Archive for Januar, 2015

dROMa 38 (2013): Gesungene Schätze

Januar 27th, 2015  |  Published in Brauchtum & Tradition, Einrichtungen, Musik, dROMa (Magazin)

droma_38Herbst | Terno dschend 2013: Dschilade jeriniptscha
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30 Lieder der burgenländischen Roma, erst­mals zusam­men­gefasst in einem eige­nen Liederbuch: Das ist ein wei­te­rer klei­ner Meilen­stein, den wir Ihnen in diesem Sonder­heft prä­sen­tie­ren wol­len. „Lieder der burgen­län­di­schen Roma“ ent­stand im Rah­men der Initia­tive „Burgen­land singt“ und um­fasst tradi­tio­nel­les Liedgut der Burgen­land-Roma eben­so wie jenes der Lovara. Zu alten Über­liefe­run­gen ge­sel­len sich popu­läre Eigen­kom­posi­tio­nen, Nach­dich­tungen von Weih­nachts­liedern und ein zeit­genös­si­sches Kunstlied. Sechs dieser Lieder möch­ten wir Ihnen in diesem Heft (in z. T. ver­ein­fach­ter Nota­tion bzw. ge­kürzt) vor­stellen. Nach eini­gen Anmer­kun­gen zum Kultur­erbe der Roma-Musik­tra­dition kom­men die beiden Heraus­geber zu Wort: Christiane Fennesz-Juhasz vom Phono­gramm­archiv (ÖAW) legt die wissen­schaft­li­chen Hinter­gründe der Lieder-Doku­men­ta­tion dar; und Emmerich Gärtner-Horvath er­läu­tert die Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Pro­jekts. Ein Inter­view mit Gustav „Tita“ Horvath von Romano Rath, Kind­heits­erin­ne­run­gen von Mongo Stojka und der Hin­weis auf ein Mammut­projekt zu „KZ-Musik“ run­den das Heft ab.

30 dschila le Burgenlanditike Romendar, erschti­var ande jek dschi­la­keri kenva khetan kedim ule: Ada papal jek tikni bari­kani joma hi, savi amen tumen­ge ande ada ardipe te sikal ka­maha. Andi kenva „Dschila le Romen­dar andar o Bur­gen­land“, savi telal i ini­cija­tiva „Burgen­land dschilal“ kerdi uli, tradi­cijo­neli dschila le Burgen­landi­tike Romen­dar taj le Lovarajen­dar ande hi. Pasche o phure dschila te prin­dschar­de ajgeni kom­po­si­cijon­tscha use hi, akor meg boschi­tscha­ne dschila taj jek cajt­ge­nö­sischi kunsta­keri dschili. Read the rest of this entry »

„Bread and TV“ von Jacky Stoev

Januar 25th, 2015  |  Published in Film & Theater

"Bread and TV" von Jacky Stoev - Vorführung in WienDokumentarfilm von Jacky Stoev über ein Roma­vier­tel in Kyustendil, Bulgarien

Хляб и зрелища, bulgarisch mit engl. Unter­ti­teln, 56 min.

Präsentation in Wien::
Mittwoch, 28.1.2015, 19 Uhr im Bulgarischen Kulturinstitut, Haus Wittengenstein, Wien 3, Parkgasse 18.
Der Regisseur wird anwesend sein und nach dem Film diskutieren.

„Jacky (Georgi) Stoev begleitet Bobby, den Gründer der ers­ten unab­hän­gigen Roma-Fernsehstation Bulgariens. Tags­über lie­fert Bobby Brot, abends macht er Fernseh­sen­dung­en. Gemein­sam mit Bobby tau­chen wir ein ins Leben im so ge­nann­ten ‚Ghetto‘ von Kjustendil. Ein sehr emo­tiona­ler, humor­voller Film, der fast ohne Klischees aus­kommt.“ (Ulli Gladik)

Georgi Jacky Stoev, geboren 1941 in Sofia. 1966 erlangte er seinen Hochschul­abschluss als Magister im Fach Biologie an der TU Dresden und nahm am Regisseur­programm der Natio­nalen Akademie für Theater- und Film­kunst „Krastjo Sarafov“ in Sofia teil. Ab 1992 war er lange Jahre Direktor des Studios „Vreme”, wel­ches sowohl populär­wissen­schaft­liche als auch Dokumentar­filme pro­duziert. Sein erster Spielfilm mit dem Titel „Unser Schoschkanini“ wurde 1981 gedreht, worauf­hin zahl­reiche wei­tere Produk­tio­nen folg­ten (über 50 Kurzfilme so­wie vier Spielfilme). (Quelle)

Aunprindscharipe 1993

Januar 24th, 2015  |  Published in Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)

Nationalrat (Foto: parlament.gv.at)Ando decemberi 1993 o Roma ojs 6. flogos­keri grupn andi Austrija aun prindschar­de ule. O aun defi­nipe jek peticijona le Ro­men­gere farajnen­dar (Farajn Roma taj Kulturakero Farajn) dija. Pal jek parla­men­ta­ri­schi aun schu­nipe Romen­gere fatre­te­renca, akor uso aun­prindscha­ripe duach o dsche­ne le nacijo­nal­rotis­tar alo. Ando oficijeli vake­ripe – avrijal sar andi Ger­manija, kaj o „Sinti taj Roma“ erscht sajt 1995 aun prindschar­de hi – pedar i „flogos­keri grupn le Romen­dar“ vaker­do ol, mint te o avre etni­schi fala­tos­kere grupn sar o Sinti vaj o Lovara, use gende on. O nevo tschatschi­pes­kero status la „autochtoni“ („ande beschar­da“) flogos­kera grup­nake schtot­lichi ara­kipe taj pomo­schago use phenel. Ada o schajipe dija projekti te kerel, kaj o tschib­tscha­kero vak­eri­pe upre liker­de te ol taj o etnischi ajgeni gondo sora­le­der kerdo te ol, mint oda ojs socijali parudo koja esbe lim ulo. Upro Roma, save adaj imar but schel­ber­schen­gere dschin, na ulo uso flogos­kero grup­na­kero tscha­tschipe 1976 taj te na uso flogos­kero genipe diklo, mint phen­do ov­lahi, hot o „Zigeuner“ nisaj „beschti grupn“ hi. (RU)

Ando: dROMa 37, Sommer | Linaj 2013, rik 4

Volksgruppen-Anerkennung 1993

Januar 24th, 2015  |  Published in Politik, Recht & Gericht, dROMa (Magazin)

