Archive for März, 2021

Antiziganismus: IHRA-Definition für Deutschland

März 31st, 2021  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland nimmt Antiziganismus-Definition an (Foto: via IHRA)Deutschland hat als erstes Land die Arbeits­defi­ni­tion von Anti­ziganis­mus der „Inter­natio­nalen Allianz zum Holo­caust-Ge­denken“ (Inter­natio­nal Holocaust Re­membrance Alliance, IHRA) an­ge­nom­men. Anti­ziganis­mus be­zeich­net den Rassismus ge­gen­über Sinti und Roma. Deutsch­land macht nun die Defi­ni­tion der IHRA zur Grund­lage für politi­sches und Ver­waltungs­handeln. Außen­minister Maas sagte in Berlin, der Völker­mord an den Sinti und Roma während der NS-Zeit sei viel zu lange in Ver­gessen­heit ge­raten. Die Dis­kri­minie­rung von Sinti und Roma halte sich „hart­näckig in unseren Gesell­schaf­ten“. Nach der IHRA-De­fini­tion handelt es sich etwa um Anti­ziganismus, wenn Sinti und Roma ver­zerrt dar­gestellt oder ihre Verfolgung durch die National­sozialis­ten ge­leugnet werden. Der Begriff „Zigeuner“ wird als anti­ziganis­tisch be­wertet, wenn er als Beleidigung ver­wendet wird.

→Working Definition of Antigypsyism/Anti-Roma Discrimination

(Text: www.deutschlandfunkkultur.de, 31.3.2021)

Siehe auch:
Foreign Minister Maas on the IHRA working definition of anti­gyp­sy­ism/an­ti‑Roma discri­mi­nation
, 31.3.2021

Deutschland nimmt Definition für Antiziganismus an, 31.3.2021

Romanes: Informationen zu Impfungen

März 30th, 2021  |  Published in Allgemeines, Romani

Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten Berlin be­müht sich, mit einer Auf­klärungs­kam­pagne für die Corona­impfungen auch die Com­mu­nities von Ge­flüchteten und Migranten zu er­rei­chen. Der Reinicken­dorfer Amtsarzt Patrick Larscheid in­formiert in dem Video über die Impfungen gegen Covid-19. Diese In­for­ma­tionen in 14 Sprachen „sind für Ge­flüchtete und alle an­deren ge­dacht, die noch nicht so gut Deutsch sprechen“.

Facts & Figures (357)

März 29th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Politik

1978 prangerte ein Be­richt der Dis­si­den­ten der­ Charta 77 (Do­ku­ment 23) die an Romnja vor­­ge­nom­me­nen Zwangs­ste­ri­li­sa­tionen in der ČSSR an.

(Quelle)

„Meinen Zorn bereue ich nicht“

März 28th, 2021  |  Published in Interview, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Pfarrer Wolfgang Pucher (Foto: VinziWerke)Als der Gra­zer Vinzi-Pfar­rer 1.000 Euro Prä­mie für den „Bett­ler-Mer­ce­des“ aus­lobte: Armen­pfarrer Wolfgang Pucher – ganz per­sönlich

Graz – Laut gedacht: In der neuen Folge der Pod­cast-Rei­he spricht der Grazer Pfarrer mit „Kleine Zei­tung“-Re­dak­teur Bernd He­cke und räumt dabei ein­mal mehr mit dem Mär­chen von der Bett­ler-Mafia auf.

→Anhören (63 min.)

