Archive for April, 2021

Facts & Figures (363)

April 30th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

In Bulgarien verfügt nicht ein­mal je­des zwei­te Roma­kin­d (45,7%) zu Hau­se über einen ge­­eig­ne­ten Platz für Haus­übun­gen und Ler­nen.

(Quelle/pdf)

Bürgerrechtspreis für Angela Merkel

April 28th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Merkel erhält den Eruopäischen Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma (Foto: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)Diesjährige Preisträgerin des Europäischen Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma in Er­in­ne­rung an Oskar und Vinzenz Rose ist Bun­des­kanz­le­rin Dr. Angela Merkel.

Die Preisverleihung wird am 28.4.2021 um 14:30 Uhr live auf www.buergerrechtspreis.de und mit eng­li­scher Si­mul­tan­über­set­zung auf www.civilrightsprize.com über­tra­gen.

Sie wird ausgezeichnet, weil sie sich seit ihrem Amts­antritt im Jahr 2005 in beson­derer Weise dafür ein­ge­setzt hat, dass nach dem Zivili­sa­tions­bruch des Holocaust an den 500.000 Sinti und Roma im NS-be­setzten Europa die Rechte der Minder­heit und ihre über 600-jäh­rige Geschichte in Deutschland und Europa be­wusster wahr­ge­nom­men werden. Der Preis wird über­reicht von seinem Stifter Dr. h.c. Manfred Lautenschläger und dem Vor­sit­zen­den des Zentral­rats Deut­scher Sinti und Roma Romani Rose. Die Laudatio auf die Bun­des­kanz­lerin wird der Preis­träger des Jahres 2019, der ehe­malige Staats­prä­si­dent der Slowaki­schen Republik Andrej Kiska halten.

Wichtige Meilensteine der Bürgerrechtsarbeit des Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma konn­ten unter der Kanzler­schaft und mit persönli­cher Unter­stützung von Angela Merkel reali­siert werden. Die Über­gabe des nationa­len Denkmals für die im National­sozialis­mus er­mordeten Sinti und Roma durch sie im Jahr 2012 in Berlin in un­mittel­barer Nähe des Reichs­tags­gebäudes, war ein wichtiges politi­sches Zeichen auch in die Mitglied­staaten der Euro­päi­schen Union. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (362)

April 26th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Romani

Frühling heißt auf Roman (Bur­gen­land-Ro­ma­ni) terno linaj – das be­deu­tet wört­lich: jun­ger Som­mer.

dROMa 61: „Gesundheit | Sastipe“

April 24th, 2021  |  Published in Frauenrechte, Rassismus & Menschenrechte, dROMa (Magazin)

droma_61Frühling | Terno linaj 2021
Themenheft Gesundheit | Temakeri heftlina Sastipe

Download (PDF) | Inhalt

Vor einem Jahr haben wir in dROMa darüber berichtet, was die globale Ge­sundheits­krise für Roma be­deutet. Nun wenden wir uns dem Thema „Gesund­heit“ aber­mals zu. Dies­mal aber richten wir das Augen­merk auf einige Mensch­heits­ver­bre­chen und ihre Folgen: Den Be­ginn macht ein Beitrag über Zwangs­steri­li­sie­run­gen in der Tschecho­slowakei, die auch nach dem Ende der Dik­tatur fort­geführt wurden. Wir haben darüber­hinaus auch mit der Prager Ak­ti­vis­tin Gwendolyn Albert über ein neues Ent­schä­di­gungs­gesetz ge­spro­chen, das in Tschechien schon bald in Kraft tre­ten könnte. Roman Urbaner be­richtet vom drei­fachen Unrecht an den ver­trie­be­nen Roma von Mitrovica im Kosovo. Jahrelang ließ sie die UNO wis­sent­lich in blei­kon­ta­mi­nier­ten Flücht­lings­lagern aus­harren. Wieder­gut­machung für die Ge­sund­heits­schäden gibt es bis heute nicht. Und ab­schlie­ßend blickt Valentine Auer auf die psychi­schen Nach­wirkungen von Gewalt: Sie hat sich mit Nestor Kapusta und Gerda Netopil vom Psy­cho­so­zia­len Zentrum ESRA über Traumata und die Arbeit mit Holo­caust-Über­le­ben­den unter­hal­ten. Be­glei­tet wird dieser Beitrag von Zitaten aus un­seren Zeit­zeugen­editio­nen Mri und Ama­ri His­torija.

