Gertrude Gussak ando vakeripe le Emmerich Gärtner-Horvathiha
Im heutigen Beitrag zeigt TV Erba die prekären Umstände der 61-jährigen Romni Gertrude Gussak. Seit ihrer Kindheit lebt die heute schwerkranke Frau im Stegersbacher Roma-Graben. Sie leidet unter COPD, einer schweren Lungenkrankheit, und hat einen Herzfehler. Als Risikopatientin erzählt sie über ihre Angst, sich mit dem Covid-Virus zu infizieren und über ihre Einsamkeit, besonders seit dem Beginn des ersten Lockdowns. Ihr Haus ist sehr renovierungsbedürftig. In solch besonderen Härtefällen kommt dann Emmerich Gärtner-Horvath (Verein Roma-Service) mit seinem „RomBus“ ins Spiel, um den Volksgruppenangehörigen zu helfen.
Ando adiveseskero ardipe sikal TV Erba i bibastali situacija la 61-berschengera Romnijatar Gertrude Gussak. Sajt lakeri tschavengeri cajtatar, dschil i nasvali Romni ando Romengero jarko Schtegate. Oj tirinel telal COPD, jek pharo parne bukengero nasvalipe, taj telal jek dukipe upro vodschi. Oj phukal pedar lakeri dar, pe le Covid-virusiha te inficirinel taj pedar lakero korkoreskero dschivipe, sajt o erschti Lockdown hi. Read the rest of this entry »
#otd1945 – Heute im Jahr 1945: Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora berichtet im heutigen Beitrag in ihrem Onlineprojekt #otd1945 („on this day 1945“) von den KZ-Gedichten und -Skizzen des gerade mal 15-jährigen Johann (Mongo) Stojka.
In einem behelfsmäßigen Büchlein hielt ein Junge durch Verse und Zeichnungen seine Erfahrungen fest. Es ist ein kindlicher Blick auf eine inhumane Welt. „Warst du im Lager Buchenwald, da oben ist es gar so kalt“, so der Anfang des Gedichts vom 26. Februar 1945. Verfasser war Johann Stojka, ein 15-jähriger österreichischer Rom.
Nach der Auflösung des „Zigeuner-Familienlagers“ in Auschwitz-Birkenau kam er mit seinem jüngeren Bruder Karl im August 1944 nach Buchenwald. Dort hatte die SS für die jüngsten und schwächsten Sinti und Roma keine Verwendung und stellte einen Rücktransport zur Ermordung zusammen. Johann und Karl blieben zurück, da vermeintlich krank und somit „nicht transportfähig“. Diese Einstufung rettete beiden das Leben. Hoffnungsvoll endet das Gedicht mit den Worten: „Wir kommen doch noch einmal raus“. Die Brüder gehörten zu den wenigen ihrer Großfamilie, die den Genozid an den Sinti und Roma, den Porajmos, überlebten.
Literatur:
Mongo Stojka, Papierene Kinder. Glück, Zerstörung und Neubeginn einer Roma-Familie in Österreich, Wien 2000.
Karl Stojka u. Reinhard Pohanka, Auf der ganzen Welt zu Hause, Wien 1994.
Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora beleuchtet in ihrem neuen Onlineprojekt #otd1945 („on this day 1945“) die letzten Monate der KZ Buchenwald und Mittelbau-Dora.
Bis zum 11. April, dem historischen Datum der Befreiung der beiden Lager, wird das Onlineportal ein facettenreiches Angebot entfalten, das von historischen Hintergründen bis zu aktuellen Programmpunkten reicht und auch die virtuelle Teilnahme an den zentralen Feierlichkeiten zum 76. Jahrestag im April 2021 ermöglichen wird. Bis zum 11. April beschreibt der Blog einzelne Geschehnisse von vor 76 Jahren aus den Konzentrationslagern oder ihrem Umfeld. Schlaglichtartig wird so nachgezeichnet, was 1945 Tag für Tag bis zur Befreiung und darüber hinaus geschah. Diese letzten Kriegsmonate waren von einer weiteren Eskalation des Terrors und der von Deutschen ausgehenden Gewalt gekennzeichnet, obwohl die Niederlage Deutschlands spätestens Anfang 1945 an allen Fronten abzulesen war. Viele Häftlinge in den Konzentrationslagern hofften seitdem auf ihre baldige Befreiung, doch das Morden in den Lagern und auf den Schauplätzen der Zwangsarbeit brach nicht ab. Erst die Ankunft der alliierten Truppen stoppte die Verbrechen.
