EDUromnja: Frauenmuseum ist online
März 15th, 2021 | Published in Einrichtungen, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Veranstaltungen & Ausstellungen
Das virtuelle Dokumentationszentrum zur Geschichte und Gegenwart von Roma-Frauen in Europa ist online. Ein Projekt der Initiative Romane Romnja
Die EDUromnja ist ein virtuelles Dokumentationszentrum, ein Online-Museum zur Geschichte und gegenwärtigen Situation von Roma- und Sinti-Frauen in Europa. Der Name setzt sich aus den Worten EDU (für Bildung und Unterhaltung) und Romnja (weibliche Form von Roma) zusammen, um zu verdeutlichen, dass sowohl Aspekte der Informationsversorgung als auch der Unterhaltung berücksichtigt werden. Geboten wird eine Sammlung selbstbestimmter sozial-, kultur- und alltagsgeschichtlicher Zeugnisse, illustriert durch Objekte, Fotos, Plakate, Schriftstücke sowie Film- und Tondokumente, die online zur Verfügung stehen.
EDUromnja ist ein virtuelles Konstrukt, das ausschließlich im Netz existiert und Objekte zeigt, die in der Realität kein Teil regulärer Museumsprogramme oder anderer Ausstellungen sind. Dass sie dies NICHT sind, zeigt die Notwendigkeit von EDUromja, denn bisher erhielt die Geschichte und Situation der Sinti- und Roma-Frauen wenig Aufmerksamkeit in der wissenschaftlichen Dokumentation und in den regulären Programmen von Museen und Archiven.
EDUromnja ist ein Projekt der Initiative Romane Romnja – einer Initiative, die 2010 von Sinti- und Roma-Frauen gegründet wurde. Sie verfolgt das Ziel, das historische Erbe der Romnja zu bewahren und gleichzeitig neue, authentischere Bilder zu schaffen. Die Initiative Romane Romnja mit ihrem Projekt EDUromnja sieht sich auch als Kompetenzzentrum zur Geschichte und Situation der Roma-Frauen. Einerseits dient es als Instrument zur Erhaltung und Tradierung seiner Inhalte, andererseits umfasst die Arbeit des EDUromja auch die Beratung von Journalisten, Doktoranden und Studenten, die Kooperation mit Universitäten, Stiftungen, Kulturämtern und Verlagen sowie den Austausch mit verschiedenen Archiven und Museen. Unterstützt wird EDUromnja dabei von einem hochrangig besetzten Team, bestehend aus Wissenschaftlern, Journalisten, Aktivisten und Initiatorinnen aus der Community selbst.
EDUromnja verfolgt den Ansatz, einen realistischen Ausschnitt gesellschaftlicher und kultureller Wirklichkeiten von Sinti- und Roma-Frauen zu zeigen. Durch diese Authentizität und Nähe soll der Besucher motiviert werden, EDUromnja als Informationsquelle und Bildungsinstrument zu nutzen. Auf dieser Basis wird ein interaktiver Dialog zwischen Interessierten ermöglicht. Romane Romnja arbeitet seit vielen Jahren in diesem Bereich und konnte einen reichen Erfahrungsschatz aufbauen. Zu den bisherigen Erfolgen zählen die Gründung des Roma-/Sinti-Frauen-Netzwerkes „Agora“, die selbstkuratierte Ausstellung „Die Vielfalt der Sinti- und Roma-Frauen“ und die Kampagne „Don’t worry be Roma Women“ sowie die Publikation „Wendepunkt“, in der erfolgreiche Roma- und Sinti-Frauen aus ihrem Leben erzählen.
Mit EDUromnja können wir dank diesem Erfahrungsschatz authentische und valide Informationen zur Verfügung stellen, die zeigen, wie vielfältig die Realitäten von Frauen aus der Sinti- und Roma-Community wirklich sind. Bei EDUromnja wird nicht ÜBER Roma- und Sinti-Frauen informiert – HIER sprechen Roma- und Sinti-Frauen selbst. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine spannende und informative Erfahrung mit unserem EDUromnja-Museum und -Dokumentationszentrum.
Romane Romnja Initiative
Im Auftrag
Gordana Herold
(Text: EDUromnja)