Nationalrat in WIen (Foto: Parlamentsdirektion/St. Olah)Im Dezember 1993 wurden die Roma als 6. Volksgruppe Österreichs an­er­kannt. Den Anstoß da­zu gab eine Petition der Roma-Vereine (Verein Roma und Kulturverein). Eine par­la­men­ta­ri­sche An­hö­rung mit Roma-Ver­tre­tern führte schließ­lich zur einstimmigen An­er­ken­nung durch den Haupt­aus­schuss des National­rates. Im offi­ziel­len Sprach­gebrauch ist – an­ders als in Deutschland, das die „Sinti und Roma“ erst 1995 an­er­kannte – von der „Volksgruppe der Roma“ die Rede, um darun­ter auch die an­deren eth­ni­schen Teil­gruppen wie Sinti oder Lovara zu sub­su­mie­ren. Der neue Rechts­status garan­tierte der „autochthonen“ („ein­ge­ses­senen“) Volks­gruppe staat­lichen Schutz und Förderung. Dies er­mög­lich­te Projekte zum Sprach­erhalt und zur Stär­kung des eth­ni­schen Selbst­bewusstseins, das man als Voraus­setzung der sozia­len Ver­än­de­rung begriff. Weder beim Volks­gruppen­gesetz von 1976 noch bei Volkszählungen waren die zum Teil seit vie­len Jahr­hun­der­ten hier behei­ma­te­ten Roma zuvor berück­sich­tigt worden, weil es sich bei „Zigeunern“ um kei­ne „boden­stän­dige Gruppe“ handle. (RU)

Aus: dROMa 37, Sommer | Linaj 2013, S. 4

Die Politisierung der Unterschiede, Teil 2

Januar 23rd, 2015  |  Published in Interview, Politik, dROMa (Magazin)

Norbert Mappes-Niediek (Foto: okto.tv)Zweiter Teil des Interviews mit Norbert Mappes-Niediek (zum 1. Teil)

Erschienen in: dROMa 37 (2013)

Vor Kurzem erschien im Ch.-Links-Verlag das viel­beach­tete Buch „Arme Roma, böse Zigeuner. Was an den Vor­urteilen über die Zuwan­derer stimmt“. Michael Teichmann hat sich mit dem Autor Norbert Mappes-Niediek über die Frage eth­ni­scher Iden­ti­tät und poli­ti­scher Eman­zi­pa­tion unter­hal­ten. Und die Schluss­folge­run­gen, zu denen der Südost­europa­experte ge­langt, ha­ben es in sich – und ge­ben einen wich­tigen An­stoß, sich in euro­päi­scher Perspek­tive auch grund­sätz­li­che Fragen zur Volks­grup­pen­politik zu stel­len. Lesen Sie im Fol­genden den zwei­ten Teil des Inter­views:

Herr Mappes-Niediek, Sie waren 1995 unmittel­bar nach dem Attentat in Ober­wart. Wel­che Erfah­run­gen ha­ben Sie dort ge­macht?
Als ich vom Attentat erfahren habe, bin ich in die Sied­lung ge­fah­ren. Die Leute waren auf­geregt und schockiert, zum Teil völlig schweig­sam, zum Teil abso­lut redselig. Es waren sehr viele Jour­na­lis­ten da. Ich bin dann nach Oberwart in die Stadt ge­fah­ren und habe mich da um­gehört. Ich hatte die Erwar­tung, dass die Leute gleich­gültig oder feind­selig wären. Das war aber nicht der Fall, nie­mand hat etwas Böses gegen die Roma ge­sagt. Im Gegen­teil, sie wollten etwas Nettes sagen und meinten, dass die Roma ja perfekt in­tegriert seien. Und das fand ich interes­sant, da habe ich zum ersten Mal etwas über Integra­tion gelernt. Dass die Roma perf­ekt integriert seien, war als Kompli­ment ge­meint, aber ein Urteil darü­ber, ob je­mand in­tegriert sei oder nicht, müss­te doch der zu In­tegrie­ren­de ab­ge­ben, und nicht der­jenige, der integriert.

Im Burgenland stand die Förde­rung der ethni­schen Identität am Be­ginn der In­tegra­tion. Darin sah man die not­wen­dige Voraus­set­zung für so­zi­ale Ver­än­de­rungen. Und ver­gleicht man die heu­tige Situa­tion der Bur­gen­land-Roma mit jener vor zwan­zig Jahren, kann man durch­aus von einem erfolg­rei­chen Konzept sprechen.
Ja, weil man keine Autonomie­politik betrie­ben und die ethni­sche Identität nicht als Mittel zur Poli­ti­sierung der Unter­schiede ge­nom­men hat. Die Beto­nung der Identität war allen­falls Mittel, um das Selbst­bewusst­sein der Betrof­fe­nen zu heben, eine psy­cho­lo­gi­sche Krücke zu schaffen. Ethnische Iden­tität hat einen sehr wich­tigen Sinn, wo sie Stolz schafft, wo sonst das Roma­sein mit Scham ver­bun­den ist. Roma schä­men sich oft dafür, Roma zu sein, und inter­na­li­sie­ren auch die Vor­urteile der an­de­ren. Man kann von Roma auch sehr böse Mei­nun­gen über an­dere Roma hören. Das ist natürlich kontra­pro­duk­tiv, weil es auch der indi­vi­duel­len Eman­zi­pa­tion im Wege steht. Nie­mand soll sich für seine Her­kunft schämen müssen. Das muss geleis­tet werden, und des­wegen ist Identi­täts­pflege auch nicht un­sin­nig. Aber zu mei­nen, das sei der Weg, um die Roma aus ihrem Elend zu füh­ren, ist falsch.

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Die Politisierung der Unterschiede, Teil 1

Januar 22nd, 2015  |  Published in Interview, Politik, dROMa (Magazin)

Norbert Mappes-Niediek (Foto: hinzundkunzt.de)„Arme Roma, böse Zigeuner“ – Interview mit Norbert Mappes-Niediek (zum 2. Teil)

Erschienen in: dROMa 36 (2013)

Warum kommt die Integra­tion der Roma oft nur schlep­pend voran? Sind nicht Armut und Perspek­ti­ven­losig­keit, son­dern der feh­len­de inter­ne Zusam­men­halt und Bil­dungs­hun­ger die Haupt­hin­der­nis­se auf dem Weg in die Gesell­schaft? Anders aus­ge­drückt: Ste­hen sich die Roma vor allem selbst im Weg? Nein, meint Norbert Mappes-Niediek, Südost­europa-Korres­pon­dent nam­hafter Medien und frü­he­rer Berater des UNO-Sonder­beauf­trag­ten für Ex-Ju­gosla­wien, und hält dieser Kul­tura­li­sie­rung des Elends das Kon­zept der „Öko­no­mie der Armut“ ent­gegen, das nicht ein „Roma-Problem“, sondern die Proble­me der Roma zu­tage fördert.

