Archive for Juli, 2015
Juli 31st, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordert einen sofortigen Stopp der systematischen, gewaltsamen Vertreibungen von Roma aus ihren Städten in Mittelost- und Südosteuropa
Der Zentralrat beobachtet mit größter Sorge die zahlreichen aktuellen Fälle in Europa, wo Roma von gewaltsamen Vertreibungen durch lokale Behörden betroffen sind. In Belgrad sind ganz unmittelbar in dieser Woche 53 Roma Familien von Vertreibung und Obdachlosigkeit bedroht, wie Amnesty International berichtet. Die aus dem Krieg im Kosovo geflüchteten Familien leben seit 1999 in einer staatlich tolerierten, informellen Siedlung, ohne Aufmerksamkeit und Unterstützung für eine langfristige Perspektive. Jetzt drohen die Behörden die Häuser mit sofortiger Wirkung abreißen zu lassen, ohne adäquat die Familien zu informieren und alternative Wohnmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.
Am vergangenen Freitag fand in Cluj-Napoca in Rumänien der bisher größte Roma Solidaritätsmarsch für die Opfer der gewaltsamen Vertreibungen statt unter dem Titel „Stadt für die Menschen, nicht für den Profit“, an dem auch ein Mitarbeiter des Zentralrats teilnahm. Der Marsch gedachte den Opfer der staatlichen Vertreibungen vom 17. Dezember 2010, als 76 vorwiegend Roma-Familien ohne Vorwarnung und legale Prozedur aus der zentralen Coastei-Straße vertrieben und in staatlich finanzierte Siedlungen neben der giftigen Müllhalde in Pata Rât ausgegrenzt wurden. An dem acht Kilometer langen Solidaritätsmarsch von Pata Rât zum Ort der Vertreibungen in der Coastei-Straße nahmen über 500 Menschen aus Pata Rât, aus ganz Rumänien und von zahlreichen Roma-Jugendorganisationen aus ganz Europa teil, welche im Rahmen der Europäischen Jugendhauptstadt Cluj 2015 die Jugendaktion „So Keres, Europa?! Junge Roma und Nicht-Roma fordern ihren Platz in Europa ein“ organisierten.
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Juli 31st, 2015 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Anlässlich des internationalen Gedenktages des Völkermordes an Roma und Sinti lädt das Romano Centro am Sonntag, den 2. August von 18:00 bis 20:00 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung auf dem Ceija-Stojka-Platz im 7. Wiener Gemeindebezirk.
Ando dujto augusto o Romano Centro organizarel jek comemoracija ando Ceija Stojka Platz ando 7. becirko kaj Bech vash le viktima kathar o Romano Samudaripe. Aven te keren patyiv sa le Romenge, kon sas mudardime kathar e Nazi legija. Dikh he na bister!
Im April dieses Jahres wurde der 2. August als „European Roma Holocaust Memorial Day“ vom Europäischen Parlament anerkannt. Vor allem die „Roma Genocide Rememberance Initiative“ – mit Unterstützung zahlreicher Roma-Organisationen aus ganz Europa – spielte eine große Rolle im Kampf für die Anerkennung dieses historischen Tages. Im Jahre 1944 wurden in der sogenannten „Zigeunernacht“ vom 2. auf den 3. August 2.897 Roma – Männer, Frauen und Kinder – in den Gaskammern von Auschwitz-Birkenau ermordet. An diesem Tag erinnern wir uns neben ihnen auch an alle anderen Roma, die während des Zweiten Weltkrieges aus rassischen Motiven verfolgt und ermordet wurden. In den Reden der Nachfahren im Nationalsozialismus verfolgter Roma und Juden stehen persönliche Familiengeschichten sowie Gedenkkultur im Mittelpunkt. Die Besucher haben gegen Ende der Veranstaltung die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Gedenkaktes persönlich zu beteiligen. Die Musik steht ebenfalls im Zeichen des Gedenkens.
PROGRAMM: Read the rest of this entry »
Juli 30th, 2015 |
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Facts & Figures
Im Februar 2013 eröffnete die European Roma Cultural Foundation (ERCF) in Budapest die Roma-Kunstgalerie Gallery8.