O Angle jek bersch ande dROMa pedar phu­ka­tscham, so i globali sasti­pes­keri briga le Romen­ge hi. Akan papal i tema „sastipe“ upre lijam. Amen o dikipe upre poar manu­schen­gere tscho­ri-tscha­ge taj len­gere koji keras: O kesdipe kerel jek pi­sintscha­go pedar o na use phende schte­ri­li­saci­jontscha andi Tsche­cho­slo­vakija, save te palo kise­tinipe la diktaturatar meg bajder kerde ule. Amen la akti­vist­ki­jaha Gwendolyn Albert andar Prag pe­dar jek nevo pomo­scha­goskero lojen­gero tscha­tschi­pe vakertscham, savo andi Tschechija bojd prik be­schardo schaj ovlahi. Read the rest of this entry »

Christoph Gärtner-Horvath mulo

April 22nd, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Christoph Gaertner-HorvathPal jek harno nasvalipe o ba­ri­ka­no prindschar­do mu­schi­ka­schi taj cajtakeri ceuge Christoph Gärtner-Horvath an­do 88. dschi­vi­pes­ke­ro bersch mulo. Gugi, sar le o Roma prindschar­na­hi, pra Ro­ma­na ban­daha uso 1. Ro­ma-Ball 1991 an­do OHO Er­ba­te, i kultu­ra taj tra­di­ci­ja la flo­gos­ke­ra grupnatar le Ro­men­dar up­re te dschil mukla.

O Christoph Gärtner-Horvath ando bersch 1933 andi Tikni Boslina ando suditi­ko bur­gen­lan­di­tiko becirk Erba upro them alo. Palo muli­pe les­kera dajatar ov use pri baba taj papu upre bar­tschino. 1941 ov taj dschene les­kera famili­jatar ando Ungri­ko pu­men tschite; leskeri baba taj leskero papu taj duj phrala lestar ando loger­tscha ledschim ule taj odoj mur­darde len. Palo ande lipe le nimtsch­ke nim­cendar 1944 le Ungri­kostar, les­keri fami­lija ando nor­ditiko ungriko lo­geri Komárom ledschim ule. Les­kero dad ando loge­ri Buchenwald pelo. 1945 leskeri fa­milija papal khetan pele taj andi Austrija pal gele.

O Christoph Gärtner-Horvath paloda ojs jek barikano prindschardo mu­schi­kaschi andi cili Europa butscha­lintscha. Ov o kon­serva­to­rijum taj i muschi­kakeri aka­de­mija Betschiste khero­dija taj kise­tintscha. Pa­loda ov buti ande jek banda ande Düsseldorf usch­tidija. Deschu­duj berscha dur o Gärt­ner-Hor­vath and Rust am See sina. O Gugi sar le o Roma akar­nahi use jek bari­kano inter­na­cijo­nali muschi­kaschi ulo. Read the rest of this entry »

Christoph Gärtner-Horvath (1933–2021)

April 22nd, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Christoph Gaertner-HorvathMusiker und Zeitzeuge Christoph Gärtner-Horvath ver­storben


Nach kurzer Krankheit ist der bekannte Musi­ker und Zeit­zeuge Christoph Gärt­ner-Hor­vath im 88. Le­bens­jahr ver­stor­ben. Gugi, wie er bei den Roma be­kannt war, ließ mit seiner Roma-Banda beim 1. Roma-Ball 1991 im OHO in Oberwart die Kul­tur und Tra­di­tion der Volks­gruppe auf­leben.

Christoph Gärtner-Horvath wurde 1933 in Kleinbachselten im süd­burgen­ländi­schen Bezirk Oberwart ge­boren. Nach dem frühen Tod der Mutter ist er bei den Großeltern auf­ge­wachsen. 1941 flüch­tete er und ein Teil der Familie nach West­ungarn; seine Groß­eltern und zwei Brüder wurden depor­tiert und ermordet. Nach dem Ein­marsch der deut­schen Truppen 1944 in Ungarn wurde die Familie ins nord­ungari­sche Sammel­lager Komárom de­portiert. Sein Vater wurde ins KZ Buchenwald ver­schleppt. 1945 kam es zur Wieder­ver­eini­gung der Familie und zur Rück­kehr nach Österreich.