Mappes-Niedieks neues Buch „Arme Roma, böse Zigeu­ner. Was an den Vor­ur­tei­len über die Zuwan­derer stimmt“ ist Fakten­check und Fun­da­men­tal­kritik in einem, nimmt Roma und Nicht-Roma gleicher­maßen wahr und macht Hof­fnung, gerade weil es sich keinen Illu­sio­nen hin­gibt. Michael Teichmann hat mit dem Autor gesprochen:

Herr Mappes-Niediek, was war Ihre Moti­va­tion, ein Buch über Roma zu schreiben?
Norbert Mappes-Niediek: Es ist kein Buch über Roma schlecht­hin, son­dern vor allem ein Buch über die­je­ni­gen Roma aus Rumänien, Bulgarien oder Serbien, die zu­zie­hen und tra­di­tio­nelle Vor­ur­teile, soziale Miss­ver­ständ­nisse und Schwie­rig­keiten im Zusam­men­leben, die man schon für über­wunden glaubte, in west­li­chen Ländern repro­du­zieren. Das Thema ist in den letzten Jahren im­mer wieder poli­tisch hoch­gekocht, und ich habe mir ge­dacht, dass ich etwas zum Ver­ständ­nis bei­tra­gen kann, weil ich die Her­kunfts­länder kenne. Am An­fang ging es mir so, wie es vielen Ost­euro­päern geht: Ich hatte ein Bild über Roma und glaub­te, damit bereits alles zu wis­sen. Jetzt wollte ich dieses Bild auf einen Be­griff brin­gen. Aber je mehr ich ver­sucht habe, es dar­zu­stellen, desto ver­schwom­me­ner wurde es und hat sich dann mehr oder we­ni­ger ganz auf­gelöst. Das, was noch geblie­ben ist, waren die Proble­me dieser Länder: Armut, anti­quier­tes Bil­dungs­wesen, korrup­tes Gesund­heits­system.

Der Untertitel ihres Buches war für mich zu­nächst irri­tie­rend: Was stimmt an den Vor­urtei­len über Roma?
Das Buch ist ein Faktencheck, und bei einem Fak­ten­check geht es vor allem auch darum, dass man Irr­tümer von den Fakten unter­schei­det. Dass es im Umfeld von Armuts­sied­lun­gen Krimina­lität gibt, ist zum Beispiel eine Tat­sache. Das ist unter Roma so und auch unter al­len ande­ren Armuts­com­mu­nities. Natür­lich stimmt das, und dage­gen hilft weder zu sagen, es stim­me nicht, noch, man solle keine Vor­urteile haben. Man hat Vorurteile, man darf sich von ihnen nur nicht gefan­gen neh­men lassen.

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dROMa 37 (2013): „Was ist ein Rom?“

Januar 21st, 2015  |  Published in dROMa (Magazin)

droma_37Sommer | Linaj 2013: „So hi jek Rom?“
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„Was ist ein Rom?“ – Es ist nur eine kleine, schein­bar bana­le Frage, die wir im neu­en Heft stel­len. Wie brisant sie aber nicht zu­letzt für die Volks­grup­pen­po­litik ist, er­klärt der Publi­zist Norbert Mappes-Niediek – und ge­langt dabei zu pro­vo­kan­ten Schlüs­sen. Wir brin­gen den zweiten Teil des Inter­views, das Mi­chael Teich­mann mit dem Autor ge­führt hat (Teil I: dROMa 36). Daran an­schlie­ßend erläu­tert Michael Teichmann das tradi­tio­nel­le Kon­zept der „Romanipe“, des „wah­ren Roma­seins“, das als komple­xes hierarchi­sches Ras­ter auch das Ver­hält­nis der Roma-Grup­pen unter­einan­der be­stimmt. Mit dem Bezeich­nungs­diskurs wiede­rum be­fasst sich Roman Urbaner: Sekun­diert von einem Prosa­stück des Köl­ner Autors Jovan Nikolić, plä­diert er dafür, die belas­tete Fremd­bezeich­nung „Zigeuner“ trotz mangel­hafter Alter­nativen ein für alle Mal über Bord zu werfen. Und zu guter Letzt hat Michael Wogg noch eini­ge Roma und Freundin­nen der Volks­gruppe um ihre Sicht der Dinge gebe­ten – die Ant­wor­ten fin­den Sie über das Heft ver­streut.

„So hi jek Rom?“ – Afka ar ditschol, hot tschak jek tikno, tri­vijali phutscha­jipe hi, savo amen andi nevi heft­lina terdscha­ras. Saj bari­kano ham ada la flo­gos­kera grupna­kera poli­ti­kake hi, phukal o publi­cisto Norbert Map­pes-Nie­diek – taj adaj upre pro­vo­kanti koji lo pelo. Amen o dujto falato le vake­ripes­tar anas, savo o Michael Teich­mann le pisi­ma­schiha kertscha (falato I: dROMa 36). Paloda o Michael Teich­mann o tradi­cijo­neli kon­cepto le Roma­nipestar, aun peske dikel, savo ojs kompleksi hirarchi­ja­kero rasteri te o kheta­nipe le Romen­ge­re grupnen­dar dschiv­don li­kerel. Read the rest of this entry »

Romano Mulatinschago 2015

Januar 19th, 2015  |  Published in Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
19.1.2015 | Live: 20:50 orenge (on demand)

Stacy Baranyai, Romakönigin 2015, mit Horst Horvath und Susanne Kamer, Romakönigin 2014 (Foto: VHS Roma via volksgruppen.orf.at)Roma-Ball 2015 in Unterwart

O Romano Mulatinschago ardschumipe le papal lakle agjeni gon­dos­tar taj la kultu­reli iden­ti­te­ta­tar la flo­gos­kera grup­natar le Romen­dar, hi. O mula­tinschago o scha­jipe del, dsche­nen te tala­linel, i kultura upre te like­rel taj poar ori o cile bri­gaschne koji upri rik te pasch­la­rel. Jefkar bute­der o imar tra­di­cijo­neli Romano Mula­tin­schago te ada bersch la VHSatar le Bur­gen­landi­tike Romen­dar orga­nisirim taj ando moja­kero „Unga­ri­scher Hof“ andi Tenu Erba, tel liker­do ulo. I mu­schika i banda Romano Rath taj i Antal Kopár Band kerde. O utschi­pes­kero gendo le multinscha­gos­tar o völi­nipe la Romana Kira­likja­tar 2015 sina. Buteder pedar o Romano Mula­tin­schago 2015, schu­nen tu­men andi sen­dung „Roma sam“ up­ro Ra­dijo Burgenland.  (volksgruppen.orf.at)

