Archive for Juni, 2015
Juni 30th, 2015 |
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Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV
Dokumentarfilm „Dui Rroma“ ausgezeichnet
Am 17. Juni wurden im Wappensaal des Wiener Rathauseszum 47. Mal die Fernsehpreise der Erwachsenenbildung übergeben. In der Sparte Dokumentation wurde der auf Okto TV gesendete Dokumentarfilm „Dui Rroma“ ausgezeichnet. Den Preis erhielt die aus Rumänien stammende Iovanca Gaspar. Gaspar arbeitet seit 2005 in der Magistratsabteilung für Integration und Diversität im Schwerpunkt „Roma und Sinti“. Der Preis wurde von Alice Fleischer vom WIFI Österreich überreicht.
„Dui Rroma“ berichtet über die Begegnung zwischen dem Münchner Sinto und Holocaust-Überlebenden Hugo Höllenreiner und dem jungen Wiener Komponisten und Rom Adrian Gaspar. Hugo Höllenreiner verstarb am 10. Juni 2015 in Ingolstadt.
>>„Dui Rroma“ | Okto | 23.05.2015
Juni 29th, 2015 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Hass in Halle – Eine Region im Griff der Rechten
ZDF: Frontal 21 (Mediathek)
Di., 30. Juni 2015, 21.00 Uhr
(verschoben auf 7.7.)
Weitere Sendungen:
ZDFinfo | Mi, 1.7.2015, 10:45
ZDFinfo | Mi, 8.7.2015, 7:30
ZDFinfo | Mi, 15.7.2015, 7:45
In der Region um Halle an der Saale sind seit mehreren Monaten gewaltbereite Neonazi-Gruppen aktiv. Sie nennen sich „Brigade Bitterfeld“ und „Brigade Halle“. Im Stadtteil Halle-Silberhöhe machen sie gezielt Jagd auf dort ansässige Roma-Familien. „Sie haben meinen Kinderwagen angezündet“, erzählt eine Frau. „Dann haben zehn Nazis die Fensterscheiben eingeworfen, auf der Straße haben sie Böller nach mir geworfen.“ Mehrere Opfer berichten, dass die Brigademitglieder ihre Wohnungen belagert und sie auf der Straße mit Messern und Elektroschock-Geräten bedroht hätten. „Seitdem gehen wir abends nicht mehr raus“, sagt ein Anwohner, der aus Rumänien stammt. Mehrfach gelang es den Rechtsextremen, im Stadtteil Silberhöhe Aufmärsche gegen Roma und andere Ausländer zu organisieren. Read the rest of this entry »
Juni 29th, 2015 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Dikhen Amen – Seht uns, ein Projekt von Amaro Drom e.V.
Im April diesen Jahres startete das Projekt „Dikhen amen! Seht uns! – Empowerment und Sensibilisierung für Antiziganismus aus Sicht junger Roma und Sinti“. Das Hauptziel des Projektes ist Empowerment junger Roma und Sinti. Darunter verstehen wir, Raum zu schaffen für Selbstbewusstsein, Selbstbehauptung und den Kampf um Anerkennung als gleichberechtigter Teil der Gesellschaft. Ein weiterer zentraler Bestandteil des Projektes ist die Sensibilisierung junger Nicht-Roma bzw. Nicht-Sinti für den spezifischen Rassismus und seine Folgen.
Im Mittelpunkt des Projektes stehen die Erfahrungen und Lebensrealitäten junger Roma und Sinti. Basierend auf dem Erfahrungswissen der Jugendlichen werden Methoden für Jugendbildungsarbeit entwickelt.
Im Laufe des Projektes werden jugendliche Sinti und Roma zu Multiplikator_innen ausgebildet, um selbst Empowerment- und Sensibilisierungs-Workshops durchführen zu können. Die Workshops richten sich an junge Menschen in Jugendclubs, Jugendselbstorganisationen und Verbänden sowie Bildungseinrichtungen.
