 gab. Ins­ge­samt waren es 10.800 Ab­schie­bun­gen, darun­ter Men­schen mit fol­gen­den Staats­an­ge­hö­rig­keiten:

Albanien: 1.006 Personen (davon 234 Minder­jährige)
Serbien: 754 Personen (davon 227 Minder­jährige)
Nordmazedonien: 427 Personen (davon 149 Min­der­jäh­rige)
Kosovo: 317 Personen (davon 62 Minderjährige)
Bosnien und Herzegowina: 173 Personen (davon 45 Min­der­jährige)
Montenegro: 110 Personen (davon 44 Minderjährige)

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Facts & Figures (364)

Mai 6th, 2021  |  Published in Facts & Figures

Nur 8 % der Roma in den USA be­vor­zu­gen den in der Mehr­heitsbe­völ­ke­rung vor­herr­schen­den Be­griff „Gypsy“ ge­gen­über „Romani“.

(Quelle/pdf)

Nina Gladitz (1946–2021)

Mai 3rd, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken

Nina Gladitz (1946-2021) (Foto: Cicero)Die deutsche Dokumentar­filmerin und Auto­rin Nina Gladitz ist tot. Sie ver­starb am 26. April im Alter von 75 Jah­ren in ihrem Geburts­ort Schwäbisch Gmünd. Dies be­rich­tet die Süd­deut­sche Zeitung. Gladitz ist es zu verdanken, dass 1982 einer breiten Öffentlichkeit be­kannt wurde, dass Leni Riefenstahl in­ter­nierte Sinti und Roma aus dem NS-Zwangs­lager Maxglan als Komparsen be­nutzte (mehr hier).

Später wur­den die zum Filmeinsatz gezwun­ge­nen Sinti und Roma nach Auschwitz de­portiert, nur wenige über­lebten. Gladitz hatte in der für den WDR pro­du­zierten TV-Doku­mentation „Zeit des Schweigens und der Dunkel­heit“ über die Um­stände der Ent­stehung des Riefen­stahl-Films „Tiefland“ be­richtet. Leni Riefenstahl wollte daraufhin die Streichung meh­re­rer Passagen ge­richtlich er­zwingen. Gladitz bekam jedoch in fast allen Punkten Recht. Den­noch nahm ihre weitere Karriere durch den Gerichts­streit erheb­li­chen Schaden, nach eige­nen Angaben erhielt die Doku­mentar­filmerin vom WDR keine weite­ren Aufträge mehr. Zu­dem darf der Film nach An­gaben von Gladitz’ damali­gem Anwalt nicht mehr ge­zeigt werden. Read the rest of this entry »