Christoph Gärtner-Horvath war danach als bekannter Musiker europa­weit tätig. Er ab­sol­vierte das Kon­ser­vato­rium und die Musik­akademie in Wien und fand eine An­stellung in Düsseldorf, wo er in einer gro­ßen Kapelle ge­spielt hat. Zwölf Jahre lang war Herr Gärt­ner-Hor­vath in Rust am See. Chris­toph Gärt­ner-Hor­vath wurde zu einem inter­national ge­fragten Musiker, dessen En­gage­ments ihn u. a. in die Schweiz oder nach England führ­ten. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (361)

April 21st, 2021  |  Published in Facts & Figures

30,9 % der Deutschen sagen von sich, sie wür­den „je­man­den als Sin­ti oder Ro­ma er­ken­nen“ kön­nen.

(Quelle)

Posthume Ehrung für Vili Viorel Păun

April 20th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Rassismus & Menschenrechte

Hanau (Foto: Ausländerbeirat der Stadt Hanau, 2020)Hessische Medaille für Zivilcourage posthum an Vili Viorel Păun


Vili Viorel Păun versuch­te am 19. Febru­ar 2020, den Attentä­ter von Hanau zu stop­pen, und ließ dafür sein Leben. Er verfolgte den Täter nach den ers­ten Schüssen mit seinem Auto, wäh­rend er erfolg­los ver­suchte, die Polizei zu alar­mie­ren. Vili Viorel Păun starb, von drei Ku­geln ge­trof­fen, mit 22 Jahren. Er war eines von drei Ro­ma-Opfern des An­schlags.

Hessische Staatskanzlei: „Vili Viorel Păun hat sich selbst­los, mutig und ent­schlossen für seine Mit­menschen ein­gesetzt. Dafür wird er nun posthum mit der Hes­sischen Me­daille für Zivil­courage aus­ge­zeich­net“, teilte der Hessi­sche Minis­ter­präsident Volker Bouffier am Montag mit. „Diese Aus­zeich­nung bringt den Eltern ihren Sohn nicht zu­rück, sie soll aber ein Zeichen des Trostes und der An­erken­nung seiner Courage sein“, be­grün­dete der Minis­ter­prä­sident die Ent­schei­dung. Statt zu- oder weg­zu­schauen habe Vili Viorel selbst­los, blitz­schnell und mutig re­agiert. Mit seinem ent­schlos­senen Ein­treten habe er versucht, Men­schen­leben zu retten. Damit hat er aktiv die Eck­pfeiler des gesell­schaft­li­chen Zu­sam­men­lebens wie Menschen­würde und Solida­rität ver­tei­digt.

„Wertschätzung für selbstloses und tapferes Ein­schrei­ten“

„Die Medaille für Zivilcourage kann nicht ungeschehen machen, was pas­siert ist“, betonte der Minister­prä­sident. „Sie soll aber ein sicht­bares Zeichen der Wert­schätzung für selbst­loses und tapferes Ein­schreiten zum Wohle aller sein. Ich möchte damit ins­beson­dere die Bot­schaft aller Hes­sinnen und Hessen ver­knüpfen, dass die Namen der Opfer eben­so wie das Leid, das der Täter nicht nur ihnen, son­dern auch den An­ge­höri­gen und Freunden zu­gefügt hat, nicht ver­gessen werden.“ Read the rest of this entry »

Rassismus-Beschwerde gegen „Spiegel TV“

April 17th, 2021  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Rassismusvorwürfe gegen Spiegel TV in Deutschland (Foto: Pixabay)Deutschland: Zentralrat legt Be­schwer­de bei der Nie­der­säch­si­schen Lan­des­me­di­en­an­stalt (NLM) ge­gen „Spiegel TV“-Re­por­tage ein

Wegen der erneuten massiven und pauschalen Kri­mi­na­li­sie­rung und Stigmatisierung von Sinti und Roma in der auf RTL im Rahmen der Dritt­sende­zeit am 29. März 2021 aus­ge­strahl­ten „Spiegel TV“-Re­por­tage „Per­fide Abzocke mit Terrassen­reini­gung: Ein­mal sauber­machen für 5.000 Euro“ legt der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma Beschwerde bei der Nie­der­säch­si­schen Landes­medien­anstalt (NLM) ein.

