Archive for Januar, 2021

Facts & Figures (344)

Januar 31st, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Durch die Annexion der Bukowina 1775 gab es auch im Habs­bur­ger­reich ver­sklav­te Ro­ma. Hier wur­de die Skla­verei erst­ma­lig in Euro­pa ab­ge­schafft.

(Quelle)

Holocaustgedenktag 2021

Januar 31st, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Virtuelle Gedenkveranstaltung am Internationa­len Tag des Ge­den­kens an die Opfer des Holo­caust

Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust und des 76. Jahres­tages der Befreiung des NS-Ver­nich­tungs­la­gers Ausch­witz-Bir­kenau am 27. Januar 1945 luden das Doku­menta­tions- und Kultur­zentrum Deutscher Sinti und Roma, der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma und die Stiftung Denkmal für die ermor­deten Juden Europas ein, ge­mein­sam an die 500.000 ermor­deten Sinti und Roma Europas und alle an­deren Men­schen, die der national­sozialis­ti­schen Willkür­herr­schaft zum Opfer fielen, zu erin­nern. Auf­grund der Covid-19-Pan­demie fand die Gedenk­veranstal­tung aus­schließ­lich virtuell statt. Die Ver­anstal­tung kann auch auf der Gedenk­seite zum Euro­päi­schen Holo­caust-Ge­denktag für Sinti und Roma an­gesehen werden. Dort finden sich auch weiter­gehende In­for­matio­nen zum Holocaust an den Sinti und Roma.

Das Programm der virtuellen Gedenkveranstaltung:

Begrüßung: Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die er­mor­de­ten Juden Europas

Ansprachen:
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin
Carmen Marschall für die Überlebenden
Ursula Krechel, Schriftstellerin
Berndt Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und natio­na­le Min­der­heiten

Zitate aus den Ansprachen: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (343)

Januar 29th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Religion

1913 gründe­te der Sonn­tags­schul­leh­rer Ben­ja­min Nie­der­hau­ser in Neuen­burg das „Schwei­ze­ri­sche Ko­mi­tee der Zi­geu­ner­mis­sion“.

(Quelle/pdf)

Rombiz: Round Table in Oberwart

Januar 28th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen

Romabiz: Onlinetreffen in Oberwart (Foto:BFI Burgenland)Schulterschluss in der Corona-Krise beim On­line-Tref­fen von Sozial­part­nern, Ver­ei­nen und Unter­neh­men in Oberwart: BFI Burgenland ver­anstal­te­te „Online Round Table“ im Rah­men von Rombiz

meinbezirk.at: Einen interes­san­ten Aus­tausch mit dem Grund­thema „Kleine Unter­nehmen und die Co­vid-Krise“ bot das vom BFI Burgen­land or­gani­sierte virtuelle Treffen von Ver­tre­tern der Sozial­partner­schaft, Unter­nehmern und Roma-Vereinen am 22. Jän­ner 2020. Zum „Online Round Table“ wur­de im Rah­men von Rombiz von Christoph Greiner, Leiter des BFI Ober­wart, ge­laden – das BFI ist Lead­part­ner in die­sem Interreg-Pro­jekt.

Arbeiterkammer- bis Roma-Vertreter

Mit dabei waren Arbeiterkammerpräsident Gerhard Michalitsch, Regional­stellen­leiterin der WK Oberwart Verena Schermann, ÖGB-Re­gional­sekretär Edmund Artner, Unter­nehme­rin und Expertin in Grün­dungs­fragen Anja Haider-Wallner, Ge­schäfts­führer der Roma-VHS und Kultur­schaf­fender Horst Horvath, Vor­sitzender des Roma-Volks­gruppen­beirats Emmerich Gärtner-Horvath sowie für das BFI-Ge­schäfts­führer Jürgen Grandits und Bildungs­managerin Beate Venus. Die Teil­neh­men­den be­rich­teten von den Aus­wirkun­gen der Covid-Krise in ihren je­weili­gen Arbeits­feldern und disku­tierten mög­liche Lö­sungs­ansätze für alle Betrof­fenen.