Die Ideale von Empowerment, Mobilisierung, Selbstorganisation und Partizipation der jungen Menschen wird durch „Dikhen Amen! Seht uns!“ mit einer noch größeren Breitenwirkung von Amaro Drom gestärkt. Neben der Stärkung junger Roma und Sinti im Umgang mit Rassismus in Deutschland und der Sichtbarmachung ihrer unterschiedlichen Lebensrealitäten und Identitätsentwürfe zielt das Projekt auch auf eine kritische Auseinandersetzung mit Rassismus gegen Roma und Sinti in der breiten Öffentlichkeit ab.
Einer der Höhepunkte des Projektes in diesem Jahr wird die Bundesjugendkonferenz vom 19. bis 24. November in Hannover sein, an der über 100 Jugendliche aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus teilnehmen werden. Read the rest of this entry »
Juni 28th, 2015 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Unter dem Titel „Moderne Sklaverei: In Ungarn kann man bald Leibeigene beim Bürgermeister mieten“ informiert der „Pester Lloyd“ über die geplante Ausweitung der umstrittenen Kommunalen Beschäftigungsprogramme in Ungarn. Die verpflichtenden Arbeitsprogramme für Sozialhilfeempfänger, die besonders viele Roma mit voller Härte treffen, sollen nun auch auf Saisonarbeit in privaten Unternehmen ausgedehnt werden. Die Bürgermeister können demnach die ihnen unterstehenden Arbeitsverpflichteten („Közmunkás“) nach Belieben an private Firmen „verleihen“ – für eine Tagesleihprämie von 1,70 Euro pro Arbeitskraft, „eine weitere Maßnahme zur Umleitung öffentlicher Gelder in private Taschen, auf den Rücken der Ärmsten der Gesellschaft“. Der Lohn, den die Betroffenen (40-Stunden-Woche, auch bei einer Einsatzstelle fern ihres Wohnortes) monatlich erhalten, liegt bei 170 Euro netto, gerade einmal knapp über der Hälfte des gesetzlichen Mindestlohns. Die abhängigen Billigarbeiter sind weitgehend der Willkür und den Schikanen der Bürgermeister ausgeliefert. Rassismus ist dem „Közmunka“-System von vornherein inhärent. Mancherorts bestimmen derzeit neonazistische Jobbik-Bürgermeister über Roma-Arbeiter.
Die in den staatlichen Billigsarbeitsprogrammen steckenden Menschen können (…) keine saisonalen Jobs annehmen, da sie dafür aus der Közmunka aussteigen müssten und damit eine dreijährige Sperre sämtlicher Sozialleistungen riskieren. Werden sie im Winter vom privaten Arbeitgeber dann entlassen, stünden sie mit leeren Händen und in kalten Wohnungen da. (…) Nun sollen sie (…) nicht auf eigenes Verlangen, sondern auf Anforderung „kleinerer und mittlerer Betriebe“ Saisonarbeiten nicht nur annehmen dürfen, sondern, wenn der verantwortliche Ortsvorsteher, also der Dienstgeber der Kommunalbeschäftigten es anweist, annehmen müssen. (…) Welchem Unternehmen sie für wie lange und zu welchen Konditionen zugeteilt werden, liegt im Ermessen der Kommune als verlängerter Arm des Innenministers. Widerspruchsrechte gibt es keine. Qualifikation, Wohnort, familiäre Lebenssituationen spielen keine Rolle. (…) Read the rest of this entry »
Juni 27th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte
Andi rat upre keden probalinde 50 dschi 60 dschene, jek Roma-sidlung pasche i sudvestbulgaritiki gemajnde Garmen aun te astarel. O harengere ham schaj len upre likerde. I sidlung le harengerendar imar trin kurke arakipe uschtidel. Imar ando maj i situacija eskalirintscha, kada jek cinkolinipe maschkar jek gaveskero dscheno taj jeka Roma-familijatar ar phagla taj use jek baro maripe ar gelo, taj but dschene dukade ule. Odotar aun i sidlung telal harengero arakipe terdschol. Rechtsekstremi lobdaschengere hooligans ando gav ale te demonstririnel taj gejng i kriminaliteta telal o Roma te betajliginel. (Te i APA na reflektirim pisinel „Upre maschirinipe le gavengere dschenendar gejng i kriminaliteta telal o Roma“. Ham tschatschikan tschak schtar tschoriptscha usar ada berscheskero kesdipe dija.)
