Erich Schneller verstorben

Mai 25th, 2021  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Erich Schneller (Foto: ORF)Der langjährige Mitarbeiter des ORF Burgenland, Erich Schneller, ist am Sonn­tag im Alter von 67 Jah­ren nach lan­ger schwe­rer Krank­heit ge­stor­ben. Er war Radio­ma­cher, Re­dak­teur im Be­reich In­for­ma­tion und lei­den­schaft­li­cher Ge­stal­ter von Fern­seh-Son­der­pro­duk­tio­nen. Über Jahrzehnte war Erich Schnel­ler ei­ner der wich­tigs­ten Mit­strei­ter an der Seite der Volks­grup­pe der Roma im Bur­gen­land.

Der gesamte ORF Burgenland, alle Kolleginnen und Kollegen, trauern um den lang­jähri­gen ORF-Bur­gen­land-Mit­ar­bei­ter Erich Schnel­ler. Erich Schneller ist in Großpetersdorf ge­bo­ren und auf­ge­wachsen, er maturierte 1973 am Gym­nasi­um Oberschützen. Er be­gann in Wien Publizistik und Politik­wissen­schaf­ten zu studieren und star­tete im Jahr 1979 seine Arbeit im Landes­studio Bur­gen­land als freier Mit­arbeiter. In der Jugend- und Fa­milien­redak­tion war er unter ande­rem für die Magazin­sendung „Burgenland­stunde“ ver­ant­wortlich. 1998 wurde er Sen­dungs­ver­ant­wort­li­cher für die Fernseh-Talk­sen­dung „Treffpunkt Burgenland“. Im Fern­sehen betreu­te Erich Schneller auch Sonder­produktionen. Er pro­du­zierte Sendungen für „Erlebnis Öster­reich“ und „Österreich Bild“. Als Redak­teur war Erich Schneller uni­versell – er berich­tete von politi­schen und chroni­kalen Er­eig­nissen ebenso wie über zeit­geschicht­liche und sozial­politische Themen.

Er war ein hervorragender Journalist, der mit seiner Arbeit vor allem die burgen­ländi­schen Roma ins öffent­liche Bewusst­sein rückte. Er war im­mer sehr korrekt und auf­richtig in seiner Arbeit und er war ein groß­artiger Mensch, der für Gene­ra­tionen von Mit­arbei­terin­nen und Mit­arbeitern, die hier heute noch arbeiten, ein Lehr­meister und Vor­bild bleiben wird“, so ORF-Lan­des­direktor Werner Herics.

Engagement für die Volksgruppe der Roma

Ernsthaftigkeit, was Form und Inhalt betrifft, mach­ten Erich Schneller aus, ebenso wie sein aus­dau­ern­des En­gage­ment für die Volks­gruppe der Roma. In seinen Büchern ließ er die Men­schen selbst zu Wort kom­men. Erich Schnel­ler en­ga­gierte sich im Team der Roma-Volks­hoch­schule Bur­gen­land und schrieb dort auch für das Maga­zin „Roma Cajtung“. Im April beging Erich Schnel­ler seinen 67. Geburts­tag, er hatte zwei Söhne und eine Tochter.

VHS Roma trauert

Die Roma-Volkshochschule trauert um Erich Schneller, der langjäh­riges Vor­stands­mitglied war. „Er war für uns kreati­ver Geist, ver­bindende Per­sön­lichkeit und ein Vorbild dafür, ein vor­urteils­freies Leben zu führen. Wir trauern sehr um ihn. Aus­zu­drücken, wie sehr er fehlt, dafür fehlen uns die Worte“, so die VHS in einer Aus­sendung.

Landeshauptmann Doskozil tief betroffen

Auch Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zeigte sich über das Ab­leben von Erich Schneller tief be­troffen. Er sei ein Voll­blut-Jour­nalist gewesen, der das ORF-Lan­des­studio seit den 80er-Jah­ren wesent­lich ge­prägt habe, so Doskozil. „Ich habe Erich Schneller als ebenso akri­bi­schen wie fein­sinnigen Sen­dungs­gestalter kennen und schätzen ge­lernt. Er war ein Journalist, der nie sich selbst, son­dern immer seine Themen, Geschichten und Gesprächs­partner in den Vorder­grund gestellt hat. Aus­ge­zeich­net hat ihn auch sein großes Engage­ment für die burgen­ländi­schen Volksgruppen und vor allem die Roma. Das Burgenland verliert mit ihm eine maß­gebli­che Stimme der kultu­rel­len Vielfalt“, so Doskozil. Sein Mit­gefühl gelte der Familie.

ÖVP trauert

Man werde Erich Schneller als couragierten und objektiven Journalisten in Erin­nerung behalten, so der ge­schäfts­füh­rende Landes­partei­obmann der ÖVP Christian Sagartz. „Schneller war ein authen­ti­sches und gro­ßes Vorbild vor allem für jüngere Jour­nalisten. Er wird sehr fehlen”, so Sagartz.

„Mit Erich Schneller ist ein großartiger Journalist und Mensch von uns ge­gangen, den ich über 40 Jahre lang meinen Weg­begleiter nen­nen durfte. Mit ihm konnte nicht nur ich vor­trefflich disku­tieren, gestalten, kreativ sein, streiten und Geschichten schrei­ben, drehen und er­zählen, sondern auch Gene­ra­tionen von Jour­nalistin­nen und Jour­nalisten”, so die stell­ver­tretende General­sekre­tärin Gaby Schwarz.

Grüne: Schneller „hatte Sinn für das Wesentliche“

Erich Schneller sei ein „großherziger, kluger Journalist gewesen, der immer dort hin­geschaut hat, wo es un­bequem ge­worden ist“, heißt es von den burgen­ländi­schen Grünen in einer Reaktion. „Ihm waren Men­schen, die im Leben ein bis­schen zu kurz ge­kommen sind, ein be­son­deres An­liegen. Er hatte einen Sinn für das Wesent­liche und initi­ierte schon vor Jahr­zehnten Dis­kus­sionen zu Tier­wohl und Um­gang mit Pes­tiziden“, so Lan­des­spre­cherin Regina Petrik.

(Text: burgenland.ORF.at)

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