Ausstellung „Transmitting Trauma?“

Juli 25th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Raatzsch (Ausschnitt)Zeitgenössische Reflektionen zum Genozid an den Sinti und Roma
 – Aus­stel­lung und Bil­dungs­programm

Berlin: Ausstellungseröffnung am Sonntag, den 2. August 2015. 17:00 bis 18:45 Uhr

Kuratiert von Tímea Junghaus und Moritz Pankok mit MANOLO GÓMEZ ROMERO (ES) .  DELAINE LE BAS (UK) . VALÉRIE LERAY (F) . TAMARA MOYZES (CZ) . ANDRÉ JENÖ RAATZSCH (DE) . CEIJA STOJKA (AUT) . ALFRED ULLRICH (DE) . KÁLMÁN VÁRADY (DE) . GEORGE VASILESCU (RO) . DAVID WEISS (DE) u.a.

TRANSMITTING TRAUMA? ist eine gemeinsame Initiative von Gallery8 (Budapest) und der Galerie Kai Dikhas (Berlin) als Aus­stel­lungs- und Bildungs­programm. Die Aus­stellung ist sym­bo­lisch und physisch an die Erin­ne­rungs-Per­formance „Phagedo Dschi – Zerrissenes Herz“ und das gemein­same Gedenken zum 2. August am Denk­mal für die im National­sozia­lis­mus ermor­de­ten Sinti und Roma Europas ange­bun­den. Sie wird von unbe­kann­ten Werke des Schwarzen Zyklus der Holocaust-Über­leben­den Ceija Stojka (1933-2013) und von einer aus­führ­li­chen Archiv-Re­cherche zur stereo­typen Dar­stel­lung von Roma und dies­bezüg­li­chen Foto­gra­fien von Milós Déri be­gleitet.

Die Ausstellung lädt zeitgenössische Künstler_Innen ein, über die Erin­ne­rung an den Holocaust an den Sinti und Roma zu reflek­tie­ren. Die künst­le­ri­schen Stand­punkte konfron­tieren uns mit der Ver­gan­gen­heit und zeigen Paral­le­len zu Kli­schees, des Sünden­bock-Seins und Anti­ziga­nis­mus heu­tiger Tage auf. Darüber hinaus ist das Erzäh­len der Geschichte durch An­ge­hö­rige der Minder­heit schon an sich ein eman­zi­pa­to­ri­scher Akt, indem (ihre) Geschichte neu geschrie­ben wird. Die Künstler_Innen über­neh­men die Ver­ant­wor­tung, die Erin­ne­rung weiter­zu­tragen, um Würde, Stolz und Hoff­nung in der Zu­kunft zu ermög­lichen.

Geistige und psychologische Folgen des Roma-Holo­caust wer­den unter ver­schie­de­nen Gene­ra­tio­nen weiter­ge­geben. Die Angst ist als Folge der sozia­len Aus­gren­zung, Stereo­ty­pi­sie­rung, des Brand­markens als Sünden­bock und anti­ziga­nis­ti­scher Gewalt all­gegen­wärtig. Über­lebende Gene­ra­tio­nen tragen die Erin­ne­rung an das Trauma durch be­wusste An­stren­gun­gen auf dem Gebiet der Wissens­pro­duk­tion, durch epis­te­mische Ein­griffe, durch künst­le­rische und indi­vi­duelle Erin­ne­rungen in der Kunst und der Per­forma­ti­vität des All­tags weiter.

Durch erneutes Erlernen der lang unter­drück­ten und unge­schrie­be­nen Geschichte und wissen­schaft­li­chen Genea­lo­gie des Roma-Holo­caust, und das Prä­sen­tieren in Form von zeit­genös­si­scher Kunst im Kon­text des heuti­gen Anti­ziganis­mus, erinnern wir die nächs­ten Gene­ra­tio­nen daran, dass die Geschichte ein Pro­zess mit offe­nem Ende ist: Roma haben die Möglich­keit, den Status Quo zu hinter­fragen und Unter­drückungs­me­cha­nis­men zu de­konstru­ieren, um eine hoff­nungs­vollere Zu­kunft zu schaffen.

Laufzeit: 5. bis 22. August 2015
Öffnungszeit: Mittwoch bis Samstag 12 – 18 u.n.V.
Ort: Galerie Kai Dikhas in den künftigen Räumen des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma. Aufbau Haus am Moritzplatz, Prinzenstraße 84.2, 3. OG I 10969 Berlin
 (Zugang über die Galerie Kai Dikhas im EG)

(Pressemitteilung Kai Dikhas)

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