Te ando foro Sofia sajt poar divesa protestscha gejng „asocijali“ dschene le Romengere-thanestar Orlandovtsi del. Hetvinate kirati use mariptscha lobdakere hooligansenca, save pumen uso anti-Roma protestscha aunphandle, alo. Buteder Roma dukade ule. Bisch dschene and tschapim ule pisinel Novinite.
(dROMa)
Juni 26th, 2015 |
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Politik
„Ada jek historischi di le Romenge hi“
La Turkija o erschtivar jeke thaneskere rot hi, savo Rom hi. Uso völinipe schofintscha le o Özcan Purçu andar i völinipeskeri karika İzmir le tschulipestar le Romendar ando parlamento. Purçu la socijaldemokratischi-kemalistischi oposicijonakera partajake CHP (Republikanischi Flogoskeri Partaj) auntretintscha. „Ada jek historischi di le Romenge hi“, phentscha o Purcu pal pro latschipe. Vasch leskeri kanidatura o völinipeskero falato leskera partajatar ando Romengere virtlini trinvar buteder ulo. Ojs pri buti dikel o Özcan Purçu o siklipeskere problemtscha uso Roma.
(dROMa)
Juni 26th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte
Bezirkswirtschaftskammer Ústí fordert Armee-Einsatz gegen Roma-Bevölkerung
id/Prager Zeitung: Die Bezirkswirtschaftskammer in Ústi nad Labem hat mit ihren Vorschlägen zu Maßnahmen gegen die sogenannte „Romaproblematik“ Aufsehen erregt. Laut einem Bericht des Nachrichtenservers „idnes.cz“ befasst sich die Kammer in einem öffentlichen Aufruf mit dem Bevölkerungsrückgang in Ústí und stellt diesen in direkten Zusammenhang mit der dortigen Roma-Bevölkerung. So würden die „anständigeren und weniger aggressiven Elemente stets verdrängt“, heißt es unter anderem in dem von „idnes.cz“ zitierten Papier. Auch seien die Immobilienpreise wegen der Roma-Bevölkerung auf niedrigem Niveau. Die Kammer schlägt deshalb vor, die Anzahl der Roma in Ústí festzustellen, ein Auszahlungslimit bei Sozialleistungen einzuführen und die Armee zur „Sicherung der Ordnung“ in die Straßen der Stadt zu schicken. „Die Armee kann damit sofort beginnen, die Städte würden dadurch viel einsparen. Wachdienste in den Ghetto-Siedlungen wären dafür eine ideale praktische Vorbereitung“, heißt es in dem Dokument (…). Die Vorschläge sind bei Politik, Sozialexperten und auch der Tschechischen Wirtschaftskammer in Prag auf deutliche Kritik gestoßen. (…)
Bitte lesen Sie den hier nur in Auszügen wiedergegebenen Artikel in voller Länge auf pragerzeitung.cz.
Juni 24th, 2015 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Martin Holler:
Der nationalsozialistische Völkermord an den Roma in der besetzten Sowjetunion (1941-1944)
Gutachten für das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma (2009)
>>Download (pdf) (6,7 Mb)
Während die Erforschung des NS-Völkermords an den Sinti und Roma im damaligen „Großdeutschen Reich“ große Fortschritte gemacht hat, steht die historische Aufarbeitung der gegen Sinti und Roma gerichteten Vernichtungspolitik in den deutsch besetzten oder mit Hitler-Deutschland verbündeten Staaten noch weitgehend am Anfang. Dies zeigt nicht zuletzt ein Vergleich mit der kaum überschaubaren Zahl an Einzelstudien über die Ermordung der europäischen Juden. So haben Historiker die Quellen sowjetischer Provenienz, die den Genozid an den Roma in der deutsch besetzten Sowjetunion dokumentieren, fast völlig außer Acht gelassen. Das vorliegende Gutachten hat sich zum Ziel gesetzt, diese Forschungslücke zumindest teilweise zu schließen.