Der deutsche PEN nimmt den Internationalen Tag der Muttersprache am 21. Februar zum Anlass, um auf die Sprache und Kultur der Sinti und Roma aufmerksam zu machen und für ein friedliches Miteinander verschiedener Kulturen in unserem Land zu werben.
„Zur Kultur in Deutschland gehört, dass wir in diesem mitten in Europa gelegenen Land reichhaltige Kulturen – im Plural – haben. Dazu zählen mehrere vom Aussterben bedrohte Sprachen, die nur von kleinen Minderheiten gesprochen werden, aber doch die Fülle des Menschseins repräsentieren, wie das Sorbische, Friesisch oder eben auch Romanes“, so PEN-Präsidentin Regula Venske. „Anstatt auf einem angeblichen Grundrecht, ein Schnitzel benennen zu wollen, zu beharren, sollten wir lieber anderen menschlichen Bedürfnissen Raum geben: Neugier und Lust auf Austausch mit unseren Mitmenschen, gemeinsames Trauern, gemeinsames Feiern, gemeinsames Leben. Ich bin sicher, es warten auf Romanes noch große literarische Schätze darauf, gehört und gelesen zu werden.“
Eine Bozner Sinti-Familie lebt hauptsächlich von der Musik, aber seit Laki, der einzige Geiger, zu einer christlichen Sekte übergetreten ist, kann die Band nicht mehr auftreten. Familienoberhaupt Radames versucht die Gruppe wieder zusammenzuführen und sieht sich dabei mit großen Veränderuvgen der eigenen Traditionen konfrontiert. Der Dokumentarfilm „Das Leben und andere Baustellen“ erzählt von Generationen-Konflikten in der Kultur eines bedrohten Volkes.
Der Filmclub in Südtirol zeigt zusammen mit der Filmschule ZeLIG und dem Filmfestival Bozen kostenlos ein Online-Filmpaket: Im Wochenrhythmus werden Filme von Absolvent/innen der Filmschule ZeLIG gezeigt, dazu jeweils ein Hintergrundgespräch (Anm.: das Gespräch mit Giuseppe Schettino wurde auf Italienisch geführt).
Der rechtsterroristische Mordanschlag am 19. Februar 2020 forderte auch Opfer aus der Minderheit der Sinti und Roma. Für Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov und Vili-Viorel Păun war Hanau mehr als nur eine Stadt vor den Toren der Metropole Frankfurt. Hanau war ihre Heimat – ihr Zuhause, genauso wie für rund 96.000 andere Hanauerinnen und Hanauer.
Mercedes lebte dort mit ihrer dreijährigen Tochter und ihrem 17 Jahre alten Sohn. Als sie für sich und die Kinder Pizza holen wollte, wurde sie ermordet. Mercedes wurde 35 Jahre alt. Der 33-jährige Kaloyan kam vor zwei Jahren aus Bulgarien nach Hanau. Er war Vater eines siebenjährigen Sohnes und unterstützte mit seiner Arbeit seine Familie in Bulgarien. In der Bar, in der er gelegentlich aushalf, wurde er erschossen. Vili-Viorel kam im Alter von 16 Jahren aus Rumänien nach Deutschland, weil seine Mutter schwer erkrankt war und sich in Deutschland behandeln lassen wollte. Der junge Mann arbeitete bei einer Kurierfirma. Inzwischen gilt es als erwiesen, dass er den Täter aufhalten wollte, nachdem dieser am ersten Tatort um sich schoss. Vili-Viorel verfolgte ihn daher mit seinem Auto während er erfolglos versuchte, die Polizei zu alarmieren. Am zweiten Tatort in Hanau-Kesselstadt wurde er vom Täter mit drei Kugeln getroffen, als er starb war er gerade einmal 22 Jahre alt.