Der Roma-Ball ist Ausdruck des wieder­ge­fun­de­nen Selbst­bewusst­seins und der kul­tu­rel­len Iden­tität der Volks­gruppe der Roma. Der Roma-Ball bie­tet die Mög­lich­keit, einan­der in un­gezwun­gener Atmos­phäre zu treffen, die Kultur zu pfle­gen und für ein paar Stun­den alle Sorgen hinter sich zu las­sen. Ein­mal mehr wurde der schon tra­di­tio­nelle Roma-Ball von der Volkshochschule der Burgenländischen Roma organisiert und im Ungarischen Hof in Unterwart ver­anstal­tet. Musikalisch wurde die stim­mungs­volle Ver­anstal­tung von der Roma-Band Romano Rath und der Antal Kopár Band beglei­tet. Read the rest of this entry »

Jek dschivipe la muschikake

Januar 19th, 2015  |  Published in Musik, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland: 12.1.2015 (on demand)

Stefan Pisti Horvath mit Roy Back (Foto: Stefan Horvath, via volksgruppen.orf.at)Stefan Pisti Horvath – ein Leben für die Musik

Ando novemberi 1956 ande tschule kurke valami 180.000 ungrike pedar i burgen­landi­tiki granica andi Austrija naschi gele. Jekosch­ne dsche­ne, fami­liji, dschuv­la, murscha taj tschave – on sa o pharo naschi gejipe upre pumen­de line, kaj pumen ando basta­lo noch­beris­kero vilago schaj re­tin­de. 1956 o Stefan Pisti Horvath ojs schov berschen­gero tschau pra daja­ha taj pre dadeha ando gav Großwarasdorf, Bur­gen­land alo. Odoj pre papustar o schukar instru­mento cimbal te cidel siklino.

Sajt leskero deschtriti dschivi­pes­kero bersch, o Pisti, sar lo les­kere pajta­schen­dar akar­do ol, an­do them dro­mes­ke hi. Ov ando lek bare­der hoteltscha taj ando lek feder habes­kere khera, cid­lahi. I holan­di­tiki kiralkija Beatrix, o presi­dentscha Mitterand taj Mubarak, i Hollywood schau­schpi­ler­kija Goldie Hawn taj but avre bari­kane dschene, leskeri muschi­ka te schunel usch­ti­dine.1993 la Austrija ande le André Helleris­keri show „Magneten“ upro Nimtschko Teateri München, fatre­tintscha. 1998 o triti than uso mula­tintscha­go „Krone der Volksmusik“ jerintscha. 2006 andi kenva „Zigeuner. Roma. Menschen.“ le Erich Maria Schnelleris­tar les­keri dschi­vi­pes­keri his­to­rija tel pisim uli. 2008 ojs erschti austri­tiko „Zigeuner­muschi­kaschi“ le ung­rike Duna TVistar akardo lo ulo, ande jek live-sen­dung te cidel. Buteder pedar o Stefan Pisti Horvath schu­nen tu­men andi sen­dung „Roma sam“ upro Radijo Burgenland. (volksgruppen.orf.at)

volksgruppen.orf.at: Im November 1956 flohen innerhalb weniger Wochen rund 180.000 Ungarn über die burgenländische Grenze nach Österreich: Einzelpersonen, Familien, Frauen, Männer und Kinder – sie alle nahmen die beschwerliche Flucht auf sich, um sich ins sicher scheinende Nachbarland zu retten. So auch Stefan Horvath. 1956 kam er als sechsjähriger Bub mit seinen Eltern nach Großwarasdorf, Burgenland. Dort lernte er von seinem Großvater, das wunderschöne Instrument Zimbal zu spielen.

Seit seinem drei­zehn­ten Lebens­jahr reiste „Pisti“, so wird er von seinen Freun­den genannt, in der Welt umher. Er spielte in den größten Hotels und bes­ten Restaurants. Unter anderen beka­men die hollän­dische Königin Beatrix, die bei­den Prä­siden­ten Mitterand und Mubarak, die Hollywood-Schau­spie­lerin Goldie Hawn und etliche an­dere Promi­nente seine Musik zu hören. Read the rest of this entry »

Slovenija: Flogoskeri grupnakeri politika

Januar 18th, 2015  |  Published in Politik, dROMa (Magazin)

Sloweniens Roma-Vertreter beim slowenischen Staatspräsidenten Türk, 2012 (Foto: Urad predsednika Republike Slovenije) Pal scheciniptscha ofi cijeli thanen­dar taj NGO­jen­dar salami 10.000 Roma andi Slove­nija dschin. Jek schtu­dija andar o bersch 2007 sikal, hot 105 Romen­gere sid­lung­tscha del, saven­dar epasch andi Prekmurje (ando nordost) taj ando regi­jon­tscha Dolenjska, Bela Krajina taj Posavje (sud­ost) pasch­lon. O roma le duj tha­nen­­dar min­den­feli­tike hi, na tschak ande lengere Romani dija­lektscha taj ande len­gere aun­sid­li­nipes­kere his­to­riji, ham te pal lengeri soci­jali taj tscha­tschi­pes­keri situa­cija.

O Roma andi Slovenija nan ojs „nacijo­na­li tschulipe“ aun­prin­dschar­de taj le Romani nan o glajchi sta­tus sar la slove­ni­tika, ungri­ka taj ita­litika tschib. But tscha­tschip­tscha ham schpe­ci­fischi upro Roma use tschin­de ule taj ojs etnija schpe­cijeli socijali man­gip­tschen­ca, save upre regijo­nali thana pomo­schi­nipe te uschtiden, defi­ni­rim hi. Ande 20 akarde gemajntscha le lokali Romen­gere khe­ta­ni­pen­ge pedar jek ajgeni fatre­teri ando gemajnda­kero rot obliga­to­rischi hango dim ol; ando than 2007 jek flogos­kero grupna­kero rot (Svet romske skupnosti Republike Slovenije) kerdo ulo, savo le pre­si­dento, la regi­rung taj le nacijo­nali khe­ta­nipe, bero­tinel. 17 le 21 dsche­nen­dar le aktujeli flogos­kere grup­na­kere rotis­tar le „autoch­toni“ fatre­ti­nen, hat odole Romen andi Prek­murje, save imar dur angle 1945 pumen odoj tel mukle. Tschak schtar dsche­ne le pal 1945 use roasin­de „na autoch­toni“ Romen ando sud, fatre­tinen.