(Text: sintiundroma.de)
Juni 23rd, 2015 |
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Film & Theater, Musik
Królowa Ciszy | The Queen of Silence
Dokumentarfilm, D/PL 2014 / 52′ & 80′
Buch & Regie: Agnieszka Zwiefka
Kamera: Aleksander Duraj, Armand Urbaniak
Schnitt: Thomas Ernst, Hansjörg Weißbrich
Denisa ist Königin und Außenseiterin zugleich. Die 10-jährige ist taub und kann wunderschön tanzen. Sie hat nie sprechen gelernt und schlägt sich doch mit einem breiten Lachen durch ihren harten Alltag in einer Roma-Community in Polen. Wenn sie nicht auf der Straße betteln muss, träumt sie sich in die Glitzerwelt der Bollywood-Filme und choreografiert die anderen Kinder des Lagers zu einer bunten Schar Background-Tänzer. Unterlegt mit der Musik von Coco Rosie, rumänischer Manele und Kompositionen von Jessica de Rooij, zeigt der Film ein Stück Kindheit zwischen Armut und Lebensfreude – das karge Roma-Lager verwandelt sich streckenweise in ein schillerndes Bollywood-Spektakel.
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Juni 22nd, 2015 |
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Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV
Radio Freirad, Innsbruck | >>Zum Download (27,40 MB)
Jovan Nikolić, einer der bekanntesten zeitgenössischen Roma-Autoren, ist der heurige Writer in Residence der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck. Gemeinsam mit Beate Eder-Jordan, verantwortlich für das Programm und die Einladung, kommt er zu Michael Haupt zum Kulturgespräch.
Nähere Informationen zu Jovan Nikolić
(Text: cba.fro.at)
Juni 21st, 2015 |
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Brauchtum & Tradition, Einrichtungen
Integration geht über den Magen: In Budapest floriert ein Restaurant, in dem Roma-Frauen typische Gerichte kochen.
Silviu Mihai/WZ: (…) Tante Malvin ist nicht nur eine sehr aktive und nette ältere Dame, sie ist auch Rom[ni] – und das Herz eines besonderen Budapester Restaurants, das seit drei Jahren immer mehr Einheimische und sogar ausländische Besucher anzieht. Mindestens zweimal im Monat gehen die Türen der kleinen Wohnung im neunten Bezirk auf, die deftigen Gerichte landen bald auf den Tellern, und die Gäste werden neugierig. „Jede Speise hat für uns ihre Geschichte und ihre Wurzeln in unserer Familientradition“, erzählt die Rentnerin. „Hier kochen wir ausschließlich nach traditionellen Roma-Rezepten (…).“
Romani Platni basiert auf einer einfachen Idee: Es ist überhaupt das erste Roma-Restaurant in Budapest, und es hat vor allem das Ziel, die Mehrheitsbevölkerung mit einer anderen Geschmackswelt vertraut zu machen. (…) In der Tat geht es in der Erdgeschoßwohnung nicht nur um Kulinarik, sondern um soziales Unternehmertum. In Ungarn sieht der Alltag der Roma nämlich düster aus. (…) Zudem ist unter Viktor Orbáns rechtspopulistischer Regierung mit keiner staatlichen Unterstützung für unabhängige Roma-NGOs mehr zu rechnen.
