Pogromstimmung in Südbulgarien
Mai 26th, 2015 | Published in Rassismus & Menschenrechte | 1 Comment
Bereits den dritten Tag in Folge kam es in der südwestbulgarischen 1.900-Einwohner-Gemeinde Garmen zu Demonstrationen gegen Roma. Die Protestierenden drohten mit einer weiteren Eskalation und setzten dem Bürgermeister laut Presseberichten ein Ultimatum von einer Woche, um die dortige informelle Roma-Siedlung aufzulösen. In der erst vor einigen Jahren entstandenen Siedlung leben rund 150 Roma, die von den Demonstranten für die vermeintlich steigende Kleinkriminalität verantwortlich gemacht werden. Tatsächlich wurden in Garmen seit Jahresbeginn nur vier Diebstähle verzeichnet. Bulgariens Innenministerin Rumyana Bachvarova ist angesichts der Situation in die Gemeinde gereist. Den Protesten vorangegangen war eine Schlägerei am Samstag, bei der mehrere Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Auslöser dieses Vorfalls war die Lautstärke der Musik bei der privaten Feier einer Roma-Familie. Da die Behörden weitere Gewalt befürchten, steht Garmen seit Samstagabend unter Polizeischutz. Presseberichten zufolge reisten auch Gruppen aus Sofia, Plovdiv und Kostinbrod an. Wie bei den antiziganistischen Protesten 2011 beteiligten sich an der Kundgebung am Montag auch rechtsextreme Fußballhooligansans. 2011 hatte ein tödlicher Verkehrsunfall in Südbulgarien zu einer Welle von Protesten und Gewalt gegen die Roma-Minderheit geführt. Bei den Pogromen wurden mehrere Häuser von Roma niedergebrannt.
(dROMa)
Siehe auch:
Bulgarien: Wahlkampfhetze gegen Roma, 3.10.2014
Bulgarien: Bombenattentat auf Roma-Partei, 29.6.2012
Bulgarien: Sturm auf bekannte Roma-Familie, 25.9.2011
Juni 18th, 2015 at 07:47 (#)
[...] Roma bereits seit rund drei Wochen von der Polizei abgeschirmt. Bereits Ende Mai war die Situation eskaliert, als ein Streit zwischen Dorfbewohnern und einer Roma-Familie in einer Massenschlägerei endete, [...]