Rombiz als Unterstützung

Statements aus der Sicht der Roma kamen von zwei namhaften Vereinsvertretern der Volksgruppe, die das Projekt Rombiz, das vor allem kleine Unternehmen aus dieser Zielgruppe unterstützt, von Beginn an mittragen: Von einem großen Anstieg an sozialen Problemen erzählte Emmerich Gärtner-Horvath, die in seinem Verein Roma-Service stark merkbar seien. Es sei nun mehr Unterstützung in allen Bereichen gefragt, vor allem in der angebotenen Lernbetreuung. Auch er wünscht sich Möglichkeiten, das Selbstbewusstsein der Volksgruppe zu stärken und Personen, die sich als Vorbilder trauen, sich als Roma zu outen.

Horst Horvath berichtete von der Kultur- und Bildungsszene über eine Vielzahl an abgesagten Veranstaltungen. Dies sei nicht nur für alle Beteiligten problematisch, sondern im Besonderen für die Aufarbeitung der Geschichte der Volksgruppe, wo noch viel zu tun sei und die Voraussetzung dafür sei, dass sich Roma in Zukunft selbstbewusster präsentieren könnten. Dies sei auch wichtig, um die Bereitschaft der Roma zu erhöhen, in die Selbständigkeit zu gehen und sich dann als erfolgreiche Roma-Unternehmen zu deklarieren. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (342)

Januar 26th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

70 % der befragten Roma in den USA ge­ben an, ihre eth­ni­sche Iden­ti­tät in der Re­gel zu ver­ber­gen, um Dis­kri­mi­nie­rung zu ver­mei­den.

(Quelle/pdf)

Bettelverbot: Schweiz vom EGMR verurteilt

Januar 25th, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (Foto: ECHR)Urteil gegen die Schweiz: Haft­strafe we­gen „stil­len Bet­telns“ war men­schen­rechts­wid­rig

In seinem Urteil vom 19. Jänner (Lăcătuş gegen Schweiz [Appl. no. 14065/15]; Pressemitteilung, Legal Summary) hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rechte (EGMR) der Be­schwerde einer rumäni­schen Romni (28) Recht ge­geben, die in der Schweiz wegen „stillen Bettelns“ be­straft wur­de. Die Frau hatte seit 2011 im öffent­li­chen Raum in Genf trotz beste­henden Verbots ge­bettelt. Sie berief gegen die wieder­holten Straf­ver­fügun­gen der Polizei. Anfang 2014 wurde sie vom Genfer Polizei­gericht darauf­hin zu einer Geldstrafe von 500 Franken ver­urteilt; eine kleine­re Summe, die ihr bei einer Polizei­kontrolle ab­genom­men wurde, wurde ein­behalten. Weil die mittel­lose Frau die Straf­summe nicht zahlen konnte, wurde sie im März 2015 fünf Tage lang ersatz­weise in Haft ge­nommen.

Die Straßburger Richter urteilten nun, dass diese Straf­maß­nahmen nicht verhältnis­mäßig seien und somit die Grund­rechte der betteln­den Frau ver­letzten: ”The Court observed that this was a severe sanction. A measure of this kind had to be justified by sound reasons in the public interest, which had not been present in this case.“ Die Schweiz ist nun ver­pflichtet, der jungen Frau um­gerech­net rund 920 Euro an Schaden­ersatz zu zahlen.

Recht, ihrer Not öffent­lich Ausdruck zu ver­leihen

Die Richter folgten somit nicht der Rechtsauffassung des Schweizer Bundesgerichts, dass weniger restriktive Maß­nahmen nicht aus­reichend effektiv seien. Ange­sichts ihrer prekären Lebens­situation, so der EGMR, habe die Frau auf­grund ihrer Menschen­würde das Recht, ihrer Not öffent­lich Ausdruck zu ver­leihen und zu ver­suchen, ihre existenziellen Bedürf­nisse durch Betteln zu decken:

Begging constituted a means of survival for her. The Court considered that, being in a clearly vulnerable situa­tion, the appli­cant had had the right, in­herent in human dignity, to be able to convey her plight and attempt to meet her basic needs by begging.

Insbesondere rügte das Urteil die pauschale Kriminalisie­rung des Bettelns: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (341)

Januar 20th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Ein um 1966 in der Türkei pro­pa­gier­ter Ent­wurf ei­ner welt­wei­ten Ro­ma-Flag­ge zeig­te Gei­gen, Trom­meln und Gi­tar­ren auf pin­kem Grund.