(Website)
Juli 30th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte
Sajt bischupantsch berscha o ungriko manuschengero tschatschipeskero aktivisto, polgarengero tschatschipaschi taj politikeri Aladár Horváth bara soraha gejng o teldikipe taj argranicalipe le valami 700.000 Romendar ande leskeri hajmat kejmpfinel.
Imar ando bersch 1988/89 o Aladár Horváth ando akor socijalistischi Ungriko uso keraschtscha le akfa akarde „anti-gheto-komitejistar“ kerinlahi. Ande leskero hajmatakero foro Miskolc o akor 25 berschengero khetan avre ungrike Romenca gejng jek prik sidlinipe sorale pumen kerde taj jerinde: O dschene le etnischi tschulipestar ande 168 khera use 29 kvadratmetertscha te cidijanahi – duj kilometertscha pasche o foro, oni petschi kaj schaj vitintschanahi taj pajeskere lajtungtscha.
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Juli 28th, 2015 |
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Religion
Ande jek cerhakero foro pasche Pomezia ando septemberi 1965 use jek talalinipe maschkar o Dschelno Dad Paul VI. taj valami 3.000 Roma, save andar i cili Europa otscha roasinde, pumen le Dschelne Dadestar te sentelinel te mukel. Organisirim ulo ada talalinipe le katolischi raschajistar Bruno Nicolini (+ 2012) le khetanipestar Sant’ Egidio. Kaj akan on 50to berscheskero di le kherodipestar le Dschelne Dadestar Paul VI. ande Pomezia hi, o Dschelno Dad Franziskus, Romen taj Sinten taj avre use kerime grupn andar i cili Europa ando vatikan akarel. O talalinipe maschkar o Roma taj Sinti taj o Dschelno Dad Franziskus andi cajt usar 23to – 27to oktoberi 2015 ando foro Roma hi.
Buteder informacija pedar i roas taj o aunmejdinipe:
Referat fi etnischi grupn/diöcesa Tikni Martona
Manuela Horvath & Monika Scheweck
7400 Erba, Betschitiko poschtito 6
Har.: 0676/880 701 721 vaj 0676/880 701 722
E-Mail: roma.sinti.pastoral@martinus.at
(volksgruppen.orf.at)
Juli 26th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte
Amnesty International – Urgent Action: Rechtswidrige Zwangsräumungen in Belgrad stoppen!
In der serbischen Hauptstadt Belgrad droht 53 Roma-Familien die rechtswidrige Zwangsräumung. Bei den Familien handelt es sich um Binnenvertriebene aus dem Kosovo, die sich zwischen 1999 und 2000 in der Siedlung Ratko Mitrović im Stadtbezirk Zemun niedergelassen haben. Sie erhielten zwischen dem 7. und 10. Juli die Anweisung, ihre Häuser abzureißen. Alternativunterkünfte wurden den Bewohner*innen nicht zur Verfügung gestellt. Ihnen droht nun die Obdachlosigkeit.
Fordern Sie die Ministerin für Bau, Transport und Infrastruktur sowie den Bürgermeister der Stadt Belgrad auf, die Anordnungen zum Gebäudeabriss sofort aufzuheben! Appellieren Sie an sie, Alternativmaßnahmen zu finden und ein Gesetz zu verabschieden, das rechtswidrige Zwangsräumungen verbietet! >>Zur Aktion (bis 1. Sept. 2015)
Bei der Siedlung Ratko Mitrović, auch bekannt unter dem Namen Grmeč, handelt es sich um eine informelle Siedlung im Stadtbezirk Zemun im Nordwesten Belgrads. Die Siedlung befindet sich zwischen zwei Bahnlinien auf einem kleinen Streifen Land, der sich im Besitz der serbischen Bahn befindet. Am 26. Juni erteilten die Bauinspektoren des Stadtbezirks Zemun schriftliche Anordnungen zum Gebäudeabriss, mit der Begründung, die Häuser seien ohne Baugenehmigung erbaut worden. Mit den schriftlichen Anordnungen, die den Roma-Familien zwischen dem 7. und 10. Juli zugingen, wurden sie angewiesen, ihre Häuser innerhalb eines Tages nach Erhalt der Anordnung abzureißen. Zuvor gab es weder eine Konsultation mit den Bewohner*innen noch eine Ankündigung, dass die Anordnungen erteilt werden würden.