Doch diese kleine, originelle Initiative gibt jetzt älteren Roma-Frauen (…) die Möglichkeit, ihre Kochkunst zu zeigen, einen wichtigen Teil der Roma-Kultur bekannt zu machen und damit gegen Diskriminierung und Stereotypen zu kämpfen. Das Projekt wurde 2012 ins Leben gerufen: Read the rest of this entry »
Juni 18th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte
Gruppe wollte Roma-Siedlung stürmen. Ort seit drei Wochen von Polizei abgeriegelt. Eskalation durch angereiste Fußballhooligans. Mehrere Roma in Sofia verprügelt.
In der Nacht auf Dienstag versuchten 50 bis 60 Personen, eine Roma-Siedlung in der Nähe der südwestbulgarischen Gemeinde Garmen (der Großteil der dortigen Häuser soll ohne Genehmigung errichtet worden sein) zu stürmen. Laut Polizeiangaben gelang es den Beamten, die Angreifer in den frühen Morgenstunden aufzuhalten. Die Siedlung wird zum Schutz der Roma bereits seit rund drei Wochen von der Polizei abgeschirmt. Schon Ende Mai war die Situation eskaliert, als ein Streit zwischen Dorfbewohnern und einer Roma-Familie in einer Massenschlägerei endete, bei der zahlreiche Personen verletzt wurden. Seitdem steht der Ort bzw. die Siedlung unter Polizeischutz, um weitere Gewaltakte zu verhindern. Rechtsextreme Fußballhooligans reisten in das Dorf, um sich an den Demonstrationen gegen die vermeintliche Kleinkriminalität unter den Roma zu beteiligen. (Auch die APA schreibt unreflektiert von „Kundgebungen der Dorfbewohner gegen die Kriminalität unter den Roma“. Tatsächlich wurden in Garmen seit Jahresbeginn nur vier Diebstähle verzeichnet.)
Auch in der Hauptstadt Sofia kommt es seit einigen Tagen zu Protesten gegen angeblich „asoziale“ Bewohner des Roma-Viertels Orlandovtsi. Am Montagabend kam es schließlich zu Ausschreitungen durch gewaltbereite Fußballhooligans, die sich den Anti-Roma-Protesten anschlossen. Mehrere Roma wurden verletzt. Zwanzig Personen wurden festgenommen. Novinite berichtet:
On several occasions, the protesters attempted to breach the police cordon in order to reach the Roma houses. Failing that, the protesters dispersed into small groups and took to the streets in search for people of Roma origin. A lot of football fans jointed the protest, some of them carrying bats, while Roma had gathered in the neighbourhood armed with whatever was at their disposal.
Im Vorfeld der im Herbst stattfindenden Kommunalwahlen versuchen nun auch rechte Politiker der bulgarischen Regierungskoalition (die von der rechtsextremen Patriotischen Front gestützt wird), die Anti-Roma-Proteste im Wahlkampf für sich zu nützen. Der „Standard“ schreibt: Read the rest of this entry »
Juni 15th, 2015 |
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Ehrungen & Nachrufe
Am 10. Juni verstarb Hugo Höllenreiner in seiner Heimatstadt Ingolstadt; er wurde 81 Jahre alt. Hugo Höllenreiner war dem Zentralrat und dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma über viele Jahre eng verbunden. Als Holocaust-Überlebender hat er nicht nur an zahlreichen Veranstaltungen der beiden Institutionen teilgenommen, sondern auch historische Fotos sowie Dokumente seiner Familie für die Ausstellungen des Dokumentationszentrums zur Verfügung gestellt.
Hugo Höllenreiners Leben war geprägt von der furchtbaren Verfolgungserfahrung, die er als Kind in Auschwitz und anderen Konzentrationslagern machen musste. Seine Familie ist seit Generationen in Bayern beheimatet, bevor sie von den Nazis systematisch entrechtet und schließlich in die Vernichtungslager deportiert wurde. Auf einem Familienfoto, aufgenommen wenige Jahre vor der Verschleppung nach Auschwitz, sieht man den damals achtjährigen Hugo mit seiner Mutter Sofie und seinen Geschwistern. Es ist ein berührendes Zeugnis bürgerlicher Normalität und familiärer Geborgenheit, die bald darauf grausam zerstört werden sollte.
