Archive for Januar, 2021

Facts & Figures (344)

Januar 31st, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Durch die Annexion der Bukowina 1775 gab es auch im Habs­bur­ger­reich ver­sklav­te Ro­ma. Hier wur­de die Skla­verei erst­ma­lig in Euro­pa ab­ge­schafft.

(Quelle)

Holocaustgedenktag 2021

Januar 31st, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen

Virtuelle Gedenkveranstaltung am Internationa­len Tag des Ge­den­kens an die Opfer des Holo­caust

Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust und des 76. Jahres­tages der Befreiung des NS-Ver­nich­tungs­la­gers Ausch­witz-Bir­kenau am 27. Januar 1945 luden das Doku­menta­tions- und Kultur­zentrum Deutscher Sinti und Roma, der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma und die Stiftung Denkmal für die ermor­deten Juden Europas ein, ge­mein­sam an die 500.000 ermor­deten Sinti und Roma Europas und alle an­deren Men­schen, die der national­sozialis­ti­schen Willkür­herr­schaft zum Opfer fielen, zu erin­nern. Auf­grund der Covid-19-Pan­demie fand die Gedenk­veranstal­tung aus­schließ­lich virtuell statt. Die Ver­anstal­tung kann auch auf der Gedenk­seite zum Euro­päi­schen Holo­caust-Ge­denktag für Sinti und Roma an­gesehen werden. Dort finden sich auch weiter­gehende In­for­matio­nen zum Holocaust an den Sinti und Roma.

Das Programm der virtuellen Gedenkveranstaltung:

Begrüßung: Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die er­mor­de­ten Juden Europas

Ansprachen:
Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin
Carmen Marschall für die Überlebenden
Ursula Krechel, Schriftstellerin
Berndt Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und natio­na­le Min­der­heiten

Zitate aus den Ansprachen: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (343)

Januar 29th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Religion

1913 gründe­te der Sonn­tags­schul­leh­rer Ben­ja­min Nie­der­hau­ser in Neuen­burg das „Schwei­ze­ri­sche Ko­mi­tee der Zi­geu­ner­mis­sion“.

(Quelle/pdf)

Rombiz: Round Table in Oberwart

Januar 28th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen

Romabiz: Onlinetreffen in Oberwart (Foto:BFI Burgenland)Schulterschluss in der Corona-Krise beim On­line-Tref­fen von Sozial­part­nern, Ver­ei­nen und Unter­neh­men in Oberwart: BFI Burgenland ver­anstal­te­te „Online Round Table“ im Rah­men von Rombiz

meinbezirk.at: Einen interes­san­ten Aus­tausch mit dem Grund­thema „Kleine Unter­nehmen und die Co­vid-Krise“ bot das vom BFI Burgen­land or­gani­sierte virtuelle Treffen von Ver­tre­tern der Sozial­partner­schaft, Unter­nehmern und Roma-Vereinen am 22. Jän­ner 2020. Zum „Online Round Table“ wur­de im Rah­men von Rombiz von Christoph Greiner, Leiter des BFI Ober­wart, ge­laden – das BFI ist Lead­part­ner in die­sem Interreg-Pro­jekt.

Arbeiterkammer- bis Roma-Vertreter

Mit dabei waren Arbeiterkammerpräsident Gerhard Michalitsch, Regional­stellen­leiterin der WK Oberwart Verena Schermann, ÖGB-Re­gional­sekretär Edmund Artner, Unter­nehme­rin und Expertin in Grün­dungs­fragen Anja Haider-Wallner, Ge­schäfts­führer der Roma-VHS und Kultur­schaf­fender Horst Horvath, Vor­sitzender des Roma-Volks­gruppen­beirats Emmerich Gärtner-Horvath sowie für das BFI-Ge­schäfts­führer Jürgen Grandits und Bildungs­managerin Beate Venus. Die Teil­neh­men­den be­rich­teten von den Aus­wirkun­gen der Covid-Krise in ihren je­weili­gen Arbeits­feldern und disku­tierten mög­liche Lö­sungs­ansätze für alle Betrof­fenen.

Rombiz als Unterstützung

Statements aus der Sicht der Roma kamen von zwei namhaften Vereinsvertretern der Volksgruppe, die das Projekt Rombiz, das vor allem kleine Unternehmen aus dieser Zielgruppe unterstützt, von Beginn an mittragen: Von einem großen Anstieg an sozialen Problemen erzählte Emmerich Gärtner-Horvath, die in seinem Verein Roma-Service stark merkbar seien. Es sei nun mehr Unterstützung in allen Bereichen gefragt, vor allem in der angebotenen Lernbetreuung. Auch er wünscht sich Möglichkeiten, das Selbstbewusstsein der Volksgruppe zu stärken und Personen, die sich als Vorbilder trauen, sich als Roma zu outen.