Mercedes, Kaloyan und Vili-Viorel waren Hanauer – und sie waren Angehörige der Minderheit der Sinti und Roma. Sie waren drei von insgesamt neun Todesopfern, die am 19. Februar 2020 in Hanau einem rechtsterroristischen Mordanschlag zum Opfer fielen. Die Trauer um die Toten schmerzt und lässt auch Sinti und Roma in Angst um ihre Sicherheit zurück.
Der Anschlag war nach dem antisemitischen Anschlag auf die Synagoge in Halle und dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke der dritte rechtsterroristische Anschlag mit Todesopfern innerhalb von zwölf Monaten. Er erschütterte die Zivilgesellschaft vor Ort und weit darüber hinaus. Read the rest of this entry »
Ist Rassismus gegen Sinti und Roma ein strukturelles Problem? Welche rassistischen Klischees prägen die Berichterstattung in den Medien?
Die WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ hat eine Welle der Empörung gegen den WDR und eine Debatte ausgelöst über Rassismus gegen Sinti und Roma in den Medien und in der Gesellschaft (mehr zum Beispiel hier, hier, hier, hier oder hier). Aus aktuellem Anlass spricht Monitor-Redaktionsleiter Georg Restle daher über Rassismus gegen Sinti und Roma, Rassismus in den Medien und in der Gesellschaft. Seine Gäste sind der Roma-Aktivist Gianni Jovanovic, die Sängerin und Feministin Tayo Awosusi-Onutor sowie Dr. Markus End, Politologe und Antiziganismusforscher an der Technischen Universität Berlin.
Ein Wahrzeichen der Sinti-Kultur: Sein virtuoses Geigenspiel prägt Folklore und Swing bis heute. Dass nach dem Zweiten Weltkrieg die Kultur der Sinti hierzulande wieder bekannt wurde, liegt mit an Schnuckenack Reinhardt. Am 17. Februar 1921 wurde er geboren. →Weiterlesen auf Deutschlandfunk Kultur
RDL: Polizeihund-Angriff gegen Romafamilie in Deutschland – Entscheidung der Staatsanwaltschaft erwartet
Radio Dreyeckland, 16.2.2021
Fast zehn Monate, nachdem Polizist/innen in Umkirch (Baden-Württemberg) einen Polizeihund auf einen Angehörigen der Minderheit der Roma gehetzt haben, erwartet der Betroffene eine baldige Entscheidung der Staatsanwaltschaft, ob Anklage erhoben wird. Das sagte sein Anwalt Mehmet Daimagüler gegenüber Radio Dreyeckland.
Ende April 2020 war in Umkirch bei Freiburg ein 48-jähriger Mann von einem Polizeihund, laut dessen Bericht auf Befehl des Hundeführers, angefallen und schwer verletzt worden (RDL berichtete). Vorausgegangen war eine Diskussion um eine Lappalie, ein ohne Nummernschild an der Straße stehendes Auto. Der Hund fügte dem Mann so tiefe Bisse zu, dass ihm im Krankenhaus gesagt wurde, er sei nur knapp an einer lebensbedrohenden Verletzung vorbeigekommen. Auch angesichts des brutalen Einsatzes drängt sich der Verdacht antiziganistischer Beweggründe auf. So zeigte sich u. a. auch der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma besorgt.
Die Polizei hatte im Anschluss die übliche reflexhafte Anzeige wegen Widerstands erstattet, doch auch die Familie erstattete eine vollumfängliche Strafanzeige. Nun haben, so Anwalt Daimagüler, alle Familienangehörigen als Zeug/innen ausgesagt. Read the rest of this entry »
In Graz entsteht ein UNESCO-Zentrum zur Förderung der Menschenrechte in Gemeinden und Regionen
Die Errichtung des UNESCO-Menschenrechtszentrums in Graz wurde im Juli 2020 im Nationalrat beschlossen. Das Europäische Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie (ETC-Graz) wird zu einem Kategorie-II-Zentrum zur Förderung von Menschenrechten auf lokaler und regionaler Ebene. Als Kategorie-II-Zentrum steht das Menschenrechtszentrum unter der Schirmherrschaft der UNESCO und wird Teil des globalen Netzwerks an exzellenten Forschungseinrichtungen zur Umsetzung der strategischen Ziele und globalen Entwicklungsagenden der UNESCO. Das Grazer Zentrum wird, neben jenem in Buenos Aires, das zweite derartige Zentrum weltweit, das sich mit Menschenrechten befasst.