(Quelle)

Wolfgang Wippermann (1945–2021)

Januar 19th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Wolfgang Wippermann (Foto. Friedrich-Meinecke-Institut)Der deutsche Historiker Wolfgang Wippermann war eine der wich­tigsten wissen­schaft­li­chen Stim­men, die den Anti­ziganis­mus und den NS-Ge­nozid an den Roma und Sinti – nach Jahr­zehn­ten des Schwei­gens – ins Be­wusst­sein der deutsch­spra­chi­gen Ge­schichts­forschung brach­te. Er ver­starb am 3. Jän­ner in Berlin. Le­sen Sie im Fo­lgen­den den Nachruf des Fried­rich-Mei­necke-Insti­tuts.

Am 3. Januar 2021 starb Wolfgang Wippermann, Professor für Neuere Geschichte am Fried­rich-Mei­necke-Ins­ti­tut, im Alter von 75 Jahren in Berlin. Wolf­gang Wipper­mann prägte das akade­mische Leben am Fried­rich-Mei­necke-Ins­ti­tut über viele Jahr­zehnte; er war ein leiden­schaft­lich Leh­render, ein pro­filierter Histo­riker und ein streit­barer Zeit­ge­nosse. Einer breiten Öffentl­ich­keit wurde er durch eine Stellung­nahme für Daniel Gold­hagen in der Goldha­gen-Kontro­verse der 1990er Jahre und durch die kritische Aus­einan­der­setzung mit Totalitaris­mus- und Extre­mismus­theorien bekannt. Mit dem Tod von Wolfgang Wipper­mann verliert das Fried­rich-Mei­necke-Ins­titut eine markante Forscher­persön­lichkeit und einen en­ga­gierten His­toriker.

1945 in Wesermünde geboren, studierte Wolfgang Wipper­mann in Göttingen und Marburg Ge­schichte, Germanistik und Politik­wissenschaft und kam 1973 an die Freie Univer­sität Berlin. Zwei Jahre später wurde er bei Ernst Nolte mit einer Studie zur Ideolo­gi­sierung des Deutschen Ordens in Geschichts­schrei­bung und Publizistik pro­moviert. 1978 folgte die Habilitation, wie­derum bei Ernst Nolte, die sich mit der Bona­partis­mus­theorie von Marx und Engels be­schäftigte und 1982 in der renom­mierten Reihe Geschichte und Theorie der Politik im Klett-Cotta Verlag erschien. 1983 wurde Wolfgang Wipper­mann zu­nächst außer­plan­mäßiger Professor am FMI, um ein Jahr später zum C2-Pro­fessor auf Zeit ernannt zu werden. Der Ruf auf eine Professur mit dem Schwer­punkt Faschismus­forschung wurde 1988 vom zustän­digen Berliner Senator nicht erteilt; dieser folgte nicht der Empfeh­lung des Präsidiums und der Be­rufungs­kommis­sion, die Wippermann in ihrer Besten­aus­lese auf Platz 1 der Liste ge­setzt hatten. Auch wenn Wolfgang Wipper­mann damit eine Struktur­professur auf Lebens­zeit am Fried­rich-Mei­necke ver­wehrt blieb, zählte er zu den Professor*innen des Instituts, die eigene Forschungs­themen signifikant weiter­ent­wickelten, den akade­mischen und politischen Diskurs mit­prägten und eine breite Öffent­lich­keits­wirkung hatten. Inter­national wurde ihm die Profes­soren­würde vielfach an­getragen: Von 1987 bis 1992 nahm er mehrere Gast­professuren in den USA und in China wahr, u.a. an der Duke University, der Indiana Univer­sity Bloomington, der Univer­sity of Minnesota sowie der Capital Normal Univer­sity in Peking.