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Juli 26th, 2015 |
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Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen
In einer Zeltstadt bei Pomezia in der Nähe von Rom kam es im September 1965 zu einem Treffen zwischen Papst Paul VI. und etwa 3.000 Roma, die aus ganz Europa angereist waren, um sich dort vom Heiligen Vater segnen zu lassen. Organisiert wurde das Treffen vom katholischen Priester Bruno Nicolini (gest. 2012) von der Gemeinschaft Sant’ Egidio. Anlässlich des 50. Jahrestages des Besuchs von Papst Paul VI. in Pomezia lädt Papst Fanziskus Roma und Sinti und andere verwandte Gruppen aus ganz Europa in den Vatikan ein. Das Treffen zwischen Roma und Sinti und Papst Franziskus findet in der Zeit von 23. bis 27. Oktober 2015 in Rom statt.
Nähere Infos über die Reise und Anmeldung:
Referat für ethnische Gruppen/Diözese Eisenstadt
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Juli 25th, 2015 |
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Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Zeitgenössische Reflektionen zum Genozid an den Sinti und Roma
– Ausstellung und Bildungsprogramm
Berlin: Ausstellungseröffnung am Sonntag, den 2. August 2015. 17:00 bis 18:45 Uhr
Kuratiert von Tímea Junghaus und Moritz Pankok mit MANOLO GÓMEZ ROMERO (ES) . DELAINE LE BAS (UK) . VALÉRIE LERAY (F) . TAMARA MOYZES (CZ) . ANDRÉ JENÖ RAATZSCH (DE) . CEIJA STOJKA (AUT) . ALFRED ULLRICH (DE) . KÁLMÁN VÁRADY (DE) . GEORGE VASILESCU (RO) . DAVID WEISS (DE) u.a.
TRANSMITTING TRAUMA? ist eine gemeinsame Initiative von Gallery8 (Budapest) und der Galerie Kai Dikhas (Berlin) als Ausstellungs- und Bildungsprogramm. Die Ausstellung ist symbolisch und physisch an die Erinnerungs-Performance „Phagedo Dschi – Zerrissenes Herz“ und das gemeinsame Gedenken zum 2. August am Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas angebunden. Sie wird von unbekannten Werke des Schwarzen Zyklus der Holocaust-Überlebenden Ceija Stojka (1933-2013) und von einer ausführlichen Archiv-Recherche zur stereotypen Darstellung von Roma und diesbezüglichen Fotografien von Milós Déri begleitet.
Die Ausstellung lädt zeitgenössische Künstler_Innen ein, über die Erinnerung an den Holocaust an den Sinti und Roma zu reflektieren. Die künstlerischen Standpunkte konfrontieren uns mit der Vergangenheit und zeigen Parallelen zu Klischees, des Sündenbock-Seins und Antiziganismus heutiger Tage auf. Darüber hinaus ist das Erzählen der Geschichte durch Angehörige der Minderheit schon an sich ein emanzipatorischer Akt, indem (ihre) Geschichte neu geschrieben wird. Read the rest of this entry »
Juli 24th, 2015 |
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Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Deutsche Sonderlager für (Roma-)Flüchtlinge vom Balkan – Bayern macht vor, was schon Bundes-Konsens ist. Radio Dreyeckland sprach mit Alexander Thal vom Bayrischen Flüchtlingsrat.
>>Anhören/Download (mp3), 14:41 min
Morgenradio, 24. Juli 2015
Die Bayerische Landesregierung will Flüchtlinge aus den Westbalkanstaaten in gesonderten Erstaufnahmezentren in Grenznähe unterbringen. Mit unverhohlener Botschaft: Sie werden aussortiert, weil sie unerwünscht sind. Diese Meldung hat doch ein wenig Medienecho und auch Kritik aus der SPD ausgelöst. Doch die Aussortierung unerwünschter Flüchtlinge, die zu wesentlichen Teilen geflüchtete Roma trifft, ist eine Tendenz, die durch die Parteien hindurch und von praktisch allen Landesregierungen getragen wird. Wir sprachen mit Alexander Thal vom Bayerischen Flüchtlingsrat über diesen um sich greifenden Antiziganismus in der deutschen Asylpolitik, über Seehofers Pläne und über die historische Verantwortung der BRD gegenüber den Roma.