Dieses Menschenrechtszentrum unterstützt eine integrative und gerechte Politikgestaltung durch interdisziplinäre Forschung, Kapazitätsaufbau und internationale Zusammenarbeit und treibt die internationale Menschenrechtsagenda auf lokaler und regionaler Ebene voran. Ein Fokus wird auf die Förderung des interkulturellen Dialogs und die nachhaltige Entwicklung von Städten und Gemeinden gelegt. Dadurch trägt das Zentrum zur Implementierung der Neuen Urbanen Agenda sowie zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bei.
Für die ersten Jahre wurden drei Schwerpunkte gesetzt: Recht auf Bildung für Romakinder in Südosteuropa, Menschenrechtstrainings für Städte in Afrika und ein „Toolkit for Inclusive Cities in the Arab World“, das bereits im Rahmen des letzten „World Urban Forum“ vorgestellt wurde. Read the rest of this entry »
Der Landesverband Deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg berichtet von Polizeiübergriff gegen elfjähriges Kind in Singen:
Am 6. Februar 2021 wurde um ca. 16:30 Uhr ein elfjähriges Kind nach einer anlasslosen Personenkontrolle in Handschellen abgeführt und auf das Polizeirevier in Singen gebracht. Der Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Baden-Württemberg (VDSR-BW) vertritt die Interessen der betroffenen Familie. Sie hat gestern Abend Strafanzeige gestellt und wird anwaltlich von Dr. Mehmet Daimagüler vertreten, der als Nebenklagevertreter in zahlreichen Prozessen, wie z.B. im „NSU-Verfahren“, Opfer politisch motivierter Gewalt vertreten hat.
Zum Hintergrund:
Mehrere Kinder spielten vor dem Wohnort ihrer Großmutter. Zwei Polizeibeamte führten bei ihnen eine Personenkontrolle durch. Das elfjährige Kind, das später in Handschellen auf das Polizeirevier gebracht wurde, gab den Beamten der Singener Polizei sein Alter an. Die Beamten zogen darauf hin ab. Kurze Zeit später erschienen zwei weitere Polizeibeamte und führten erneut eine Personenkontrolle durch. Einer der zwei Beamten sprach das Kind in gebrochenem Romanes an. Bereits aus diesem Umstand wird deutlich, dass die Beamten das Kind der Minderheit der Sinti und Roma zuordneten. Hierbei wurde das Kind sinngemäß mit den Worten:„Einer von den Zigeunern, die kennen wir ja“, „Du kommst eine Nacht hinter Gitter“ und „Der Tod kommt dich holen“ bedroht. Die Polizeibeamten durchsuchten das elfjährige Kind und fanden ein kleines Klappmesser. Das Kind erklärte, dass es dieses bei sich trüge für Arbeiten im Garten.
Die Mutter und der Vater der anderen Kinder hatten bereits versucht die Kinder telefonisch zu erreichen, um sie zum Essen nach Hause zu holen. Die Beamten verboten den Kindern, an ihre Handys zu gehen. Sie legten nun dem Kind, das sie durchsucht hatten, Handschellen hinter dem Rücken an. Das Kind flehte die Beamten an, seine Mutter benachrichtigen zu dürfen, die sich nicht weit entfernt in der Wohnung aufhielt. Es wies die Beamten auch darauf hin, dass es wegen eines kurz zuvor erlittenen Unfalls drei angebrochene Rippen hätte und an Asthma leide. Read the rest of this entry »
Die 1999 in Kalifornien gegründete Organisation „Voice of Roma“ ist heute die einzige nationale NGO zur Vertretung von „Romani Americans“.
Zwei Online-Lesungen aus dem Wiener Literaturhaus: Gedichte von Mircea Lacatus, gelesen von einer der Übersetzerinnen, Ioana Spataru, und Kurzgeschichten von Samuel Mago.