Kaum ein Obdachloser in Graz, den er nicht beim Namen kennt, um den er sich nicht schon per­sönlich ge­küm­mert hat. Seit Jahr­zehn­ten setzt sich Pfarrer Wolfgang Pucher für die Ärms­ten ein. Kom­promiss­los, enga­giert und wenn nötig – das haben auch schon zahl­reiche Politiker zu spüren be­kommen – mit einer ge­hö­ri­gen Portion Zorn. Seine streit­bare Stimme hat den gesell­schafts­poli­ti­schen Diskurs nicht nur in der Stadt, sondern in ganz Österreich mit­ge­prägt: Vom Umgang mit den Flücht­lingen des Jugo­slawien­kriegs Anfang der 1990er-Jah­re, über die Dis­kus­sion um das Bettelverbot bis hin zu ganz ak­tuellen und bren­nenden Themen. Kurz vor seinem 82. Geburts­tag lässt er sein Leben und sein Wirken als Geistlicher und als Mensch mit Schwä­chen und Fehlern in einem sehr per­sönli­chen Ge­spräch mit Graz-Res­sort­chef Bernd Hecke Revue pas­sieren. [...]

Der Gottesmann erzählt auch davon, wie er 1.000 Euro Prämie aus­gelobt hat, für den, der ihm den Beweis für berüch­tigten Bett­ler-Mercedes bringt, als in der poli­tischen De­batte die Gerüchte von den Roma-Pa­ten der Bettler-Mafia kur­sier­ten. Und Pucher weiß um große Roma-Fa­milien, die sich das Erbettelte auf­teilen, aber eine Mafia, einen der in Graz abends ab­kassiert, habe er nie be­obachtet.

(Text: Podcast Graz Laut gedacht/Kl. Zeitung)

Facts & Figures (356)

März 24th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Während des Zweiten Welt­kriegs wur­de die ge­sam­te Ro­ma-Be­völ­ke­rung Estlands er­mor­det.

(Quelle)

„Ich liebe Farbe!“ – Kunststreit in Mallorca

März 23rd, 2021  |  Published in Kunst & Fotografie

jose-luis-mesas-mallorcaAls Kind war die Kunst sein Zu­fluchts­ort, ein Weg in eine bun­te­re Welt. Heute bangt der Gita­no-Künst­ler José Luis Mesas Sánchez um die Zu­kunft sei­nes Wand­ge­mäl­des auf Mallorca.

MZ/Brigitte Rohm, 22.03.2021

„Es war einmal ein Kind, das gerne malte. Es malte so gerne, dass es das überall und zu jeder Zeit tat, und das brach­te ihm Proble­me mit der Schule ein. Es bemalte sein Schreib­pult, die Wände und sogar die Bücher – und im­mer wurde es damit be­straft, dass es sich in die Ecke stellen musste, um über sein Ver­halten nach­zu­denken.“ Dieses Kind war der heute 47-jäh­rige Künstler José Luis Mesas Sánchez. Er wur­de als eines von sieben Ge­schwis­tern einer aus Andalusien nach Mallorca emigrier­ten Fa­milie von Gitanos, wie die Roma in Spanien ge­nannt werden, in Palma ge­boren. Die Passage stammt aus dem Kinder­buch „Mi mundo“ („Meine Welt“), das er zu­sam­men mit der Autorin Patricia Chinchilla ge­staltet hat und das er­zählt, wie Mesas einst zur Kunst fand.

Für den damals Siebenjährigen, der wie drei seiner Geschwister in ein Kinder­heim ge­geben wurde, nahm die Ge­schichte eine positi­ve Wen­dung: Eine neue Kunst­lehrerin ent­deckte sein großes Talent, för­derte ihn und brachte ihn dazu, in ein Skizzen­buch zu malen, an­statt seine Um­gebung zu ver­schönern. Sein Stil ent­wickelte sich im Lauf der Jahre von Pop-Art und Surrealis­mus hin zu einer eigenen, farben­frohen künst­le­ri­schen Sprache, die er „Mesismo“ nennt. Seine Marken­zeichen: Marien­käfer, Fische und Libellen. Heute ist Mesas ein inter­natio­nal täti­ger Künstler, der laut eige­ner Aus­sage in 29 Museen ver­treten ist. Doch die Ironie des Schick­sals will, dass er nach all den Jahren wie­der Ärger be­kommt, weil er eine Wand bemalt hat: die Fassade des Hotels Armadams in Palma de Mallorca (sie­he hier).