(Text und Interview: www.rdl.de)
Juli 24th, 2015 |
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Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Deutschland: Neue „sichere Herkunftsländer“ haben wenig Auswirkung auf Flüchtlingszahlen.
Bayern plant getrennte Abschiebezentren für Flüchtlinge aus Balkanländern – de facto: Sonderlager für Roma.
>>Anhören/Download (mp3), ab 03:50
Focus Europa/News, 23. Juli 2015
Nach der Einstufung Serbiens, Bosniens und Mazedoniens als „sichere Herkunftsländer“ im vergangenen November hat sich die Zahl der Flüchtlinge aus diesen Ländern nicht signifikant gesenkt, wie das deutsche Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mitteilte. In den Monaten seit November hat sich, im Gegenteil, die Zahl der Asylbewerber aus Mazedonien deutlich erhöht, während aus Serbien und Bosnien nur ein leichter Rückgang der Zahlen zu beobachten ist. Die erhoffte Signalwirkung der Aufnahme der drei Länder in die Liste der „sicheren Herkunftsstaaten“ ist damit ausgeblieben, räumte ein Sprecher des Innenressorts ein. Als weiteres Ziel der Einstufung galt die Beschleunigung der Verfahren für Menschen aus diesen Ländern. Nach wie vor liegt die Dauer für die drei Länder im Durchschnitt bei 4,2 Monaten und damit nur geringfügig unter der bundesweiten Marke von 5,3 Monaten. Momentan wird daher auch diskutiert, weitere Staaten zu sicheren Herkunftsländern zu ernennen, darunter den Kosovo.
Bayerns Ministerpräsident Seehofer hat am Montag noch einmal einen schärferen Kurs gegen Flüchtlinge vom Balkan und die Errichtung zweier speziell für sie vorgesehener Abschiebezentren in Grenznähe angekündigt. Read the rest of this entry »
Juli 21st, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
In Bulgarien ist es verbreitete Praxis, dass Stromzähler in den Stadtteilen mit überwiegender Roma-Bevölkerung in unzugänglicher Höhe befestigt werden. In anderen Vierteln werden die Zähler hingegen in normaler Höhe oder überhaupt in den Wohnungen angebracht. Diese Praxis stelle eine Diskriminierung von Roma wegen ihrer ethnischen Herkunft dar, urteilte nun der Europäische Gerichtshof (EuGH) vergangene Woche in Luxemburg.
Selbst wenn erwiesen wäre, dass in dem betreffenden Stadtteil Zähler wiederholt manipuliert oder beschädigt wurden, sei eine solche Praxis unverhältnismäßig, urteilten die Richter. Man müsse auf andere Weise versuchen, die Sicherheit des Stromnetzes und die Erfassung des Stromverbrauchs zu garantieren. Für die Bewohner des Stadtteils habe dieser Usus zudem zur Folge, dass ihnen die Möglichkeit genommen wird, den Stromverbrauch bzw. die Rechnungen zu kontrollieren. Die Richter verweisen auf die EU-Richtlinie über Gleichbehandlung, derzufolge jegliche Diskriminierung aus Gründen der Rasse oder der ethnischen Herkunft verboten ist. Dies gelte insbesondere im Hinblick auf den Zugang zu und die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen.
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Juli 20th, 2015 |
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Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Aus 70 Bewerbungen für den Internationalen Bremer Friedenspreis, der alle zwei Jahre vergeben wird, hat die Jury der gemeinnützigen ökumenischen Stiftung „die schwelle“ die drei Preisträger ausgewählt. Im September 2015 wird die Jury die drei Gewinner des Friedenspreises bekannt geben. Bis dahin stellt die Stiftung auf ihrer Website im Laufe der nächsten Wochen die 13 Personen und Organisationen ihrer engeren Auswahl vor. Mit dabei: der ungarische Roma-Aktivist und -Politiker Aladár Horvath, der von der Initiative „Leipzig Korrektiv“ für den Preis nominiert wurde. Im Folgenden das Porträt auf der Website:
Er gibt den Roma eine Stimme in Ungarn: Aladár Horvath
Seit einem Vierteljahrhundert kämpft der ungarische Menschenrechtsaktivist, Bürgerrechtler und Politiker Aladár Horvath unermüdlich gegen die Benachteiligung und Ausgrenzung der rund 700.000 Roma in seiner Heimat.
