Archive for Juli 20th, 2015

Aladár Horvath: „Gleiche Rechte für alle“

Juli 20th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Einrichtungen, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Aldar Horvath bei einer antirassistischen Kundgebung (Foto: dieschwelle.de)Aus 70 Bewerbungen für den Internationalen Bremer Friedenspreis, der alle zwei Jahre ver­geben wird, hat die Jury der gemein­nützi­gen ökume­ni­schen Stiftung „die schwelle“ die drei Preis­träger aus­ge­wählt. Im Septem­ber 2015 wird die Jury die drei Gewinner des Friedens­preises bekannt ge­ben. Bis dahin stellt die Stif­tung auf ihrer Web­site im Laufe der nächs­ten Wo­chen die 13 Per­so­nen und Orga­ni­sa­tio­nen ihrer enge­ren Auswahl vor. Mit dabei: der unga­ri­sche Roma-Akti­vist und -Poli­tiker Aladár Horvath, der von der Initia­tive „Leipzig Korrektiv“ für den Preis no­mi­niert wurde. Im Fol­gen­den das Porträt auf der Web­site:

Er gibt den Roma eine Stimme in Ungarn: Aladár Horvath


Seit einem Vierteljahrhundert kämpft der unga­ri­sche Men­schen­rechts­akti­vist, Bür­ger­­recht­ler und Politi­ker Aladár Horvath un­er­müd­lich gegen die Benach­tei­li­gung und Aus­gren­zung der rund 700.000 Roma in seiner Heimat.

Bereits im Jahr 1988/89 gehörte Aladár Horváth im da­mals noch sozia­lis­ti­schen Ungarn zu den Mit­begrün­dern eines so­genann­ten Anti-Ghetto-Komitees. In seiner Heimat­stadt Miskolc machte sich der damals 25-Jäh­rige gemein­sam mit anderen unga­ri­schen Roma erfolg­reich gegen eine Um­sied­lung stark: Die Ange­hö­ri­gen der eth­ni­schen Minder­heit sollten in 168 Wohnun­gen zu je 29 Quadrat­metern unter­ge­bracht wer­den – zwei Kilo­meter von der Stadt ent­fernt, ohne Heizun­gen und Ab­was­ser­lei­tungen.

Ähnliche Pläne gibt es in Miskolc auch in jüngster Zeit wie­der. Füh­rende Lokal­politiker ha­ben die Auf­lö­sung eines großen Roma-Wohn­gebiets be­schlos­sen. Wieder ein­mal sol­len die Ein­wohner in neuen Be­hau­sun­gen unter­gebracht wer­den, die über keiner­lei Wasser­an­schlüs­se ver­fügen. Gemein­sam mit ande­ren Bürger­recht­lern demonstrierte Ala­dár Horvath fast vier Wochen für das Bleibe­recht der Ein­wohner vor Ort.

Read the rest of this entry »