Ajgeni loj (sajt 2002 valami 9 milijoni Euro) le fasorginipeske la elektricitetaha, pajiha taj posch­ti­tov­tschen­ca le Romen­ge le „autoch­toni“ gemajn­den­dar use terd­schon. Odoj, pedar o ber­scha te sa feder ulo. I situa­cija le palo­da use roasi­me Romen­dar ando sud na ulo latsche­der. Read the rest of this entry »

Roma in Slowenien: Volksgruppenpolitik

Januar 17th, 2015  |  Published in Politik, dROMa (Magazin)

Roma-Volksgruppenwahl 2012 (Foto: Delo)Nach Schätzungen offizieller Stellen und NGOs leben rund 10.000 Roma in Slo­we­nien. Eine Studie von 2007 nennt 105 Roma-Sied­lun­gen, von denen rund je­weils die Hälfte in der Prekmurje (Nord­osten) und in den Regio­nen Dolenjska, Bela Krajina und Posavje (Südosten) liegen. Die Roma-Bevöl­ke­rung der beiden Gebiete unter­scheidet sich beträcht­lich, und zwar nicht nur nach ihren Romani-Dialekten und ihrer Besie­de­lungs­ge­schichte, son­dern auch nach ihrer sozia­len und recht­li­chen Situation.

Die Roma sind in Slowenien nicht als „nationale Minderheit“ an­er­kannt und Romani hat nicht wie Slo­we­nisch, Unga­risch und Italie­nisch den Status einer natio­nalen Sprache. Eine Reihe von Gesetzen und Verord­nun­gen neh­men jedoch spe­zi­fisch auf die Roma Bezug und defi­nie­ren sie als Ethnie mit spe­ziel­len sozia­len Heraus­for­de­run­gen, die auf regio­naler Ebene gefördert wer­den soll. In zwan­zig nament­lich ge­nann­ten Gemeinden wird den lokalen Roma­gemein­schaf­ten über einen eige­nen Vertreter im Gemeinderat ob­li­ga­to­risch Mit­sprache­recht ein­ge­räumt; auf Landes­ebene wurde 2007 ein Volksgruppenrat (Svet romske skupnosti Republike Slovenije) geschaf­fen, der den Prä­siden­ten, die Regie­rung und die National­ver­samm­lung berät. 17 der 21 Mit­glie­der des aktuel­len Volks­grup­pen­rats ver­tre­ten die „autochthonen“, also (zum Groß­teil lange) vor 1945 ansässig gewor­de­nen Roma in der Prek­murje. Nur vier Per­so­nen ver­tre­ten die zu­meist nach 1945 inner­jugosla­wisch zu­gewan­der­ten „nicht-autochtho­nen“ Roma im Süden.

Eigene Mittel (seit 2002 rund 9 Mio. Euro) stehen für die Grund­versorgung mit Elektri­zität, Wasser und Straßen der Roma der „autochtho­nen“ Gemein­den zur Ver­fü­gung. Dort konnte man über die Jahre auch merk­liche Ver­bes­se­run­gen erzielen. Die Lage der spät zugewan­der­ten Roma im Süden hat sich aller­dings kaum verändert. Von ihnen leben nach Anga­ben des slowe­ni­schen Innen­ministe­riums nach wie vor rund 50 Pro­zent nicht in gemauer­ten Unterkünften. Read the rest of this entry »

Ausstellung: Robert Olaf Gabris – „I“

Januar 15th, 2015  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Aus der Serie "Im Schlaf", Robert Gabris (Fineliner 0,2mm auf 40 x 60 cm Papier April 2014, Wien)Berlin: Ausstellungseröffnung
mit Werken von Robert Olaf Gabris:
Freitag, den 23. Januar 2015, 19 Uhr

Die Berliner Galerie Kai Dikhas prä­sen­tiert mit „I“ – ge­meint ist das eng­li­sche „Ich“ – die erste Ein­zel­ausstellung des slowa­kisch­stäm­mi­gen Künstlers Robert Olaf Gabris außer­halb Öster­reichs, wo er bis 2013 an der Aka­de­mie Wien stu­dierte und mit Diplom ab­schloss. Die Welt ist in den seinen, in guten Händen, denn be­hut­sam zeich­net er seine Um­ge­bung. Er redu­ziert die Zeichenwelt auf eine ei­ge­ne Essenz, so dass das Ab­ge­bil­dete zu ei­nem Selbstbild wird. Dem Bewusst­sein von Ver­gäng­lich­keit setzt er sein Schaf­fen ent­gegen.

‚I‘ ist sowohl Subjekt, Objekt als auch Be­wusst­sein des Künstlers. ‚I‘ kann aber auch als Initial für Identität und die Fra­ge nach der Zugehörig­keit ge­lesen wer­den. Ich be­ar­beite mein Leben und meine Her­kunft, die Wider­sprü­che meines Lebens. (R.O. Gabris)

Mit einem kolorierten Kupferstich eines Herzens beginnt die Aus­stel­lung. Die Bilder thema­ti­sie­ren einen Akt der Entblößung, der uns an die intime Ver­letz­lich­keit des Men­schen mahnt. Gabris zeich­net mit äußerster Sorg­falt und ent­wickelt seine sehr per­sön­li­che Welt. Die Serie „Im Schlaf“ zeigt den Künstler im traumhaften Zwi­schen­zustand mal in Gesell­schaft von in an die Renais­sance erin­nern­der Klar­heit ge­zeich­neten Tieren. Es en­tfaltet sich aus der Klavia­tur rea­lis­tisch und anato­misch präzise dar­gestell­ter Körper eine schwe­bende Innen­welt. Die Aus­stel­lung mit dem Titel „I“ er­zählt von Einsamkeit ge­nauso wie von Selbst­behauptung. Read the rest of this entry »

dROMa 36 (2013): Slowenien | Slovenija

Januar 14th, 2015  |  Published in dROMa (Magazin)