Bereits im Jahr 1988/89 gehörte Aladár Horváth im damals noch sozialistischen Ungarn zu den Mitbegründern eines sogenannten Anti-Ghetto-Komitees. In seiner Heimatstadt Miskolc machte sich der damals 25-Jährige gemeinsam mit anderen ungarischen Roma erfolgreich gegen eine Umsiedlung stark: Die Angehörigen der ethnischen Minderheit sollten in 168 Wohnungen zu je 29 Quadratmetern untergebracht werden – zwei Kilometer von der Stadt entfernt, ohne Heizungen und Abwasserleitungen.
Ähnliche Pläne gibt es in Miskolc auch in jüngster Zeit wieder. Führende Lokalpolitiker haben die Auflösung eines großen Roma-Wohngebiets beschlossen. Wieder einmal sollen die Einwohner in neuen Behausungen untergebracht werden, die über keinerlei Wasseranschlüsse verfügen. Gemeinsam mit anderen Bürgerrechtlern demonstrierte Aladár Horvath fast vier Wochen für das Bleiberecht der Einwohner vor Ort.
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Juli 16th, 2015 |
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Medien & Presse
Verein „Bürger für Bürger Duisburg“ gibt eine neue Roma-Straßenzeitung heraus
Die erste Ausgabe gibt es kostenlos hier (pdf)
Editorial
Mit dieser Ausgabe von ROMANI freue ich mich, das Erscheinen einer monatlich erscheinenden Romazeitung in unserem Verein ankündigen zu können. Eine Romazeitung hat es bereits in einem anderen Verein gegeben (Anm. d. dROMa-Red.: „Bachtalo“ des Vereins Mensch ist Mensch), nur haben sich dort die Wege des Vereins und des Verfassers nach nur einer Ausgabe getrennt. Damit dieses lohnende Sozialprojekt nunmehr eine solide Basis bekommt, habe ich gerne der Bitte des Verfassers entsprochen, die Zeitung bei uns erscheinen zu lassen.
Die Grundidee ist es, eine langfristige Integration der Roma zu ermöglichen. Sprich, die Roma können einerseits etwas dazuverdienen, und die Deutschen erfahren auf der anderen Seite etwas über die Kultur, das Leben und die Geschichte der Roma. Da Roma aus den verschiedensten Ländern – aus Bulgarien und Rumänien, aus Serbien und Mazedonien – in großer Zahl zu uns kommen, erhalten wir den Stoff, aus dem diese Zeitung gemacht ist, frei Haus geliefert. Wir wollen mit unseren Möglichkeiten den Vorbehalten auf Seiten der deutschen Bevölkerung etwas entgegensetzen. Unsere Übersetzerin aus dem Romanes – der Sprache der Roma – wird uns helfen, die Roma als Individuen und als Gruppe zu verstehen.
Rolf Karling, Bürger für Bürger Duisburg e.V.
Juli 16th, 2015 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Vertreibungen von Roma unter Druck der Anti-Roma-Proteste. Menschenrechtsgerichtshof erlässt Eilverfügung.
>>Anhören/Download (mp3)
Focus Europa/Morgenradio, 13. Juli 2015, 12,58 min
In Bulgarien kam es in den letzten Wochen zu schweren Ausschreitungen und Protesten gegen die Roma-Bevölkerung (wir berichteten hier und hier). Vor allem in der Hauptstadt Sofia und dem Dorf Garmen im Süden des Landes gab es zwei sehr ähnliche Fälle, bei denen erst Massenschlägereien und dann, direkt am nächsten Tag, große, organisierte Proteste gegen angebliche Diebstähle durch Roma und illegal errichtete Häuser auftraten. Die Roma-Feindlichkeit in der Bevölkerung sei nur ein Teil des Problems, erklärt Violeta Naydenova von der Open Society Foundation. Auch die in sechs Monaten anstehenden Wahlen und der Kampf um WählerInnen-Stimmen seien für die Gewaltausbrüche verantwortlich zu machen.