Horst Horvath berichtete von der Kultur- und Bildungsszene über eine Vielzahl an abgesagten Veranstaltungen. Dies sei nicht nur für alle Beteiligten problematisch, sondern im Besonderen für die Aufarbeitung der Geschichte der Volksgruppe, wo noch viel zu tun sei und die Voraussetzung dafür sei, dass sich Roma in Zukunft selbstbewusster präsentieren könnten. Dies sei auch wichtig, um die Bereitschaft der Roma zu erhöhen, in die Selbständigkeit zu gehen und sich dann als erfolgreiche Roma-Unternehmen zu deklarieren. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (342)

Januar 26th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

70 % der befragten Roma in den USA ge­ben an, ihre eth­ni­sche Iden­ti­tät in der Re­gel zu ver­ber­gen, um Dis­kri­mi­nie­rung zu ver­mei­den.

(Quelle/pdf)

Bettelverbot: Schweiz vom EGMR verurteilt

Januar 25th, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (Foto: ECHR)Urteil gegen die Schweiz: Haft­strafe we­gen „stil­len Bet­telns“ war men­schen­rechts­wid­rig

In seinem Urteil vom 19. Jänner (Lăcătuş gegen Schweiz [Appl. no. 14065/15]; Pressemitteilung, Legal Summary) hat der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rechte (EGMR) der Be­schwerde einer rumäni­schen Romni (28) Recht ge­geben, die in der Schweiz wegen „stillen Bettelns“ be­straft wur­de. Die Frau hatte seit 2011 im öffent­li­chen Raum in Genf trotz beste­henden Verbots ge­bettelt. Sie berief gegen die wieder­holten Straf­ver­fügun­gen der Polizei. Anfang 2014 wurde sie vom Genfer Polizei­gericht darauf­hin zu einer Geldstrafe von 500 Franken ver­urteilt; eine kleine­re Summe, die ihr bei einer Polizei­kontrolle ab­genom­men wurde, wurde ein­behalten. Weil die mittel­lose Frau die Straf­summe nicht zahlen konnte, wurde sie im März 2015 fünf Tage lang ersatz­weise in Haft ge­nommen.

Die Straßburger Richter urteilten nun, dass diese Straf­maß­nahmen nicht verhältnis­mäßig seien und somit die Grund­rechte der betteln­den Frau ver­letzten: ”The Court observed that this was a severe sanction. A measure of this kind had to be justified by sound reasons in the public interest, which had not been present in this case.“ Die Schweiz ist nun ver­pflichtet, der jungen Frau um­gerech­net rund 920 Euro an Schaden­ersatz zu zahlen.

Recht, ihrer Not öffent­lich Ausdruck zu ver­leihen

Die Richter folgten somit nicht der Rechtsauffassung des Schweizer Bundesgerichts, dass weniger restriktive Maß­nahmen nicht aus­reichend effektiv seien. Ange­sichts ihrer prekären Lebens­situation, so der EGMR, habe die Frau auf­grund ihrer Menschen­würde das Recht, ihrer Not öffent­lich Ausdruck zu ver­leihen und zu ver­suchen, ihre existenziellen Bedürf­nisse durch Betteln zu decken:

Begging constituted a means of survival for her. The Court considered that, being in a clearly vulnerable situa­tion, the appli­cant had had the right, in­herent in human dignity, to be able to convey her plight and attempt to meet her basic needs by begging.

Insbesondere rügte das Urteil die pauschale Kriminalisie­rung des Bettelns: Read the rest of this entry »

Facts & Figures (341)

Januar 20th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Ein um 1966 in der Türkei pro­pa­gier­ter Ent­wurf ei­ner welt­wei­ten Ro­ma-Flag­ge zeig­te Gei­gen, Trom­meln und Gi­tar­ren auf pin­kem Grund.

(Quelle)

Wolfgang Wippermann (1945–2021)

Januar 19th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Wolfgang Wippermann (Foto. Friedrich-Meinecke-Institut)Der deutsche Historiker Wolfgang Wippermann war eine der wich­tigsten wissen­schaft­li­chen Stim­men, die den Anti­ziganis­mus und den NS-Ge­nozid an den Roma und Sinti – nach Jahr­zehn­ten des Schwei­gens – ins Be­wusst­sein der deutsch­spra­chi­gen Ge­schichts­forschung brach­te. Er ver­starb am 3. Jän­ner in Berlin. Le­sen Sie im Fo­lgen­den den Nachruf des Fried­rich-Mei­necke-Insti­tuts.