„Der Beitrag stärkt damit massive Vorurteile gege­nüber der ge­sam­ten Minder­heit, die – wie die Anschläge zuletzt in Hanau zeigten, bei denen auch Roma Opfer wurden – zu Gewalt und selbst zu Mord­anschlägen führen. Sen­dungen wie diese schüren Hass gegen unsere Minder­heit, die sich in un­zähligen gewalt­vollen de­humani­sie­renden Hass­kom­men­taren im Internet ent­laden und zu Angriffen auf Sinti und Roma im rea­len Leben führen. Dies doku­men­tieren ins­beson­dere die Kom­mentar­spalten unter dem ,Spie­gel TV’-Bei­trag in den sozialen Medien“, kri­ti­siert Romani Rose.

Die „Spiegel“-Reportage missachtet grob die journalistischen Grund­sätze und ins­beson­dere die Vor­gaben des Nieder­sächsi­schen Medien­gesetzes (NMedienG). Nach Auf­fassung des Zentral­rats Deutscher Sinti und Roma ver­stößt dieser Beitrag eben­so gegen die ein­deu­ti­gen Vor­gaben des Medien­staats­vertrages, vor al­lem §19 zur Sorgfalts­pflicht jour­nalis­tisch-re­dak­tio­nell ge­stalteter An­gebote und gegen die Programm­grund­sätze in §51, nach denen Programme so­wohl die Würde des Menschen zu achten haben als auch auf ein dis­kriminie­rungs­freies Mit­einander hin­wirken sollen, sowie gegen § 14 Abs. 1, 2 NMedienG und § 10 Abs. 1 RStV i.V.m.

Mit den verwendeten Begriffen wie „Roma-Clan“ wird gezielt der gesam­ten Minder­heit Kriminalität al­lein auf­grund der Ab­stammung unter­stellt. In der jetzt kritisier­ten Sendung zeigt „Spie­gel TV“ Men­schen mit wieder­hol­ter Namensnennung und miss­achtet damit die Grenzen einer sach­orientier­ten Bericht­erstat­tung. Read the rest of this entry »

Genetische Studien an Romnja und Roma

April 16th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Vortrag und Diskussion: Genetische Studien an Rom­nja und Roma (Bild: Pixabay)Online-Vortrag und -Diskussion mit Prof. Veronika Lipphardt (Frei­burg) und Dr. Mihai Surdu (Hei­del­berg): Ge­ne­ti­sche Stu­di­en an Romnja und Roma. Eine kri­ti­sche Be­stands­auf­nahme zu ihrer Ent­ste­hung und Nut­zung

16. April 2021, 18 bis 19.30 Uhr
Moderation: Anja Reuss (Zentralrat Deutscher Sinti und Roma)
→Live-Streaming

Genetische Untersuchungen an Roma haben eine über 100 Jahre alte For­schungs­ge­schichte. An­hand von ca. 440 Studien, d. h. popu­la­tions-, me­dizin- und foren­sisch-ge­ne­tischen Unter­suchun­gen an Romnja und Roma, zei­gen wir, dass viele dieser Publika­tio­nen so­wohl metho­dische und kon­zeptio­nelle Maß­stäbe der Re­präsen­tati­vität als auch ethische Standards ver­nach­läs­sigen. Dies gilt auch für DNA-Studien, die seit 1990 er­schie­nen sind. Auf der epistemi­schen Ebene hinter­fragen wir die Dar­stellung von Roma als „genetisches Isolat“ und die ihr zu­grunde­liegen­den Kon­zepte, wobei wir ins­besondere die Strate­gien der Daten­erhebungen in den Blick neh­men. Auf der ethischen Ebene zeigen wir, dass vor allem foren­sische Studien und Datensätze selten ethische An­for­derun­gen er­füllen. Außer­dem verdeutlichen wir, dass das außer­gewöhnlich starke Interes­se der foren­si­schen Genetik an Roma dazu bei­trägt, sie als „suspect population“ zu stig­mati­sieren. Wir stellen einen all­gemeinen Mangel an Trans­parenz und ethischer Sen­sibilität für DNA-Daten von Roma in geneti­schen Studien und vor allem in foren­sisch-ge­neti­schen Fors­chungs­kon­texten fest. Für mehrere Studien werden Ko-Autor/in­nen auf­geführt, die mit Er­mittlungs­behörden oder dem Militär in Ver­bindung stehen. Für einige Daten wurde die Zu­stimmung der Pro­band/in­nen möglicher­weise für ande­re als forensi­sche Zwecke ein­geholt. Auch medizin- und popu­lations­geneti­sche Stu­dien über Roma er­füllen nicht immer die ethischen An­forderun­gen. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (360)