UPDATE: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat eine Eilverfügung gegen den Montag (13. Juli) geplanten Abriss weiterer Häuser in Garmen erlassen. Es soll demnach keine weiteren Räumungen und Abrisse geben, bis alternative Unterkünfte für die betroffenen KlägerInnen gesichert seien. Inwiefern die bulgarische Regierung sich an diese Verfügung hält, ist bis jetzt unklar.
(Text & Interview: www.rdl.de)
Juli 11th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Belgien wegen „unmenschlicher Behandlung“ einer Roma-Familie aus Serbien verurteilt (pdf).
Die Straßburger Richter gaben am Dienstag einem Ehepaar und seinen fünf Kindern recht, die 2011 in Belgien erfolglos einen Asylantrag gestellt hatten. Vor ihrer Abschiebung war die Familie vier Wochen lang obdachlos, obwohl eines ihrer Kinder schwerbehindert und ein anderes noch ein Säugling war. Die Roma lebten eine Woche lang auf einem öffentlichen Platz und drei Wochen lang im Nordbahnhof von Brüssel. (…) Einige Wochen nach der Rückkehr nach Serbien starb das behinderte Mädchen. Eine belgische Berufungskammer hatte zuvor den Ausweise-Bescheid noch wegen Formfehlern aufgehoben – nachdem die Familie Belgien schon verlassen hatte. (…) Laut dem Straßburger Urteil muss Belgien der Roma-Familie 22.750 Euro Schmerzensgeld zahlen.
Lesen Sie bitten die hier nur auszugsweise wiedergegebene Meldung in voller Länge auf MiGAZIN.de.
Juli 10th, 2015 |
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Brauchtum & Tradition, Einrichtungen
Integracija duach i dschomra dschal: Ande Budapest jek habeskero kher latsche dschal, kaj Romnija, tipischi Romengero-habe than. I muam Malvin nan tschaj jek igen aktivi taj phureder dschuvli hi, oj te jek Romni hi – taj o vodschi jeke habeskere kherestar ande Budapest, savo sajt trin berscha dschenen andar o andrutno taj avrutno vilago akarel. Valami dujvar andi masek o vudara le tikne kherestar ando enjato becirk upre dschan, o latscho habe upro tajnertscha tschite on, taj o kherodaschtscha loschanen pumen. „Sakone habe amenge jek historija hi taj lengere vurclini ande amari familija tradicijona“, phukal i rentnerkija. „Amen adaj tschak pal tradicijoneli Romengere-receptscha thavas“.
O erschti Romengero-habeskero kher ande Budapest hi ada, save o cil hi, le avre dschenen jeke neve islinipeskere themeha khetan te phandel. Ande ada kher na dschal tschak vasch i kulinarika, adaj te vasch jek socijali botaschiskero koja dschal. Read the rest of this entry »
Juli 9th, 2015 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Le lek bareder tschulipe andi Europa tschak tschule vakeraschtscha hi. O farajn „Amaro Drom“ ande pe leske bescharel. Ande Kreuzberg nevo than pratascha taj le teldikipeskere kojenca upre te schuscharel kamla.
Terne Sinti taj Roma te sorisarinel
„Barikano hi, hot o perspektivtscha le terne Sintijendar taj Romendar akan pradipe uschtiden taj na tschak mindig peder lende vakerdo ol“, phenel o projektoskero schero Anna Friedrich. Le farajniske „Amaro Drom“ igen barikano hi, le terne Sinten taj Romen te sorisarinel. „Tumen nisaj kultura hi, tumen tschak dromeske san, tumen na kerinen ande amaro khetanipe. Oda hi, so o terne Roma mindig te schunel uschtiden“, phenel o angle beschto Merfin Demir. Kaj ada cil kisetim te ol, jek projekto kesdim ulo. „Dikhen amen“! „Seht uns“! – ando prik bescharipe butschol. Read the rest of this entry »
Juli 8th, 2015 |
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Dokumente & Berichte, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Deutsche Literaturnobelpreisträger und ihre „Zigeuner“
Manuskript des Vortrags von Prof. Dr. Wilhelm Solms
>>Download (pdf)
Der Germanist und Antiziganismusforscher Wilhelm Solms hat die Werke der 13 deutschsprachigen Literaturnobelpreisträger nach Passagen über Roma und Sinti durchsucht. Bei neun ist er fündig geworden. Die Ergebnisse stellte er am 26. November 2013 im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg vor. Nun hat das Zentrum den Vortragstext auf seiner Website publiziert. Romani Rose schreibt in seinem Vorwort:
(Der Vortragstext) zeigt ebenso anschaulich wie eindringlich auf, dass Feind- und Zerrbilder vom „Zigeuner“ auch in die sogenannte Hochkultur eingegangen sind: Deutsche Literaturnobelpreisträger haben „Zigeuner“-Stereotypen in ihren Werken aufgegriffen und damit zu ihrer Legitimierung und gesellschaftlichen Verankerung beigetragen. Doch Wilhelm Solms würdigt auch jene mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Autorinnen und Autoren, die „Zigeuner“-Klischees kritisch hinterfragen und ihrer sozialen Funktion auf den Grund gehen.