Wolfgang Wippermann war ein vielseitiger und produktiver Historiker. Bis zu seinem Tode publizierte er annähernd 40 Mono­graphien, einige davon als Co-Autor, fünf Sammel­bände und rund 200 Aufsätze, Handbuch- und Lexikon­artikel. Neben Ver­öffent­lichun­gen wie zur Geschichte der Corps und Burschen­schaften oder zur Geschichte der Hunde waren und blieben seine lebens­langen wissen­schaftli­chen Schwer­punkt­themen die Auseinan­der­setzung mit Faschismus, National­sozialismus, Totalitaris­mus, Antisemitismus und Antiziganismus. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (340)

Januar 18th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Im 2. Weltkrieg retteten Lo­kal­be­hör­den auf der Krim vie­le mus­li­mi­sche Ro­ma, in­dem sie die­se als Ta­ta­ren aus­ga­ben.

(Quelle)

Die Vertreibung der Roma aus dem Kosovo

Januar 15th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Sani RifatiOnline-Event mit Sani Rifati am 16.1.2021
→Stream ab 18 Uhr auf Facebook

Roma Antidiscrimination Network (RAN): Zu den bis heute gra­vie­rendsten Folgen des Kosovo­kriegs ge­hört die Ver­treibung fast sämt­li­cher Roma aus der Region. Nach mehr als 600 Jah­ren wur­den 150.000 Roma ver­trieben und ihres Besitzes be­raubt. Der Erste, der be­reits vor über zwan­zig Jah­ren die Vertreibung und Flucht der Roma publik ge­macht hat, war Sani Rifati. Rifati ist Vor­sitzen­der von Voice of Roma (USA) und lebte seit 1993 in den USA. Zu­nächst in Jugoslawien und schließ­lich in den USA hat er eine Kar­riere als Drum­mer, Sänger, Tänzer und Tanz­lehrer ge­macht und setzt sich für den Erhalt der tra­di­tio­nel­len Musik, Lieder und Tänze der Roma ein und hat an zahl­rei­chen Univer­sitäten unter­richtet. Read the rest of this entry »

Brand in rumänischem Roma-Viertel

Januar 15th, 2021  |  Published in Allgemeines

Brand in Roma-Viertel in Rumänien (Foto: Szekelyhon via RAN)20 Häuser von Roma in Miercurea Ciuc ab­gebrannt

RAN, 12.1.2021: Nach einem Brand im Roma-Viertel der trans­silva­ni­schen (sieben­bürgi­schen) Stadt Miercurea Ciuc (Szeklerburg; Csíkszereda) brann­ten am Abend des 7. Januar 2021 etwa zwan­zig Häuser teil­weise oder voll­ständig ab. Das Feuer brei­tete sich so schnell aus, da die Häuser aus Holz waren. Die Be­woh­ner/innen muss­ten eva­kuiert werden. Be­trof­fen sind etwa 260 Men­schen, davon mehr als die Hälfte Kinder und Jugend­liche. Ins­ge­samt ist min­des­tens die Hälfte der Roma des Viertels betrof­fen. Die obdachlos ge­worde­nen Men­schen wur­den vorüber­gehend in der örtli­chen Turnhalle unter­ge­bracht. Dutzen­de Feuer­wehr­leute waren im Einsatz. Er­schwert wurden die Lösch­arbei­ten dadurch, dass es in dem Gebiet keine Wasser­leitun­gen gibt. Nach­dem die Wasser­tanks der Lösch­fahr­zeuge leer waren, muss­ten sie mühsam aus einem nahe­gele­ge­nen Bach auf­gefüllt werden.

Anscheinend wurden alle Menschen zunächst in einer Turn­halle unter­ge­bracht und später auf Corona ge­testet. Derweil rief der Bürger­meister der Stadt zur Unter­stüt­zung auf. Er sagte: „Wir spre­chen hier von sehr armen Men­schen. Damit wir es schaffen, ein paar hundert Men­schen unter­zu­bringen, ist jede Hilfe, auch ein heißer Tee, will­kom­men. Ich weiß, dass auch einige Restau­rants mobili­siert haben.“ Men­schen aus dem Ort haben Essen, heißen Tee und Kleidung gebracht. Read the rest of this entry »

Neuer Podcast: Romatopia

Januar 14th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV

RomatopiaRomatopia – Roma talk about their Utopia for Europe


Romatopia ist ein neuer Podcast, in dem Roma und Sinti aus zwölf Län­dern in zwölf Episo­den über ihr Le­ben und ihre Utopie für Euro­pa spr­echen. Künst­ler*in­nen, Ak­ti­vist*in­nen und Wis­sen­schaft­ler*in­nen im Ge­spräch mit den Gast­ge­ber*in­nen Wiliam Bila und Isabel Raabe.