droma_36Winter/Frühling | Dschend/Terno linaj 2013
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Gleich hinter der Grenze, in Prekmurje, lebt eine der zwei grö­ße­ren Roma-Ge­mein­den Slo­we­ni­ens. Die Bur­gen­land-Roma und die Roma in Prek­mur­je spre­chen einen ver­wand­ten Romani-Dia­lekt. Zwi­schen ih­nen be­stan­den einst enge Kon­tak­te, die erst seit der Un­ab­hän­gig­keit Slo­we­ni­ens und dem Auf­bruch der Roma-Be­we­gung in beiden Län­dern zag­haft neu belebt wur­den. Grund genug, uns ein­mal näher mit Slo­we­nien zu befas­sen: Den Auf­takt des Heftes stellt der erste Teil eines Inter­views mit dem Pub­li­zis­ten Norbert Mappes-Niediek dar, des­sen Buch „Arme Roma, böse Zigeu­ner“ der­zeit für Auf­sehen sorgt. Michael Teichmann hat sich mit ihm unter­hal­ten. Dazu brin­gen wir einen Buch­auszug, der den Pogrom im Dorf Ambrus beleuch­tet. Roman Urbaner be­rich­tet von den „Izbrisani“, den 1992 aus dem Bevöl­ke­rungs­regis­ter ge­lösch­ten Per­so­nen, unter ihnen Hun­derte Roma. In der „Vor­bild­region“ Prek­murje, wo sich Holger Marcks um­gese­hen hat, haben die Roma hin­gegen vieles er­reicht. Murska Sobota ver­fügt neuer­dings sogar über ein eige­nes Roma-Museum. Michael Wogg hat ihm einen Besuch ab­gestat­tet. Zu guter Letzt stel­len wir Ihnen noch das Roma-Fes­tival „Romano Čhon“ vor. Und die letz­te Seite ist der gro­ßen Romni Ceija Stojka gewid­met, die im Jän­ner ver­storben ist.

Mindschart pal i granica, andi Prekmurje, dschil jek, le duj bareder Romen­gere ge­majn­den­dar andi Slo­venija. O bur­gen­landi­tike Roma taj o Roma andi Prek­murje jek Romani dija­lekto va­keren, savo khetan keri­nel. Masch­kar lende agun igen vuske kon­takt­scha de­lahi, save sajt o naphand­lipe la Slove­ni­jatar taj o Romen­gero mici­nipe ande o so duj vilagi, papal dschiv­don ulo. Cajt hi, peske jefkar i Slo­ve­nija pasche­der aun te dikel: O kes­dipe la heftli­natar o erschti falato le vake­ripes­tar le publi­cisti­ha Norbert Mappes-Niediek hi, saves­keri kenva Arme Roma, böse Zigeuner“ ando pra­dipe hoja­ni­peske sorgi­nel. Read the rest of this entry »

Schätze auf Tonband | Somnakune upreliptscha

Januar 13th, 2015  |  Published in Brauchtum & Tradition, Einrichtungen, Wissenschaft, dROMa (Magazin)

Mozes Heinschink (Foto: WSNA/dROMa)Die „Sammlung Heinschink“ | O „Khetan Khedipe Heinschink“


Seit 1960 hat der Wiener Sprachforscher Mozes F. Heinschink bei zahl­lo­sen Be­suchen bei über 30 ver­schie­de­nen Roma­gruppen – vor­wie­gend in Österreich, Zentral-, Ost- und Südost­europa, der Türkei sowie in Skan­dina­­vi­en – ei­ne rund 700 Aufnahme­stunden um­­fas­­sende Sammlung von Ton­doku­men­ten zur Kultur der Roma zusam­men­getragen. Ohne jede insti­tutio­nel­le Hilfe­stellung ent­stand so über die Jahre ein einzig­arti­ges Kompen­dium von Sprach­aufnahmen, Märchen und Liedern. 1990 bis 1995 wurde die „Sammlung Heinschink“, welt­weit wohl die umfang­reichste ihrer Art, er­schlos­sen und ins Phonogrammarchiv der Öster­rei­chi­schen Akademie der Wissenschaften über­nommen.

Sajt 1960 o betschitiko tschibtschakero forscheri Mozes F. Heinschink use but khero­diptscha uso buteder sar 30 min­den­feli­tike Romen­gere grupn – butvar andi Austrija, andi central- ost- taj sud­ost Europa, andi Tur­kija taj andi Skan­dina­vija – vala­mi 700 upre lipeskere ori ma­terijal usi kultura le Romen­dar khetan ledschija. Afka pedar o berscha jek barikano khetan kedipe tschib­tscha­kere upre lipen­dar, pama­ristschen­dar taj dschi­jendar andral ulo. Usar 1990 dschi 1995 o „Khetan Kedipe Hein­schink“ upro cilo them i lek bareder adale keri­pestar, kisetim ulo taj ando Fonogram­archiv la Austritika Aka­de­mi­ja­tar la Visen­schofta­tar prik lim lo ulo.

www.phonogrammarchiv.at

(aus|andar: dROMa 35, Herbst | Terno dschend 2012, S. 8)

dROMa 35 (2012): Sprachbilder

Januar 10th, 2015  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

droma_35Herbst | Terno dschend 2012: Vakeripeskere kipi
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Die Kultur der Roma verfügt über eine rei­che, viel­schich­tige Erzähltradition. Ihre Märchen und Ge­schich­ten wur­den bis vor Kur­zem aller­dings aus­schließ­lich münd­lich tra­diert und blie­ben daher auf einen engen Publi­kums­kreis be­schränkt. Auch die Erzähl­kunst des unga­risch-bur­gen­län­di­schen Rom Guszti Szendrei, den Michael Teichmann für dieses lite­ra­ri­sche Themen­heft porträ­tiert hat, er­reichte nur weni­ge und ist heute nur noch in Form eini­ger Auf­zeich­nun­gen erhal­ten. Eine davon, das um 1965 auf Romani vor­getra­gene Märchen „Der arme Soldat“, stel­len wir Ihnen in die­ser Aus­gabe vor. Darüber hinaus möch­ten wir Ihnen mit dem Gedicht „fluch“ auch das Werk eines öster­rei­chi­schen Ver­tre­ters der Roma-Gegen­warts­lite­ratur, des auf Rumä­nisch schrei­benden Lyri­kers und Bild­hauers Mircea Lăcătuș, ans Herz le­gen. Drei aktu­elle Kriminal­romane, die mit groß­teils eher ober­fläch­li­chen Roma-Be­zügen auf­zu­trump­fen ver­suchen, konn­ten uns hin­ge­gen weniger über­zeu­gen – Michael Wogg er­klärt, warum. Und ver­streut über Europa hat Roman Urbaner eini­ge Bei­spiele von Roma-Comics aus­findig ge­macht, in de­nen sich – auf der Suche nach neuen Dar­stel­lungs­formen – zag­haft ein neues Genre an­zu­deuten scheint.