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“Bob Dylan meets some Gypsy fans”

März 21st, 2021  |  Published in Film & Theater, Fundstücke, Musik

Dieses charmante Filmdokument einer Zufalls­begeg­nung wäh­rend Bob Dylans England­tour 1965 ist als Extra auf der DVD von „Dont Look Back“ von D. A. Pennebaker (1967) ent­hal­ten, als Blu-ray und DVD er­schie­nen in der Criterion Collection.

Wenn man den vielen User-Kom­men­taren von an­geb­lich Be­teilig­ten und ihren Ver­wandten und Nach­fahren Glauben schenkt, hat die Fa­milie dieses Fund­stück im Internet ent­deckt – und sich scharen­weise auf der You­tube-Sei­te ein­ge­fun­den. Dass die­ser denk­würdige kleine Moment mit Bob Dylan und Joan Baez als be­son­dere Anek­dote in die Familien­geschich­te ein­ge­gan­gen ist, wol­len wir jeden­falls ger­ne glau­ben.

Siehe auch:
So long, Leonard! Leonard Cohen und die Gitanos
, 13.11.2016

Facts & Figures (355)

März 18th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Ab 1912/13 mussten „No­ma­den“ in Frank­reich an­thro­po­met­ri­sche Aus­wei­se mit Kör­per-/Ge­sichts­ma­ßen (auch Oh­ren- u. Fin­ger­län­gen) bei sich tra­gen.

(Quelle)

Minderheiten: Wann braucht es Allianzen?

März 17th, 2021  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Dr. Michael Blume (Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg)Minderheiten zwischen Allianz und Konkurrenz – das Ver­spre­chen einer plu­ra­len De­mo­kratie?

Online-Vortrag und -Diskussion am 25.03.2021, 18:00 bis 19:30 Uhr | →zur Anmeldung

Ankündigung: Die deutsche Bundesregierung wirbt für den Rechts­staat und das Ver­spre­chen einer pluralen Demo­kratie. Doch vor allem dort, wo selbst­be­wusste Minder­heiten ihr Recht auf Gleich­heit und Frei­heit ein­fordern, kom­men diese Ver­sprechen an ihre Grenzen. Debat­ten um die Rechts­sicher­heit, gleich­berech­tigte Teilhabe und Zu­gehörig­keit von Men­schen, die von Diskrimi­nierung betrof­fen sind, sowie Forde­run­gen nach dem Abbau struktu­reller und symbo­lischer Ungleichheiten sind zentrale Heraus­for­derun­gen unse­rer post­migrantisch ge­präg­ten Bundes­republik.

Wie können gesellschaftliche Minderheiten­posi­tio­nen erfolg­reich Ein­fluss auf demo­krati­sche Prozesse neh­men? Inwie­weit können ab­grenzende Identitäts­politiken ein Erfolgs­modell sein? Wann braucht es Allian­zen, um Ungleichheit und Diskri­minie­rung ab­zu­bauen?

Nach einem Impulsvortrag des Antisemitismusbeauftragten des Lan­des Ba­den-Württem­berg, Dr. Michael Blume, wer­den Ver­tre­ter*innen der drei bundes­weiten Kompetenz­netz­werke Antiziganismus, anti­muslimi­scher Rassismus und Anti­semitis­mus über diese Fragen sprechen, den Ist­zu­stand kritisch re­flektieren, ak­tuelle Heraus­forderun­gen diskutieren und ge­meinsam mit dem Pub­likum Zukunfts­perspek­tiven ent­wickeln.

Die Veranstaltung findet online über Zoom statt. Der Link zur Teil­nahme wird davor per Mail ver­schickt. An­mel­dung ab dem 15. März 2021 un­ter: →www.teilseiend.de

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Facts & Figures (354)

März 16th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Medien & Presse

Von Nov. 1934 bis April 1941 er­schien Glasul Romilor (Ro­ma-Stim­me), die ers­te pe­rio­di­sche Ro­ma-Zei­tung Ru­mä­ni­ens. Es gab 15 Aus­ga­ben.

(Quelle)