April 16th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Um 1910 zwang Italien aus­län­di­sche „Zi­geu­ner“, ihre Wä­gen zu ver­kau­fen und Schif­fe nach Bra­si­li­en, Se­ne­gal oder Ägyp­ten zu be­stei­gen.

(Quelle)

Filmtipp: „Our School“ (2011) online

April 13th, 2021  |  Published in Film & Theater, Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, dROMa (Magazin)

Our School (DVD front cover)Die Filmemacherinnen Mona Nicoară und Miruna Coca-Cozma pro­to­kol­lier­ten in „Our School“ den Auf­bruch einer ru­mä­ni­schen Ge­mein­de aus der Sack­gasse der Segre­ga­tion. Aus An­lass des In­ter­na­tio­na­len Roma-Tags ha­ben sie das Video für ei­nige Tage frei­ge­schal­tet. Empfehlung!

Kostenlos online zu sehen nur noch bis 14. April.

→zum Video-Stream

Etwa zur selben Zeit, als in Rumänien die ersten Dreharbeiten zu diesem Film anliefen, ging die Unicef 2007 mit alarmierenden Zahlen an die Öffentlichkeit: Nur zwei von drei Roma-Kindern in Rumänien werden überhaupt eingeschult; und von jenen, die eine Schule besuchen können, landet ein großer Teil in separaten Klassen oder eigenen Schulen. Vor fast fünfzehn Jahren erhielten deshalb dreißig rumänische Gemeinden EU-Mittel, um diesem Missstand zumindest lokal abzuhelfen. Die aus Rumänien stammende und in New York lebende Filmemacherin und Menschenrechtsaktivistin Mona Nicoară, die einige Jahre für das European Roma Rights Centre in Budapest gearbeitet hat, nahm den Start eines dieser Reformprojekte zum Anlass, sich dem Thema aus der Perspektive der betroffenen Kinder zu nähern: Für ihr Dokumentarfilmdebüt „Şcoala Noastră“/„Our School“ begleitete sie mit der Koregisseurin Miruna Coca-Cozma und dem Kameramann Ovidiu Marginean drei Roma-Schüler, Ali (8), Beni (12) und Dana (16), vier Jahre lang mit der Kamera und protokollierte den Prozess der „Desegration“ ihrer Schule in Târgu Lăpuş, einem kleinen siebenbürgischen Städtchen.

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Podcast: Der letzte Zeitzeuge aus Worms

April 11th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Transfer TogetherZeitzeugengespräch mit Stefan Köcher, dem letzten Über­le­ben­den des Porajmos in Worms (Rheinland-Pfalz)

Podcast Transfer Together, Folge 33 (1:04:57 min, 47,9 MB)
→Anhören/Download (mp3)


Stefan Körner, der letzte Zeitzeuge aus Worms (Foto: Arbeitsstelle Antiziganismusprävention)Der letzte Wormser Zeitzeuge Stefan Köcher (geb. 1936) hat mit Mit­arbeiten­den der Arbeits­stelle Anti­ziganis­mus­präven­tion der PH Heidel­berg über seine Erfah­rungen und Erin­nerun­gen ge­sprochen. In dem Zeitzeugen­ge­spräch the­mati­siert Herr Köcher die anti­zi­ganis­ti­schen Aus­grenzun­gen gegen seine Person, seine Depor­tatio­nen, wie er sich nach dem Krieg ein neues Leben auf­gebaut hat, seine Ein­schätzung über den Anti­ziganismus in der heuti­gen Gesell­schaft und was er sich für die nach­folgenden Genera­tionen im Um­gang mit der Minder­heit wünscht.