Am 3. Januar 2021 starb Wolfgang Wippermann, Professor für Neuere Geschichte am Fried­rich-Mei­necke-Ins­ti­tut, im Alter von 75 Jahren in Berlin. Wolf­gang Wipper­mann prägte das akade­mische Leben am Fried­rich-Mei­necke-Ins­ti­tut über viele Jahr­zehnte; er war ein leiden­schaft­lich Leh­render, ein pro­filierter Histo­riker und ein streit­barer Zeit­ge­nosse. Einer breiten Öffentl­ich­keit wurde er durch eine Stellung­nahme für Daniel Gold­hagen in der Goldha­gen-Kontro­verse der 1990er Jahre und durch die kritische Aus­einan­der­setzung mit Totalitaris­mus- und Extre­mismus­theorien bekannt. Mit dem Tod von Wolfgang Wipper­mann verliert das Fried­rich-Mei­necke-Ins­titut eine markante Forscher­persön­lichkeit und einen en­ga­gierten His­toriker.

1945 in Wesermünde geboren, studierte Wolfgang Wipper­mann in Göttingen und Marburg Ge­schichte, Germanistik und Politik­wissenschaft und kam 1973 an die Freie Univer­sität Berlin. Zwei Jahre später wurde er bei Ernst Nolte mit einer Studie zur Ideolo­gi­sierung des Deutschen Ordens in Geschichts­schrei­bung und Publizistik pro­moviert. 1978 folgte die Habilitation, wie­derum bei Ernst Nolte, die sich mit der Bona­partis­mus­theorie von Marx und Engels be­schäftigte und 1982 in der renom­mierten Reihe Geschichte und Theorie der Politik im Klett-Cotta Verlag erschien. 1983 wurde Wolfgang Wipper­mann zu­nächst außer­plan­mäßiger Professor am FMI, um ein Jahr später zum C2-Pro­fessor auf Zeit ernannt zu werden. Der Ruf auf eine Professur mit dem Schwer­punkt Faschismus­forschung wurde 1988 vom zustän­digen Berliner Senator nicht erteilt; dieser folgte nicht der Empfeh­lung des Präsidiums und der Be­rufungs­kommis­sion, die Wippermann in ihrer Besten­aus­lese auf Platz 1 der Liste ge­setzt hatten. Auch wenn Wolfgang Wipper­mann damit eine Struktur­professur auf Lebens­zeit am Fried­rich-Mei­necke ver­wehrt blieb, zählte er zu den Professor*innen des Instituts, die eigene Forschungs­themen signifikant weiter­ent­wickelten, den akade­mischen und politischen Diskurs mit­prägten und eine breite Öffent­lich­keits­wirkung hatten. Inter­national wurde ihm die Profes­soren­würde vielfach an­getragen: Von 1987 bis 1992 nahm er mehrere Gast­professuren in den USA und in China wahr, u.a. an der Duke University, der Indiana Univer­sity Bloomington, der Univer­sity of Minnesota sowie der Capital Normal Univer­sity in Peking.

Wolfgang Wippermann war ein vielseitiger und produktiver Historiker. Bis zu seinem Tode publizierte er annähernd 40 Mono­graphien, einige davon als Co-Autor, fünf Sammel­bände und rund 200 Aufsätze, Handbuch- und Lexikon­artikel. Neben Ver­öffent­lichun­gen wie zur Geschichte der Corps und Burschen­schaften oder zur Geschichte der Hunde waren und blieben seine lebens­langen wissen­schaftli­chen Schwer­punkt­themen die Auseinan­der­setzung mit Faschismus, National­sozialismus, Totalitaris­mus, Antisemitismus und Antiziganismus. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (340)

Januar 18th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Im 2. Weltkrieg retteten Lo­kal­be­hör­den auf der Krim vie­le mus­li­mi­sche Ro­ma, in­dem sie die­se als Ta­ta­ren aus­ga­ben.

(Quelle)

Die Vertreibung der Roma aus dem Kosovo

Januar 15th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Sani RifatiOnline-Event mit Sani Rifati am 16.1.2021
→Stream ab 18 Uhr auf Facebook

Roma Antidiscrimination Network (RAN): Zu den bis heute gra­vie­rendsten Folgen des Kosovo­kriegs ge­hört die Ver­treibung fast sämt­li­cher Roma aus der Region. Nach mehr als 600 Jah­ren wur­den 150.000 Roma ver­trieben und ihres Besitzes be­raubt. Der Erste, der be­reits vor über zwan­zig Jah­ren die Vertreibung und Flucht der Roma publik ge­macht hat, war Sani Rifati. Rifati ist Vor­sitzen­der von Voice of Roma (USA) und lebte seit 1993 in den USA. Zu­nächst in Jugoslawien und schließ­lich in den USA hat er eine Kar­riere als Drum­mer, Sänger, Tänzer und Tanz­lehrer ge­macht und setzt sich für den Erhalt der tra­di­tio­nel­len Musik, Lieder und Tänze der Roma ein und hat an zahl­rei­chen Univer­sitäten unter­richtet. Read the rest of this entry »