Christoph Gärtner-Horvath (1933–2021)
April 22nd, 2021 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik
Musiker und Zeitzeuge Christoph Gärtner-Horvath verstorben
Nach kurzer Krankheit ist der bekannte Musiker und Zeitzeuge Christoph Gärtner-Horvath im 88. Lebensjahr verstorben. Gugi, wie er bei den Roma bekannt war, ließ mit seiner Roma-Banda beim 1. Roma-Ball 1991 im OHO in Oberwart die Kultur und Tradition der Volksgruppe aufleben.
Christoph Gärtner-Horvath wurde 1933 in Kleinbachselten im südburgenländischen Bezirk Oberwart geboren. Nach dem frühen Tod der Mutter ist er bei den Großeltern aufgewachsen. 1941 flüchtete er und ein Teil der Familie nach Westungarn; seine Großeltern und zwei Brüder wurden deportiert und ermordet. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen 1944 in Ungarn wurde die Familie ins nordungarische Sammellager Komárom deportiert. Sein Vater wurde ins KZ Buchenwald verschleppt. 1945 kam es zur Wiedervereinigung der Familie und zur Rückkehr nach Österreich.
Christoph Gärtner-Horvath war danach als bekannter Musiker europaweit tätig. Er absolvierte das Konservatorium und die Musikakademie in Wien und fand eine Anstellung in Düsseldorf, wo er in einer großen Kapelle gespielt hat. Zwölf Jahre lang war Herr Gärtner-Horvath in Rust am See. Christoph Gärtner-Horvath wurde zu einem international gefragten Musiker, dessen Engagements ihn u. a. in die Schweiz oder nach England führten. Gerne erinnerte er sich an seine Zeit in Bahrain oder Davos und an die Bekanntschaft mit Romy Schneider, die er bei den Dreharbeiten zu „Sissi“ kennenlernte.
2010 haben wir Herrn Gärtner-Horvath für unsere Zeitzeugenedition Amari Historija interviewt. Hier finden Sie die Videoaufzeichnung und das gedruckte Gespräch „Ich war bekannt, ich habe einen Namen gehabt“ (PDF, S. 71–80).
(Text: Roma-Service)