Mehr hier: Der letzte Zeitzeuge aus Worms
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Mutmaßlicher Brandanschlag bei Ulm

April 9th, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Mehrere Wohnwagen der Zirkusfamilie Brumbach standen in Weidenstetten in Flammen. (Foto: Fam. Brumbach, via. Augsburger Allgemeine)In einer Pressemitteilung berichtet der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landes­verband Ba­den-Württem­berg von einem Vor­fall am 19. März in der Nähe von Ulm. Meh­re­re Wohn­wagen einer Zirkus­trup­pe, die auf­grund der Pan­de­mie in in Wei­den­stet­ten ge­stran­det war, brann­ten ab. Auch Per­so­nen waren in Gefahr, konn­ten sich aber ins Freie retten. Der Lan­des­ver­band spricht von einem mög­li­chen anti­ziganis­ti­schen Brand­an­schlag. Die Po­li­zei er­mit­telt. Die Aus­sen­dung im Ori­gi­nal­wort­laut:

Am Morgen des 19. März 2021 wurden in Weidenstetten im Alb-Donau-Kreis unweit von Ulm gegen 5:40 Uhr drei Wohnwagen einer Zirkus­truppe, zu der auch Sinti ge­hören, durch einen Brand zer­stört. Zwei junge Männer kamen bei dem Brand bei­nahe ums Leben. Sie konn­ten sich noch in letz­ter Se­kunde aus den bren­nenden Wagen retten und ver­loren alles, was sie be­sitzen. Der Wohn­wagen eines weite­ren Mit­glieds des Zirkus ist größ­ten­teils ab­gebrannt. In der Nähe stan­den zwei Wohn­wagen, die eben­falls durch die Hitze be­schädigt wurden.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und einen Brand­mittel­spür­hund ein­ge­setzt. Ein anti­ziganisti­scher Brandanschlag mit dem Ziel der Vertreibung kann nicht aus­geschlossen werden. Be­troffene be­richteten auch, der Bürger­meister habe dem Zirkus an­gedroht, dass seine Wagen in Flammen auf­gehen könn­ten, wenn er nicht weiter­ziehen würde. Der Zirkus muss­te sich vor 15 Mo­na­ten auf­grund der Coro­na-Pan­demie, die Auf­führun­gen un­mög­lich machte, am Orts­rand von Weiden­stetten nieder­lassen. Zu­gleich kam es nach dem Brand zu einer Solidari­sierung aus der lokalen Be­völke­rung. Eine Spenden­samm­lung fand statt, ein Ulmer Hotel stell­te eine Über­nachtungs­mög­lich­keit zur Ver­fügung, neue Wohn­wagen wur­den ge­spendet.

Der VDSR-BW steht in Kontakt mit den Betroffenen und hat ihnen bürger­recht­liche Beratung und Rechts­schutz an­ge­boten. Daniel Strauß, Vor­stands­vor­sitzen­der des VDSR-BW:

Sollte sich der Verdacht eines anti­ziganisti­schen Brand­anschlags er­härten, würden Erinnerun­gen an den Anschlag im Mai 2019 auf eine Roma-Fa­mi­lie in dieser Region ge­weckt. Die fünf Täter wurden vom Land­gericht Ulm im Sep­tem­ber 2020 wegen Ver­treibung bzw. ge­mein­schaft­li­cher Nötigung in 45 Fällen ver­urteilt. Read the rest of this entry »

Vision und Mission: Roma 2030

April 8th, 2021  |  Published in Musik, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Tag der Roma 2021 (Voice of Diversity)Der Internationale Tag der Roma wird jährlich am 8. April begangen – ein weltweiter Aktionstag, mit dem auf die Situation der Roma aufmerksam gemacht werden soll. Zum einen wird an diesem Tag die Diskriminierung der Volksgruppe in den Blickpunkt gerückt, zum anderen wird die Roma-Kultur gefeiert. Voice of Diversity organisiert bereits zum dritten Mal aus diesem Anlass eine international besetzte Podiumsdiskussion mit anschließendem Konzert im Porgy & Bess in Wien.