Sinti und Roma sind die größte Minderheit Euro­pas und bil­den, ver­teilt auf alle eu­ro­päi­schen Länder, eine transnationale Gemein­schaft, deren Kultur eng mit der euro­päi­schen Kultur­geschichte verwoben ist. Ihre kultu­rellen Errun­gen­schaften und ihre Resilienz sind in den Mehr­heits­gesell­schaf­ten Europas oft un­bekannt.

Die Idee für den Podcast „Romatopia – Roma talk about their Utopia for Europe“ ent­stand wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie, die der­zeit die euro­päische Einheit und Soli­darität heraus­fordert. In Krisen­zeiten sucht die Gesell­schaft schnell nach einem Schul­digen und oft sind dies die schwächs­ten Mit­glieder der Gesell­schaft. Und so trifft die Pan­demie, wieder einmal, Roma und Sinti hart. Dabei können die Mehr­heits­gesell­schaf­ten gerade in Sachen Solidarität und Werte­konsens bei gleich­zeit­iger Vielfalt und Diver­sität einiges lernen. Roma und Sinti können in dieser Hin­sicht als Avant­garde und Vor­bilder an­ge­sehen werden.

Romatopia präsentiert Roma und Sinti als Vorbilder für die „Idee Europa“, nicht als Problem. Die Hö­rer*in­nen er­fahren über Zusam­men­halt, über soziale Durch­lässig­keit, über kultu­rellen Reichtum und über trans­nationale Einheit trotz natio­naler Be­sonder­heiten. Sie hören inspi­rie­rende Ideen und Zukunfts­sze­narien für Europa. Es kommen starke Persön­lich­keiten zu Wort, deren Lebens- und Erfolgs­ge­schich­ten Gegen­erzäh­lungen zu den bestän­digen anti­ziganisti­schen Zu­schrei­bungen darstellen. Der Podcast ver­mittelt Wissen, Ge­schichten und Er­fahrungen von Roma-Ge­meinschaften aus ganz Europa. Ge­schichten über lokale Be­sonder­heiten, per­sönliche Erfah­rungen und tra­ditionelles Wissen formen eine trans­nationale Erzählung, die einen anderen Blick auf das Europa von morgen aus der Perspek­tive der größ­ten Minder­heit Europas zeigt.

Der in Paris lebende Aktivist William Bila, selbst Rom, und die Berliner Kurato­rin Isabel Raabe spre­chen in diesem Pod­cast mit Roma und Sinti aus zwölf Ländern. Vor deren beruf­lichen und natio­nalen Hinter­grund prä­sen­tieren die Gäste ihre Lebens­reali­täten und ihre Utopien. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (339)

Januar 13th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Innerhalb von 10 Jahren schrumpft­e der An­alpha­be­tismus un­ter Roma in Litauen von 26 (2001) auf 10 Pro­zent (2011).

(Quelle)

„Faţadă“: Podcast zur Ausstellung

Januar 11th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Die Nordstadt steht wie kein ande­rer Stadtteil Dortmunds für die kultu­rel­le Vielfalt in Dort­mund. Gleich­zeitig wird die Nord­stadt weit über die Grenzen Dort­munds proble­ma­tisiert und ihre Bewoh­ner/in­nen kri­minali­siert. In vier Folgen des Podcasts ‚Faţadă‘ – Wie sich Rom*nja Wohn­raum zurück­erobern beleuch­tet die Autorin Olga Felker den Ent­stehungs­hinter­grund des Pro­jekts Faţadă/Fas­sade (zur Ausstellung mehr hier), er­läutert die sozia­len und politi­schen Kontexte und disku­tiert die Bedeu­tung des Projekts für die Stadt Dortmund.