La kultura le Romendar barvali, min­den­feli­tiki phu­kaji­pes­keri tradicija hi. Nan dur pal, kaj len­gere pama­ris­tscha taj histo­riji tschak phu­kade ovnahi taj va­schoda tschak vuske dsche­nen­gere grup­nenge te schunel le sina. Te i phu­kaji­pes­keri kunst le ungrike-bur­gen­landi­tike Romes­tar Guszti Szendrei, save o Michael Teichmann adala litera­ri­schi tema­keri heftli­nake portre­ti­rin­tscha, tschak tschu­len resla taj adi tschak poar upre lip­tscha del. Jek lendar hi i pama­risi andar o bersch 1965 andi Romani Tschib „O tschoro nimco“, savi tu­men­ge ande ada ardi­pe angle terd­scha­ras. Read the rest of this entry »

I AS-Roma-Dekada

Januar 9th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Sport, dROMa (Magazin)

Helden aus der Wart: 1. AS RomaO schtirmertscha sik sar i bavlal, pakista­ni­schi leg­ijo­ner­tscha taj lob­da­keri fa­mi­li­ja, savi min­dig pa­lo team ter-dscho­la­hi: o desch­ber­schen­gero le ersch­ti austri­ti­ke Ro­men­ge­re lob­da­ke­re teamis­tar an­do cajta­ke­ro na­schi­pe

Le Michael Woggistar

(Andar: dROMa 34, Sommer | Linaj 2012, S. 16-19 (Themenheft: Sport | Schpurt)

O keripe le „Farajnistar Roma“ ando juli 1989 ojs erschti dikipes­kero cajchen la eman­ci­pac­jo­na­tar le Romen­dar andar o Bur­gen­land hi, taj palo­da o Roma jek aktivi khe­ta­ni­pes­kero taj kultu­reli than ando Bur­gen­land lakle. Butvar ando sudi­ti­ko Burgen­land, bari­ka­no sina te o keripe jeke dujte kojes­tar, savo o mici­nipe prik lija taj meg sora­le­der kertscha: o AS Roma. Ando juli 1990 o nevo lob­da­kero khe­lipes­kero klub Erbate pro erschti khe­lipe kertscha. Gejng o team Etagencafé na­schade 1:2. Kekaj but dsche­ne odoj sina, taj tel lendar igen but dschuv­lane.

„So kameha“, phenel o Marton Horvath, „amen pantsch lob­da­schen­ca taj schov na lob­da­schen­ca kheltscham.“ O Mar­ton usar ada erschti khe­lipe dschi uso lejcti ando bersch 2000 o tre­neri sina. Desch ber­scha sora­le vaha vo­dintscha ov o bari­kano Romen­gero team: „Te ov valaso phen­lahi, akor niko na vaker­lahi pal“, phenel les­kero tschau Martin, savo palo­da ojs lek ter­ne­der khe­la­schi 13 ber­schen­ca uso team use sina. Marton: „Amen dujvar ando kurko tre­ni­rina­hahi, sakor kurko, bisch dsche­ne.“ But len­dar Betschis­te butscha­li­nahi vaj avre tha­neske – odo ham na ker­lahi nischta: Kur­kes­ke treni­rim vaj khel­do ov­lahi, te an­do dschend andi hala.

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Die AS-Roma-Dekade

Januar 9th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Sport, dROMa (Magazin)

Spieler und Fans: 1. AS RomaPfeilschnelle Stürmer, pakista­ni­sche Legio­näre und eine treue Fan­familie: das Jahr­zehnt der ers­ten Roma-Fußball­mann­schaft Öster­reichs im Zeit­raffer

(erschienen in: dROMa 34, Sommer | Linaj 2012)

Von Michael Wogg

Die Gründung des „Verein Roma“ im Juli 1989 gilt als ers­tes weit­hin sicht­bares Zeichen der Eman­zipa­tion der Burgen­land-Roma; in der Folge haben die Roma zu einer akti­ven gesell­schaft­li­chen und kultu­rel­len Rolle im Burgen­land ge­fun­den. Zumin­dest im Süd­burgen­land ähn­lich wichtig war die Schaf­fung eines zweiten Stand­beins, das den Schwung aus der Auf­bruch­stim­mung auf­nahm und nach­haltig ver­stärkte: des AS Roma. Das erste Match dieses neuen Fußball­klubs fand im Juli 1990 in Oberwart statt. Gegen die Mann­schaft Etagencafé verlor die Roma-Truppe mit 1:2. Trotz der Unterstüt­zung vieler, zumal weib­li­cher Fans.

„Was willst du“, sagt Marton Horvath, „wir haben gespielt mit fünf Fuß­ballern und sechs Nicht­fuß­bal­lern.“ Marton war von diesem ers­ten Spiel an bis zum letz­ten im Jahr 2000 Trainer des Teams. Zehn Jahre lang lenkte er die legen­däre Roma-Mann­schaft mit stren­ger Hand: „Wenn er was gesagt hat, hat keiner zurück­geredet“, bestä­tigt sein Sohn Martin, der später als jüngs­ter Spieler im zarten Alter von 13 Jahren ins Team ein­gestie­gen war. Marton: „Wir haben zweimal die Woche trai­niert, jede Woche, 20 Leute.“ Viele arbei­te­ten in Wien am Bau oder sonst wo – egal: Am Wochen­ende wurde trai­niert und gespielt, auch im Winter in der Halle.

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Frankreich: Kein Grab für Roma-Kind

Januar 7th, 2015  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Frankreich: Friedhof in ChamplanFrankreich: Bürgermeister soll Roma-Mädchen die Bestattung auf dem Gemeinde­fried­hof ver­wei­gert haben

Christian Leclerc, Bürgermeister der französi­schen Gemein­de Champlan süd­west­lich von Paris, soll einer Roma-Fa­milie die Bestat­tung ihrer klei­nen Toch­ter ver­weigert haben. Auf dem Fried­hof der Gemeinde sei für das zu Weih­nachten im Alter von zwei­einhalb Monaten an plötz­lichem Kindstod ver­stor­bene Mäd­chen kein Platz. Der Fried­hof sei zu klein, „Vor­rang haben die­jenigen, die hier Steuern be­zahlen“, zitiert „Le Parisien“ den partei­losen rechts­gerich­teten Bürger­meister. Zuvor hatte Leclerc seine Ent­schei­dung nicht begrün­det – weder gegen­über den Eltern noch auf Nach­fragen des Bestatters. Jetzt, nach­dem der Fall landes­weit einen Sturm der Entrüs­tung aus­gelöst hat, soll jedoch alles nur ein Miss­ver­ständ­nis gewe­sen sein. „Zu keinem Zeit­punkt habe ich mich dieser Bestattung wider­setzt, die ganze Sache wurde auf­ge­bauscht“, erklärte Leclerc gegenüber der Nach­rich­ten­agentur AFP. Die bis­herigen Erklä­rungen seien „falsch inter­pre­tiert“ worden. Am Sonntag­abend sagte der Bürger­meister, er wün­sche sich „inständig“, dass das Mäd­chen in Champlan beer­digt werde, „der Stadt, in der die Familie lebt“.