Heinz Wagner/Kurier:26 Jahre nach dem Rohrbomben-Attentat bei der Roma-Siedlung in Oberwart [...] stand eine Online-Lesung im Wiener Literaturhaus im Zeichen von Roma-Kultur, in dem Fall schreibender Kunst. Zwei Neuerscheinungen in der Edition Exil, die sich seit Jahrzehnten dem Schreiben zwischen Kulturen widmet, wurden – von Jessica Beer moderiert – vorgestellt.
Ioana Spataru liest Mircea Lacatus:
Aus dem Lyrik-Band „Die geheime Geometrie der Seele/geometria secretă a sufletului“ von Mircea Lacatus las eine der beiden Übersetzerinnen, was bei Gedichten immer auch mehr, nämlich Nach-Dichtung bedeutet, Ioana Spataru. Gemeinsam mit ihrer Schwester Irina hatte sie die Gedichte ihres Vaters ins Deutsche übertragen. [...] Lacatus erhielt bereits 2007 den Lyrikpreis der „exil-literaturpreise“, 2009 erschien sein Lyrikdebüt „rund um meine eltern eine burg“.
Samuel Mago:
[...] In lebendigen Wort- und Sprachbildern erzählt Samuel Mago in seinem zweisprachigen Prosaband (Deutsch / Romanes; Übersetzungen: der Autor selbst mit Unterstützung von Mozes Heinschink) Geschichten aus der Welt der Roma. [...]
Wir danken dem Autor für die freundliche Genehmigung!
Vier Wochen lang kann ein Zusammenschnitt des Abends auf der Homepage des Literaturhauses nachgehört und -gesehen werden.
WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ zeigt, wie tief Antiziganismus in der Gesellschaft verwurzelt ist
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma kritisiert scharf die von Steffen Hallaschka moderierte Sendung „Die letzte Instanz“, die vom WDR am 29. Januar 2021 ausgestrahlt wurde. In der Sendung wurde unter anderem die Frage zu Diskussion gestellt „Das Ende der Zigeunersauce: Ist das ein notwendiger Schritt?“
Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats, sagte:
Mit Fassungslosigkeit habe ich registriert, dass zwei Tage nach dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, an dem der 500.000 in Europa ermordeten Sinti und Roma gedacht wurde, es sich vier Menschen aus der Mehrheitsgesellschaft anmaßen, darüber zu urteilen, ob eine von der Minderheit als beleidigend abgelehnte Fremdbezeichnung im deutschen Sprachgebrauch ihre Berechtigung habe oder nicht. Die „letzte Instanz“ bei dieser Frage sind die Betroffenen, deren Meinung in der Sendung jedoch nicht gehört wurde. Diese Sendung erweckt den Eindruck, sie wolle mit Antiziganismus und dümmlichen Auftritten Quote machen.
Dass der Westdeutsche Rundfunk sich nach öffentlichem Druck für die dreiste und populistische Machart der Sendung entschuldigte, ändert nichts an der Tatsache, dass in großen Teilen der Medienlandschaft keinerlei Bewusstsein für den in der Gesellschaft weitverbreiteten und gewaltbereiten Antiziganismus vorhanden ist. Gleichzeitig stellen wir fest, dass in den sozialen Medien die Kritik an dieser Sendung, zumal von jungen Menschen, sehr deutlich geäußert wird – eine positive Entwicklung, die auch gegen die zunehmenden Hass-Kommentare im Internet steht.“
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma empfindet es als unverschämt und beleidigend, wenn in der Sendung billige Witze auf Kosten einer Minderheit gemacht werden, ohne dass die Moderation in irgendeiner Form eingreift. Vielmehr hat der Moderator Hallaschka Diskutanten durch die Art der Zwischenfragen dazu gedrängt, ihre Aussagen auf Kosten von Minderheiten noch zu verschärfen. Dies ist im öffentlich-rechtlichen Rundfunk absolut inakzeptabel. Hinzu kommt, dass bereits der Einspieler zur Sendung genau die antiziganistischen Aussagen aufgenommen hat, die von den Diskutanten später wiederholt wurden und die Sendung gezielt auf diese ausgerichtet wurde. Read the rest of this entry »