Folge 1: Wir holen uns die Stadt zurück – Über Repräsentanz, Ausstellungen und die Zukunft

Folge 2: Sei mein Gast – Über Gastfreundschaft, Vorurteile und ein Hotel

Folge 3: Mehr ist mehr – Über Architektur, Rassismus und Klassismus

Folge 4: Nenn mich nicht so – Über Namensgebungen, anhaltende Mythen und Sesshaftigkeit

Magazin:
Das Magazin zur Ausstellung als kostenfreier Download (PDF) erscheint demnächst. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (338)

Januar 10th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Sport

1932 wurde in Niš in Süd­ser­bi­en der Fuß­ball­klub „Gajret“ ge­grün­det, der zur Gän­ze aus Roma be­stan­den ha­ben soll.

(Quelle)

Ausstellung „Faţadă/Fassade“ in Dortmund

Januar 9th, 2021  |  Published in Veranstaltungen & Ausstellungen

Modell in der Ausstellung "Fassada" (FotoAusstellung, Werkstatt, Diskursort

Bis 11. April 2021, Dortmunder U, Ebene 3

Aufbauend auf dem gleichnamigen kollaborativen Kunstprojekt der Werkstatt Mal­linck­rodt­straße zur Roma-Bau­kultur und der im Sep­temb­er 2019 reali­sierten Neu­gestaltung einer Haus­fassade in der Dortmunder Nordstadt rich­tet die Aus­stel­lung Faţadă/Fas­sade den Fokus auf eine be­son­dere Form von Architektur, die in den letz­ten 30 Jahren u.a. in Rumänien ent­standen ist. Diese zeich­net sich durch expres­sive Fassaden aus, in denen sich viele ver­schiedene Gestal­tungs­formen wieder­finden. Außer­dem sind die (Traum-)Häuser oft mit Kuppeln, Burg­zinnen oder silbrig schim­mern­den Zwiebel­dächern ver­sehen. Neben zahl­reichen Haus­modellen, die im Rahmen des Projektes ent­standen sind und die in der Aus­stellung prä­sentiert werden, wird auch eine Neu­gestaltung des Ein­gangs­bereichs des HMKV von Mit­gliedern der Werkstatt Mallinck­rodt­straße re­alisiert. Ein Ver­anstal­tungs­programm er­mög­licht Vertiefung und Dis­kussion der vielen unter­schied­li­chen Aspekte des Projekts.

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Zeitzeugenvortrag (2000) von Herbert Ricky Adler

Januar 6th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV

Dreyeckland„Innerlich verbrenne ich, weil die ganze Er­in­ne­rung zu­rück­kommt“

→Anhören (mp3)
Radio Dreyeckland, 1.1.2021 (31:36 min)
Sendereihe: Verfolgung und Widerstand im Natio­nal­sozialis­mus – His­to­ri­sche Stim­men von Zeit­zeug*innen

Der Sinto Herbert Ricky Adler wurde 1928 in Dortmund geboren. Die Familie lebte in Frankfurt am Main und wurde 1941 aus bürger­lichen Wohn­ver­hält­nissen in ein Wohn­wagen­lager ver­schleppt. 1943 depor­tieren die Nazis sie ins so genannte „Zigeuner­lager“ in Auschwitz-Bir­kenau, wo fast alle Ver­wandten Herbert Ricky Adlers er­mordet wurden. Nach der Befreiung kehrte er nach Hessen zurück, erhielt aber erst 1954 eine Zuzugs­geneh­mi­gung für Frankfurt. Er enga­gierte sich als Zeitzeuge für das Fritz-Bau­er-Insti­tut und den Zentra­lrat Deutscher Sinti und Roma. Herbert Ricky Adler starb 2004 (mehr hier).

Sein Vortrag fand 2000 auf Einladung von Radio Dreyeckland statt. Er ist 2002 in dem Buch „Wenn wir weg sind, ist alles nur noch Geschichte. Die Erin­nerung von Über­lebenden“ (mehr hier) in Auszügen nach­zu­lesen und auf der bei­liegen­den CD nach­zuhören. Erhält­lich ist der Band über RDL.

(Text und Sendung: rdl.de)

Facts & Figures (337)

Januar 3rd, 2021  |  Published in Facts & Figures

In den 1940ern waren 3.682 der be­rühm­ten Wohn­höh­len im „Gi­ta­no­vier­tel“ Sacro­mon­te in Gra­na­da be­wohnt. 1981 wa­ren es nur 159.

(Quelle/pdf)