Der Bürgermeister der Nachbargemeinde Wissous, Richard Trinquier (UMP), hatte der Roma-Familie, die er auch schon als Arzt betreut hatte, jedoch bereits ein Grab in seiner Gemeinde zur Verfügung gestellt. Es sei unmenschlich, einer Mutter, die gerade ihr Kind verloren hat, noch weiteren Schmerz zuzufügen. Das Mädchen wurde am Montag in Wissous bestattet.

Die Roma-Familie lebt seit gut einem Jahr in der 2700-Einwohner-Gemeinde. Sie lebt in einer Behelfs­siedlung am Orts­ausgang, die zwei Söhne besuchen in Champlan die Schule. Premier­minister Manuel Valls kriti­sierte den Vorfall und bezeich­nete das Vor­gehen der Gemeinde als „eine Beleidigung für Frankreich“. Die Staats­anwalt­schaft hat ein Ermittlungs­verfahren eröffnet.

(dROMa / Quellen: Le Parisien [2], FR, BBC, Zeit [2])

dROMa 34 (2012): Sport | Schpurt

Januar 5th, 2015  |  Published in Sport, dROMa (Magazin)

droma_34Sommer | Linaj 2012
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Es kommt nicht oft vor, dass sich Roma, die sich als Sport­ler ganz nach oben ge­kämpft ha­ben, öffent­lich zu ihrer Her­kunft be­ken­nen. Zu harsch ist die Ab­leh­nung, die ihnen in die­sem Bereich noch immer ent­gegen­schlägt. Sport­liche Leis­tun­gen sind nichts, womit die Mehr­heits­gesell­schaft Roma in Ver­bin­dung brin­gen will. Dabei gibt es (beson­ders in den pro­leta­ri­schen Sparten des Fußball- und Boxsports) in den Rei­hen der Natio­nal­teams und Olym­pia­sieger, der Welt- und Eu­ropa­meis­ter nicht we­nige Roma. Grund genug, dieses Heft dem Sport zu wid­men: Wie schwer es Roma im Fuß­ball ha­ben, aber auch, wie sehr sich man­ches zum Posi­ti­ven zu wen­den beginnt, schil­dert Ronny Blaschke. Michael Teichmann lotet die bemer­kens­werten (und nicht im­mer unproble­ma­ti­schen) Berüh­rungs­punkte von Box­sport und Roma-Kul­tur aus. Das Jahr­zehnt des legen­dären bur­gen­län­di­schen „AS Roma“, der das Fußball zum Exerzier­feld der Roma-Eman­zi­pa­tion um­funk­tio­nierte, lässt Michael Wogg Revue pas­sieren. Und Roman Urbaner zieht eine er­schre­ckende Bilanz über die Schat­ten­seiten der Olym­pi­schen Spiele, bei deren Vor­berei­tung beson­ders eth­ni­sche Minder­hei­ten unter die Räder ge­raten.

Na al butvar angle, hot Roma, saven ando schpurt igen baro prind­scha­ripe hi, ando pra­dipe use pu­maro telsch­ta­mi­nipe ter­dschon. Igen baro o tel­di­kipe hi, savo on akor esbe iste len. Schpur­tis­kere kerip­tscha nan nischta, soha o gadsche le Ro­men ando khe­tan phand­lipe te anel kamna. Ham (ando pro­leta­ri­schi fa­lati le lob­da­kere kheli­pes­kere- taj boksi­ni­pes­kere schpur­tistar) ando nacijo­nal teams taj telal olim­pija­kere jeri­nasch­tscha, themes­kere taj euro­pa­kere mas­tertscha but Roma del. Read the rest of this entry »

Datscha, fakti, gende: Bosnija

Januar 4th, 2015  |  Published in Allgemeines, dROMa (Magazin)

Bosnien-Herzegowina (Foto: Tagesschau.de)Roma andi Bosnija-Hercegovina

2,2 milijoni manuscha maschkar 1992 taj 1995 ando ha­buri andi Bosnija tradim ule vaj naschi gele, but lendar andi Austrija (90.000) vaj andi Ger­ma­nija (320.000) ale. But desche­seri Roma sina, kor­kore ando foro Berlin 5.000 le 40.000 dschi 80.000 bosni­tike Romen­dar ale, save masch­kar o etni­schi frontscha pele. Barikan ando ser­bitiko thanes­kero falato but Roma, save ojs mus­lim­tscha dujvar le bibas­tale tradi­peske ar bescharde sina, murda­ri­pes­kere taj tra­di­pes­kere opfer­tscha ule. Va­schoda butvar cile gaves­kere khe­ta­niptscha naschi dscha­nahi. O pal­ge­jipe adale naschi­geja­schen­dar dschi adi meg igen pharo hi. Sar palo genocid masch­kar o dujto the­mes­kero haburi, ande savo 90.000 jugosla­vi­schi Roma mur­dar­de ule, but len­dar pumare pujste khera lakle vaj ande len­gere khera vala­ko avro akan dschil. Butvar o doku­men­tscha fali­nahi, kaj len­gero koja pal te usch­ti­den vaj vasch loj le papal upre bauni­ni­peske schaj aun roden. But gemajndi le dsche­nen, save pal ale, na kam­nahi te registri­ri­nel. But lendar papal le naschi­geji­peske mujsim ule vaj ande jek le 36 ilegali sid­lungen­dar dschin. I UNDP loke phenel, hot andi Bos­nija valami 40.000 dschi 50.000 Roma del; avre sche­ci­niptscha ham utsche­der pasch­lon. Tschak 4 % le bare Romen­dar buti hi; 70 % nan nisaj use­gejipe uso sas­ti­pes­kero pomo­schago taj valami 80 % le bos­ni­tike Romen­dar nan nisaj isch­ko­la­kero kise­ti­nipe. (RU)

(andar: dROMa 33, 1/2012)