Grimme Online Award: „Die beste Instanz“
Juni 27th, 2021 | Published in Ehrungen & Nachrufe, Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte | 2 Comments
Vor zehn Tagen wurden in Köln, via Streaming und Zoom, die Preise des 21. Grimme Online Award vergeben. Wir stellen Ihnen einige der Preisträger vor (siehe: hier und hier). Den Anfang macht die Talkrunde „Die beste Instanz“, ausgezeichnet in der Kategorie „Spezial“.
1.400 Vorschläge wurden in diesem Jahr eingereicht – im letzten Preisjahr waren es ca. 1.000 Einreichungen. Das zeigt: Qualitativ hochwertige Online-Angebote sind relevanter denn je, nicht nur im Bereich der Unterhaltung, sondern auch zur Wissensvermittlung. 28 Webangebote wurden schließlich von einer Fachjury für den Preis nominiert.
In der Kategorie „Spezial“ durfte sich als erste Preisträgerin Enissa Amani mit ihrer spontan aufgesetzten Talkrunde „Die beste Instanz“ freuen, die als direkte Reaktion auf die Ausstrahlung einer Sendung des WDR-Formats „Die letzte Instanz“ (wir berichteten hier, hier und hier) produziert worden war.
„Die beste Instanz“ – Preis verliehen für Idee, Konzept und Redaktion. Begründung der Jury:
Inmitten der kontroversen Diskussion um die umstrittene WDR-Sendung „Die letzte Instanz“, in der sich eine rein weiß besetzte Runde von prominenten Personen unkundig und unangebracht über Rassismus unterhielt, reagierte die Comedienne Enissa Amani mit einer überraschenden Intervention und demonstrierte, wie es anders – besser – gehen könnte: Eigenständig initiierte, moderierte und finanzierte sie die Internet-Sendung „Die beste Instanz“, in der fünf Expert*innen fundiert, sachlich und informiert über Antisemitismus und Rassismus im Allgemeinen und Diskriminierungen gegen Sinti*ze und Rom*nja im Speziellen diskutierten. So fand ein inhaltlich bereicherndes, besonnenes, dialogisches Gespräch statt, bei dem die Teilnehmenden aufeinander eingingen, einander ergänzten und voneinander lernten. Damit steht die Sendung nicht nur mit dem kompetenten Inhalt, sondern auch mit der Art des Gesprächs im Kontrast zu anderen prominenten Formaten, in denen über aktuelle politische Themen debattiert wird. Vor allem aber ist „Die beste Instanz“ ein Beispiel für das demokratisierende Potential des Internets, das nicht nur durch Kritik an bestehenden Formaten, sondern auch durch das Schaffen alternativer Räume und Gegenangebote nachhaltig wirken kann. Sie offenbart also nicht nur Missstände in der Medienlandschaft, sondern auch, wie leicht sie vermeidbar wären, wenn ein entsprechender Wille bestünde. Eine unmittelbare, starke, konstruktive Intervention für eine gerechtere Gesellschaft und Zukunft.
Beschreibung:
In der WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ diskutierte eine rein weiß besetzte Prominentenrunde ohne jede Sachkenntnis unter anderem über Rassismus. Als Reaktion darauf initiierte, moderierte und finanzierte die Comedienne Enissa Amani ein eigenes Talk-Panel auf ihrem YouTube-Kanal. Mit fünf Gäst*innen, allesamt Expert*innen zu Themen wie Rassismus, Antisemitismus oder Antiziganismus diskutierte sie fundiert und sachlich Probleme wie Lösungen und kann so Vorbild sein für erkenntnisreichere Fernseh-Talkshows.
(Text: Grimme Online Award)
Siehe auch:
RomArchive gewinnt Grimme-Preis, 19.6.2020
Juni 28th, 2021 at 12:01 (#)
[...] 21. Grimme Online Award vergeben. Wir stellen Ihnen einige der Preisträger (siehe hier) vor. Heute: die Podcast-Reihe „190220 – ein Jahr nach Hanau“, ausgezeichnet in der [...]
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