Archive for Februar, 2021

Gertrude Gussak im Gespräch

Februar 27th, 2021  |  Published in Interview, Radijo/TV Erba

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Gertrude Gussak ando vakeri­pe le Em­me­rich Gärt­ner-Hor­vathiha

Im heutigen Beitrag zeigt TV Erba die prekären Um­stände der 61-jäh­ri­gen Romni Gertrude Gussak. Seit ihrer Kind­heit lebt die heute schwer­kranke Frau im Stegers­bacher Roma-Gra­ben. Sie leidet unter COPD, einer schwe­ren Lungen­krank­heit, und hat einen Herz­fehler. Als Risiko­patientin er­zählt sie über ihre Angst, sich mit dem Covid-Virus zu in­fi­zie­ren und über ihre Einsam­keit, beson­ders seit dem Beginn des ers­ten Lockdowns. Ihr Haus ist sehr reno­vie­rungs­bedürf­tig. In solch be­son­deren Härte­fällen kommt dann Emme­rich Gärtner-Hor­vath (Verein Roma-Ser­vice) mit seinem „RomBus“ ins Spiel, um den Volks­gruppen­an­ge­höri­gen zu helfen.

Ando adiveseskero ardipe sikal TV Erba i bibas­tali situa­cija la 61-ber­schen­gera Rom­ni­jatar Gertrude Gussak. Sajt lake­ri tscha­ven­geri caj­tatar, dschil i nasvali Romni ando Romen­gero jarko Schtegate. Oj tiri­nel telal COPD, jek pharo parne buken­gero nas­valipe, taj telal jek du­kipe upro vodschi. Oj phukal pe­dar lakeri dar, pe le Covid-vi­ru­siha te in­fici­rinel taj pedar lakero kor­kores­kero dschi­vipe, sajt o erschti Lockdown hi. Read the rest of this entry »

#otd1945: Kinderverse aus Buchenwald

Februar 26th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken

Buchenwald - Seitenauszug aus dem Gedichtbuch von Johann (Mongo) Stojka, 1945 (Foto: Kazerne Dossin in Mechelen/buchenwald.de)) „Wir kommen doch noch einmal raus“

#otd1945 – Heute im Jahr 1945: Die Stif­tung Gedenk­stät­ten Buchenwald und Mit­­tel­­bau-Dora be­rich­tet im heu­ti­gen Bei­trag in ihrem On­line­pro­jekt #otd1945 („on this day 1945“) von den KZ-Ge­­dich­ten und -Skiz­zen des ge­rade mal 15-jäh­­ri­gen Jo­hann (Mongo) Stojka.

In einem behelfsmäßigen Büchlein hielt ein Junge durch Verse und Zeich­nun­gen seine Erfah­run­gen fest. Es ist ein kind­li­cher Blick auf eine inhumane Welt. „Warst du im Lager Buchen­wald, da oben ist es gar so kalt“, so der An­fang des Gedichts vom 26. Febru­ar 1945. Ver­fasser war Johann Stojka, ein 15-jäh­riger öster­rei­chi­scher Rom.

Nach der Auflösung des „Zigeuner-Familienlagers“ in Ausch­witz-Bir­kenau kam er mit seinem jün­geren Bruder Karl im August 1944 nach Buchen­wald. Dort hatte die SS für die jüngs­ten und schwächs­ten Sinti und Roma keine Ver­wen­dung und stellte einen Rück­transport zur Ermordung zu­sammen. Johann und Karl blieben zurück, da ver­meint­lich krank und somit „nicht tran­sport­fähig“. Diese Einstufung rettete beiden das Leben. Hoff­nungs­voll endet das Gedicht mit den Worten: „Wir kom­men doch noch einmal raus“. Die Brüder ge­hörten zu den weni­gen ihrer Großfamilie, die den Genozid an den Sinti und Roma, den Porajmos, überlebten.

(Text: Stefan Lochner auf liberation.buchenwald.de)

Literatur:
Mongo Stojka, Papierene Kinder. Glück, Zerstörung und Neubeginn einer Roma-Familie in Österreich, Wien 2000.
Karl Stojka u. Reinhard Pohanka, Auf der ganzen Welt zu Hause, Wien 1994.

Anm. der dROMa-Red.:
Johann (Mongo) Stojka, der als Musiker und Autor Bekanntheit er­lang­te, ent­stamm­te einer bedeu­ten­den öster­reichi­schen Lovara-Fa­milie und war eine der pro­minen­tes­ten und einfluss­reichs­ten Roma-Per­sön­lich­keiten Öster­reichs. Read the rest of this entry »

Buchenwald: Countdown zur Befreiung

Februar 26th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek

76 Jahre Befreiung von Buchenwald - ein Onlineprojekt in DeutschlandDie Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mit­tel­bau-Dora be­leuch­tet in ih­rem neu­en Onlineprojekt #otd1945 („on this day 1945“) die letz­ten Mo­nate der KZ Buchen­wald und Mit­tel­bau-Dora.