Podiumsdiskussion, 18.00–19.30 Uhr: →Livestream

2020 endete die EU-Roma-Strategie, die zum Ziel hatte, die Ungleichheit zwischen Roma und Nicht-Roma zu beenden. Das Versprechen wurde nicht eingelöst. Die COVID-19-Pandemie und Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie haben die bestehende Kluft zur Mehrheitsbevölkerung und die Diskriminierung von Roma noch weiter verschärft. Am 7. Oktober 2020 präsentierte die EU-Kommission einen reformierten strategischen Rahmen zur Gleichstellung, Inklusion und Teilhabe der Roma auf Ebene der Europäischen Union für den Zeitraum 2020–2030.

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IHRA-Antiziganismusdefinition für Österreich

April 8th, 2021  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

IHRA LogoZeichen der Anerkennung zum Internationa­len Tag der Roma. Ös­ter­reichs Mi­nis­ter­rat nimmt IHRA-Ar­beits­defi­ni­ti­on von An­ti­zi­ga­nis­mus an.

Nationalfonds: Der 8. April ist der Internationale Tag der Ro­ma – ein bedeu­ten­der Tag, wenn es um die Sen­si­bili­sie­rung für die Wahr­neh­mung von Men­schen geht, für die der oft negativ kon­no­tierte Be­griff „Zigeuner“ in der All­tags­sprache noch immer allzu ge­läufig ist. Vor 50 Jahren, am 8. April 1971, wurde in London der erste Welt-Ro­ma-Kon­gress ab­gehal­ten, ein erster großer Schritt für die Rechte dieser Be­völke­rungs­gruppe.

Einen Tag vor dem internationalen Tag der Roma 2021 hat nun in Österreich der Mi­nis­terrat [Anm.: nach Deutschland] die Arbeits­defini­tion von Anti­ziganis­mus der Inter­nationa­len Al­lianz für Ho­lo­caust-Ge­denken (Inter­national Holo­caust Remembrance Al­liance – IHRA) an­ge­nom­men und damit ein wich­tiges Signal ge­setzt.

Hannah Lessing, Generalsekretärin des Nationalfonds, dessen zentrale Auf­gabe seit 1995 die An­erken­nung aller Opfer­gruppen ist, betont: „Die Dis­kriminie­rung von Men­schen und Bevölkerungs­gruppen ist ein Warnsignal im Hin­blick auf den Zustand einer Gesell­schaft. Die mög­lichen Folgen wurden im National­sozialis­mus nur allzu deut­lich sichtbar. Darum ist es so dring­lich, nicht nur ge­gen Anti­semitismus, sondern gegen Aus­gren­zung jeder Art ent­schieden vor­zu­gehen.“

Bis heute ist Antiziganismus ein zu wenig beachte­tes Phänomen auch in Öster­reich. Die durch die IHRA unter maß­geb­licher Mit­wirkung Öster­reichs er­arbei­tete Arbeits­definition ist ein Mittel, ihn zu er­kennen und zu benennen. Read the rest of this entry »

Podiumsdiskussion „50 Jahre Romapolitik“

April 7th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Parlament Wien (Foto: Manfred Werner/WikiCommons)Virtuelle Veranstaltung „50 Jahre Roma­poli­tik – Romnja und Roma in der EU. Chan­cen und Heraus­for­de­run­gen“

Do., 8. April 2021, 10.00 Uhr in der Mediathek des Par­la­ments (Live­stream)

Vor 50 Jahren, am 8. April 1971, fand in London der ers­te Welt-Ro­ma-Kongress statt, um da­mit die An­fän­ge der Ro­ma-Bürger­rechts­bewe­gung ein­zu­läuten. Seit nun­mehr drei­ßig Jahren wer­den zu diesem Datum welt­weit Aktions­tage ab­ge­halten, um auf dieses be­deut­same Ereig­nis auf­merk­sam zu ma­chen. Anlässlich des dies­jähri­gen Welt-Ro­ma-Ta­ges lädt Natio­nal­rats­prä­si­dent Wolfgang Sobotka Expertinnen und Ex­perten ein, um die euro­päische Dimen­sion der Situa­tion die­ser Volks­grup­pe im Jahr 2021 zu be­leuch­ten.