Trotz dieser traumatischen Erlebnisse und dem Verlust vieler Angehöriger hat sich Hugo Höllenreiner schon früh als Zeitzeuge engagiert. Dabei stand sein Wirken ganz im Zeichen der Versöhnung. Vor allem durch das 2005 im Hanser Verlag erschienene Buch von Anja Tuckermann „Denk nicht, wir bleiben hier!“ Die Lebensgeschichte des Sinto Hugo Höllenreiner und eine zwei Jahre später entstandene TV-Dokumentation wurde Hugo Höllenreiner als Zeitzeuge weit über die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus bekannt. Read the rest of this entry »
Juni 15th, 2015 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Vortragsmitschnitt – Wolfgang Benz: „Sinti und Roma. Die unerwünschte Minderheit“
>>Anhören (mp3)
52:42 min, 60 MB, mp3
Radio F.R.E.I., Erfurt, 27.05.2015
Am 22. April 2015 sprach der Berliner Historiker Wolfgang Benz in der Kleinen Synagoge in Erfurt. Eingeladen hatte die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen. Radio F.R.E.I. hat die Veranstaltung aufgezeichnet.
Skript:
Die Minderheit der Sinti und Roma erfuhr seit jeher Diskriminierung und Verfolgung. Im „Dritten Reich“ gipfelten sie im Völkermord, den die deutsche Mehrheitsgesellschaft vergessen oder nie wahrgenommen hat. Die Ausgrenzung der Sinti und Roma dauerte auch nach 1945 an: Tradierte Vorurteile sind weiter wirksam und richten sich heute gegen zuwandernde Roma aus Südosteuropa, die als Gefahr für Gesellschaft, Sozialsystem und Arbeitsmarkt empfunden werden. In seinem neuen Buch stellt Wolfgang Benz Ursachen und Wirkungen des medial und politisch instrumentalisierten Problems Antiziganismus dar.
Wolfgang Benz, Sinti und Roma: Die unerwünschte Minderheit. Über das Vorurteil Antiziganismus (Erschienen im Metropol-Verlag)
(Text: freie-radios.net, CC)
Juni 11th, 2015 |
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Politik
Die Türkei hat ihren ersten Roma-Abgeordneten. Bei den Wahlen am vergangenen Sonntag schaffte es mit Özcan Purçu aus dem Wahlkreis İzmir erstmals ein Angehöriger der Roma-Minderheit des Landes ins Parlament. Purçu trat für die sozialdemokratisch-kemalistische Oppositionspartei CHP (Republikanische Volkspartei) an. „Dies ist ein historischer Moment für die Roma“, meinte Purçu nach seinem Erfolg. Dank seiner Kandidatur habe sich der Stimmenanteil seiner Partei in Roma-Vierteln verdreifacht. Als seine vorrangige Aufgabe sieht Özcan Purçu die Bildungsprobleme der Roma-Bevölkerung an.
Der Urnengang brachte nicht nur erfreuliche Ergebnisse für die Roma: Gleich mit zwei Vertretern ist nun auch die Minderheit der Jesiden zum ersten Mal in der türkischen Nationalversammlung in Ankara vertreten; ebenso die armenische Minderheit, die nach jahrzehntelanger Pause wieder in der türkischen Nationalversammlung repräsentiert ist. Insgesamt errangen vier christliche Abgeordnete, ein Aramäer und drei Armenier, ein Mandat (erst 2011 war erstmals ein Christ ins türkische Parlament gewählt worden). Ebenfalls ein Novum ist die Wahl eines offen homosexuellen Abgeordneten. 96 der neu gewählten Parlamentarier in Ankara sind Frauen, so viele wie noch nie zuvor. Read the rest of this entry »
Juni 9th, 2015 |
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Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte
Die Ungarin Eva Fatyol durfte nicht mit der AUA von Wien nach Kanada fliegen. Sie ist Angehörige der Roma.