Bis zum 11. April, dem historischen Datum der Be­freiung der bei­den Lager, wird das Online­por­tal ein facet­ten­rei­ches Angebot ent­falten, das von histo­ri­schen Hinter­gründen bis zu aktu­el­len Programm­punkten reicht und auch die virtu­elle Teil­nahme an den zentra­len Feier­lich­keiten zum 76. Jahres­tag im April 2021 ermög­lichen wird. Bis zum 11. April beschreibt der Blog ein­zelne Gescheh­nisse von vor 76 Jahren aus den Kon­zentra­tions­lagern oder ihrem Umfeld. Schlaglicht­artig wird so nach­ge­zeich­net, was 1945 Tag für Tag bis zur Befreiung und darüber hinaus ge­schah. Diese letz­ten Kriegs­monate waren von einer weite­ren Eska­la­tion des Terrors und der von Deutschen aus­gehen­den Gewalt ge­kenn­zeichnet, obwohl die Nieder­la­ge Deutschlands spä­testens Anfang 1945 an allen Fronten ab­zu­lesen war. Viele Häftlinge in den Kon­zentra­tions­lagern hoff­ten seitdem auf ihre baldige Befrei­ung, doch das Morden in den Lagern und auf den Schau­plätzen der Zwangs­arbeit brach nicht ab. Erst die An­kunft der alliierten Trup­pen stopp­te die Verbrechen.

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Facts & Figures (349)

Februar 22nd, 2021  |  Published in Facts & Figures

Nach seinem Ver­bot in Frank­reich ver­leg­te der Ro­ma-Welt­ver­band Com­munau­té Mon­dia­le Gi­tane sei­nen Sitz 1965 vo­rü­ber­ge­hend nach Wien.

(Quelle)

PEN solidarisiert sich mit Romanes

Februar 21st, 2021  |  Published in Einrichtungen, Literatur & Bücher, Romani

PEN-Zentrum DeutschlandDer deutsche PEN nimmt den Inter­na­tio­na­len Tag der Mutter­sprache am 21. Febru­ar zum An­lass, um auf die Sprache und Kultur der Sinti und Roma auf­merk­sam zu machen und für ein fried­li­ches Mit­einan­der ver­schie­de­ner Kul­tu­ren in un­se­rem Land zu wer­ben.

„Zur Kultur in Deutschland gehört, dass wir in diesem mitten in Europa ge­lege­nen Land reich­halti­ge Kultu­ren – im Plural – haben. Dazu zählen meh­rere vom Aus­sterben be­drohte Sprachen, die nur von klei­nen Minder­heiten ge­spro­chen werden, aber doch die Fülle des Mensch­seins re­präsen­tie­ren, wie das Sorbische, Friesisch oder eben auch Romanes“, so PEN-Prä­si­den­tin Regula Venske. „An­statt auf einem an­geb­lichen Grund­recht, ein Schnitzel be­nennen zu wollen, zu be­harren, sollten wir lieber an­deren menschlichen Bedürfnissen Raum geben: Neugier und Lust auf Aus­tausch mit unseren Mit­menschen, ge­mein­sames Trauern, gemein­sames Feiern, gemein­sames Leben. Ich bin sicher, es warten auf Roma­nes noch große literari­sche Schätze darauf, ge­hört und gelesen zu werden.“

Der UNESCO-Atlas der bedrohten Sprachen der Welt schätzt Ro­manes als be­droht ein. Von der größ­ten Minder­heit Europas leben in Deutschland – erst seit 1998 per Gesetz als natio­nale Minder­heit an­erkannt – 70 000 bis 150 000 Sinti und Roma. Read the rest of this entry »

Das Leben und andere Baustellen

Februar 20th, 2021  |  Published in Film & Theater

La vita e altri cantieri (Filmclub)La vita e altri cantieri (2007)
Das Leben und andere Baustellen

Dokumentarfilm von Giuseppe Schettino (Regie) und Jona Zara Klein. Italien. mit dt. UT, 37 Min.
→ Online verfügbar bis 24.2.21 (Seitenende)

Eine Bozner Sinti-Familie lebt haupt­säch­lich von der Musik, aber seit Laki, der einzige Geiger, zu einer christlichen Sekte über­getre­ten ist, kann die Band nicht mehr auf­treten. Fa­milien­oberhaupt Radames ver­sucht die Gruppe wieder zu­sam­men­zu­führen und sieht sich dabei mit großen Ver­änderu­vgen der eige­nen Traditio­nen kon­fron­tiert. Der Doku­mentar­film „Das Leben und andere Bau­stellen“ erzählt von Ge­ne­ra­tio­nen-Kon­flikten in der Kultur eines be­drohten Volkes.

Der Filmclub in Südtirol zeigt zusammen mit der Film­schule ZeLIG und dem Film­festi­val Bozen kos­ten­los ein On­line-Film­paket: Im Wochen­rhythmus wer­den Filme von Ab­sol­vent/in­nen der Film­schule ZeLIG ge­zeigt, dazu je­weils ein Hinter­grund­gespräch (Anm.: das Ge­spräch mit Giu­seppe Schettino wur­de auf Italie­nisch ge­führt).

