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Rom stirbt bei Polizeieinsatz in Tschechien

Juni 23rd, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Roma Lives Matter: Szenen eines Todes, das im Netz verbreitete Handyvideo zeigt den Einsatz in Teplice (Foto: Romea.cz)Roma Lives Matter: Im tschechischen Teplice starb ein Rom, nach­dem meh­re­re Po­li­zis­ten mi­nu­ten­lang auf seinem Hals und Nacken ge­kniet wa­ren. Ein Vi­deo zeigt Sze­nen wie im Fall George Floyds in den USA.

Die Roma-Community ist schockiert. Menschen­rechts-NGOs for­dern lücken­lose Auf­klärung. Tsche­chiens stell­ver­tre­tende Grund­rechts­be­auf­trag­te (Om­buds­frau) Šimůnková hat eine Unter­su­chung der Poli­zei­gewalt an­ge­kün­digt. Polizei und Re­gie­rung hin­gegen wei­sen alle Vor­würfe zurück, lo­ben die Po­li­zis­ten und zeich­nen ein Ne­ga­tiv­bild des Opfers (vor­bestraft, Drogen, herz­krank). Pre­mier­mi­nis­ter Babiš dankt den Be­amten für den Ein­satz; sie hät­ten es nicht leicht ge­habt.

Stellungnahme des Zentralrats, 23.6.2020:

Als „menschenverachtendes Vorgehen, das in seiner Abscheulichkeit und Brutalität nicht zu fas­sen ist“, be­zeich­net Romani Rose, Vor­sitzen­der des Zentralrates Deut­scher Sinti und Roma, den Einsatz der tsche­chi­schen Polizei, der zum Tode eines jungen Rom führte. Und zieht Paral­le­len zum Tod des US-Ameri­ka­ners George Floyd. Rose fordert die lücken­lose Auf­klärung und harte Be­strafung der be­teilig­ten Polizisten. Außer­dem will er Ge­spräche mit dem tsche­chischen Bot­schafter in Berlin und dem deutschen Außen­minister Heiko Maaß führen. Darüber hinaus wird der Zentralrat direkt beim tsche­chi­schen Innen­minister Jan Hamáček inter­ve­nieren.

Laut Medienberichten soll es sich um eine Prügelei zwi­schen zwei Männern ge­handelt haben, als die Polizei am Tatort antraf. Wäh­rend der eine flüchtete, lag der andere verletzt auf der Straße, als er von den Poli­zisten an­gespro­chen wurde. Laut Polizei habe er äußerst aggres­siv reagiert.

Nur weil ein Zeugenvideo im Netz ver­öffent­licht wurde, kam der Vorfall in Teplice, einer Klein­stadt nahe der deutschen Grenze, an die Öffent­lich­keit. Darauf ist zu sehen, ähn­lich wie im Fall Floyd, dass zeit­weise drei Polizis­ten auf dem jungen Mann knieten. Einer von ihnen insgesamt sechs Minuten auf dem Nacken und dem Hals des am Boden Liegen­den. Auch als der Fest­gehaltene nach vier Minuten keinen Ton mehr von sich gibt, fährt der Polizist mit seiner „Inter­vention“ auf dem mittler­weile regungs­losen Mann fort. Er ver­starb laut Angaben der Polizei noch wäh­rend des Rettungs­ein­satzes.

Innenminister Jan Hamáček stellte sich kurze Zeit später hinter die betei­lig­ten Polizisten. Sie hätten seine „volle Unter­stützung“, Read the rest of this entry »