(dROMa)
Juli 4th, 2015 |
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Einrichtungen, Film & Theater, Kunst & Fotografie, Musik
Digitales Archiv der Sinti und Roma startet
„Wir haben die Besten versammelt!“ | „Ame andam e maj lašen kethane!“
Pressemitteilung, 2.7.2015:
Ziel des Projekts: Das erste umfassende digitale Archiv für Kunst der Sinti und Roma in Europa zu etablieren, um den integralen Anteil dieser Minderheit an der europäischen Kultur sichtbar zu machen.
Wie: Hochkarätige ExpertInnen aus der Roma-Community wählen die Inhalte für verschiedene Bereiche wie z.B. Musik, Theater, Film aus. Diese werden in einigen Jahren in digitaler Form verfügbar gemacht.
Wann: Die Aufbauphase des Projektes hat bereits begonnen. Das Projekt hat sich mit seiner ersten Sitzung am 26. Juni 2015 in Berlin konstituiert. Das Projekt läuft insgesamt 5 Jahre lang.
Prozess des Projekts: Zu diesem Zweck soll eine Sammlung internationaler Kunst aller Gattungen entstehen, erweitert um zeitgeschichtliche Dokumente und wissenschaftliche Positionen. Konzeptionell und inhaltlich wird jeder Archivbereich von einem eigenen KuratorInnenteam verantwortet. Nach der Projektlaufzeit von 5 Jahren wollen die Initiatiorinnen Isabel Raabe und Franziska Sauerbrey das Archiv an eine europäische Roma-Organisation und damit komplett in die Hände der Community übergeben.
Der Aufbau des Projekts und die Arbeit der KuratorInnen lassen sich unter facebook.com/romanoarchive und bald auch auf Twitter sowie auf Youtube miterleben.
Zitate:
„Wir sind stolz, einige der besten Künstlerinnen und Künstler der Roma-Community als KuratorInnen für RomArchive versammelt zu haben“, sagt Nicoleta Bitu – Vorsitzende des Beirats von „RomArchive“.
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Juli 4th, 2015 |
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Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Antiziganismus. Soziale und historische Dimensionen von „Zigeuner“-Stereotypen
Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma (Hg.), Redaktion: Thomas Baumann, Jacques Delfeld jr., Hans Scheid, Armin Ulm, Heidelberg 2015. ISBN 978-3-929446-31-9
„Antiziganismus“ wird verstanden als eine spezielle Form des Rassismus gegenüber als „Zigeuner“ identifizierten Individuen und Gruppen. Es ist eines der am weitesten verbreiteten und wirkungsmächtigsten Ressentiments unserer Zeit. Der vorliegende Tagungsband dokumentiert die Ergebnisse einer interdisziplinären wissenschaftlichen Tagung, die im Herbst 2012 im Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma stattfand. Ziel der Tagung war es, Stärken und Schwächen des „Antiziganismus“- Begriffs neu zu diskutieren, das Phänomen in seinen vielfältigen Aspekten zu untersuchen und nicht zuletzt Handlungsoptionen aufzuzeigen. Die in diesem Band versammelten Aufsätze verstehen sich als wissenschaftliche Beiträge zur „Antiziganismusforschung“ und verdeutlichen die historische und soziale Dimension des aktuellen Diskurses.
Die Publikation kann in Buchform zu einem Preis von 14,80 € zzgl. Porto beim Sekretariat des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma (sekretariat@sintiundroma.de) bestellt oder hier heruntergeladen (pdf) werden.
Inhaltsverzeichnis:
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