wienerzeitung.at: „Ich gehöre zum Volk der Roma und meine dunkle Hautfarbe macht dies sichtbar“, sagt Eva Fatyol. Sie ist 60 Jahre alt, hat Kommunikation und Theologie studiert. Erst neulich lief in Budapest ein Filmfestival zur Diskriminierung der Roma, das sie organisiert hat. Für den 8. April hatte Fatyol bei den Austrian Airlines (AUA) einen Flug nach Kanada gebucht, weil sie dort Freunde (…) besuchen wollte. Probleme waren nicht in Sicht, zumal ungarische Staatsbürger für Kanada kein Visum brauchen. Doch beim Eincheck-Schalter der AUA in Schwechat war die Reise zu Ende. Ähnliches wie Fatyol erlebte Ende April auch die vierköpfige Roma-Familie Orsos, die mit der AUA zu einer Verwandten nach Toronto fliegen wollte. (…)
Eva Fatyol hatte, wie sie meinte, alles Nötige dabei: das Hin- und Rückflugticket von Wien nach Toronto, Geld und Adressen von kanadischen Freunden, die für sie bürgten. Trotzdem wurde sie von den AUA-Mitarbeitern nicht zum Einstiegsgate geschickt, sondern an Zlatko Nikcevic verwiesen, Mitarbeiter der Sicherheitsfirma G4S, wie sie erzählt. Dieser wollte noch einmal ihre Personaldaten und Reise-Voraussetzungen überprüfen. (…) Anschließend habe der G4S-Mann ihr gesagt, die kanadische Einwanderungsbehörde habe ihre Freunde in Toronto nicht erreichen können. Deswegen werde die Einreise verweigert. (…)
Die Ungarin gab entnervt auf – doch nun erwägt sie eine Klage gegen die AUA. (…) Fatyols kanadische Freunde sollen übrigens von der Einwanderungsbehörde gar nicht angerufen worden sein. War das ganze Manöver also nur ein Trick, um schlichtweg einer dunkelhäutigen Person aus Osteuropa den Weg nach Kanada zu versperren? Und zwar mit Hilfe einer privaten Sicherheitsfirma, die womöglich nach sehr speziellen Kriterien entscheidet? (…) Read the rest of this entry »
Juni 6th, 2015 |
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Facts & Figures
Laut einer UNDP-Studie (2012) besuchen 43% aller Romakinder in der Slowakei ethnisch getrennte Schulklassen.
(Quelle)
Juni 5th, 2015 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV
„Die Österreichischen Roma“
Dokumentarfilm, Ö 2014, 25 min
>> abrufbar in der ORF-TVthek
Apropos Roma – prik o Roma
DVD-Präsentation und Diskussion mit dem Produzenten Helmut Potutschnig
Regie: Kerstin Paulik, Kamera: Christoph Hensel; Filmmusik: Gernot Reininger und Georg Zumann
Offenes Haus Oberwart, Lisztgasse 12, Oberwart, Freitag, 12. Juni 2015, 19:00 Uhr, Eintritt frei!
