Online: Schulbücher und Antiziganismus

September 28th, 2021  |  Published in Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Schulbuchforschung in Deutschland: Eckert. Dossier Bd. 3Imke Rath und Riem Spielhaus:
Schulbücher und Antiziganismus

Zur Darstellung von Sinti und Roma in aktuellen deutschen Lehrplänen und Schulbüchern (=Eckert. Dossiers, vol. 3/2021), hrsg. vom Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, [Braunschweig] 2021. [CC BY 3.0]

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Das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für inter­natio­nale Schul­buch­for­schung hat im Auf­trag der Un­abhän­gigen Kom­mis­sion Anti­ziganis­mus eine Expertise über die Dar­stellung von Sinti und Roma in deut­schen Schulbüchern er­stellt. Diese ist ab sofort online ver­füg­bar.

Imke Rath und Riem Spielhaus analysie­ren in der Exper­tise Schul­bücher aus den Fächern Geschichte, Politi­sche Bildung und Erdkunde, die 2019 in weiter­füh­ren­deb Schulen der 16 deut­schen Bundes­länder Teil der Lehrpläne waren. Die Wis­sen­schaft­lerin­nen unter­such­ten die in den Lehrplänen vor­ge­schla­ge­nen Themen sowie den Kontext, in dem Schulbücher Sinti*zze und Rom*nja er­wähnen. Ein beson­deres Augen­merk der qualitativen Schulbuch­analyse liegt auf dem Ver­hältnis zwi­schen passiven und aktiven Dar­stellungen von Sinti und Roma. Aber auch auf dominan­ten Mustern ihrer Darstellung, wie der Re­präsen­ta­tion als Gruppe von Außenseitern oder als passive Opfer ohne die Fähig­keit zu handeln oder sich gegen Ver­folgung zu wehren. Unter­sucht wurde auch der Umgang mit ab­werten­den Begriffen in Schul­büchern, ein­schließ­lich solcher, die abwertende Bezeich­nungen explizit thema­tisieren und als Aus­druck von Herrschafts- und Aus­grenzungs­praktiken ein­ordnen.

Die Expertise dokumentiert markante Darstellungen von Sinti und Roma in den Schulbüchern, um auf Poten­ziale zur dis­krimi­nie­rungs­sensib­len bzw. rassismus­kritischen Re­präsen­tation zu ver­weisen. Die Be­stands­aufnahme diente der Un­abhängigen Kommis­sion Anti­ziganis­mus als Grund­lage für Empfeh­lungen für die weitere Ent­wicklung von Lehr­plänen und Schulbüchern, die im Juni 2021 dem Deut­schen Bundestag in einem Bericht vor­gelegt wurden.

This report, commissioned by the Unab­hängige Kom­mission Anti­ziganis­mus and conducted by the Georg Eckert Institute, analy­ses the repre­sen­tation of Sinti and Roma in curricula and textbooks that were in use in 2019 in secondary schools in the 16 German federal states. The study covers the sub­jects of history, civic education and geo­graphy. It inves­ti­gates topics of histori­cal learning sugges­ted by the curricula and the con­text in which Sinti*zze and Rom*nja are mentioned in the text­books. But it also examines dominant patterns in their portrayal such as being depic­ted as a group of outsiders or as passive victims without the ability to act or resist per­secution. The analysis also examines how text­books deal with deroga­tory terms, inclu­ding where pejorative desig­nations are expli­citly addressed and classified as an expres­sion of practices of domination and exclusion.

(Text: GEI, Sept. 2021)

Siehe auch:
Riem Spielhaus über Roma in Schulbüchern, 24.3.2020
Studie über Roma in Schulbüchern, 15.2.2020

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