(Text: Filmclub)

Der Anschlag von Hanau und seine Folgen

Februar 19th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Say their names: die Opfer von HanauDer rechtsterroristische Mordanschlag am 19. Februar 2020 forderte auch Opfer aus der Minderheit der Sinti und Roma. Für Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov und Vili-Viorel Păun war Hanau mehr als nur eine Stadt vor den Toren der Metro­pole Frankfurt. Hanau war ihre Heimat – ihr Zu­hause, ge­nau­so wie für rund 96.000 ande­re Ha­nauerin­nen und Ha­nauer.

Mercedes lebte dort mit ihrer drei­jährigen Toch­ter und ihrem 17 Jahre alten Sohn. Als sie für sich und die Kinder Pizza holen wollte, wurde sie er­mordet. Mercedes wurde 35 Jahre alt. Der 33-jäh­rige Kaloyan kam vor zwei Jahren aus Bulgarien nach Hanau. Er war Vater eines sieben­jäh­rigen Sohnes und unter­stützte mit seiner Arbeit seine Familie in Bul­garien. In der Bar, in der er ge­legent­lich aushalf, wurde er er­schossen. Vili-Viorel kam im Alter von 16 Jah­ren aus Rumänien nach Deutsch­land, weil seine Mutter schwer er­krankt war und sich in Deutschland be­han­deln lassen wollte. Der junge Mann arbeitete bei einer Kurier­firma. In­zwi­schen gilt es als erwiesen, dass er den Täter auf­halten wollte, nachdem dieser am ersten Tatort um sich schoss. Vili-Viorel ver­folgte ihn daher mit seinem Auto wäh­rend er erfolg­los ver­suchte, die Polizei zu alar­mieren. Am zwei­ten Tatort in Hanau-Kes­sel­stadt wurde er vom Täter mit drei Kugeln ge­troffen, als er starb war er ge­rade ein­mal 22 Jahre alt.

Mercedes, Kaloyan und Vili-Viorel waren Hanauer – und sie waren An­gehö­rige der Minder­heit der Sinti und Roma. Sie waren drei von ins­gesamt neun Todes­opfern, die am 19. Februar 2020 in Hanau einem rechts­terroris­ti­schen Mord­anschlag zum Opfer fielen. Die Trauer um die Toten schmerzt und lässt auch Sinti und Roma in Angst um ihre Sicher­heit zurück.

Der Anschlag war nach dem antisemitischen Anschlag auf die Synagoge in Halle und dem Mord am Kasseler Regie­rungs­prä­si­denten Walter Lübcke der dritte rechts­ter­roris­tische Anschlag mit Todes­opfern innerhalb von zwölf Monaten. Er er­schütterte die Zivil­gesell­schaft vor Ort und weit darüber hinaus. Read the rest of this entry »

WDR: Rassismus in letzter Instanz?

Februar 18th, 2021  |  Published in Medien & Presse, Radio & TV, Rassismus & Menschenrechte

"Rassismus in Letzter Instanz?" (WDR)Monitor studioM/WDR
17.2.2021 | 01:08:30 Std. | Von Georg Restle
→Video verfügbar bis 18.02.22 |
→Audio (mp3)

Ist Rassismus gegen Sinti und Roma ein struk­tu­rel­les Problem? Wel­che rassisti­schen Klischees prä­gen die Bericht­erstattung in den Medien?

Die WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ hat eine Welle der Em­pörung gegen den WDR und eine Debatte aus­ge­löst über Rassismus ge­gen Sinti und Roma in den Medien und in der Ge­sell­schaft (mehr zum Bei­spiel hier, hier, hier, hier oder hier). Aus ak­tuel­lem Anlass spricht Monitor-Re­dak­tions­leiter Georg Restle daher über Rassismus gegen Sinti und Roma, Rassismus in den Medien und in der Gesell­schaft. Seine Gäste sind der Roma-Ak­tivist Gianni Jovanovic, die Sängerin und Femi­nis­tin Tayo Awosusi-Onutor so­wie Dr. Markus End, Po­litolo­ge und Anti­ziganis­mus­forscher an der Tech­ni­schen Uni­ver­sität Berlin.

(Text und Sendung: WDR)

100. Geburtstag von Schnuckenack Reinhardt

Februar 17th, 2021  |  Published in Musik

Ein Wahrzeichen der Sinti-Kultur: Sein virtuoses Geigenspiel prägt Folklore und Swing bis heute. Dass nach dem Zweiten Welt­krieg die Kultur der Sinti hier­zu­lande wieder be­kannt wurde, liegt mit an Schnucke­nack Rein­hardt. Am 17. Februar 1921 wurde er ge­boren. →Weiterlesen auf Deutschlandfunk Kultur

Facts & Figures (348)

Februar 17th, 2021  |  Published in Facts & Figures

Von März bis Mai 1935 er­schien in Bel­grad die ers­te Ro­ma-Zei­tung Ju­go­sla­wi­ens: Romano lil/Ci­gans­ke no­vi­ne. Es gab drei Aus­ga­ben.

(Quelle)