Der dritte Teil der Dokumentarfilmreihe über die anerkannten Volksgruppen in Österreich widmet sich jener Volksgruppe, die als letzte anerkannt wurde – den österreichischen Roma. Die Dokumentation behandelt sowohl die geschichtlichen Wurzeln der Volksgruppe als auch das gegenwärtige Volksgruppenleben. Im geschichtlichen Teil wird die Situation der Roma, Sinti und Lovara in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und der ersten Republik dargestellt. Ein Schwerpunkt liegt danach auf der Verfolgung in der NS-Zeit und dem Umgang mit den Verfolgten nach 1945. Ausführlich wird der Weg zur Anerkennung der Volksgruppe der Roma (als Überbegriff für Burgenland-Roma, Siniti, Lovara, Kalderaš und Arlije) nachgezeichnet. Der Hauptteil der Dokumentation ist der heutigen Situation der österreichischen Roma gewidmet. Das aktuelle Volksgruppenleben wird in den Bereichen Kultur, Sprache, Bildung und Vereinleben dargestellt. Im Kulturbereich steht die lebendige Musikszene im Mittelpunkt. Bezüglich der Sprache der Roma, Sinti und Lovara wird das „Romani-Projekt“ an der Universität Graz präsentiert, wo Lexika und Grammatiken zu den in Österreich am häufigsten gesprochenen Romani-Varianten entwickelt werden. Read the rest of this entry »
Juni 4th, 2015 |
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Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
I Leondingeriskeri 44ti Galerija ande pro arto artschijipe la Romengera-kinstlerkijake Ceija Stojka pe vidminel. Telal o anav „maschkar o tradipe amaro muj naschatscham“ lakero verk, savo pe le genocidiha upro Roma taj Sinti andar o dikipe jeka prik dschivdatar donde bescharel, sikal. O artschijipe usar o 27to maj 2015 dschi uso 10to juli te dikel hi.
I Ceija Stojka 1933 ojs jek le schov tschavendar jeka Lovara familijatar ando Schtacko upro them ali. Telal o NS-reschim, na dur angle lakero deschto bersch, kada upro them ali, ando logeri Auschwitz ledschim li uli, akor ando logeri Ravensbrück taj paloda Bergen-Belsen, kaj oj pra dajaha taj pra phenjaha retim uli. Ando maschkaripe le 80te berschendar i Ceija Stojka khetan pre phraleha ojs erschti dschene andi Austrija, o na phukajipe pedar o tradipe le Romendar taj Sintijendar ando nacijonalsocijalismus taj i diskriminacija andi dujti republika, phagle. Oj le terdschivde kojenge alava taj te feschtinipeskere ardschumipeskere koji lakla. I kinstlerkija lakeri bibastali cajt, savi oj terdschivtscha, ande feschtime kipi fabutschalintscha, save ham mindig meg o bibastalo tradipe sikan.
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Juni 4th, 2015 |
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Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Die Leondinger 44er Galerie widmet der Roma-Künstlerin Ceija Stoijka ihre aktuelle Ausstellung. Unter dem Titel „Während des Gehens verloren wir unser Gesicht“ wird ihr Werk, das als eines der wenigen den Genozid an Roma und Sinti aus der Perspektive einer Überlebenden behandelt, gezeigt. Die Schau ist von 27. Mai bis 10. Juli 2015 zu sehen.
Ceija Stojka wurde 1933 als eines von sechs Kindern einer Lovara-Roma-Familie in der Steiermark geboren. Unter dem NS-Regime wurde sie kurz vor ihrem zehnten Geburtstag nach Auschwitz deportiert, dann nach Ravensbrück und schließlich nach Bergen-Belsen, wo sie gemeinsam mit ihrer Mutter und Schwester befreit wurde. Mitte der 80er-Jahre begann Ceija Stojka gemeinsam mit ihrem Bruder als Erste in Österreich, das Schweigen über die Verfolgung der Roma und Sinti im Nationalsozialismus und die Diskriminierung in der Zweiten Republik zu brechen. Sie fand für das Erlebte Worte und bildnerische Ausdrucksmittel. Die Künstlerin verarbeitete ihre Vergangenheit in farbenprächtigen Darstellungen, die aber trotzdem das Grauen zeigen.
Stojka vermittelte ihre Erlebnisse stets als warnende Erinnerung: „Ich habe Angst, dass Europa seine Vergangenheit vergisst und Auschwitz nur schläft. Antiziganistische Bedrohungen, Strategien und Aktionen besorgen mich zutiefst und machen mich sehr traurig.“ Ihre Werke erregten international Aufmerksamkeit, ihre Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Read the rest of this entry »