Nach den Eröffnungsworten von Manuela Horvath (Leiterin der Roma­pasto­ral der Diöze­se Eisenstadt) hält Bundes­minis­terin Susanne Raab die Keynote.

Am Podium diskutieren Sabine Schweitzer (Zeit­histori­kerin) [Anm. d. Red.: statt Gerhard Baumgartner], Emmerich Gärtner-Horvath (Vor­sitzender des Volks­gruppen­beirats der Roma und Chef des Vereins Roma-Service), Ursula Till-Tentschert (Stv. Ab­tei­lungs­leiterin an der EU-Grund­rechte­agen­tur) und Usnija Buligovic (THARA Arbeits­markt­pro­jekt für Roma und Sinti, Volkshilfe).

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Facts & Figures (359)

April 6th, 2021  |  Published in Allgemeines, Facts & Figures

In der Türkei leben Schätzungen zu­fol­ge 6 bis 8 Mil­li­on­en Roma und ver­wandte Ethni­en (Dom, Lom, Mıtrip, Karaçi, Elekçi, Aşık, Poşa).

(Quelle)

Paul Polansky (1942–2021)

April 4th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Rassismus & Menschenrechte

Zum Tod des Menschenrechtlers Paul Polansky (1942–2021)


Paul Polansky (Foto: František Bikár, Romea.cz) Nach langer schwerer Krankheit ist der Historiker und Autor Paul Polansky am 26. März 2021 in Serbien ge­stor­ben. Er hat sich über 30 Jah­re lang für die Rechte von Roma ein­gesetzt und ge­hört zu den wich­tigs­ten Men­schen­recht­lern in diesem Bereich.

RAN: Paul Polansky wurde am 17. Februar 1942 als Kind tschechisch-deut­scher Ein­wanderer in den USA ge­boren. In den 1990er Jahren hat er in Tschechien gelebt und die Ge­schichte des Kon­zentra­tions­lagers für Roma im tschechischen Lety öffent­lich ge­macht, nach­dem er umfang­reiches Archiv­material aus­ge­graben und Zeit­zeugen be­fragt hatte. Die Geschichte des Lagers war seit dem Zwei­ten Weltkrieg weit­gehend ver­loren ge­gangen, ver­schleiert oder verzerrt wor­den. Zu den Häftlingen des Lagers ge­hörten der be­rühmte Partisan Josef Serinek und seine Familie. Später wurde auf dem Gelände des ehe­ma­ligen Kon­zentra­tions­lagers eine Schweinefarm errichtet.

Polansky hat zahlreiche Bücher und u.a. den Dokumentar­film „Gypsy Blood“ publi­ziert. 2004 erhielt er den Weimarer Menschenrechtspreis, da er sich unter Einsatz seines Lebens für die im Kosovo lebenden Roma einsetzte. Read the rest of this entry »

Podcast: „Das hat mich wütend gemacht!“

April 3rd, 2021  |  Published in Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Transfer TogetherAntiziganismus in den Medien

Podcast Transfer Together, Folge 31 (31:29 min, 43 MB)

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Die WDR-Talkshow „Die letzte Instanz“ vom 29. Januar 2021 hat für viel Aufregung ge­sorgt (wir be­rich­te­ten hier und hier). In der Runde wur­den rassis­tische Bilder von Sinti und Roma dis­ku­tiert, ohne Betrof­fene zu Wort kom­men zu lassen. Das Bei­spiel zeigt, wie aktuell und wich­tig es ist, über diese Stereotype auf­zu­klären und über die weit ver­brei­tete Dis­krimi­nie­rung von Sinti und Roma zu spre­chen. Nadine Küßner (Anti­ziga­nismus­prä­vention, PH Heidelberg) hat für diese Pod­cast-Fol­ge mit Angelina Kappler (Winzerin, dt. Wein­königin), Anja Reuss (Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma) und Georgi Ivanov (Amaro Foro e.V.) über Anti­ziganis­mus in den Medien ge­spro­chen und darüber, wie man ihm be­geg­nen kann.

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